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München - die nördlichste Stadt Italiens?

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  • München - die nördlichste Stadt Italiens?

    Ein kleines Projekt von mir. Nachdem ich gestern Abend im Acetaia war, habe ich mir überlegt, mal die (in den Ranglisten hochdotierten) Italiener in München zu besuchen und darüber zu berichten. Ich beginne jetzt mal mit dem Acetaia.

  • #2
    Besuch im Acetaia

    Das Acetaia liegt nur 15 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt. Den Anstoß, es endlich mal zu besuchen, kam von einer Bekannten, mit der ich dann das Restaurant besuchte.
    Schon seit vielen Jahren erhält das Restaurant 16 GM-Punkte und ist damit für den Gault Millau der beste Italiener Münchens. In den Restaurant-Ranglisten hat es 69,2 Punkte erreicht. Auch der Feinschmecker zählt das Restaurant zu den 20 besten Italienern Deutschlands. Also nichts wie hin ...

    Das Ambiente des Restaurants ist stimmungsvoll, Weinvitrinen und Lüster, die Einrichtung hat Jugendstilflair. Zwar nicht original, man fühlt sich jedoch wohl. Der Service ist zuvorkommend, italienisch, aber nicht laut sondern eher angenehm dezent im Hintergrund.




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    Zum Aperitif erreicht uns hervorragend fluffiges Focaccia und eine Kräuterbutter. Endlich mal wieder etwas anderes als dieses dunkle Brot, das im Moment fast überall serviert wird.


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    Das Amuse: Risotto vom schwarzen Reis mit einer Käsecreme und eine Kugel mit einer Fischfarce gefühlt. Sehr ansprechend.


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    Flan Di Zucca, Uovo Barzotto, Spuma Di Formaggio, Pesto Di Salvia
    Kürbisflan, 62° Landei, Käse-Spuma, Salbei-Pesto


    Das wohl kreativste Gericht des Menüs am Anfang. Eine passende Kombination von Ei, Kürbis und einer genau richtig temperierten Käsecreme, vollmundig, allerdings hätte das Salbei-Pesto etwas dominanter sein können.
    Die Weinbegleitung bot hier einen Weißwein: Vermentino “Vento“ 2014 Terre di Talamo aus der Toscana, der durch seine Würzigkeit gut mit dem Gang harmonierte.

    Den nächsten Gang habe ich vergessen zu fotografieren, allerdings war dieser Gang so klassisch, dass ein Bild keine große Überraschung bereitet hätte.

    Tufoli “Mancini” al Ragout di Agnello e Vitello
    Tufoli „Mancini“ mit Kalbs-Lammragout


    Nudeln mit Ragout, wie in Kindertagen, darauf eine Scheibe Pecorino, und das alles für mich in der höchstmöglich vorstellbaren Produktqualität. Was will man mehr?
    Der Wein dazu, der erste rote: Scopaiolo 2011 Pieve de Pitti aus der Toscana, ein kräftiger Syrah.



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    Ravioli di Pecorino fresco con Burro, Maggiorana e Aceto Balsamico Tradizionale
    Frische Schafskäseravioli mit Butter, Majoran und Aceto Balsamico Tradizionale


    Der Klassiker des Hauses schlechthin und ein Gericht zum Schwärmen. Wieder punktet der warme Käse in den hauchdünnen Ravioli. Dazu ein bisschen Tomate und, das wichtigste: der Aceto Balsamico Tradizionale. Diesem Balsamico verdankt das Restaurant seinen Namen. Entsprechend hervorragend ist das Produkt und trägt mit seiner feinen Säure zur Ausgewogenheit des Gerichts bei. Einfach gut.
    Der Primitivo “Elegia”, 2012 Cantina Produttori, Puglia ist ein schöner, süffiger Begleiter.



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    Branzino, Purea di Castagne e Radicchio stufat
    Wolfsbarsch, Kastanien-Püree, geschmortem Radicchio


    Leider war ich zu diesem Zeitpunkt schon so gesättigt, dass ich dem Hauptgang vielleicht nicht gerecht werde. Die Aromen passten hier sehr gut zusammen, besonders das Kastanienpüree war sehr schön in der Kombination. Der Fisch erschien mir jedoch leicht übergart, ebenso der Raddicchio nicht besonders ausdrucksstark. Der Amarone 2011 von Begali im Veneto entschädigte hierfür.



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    Das Predessert: Zitronensorbet mit einem Gelee von Limoncello war sehr erfrischend, besonders das Gelee hat sehr fein geschmeckt.



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    Mousse di Cioccolato “Kalingo Valrhona”, Gelato al Uva passa, Pepe verde
    “Kalingo Valrhona” Schokolade-Mousse, Rosinen-Eis, grüne Pfeffer


    Das Dessert bestand aus einem festen Moussewürfel auf einem Spiegel aus Beeren mit grünem Pfeffer. Das dazu kombinierte Rosineneis hat mir auch gefallen und nahm dem Mousse etwas die Schwere. Die Kombination fand ich sehr gut, ebenso die leichte Knusperhaube. Hierzu gab es einen süßen Amarone, den ich mit großem Vergnügen getrunken habe.

    Ein paar Cantuccini auf den Weg haben wir zum Espresso dann auch noch erhalten und am nächsten Tag genossen.

    Das Acetaia ist ein schönes Restaurant, das klassische italienische Küche auf sehr hohem Niveau bietet. Ich habe dort einen genussvollen Abend verbracht und werde die 15 Minuten Fußweg wohl noch öfter zurücklegen. Besonders gefallen hat mir, dass die Weinbegleitung fast ausschließlich aus Rotweinen bestand. Das habe ich bisher noch nirgends erlebt, hier war es sehr stimmig. Und Rotwein schafft auch so eine entspannte Atmosphäre ...
    Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 08.01.2017, 22:33.

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    • #3
      Italienisch ist out? Schaun mer mal ....
      Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 08.01.2017, 23:03.

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      • #4
        Werte Heike,

        wir waren vorgestern im Hippocampus. Die Sugi waren wunderbar, die Fischsuppe geschmacklich großartig und ansehnlich angerichtet. Das Fleisch war von der Produktqualität niocht so besonders. Für mich wars kein Stern, aber was großartig war, war die tolle ungezwungene Atmosphäre, bisweilen lauter, sehr familiär und übrigens ausgesprochen kinderfreundlich (im Gegensatz zu Schanz neulich, wo die Jungs geschlagene 90 Minuten auf´s Essen warten mußten) und ein tiefenentspannter Service (deutlich informeller als im Les Deux mittags, allerdings war Ms Kieffer nicht da). Eine gemütliche Abendadresse.

        MkG, S.

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        • #5
          Vielen Dank, werter Spherico,

          das Hippocampus steht auch auf meinem Zettel. Wobei ich nicht ganz so gern nach Bogenhausen fahre.

          Insgesamt habe ich 4 - 5 Restaurants im Visier, bei denen es sich in München lohnen sollte (siehe: Restaurant Ranglisten ).
          Ich erwarte auch keine Sterneküche (eigentlich nicht einmal bei dem Restaurant, das einen Stern hat). Aber italienische Klassiker, umgesetzt mit guten Produkten.

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          • #6
            Die Atmosphäre finde ich bei italienischen Restaurants auch sehr oft sehr toll, familiär. Und auch, dass es dort mit Kindern meist sehr viel leichter ist, spricht für sie.

            Mal sehen, wie meine Erfahrungen aktuell diesbezüglich sind. Immerhin gehe ich (meistens) ohne Kinder ins Restaurant.

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            • #7
              Vecchia Lanterna

              Es ist Winter in München und an einem Samstagmittag führt die Sehnsucht nach ein bisschen Mittelmeer mich ins Lehel. Da ist im Vecchia Lanterna ein italienischer Koch am Werk, der gerade vom Gault Millau mit 15 Punkten ausgezeichnet wurde. Von den anderen Auszeichnungen mal abgesehen.



              Als erstes erreicht mich zum Aperitiv Brot, Grissini und Kräuterbutter, sehr schön ….




              Dann das Amuse: Lachs aus Wildfang, Mayonnaise mit Kaviar, Rosenkohlblätter, Petersilienöl

              Hier markiert die Küche: sehr ausgewogen, mit dem Salzigen des Kaviars, dem Bitteren des Rosenkohls, der hervorragenden Fischqualität. Schon das Amuse macht einfach Spaß.




              Der erste Gang: Thunfisch Tartar, Artischocken, Crevetten, Granatapfel und Campari

              Wieder hervorragende Produktqualität. Auch die Idee, den Thunfisch zu kontrastieren mit dem leicht-herben Geschmack der Artischocke, dem Campari und dem süß-sauren Granatapfel gefällt mir sehr gut. Die Crevetten allerdings finde ich überflüssig. Es hätte zu der Menge des Thunfischs etwas mehr Sauce sein können.

              Der Passerina Riseis von Agriverde gibt eine zusätzliche Säure sowie eine schöne Zitrusfruchtnote.





              Der Pastagang ist bei einem Italiener natürlich die eigentliche Referenz, die von Herzen kommt: Tortelloni mit Wachtel, Kürbis und Salbeibutter

              Mein absoluter Lieblingsgang: Da ist nichts mehr zu ergänzen: die Würzigkeit des Kürbis, die schöne Wachtelfüllung in der perfekten Pasta: einfach wunderbar, absolut harmonisch! Auch der Wein, der Albana Romagna secco von Arlus lässt keine Wünsche offen.






              Der Hauptgang: Wildfang Loup de Meer, Jakobsmuschel, Juliengemüse, Artischocken, Pernod

              An der Produktqualität besteht kein Zweifel. Die Abstimmung des Hauptgangs ist mit der feinen Würze des Pernod ebenfalls sehr gelungen. Nur: Was soll in diesem Gang die (sehr gute) Jakobsmuschel? Perfekt gebraten, aber sie irritiert und trägt nicht zur Komposition bei. Hier wäre tatsächlich weniger mehr gewesen. Mehr Mut!!

              Ein Vergnügen: der Verdicchio von Stefano Antonucci aus der Magnum




              Das Dessert: Delise aus Schokoladen, Litschi Sorbet, Rumcreme

              Ein schönes, klassisches Dessert, und ich mag ja Schokolade sehr gern.

              Der dazu gereichte Moscato d'Asti, den ich aufgrund seiner Perligkeit erst mal infrage stellte (da ich nicht so auf Sprudeliges stehe), passte dann doch sehr gut dazu.

              Zum Espresso dann nochmal sehr gute Cantucchini und Mandorle.

              Ein schöner Mittag mit ausgezeichnetem italienischem Service lies mich diesen verschneiten Wintertag vergessen. Die Küche erschien mir im Vergleich zum Acetaia kreativer. Vielleicht ist im Vecchia Lanterna aber die Annahme, man müsse mit besonders vielen Luxusprodukten punkten, ein Irrtum. „Mehr Mut“ ist mir da immer wieder eingefallen. Ich denke, Herr Denami, der nicht in 'großen Küchen' gelernt hat, hat schon sehr viel erreicht und hat noch mehr Potential. Das Essen an diesem Mittag war jedenfalls ein großes Vergnügen.
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              Zuletzt geändert von QWERTZ; 22.01.2017, 13:12.

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              • #8
                Ristorante Manuelina zu Gast im Eataly

                Nachdem in den Restaurant Ranglisten bereits mit dem Titel dieses Threads über das Restaurantkonzept berichtet wurde, musste ich mal nachschauen, ob sich ein Besuch wirklich lohnt. Daher bin ich eines Mittags dorthin und habe ich mir ein regiontypisches Menü a la Carte ausgesucht.
                In der Selbstbeschreibung heißt es über das Restaurant:
                „2017 präsentiert Eataly die Vielfalt der italienischen Küche im Rahmen seines Pop-Up Restaurant Konzepts. Alle zwei Monate wird ein neuer Koch die Regionalküche seiner Küstenregion vorstellen.“

                Im März und April war dies das Restaurant Manuelina aus Ligurien. Das Restaurant hatte sowohl Köche, als auch Servicemitarbeiter für zwei Monate nach München geschickt. Das erfuhr ich ganz direkt, der Kellner, der mich bediente, konnte nur Italienisch und ein wenig Englisch. Mit der Zeit kamen wir dann miteinander klar, nachdem ich meine wenigen Italienischkenntnisse wieder rausgekramt hatte.




                Gleich zu Beginn gab es ganz dünnes Focaccia, sehr appetitlich. Da wusste die Küche noch nicht, dass ich natürlich als ersten Gang diese Spezialität des Hauses in der traditionellen Zubereitung mit Käse bestellen würde.



                Focaccia col formaggio „Manuelina“

                Dies wählte ich als ersten Gang. Als es kam, war ich skeptisch. Es sah schwer und mächtig aus. Aber beides war es nicht. Ein schön dünner Teig mit einem milden, sehr flüssigen Käse. Wunderbar.




                Trofie al pesto
                Trofie mit Basilikumpesto aus Prà

                Diese Nudelspezialität mit Kartoffeln aus Ligurien war wiederum wirklich typisch, der Basilikumgeschmack intensiv, die Nudeln auf dem Punkt. Gutes Weißbrot zum Auftunken der restlichen Pesto wurde ebenfalls gereicht.

                Baccalà in pastella con verdure

                Als Hauptgang musste es natürlich der berühmte Stockfisch sein (Foto leider vergessen). Der Baccala saftig, die Panade wiederum hauchzart, das Gemüse (Auberginen, Zucchini, Paprika) auf den Punkt und nicht zu viel Öl.
                l
                Ein Dessert ging dann leider nicht mehr.

                Mit dem Essen war ich ausnahmslos zufrieden, da ich die ligurische Küche genau so kenne. Jeder Gang war gut umgesetzt, so dass sich der Besuch wirklich gelohnt hat.

                Zum Ambiente: das enttäuschte leider etwas. In der Schrannenhalle wurde ein 1. Stockwerk eingezogen, in dem sich das Pop-Up-Restaurant befindet. Es wirkte auf mich nicht gerade einladend, eher nüchtern, da in Grautönen gehalten und mit diesen durchsichtigen Kunststoffstühlen von Philippe Starck. Dazu noch diese hohe Decke und die Küchengerüche, die aus dem darunter liegenden Restaurant im Erdgeschoss aufstiegen. Einzig der Blick von oben auf dieses Restaurant ist ganz unterhaltsam.

                Im Restaurant selber war an diesem Mittag nur wenig los. Der Bummel durch das Erdgeschoss der Schrannenhalle mit seinem schier unglaublichen Angebot an hochwertigen italienischen Lebensmitteln, aber auch Büchern, Zeitschriften, Kochgeschirr und einem italienischen Fahrradladen machte im Anschluss an den Restaurantbesuch dann wieder Spaß. Und nach einer Weile ging dann doch wieder ein kleines italienisches Eis von sehr guter Qualität.

                Habe ich mich wie in Italien gefühlt? Nein, da gibt es in München einen anderen Ort, bei dem es mir eher so geht. Aber davon später mehr ….
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                Zuletzt geändert von QWERTZ; 27.05.2017, 19:19. Grund: Tippfehler

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                • #9
                  Liebe Heike, hätte mich auch gewundert, wenn unsere Expertin für Gastkochkonzepte dieses ausgelassen hätte ;-)

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