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    Wir hatten reserviert bevor daniel achilles zum Aufsteiger des Jahres gekürt wurde.

    Das Restaurant liegt schön in den Edison Höfe in Mitte, wir fanden den Auftritt von außen sehr zurück haltend und das Restaurant war nicht so ganz einfach zu finden. Wir sind dann sehr höflich empfangen worden.

    Sehr dezentes Ambiente, mit gedämpfter Beleuchtung. Wir fanden die Spots könnten etwas besser ausgerichtet und kräftiger sein. Alles in allem ein Ambiente das uns gefiel. Die Tische standen in gutem Abstand.

    Auf einen Aperitif verzichteten wir, eine Aperitifkarte gab es wohl nicht jedenfalls wurde weder uns noch an einem anderen Tisch eine gereicht.

    Bevor die Karte gereicht wird gibt es vorweg vier Kleinigkeiten, mit der Überschrift die Sinne erwecken.

    Begrüßungsbaguette – ein etwa Daumen großes grünes Brotstück mit kleinen Würfelchen bestreut
    leider nichtssagend, einen geschmacklichen Sinn konnten wir nicht erkennen

    Ziegenquark, Orange,Basilikum – in Form einer belegten Eiskugel – exzellent aufeinander abgestimmt und sehr lecker

    kleines Bauernfrühstück – Im Ei servierter Kartoffelschaum mit Wachtelei und sehr krossen Speckstücken – ordentlich aber nicht mehr

    Büsumer Krabben-Croustillant – Eindeutig viel zu fettig im Geschmack, wodurch auch der Krabben geschmack verdrängt wurde

    Ergänzend wurde dazu eine Olive gereicht, die uns nicht schmeckte

    Es gibt zwei Menüs zur Auswahl, wobei es wohl möglich war zu tauschen und die Anzahl der Gänge konnte zwischen 4 und 8 liegen. Wir wählten das Menu weit draußen.

    Schnecken in Gemüse Acker Berlin Brandenburg

    Die Schnecken waren leider zu trocken gegart, lagen auf einem Tomatenpüree mit getrockneten Rote Beete würfeln, umgeben mit Salat und Gemüse. Alles für sich sehr ordentlich, aber da das Püree sehr intensiv war harmonierten die Teile nicht.

    Gänseleber, geschmorte Wiliams Birne Mokaflor

    Die Gänseleberterrine war ordentlich gemacht. Die Birne leicht karamelisiert, Dabei lag noch etwas Salat (überflüssig) ein Mokkakeks, schrecklich intensiv nach bitterem Kaffee schmeckend und eine nicht intensive Sauce, vermutlich mit Kaffee.

    Karotte, Quinoa, Trüffel
    Überflüssig wie ein Tropf, das einzige was nicht gleich schmeckte war die eine glasierte Karotte.

    Spanferkel, Sweetie, Senfkohl
    Was auch immer hier Sweetie sein sollte (vielleicht dieses komische Esspapier) es war einfach überflüssig, der Rest war gut. Die Soße ordentlich bis intensiv, Gemüse und Schwein gut.

    Blumenkohl, Amabuki Himmelswind
    Blumenkohleis mit Sake – ich fand diesen Gang ungenießbar. Das Eis schmeckte nach Blumen-
    kohlwasser das einige Stunden stand. Ich habe diesen Gang nur probiert, die Nachfrage ob es nicht geschmeckt hat negativ beantwortet und den Gang auf der Rechnung bezahlt, aber meine Begleitung hat ja einen zweiten Löffel gegessen.

    Atlantik Steinbutt, Rotkraut, Sellerie, Pökelzunge
    Ein Gang der uns versöhnte, bis auf eine total versalzene Sellerierolle. Der Butt war in hervorragender Qualität, Die Kombination war gut zusammengestellt.

    Auf das Dessert hatten wir von vornherein verzichtet.

    Danach gab es für uns noch unter dem Titel “die Sinne streicheln“ vier Kleinigkeiten hinterher.
    Ivoire, Curry, Nippon
    Pistazie, Pistazie
    Matcha Lavendel Passionsfrucht
    Vanillecreme + Shortbread
    insgesamt bis auf ein Marshmallow (Matcha??) der einfach nur süß war, eher belanglos.

    Das junge Serviceteam ist sehr freundlich und aufmerksam.

    Alles in allem ein Essen, das dem Anspruch an eine Auszeichnung Aufsteiger des Jahres nicht gerecht wird.

  • #2
    Sie armer Kropf. Aber wie heißt es im schwäbischen: gang liabr glei zom Schmied statts zom Schmiedle.
    Gruß s.

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    • #3
      ...da hilft nur Jod!

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      • #4
        Mal in Kurzform: so schlimm wie Schnecke fanden wir es mitnichten. Sehr geärgert hatte mich aber auch dieses Blumenkohlsorbet. Erstens war es ein kleines Schnappsglas, daß einen Teelöffel Sorbet aufgefüllt mit Sake enthielt. Das Sorbet schmeckte in unserem Fall schlichtweg zu "milchig". Das dann als eigenständigen Gang zu verkaufen, halte ich für mehr als selbstbewußt. Ich sprach mit der freundlichen Servicedame (nicht die Leitung) darüber als sehr enttäuschendem Gang und ob die Variante als Granitée evtl. harmonischer sei bzw. es besser als Beilage, z.B. zu einer Jakobsmuschel gepaßt hätte. Es folgte das bekannte "das gebe ich weiter" mit "mir eigentlich Wurscht"-Miene.
        Toll war mein Schwein, das die ungewohnte mar-y-montana-Nummer u.a. durch Algen als beilage wiedergab, ein echtes Aha-Erlebnis. Sehr gut bei mir auch der Steinbutt. Insgesamt war der Besuch etwas unter den hohen Erwartungen geblieben, keine Sensation und keine große Enttäuschung. Man muß da nicht wöchentlich hin, aber insgesamt ein erfrischendes Erlebnis. Mal sehen, wie´s in drei Wochen bei seinem Meister schmeckt...
        :hungry:
        MkG, S.

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        • #5
          Mein Bericht muss eine Gegenrede werden und zwar eine Gegenrede zu Schneckes Bericht vom 26.11.09. Da wir weitgehend das gleiche Menü gegessen haben und sich unser Urteil in keinster Weise mit dem von Schnecke deckt, muss entweder Schnecke oder Herr Achilles an jenem Tag indisponiert gewesen sein.

          Sei´s drum! Wie schrieb Sphérico so schön: „… ein insgesamt erfrischendes Erlebnis.“ So haben auch wir es empfunden. Ein modernes Restaurant mit engagierten Gastgebern, einem jungen, freundlichen Service, mit dem man sich nett unterhalten konnte (wir diskutierten neulich darüber), und vor allem mit einer ausgezeichneten Küche, die hoch ambitioniert ist.

          Die von Schnecke kritisierten Amuse bouches waren bei uns absolut untadelig. Das „Begrüßungs-Baguette“ genannte blättrige Teil steckte in einer kleinen Tüte und war mit Rehschinken bestückt – knusprig, würzig, lecker!
          Das Krabben-Croustillant stand dem nicht nach und war überhaupt nicht fettig, wie Schnecke es beschreibt.
          Das „kleine Bauernfrühstück“ in der Eierschale verband weiches Wachtelei mit samtigem Kartoffelschaum und zartem Speck.
          Sensationell das Ziegenquarkeis mit Orange und Basilikum – aber das hat ja auch Schnecke gefallen.

          Gänseleber, geschmorte Williams Christ Birne, Mokaflor (so in der Karte geschrieben!)

          Dass Gänseleber und Birne zusammen gehen, ist klar. Der Pfiff des Ganges ist aber der leichte Kaffeegeschmack von kleinsten, luftigen Gebäckstückchen, die auf der Zunge zergehen. Ein neues, harmonisches Geschmackserlebnis, das überhaupt nicht „schrecklich intensiv“ war, so wie Schnecke es empfindet. Im Gegenteil: Leber, Birne und Kaffee bilden einen wunderbaren Akkord.

          Karotte, Quinoa, Trüffel

          Wieso Schnecke diesen originellen Gemüsegang derartig abqualifiziert („überflüssig wie ein Tropf“) bleibt unverständlich. Wir haben die Interpretation der Karotte in verschiedenen Texturen sehr genossen (Morchel hätte ihre Freude daran gehabt!), zumal die Quinoa (eine Hirseart, die geröstet war) und natürlich die Trüffel der Sache die nötige Spannung geben.

          Spanferkel, Sweetie, Senfkohl

          Eine schöne Schweinerei! Wobei der Pfiff in der Tat die von Schnecke nicht gekannte Sweetie war, eine süße Zitrusfrucht als Kreuzung zwischen Pomelo und Grapefruit; ein toller Kontrast zum Senfkohl!

          Atlantik-Steinbutt, Rotkraut, Sellerie, Pökelzunge

          Diesen Gang hat Schnecke schon lobend erwähnt. Zu erwähnen bleibt allerdings, dass der Sellerie bei uns nicht versalzen war!

          Guanajabiskuit, Softeis, Schokoladenpudding, exotische Früchte

          Ordentliches Dessert mit der bekannten Kombination von Schokolade und Früchten.

          Zum Kaffee gab es noch vier süße Kleinigkeiten, wobei wir nur gerne auf die Pipette á la Amador mit Pistazie verzichtet hätten (nicht wegen der Pistazie, sondern wegen der Pipette!).

          Wir hatten einen gelungenen Abend im Reinstoff, waren begeistert vom Enthusiasmus und Können der jungen Macher und wünschten uns, dass sie ihren mutigen Weg konsequent und unbeirrt weitergehen können.

          Beste Grüße, Merlan

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          • #6
            Ja dann werde ich wohl indisponiert gewesen sein.
            Bei Ihrer Lobrede kann es ja gar nicht anders gewesen sein.
            Dann war der Speck im Ei natürlich nicht hart gebraten und
            Schnecken-Frau meinte zu dem Croustillant, das das Fett heiß war in dem dieser ausgebacken war, u.s.w.

            Lieber Merlan,
            nichts gegen Ihre Lobrede und ich glaube gerne das alle handwerklichen Fehler bei Ihnen abgestellt waren.
            Es ging bei meinem Bericht, wie bei Ihrem um eine Momentaufnahme. Dabei spielt natürlich die Tagesform von Koch und Gast eine Rolle.

            Mit dem Service war ich auch ziemlich zufrieden. Nur als wir darum baten die Geschwindigkeit, z.b. des bringen des Blumenkohleises zu erhöhen, wurde dieser eher langsamer.
            Das wir zwischen durch aus einer andern Flaschen als unserer Nachgeschenkt bekammen fand ich eher positiv, da meine schon ziemlich leer war :cheers:

            Eine Frage hätte ich dann doch noch, wie fanden Sie das Blumenkohleis?

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            • #7
              Danke für die Replik, werte Schnecke!
              Zu Ihrer Frage: Trotz besonderer Empfehlung von Frau Demel haben wir angesichts Ihrer Vorwarnung auf "Blumenkohl, Amabuki Himmelswind" verzichtet; im nachhinein bedauere ich dies natürlich sehr!
              Da kann man mal sehen, welch weitreichende Wirkung Berichte hier im Forum haben!

              Beste Grüße, Merlan

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              • #8
                ich war ebenfalls kürzlich im reinstoff essen und muss sagen das es mir eher wie merlan erging, und ich dort einen rundum gelungenen abend (sowohl küche als auch service) erlebte.
                das blumenkohleis war auch in meinen augen nicht unbedingt ein erlebnis, aber ansonsten war ich bis auf diesen und vielleicht noch ein zwei minimale kritikpunkte wirklich sehr zufrieden, fand die auszeichnungen für d. achilles absolut gerechtfertigt, und werde garantiert wiederkommen.
                das heißt nicht, dass ich in abrede stellen will, dass schnecke mit dem gleichen menu ein eher negatives erlebnis hatte.
                ich selber habe ähnliches auch schon in anderen restaurants erlebt, die hier hochgelobt wurden.
                gruß
                p.

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                • #9
                  Gibt es im Reinstoff eigentlich auch ein festes Menü oder stellt man sich sein Menü immer frei nach der Speisekarte zusammen? Finde nämlich keines auf der Homepage.
                  Danke
                  ossobuco

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                  • #10
                    Doch, doch, lieber ossobuco, es gibt sogar zwei Menüs im Reinstoff, nämlich eines unter der Überschrift "ganz nah" - hier können Sie zwischen 4, 5 oder 6 Gängen wählen - und ein anderes unter "weiter draußen", wo Sie 5, 6 oder 8 Gänge nehmen können.

                    Ich kann Ihnen das Reinstoff nur wärmstens empfehlen:

                    - Gutes Preis-Leistungsverhältnis,
                    - engagiertes Team,
                    - spannende, kreative Küche,
                    - trendiges Ambiente.

                    Ich hoffe, dass Sie in Berlin den Spaß haben, den Sie bisher hier im Forum vermitteln. Willkommen!

                    Beste Grüße, Merlan

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                    • #11
                      Zitat von ossobuco Beitrag anzeigen
                      Gibt es im Reinstoff eigentlich auch ein festes Menü oder stellt man sich sein Menü immer frei nach der Speisekarte zusammen? Finde nämlich keines auf der Homepage.
                      Danke
                      ossobuco
                      Hier der Link zu den aktuellen Menüs von der "Reinstoff"-Seite: http://reinstoff.eu/Restaurant_reins...toff_Menue.pdf

                      Viel Spaß dort! :cheers:

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                      • #12
                        Danke, hatte ich auch schon gefunden, nur habe ich dass mit den Kleinigkeiten am Anfang und Schluss des Menüs anfangs nicht sofort kapiert
                        Beide Menüs klingen schonmal sehr spannend. Wenn es bis April so bleiben sollte, werde ich aber wohl nicht am Menü "weit draußen" vorbeikommen.
                        Am Karfreitag wird übrigens ein Fischmenü in neun Gängen angeboten. Da ich aber lieber ein "gemischtes" Menü esse, habe ich nun erst für den Tag darauf reserviert.
                        Grüße
                        ossobuco

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                        • #13
                          Wegen vielen Empfehlungen aus dem Forum, war ich nun also letzte Woche während meinem kurzen Berlin-Urlaub im Reinstoff zu Gast. Und ich wurde nicht enttäuscht.
                          Das RestauranT liegt ein bisschen versteckt in einem Hintehof in den Edison Höfen nahe des Hauptbahnhofs.
                          Der Service war sehr freundlich aber ein Stück zurückhaltender als im La Societe. Es fiel besonders der junge Altersdurchschnitt bei den Gästen als auch beim Personal auf. Die Einrichtung war sehr schlicht und das Restaurant war eher schwach beleuchtet.
                          Wie hier schon oft erwähnt, stehen im Reinstoff zwei Menüs zur Auswahl.
                          Ein etwas traditionelleres mit Produkten aus der direkten Umgebung und ein etwas experimentelleres mit exotischeren ausgefalleneren Gerichten.
                          Ich wählte das zweite Menü mit dem Namen "weiter draußen", meine Freundin das erste namens "ganz nah".
                          Gleich zu Beginn, noch vor der Karte wurden uns die ersten vier Kleinigkeiten unter dem Titel "Die Sinne erwecken" gebracht.


                          Senf-Ei, grüne Sauce
                          Brathering + Bourride
                          Rote Rübe + Blutwurst
                          Entenleber, Avocado, mexikanischer Kakao




                          Alle wahnsinnig lecker und raffiniert gemacht. Die Entenleber wurde wenn ich mich nicht verhört und verschmeckt habe durch Gänseleber ersetzt, und als Eis mit ein wenig Kakaobruch serviert.
                          Die Blutwurst wurde zusammen mit einer Apfelcreme in einem Miniatur Macaron serviert, dass mit Rote Rübensaft gefärbt wurde.
                          Die Bourride, eine ursprünglich französische dickflüssige Fischsuppe wurde durch eine vegetarische Creme neu interpretiert in der Stücke vom Brathering untergehoben waren um den typischen Fisch Charakter zu erzielen. Serviert wurde die Creme in einer Art Waffel welche den nötigen Biss gab.
                          Das Highlight war jedoch das Wachtelei mit grüner Sauce. Über dem Wachtelei war noch eine dünne knusprige Karamellschicht die das Gericht erst spannend machte. So hatte man im Mund sowohl das wachsweiche Eigelb mit der zurückhaltend gewürzten grünen Sauce als auch den nötigen Biss von dem Karamell. Ich meine die Idee mit dem Karamell und dem Wachtelei habe ich schonmal bei Amador gesehen. Wäre gut möglich dass Achilles die Idee aus Langen mitgebracht hat.
                          Zusätzlich gab es noch für jeden eine Riesenolive.

                          Nun wurde das Brot mit einer leicht gesalzenen Butter und einer Büffelmilch-Butter gereicht.

                          Es folgte der erste Gang:
                          Jakobsmuscheltatar, Romanesco-Raspeln, Austern-Emulsion

                          Ich habe noch nie Jakobsmuscheln mit einem besseren Eigengeschmack gegessen. Hier stand wirklich ausschließlich die Qualität des Produktes im Vordergrund. Positiv fand ich es auch dass das Tatar nicht zu fein geschnitten war sondern man noch kleine gut erkennbare Stücke hatte. Die Romanesco-Raspeln waren leicht säuerlich mariniert und ergänzten das Gericht perfekt. Auf die Austern-Emulsion war ich besonders gespannt, da ich gerade erst über die Entstehungsgeschichte im Restaurant "Noma" gelesen hatte. Ich hätte nicht gedacht dass sie geschmacklich so nah an einer gewöhnlichen Mayonnaise liegt. Sie rundete das Gericht ab aber blieb eher im Hintergrund.
                          Nun kam:
                          Frühlingsgemüse ,Minestrone’, Langkornreis, Périgord-Trüffel

                          Ich bin kein großer Freund von Suppen deswegen erwartete ich am wenigsten von diesem Gang. Der Reis war aufgepufft und machte die Suppe so etwas spannender. Das Frühlingsgemüse war perfekt gegart, noch leicht bissfest und die dazugehörige Brühe ergänzte sich auch super mit dem erdigen Aroma des Trüffels.
                          Als nächstes kam:
                          Gänseleber, Feldsalat, Zitrone

                          Die Gänseleber lag sowohl links und rechts als Quadrat auf dem Teller als auch in der Mitte gehobelt über einem Zitronensorbet. Der Feldsalat war in einer dickflüssigen Sauce (fast schon Paste verarbeitet). Alles war perfekt aufeinander abgestimmt. Die Säure des Sorbets wirkte hervorragend gegen die gewisse Schwere der Gänseleber und der Geschmack des Feldsalates passte auch perfekt. Ein rundum gelungener Gang. Zusätzlich war noch ein intensiver Bratenjus auf dem Teller, den hätt ich fast vergessen war lecker aber nicht notwendig.
                          Hummer, karamellisierter Kohlrabi, Lardo

                          Das zweite Mal Hummer in meinem Leben. Nach dem ersten eher enttäuschendem Mal in Köln war ich gespannt ob er mir diesmal besser schmeckte. Kurz gesagt er tat es. Der Hummer der aus Dänemark kam hatte einen feinen Eigengeschmack und die Süße wurde durch die Creme aus dem karamellisierten Kohlrabi noch unterstrichen. Der Lardo war hauchdünn darüber und brachte die gewisse würze trotz der etwas fragwürdigen Konsistenz.

                          Rotbarbe, exotisches Früchte-Tapioka, Sepiajus

                          Das kross gebratene dünne Stück der Rotbarbe lag auf einer Art Fruchtsalat. Tapioka kannte ich davor nicht und habe mich erst gewundert was die durchsichtigen Kügelchen in dem Salat waren. Außerdem bestand der Salat glaube ich noch aus Mango,Kiwi und weiteren exotischen Früchten. Der mit vermutlich Sepiatinte eingefärbte Kartoffelchip war nahezu geschmackslos, die Sepiajus dafür umso besser. Auch das Spiel mit den Temperaturen fand ich super.
                          Als kleine Erfrischung vor dem Hauptgang gab es:
                          Frischkäse, Rhabarber, Sellerie, Vanille

                          Ein sehr erfrischender Gang. Der Frischkäse zur Hälfte aus Ziegenmilch und zur anderen aus Kuhmilch war gefroren und wurde erst auf dem Tisch mit einem Rhababer-Sößchen übergossen. Der Würzige Frischkäse mit der Süße und der Säure vom Rhababer war genial, allerdings hätte ich den Sellerie nicht gebraucht. Vanille find ich sowieso immer super egal wo sie drin ist
                          Als Hauptgang gabs:
                          Mieral-Perlhuhn, Hokkaido-Kürbis, Miso, Algen

                          Bestand aus einem super zart gebratenem Stück aus der Brust, dazu gabs eine für mich perfekte Jus und den Kürbis aus zwei Arten. Einmal als Mouse und einmal als spalte. Beidemale sehr lecker. Außerdem gab es noch ein Stück von den Innereien, an welches ich mich gerade leider nicht erinner. Algen und Miso waren eher zurückhalten. Das Fleisch stand berechtigterweise klar im Vordergrund.
                          Nun zum Dessert es standen zur Auswahl:
                          Brin d'Amour-Tarte, eingelegte Tomaten
                          oder
                          Botanischer Garten bestehend aus:
                          Geeister Mais, Schokoladenblasen

                          Schokoladenhalbkugel, Yuzu-Sake, Litschi, Blutorange

                          Ich wählte die süße Variante.
                          Das Dessert kam in zwei Gängen. Zuerst der geeiste Mais in Form eines genialen Eises. Die blasenwerfende Schokoladensoße, die wie das Pulver darüber stark an Nesquick erinnerte war trotz dem lustigen Gag mit den Blasen nebensächlich. Das Eis war genial und hatte wegen dem Popcorn darunter auch einen gewissen Biss.
                          Das eigentliche Dessert war auch nichts gewöhnliches.
                          Die Schokoladenmouse in Form eines halbkreises hatte einen geeisten Creme Brulee Kern. Dieser war einem Vanilleeis geschmacklich bis auf die leichte Karamellnote sehr ähnlich. Ich bin kein großer Gelee Fan aber dieses hier aus einer mit Yuzu aromatisierten Sake war köstlich und passte super zum Litschisorbet. Als Untergrung lagen rote Streusel die nach Himbeere schmeckten, aber eigentlich wohl Blutorangengeschmack haben sollten, auf dem Teller. Ein durchwegs stimmiges Dessert dass ich mir bei der Fülle von Zutaten zuerst nicht dachte.

                          Zum krönenden Abschluss wurden uns dann wieder vier Kleinigkeiten gebracht.

                          die sinne verwöhnen:
                          Apfel im Glas

                          Olivenbrot
                          Tiramisu-Krokant
                          Ivoire, Gemüse, Essig


                          Gleich am Anfang zu einem der Höhepunkte des Abends. Der neu interpretierte Apfelkuchen im Glas. Er bestand aus einer mit Apfelsaft gefüllten Pipette an der eine kleine Kugel Apfel hang, dieser lag in einem Vanilleschaum mit gehackten karamellisierten Mandeln. Wenn man nun die Apfelkugel in den Mund nahm und auf die Pipette drückte, entfachte sich ein regelrechtes Geschmacksfeuerwerk im Mund welches einem Apfelkuchen echt sehr nah kam. Hier passte alles.
                          Das Olivenbrot war hauchdünn mit Schokolade überzogen und leicht gefroren. Ivoire kannte ich davor nicht, und weiß immer noch nicht wirklich was es damit auf sich hat. Diese war jedenfalls in einem Lutscher aus weißer Schokolade und gab wie die Olive beim Brot den gewissen Kontrast zur Süße. Den Essig sah man meiner Meinung nach nur auf der Karte.
                          Das Tiramisu Krokant bestand aus einem Tiramisu-Espuma in einer Krokanttüte. Nix besonderes aber dennoch lecker.

                          Vom anderen Menü kann ich nicht viel erzählen, außer dass meine Freundin ebenfalls sehr angetan war. Dies war ihr Menü:

                          Marinierter Lachs, Williams Granité, Bohnensud
                          Erbsen-Vélouté, Rehschinken, Morcheln
                          Confierter Kalbsrücken, Bärlauch-Aioli, Gatower Kugeln
                          Frischkäse, Rhabarber, Sellerie, Vanille
                          Milchlamm von der Müritz, Kerbelwurzel, Wiesenchampignons, Schmorsaft Bircher Müsli’, Dörrobst, Joghurt, Haselnuss-Eis

                          Fotos dazu folgen morgen.

                          Insgesamt kann ich nur sagen dass das Essen ein Tick besser war als im La Societe, die Küche aber natürlich auch komplett unterschiedlich ist. Der Sommelier und Miteigentümer war ebenfalls sehr freundlich und kam sehr locker rüber. Er empfahl uns zwei spanische Weine, welche meiner Meinung nach super zum Essen passten. (Mehr kann ich dazu auf Grund von Unwissenheit leider nicht sagen).
                          Fazit: Wenn ich wieder in Berlin bin, werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder ins Reinstoff gehen um zu sehen wie sich die Küche weiterentwickelt. Ich könnt mir gut vorstellen dass zum Beispiel der Gänselebergang an der **- Grenze lag. Dies sind aber nur Vermutungen da ich noch in keinem **-Restaurant essen war.
                          Nochmals vielen Dank für die Empfehlung
                          Grüße
                          ossobuco
                          Zuletzt geändert von ossobuco; 08.04.2010, 21:59.

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                          • #14
                            Zitat von ossobuco Beitrag anzeigen
                            Nochmals vielen Dank für die Empfehlung
                            Da ich mich auch ein bißchen angesprochen fühle, werter ossobuco, möchte ich Ihnen nur meine Freude rüberbringen, dass wir Ihnen ´was "Anständiges" empfohlen haben. Schön, dass es Ihnen im Reinstoff so gut gefallen hat! Ich glaube, dass man von diesem Team noch einiges erwarten darf!

                            Beste Grüße, Merlan

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                            • #15
                              Das denke und hoffe ich auch denn das junge Team ist wahnsinnig engangiert und freundlich. Außerdem ist es wegen dem geraden jungen Personal denke ich, auch gut für noch unerfahrene *-Restaurant Besucher für mich.
                              Ich werde das Restaurant aufjedenfall weiter empfehlen.
                              Grüße
                              ossobuco

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