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Tantris **, München

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  • Die "damaligen Verhältnisse" waren nur aus heutiger Sicht klassisch; seinerzeit waren die ***er Tantris und Aubergine mit Winkler und Witzigmann schon das Maß aller Dinge. Und hieran konnte Haas nun mal nicht nahtlos anknüpfen.

    Schönen Gruß, Merlan

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    • Anlässlich eines Besuchs meiner Schwester begaben wir uns am Samstagmittag zu dem Ort, wo kulinarisch in Deutschland „alles begann“: das Tantris.

      Das Tantris ist immer noch ein Gesamterlebnis und ich kann mich dem weiter oben geäußerten Respekt vor der Lebensleistung von Herrn Haas nur anschließen. Zur Einschätzung des Menüs kann ich jedoch Eindrücke, die hier schon geäußert wurden, weitgehend bestätigen. Das Münchner Publikum liebt offensichtlich das Tantris , und so hat es nach wie vor seine Berechtigung.
      Für mich war es spannend, nach fünf Jahren, in denen ich kulinarisch einiges an Erfahrung gesammelt habe, noch einmal zu schauen, wie ich das Tantris heute erlebe.

      Besonders überraschend war dabei die Begegnung, die wir mit dem Service hatten. Die uns zugeteilte Servicedame verhielt sich so, wie ich es in der Sternegastronomie (und nicht nur in dieser) bisher nicht erlebt habe. Insbesondere bin ich es nicht gewohnt, dass der Service Wünsche der Gäste ignoriert (wie etwa, dass man die Speisekarte während des gesamten Menüs zur Verfügung hat).

      Betonen muss ich allerdings auch, dass diese Dame die absolute Ausnahme war! Alle anderen Mitarbeiter verhielten sich absolut professionell.
      Auch hervorzuheben ist, dass der Sommelier, Herr Leone, es nicht versäumte, in dem doch für ein Sternerestaurant sehr großen und zu 90 % besetzten Lokal, an jedem Tisch einen der Weine zu erklären.

      Die Weine waren gut ausgesucht, insbesondere der Dessertwein war überraschend und hervorragend.

      Unser Menü:

      Das Amuse: eine Variation von der Lachsforelle: Pastete sowie Tatar auf einem Gurkensalat mit Meerrettich und einer leichten Kräutersauce. Alles fein gearbeitet, hervorragende Produktqualität.
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      Variation vom Thunfisch mit marinierten Gartentomaten: Dreierlei Thunfisch: roh, als Tatar und als recht farblose Mousse. Letztere war die schmackhafteste Variante, verschiedene Tomaten (Grün, rot) in verschiedenen Zubereitungen brachte etwas Säure und eine leichte Mayonnaise Cremigkeit. Schön der schwarze Sepiachip. Wieder: sehr gute Produktqualität und -behandlung, was fehlte, war der Spannungsbogen.

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      Dorade royal mit Hummer und frischen Waldpilzen: der Gang, der uns am besten gefallen hat. Die Produkte passten hervorragend zusammen und ergaben eine wohlschmeckende, lebendige Harmonie.

      (leider das falsche Foto hochgeladen.)


      Gratinierte Lammnuss und Pflanzerl mit Bohnengemüse und Rucolapüree. Alternative zum Lamm: Kalbskotlett. Sowohl Lamm als auch Kalb waren hervorragend gegart, die Bohnen genau richtig im Biss, der Jus gehaltvoll, aber nicht zu dominant, ebenso das Püree. Klassisch gut.

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      Grießknödel mit Marillen und Topfeneis. Traditionelles Dessert, das gut schmeckte. Jedoch hätten wir uns etwas mehr Variationen der einzelnen Komponenten gewünscht.

      Es gab dann zum Kaffee (Espresso: 4,50 Euro, Cappuccino: 6,50 Euro) noch ein paar Kleinigkeiten.




      Die Weine:
      zum Amuse und zum 1. und 2. Gang: 2012er Pays de L'Herault „Clos der Papillons“ Domaine Mas Gabriel, Languedoc, leicht, passend
      zum Hauptgang: Reserva „Martin Cendoya“ Heredad Ugarte, S.A., Rioja. Ebenfalls gut passend
      spannend dann mit Süsse und Frische der Roussiliere doux, Yves Cuilleron a Chavanay, Rhone, ein für mich ungewöhnlicher, sehr schöner Dessertwein

      Insgesamt: Hervorragende Produkte, fehlerloses Handwerk, klassische Zusammenstellungen, denen jedoch der Spannungsbogen fehlte. Wenn ich z.B. vergleiche mit dem (wesentlich günstigeren) Mittagessen im Fischers Fritz vor ein paar Wochen, kann ich sagen, dass ich dieses dem Menü im Tantris in jedem Fall vorziehen würde und es mir auch mehr Lust machte, dort abends einzukehren.

      Trotzdem ist das Tantris ein Gesamterlebnis, einmal im Leben...
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      Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 19.08.2014, 00:11. Grund: Vergrößerung der Fotos

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      • Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
        Variation vom Thunfisch mit marinierten Gartentomaten: Dreierlei Thunfisch: roh, als Tatar und als recht farblose Mousse. Letztere war die schmackhafteste Variante, verschiedene Tomaten (Grün, rot) in verschiedenen Zubereitungen brachte etwas Säure und eine leichte Mayonnaise Cremigkeit. Schön der schwarze Sepiachip. Wieder: sehr gute Produktqualität und -behandlung, was fehlte, war der Spannungsbogen.
        Was meinen Sie denn damit genau? Was hätte es denn hier noch bedurft, um Ihrer Meinung nach die "Kurve" zu kriegen?

        Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
        Trotzdem ist das Tantris ein Gesamterlebnis, einmal im Leben...
        Das möchte ich für ein längeres Leben nicht gelten lassen, werte Heike!

        Schönen Gruß, Merlan

        PS: Ich frage mich gerade, ob die von Ihnen so genau beschriebene weibliche Servicekraft morgen einen motivierenden oder eher einen stressigen Arbeitstag hat...

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        • Vielen Dank, werter Merlan!

          für mich war es so, dass die verschiedenen Zubereitungen der Tomate z.B. keine anderen Geschmackserlebnisse brachten. Da wären Kontraste hilfreich gewesen. Es war alles etwas "mild" und schmeckte ein bisschen zu "gleich".

          Ihre Anmerkung zur Servicekraft habe ich mir zu Herzen genommen und das Post nochmal geändert. Solche Szenen sind sicher im privaten Kreis besser zu besprechen als im Netz.

          Somit nochmal herzlichen Dank für den Anstoß zur Reflexion.

          Schönen Gruß

          Heike München
          Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 18.08.2014, 23:22.

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          • Ich finde Ihren ausführlichen, detailreichen Bericht sehr gelungen, vielen Dank! Irgendwie bestätigt er wiedermal mein ganz persönliches Tantris-Gefühl (korrigieren Sie mich, wenn ich Sie missverstehe!): Man isst und findet es währenddessen sehr gut, aber nicht auf höchstem Niveau. Auch der Service hat seine up and downs, irgendwann ist einem aber egal, denn nicht nur der Wein fließt (besonders Samstag Mittag), als gebe es kein Morgen. Und dann kommt dieser mirakulöse Punkt, wo einem das egal ist und man das Gesamterlebnis, wenn auch nur once in a livetime, über das stellt, was man an anderer Stelle störend fände. Dieses Gefühl zu schaffen, sei es architektonisch, nostalgisch oder wie auch immer begründet, ist die für mich faszinierende Fähigkeit des Tantris - vielleicht der Robert Wilson unter den Restaurants?! ;-)

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            • Ja, genau so habe ich es erlebt! Die Summe ist mehr als seine Teile... das scheint das Erfolgsgeheimnis des Tantris zu sein. Vielen lieben Dank!

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              • Liebe Heike,

                vielen Dank für den Bericht aus DER Institution meiner Heimat !
                Ja, es ist eine schillernde Wohlfühlkulinarik im Retroambiente. Der Samstagmittag ist natürlich wegen des Arrangements der Termin schlechthin fürs Tantris.
                Mich zieht es mehr in BMW-Welt, Les Deux und Werneckhof. Aber an einem heißen Samstag gibt es wenig Schöneres in München als ein Lunch im Außenbereich des Tantris.

                Zitat von malbouffe Beitrag anzeigen
                - vielleicht der Robert Wilson unter den Restaurants?! ;-)
                „The responsibility of the artist is not to give answers. It is to ask questions.“
                Diese Worte Wilsons passen aber eher auf die Wisslers, Hermans und Dacostas als auf den geschätzten Haas, oder ?

                MkG, S.

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                • Ich kann mir vorstellen, dass dies ein ähnliches Gefühl, wie ich es nach unserem Winkler-Abend hatte. Man kann diese Küchen nicht ohne ihre Bedeutung für die kulinarische Entwicklung der vergangenen Jahre bzw. ja schon Jahrzehnte sehen. Weil man weiß, dass das alles eine Geschichte hat, funktioniert es. Aber wenn dort nicht ein Altmeister, sondern ein junger Koch die Chefposition inne hätte, würde man es nicht für etwas besonderes halten.
                  Ich denke, es ist eine wichtige Aufgabe sein, diese Art der Gourmetküche so behutsam in die heutige Zukunft zu führen, dass sie weiter zur Viefalt der deutschen Spitzenküche auf dem heutigen Niveau beitragen kann und nicht als altbacken und museal wirkt.

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                  • Lieber Spherico,

                    danke! Bei uns war es eher das schlechte Wetter, das uns ins Tantris zog (was kann man bei schlechtem Wetter in München anders machen, als aus den Fenstern des Tantris in den Regen zu sehen ;-)) ?). Das Problem war außerdem, dass sowohl Werneckhof als auch Esszimmer und Dallmayr in Sommerpause (in Bayern heilig) sind. Und im drögen August in München haben wir dann "back to the roots" gewählt.Vielleicht wär Les Deux die bessere Wahl gewesen...

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                    • Lieber Quertz,

                      genau so sehe ich es auch. Und gerade darum ist unser Austausch in diesem Forum so wichtig, denn der zeigt, abseits von den Wertungen der renommierten Magazine, immer auch, wer engagiert und mit neuen Ideen kocht!

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                      • Liebe Heike,

                        das war sicher kein Fehler, so kamen Sie zumindest in den Genuß des speziellen Interieurs. Les Deux ist ja nur aufgeschoben.
                        Dessen Lage finde ich recht praktisch. Zwei Stunden die Einkaufstüten der Gattin schleppen und dann raus aus den 5Höfen oder von der Theatinerstraße abbiegen, hoppla, ins Les Deux gestolpert (ach Schatz, laß uns eine Kleinigkeit essen).

                        Dazu muß man wissen, daß der Chefin das Sternegefuttere bisweilen auf den nicht vorhandenen Senkel geht...

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                        • Super, werde ich so beiläufig auch mal versuchen

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                          • Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
                            Super, werde ich so beiläufig auch mal versuchen
                            Das würde nämlich bei den anderen Läden nur begrenzt funktionieren.
                            Da müßten Sie dann schon z.B. vorher ein zu teures Auto kaufen (Esszimmer) oder einen Termin auf der Polizeiwache haben (Tantris) , was auch nicht so prickelnd wäre.
                            Spaziergang im Englischen Garten ist aber natürlich für den Werneckhof ein recht guter Vorwand...

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                            • Im Les deux war ich noch nicht - super Gelegenheit! Männer sind da schon verführbar (Erfahrung....)

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                              • Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
                                Männer sind da schon verführbar
                                Wo, im Les Deux ? Kann ich nicht mitreden...

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