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Restaurant ZweiSinn, Nürnberg

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  • Mohnkalb
    antwortet
    Zitat von Junggaumen Beitrag anzeigen
    der inflationäre Einsatz von Cremes und Tupfern spricht mich nicht an
    Genau das war auch mein Gefühl beim letzten Besuch im Dezember. Weniger wäre da manchmal hilfreich, weil der Koch sich zu größerer Präzision zwingen müsste. Auch war ich einige Male vorne im Bistro, was mir mit seiner reduzierteren Linie fast besser gefallen hat. Subjektiv, ganz subjektiv natürlich. Danke für den interessanten Bericht!

    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
    Zugekauft? Wir sprachen neulich im Convenience-Thread darüber.
    Glaube ich in diesem Fall nicht. Aber die Dulcey-Produkte von V. haben sicherlich inspirierend gewirkt.

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  • merlan
    antwortet
    Zitat von brigante Beitrag anzeigen
    Gefüllte Dulcey-Würfel scheinen der neueste Trend zu sein, wir hatten genau so einen letzten Herbst in der Villa Rothschild.
    Zugekauft? Wir sprachen neulich im Convenience-Thread darüber.

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  • brigante
    antwortet
    Danke für den informativen Bericht!
    Gefüllte Dulcey-Würfel scheinen der neueste Trend zu sein, wir hatten genau so einen letzten Herbst in der Villa Rothschild, nur mit Mirabelle und Passionsfrucht.

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  • Junggaumen
    antwortet
    Mit dem Sosein, den Entenstuben und dem Zweisinn haben gleich drei Restaurants aus Nürnberg und Umland im aktuellen Guide Michelin ihren ersten Macaron erhalten. Das Sosein war für mich ein absolut sicherer Kandidat – umso mehr hat es mich aber auch gefreut, dass die beiden anderen Restaurants auch eine Auszeichnung erhalten haben.

    Das Zweisinn hat erst im April 2016 geöffnet. Bei meinen beiden vorhergehenden Besuchen hat es mir immer gut gefallen, wobei ich das Menü bei meinem ersten Besuch etwas stimmiger fand. Zeit also nach der Sternevergabe dem Zweisinn Ende letzten Jahres wieder einen Besuch abzustatten.

    Nach einigen Grüßen startete das Menü mit Taschenkrebs, Avocado, rosa Grapefruit und Krustentier-Dashi. Der Taschenkrebs war als Salat mit Gurke angemacht, Avocado und Grapefruit befanden sich als Cremes kreisförmig um den Taschenkrebs. Angegoßen dazu die Krustentier-Dashi. Spannend waren die bitteren Noten der Gurke und Grapefruit im Zusammenspiel mit dem süßen Krebsfleisch. Mir fehlte es aber an Säure.


    Als zweite Vorspeise folgte mittig ein kross gebratenes Stück Knurrhahn, dazu Spitzpaprika-Püree, Bouchot-Muscheln, Sepia und schwarzer Knoblauch. Der Knurrhahn war auf den Punkt und die würzigen Beilagen machten viel Spaß.


    Zum Zwischengang gab es dann einen Raviolo gefüllt mit Ente, dazu Birnencreme, Grünkohl und kleine würzige Stücke Aal. Auch hier wieder sehr lecker, die Süße der Birne passte sehr gut und ergänzte den würzigen Raviolo und Aal.


    Hauptgang bildete Short-Rib mit Zwiebel-püree und gebratener Zwiebel, Mark-Creme, Kartoffelpuffer und eine schön würzige Sauce. Die Short-Rib hätte für mich mürber sein können, aber ansonsten würzig und lecker, ganz passend zur kalten Jahreszeit.


    Nach dem Pre-Dessert folgte Dulcey-Shockolade als Block gefüllt mit Mandarine, Mandarinen-Filets, Milcheis und Vanille-Essig. Geschmacklich gut, allerdings war der Vanilleessig wirklich sehr penetrant in der Nase.


    Nochmal herzlichen Glückwunsch zum Stern – und das nach so kurzer Zeit in der Selbstständigkeit. Ich finde ich das Restaurant damit gerecht bewertet und hatte wieder einen schönen Abend dort und komme gerne wieder. Einzig der inflationäre Einsatz von Cremes und Tupfern spricht mich nicht an – aber wie bereits geschrieben, vielleicht braucht man das auch in Nürnberg, um dem Laien genug Sterne-Feeling zu bieten und zu bestehen, voll war der Laden auf jeden Fall wieder.

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  • fragolini
    antwortet
    Ich sehe nichts mehr von den Bildern, habe sie aber an allen Rechnern bereits gesehen.


    Gruß!
    J.F.

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall: ich sehe sie, und zwar überdimensional groß!?

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  • thomashaj
    antwortet
    Ich sehe sie noch, allerdings nicht mehr auf dem Smartphone...

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  • Trüffelschwein
    antwortet
    ich sehe die Bilder auch nicht mehr (Browser Chrome und IE).

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  • QWERTZ
    antwortet
    Ich nicht, dieses System der Bilderverarbeitung gibt immer mehr Rätsel auf...

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  • Junggaumen
    antwortet
    Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
    Lieber Junggaumen, wo sind deine Bilder hin?
    Also ich sehe sie immernoch?

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  • QWERTZ
    antwortet
    Lieber Junggaumen, wo sind deine Bilder hin?

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  • Schink
    antwortet
    Vielen Dank für den interessanten Bericht.
    Vor allem ein Vergleich mit Amadors Taube reizt.

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  • fragolini
    antwortet
    Noch ein paar ergänzende Worte von mir:
    Insgesamt operiert die Küche für meinen Geschmack mit ein paar Schäumchen zu viel und ist manchmal auch etwas zu süß.
    Dies ist aber sicher auch dem Publikum zu zuschreiben, dass dies von so einer Küche einfach erwartet.

    Die Taube war mir deutlich zu süß und zu viel schaumiges. Taube, Soße, das hätte mir eigentlich genügt.
    Noch extremer war das beim Steinbutt. Soße und Fisch harmonierten prächtig, Koriander gab eine schöne Frische dazu. Mehr hätte es nicht gebraucht.
    Der Hauptgang überzeugte, wenn er auch nicht recht ins Bild passte. Gerade Hirsch verträgt eine süße Komponente, aber hier wurde mit bitter und sauer gespielt, was durchaus überzeugte.
    Das Dessert war gut, wollte aber nicht recht in den Sommer passen.

    Service war gut bis sehr gut.
    Schöne Weinauswahl zu vernünftigen Preisen.

    Bei aller Kritik eine echte Bereicherung der Nürnberger Gourmet-Landschaft.
    Ich würde mal 14-15 Punkte sagen, ein Stern könnte knapp drin sein.

    Wir freuen uns auf den nächsten Besuch und dann auch auf schöne scharfe Messer!


    Gruß!
    J.F.

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  • Junggaumen
    antwortet
    Bereits bei meinem ersten Besuch im Meiers Zweisinn im Mai hat es mir recht ordentlich dort gefallen. Deshalb stand kurz vor der Urlaubszeit – frisch zum neuen Menüstart – ein neuer Besuch an. Das Zweisinn gibt es in Nürnberg Erlenstegen erst seit April 2016. Das Restaurantkonzept fährt zweigleisig mit einem Bistro und einem Fine Dining Bereich. Der Fine Dining Bereich war an diesem Donnerstag nicht nur gut, sondern sogar wirklich sehr gut besucht. Das 5-gängige Menü rangiert bei moderaten 80€.
    Sehr sympathisch auch im Laufe des Abends die Gespräche mit dem Senior Meier, der den Tischen ein wenig den Spirit und die Hintergründe des Teams und der Entscheidung ein eigenes Restaurant zu gründen näherbrachte. Fine Dining in Nürnberg ist sicher nicht immer ein einfaches Pflaster und man kann da schon mal nur alles Gute wünschen.

    Die Einstimmungen starteten mit vegetarischem Sushi, Lachtartar und Blutwurstpraline. Das vegetarische Sushi hatte für mich einen viel zu hohen Reisanteil, da hätte mehr Gemüse gut getan. Das Lachstatar war gut. Am besten hat mir die Blutwurstpraline gefallen.


    Danach folgte der nächste Gruße mit verschiedensten Maistexturen. Maispüree, Popcorn, Maiskölbchen und ein aus Creme nachgeformtes Stück Maiskolben. Insgesamt stimmig aber gerade das nachgeformte Stück war für mich dann etwas zu viel der cremigen Textur.

    Den ersten Gang bildeten Wildfang-Garnele, Rucola-Creme, Brotchips, Olivenöleis, eingelegte Tomaten, Büffelmozzarella. Das Ganze wurde arrangiert auf dünn aufgeschnittenen Tomatenscheiben. Herausragend war die Qualität der Tomaten. Diese waren unglaublich aromatisch und für mich der Star des Gangs. Diese wurden von der, auf den Punkt gegarten Garnele, dem knackigen Brot und der Rucola-Creme gut ergänzt. Einzig den Büffelmozzarella hätte es aus meiner Sicht nicht mehr gebraucht. Insgesamt ein wirklich sehr gelungener Gang, den ich am liebsten gleich wieder essen würde.


    Weiter ging es dann mit einem Stück Taube unter einer Purple-Curry Haube. Dazu Mango und Kokos Creme und Mango Stückchen. Angegossen wurde eine süß abgeschmeckte Sauce. Bereits beim Anrichten wurde darauf hingewiesen, dass man sich bei dem Gang aus der Zeit des Küchenchefs bei Amador hat inspirieren lassen. Sehr spannend dazu der ebenfalls von Restsüße dominierte Wein. Ich war im vornherein skeptisch, ob als zweiter Gang Taube funktioniert. Der Gang war in sich durchaus stimmig, aber so richtig in die Menüfolge wollte er sich für mich nicht fügen. Kleine Anmerkung noch am Rande. Durch die als Block geschnittene Taube war es leider gar nicht so leicht mit dem Messer mit Sägeschliff das Fleisch zu schneiden – den Investitionsvorschlag haben wir auch gleich vor Ort beim Geldgeber angemerkt. ;-)


    Weiter ging es mit einem Gang der mich irgendwie ein wenig an den Abend kürzlich im Königshof erinnerte. Ein Stück Steinbutt war auf einem Karottensud mit Karottenpüree, Babykarotte, Urkarotte, Joghurtsphäre und Korianderpüree angerichtet. Der Steinbutt und der Karottensud haben wunderbar zusammen harmoniert. Der Koriander konnte die Aromen gut ergänzen. Einzig die Joghurtsphäre war für mich zu sauer und passte nicht in das Gericht. Hier hatte ich eher das Gefühl man wollte noch eine zusätzliche Komponente ins Spiel bringen und zeigen was man technisch kann – einen Bezug zu den Hauptkomponenten Steinbutt und Karotte konnte ich nicht herstellen. Abgesehen davon hat mir der Gang aber gut gefallen.


    Überraschend fordernd war dann der Hauptgang aus Hirschkalbsrücken, Petersilienwurzel, Kakao und Brombeere. Gerade Kakao und Brombeere versteckten sich hier nicht, sondern waren sehr präsent mit der bitteren Kakaonote und der sauren Note der Brombeere. Ein sehr spannender Gang, der durchaus forderte und weit weniger gefällig war als gedacht.


    Nach einem leckeren Gruß aus der Patisserie gab es als Nachspeise dekonstruierte Birne Helene. Die mit Schaum gefüllten Schockokugeln wollten beim Übergießen mit dem warme Birnensud leider nicht wie geplant aufgehen. Dennoch eine befriedigende Dessertkombination, auch wenn mir für ein Sommermenü die Frucht zu sehr von Schockolade dominiert wurde.



    Den Abschluss machten dann noch ein paar Pralinen.

    Service und Gastgeber führten sehr sympathisch durch den Abend. Insgesamt blieb für mich das aktuelle Menü leicht hinter der Qualität meines ersten Besuchs zurück. Dazu war für mich zu wenig rote Linie – sehr sommerlicher Einstieg, Taube im zweiten Gang, eher herbstlicher Hauptgang und Dessert, vor allem aber haben für mich einige der Gänge ihren Fokus durch zu viele Komponenten - „hier noch eine Sphäre, da noch ein Schäumchen“ - verloren. Doch mit dem Standort Nürnberg spielt der Show-Effekt sicherlich auch keine unwichtige Rolle, um zu bestehen und auch als Fine Dining wahrgenommen zu werden.
    Nichtsdestotrotz wird hier auf hohem Niveau gekocht und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das Zweisinn eine tolle Bereicherung für Nürnberg ist. Es gibt hier und da sicherlich noch Stellschrauben, aber für ein vier monatiges Bestehen ist das schon eine beachtliche Leistung, was hier aus dem Boden gestampft wurde. Freue mich schon auf meinen nächsten Besuch und darauf zu sehen, was in Zukunft noch aus dem Zweisinn wird und wie sich die Küchenlinie entwickelt und vielleicht auch stärker fokussiert.

    Danke auch wieder an fragolini und seine Frau für die gute Gesellschaft.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 13.08.2016, 17:29. Grund: Reintegration der Bilder

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  • Junggaumen
    antwortet
    Der Feinschmecker hat dem Zweisinn auf Anhieb drei von fünf F spendiert.

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