Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Facil**

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Facil**

    Im alten Forum ist schon das ein oder andere zum Facil geschrieben worden. Im neuen hat mehr die Inneneinrichtung von sich reden gemacht. Warum also nicht mal wieder ein Bericht über den aktuellen kulinarischen Stand? Ich war im Dezember zum Mittagessen dort und habe Teile des Menüs gegessen.

    * Etouffe-Taube, gelbe Beete, Mohnöl und Holundergaspacho mit einem 2008er Frühburgunder von Meyer-Näkel: Das Fleisch war sehr schön zart gegart. Aber dem Gericht fehlte einfach die aromatische Konzentration, um die Zutaten voll wirken zu lassen. Die gelbe Beete war nahezu geschmackslos, die Holunderkompenente nur schwach konzentriert. Dies mag aufgrund der Platzierung im Menü sinnvoll sein, aber geschmacklich war es für mich der schwächste Gang.
    *Carabineiro mit Pumpernickelcrumble, Yuzu und Petersilie mit einem Pouilliy-Fumé: der Carabineiro war in Nussbutter gegart. Das gab texturell sowie aromatisch eine sehr schöne Brücke zwischen den "dunklen", kräftigen Aromen des Pumpernickel und dem "hellen" säuberlich-frischen Geschmack der Yuzo-Frucht. Die Pertersile ergänzte inform eines Schäumchens den richtigen Grad an Würze. Gut ausbalancierter, interessanter Gang. Für mich der beste des Menüs
    *Saibling auf Röstzwiebelsaft, Meerettich, und Gaisburger Marsch dazu ein 2004er Königsbacher Idig GG von A. Christmann: der Rötszwiebelsaft war in einer Kugel, die erst zerteilt werden musste. Er gab etwas süßliches, der Meerettich frische Schärfe, der/die/das (??) Gaisburger Marsch die Würze für den Hintergrund. Dies fügte sich mit den Reifearomen des Rieslings auf wunderbare Weise zusammen. Das Gericht ansich war für mich nicht ganz so stark, wie der Carabineiro, aber die Kombination aus Wein und Essen habe ich als hochgelungen empfunden.
    *Rinderfilet mit Wintergemüse, Quittenessig und Zimtblüte dazu Plan B, de Trafford, 2007: das Filet war gut gegart, das Wintergemüse bestand aus Kürbis und Quitte - wenn ich mich recht entsinne. Die Zimtblütensauce gab etwas Exotik. Der Wein war hochgradig lecker. Aber dennoch war dies für mich nicht kein beachtenswerter Gang, der in irgendeiner Form herausstach.
    *Rote Feige mit Nizzaolive, Schokolade und Banyuls. Ein schokoladenbasierter Nachtisch. Ein schmackhafter Nachtisch, aber nichts zum schwelgen oder länger daran denken.

    Das Gesamtfazit: für mich eine etwas wechselhafte kreative Qualität der Gänge, kein Ausfall, aber nicht alles bleibt als etwas Besonderes im Gedächtnis, also das, was man bei den Bewertungen der Führer in dieser Kategorie erwarten darf. Hinzu kommen für mich ein fair kalkulierter Menü- und noch fairer kalkulierte Weinpreise. Also: ein erfreulicher Mittag im winterkalten Berlin.

  • #2
    Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
    der/die/das (??) Gaisburger Marsch
    der der der

    Kommentar


    • #3
      Am 10.09.2010 titelte der Berliner Tagesspiegel: „Michael Kempf ist der Berliner Meisterkoch 2010. Er wurde von einer Jury für beständige Weiterentwicklung und seinen persönlichen, durch überraschende Aromenkombinationen gekennzeichneten Stil geehrt.“

      Just am Vorabend dieser Auszeichnung konnten wir uns von der Küche des Meisters persönlich überzeugen und fanden das Juryurteil durchaus bestätigt.

      Über das Ambiente des Facil ist schon viel Positives geschrieben worden. Klare Formensprache, geschmackvolle Einrichtung, angenehme Atmosphäre. Der Service ist aufmerksam, freundlich und taut auf, wenn der Gast eindeutige Signale gibt, dass mehr Kommunikation gewünscht ist als die üblichen Artigkeiten. Sehr angenehm beim Smalltalk, sehr kompetent in Fachfragen!

      Michael Kempfs Küche liest sich in der Menükarte sehr spannend. Die Beschreibungen werfen allerdings etwas viel mit nicht jedem geläufigen Zutaten um sich, die sich anschließend geschmacklich nicht unbedingt erschließen. So lautet die Vorspeise etwa: Gelbflossenmakrele, Blumenkohl Escabeche, Kalamansi und Ponzu. Auf den Teller übersetzt bedeutet es lediglich, dass die Makrele mit Kalamansi (Kreuzung aus Kumquat und Mandarine) und Ponzu (japanische Gewürzsauce) und die Mini-Blumenkohlröschen in einer Escabechesosse (span. Essigsosse) mariniert wurden. Ein sehr puristisch, geschmacklich äußerst zurückhaltender Gang, der nach der Beschreibung mehr versprochen hat.

      Genial dagegen der Zwischengang: Landei, Malabar-Spinat, Senf und Pfeffer-Karamell.Das pochierte wachsweiche Ei wurde mit dem Bunsenbrenner leicht karamellisiert und verband sich auf wunderbare Art und Weise mit dem Spinat und einer Pommery-Senf-Creme.
      Löffel für Löffel purer Wohlgeschmack!

      Dass Kempf ein Meister von überraschenden und dennoch stimmigen Geschmackskombinationen ist, zeigte sich beim Müritz-Saibling mit Grapefruit, Birne und Akazien-Nussbutter. Das buttrige Röstaroma gab dem Saibling etwas Herbes, das einen spannenden Kontrast zu den Grapefruit- und Birnenwürfeln bildete.

      Hauptgang war ein Adlerfisch mit Gartenkresse, Tapioka, Karotten und Sellerie.Sehr schön auf der Haut gebratener saftiger Fisch, leider ohne interessante Begleitung, wobei nicht nachvollziehbar war, dass Kempf das geschmacksneutrale Stärkemehl Tapioka für besonders erwähnenswert hält. Auch hier hatte man das Gefühl, dass exotisch klingende Zutaten etwas blenden sollten.

      Überraschender Käsegang: Crottin de Chavignol mit Zwetschge, Süssdolde und Prelibato.Ja, auch hier wieder ein bisschen „Geklingel“, aber der weiße Balsamico passte sehr gut zur Zwetschge, die eine geschmacklich attraktive Verbindung mit dem Crottin einging, der allerdings etwas weicher hätte sein können.

      Auf „Mehr-Sterne-Niveau“ das Dessert: Exotische Tanariva-Schokolade, Mango und Atsina-Kresse.Handwerklich, optisch, geschmacklich perfekt und unbeschreiblich gut!

      Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Menüportionen angenehm klein sind, so dass auch das große Menü gut zu schaffen ist. Etwas zu „mini“ sind allerdings die Amuse bouches. Sowohl der Labskaus mit Karottensüppchen als auch das Rinderfilet mit Birne und Maracuja waren so winzig portioniert, dass man keinen nachhaltigen Geschmackseindruck gewinnen konnte.

      Fazit: Eine empfehlenswerte Adresse in Berlin. Kempf kocht auf sicherem Sterneniveau mit einigen „Ausreißern“ nach oben. Er sollte sich aber nach fast acht Jahren im Facil entscheiden, ob ihm das Erreichte genügt, oder ob er mehr will. Will er mehr, dann müssen die „Ausreißer“ Standard werden!

      Beste Grüße, Merlan

      Kommentar


      • #4
        OT Facil ganz kurz:
        Hier war ich mittags vorletzten Donnerstag, für mich insgesamt *- bis */15+GMP. Der freundliche, aber sichtlich unerfahrene Service (Timing/Aufmerksamkeit, auf den Boden gefallener Bröselschieber wird weiter amNachbartisch eingesetzt) und manch unausgegorener Gang (Algen und derer zuviel zur Entenleber fand ich, sagen wir mal, speziell), sonst sehr solide mit kleinen Erfrischenden Momenten. Insgesamt kann ich Raues Meinung hierzu teilen. Aber dennoch ein gutes PLV.
        Ich würde nächstes mal in Berlin zu Lohse/Hoffmann/Kemppainen gehen.
        :cheers:


        Liebe Mods, den Beitrag bitte gern auch an die richtige Stelle kopieren, pardon und Danke.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
          OT Facil ganz kurz:
          Insgesamt kann ich Raues Meinung hierzu teilen.
          Hat Raue tasächlich was zum Facil gesagt? Oder stehe ich auf dem Schlauch, werter Sphérco?

          Beste Grüße, Merlan

          Kommentar


          • #6
            Zu den architektonisch schönsten Restaurants in Berlin gehört ohne Zweifel das „Facil“ im „The Mandala Hotel“ am Potsdamer Platz. Beeindruckend: der gläserne Pavillon, von langstieligen Pflanzen eingewachsen und dennoch hell, nobel in der Einrichtung und Farbgestaltung sowie großzügig in seiner Höhe. Fotografische Abbildungen vermögen die Wirkung dieses Raumes allenfalls anzudeuten. Wir, die lukullisch eingespielte „Dreier-Bande“, nahmen Platz und zwei von uns das große achtgängige Menü. Der Dritte im Bunde wählte fünf Gänge aus dem Mittagsangebot, das (in diesem Fall mit € 65) preislich im Verhältnis deutlich unter dem liegt, was für das große Menü verlangt wird (nämlich € 140) und sicher nicht weniger zu bieten hat. Ein tolles Angebot!

            Die uns zugedachte Servicekraft müsste noch ihre jugendlich-forschen Kanten abrunden, denn der junge Mann in seinem misslungenen Bemühen um Gewitztheit strahlte eine Überheblichkeit aus, die uns gleich unangenehm auffiel. Der umso sympathischere Restaurantleiter Manuel Edwin Finster war leider anderweitig beschäftigt und kam nur einmal kurz an den Tisch. Von ihm bedient zu werden, wäre uns deutlich lieber gewesen.
            Der Sommelier im „Facil“ ist seit Jahren Felix Voges. Was er uns an begleitenden Weinen empfahl, war rundweg stimmig (im Folgenden der Kürze halber nur die Highlights). Erfreulicherweise fanden wir auch bestätigt, dass er ohne großes Aufhebens nachschenkte, wenn uns ein Tropfen besonders mundete. Seltsam nur, dass er dies mit fast übergroßem Ernst tat und beinahe schon etwas Eisiges ausstrahlte. Wenigstens ein Lächeln (wie es uns etwa die weiblichen Bedienungen wiederholt schenkten) hätte gut getan – und auch mehr Entspannung während önologischer Diskussionen, die, führt man sie begeistert und neugierig, ja äußerst spannend sein können. Oder könnte ein Sommelier, der sich seiner Sache sicher ist, dem Gast nicht einfach seine Meinung lassen – und dabei, wie gesagt, souverän lächeln? Wir sahen jedenfalls bestätigt, was schon mancher Gast zuvor moniert hatte: Herr Voges gehört nicht eben zu den Charmebolzen und schon gar nicht zu den klugen Didaktikern unter den Sommeliers.

            Ich war Mitglied der Fraktion „Acht Gänge“ und kann vorweg sagen, dass sie im Großen und Ganzen Michael Kempfs Ruf – immerhin „Berlins Meisterkoch des Jahres 2010“ – bestätigen konnten. Zu kleinen Schwächen gleich mehr.

            Im Einzelnen wurde serviert:

            Zwei Amuse bouches, einmal Leicht geräucherte Wachtelbrust auf Rote-Bete-Gazpacho (als Portion eine Miniatur, als Aromenanschubser aber gelungen, vor allem das geschmacklich intensive Gazpacho) sowie Garnele mit Gurke und Nussbutterschaum (ebenfalls als Miniatur gereicht, von der man mehr hätte haben wollen. Vielleicht wird sie mal zu einer echten Vorspeise geadelt?).

            Einen aromatisch frischen und optisch freundlichen Auftakt bildete unser erster Gang, Jakobsmuschel, Holzkohleöl, Piemonteser Haselnüsse und Amalfi-Zitrone, den ich allerdings noch vergnügter hätte genießen können, wäre die Jakobsmuschel nicht beinahe kalt serviert worden. Ich bin sicher, so war es nicht gedacht, denn mein Gourmetkollege hatte in puncto Temperatur nichts zu bemängeln.

            Diese Schwäche war umso befremdlicher, als sie beim nächsten Gang, Flussbarsch aus der Müritz mit Birne, Bohne und Speck, erneut auftrat. Der Fisch auf meinem Teller war kross gebraten, auf der Haut aber beinahe schwarz – und innen erneut untertemperiert sowie fast trocken. Schade, denn geschmacklich war diese Kreation vortrefflich.

            Der Gang, von dem ich mir am wenigsten erwartet hätte, erwies sich wiederum als Volltreffer: Gelbe Bete mit Falafel, Blaumohn und Holunder-Gazpacho – wie man sieht, ein vegetarisches Gericht, wozu ja durchaus Mut gehört (wenn man nicht Michael Hoffmann heißt und gleich ein ganzes Menü in dieser Form kreiert). Die Aromenkomposition fand ich sehr ansprechend, insbesondere die Blaumohn-Beigabe im Zusammenspiel mit dem Holunder war ein echter Gaumenschmeichler.

            Der darauf folgende Gang, Calamaretti, Risotto von Sieglinde-Kartoffeln und Liebstöckel, wurde in einem schmalen, hohen Gefäß serviert und bildete einen weiteren, wenn nicht den Höhepunkt des Menüs, denn er erwies sich als echter „Schmackofatz“, der Löffel für Löffel glücklich machte: das Risotto dieser besonderen Art bildete ein ungemein sämiges Bett für die Calamaretti, die in puncto Konsistenz (zart und doch fest) und Geschmack (subtile Säure) einen gelungenen Kontrapunkt setzten.

            „Zweimal Hirsch?“, wunderte man sich dann über die beiden Hauptgänge, doch Herr Kempf wusste natürlich, was er tat: Rücken vom Flaminger Damhirsch, Muskatkürbis, Radicchio Tardivo und Malve war ein Beispiel für echte Autorenküche, die hohe Bewertungen rechtfertigen und ihn schon in jungen Jahren als Meister ausweisen. Michael Kempf ist ein echter Kreativer – und erfreute uns als ausgewiesene Beuscherl-Fans umso mehr, indem er Hirschbeuscherl, Spitzkohl, Feige und Tasmanischer Pfeffer folgen ließ, erneut sehr ansprechend in einer schmalen Glasschale serviert, aus der man das Leckerli wunderbar löffeln konnte. Zu beiden Gerichten hätte man sich zwar noch manch andere Weinempfehlung vorstellen können. Mit dem „Spätburgunder RS 2007 Reserve“ vom mir bestens vertrauten Weingut Salwey aus Oberrotweil am Kaiserstuhl zum Hirschrücken lag Herr Voges aber allemal richtig. Uneins war er jedoch mit meinem Tischkollegen, was die Ausgeprägtheit der Barriquenote im zum Beuscherl gereichten Corbières „Cuvée Étoile“ 2005 vom Chateau Pradines d’Amont anbetraf. Eines wurde auch hier deutlich: Dreinreden lässt ein Herr Voges sich nicht!

            Einen gelungenen Abschluss bildete ein Chaource mit Ajvar und Kreuzkümmel und das betörende Dessert, Pur Madagaskar-Schokolade, Pitahaya und Banane. Beide zeigten Michael Kempfs Affinität zu Exotischem, doch schon fast Erotisches ließ sich den beiden Kreationen mindestens optisch ebenfalls nachsagen. Gesondert erwähnt sei jedoch das Wein-Highlight des Menüs, das dem Gourmetkollegen mit den fünf Gängen schon zuvor kredenzt worden war, bis dann auch wir „Achtgängler“ dieses Vergnügens teilhaftig werden durften (und nicht mehr neidisch sein mussten): Philip Kuhns Riesling „Laumersheimer Steinbuckel GG 2008“ aus der Pfalz – honigfarben, auch im Bukett mit entsprechenden Anklängen, sowie Noten von Weinbergpfirsich, Aprikose, Mango und Melone, ein Schmeichler im Mund und herrlich lange im Abgang. „Welch göttlicher Nektar!“, hätte man ausrufen mögen, doch in diesen heil’gen Hallen galt es, die Contenance zu wahren. Für diese Entdeckung mussten wir Herrn Voges dankbar sein, dessen Fachkompetenz wir ja keineswegs bestreiten wollen.

            Fazit: Schon von anderen wurden Michael Kempf „Ausreißer nach oben“ attestiert, der ein Anwärter auf einen zweiten Stern wäre, verwandelten sich die Ausnahmen in Kontinuität. Diesen Aufstieg wissen aber auch noch die „Ausreißer“ in die andere Richtung zu verhindern. Sicher ist aber: Kempf sprüht nur so vor Ideen (unser „Fünfgängler“ am Tisch schwärmte besonders von der Suppe von Bauer Grübels Sellerie mit eingelegter Taubenbrust), bedient sich verschiedener Kulturen in Sachen Würzung und Zutaten, ohne dass es beliebig wirkt, denn der exotischen Linie bleibt er ja treu, und vermählt Leichtigkeit mit Aromenstärke, die nie protzig wirkt, sondern dem Gaumen tatsächlich schmeichelt. Ich begegnete dem jungen Meister zufällig auf dem Gang, hätte aber gerne auch noch am Tisch mit ihm geplaudert. Die Tradition, sich den Gästen zu zeigen, scheint er jedoch nicht etablieren zu wollen. Ist auch in Ordnung. Alles in allem verlebten wir einen kulinarisch erfreulichen Mittag – nehmen uns das nächste Mal aber vor, Herrn Voges zum Lachen zu bringen und Herrn Finster dazu zu bewegen, sich für uns zuständig zu fühlen (auch wenn ich natürlich keine Ahnung habe, wie das jeweils anzustellen wäre...).

            Der abschließende Rat ans „Facil“ (der mir selbst nicht als besserwisserisch ausgelegt werden möge): mehr Entspannung als Gedöns (siehe etwa die zu Beginn vom Service in den Schoß gelegte Serviette – zugleich eine Grenzüberschreitung ins Intime...), mehr Hedonismus denn Besserwisserei (siehe Herrn Voges’ kühle Arroganz bzw. die Überheblichkeit unserer männlichen Servicekraft, deren Namen uns leider unbekannt blieb) sowie eine noch peniblere Qualitätskontrolle am Pass könnten dazu beitragen, dieses Restaurant zur Nr. 1 mindestens in Berlin zu machen.
            Zuletzt geändert von Tobler; 06.11.2010, 12:08.

            Kommentar


            • #7
              Werter Tobler, leidgeprüft ob der ausbleibenden Reaktionen auf meinen Bericht von vor zwei Monaten, habe ich einfach das Bedürfnis, Ihnen zumindest für Ihre Mühe zu danken, die Sie sich mit dem ausführlichen Bericht gemacht haben.

              Ich denke, Sie haben das Facil ganz ähnlich wie wir gesehen und beurteilt. Das Restaurant ist zweifellos eine lohnenswerte Adresse, wenngleich ihm hier und da etwas mehr Feinschlief in Küche und Service gut täte.

              Beste Grüße, Merlan

              Kommentar


              • #8
                Ein Danke, auch von meiner Seite. Zwar steht ein Facil Besuch trotz einem hoffentlich baldigen Berlin Aufenthalt nicht auf meiner Wunschliste, dennoch freue ich mich über jeden neuen,guten Restaurantbericht den ich hier lese.
                Das Menü wär auch was für mich gewesen, obwohl ich mich beim Hirschbeuscherl überwinden hätte müssen.

                Grüße
                ossobuco

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                  Werter Tobler, leidgeprüft ob der ausbleibenden Reaktionen auf meinen Bericht von vor zwei Monaten, habe ich einfach das Bedürfnis, Ihnen zumindest für Ihre Mühe zu danken, die Sie sich mit dem ausführlichen Bericht gemacht haben.
                  Werter Merlan, der Dank ist ganz meinerseits. Tatsächlich sieht man immer mal wieder, dass sich Forumsmitglieder bei Berichten z. T. große Mühe geben und die Reaktion recht dürftig ist oder, wie in Ihrem Fall, sogar ausbleibt. Dafür habe ich auch keine Erklärung. So kann man es immerhin für sich selbst tun, sprich den Rückblick analytisch in Worte fassen und seinen persönlichen Spaß daran haben. Schöner ist's aber immer, wenn dies auch bemerkt und geschätzt wird!

                  Im Fall des "Facil" scheinen wir uns tatsächlich einig zu sein. Ein erneuter Besuch in einiger Zeit könnte Aufschluss darüber bringen, ob dort Entwicklung möglich ist. Ich habe ihn mir jedenfalls vorgenommen.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von ossobuco Beitrag anzeigen
                    Das Menü wär auch was für mich gewesen, obwohl ich mich beim Hirschbeuscherl überwinden hätte müssen.
                    ossobuco
                    Das geht ja manchen so, doch ggf. hätte sich der Gang sicherlich austauschen lassen, z. B. gegen einen Gang aus dem Mittagsmenü:

                    http://www.facil.de/mittag.php

                    Da hätten Sie bestimmt etwas gefunden, oder?!

                    Kommentar


                    • #11
                      Ich kann Ihre kulinarischen Eindrücke bestätigen. Ich habe dies bei eigenen Besuchen ähnlich erlebt und auch sonst immer wieder so gehört. Ich denke, das Potenzial dafür, "Ausrießer nach oben" konstant liefern zu können sind vorhanden. Meine Vermutung ist mittlerweile, dass es im Berliner Markt vielleicht nicht wirtschaftlich erscheint, die für höhere Bewertungen notwendige Investitionen in mehr Personal vorzunehmen und man lieber im sicheren Ein-Sterne-Plus-Niveau verbleibt.

                      Kommentar


                      • #12
                        Um mehr Personal ginge es im Fall des "Facil" ja nicht einmal, sondern um das "richtige"! Wie erfrischend anders es sein kann, sieht man z. B. in der "Weinbar Rutz" oder, laut Hörensagen, im "Reinstoff".

                        Kommentar


                        • #13
                          Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                          mehr Feinschlief in Küche und Service Beste Grüße, Merlan
                          Verschreiber des Monats?
                          Beste Grüße
                          Daurade

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von Daurade Beitrag anzeigen
                            Verschreiber des Monats?
                            Touché, werter Daurade!

                            Kommentar


                            • #15
                              …sehr zufrieden!

                              Ein, zwei Anmerkungen habe ich, zu dem Bericht von Tobler noch hinzuzufügen. Immerhin war ich einer der drei Teile dieser illustren Tafelrunde.

                              Alles in allem hat Tobler die Abfolge treffend beschrieben.

                              So waren die zwei Amouse bouches eben genau das was man als Eröffnung zu unserem großen Menü erwarten darf – schlicht köstlich.

                              Der erste Gang, also die Jakobsmuschel, war bei mir im Gegensatz zu Tobler, genau richtig. Wohlschmeckend, schöne Konsistenz, der Gang fein im Aroma und gut auf die einzelnen Zutaten abgestimmt.

                              Der Flussbarsch war eine gelungene Fortführung. Mein Fisch auch cross gebraten, mir nicht zu dunkel und heiß serviert – die B-B-S-Beilage sehr schön darauf abgestimmt. Bei Tobler war da wohl zum zweiten Mal etwas schief gelaufen, er kam gar nicht dazu zu monieren – wir waren mit Essen, Wein und Gespräch zu sehr vertieft und beschäftigt… bei kaltem Fisch wäre es wohl kein Problem gewesen, diesen Gang zurück gehen zu lassen…

                              Wie auch immer. Auch ich empfand den Gemüsegang als eine absolute Bereicherung in der Menüabfolge. Da Gemüse richtig zubereitet doch sehr nuancenreich im Geschmack sein kann, was hier bewiesen wurde. Auch die Holundergazpacho war sehr elegant abgeschmeckt. Erstaunt war ich über die Falaffel, die mir vom Geschmack fast schon zu gewöhnlich waren – schmeckten sehr gut, aber eben nur so wie ich sie bisher auch immer gegessen habe.

                              Die Calamaretti & Risotto = ein Traum. Tobler ist hier nichts hinzuzufügen.

                              Den Hirschrücken fand ich umwerfend gut, selten so zart gegessen. Sehr schön vorallem in Kombination zum Spätburgunder, von dem ich mir gleich noch einmal habe nachschenken lassen (zum Wein im Anschluss gleich mehr).

                              Das Beuscherl, ich bin ein ausgewiesener Beuscherl-Fan, fand ich sehr interessant. Wobei ich dieses Gericht nicht zu der Kategorie Beuscherl gezählt hätte. Mir schmeckt das Beuscherl am besten, wenn es die notwendige Säure und Sämigkeit hat. Das war hier nicht der Fall. Dennoch war das feingehackte Hirschklein samt Zutaten ein sehr schöner Schlussakkord zu den Warmspeißen. Der Corbières dazu war als Wein interessant gemacht, das Barrique mir jedoch nicht gut genug eingebunden, geschmacklich zu vordergründig – solcherlei Tropfen gefallen mir nicht wirklich.

                              Darüber hatte ich mit Herrn Voges kurz diskutiert, der das anders sah und mich auf den nachfolgenden Kuhn Riesling verwies wo das Barrique doch viel extremer zu Tage treten würde. Hier stimmte ich ihm zu, aber es war besser montiert, unterstützte die Gesamtnote ohne dabei federführend sein zu wollen…

                              Kurze Anmerkung: bis auf den Corbières fand ich die Weinauswahl Voges klasse und ich habe kein Problem damit auch einmal "andere" Tropfen zu trinken, die bei mir zuhause nicht ins Glas kämen. Mit der eher reservierten Art Herrn Voges kam ich gut zu recht – wobei es sicher Sommeliers gibt die ihren Job mit mehr kommunikativer Hingabe verrichten, Geschmacksache eben. (Allerdings habe ich während unseres Menüs ein, zwei Kommentare über die ausgeschenkten Weine an unseren Nebentischen aufgeschnappt, die Herrschaften dort tranken die gleichen Tropfen wie wir. Was da zum Teil an Blödsinn verzapft und eben dies mit Herrn Voges zu thematisieren versucht wurde – ich kann ihn verstehen, wenn er sich lieber des öfteren vornehm zurück hält und seinen Job macht!

                              Den Käsegang fand ich einfallsreich und schön als Übergang zum Nachtisch gewählt. Cremig, würzig, angenehm scharf und in Kombination mit dem Riesling sehr ansprechend.

                              Der Nachtisch
                              war toll. Den Süßwein sparte ich mir und blieb noch mit einem Glas mehr beim Kuhn.

                              Fazit: hohe Kochkunst im Facil und auch wenn nicht jeder Gang ein Ausreißer nach oben war, war ich bei keinem Gang unzufrieden – im Gegenteil! Ich fühlte mich hier in jeder Hinsicht sehr gut aufgehoben (vorallem wenn ich diesen Tag mit meinem letzten Besuch von vor vier Wochen im Fischers Fritz vergleiche, würde ich Kempf höher, weil ideenreicher und besser abgeschmeckt einstufen wollen). Der zum Teil etwas schnippige Ton einer Servicekraft sollte wohl Berliner Stil sein, locker wirken – kam trotzdem anders an, na ja und auch das Servietten-in-den-Schoß-legen empfand ich auch als komplett daneben solcherlei Bevormundung hat mit Service nichts zu tun… das sei aber nur am Rande erwähnt. Ich komme sehr gerne wieder und ich hoffe in Kürze schon!
                              Zuletzt geändert von wanderin_star; 08.11.2010, 00:22.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X