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Tegernsee und Oberbayern - unter den Sternen

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  • Frab
    antwortet
    Da ich seit einiger Zeit wieder in München wohne ist der Tegernsee für mich näher denn je. Ich weiß auch nicht warum ich mich immer hierhin gezogen fühle aber es war der erste bayrische See den ich als "Preiße" besucht habe und den ich zum Schwimmen immer wieder aufsuche. Bislang habe ich, abgesehen von der Verkehrssituation, auch noch keine Gründe gefunden zur Abwechslung einen anderen See aufzusuchen.

    Genächtigt haben wir - wenn es kein Tagestrip war - wieder im Bachmair Weissach. Das Hotel ist weiterhin recht schön mit hohem Freizeitangebot, die Zimmer der kleinsten Kategorie aber dann schon sehr übersichtlich und zwar mit einem Fenster zum Balkon (durch das man bei Bedarf durchklettern kann) aber keine Tür zum Balkon und das bei €300 die Nacht aufwärts. Naja, nur empfehlenswert wenn man das Zimmer nur zum Schlafen aufsucht. Dafür hat sich das Frühstück qualitativ seit meinem letzten Besuch nochmal gesteigert. Nicht so ganz ernstnehmen tut das Hotel das Thema Covid-19 im hauseigenen Spa. Dieser hatte im September für alle Hotelgäste geöffnet und am Wochenende hat das Hotel auch noch die zahlenden Tagesgäste mit dazu empfangen, sodass zum Beispiel die Saune irgendwann proppenvoll war. Wenn ich sarkastisch sein darf: Wie gut dass ich mir schon vorher Covid mit milden Symptomen eingefangen und auskuriert hatte ... wenn man den Zeitpunkt aber richtig abpasst (keine Firmenausflüge, keine Tagestouristen, z.B. Sonntagabend) hat man aber hier stellenweise eine ganze Spa-Landschaft fast für sich alleine.

    Aber zum Essen - besucht haben wir:
    • Das Freihaus Brenner (Bib Gourmand) war ja für mich lange Zeit ein Favorit. An einem kälteren Herbstabend hat das Freihaus aber ein bisschen seinen Charme verloren. Wenn man nicht die fabelhafte Aussicht auf das Tal hat sondern drinnen in einem recht unwirtlichen Holzzimmer im Durchzug sitzt geht schon viel verloren. Dazu war die Küche zuletzt auch nicht so gewitzt wie bei früheren Besuchen sondern erinnert eher an klassische Hotelküche, Hirschmedaillons mit Kartoffelgratin und Brokkoli war ganz nett aber passen zeitlich eher in das letzte Jahrtausend bzw. waren in Produktqualität und Handwerk nicht gut genug um sich in das Jahr 2020 zu halten - und zudem für €42 auch nicht so ganz wo ich es erwartet habe. Den Service möchte ich nochmal positiv hervorheben, der bei jedem Kritikpunkt zuhört und auch - wenn etwas mal gar nicht passt - was bei uns bei 5-6 Besuchen einmal der Fall war, das Gericht auch ohne Diskussion von der Rechnung nimmt. Ansonsten ist uns die Küche wie auch das Publikum zu erzkonservativ. Wiederkommen würde ich hier nur noch im Sommer mit Blick auf das Tal und es bei einem einfachen Schweinebraten belassen.
    • Ausprobiert haben wir auch den Leeberghof, der im Guide Michelin empfohlen wird. Das Restaurant gehört zum gleichnamigen Hotel auf der anderen Seeseite, mit ähnlich schöner Aussicht. Parken kann man am (steilen) Hang. Man läuft an der offenen Küche vorbei hinein und fühlt sich hier von Beginn an wohl. Die Speisekarte ist das übliche Tegernsee-Angebot, Ente, Schnitzel, Saibling entweder blau oder gebraten, etc. Die Essensqualität war recht ansprechend, wir hatten das Schnitzel, das Filet von der Tegernseer Lachsforelle auf Kürbis-Birnenrisotto und zum Abschluss die Creme Brulee. Der Star war hier die Bratkartoffeln als Beilage zum Schnitzel die wir schon lange nicht mehr so gut gegessen haben und das im Vergleich zu sehr vielen anderen Wirtshäusern in Bayern. Auch die Creme Brulee hat uns sehr gut gefallen. Mehr als irritiert war ich vom anfangs freundlichen und hilfsbereiten Service. Nach unserer Aperitif-Bestellung kamen 5 Minuten später schon die bestellten Hauptgänge und dazu schon die Weine. Wir hatten eigentlich jeweils ein Glas Weißwein bestellt und waren von 0,1l ausgegangen, gebracht wurde dann 0,2l jeweils. Brot und Butter mit Öl wurde auch gebracht aber das haben wir wegen dem bereits gebrachten Hauptgang nicht mehr probiert. Ich hätte mir gewünscht, dass der Service kurz anspricht dass es heute schnell geht, dann wäre es gar kein Problem gewesen und ich hätte den Aperitif nicht bestellt. Auch beim Wein ist es m.E. schon guter Ton zumindest zu fragen welche Größe man möchte. Da wir noch fahren wollten war das dann alles etwas blöd und wir haben jeweils die Hälfte vom Wein stehen lassen. Ich habe es direkt beim Service angesprochen, der daraufhin verdutzt geschaut hat aber auf der Rechnung nach wie vor alles bis auf den letzten Tropfen abgerechnet hat - das fand ich nicht ok. In Summe bezahlt hatten wir knapp über €100 für 2 Hauptgänge, 1 Dessert, die 2 Aperitifs und 2 Gläser Wein (kein Wasser). Das empfinde ich für das Gebotene als teuer. Manche Gerichte waren sehr gut, aber von unserer Seite besteht dafür kein Wiederholungsbedarf. Das Ganze Ensemble wirkt ein bisschen als würde es vom Ruhm der 90er Jahre noch leben.
    • Die Ostiner Stubn (Bib Gourmand) waren bei uns länger auf der Liste und ich bin froh, dass wir das letzten Sommer nach einem Badebesuch am See an einem Freitagabend hinbekommen haben. Der Küchenchef Frank Mollenhauer hat zuvor im Restaurant Überfahrt (vor der Zeit von Christian Jürgens) gearbeitet und sich in Ostin mit seiner Mutter und Ehefrau selbstständig gemacht die beide den Service unter sich aufteilen. Wir sind hier keine großen Experimente eingegangen, ich habe in Knoblauch und Kräutern marinierte Garnelen auf Baguette als Vorspeise sowie ein klassisches Schnitzel als Hauptspeise gehabt. Die ersten Bissen zeigen: Die Produktqualität ist hier deutlich besser als sonst - die Garnelen haben nicht diesen unangenehmen Beigeschmack den sie gebraten oftmals annehmen und das Baguette ist mit dem Fett der Garnelenpfanne saftig durchtränkt statt trocken. Das Schnitzel ist saftig und in seiner Saftigkeit das beste Schnitzel was wir in Bayern bislang gegessen haben (lediglich ein Schnitzel im Wiener Cafe Anzengruber war bislang besser). Das Lokal und Küche wirken zwar auch ein bisschen wie ein Abziehbild der 90er Jahre aber hier rechtfertigt die Qualität des Gebotenen dies.
    • Zum Haubentaucher berichte ich noch einmal separat. Es ist für mich unter den Sternen, gefolgt von den Ostiner Stubn, das beste Restaurant am Tegernsee.

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  • Frab
    antwortet
    Bei einer erneuten Streife rund um den Tegernsee habe ich wieder einige Adressen probiert:
    • Freihaus Brenner in Bad Wiessee fand ich abermals sehr gut und gelungen, bayrische Klassiker findet man hier weiterhin in sehr guter Qualität bei einem Spitzen-Ausblick. Bib Gourmand voll gerechtfertigt.
    • Haubentaucher in Rottach-Egern war für mich das Positiv-Erlebnis schlechthin, wir waren für das Mittagessen dort. Seit 2017 kocht dort ein ehemaliger lokaler "Sternekoch" Alois Neuschmid dem nach eigener Aussage "das mit dem Stern damals halt passiert ist". Wenn er regelmäßig so kocht wie bei unserem Besuch wird ihm das mit dem Stern im Haubentaucher abermals passieren. Mittags gibt es wechselnde Tagesgerichte - ein Pastateller aus Gnocchi-artigen Nudeln mit einer Tomatensauce und schmelzendem Burrata ist perfekt abgeschmeckter Umami-Genuss und das Freiland-Huhn habe ich so gut wie noch nie besser zubereitet bekommen und wird hier mit eingelegtem Sellerie (interessanterweise Ingwer gar nicht unähnlich) und Couscous elegant umspielt. Fabelhaft! Ich wollte abends für das Carte Blanche wiederkehren aber das Restaurant war tagelang abends ausgebucht. Die Gerichte ähneln einfacher Hausmannskost sind aber in Handwerk und Geschmack ungleich raffinierter. Empfehlung im Guide Michelin und mehr voll gerechtfertigt.
    • Gasthof zur Weissach in Kreuth hat höhere Preise als das Freihaus Brenner und wird von Hotelgästen auf Halbpension belagert was etwas auf die Atmosphäre drückt. Der klassische Schweinsbraten hatte gutes Fleisch aber der Rest fiel etwas ab (lascher Krautsalat, zu buttrige Knödel) aber das Dessert, Blaubeer-Pfannkuchen mit Eis von griechischem Joghurt hat uns wieder versöhnlich gestimmt. Kann man mal machen aber ist halt teurer als es sein müsste. Empfehlung im Guide Michelin schwankt für mich etwas aber wir haben ja wenig probiert.
    • Mizu, wie der Gasthof ebenfalls im Hotel Bachmair Weissach in Kreuth, bietet moderne japanische Küche - laut Betreibern die einzige am Tegernsee - ausgezeichnet mit einem Bib Gourmand. Man sitzt hier sehr schön und die Speisen werden im "Tapas- / Sharing-Stil" angeboten. GYU-FILLET YUJIMO-ZUKURI und HORENSO SALAD sind wirklich sehr und für mich zu salatlastig. Wer satt werden will sollte NASU GOMA-AE (Aubergine mit sehr viel Sesam-Miso-Sauce bestrichen) probieren, da eine wirklich große Portion. Yasai Tempura sind authentisch japanisch, sehr schön leicht im Geschmack und kaum fettig. Unagi Tage-Yaki (gegriltter und mit süßer Sojasauce lackierter Aal) ist wie ich finde authentisch aber halt auch etwas weich und fischig, vielleicht nicht für jeden etwas, aber mir hat es gefallen. Am besten geschmeckt hat uns aber das Sushi, in unserem Falle die SNOW CRAB ROLL, die es mit allen Rollen aufnehmen kann, die ich innerhalb der deutschen Grenzen je gegessen habe. Ich fand es abermals etwas teuer aber noch im Rahmen mit einer Flasche Weißwein Jesuitengarten 2014 kamen wir auf 225 Euro. Der Bib hat mir persönlich angesichts der Preise Fragezeichen ins Gesicht gezaubert (da müsste man schon recht zurückhaltend essen), eine Empfehlung passt für mich aber die Ambition des Hotels (laut den Angestellten) auf einen Stern zu kommen sehe ich hier noch nicht. Und wenn das Mizu schon einen Bib Gourmand hat kann ich absolut gar nicht nachvollziehen warum das 893 Ryotei in Berlin oder auch das Mangetsu in Frankfurt nicht mal erwähnt werden.
    • Giuseppe e Amici in Kolbermoor fand ich gut, wenn man mal das italienische Restaurant für den Alltag sucht. Die saisonalen Trüffelgerichte fand ich vorzüglich und auch eine Pizza Capri mit Trüffel "upzugraden" war klasse. Nicht empfohlen im Guide, muss es ja auch nicht immer.
    • Das Tegernseer Bräustüberl in Tegernsee haben wir zum Auftakt unseres Urlaubs besucht. Ebenfalls eine Anlaufstelle für den Alltag und halt wie der Name sagt ein Bräustüberl. Solide bayrische Kost und Bier und bei gutem Wetter sehr voll.

    Übernachtet haben wir wieder im Hotel Bachmair Weissach, da ich hier Gutscheine aus der Arbeit einsetzen konnte - knapp 350 bis 400 Euro die Nacht für zwei Personen hier zu bezahlen würde ich definitiv nicht. Das Hotel bietet viele Aktivitäten, davon vieles umsonst, und tolle Pool- und Spa-Landschaft aber das Zimmer ist für ein 5-Sterne "Resort" (O-Ton Besitzer) nicht angemessen, zwei zusammengestellte Single-Betten sind kein King-Size-Bett und das Badezimmer hat Krankenhaus-Atmosphäre. Befremdlich zudem, dass auf der Rechnung bei mir zum zweiten Mal Positionen auftauchen die nicht von mir sind, wer hier nicht prüft kann dann schnell zur Kasse gebeten werden. Aber wir waren ja für Landschaft und Essen da und nicht für das Hotel. Der Küchenchef Tobias Jochim ist übrigens Januar 2018 gegangen, es gab Dispute mit dem Hotelbesitzer. Es soll im Herbst ein neuer kulinarischer Leiter von einem bekannten Münchener Restaurant kommen aber mehr durfte noch nicht kommuniziert werden.

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  • Sphérico
    antwortet
    Zitat von Schink Beitrag anzeigen
    Werter El Grande Gourmet, einmal um den Tegernsee - das gilt als Deutschland`s schönste Halbmarathonstrecke ... und danach hat man sich das Sterne-Menü verdient.
    Um den Spitzingsee sind es unter Einschluß der Valepp-Alm 10 km, es geht aber auch deutlich kürzer.
    Man kann auch vorher noch von unten den Spitzingsattel hochradeln...dann hat man aber erstmal nur Durst

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  • Schink
    antwortet
    Werter El Grande Gourmet, einmal um den Tegernsee - das gilt als Deutschland`s schönste Halbmarathonstrecke ... und danach hat man sich das Sterne-Menü verdient.

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    @Sphérico: Ob man nun in den Bergen nirgendwo schöner wohnen kann als im Spitzingsee-Hotel weiß ich zwar nicht, aber der Kaffee auf der Terrasse mit herrlichstem Seeblick hat mir damals sehr gemundet...

    By the way: Der Spitzingsee ist einer der wenigen Seen, die ich einmal per pedes gänzlich umrundet habe (was natürlich an seinen nicht gerade biblischen Ausmaßen lag; der Tegernsee war mir schon zu monumental, für dessen Umrundung musste das Fahrrad herhalten...)

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  • besseresser
    antwortet
    Wir gehen immer wieder gerne ins Freihaus, wobei Ort und Atmosphäre im Vordergrund stehen. Beim Essen beschränken wir uns auf die Klassiker und wurden noch kaum enttäuscht.

    Was für uns die größte Herausforderung an der Region ist, das sind die Staus im Tal. Am Wochende ist weder der Hin- noch der Rückweg eine Freude. Von München aus bevorzugen wir daher den Norden oder den Osten, z.B. den Vaas in Forstinning, den Forster in Hörgersdorf oder kehren bei Christian Greiner in Kirchdorf ein. Allesamt recht schöne und sehr persönliche Adressen.

    KG
    Besseresser

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  • Jürgen3D
    antwortet
    Wir waren auch im Freihaus Brenner aber es hat uns nicht begeistert, sie hatten nur eine eingeschränkte Karte wegen Personalmangels, vielleicht lag es daran. Für die tolle Aussicht lohnt es sich aber auf jeden Fall und auch für den Abstieg, den wir bei aufgehendem Vollmond hatten.

    Die Maxlrainer Biere hatten wir auch probiert, die Verwendung von Hopfenextrakt finde ich aber fragwürdig. Gekauft hatten wir sie in der Tanke in Aschau und im Zimmer bei Winkler getrunken.

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  • Sphérico
    antwortet
    Wenn ich bei einer Empfehlung in der Region bleiben darf, nenne ich noch den wunderschönen "Moar Wirt" in Hechenberg nahe Tölz, v.a. den Biergarten mit ambitionierter bayerischer Wirtshauskost.

    Nicht zu verwechseln mit der französischen, mit seinerzeit viel Herzblut betriebenen "Auberge Moar Alm" bei Dietramszell, die nun offenbar zugleich Clubhaus des Golfclub Tegernsee geworden ist.

    Zu den Hotels: Dem Althoff-Hotel fehlt es meiner Meinung nach etwas an persönlichem Charme, die Zimmer sind teuer, aber das Spa ist sehr schön.
    Mehr auf der Homepage als tatsächlich macht "Das Tegernsee" her, jedoch erfrischend moderner.
    Wer schön in den Bergen übernachten möchte, möge das Arabella Spitzingsee in Betracht ziehen, schöner wohnen kann man in den Bergen (außer im Interalpen-Hotel) nicht.

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  • Frab
    antwortet
    Das Tegernseer Bräustüberl habe ich in der Tat ausgelassen, da ich es zu anderen Zeitpunkten schon besucht hatte. Das entsprechende Bier wurde mir auch in Flaschenform im Hotel auf Tagesbasis nachgeliefert, insofern habe ich keinen akuten Mangel gefühlt.

    Lieber Gourmet, wir hatten vor unserer Fahrt ins Freihaus Brenner in der Tat mit uns gerungen ob wir nicht doch im Hotel bleiben und in das Gasthof zur Weissach gehen sollten. Es wäre meine Präferenz gewesen nach dem Rundgang und Gespräch mit dem sehr sympathischen Küchenchef. Meine Freundin wollte lieber zum Essen das Hotel verlassen und so kam dann die Entscheidung. Im direkten Preisvergleich schien uns das Freihaus Brenner sogar etwas günstiger zu sein.

    Im Fokus des Hotel Bachmair Weissachs scheint aber momentan wohl noch eher die Sushibar Mizu zu stehen. Hier ist zuletzt viel investiert worden, auch um japanische Köche aus Japan für das Projekt zu gewinnen und soweit ich vor Ort vernommen habe ist dieses Restaurant momentan Schwerpunkt der Ambitionen des Inhabers mit Ambition sich höhere Weihen bei den Gastro-Kritiker einzuholen. Ich konnte mich leider nicht durchringen es einmal auszuprobieren, dafür war die Zeit zu knapp und der Reiz das Hotel zu verlassen zu groß.

    Als Empfehlung sind mir in der Region zudem noch die Ostiner Stub'n zugetragen worden.

    Zum Restaurant Überfahrt habe ich Gerüchte vernommen, dass der Pächter die Zukunft aufgrund der wirtschaftlichen Basis prüft. Die Zuverlässigkeit dieser Gerüchte kann ich allerdings überhaupt nicht beurteilen. Eine schnelle Google-Suche ergibt, dass der Pachtvertrag der Althoff-Gruppe ohnehin noch bis 2022 laufen müsste.

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Werter Frab,

    meine Frau und ich haben vor fünf Jahren am Tegernsee unseren Sommerurlaub verbracht und ebenfalls einige der von Ihnen beschriebenen Lokalitäten aufgesucht. Zum "unglücklich" verlaufenen Besuch in der "Überfahrt" habe ich damals im dortigen Thread Stellung bezogen, aber genau wie Sie waren wir größtenteils auch im Bereich "unter den Sternen" unterwegs.

    Im "Freihaus Brenner" hat sich mir eher die sagenhafte Aussicht von der Terrasse eingeprägt als die Küchenleistung, vom Essen her waren wir eher vom "Gasthof zur Weissach" angetan, der in einer ähnlichen Preisliga spielt wie das "Brenner" (vielleicht sogar eher ein wenig günstiger), uns qualitativ damals aber in puncto bayerischer Schmankerlküche etwas mehr überzeugen konnte. Da Sie im dazugehörigen Hotel genächtigt haben, wäre der Weg zu dieser empfehlenswerten Lokalität nicht weit gewesen...

    Im von Sphérico ins Spiel gebrachten "Bräustüberl" waren wir natürlich auch, das "Tegernseer Helle" darf man sich als Freund des Gerstensaftes natürlich nicht entgehen lassen (und die solide Küche tut im Übrigen auch nicht weh...)

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  • Sphérico
    antwortet
    Hoppla,

    Sie werden doch nicht das "Tegernseer Bräustüberl" ausgelassen haben...
    Bestes Bier und sehr ordentliches Essen zu sehr zivilen Preisen. Auch ohne Scholli.

    MkG, S.

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  • Frab
    hat ein Thema erstellt Tegernsee und Oberbayern - unter den Sternen.

    Tegernsee und Oberbayern - unter den Sternen

    Bei einem Kurzurlaub in Rottach-Egern habe ich es mir vor kurzem nicht nehmen lassen die lokale Küche ausgiebiger zu testen.

    Vorab: Mit einem Besuch in der Überfahrt bei Christian Jürgens hatte ich geliebäugelt, wenn es ein spezifisches Mittagsmenü gegeben hätte. Der junge Herr sowie die junge Dame an der Rezeption hatten mir dann recht deutlich signalisiert, dass beide mich wohl (angesichts des bescheidenen Regenwetters in einem Hoodie gehüllt) nicht als den üblichen Hotel- und gar Restaurantgast wahrnehmen. Auch mit dem Namen "Restaurant Überfahrt" kann in diesem Hotel lustigerweise kaum jemand etwas anfangen - "ach ja, bei Herrn Jürgeeens ...". Das trifft aber nicht auf alle zu. Eine andere Servicedame in der Lobby lässt sofort alles stehen und liegen um mir das Restaurant zu zeigen und rattert auf dem Weg auch schnell alle anderen Restaurants im Haus sowie die jeweilige Bewertung im Gault Millau (falls vorhanden) runter. Fand ich sympathisch. Bei Jürgens werden mittags wohl nur die 5- und 7-gängigen Abendmenüs angeboten, inklusive der Toppings und der Weinpreise jenseits gut und böse.

    Nungut, dann werden es eben keine drei Sterne am Tegernsee und ich bemühe die Michelin-App.

    Das Freihaus Brenner, gelegen auf einem Hang in Bad Wiessee zieht durch seinen Bib mein Interesse auf sich. Leider hat die Küche bei unserer Ankunft um 14:05h schon zu. Zu unserem Glück trifft aber wenige Momente später ein ehemaliger Fußball-Nationalspieler und heutiger TV-Experte ein und die Küche hat dann plötzlich doch wieder geöffnet. Hier gibt es eine üppige und sehr gelungene "Portion knusprig gebratene Bauernente" mit Blaukraut und Kartoffelknödel. Meine Freundin wählt den Schweinebraten in Weißbiersauce mit Kartoffelknödel und Krautsalat. Letzteres probiere ich noch mehrere Male, dieser hier wird in der Region der beste bleiben. Auch die Ente gefällt wirklich sehr gut. Dazu ein toller Ausblick auf den Tegernsee. Trotz des hervorragenden Zwetschgen-Datschis (meine Freundin bestellt ihn) reizt es mich jetzt die Küche zu fordern und ich wähle noch drei Desserts als Schmankerl. Das "geeiste Melonensüppchen" mit Holundersorbet und Kefir-Tapioka (gefällt sogar mir, der Melonen eigentlich sonst nicht so lobt), "Mocca Bayrisch Crème" mit Kaffeegelee und Nektarinenkompott und einer fantastischen Praline hierzu sowie die "Bananenschnitte" mit Karamelleis und Fleur de Sel. Alle drei sind eine Wonne und hervorragend. Das gefällt mir besser als so manche Dessert-Erfahrung in einfach besternten Häusern. Mit zwei Bieren, Kaffee und einer Schorle, lande ich hier bei €80.

    Wen die bayrische Küche reizt und wer etwas "lokaler" verkehren will ist mit der Bräustüberl Maxlrain in Bad Aibling, nahe Rosenheim, gut bedient. Die Küche taucht nicht im Michelin auf, tischt aber alle bayrischen Klassiker genauso hervorragend auf. Der Schweinebraten kostet hier €9, weiß aber zu überzeugen. Maxlrain würde ich gleichzeitig als Bier-Epizentrum bezeichnen, 2014 und 2016 kam jeweils die Auszeichnung zu Deutschlands Brauerei des Jahres. Zuletzt haben es 11 Biere auf das DLG-Gütesiegel in Gold geschafft. Hier herrscht natürlich kein Fine Dining mehr vor, aber wem auf der Durchreise nach Österreich gutes bayrisches Essen mit sehr guten Bieren reizt, der ist richtig beraten hier auszufahren.

    Am Tegernsee in der Stadt Tegernsee ist tagsüber das Aran eine ansprechende Wahl, ebenfalls nicht im Michelin. Hier sitzt man in einem Café an Fenstern direkt in der ersten Reihe des Tegernsees. Für Fans der Brotzeit gibt es hier Brotscheiben mit einem beliebig wählbaren Aufstrich (ich zähle mindestens 15 verschiedene Aufstriche) und den vermutlich besten Kaffee in unserem Urlaub. Wäre das Brot frischer wäre ich wohl noch häufiger hergekommen, besserer Ausblick und Kaffee ist uns auf der Reise nicht begegnet.

    Vor der Abreise halten wir noch beim Gut Kaltenbrunn, welches vom Feinkost Käfer übernommen wurde und im Michelin empfohlen wird. Entsprechenderweise ist hier jetzt auch Laurent Perrier glasweise als Aperitif möglich. Ich will es beim Schweinebraten nochmal wissen. Dieser wird anders serviert, der Krautsalat nicht separat, und auch vom Schweinefleisch werden durchaus durchwachsenere Stücke verwendet. Gleichwohl schmeckt dieser sehr gut, wobei dieses Gut hier gleichzeitig das teuerste unter den Erwähnten gewesen ist. Das muss dann wohl am herrlichen Blick auf den Tegernsee und Berge liegen. Wenn man diese Küche sucht, würde ich dennoch eher zum Freihaus Brenner tendieren - mit dem Feinkost Käfer im Rücken ist das Preis-Leistungs-Verhältnis schlicht nicht genauso gut. Wen es Richtung Rosenheim verschlägt, für den ist Maxlrain eine gute Wahl.

    Als Unterkunft hat uns das Hotel Bachmair Weißach sehr gut gefallen. Hier gibt es Dienstags kostenfrei übrigens einen Rundgang mit dem Koch (ehemals Sternekoch in der Münchener Ente und ausgebildet im ehemaligen Düsseldorfer Dreisterner Im Schiffchen) mit der Möglichkeit eine Stunde alles zu fragen was einem zur Spitzenküche einfällt.
    Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 09.08.2017, 14:22.
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