Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Tantris **, Hans Haas, München

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • #31
    Das freut mich sehr,

    ich möchte nur ankündigen, dass ich mich auf den Bericht sehr freue!

    Kommentar


    • #32
      So, da mein Besuch jetzt schon ungefähr einen Monat zurück liegt, ich aber leider nie Zeit hatte zu berichten, werde ich meinen Besuch nun kurz zusammenfassen.
      Der Empfang war super freundlich und wirkte kein bisschen aufgesetzt.
      Als Aperitif wurde mir ein Passionsfrucht/Mangomark mit Sekt aufgefüllt empfohlen.
      Das Getränk passte super zum Wetter und war der perfekte Einstieg für die leichte Küche von Hans Haas.
      Als Amuse gab es ein mit Meerrettichcreme gefülltes Stück Saibling. Ich glaube es lag auf einem Gurkensalat, kann mich aber nicht mehr genau erinnern.
      Insgesamt nichts wirklich besonderes, aber es machte Lust auf mehr.
      Als Vorspeise gab es dann eine Variation vom Thunfisch mit weißem Spargel und Erbsenschoten-Vinaigrette.
      Dieses Gericht war fantastisch. Die Variation bestand aus einem leicht angegarrtem lauwarmen Stück Thunfisch, einem Tatar und zwei Scheiben gebeiztem Thunfisch. Dazu der schön knackige Spargel, eine leichte Vinaigrette und als Kontrast zu dieser eine leichte Mayonnaise mit kleinen Eierstückchen.
      Bei diesem Gericht passte alles.
      Da der Service mein Interesse am Essen merkte, und ich Ihnen sagte dass ich später auch mal in der Gastronomie will, bekam ich kurzerhand einen zusätzlichen Zwischengang.
      Ein Forellenfilet mit Apfel, Erbsenschoten und Holunderblütenfond. Darauf lag ein Flusskrebs.
      Auch bei diesem Gericht war ich von der Leichtigkeit begeistert. Das Filet lag auf einem süßlichen Püree. Den Apfel fand man in Form eines kleinen Salates zwischen der Forelle und dem Flusskrebs und er sorgte für den nötigen Biss bei diesem Gang. Der Holunderblütenfond passte mit seiner Süße perfekt dazu.
      Als eigentlichen Zwischengang gab es dann:
      Glattbutt und Hummer mit Pak Choy, Spitzkraut-Shii Take Ravioli und Curry-Sesamsud.
      Das erste Mal in meinem Leben dass ich Glattbutt gegessen hab und bestimmt nicht das letzte Mal. Der Fisch war natürlich perfekt gebraten und man konnte trotz dem intensiven Currysud seinen Eigengeschmack perfekt erkennen. Das Stück Hummer war auch super. Aber der heimliche Star dieses Gangs war der Pak Choy in Verbindung mit dem Sud.
      Als Hauptgang gab es Medaillon vom Rehrücken mit Spinat, Saubohnengemüse, Pfifferlingen und Kartoffelknödel.
      Das super gegarte, zarte Fleisch lag auf einer großen Menge an Pfifferlingen und Spinat. Ich habe heute noch Mitleid mit dem armen Koch der die kleinen Pfifferlinge putzen musste.
      Alles passte super zusammen, ich hätte mir aber eine schwerer, intensivere Soße gewünscht. Auch wenn diese nicht in die leichte Küche des Tantris und auch nicht zum Wetter gepasst hätte.
      Zum Dessert: Soufflé und Panna Cotta aus Kokos mit Erdbeeren und Zitronengraseis.
      Ein wunderbar leichtes Dessert und ein perfekter Abschluss des Meüs.
      Der Kokosgeschmack war nicht zu dominant und die Panna Cotta hatte einen Kern aus Erdbeereis, wodurch sie perfekt zu den marinierten Erdbeeren passte. Als Kontrast dazu passte das Eis mit seiner leichten Säure perfekt.
      Zur Rechnung gab es dann noch ein paar wirklich leckere Petit Fours.

      Ich war und bin immer noch begeistert vom Tantris und werde demnächst sicher wieder dort zu Gast sein. Vielleicht auch mal Abends um zu sehen ob man einen Unteschied merkt.
      Besonders hervorzuheben ist noch der fantastische Service und das einzigartige Ambiente.

      Grüße
      ossobuco

      ps. Bitte verzeihen Sie mir Rechtschreibfehler ect. Ich habe leider keine Zeit mehr Korrektur zu lesen.
      Zuletzt geändert von ossobuco; 22.06.2010, 15:21.

      Kommentar


      • #33
        Da ist er endlich!

        Ich habe gespannt gewartet auf Ihren Beitrag zum Tantris und freue mich um so mehr, über Ihre Eindrücke!

        Das Tantris scheint Ihnen also ganz gut gefallen zu haben - ich war damals ähnlich begeistert, auch wenn ich im Nachhinein nicht mehr so euphorisch vom Tantris berichte, wie die ersten Stunden nach dem Besuch.

        Freut mich, dass Sie einen Gang zusätzlich bekommen haben - genau dieser eine Gang hat mir damals gefehlt um wirklich satt rauszugehen.

        Ich bin aber jetzt doch sehr froh, dass ich nicht ebenfalls an diesem Termin wieder im Tantris war und dafür bei Sackmann Eindrücke gesammelt habe.
        Das Menü scheint mir nämlich sehr ähnlich zu meinem damaligen zu sein.

        Das soll aber für Sie keine Kritik sein, ich hätte nur etwas andere Gänge erwartet.

        Lustig finde ich auch, dass der Servie ebenfalls bei Ihnen die Essensbegeisterung bemerkt hat - Ich wurde sogar gefragt, ob ich nicht selber Koch bin.... essen wir hier denn so anders?

        Kommentar


        • #34
          Jetzt ist es bald soweit - nur noch ein paar Tage (bis Dienstag - lechz) - und dann ... mein erster Besuch im Tantris (und das als echter Bayer, traurig aber wahr).

          "Anreise" am frühen Nachmittag geplant - dann erst mal im Hotel einchecken (auf Empfehlung vom Tantris - da bin ich ja mal gespannt) - dann ein bisschen Schwabing unsicher machen (gibt es da was, dass man nicht versäumen darf) - stylen (auch das muss sein) und dann gegen 20.00 Uhr Richtung Tantris flanieren - super Schmackofatz - feiner Vino ... (oooh die heissen Temperaturen machen sich bemerkbar ...)

          Bericht wird folgen ...

          Kommentar


          • #35
            Wie bereits angekündigt, nun mein Bericht von einem wundervollen Abend im Tantris am 27.07.2010:

            Eigentlich liegt das Tantris da, wo man es gar nicht erwartet - direkt neben der Polizei ... vielleicht deshalb der Heimfahrservice ....

            Nach einer freundlichen Begrüssung wurde ich an meinem Tisch begleitet. Durch die verschiedenen Ebenen hatte ich einen wunderbaren Überblick über das Restaurant. Im Vergleich zu vielen anderen Restaurants stehen die Tische allerdings relativ nah beieinander.

            Nach einem traumhaften Aperitif (Himbeer-Mousse mit Prosecco aufgegossen - einfach super fruchtig und nach Sommer schmeckend) habe ich nach dem Studium der Karte mich für das grosse Abendmenü entschieden. Nach den Grüssen aus der Küche (1. Gelbschwanzflossenmakrele mit Avocado-Püree und Sauerrahm / 2. Rotbarbe mit roh mariniertem Fenchelsalat) sowie dem obligatorischen Brot (Baguette, Roggenbaguett und Vollkornbrot), das meines Erachtens für ein **Restaurant etwas zu gewöhnlich war. Zu den beiden "Grüssen" wurde ein Grüner Veltliner gereicht.

            Nun das Menü:
            1. Terrine von Gänselebermousse mit eingemachten Mispeln, Sellerie und konfierter geräucherter Entenbrust mit einem lieblich angebauten Grünen Veltliner aus der Magnum (der Wein - wahnsinn - ich wusste gar nicht, dass es einen lieblichen Grünen Veltliner gibt, Frau Bosch erklärte mir dann, dass der Winzer ein Freund von ihr sei und sie somit in den Genuss dieser Rarität käme). Die Gänseleber geschmackig deren Aroma durch die süsslichen Mispeln unterstrichen wurden, die Entenbrust hätte etwas zarter ausfallen können.
            2. Ausgelöster Hummer mit Artischocken, Hummerravioli udn Artischocken-Olivensud - solide **
            3. Seewolf mit weisser Tomaten-Polenta und Kräuter-Tomatenfond (der Seewolf auf den Punkt, würzig, die Polenta cremig) - für mich der beste Gang
            4. Röstzwiebelessenz mit Butternockerl (hört sich einfach an, war aber sehr aromatisch und durch das milde Nocker absolut rund)
            5. Medaillon vom Milchkalbsrücken mit Spitzkraut, Lauchrisotto und Steinpilzen (wieder auf den Punkt gebraten, Risotto so wie es sein muss) und hier muss ich wieder den Wein hervorheben, einen 1997 Gran Vino aus Argentinien - perfekte Harmonie)
            6. Als Käse-Gang wurden 3 verschiedene Käse (St. Nectaire, Maroille und Tamie) mit einem Apfel-Chutney gereicht, wobei die Süsse des Apfel-Chutneys die Aomen der Käse exakt ergänzt hat.
            7. Sauerrahmsouffle mit Himbeeren mit einem wundervollen 2008 Eschendorfer Lump Riesling Beerenauslese von Horst Sauer
            8. Leicht gelierte Holunderblütensuppe mit Pfirsichsorbet

            und zum Schluss als letzten Gruss aus der Küche 6 verschieden Mini-Kuchenstücke (u.a. Zupfkuchen, Käsekuchen ...)

            Insgesamt klassisch und auf solidem **Sterne-Niveau. Hervorzuheben ist der herzliche freundliche Service. Da dieser erkannte, dass ich mich für dieses Metier interessiere hat man mich vor dem achten Gang gefragt, ob ich nicht gerne den Herrn Haas und seine Küche kennen lerne wolle, was ich natürlich sofort bejahte. Das erste Mal in einer Sterneküche - beeindruckend - und nach einer Widmung auf die Menü-Karte (ohne Aufforderung) bekam ich noch ein Glaserl selbst gemachte Marillenmarmelade geschenkt. Was für eine Geste. Ganz zu schweigen von dem Heimfahrservice (der sich leider nur auf den Stadtraum München beschränkt) und der mir fast aufgedrängt wurde. Eines steht fest. Ich komme wieder.

            Kommentar


            • #36
              Klassisch und solide 2* - das trifft es genau.
              Im Tantris gibt es selten Überraschungen. Und Negative schon gleich gar nicht.
              Meiner Ansicht nach die am leichtesten zu verstehende Spitzenküche Deutschlands.
              Hier fühlt sich der Neuling genauso wohl wie der erfahrene Gourmet.

              Gruß!

              Kommentar


              • #37
                Kann ich genau so unterschreiben!

                Ins Tantris kann man auch gerne mal wieder gehen - allein schon die Atmosphäre, die Umgebung und der gute Service, sowie das Essen, welches eben einfach gut ist, sind viele der Gründe wieder hier einzukehren.

                Leider bin ich mir aber selbst nicht ganz sicher, ob denn das Tantris als Einstieg für "unerfahrene" Gourmets gut ist oder nicht.

                Natürlich fühlt man sich hier auch als Neuling sehr wohl, jedoch wird es schwer hier so komplett und richtig jemand neuem klar zu machen, was denn nun besonders an der Spitzengastronomie ist, bzw. warum man sich hier genauer umschauen sollte.

                Zumindest der Versuch, dies meinen Eltern klarzumachen, scheiterte am Tantris.
                Zwar war man durchaus zufrieden und es hat auch gefallen, nur "muss es nicht solch ein Restaurant sein" und preislich ist es dann eben problematisch, wenn derjenige den Reiz, den Kick einfach nicht empfunden hat.

                Das ist aber auch alles sehr subjektiv. Ich jedenfalls mag das Tantris und komme auch gerne einmal wieder hier her, auch wenn ich mir keine Hoffnung auf unerwartete, spannende und überraschende Besuche mache.

                Trotzdem weiß man eben, wo man mit dem Tantris dran ist und das ist doch auch schon mal klasse!

                Klasse finde ich übrigens auch, dass Sie in die Küche durften und etwas schnuppern konnten.

                Da würde mich doch gleich mal interessieren, was Sie (ich spreche jetzt an alle) denn so machen, damit das Personal merkt, dass Sie interessiert sind?

                Wenn ich hier immer von "Gratisgängen" und "In die Küche blicken" höre, dann interessiert mich schon, wie das möglich ist.

                Ich bin doch auch stets interessiert...:heulen:

                Kommentar


                • #38
                  Das Interesse bezog sich auf verschiedenes, z.B. Bemerkung über das filigrane Besteck (wirklich eines der schönsten, die ich je gesehen hatte), die tolle Abendkarte (beindruckend, rot und schwarz und mit dem Zeichen des Tantris bedrucht), über die Weine (Bemerkung, dass ich auch ein kleines bisschen ein Faible für Österreich und Franken habe und dass ich auch Weine von Sauer zu Hause hätte, über das Essen (die Tomaten-Polenta noch nie so gut gegessen hätte) ...

                  Ich war selbst überrascht, über das Angebot in die Küche zu dürfen ...

                  Kommentar


                  • #39
                    Ich glaube, das fällt in die Kategorie Kundenbindung, ohne daß es negativ gemeint ist. Wir hatten auch das Vergnügen, nicht nur im Tantris. Ich weiß nicht recht, meist hat es sich irgendwie aus dem Gespräch mit dem Maitre oder dem Küchenchef so ergeben.
                    Wenn Sie übrigens auf ausgefallenes schönes und filigranes Besteck ein Auge geworfen haben, empfehle ich Ihnen das "Taika" von WMF, das von vormals 800 auf derzeit 400 € und darunter angeboten wird, ich kreise bereits darum...

                    :cheers:

                    Kommentar


                    • #40
                      Wenn ich mich recht erinnere, kann man sogarauf der Tantris-Homepage erfahren, von wem Teller und Besteck designed wurden und diese selbst erwerben.

                      Ich finde es schön, wenn auch andere hier erwähnen, dass ihnen solche Details gefallen. Ich finde z.b. auch das Besteck bei Wohlfahrt und die ganze Tischdeko sehr stilvoll und freue mich darüber.
                      Leider passt es aber auch wirklich nur in ein solches Ambiente wie der Schwarzwaldstube.

                      Das Wort Kundenbindung könnte hier wirklich sehr treffend sein. Ich erinnere mich, wie ich z.b. in der Schwarzwaldstube die große Menükarte mitnehmen durfte, nachdem ich immer wieder darin geblättert habe - oder die leere Flasche Wein wegen des Etikettes....

                      Ich habs gefunden:

                      "
                      Tantris Geschirr
                      Gemäß unseres hohen Standards verwenden wir traditionell nur speziell für unser Restaurant exklusiv angefertigtes Geschirr. Falls Sie diese exklusive Kollektion bestellen wollen, wenden Sie sich bitte direkt an uns: [email protected]

                      Tantris Besteck

                      Das exklusive Besteck unseres Restaurants können Sie direkt über die Künstlerin beziehen :

                      Arch. DI. Vera Putscher
                      Reutestr. 53
                      A-6845 Hohenems-Emsreute

                      Tel.: 0043-5576-98257
                      Fax: 0043-5576-9825715

                      [email protected]
                      www.vpur.at"
                      Zuletzt geändert von Budi; 29.07.2010, 12:06.

                      Kommentar


                      • #41
                        Oh, ein aus Österreich stammender Koch, ein Faible für österreichische Weine, Besteck aus Österreich, Marillen-Marmelade (österreichisch für Aprikose) ... ein Lob an unser kreatives Nachbarland

                        Kommentar


                        • #42
                          Wir waren vor einigen Wochen im Tantris zu Gast - und wenngleich es durchaus ein aufregendes Erlebnis war, diesen legendären Ort zu besuchen, waren wir vom Essen leider ziemlich enttäuscht. Man muss da gar nicht viele Wort machen: die Speisen waren in Garpunkt und Produktqualität makellos - nur waren sie als Kompositionen von einer unglaublich altmodischen Biederkeit.

                          Als Hauptgang zum Beispiel gab es je ein Stück Lammkeule und -Schulter (sehr schön am Tisch tranchiert!) mit Kartoffeln und Bohnen. Schlicht und langweilig. Mit Verlaub, aber so sieht kein Hauptgang in einem 2*-Haus des Jahres 2010 aus.
                          Das Dessert, Lebkuchensoufflee mit eingelegten Kirschen und Zimteis, findet sich fast exakt genauso im Tantris-Kochbuch von Eckart Witzigmann – aus dem Jahr 1978... mehr muss ich wohl nicht sagen.

                          Keine Missverständnisse: ich habe nichts gegen eine "klassische Küche", im Gegenteil. Aber Köche wie Thieltges oder Steinheuer zeigen, dass man klassisch und trotzdem auf der Höhe der Zeit kochen kann.

                          Zum Wein: Paula Bosch hat uns durchaus nicht schlecht beraten, wobei man merkte, dass sie uns gerne zu teureren Weinen gelotst hätte. Ihren Anekdoten aus vergangenen Tagen zu lauschen war aber amüsant und interessant. Ohnehin ist der Service auf charmante Weise "old school", manche der Herren sind ja bereits seit 30 Jahren dabei...

                          Insgesamt also eine Zeitreise in eine andere kulinarische Ära - muss man wohl mal gemacht habe, muss ich aber so schnell nicht wiederholen.

                          Dann lieber wieder in die Terrine, wo wir vorher waren und die ja das "Schwesterrestaurant" des Tantris ist.

                          Grüße
                          b.
                          PS: Fotos finden sich wie immer auf sternefresser

                          Kommentar


                          • #43
                            Werte Forumianer,

                            Wir haben lange gezaudert, ob wir als Stammgast des Tantris tatsächlich auch eine Bewertung abgeben sollen. Ist man als langjähriger Gast nicht voreingenommen? Doppelt verunsichert wurden wir durch den proklamierten Weggang von Frau Bosch. Da wir Frau Bosch im Tantris immer genossen haben, haben wir uns spontan entschieden, einen Tisch für 3 Personen zu reservieren und die lang vor uns hergeschobene Bewertung zu schreiben. Dann sind wir nochmals ins Zaudern gekommen, weil wir gerade erst bei Wissler und Henkel waren und uns sehr unsicher waren, ob Herr Haas trotz der anderslautenden Bewertungen im Guide Michelin und Gault Millau noch mit den genannten *** ansatzweise mithalten kann. Schlussendlich hätten wir das Posting jetzt beinahe wirklich nicht geschrieben, weil wir Herrn Haas und das Tantris unglaublich stark und wie in einen Jungbrunnen gefallen erlebten und vollends begeistert waren ;-)

                            Für uns persönlich war die Küchenleistung um so beeindruckender als der "Laden brechend" (an einem Donnerstag!) voll war. Wie überhaupt die Auslastung des sehr großen Tantris (wohl das Gourmetrestaurant mit den allermeisten Tischen in Deutschland) ohnehin jeden Kritiker dauerhaft Lügen straft.

                            Hier möchten wir auch gerne auf die soeben veröffentlichte Kritik der Sternefresser (Brigante etc.) eingehen. Folgendes Zitat der Sternefresser möchten wir gerne etwas ausführlicher beleuchten: "Angesichts des ausgebuchten Hauses relativieren sich all unsere Kritikpunkte natürlich. Dennoch: Man zehrt im Tantris von den Bewertungen und der Reputation aus besseren Tagen. Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis dieses Vorgehen nicht mehr vollends aufgeht." Wir glauben hier liegt schlicht ein Denkfehler vor. Denn das Tantris wird seit geraumer Zeit von den wichtigsten Führern (Guide Michelin und Gault Millau) "abgewatscht", insbesondere der Gault Millau "glänzt" mit völlig unsachlicher Kritik und dies seit Jahren. Nur eines bleibt konstant: die Auslastung des Tantris ist gigantisch hoch. Die Gäste kommen und kommen! Der einzige Kritikpunkt der Sternefresser ist eigentlich, dass nicht genug kulinarisch geboten wird. Ja, die "modernen" Topköche "zaubern" viel mehr auf die Teller. Aber und nur darum geht es: schmeckt es auch besser? Die unglaublich vielen Tantrisgäste sprechen da im Vergleich auch zu anderen Küchen (die sich natürlich viel viel einfacher auf viel viel weniger Gäste konzentrieren können) eine sehr deutliche Sprache.

                            Ambiente: für uns das beeindruckenste Ambiente der gesamten deutschen **/*** Gastronomie mit einzigartiger Historie, trotzdem nicht stehengeblieben!

                            Service: unseres Erachtens der beste in Deutschalnd (Herr Zhouleh wächst immer mehr in die sehr großen Stiefel von Herrn Metzger hinein, das Team eine sehr gute Mischung von erfahrenen und jungen Fachkräften)

                            Sommelier: die beste in Deutschland (Frau Bosch immer wieder beeindruckend charmant und von nicht endend wollenden Wissen)

                            Wir geben zu, da aus der Stammgastbrille vielleicht bevorzugt behandelt zu werden und deshalb diese überschwenglichen Eindrücke zu haben.

                            Menü:

                            Amuses Bouches

                            - Rindstartar mit Blumenkohl: ein leichter Start mit sehr guter Produktqualität, der allerdings noch nicht auch nur annähernd auf das danach gezündete kulinarische Feuerwerk schließen ließ: **

                            - Gebratene Jakobsmuschel mit Topinambur und Perigord Trüffeln: das erste Highlight, perfekte Konsistenz der Coquille St. Jacques geitüpfelt durch die Trüffel: ***

                            1. Ausgelöster Hummer und Langustine mit gebratenem Chicoree, Orangenmarinade und Scheiben von der Blutorange: Hummer und Langustine von einer Produktqualität, die nur äußerst selten zu finden ist. Die Blutorange erzeugt einen spannenden intensiven Kontrast: ***

                            2. Lauwarmes Huchenfilet mit Graupenragout und Forellencaviar: die Konsistenz des Huchenfilet wahrlich einmalig gut und mit erstaunlich prägnantem Eigengeschmack, nicht zu vergessen, die Artischocke, aus der eine Geschmacksbombe mit intensivem Gemüsegeschmack wurde: ***

                            3. Seezunge im ganzen gebraten mit Artischocken und Kräuterjus: da machen wir es uns einfach, nach der Wissler Seezunge, die zweitbeste, die wir je gegessen haben!: ***

                            4. Pochierte Gänseleber mit Räucheraal und gebratener Rote Beete: müsste eigentlich ein überaus mächtiges Gericht sein. Haas schafft es aber die einzelnen Komponenten exakt auszubalancieren und ein leichtes Essgefühl herzustellen: ***

                            5. Milchlammkeule im Ganzen mit Kartoffel-Bohnen-Gemüse: die beste Lammkeule, die wir je gegessen haben. Von unseren Augen wurde die Keule tranchiert und immer wieder hauchdünne und zartrosane Streifen abgeschnitten, die nahezu im Mund zergingen. Ganz herausragende Fleischqualität! Als Nachschlag - 2. Gang - noch ein herzhaft gewürztes Fleischpflanzerl vom Lamm: ein Hoch auf Herrn Haas: ***

                            6. Straciatella-Souffle- mit Rumhimbeeren und Sauerrahmeis: ein schöner, nicht zu schwerer Abschluss: **

                            7. Pralinees und Küchlein: dieses Mal konnten wir trotz der vorangegangen Gänge nicht aufhören, diese schmackhaften Kleinigkeiten vollends zu vertilgen: ***

                            Wertung: ***-


                            Weinauswahl:

                            Aperitif: Mango mit Prosecco aufgeschenkt

                            1. Sattlerhof Kranachberg, Sauvignon Blanc, 2007: welch Kraft ein Sauvignon Blanc doch entwickeln kann!

                            2. Meursault-Perrieres 2006: kräftig und voluminös

                            3. Chateau Sociando Mallet, Haut Medoc 1998

                            Eine gelungene Auswahl von Frau Bosch, die das Menü perfekt begleitete. Jeder Wein war ein vinophlier Genuss!

                            KG
                            Chess

                            Kommentar


                            • #44
                              Interessant, lieber chess, wie unterschiedlich die Eindrück sein können, hatten wir doch 2 identische Gerichte (die Artischocke beim Huchen wollten Sie vermutlich dem Gang danach zuordnen). Die Produktqualität bei Fisch und Fleisch fanden wir ebenfalls durchweg exzellent, ebenso die Garpunkte. Das allein macht imho allerdings noch keine ** aus, von ***() ganz zu schweigen... und die Saucen und die "Beilagen", nun ja...

                              Vom Michelin wird das Tantris übrigens ganz und gar nicht "abgewatscht". Wenn aber der 2. Stern verlustig geht, bin ich gespannt, wie die Münchner Klientel reagiert. Momentan ist das Restaurant brechend voll - allerdings, ganz neutral und wertfrei gesprochen, schienen uns das bei unserem Besuch auch eher konservative (Stamm)Esser zu sein oder Gäste, die sich "mal was gönnen" (romantische junge Pärchen etc).

                              Man muss auch gar keinen Vergleich zu den "modernen" Topköchen ziehen, das wären Äpfel und Birnen. Genossen wie Thieltges, Winkler und Wohlfahrt genügen schon, um die Unterschiede aufzuzeigen. Die sind übrigens mindestens genauso gut gebucht...

                              Aber es freut mich wirklich für Sie, dass Sie das Esserlebnis als so grandios wahrgenommen haben.

                              Grüße
                              b.

                              Kommentar


                              • #45
                                Werte Chess,

                                danke für den schönen Bericht, der mich allerdings an zwei Stellen etwas verwirrt.

                                Zunächst scheint Ihre Wertung

                                Zitat von chess Beitrag anzeigen
                                Wertung: ***-
                                Ihrem Beitrag vom Januar zu widersprechen:

                                Zitat von chess Beitrag anzeigen
                                Leider muss Brigante auch zum Essen Recht gegeben werden. Ein Vergleich zu Wissler und Henkel, die wir über Neujahr besuchten, zeigt einen Unterschied von mindestens einem Stern ...
                                Da Sie weder Wissler noch Henkel mit ****- oder gar **** bewertet haben: beziehen sich Ihre Wertungen auf zwei verschiedene Besuche?

                                des weiteren:

                                Zitat von chess Beitrag anzeigen
                                Denn das Tantris wird seit geraumer Zeit von den wichtigsten Führern (Guide Michelin und Gault Millau) "abgewatscht", insbesondere der Gault Millau "glänzt" mit völlig unsachlicher Kritik und dies seit Jahren.
                                Darüber, dass die Kritiken im Gault Millau eher polemisch wirken, sind wir uns sicher einig. Ein Abwatschen von Seiten des Michelin kann ich eher nicht erkennen sondern würde Ihner Wertung vom Januar uneingeschränkt zustimmen, dass zu z.B. Wissler schlich ein Stern Unterschied besteht - was nun mal zu zwei Sternen führt.

                                Wahrscheinlich ist es keine Überraschung, wenn ich schreibe, dass ich klassische Küche sehr mag - das was das Tantris mir bei meinen letzten Besuchen dort serviert hat, hat mir sehr gut geschmeckt. Aber es waren m.E. keine 3 Sterne.

                                Zeitblom

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X