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Königshof: * oder 18 GM-Punkte?

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  • #46
    Das wäre doch auch ein Grund, 2018 noch einmal als Gourmetclub dort einzukehren

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    • #47
      Danke, liebe HeikeMünchen.
      Und das ist eine sehr gute Idee.

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      • #48
        Erstmal vielen Dank Matthias für den vortrefflichen Bericht. dem ich natürlich nur voll zustimen kann. Auch aus meiner Sicht eine klassische Menüfolge am oberen Einsterner Bereich.

        Gerade der gegrillte Wolfsbarsch war wirklich sagenhaft. Dazu sehr passend einen 2012er Zierfandler Mandel-Höh von Weingut Stadlmann.

        Bei den Krustentieren schieden sich etwas die Geister. Dazu gab es eine Traminer Spätlese aus Franken. Sehr spannend war, wie die hohe Restsüsse des Weins sich geschmacklich im Zusaamenspiel mit der Krustentierbouilllon änderte - allerdings setzte für mich der Wein einen zu dominanten Fokus auf die Süsse, die ja auch der Kraisergranat schon beitrug.

        Auch nich hervorheben möchte ich den Hauptgang aus Taube, Kaffeepovesen, Kirsche und Carripule, der für mich zu einem der besten Taubengänge gehörte. Sehr klassisch aber einfach unglaublich stimmig und wohlschmceckend im Zusammenspiel.

        Bei einem potenziellen Clubabend wäre ich auch sofort dabei. War bestimmt nicht mein letztes Essen dort. Hier auch noch einmal Danke an Matthias für den grossartigen Donnerstag Mittag - könnten wir eigentlich jede Woche so machen ;-)

        Schöne Grüsse
        Junggaumen

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        • #49
          Das gebe ich gerne zurück, lieber Junggaumen. Der Mittag war ein weiteres Beispiel dafür, dass diese Community hier mehr als nur ein Meinungsaustausch ist. Bei einem Clubabend wäre ich natürlich auch dabei!

          M

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          • #50
            Ein paar der Gerichte aus dem Menü gibt es auch hier zum Nachkochen:
            https://www.falstaff.de/nd/witzigman...-innovationen/

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            • #51
              Auch von mir besten Dank für den schönen Bericht, der unsere Eindrücke nur bestätigt. Wir haben zuletzt im April einen selten angenehmen Abend dort verbracht. Klassisch zubereiteten Fisch wird man kaum besser finden. Nicht genug hervorheben muss man aber auch den Service, Herr Haverland ist als Gastgeber von kaum zu übertreffender Herzlichkeit und Souveränität. Das mit dem Clubabend fänden wir auch eine gute Idee!

              Viele Grüße

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              • #52
                So ein bisschen bin ich ja auch rumgekommen. Herr Haverland ist für mich persönlich der beste und authentischste Serviceleiter, den ich je erlebt habe. Ich hoffe, er hat gerade Urlaub und frönt seinem entschleunigenden Hobby :-)

                PS: Ich glaube, es war der Gault Millau, der ihn einmal als ritterlich bezeichnet hat. Bei aller Abneigung gegenüber des Mediums, aber da hatte es ausnahmsweise recht.

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                • #53
                  Unser Besuch lag zwar noch gar nicht so lange zurück, aber Junggaumen und ich mussten einfach wieder eine neue kleine Essensreise planen. Eigentlich hatten wir dieses Mal angedacht ins Tantris zu gehen, aber irgendwie hat uns die Karte vom Königshof mehr angelacht. Vor allem interessant fanden wir, dass es mittlerweile einen Fokus auf Gerichte für zwei gibt. Diese Gerichte lesen sich wie eine Beschreibung des Schlaraffenlands; Rebhuhn mit Trüffeln, Seeteufel mit Pulpo, Kalb mit Bries, oder Lamm in 2 Gängen. Letzteres wählten wir und es sollte einer der besten Hauptgänge meiner Essenslaufbahn werden. Da wir nach dem großen Menü vom letzten Mal bei diesem Besuch á la Carte wählen wollten, kam uns diese Ausrichtung super entgegen. Um es vorweg zu nehmen: Es war genau die richtige Entscheidung wiederzukommen!

                  Der Mittag starte mit einer Spätlese von Fürst (bei mir) und Rosé Champagner bei Junggaumen zum ersten Gruß, nämlich dem Kalbstafelspitz, Bries und Wachtelei. Das war ein schöner, rustikaler Einstieg. Vor allem Würze und Temperaturen stimmten hier. Die Sülze war schön gearbeitet, gut abgeschmeckt und der gebackene Bries warm und buttrig. Sehr schön! Weiter ging es mit der uns schon bekannten Bohnensuppe mit Lardo und Aal. Wie auch beim letzten Mal war das eine schöne Kombination aus der kalten, geschmeidigen Suppe und den schmelzig fettigen Aromen von Aal und Lardo. Toll!

                  Als ersten Gang wählten wir Flusskrebse mit Kürbis und Krebstatar.



                  Im Zentrum standen hier zwei Prachtexemplare von Flusskrebsen. Das Krebsfleisch war leicht süßlich und etwas dezenter als das Aroma seiner Artgenossen aus dem Salzwasser. Der Kürbis nahm die Süße der Flusskrebse auf und komplettierte diese mit seinen bekannt erdigen Aromen. Das Krebstatar dazu hätte es vielleicht nicht zwingend gebraucht, aber das war ein insgesamt wunderbar saisonaler Einstieg. Im Vergleich zu Kaisergranat und co. kann der Flusskrebs mit seiner leiseren Aromatik nicht ganz mithalten, aber es bleibt für mich einer der großartigsten Süßwassertiere. Das war eine starke Kombination! Auch der Wein dazu passte perfekt, leider habe ich den nicht mehr in Erinnerung (Junggaumen?).

                  Als Zwischengang schoben wir, in Absprache mit dem Service, Rochen mit Steinpilzen ein.



                  Das war eine minimalistische Kombination aus dem perfekt glasig gegarten Rochen, gebratenen und rohen Steinpilzen und etwas Spinat. Der Gang war sehr reduziert mit dem klaren Fokus auf die Qualität der Zutaten. Hier spielte auch die Portionierung eine wichtige Rolle. Zu jedem Bissen des Fischs konnte man ein großzügiges Stück Steinpilz kombinieren. Die leichte Soße dazu ließ auch die Produkte für sich sprechen. Dazu gab es eine trockene Silvaner Novemberleese Frickenhäuser Kapellenberg von Meintzinger. Selten habe ich so eine interessante Diskrepanz zwischen Nase und Gaumen erlebt. Das war eine ganz spannende Ergänzung zum Fisch und hat den reduzierten Gang nochmal gepusht. Toll!

                  Getoppt wurde das aber noch von dem Lamm mit Bohnen für zwei in zwei Gängen.



                  Zuerst erreichte uns der Teller mit den „einfachen“ Teilen des Lamms: Bauch, Leber, Bries und Zunge. Ich hatte einen Teil davon schon beim letzten Besuch und ich war wieder begeistert. Was mir dieses Mal besonders gefallen hat war die Tatsache, dass diese Stücke des Lamms als eigenständiger Gang mehr in den Mittelpunkt gerückt wurden. Die Lammzunge war so weich wie Stopfleber, der Bauch knusprig und fettig. Die Leber war intensiv, zart im Biss, das ausgebackene Bries buttrig. Es ist einfach sinnvoll, diesen Stücken des Tiers die gleiche Aufmerksam zukommen zu lassen, wie dem Filet und das sowohl von der Küche, als auch vom Gast.





                  Danach erreichte uns das Lammkarree, welches am Tisch tranchiert wurde. Das Fleisch war butterzart, Aubergine, Bohnen und Kartoffel spielten klar die zweite Geige und passten dazu perfekt. Das ganze schmeckte wie ein Ausflug nach Südfrankreich. Besonders lecker war die Soße: eine dichte Reduktion, die so betörend schmeckte, dass ich das Brot am Ende in die Soßenreste tunken musste. Dazu gab es für uns einmal den Chateau Labégorce aus 2010, sowie den Syrah Saint Joseph „lieu dit“ von E. Guigal aus 2010, der mit seinen kräutrigen Aromen sogar noch einen Tick besser zum Lamm passte. Große Klassik!

                  Ich wählte gleich zwei Desserts, was mich kapazitätsmäßig fast an meine Grenzen brachte. Zuerst gab es ein Schokoladensoufflé mit Kirsche.



                  Wenn schon oldschool, dann bitte so! Das Soufflé war so weich und warm wie eine liebevolle Umarmung. Die anderen Variationen der Schokolade waren da nur Beiwerk, obwohl selbst sehr lecker. Das Kirscheis dazu brachte Frische und Säure und den sinnvollen Temperaturkontrast.

                  Die Marillen mit Marzipan und Pistazie konnten trotzdem noch mehr überzeugen.



                  Auch hier gingen die buttrig warme Tarte, das cremige Eis und die leicht gesalzene Pistaziencreme eine äußerst stimmige Kombination ein. Bei beiden Desserts stimmte ganz einfach das Spiel von Wärme und Kälte, von Süße und Säure. Gibt es etwas schöneres, als frisch gebackene Tartes/Soufflés als Element in Desserts zur Herbstzeit? Alle (Hobby-)Köche sollten, bevor sie ihre Gurken, Beeten und Wildkräuter durch den Pacojet jagen, genau hier sitzen, dieses Dessert essen, einen Schluck der dazu servierten Gewürztraminer Spätlese von Andreas Laible nehmen und wirklich noch mal in sich gehen. Das schmeckt einfach verdammt gut.

                  Ein paar der leckeren Pralinen gingen dann aber zum Kaffee schon noch rein.

                  In Summe war unser zweiter Besuch mehr als eine Bestätigung der Leistung des letzten Lunchs. Es war eine klare Steigerung! A la Carte zu wählen und uns auf das wesentliche zu fokussieren war für uns genau richtig. Wir wollten einfach keine Kompromisse und wir haben eine kompromisslos klassische Küche erlebt. Natürlich bekommt man für die Kombination Lamm, Aubergine, Bohne und Kartoffel oder Marille, Marzipan und Pistazie nicht den Kreativitätspreis. Im Königshof ist vieles im positiven Sinne klassisch, vom Küchenstil, den Produkten und Kombination, bis hin zur Weinauswahl und Service. Darauf muss man sich einlassen. Wenn man das tut bekommt man aber herausragende Produkte in klassischen, stimmigen Kombinationen serviert. Die handwerkliche Finesse zeigt sich hier weniger in Form technischer Spielereien, sondern z.B. in der Ausarbeitung der Soßen und Fonds. Das Gefühl, welches Junggaumen und ich schon letztes Mal hatten, dass da durchaus in Zukunft eine höhere Bewertung in den Guides möglich ist, bestätigte sich.

                  Der Service war dieses Mal noch ein Tick offener und lockerer. Insbesondere Sommelier Stéphane Thuriot ist ein charmanter Meister seines Fachs.

                  Danke auch wieder an den lieben Junggaumen für die tollen Gespräche. Es war ein großes Vergnügen.

                  M
                  Angehängte Dateien
                  Zuletzt geändert von QWERTZ; 25.05.2017, 15:23.

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                  • #54
                    Vielen Dank für den hervorragenden Bericht eines mindestens genauso hervorragenden Mittags.

                    Auch ich muss sagen, dass für mich der Königshof die ohnehin schon schon gute Performance unseren ersten Besuchs in allen Facetten toppen konnte. Die Gerichte kamen alle mit nur einer handvoll Komponenten aus, die aber alle perfekt zubereitet waren und die Hauptkomponente(n) des Teller intelligent unterstützen oder ergänzen. Eine wahre Genussküche die einfach gut tut. Ganz herausragend dabei wirklich das Lamm in zwei Gängen. Ich hoffe der Königshof behält sich den neuen Bereich der Karte mit Tranchen für zwei bei.

                    Neben der Küche haben für mich auch Service und Weinbegleitung nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Beim ersten Besuch fand ich diesen noch etwas distanziert - dieses mal sprühte er aber vor Herzlichkeit und Witz. Ebenso waren die ausgesuchten Weine alle hervorragend zu den Gängen und wurden uns von Stéphane Thuriot immer mit ein paar witzigen Anekdoten an den Tisch gebracht.

                    Ich komme definitiv wieder.

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                    • #55
                      Ich freue mich einfach über die Begeisterung hier. - Und Danke für den schönen Bericht, lieber (neuerdings) Muck!

                      Gruß, mk

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                      • #56
                        Und ich freue mich darüber, dass Sie sich darüber freuen, wie sehr wir uns gefreut haben. Mein Ziel ist es am Ende meiner Forumskarriere mehr Aliasse gehabt zu haben, als TAFKAP (R.I.P.).

                        M

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                        • #57
                          Das klingt, als ob Verwirrung droht. Ich habe lieber Gewohnheiten....

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                          • #58
                            Liebe Heike, ich habe nach dem Satz einfach das "" vergessen. Zum Thema Gewohnheiten bin ich ganz bei Ihnen, siehe dieser Thread

                            M
                            Zuletzt geändert von Muck; 21.10.2016, 09:44.

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                            • #59
                              Man kann also seinen Alias ändern und die Forumsidentität trotzdem behalten? Damit liebäugele ich schon lange... Wie geht das?

                              KG

                              (noch) Tobler

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                              • #60
                                Ach, da habe ich jetzt aber Angst, dass ich dann ganz durcheinander komme... Bitte nicht soviel Änderung!

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