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  • QWERTZ
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    Da ich für unseren Club-Abend im Horvath ein eher leichtes Dinner erwartete (Fehlschluss), dachten Bookholder und ich, es sei doch eine gute Idee, zum Lunch ins Facil zu gehen. Mein letzter Besuch liegt neuneinhalb Jahre zurück. Schade eigentlich denke, ich mir, dass es so lange gedauert hat, bis ich mal wieder den Weg in dieses Restaurant gefunden habe. Denn die Atmosphäre in dem Wintergarten inmitten der Hochhäuser des Potsdamer Platzes ist wunderschön. Aber das liegt einfach daran, dass Berlin inzwischen gastronomisch derart quirlig ist und man natürlich auch erstmal das Neue besuchen möchte. Aber inzwischen ist die Lunch-Konkurrenz in Berlin ja deutlich reduziert. Aber das Berlin hat standhaft weiter mittags und abends und von Montag bis Freitag geöffnet, sodass sich gerade mit den Schließtagen anderer Restaurants schöne Kombinationsmöglichkeiten ergeben.

    Zum Auftakt gibt es einige Kleinigkeiten, die allesamt sehr fein gearbeitet sind.
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    Als „großes“ Amuse wird ein Chawanmuschi serviert – eine derzeit ja unvermeidliche Zugbereitung. Diese Kombination ist doch verhältnismäßig salzig abgeschmeckt. Ob das von einem Gel, der Eicreme oder den begleitenden Produkten herrührt, kann ich nicht ganz identifizieren.
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    Wir wählen fünf Gänge aus dem Abend-Menü. Die Küche bietet uns ein Überraschungsmenü an, was dazu führt, dass Bookholder und ich jeweils unterschiedliche Gänge erhalten. Einige Bilder seiner Gänge habe ich ja schon im vorherigen Post gezeigt . Ich bitte lediglich darum, die Auster mit dem Schweinebauch in mein Menü einzubauen. Dieser Gang spricht mich aus der Karte am meisten an und erweist sich hinterher auch als mein Liebling.

    Isländischer Lachs, Wilder Blumenkohl und Curry-Aromen eröffnet mein Menü. Der Lachs bestimmt mit einer Fleischigkeit das Gericht. Die Sauce ist leicht angedickt und hat ein fruchtiges Aroma. Dazu sind die vegetabilen Noten und der Curry etwas dezenter zu schmecken.
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    Canneloni von Ricotta und Knollensellerie, Zucchini und Taggiasca Olive – hier mit einem Pesto, vermutlich weitgehend aus Petersilie. Zwar kleidet der Ricotta den Mund ziemlich aus, aber die leichten Bitteraromen, die das Pesto verbreitet und wohl auch von der Olive, nehmen dem Gericht die Mächtigkeit. Angegossen ist ein sehr guter Fond aus Roscoff-Zwiebel, die mit einer gewissen süßlich-würzigen Note das Gericht noch interessanter macht.
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    Gillardeau-Auster und Imerpial-Kaviar, Schwäbisch-Hallischer Schweinebauch und Grüner Kardamom geht sehr gut auf. Der Schweinebauch und die Austern passen wegen ihrer aromatischen Rustikalität perfekt zusammen. Der Kardamom aus der Sauce kommt mit einer angenehmen, mittleren Intensität dazu, die gut schmeckbar, aber nicht überbordend ist. Ein paar Säureakzente sind auch noch wahrnehmbar. Obwohl sehr viel auf der Zunge passiert, ist der Kaviar in dem Gericht angenehm präsent. Eine komplexe und gut ausbalancierte Kombination.
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    Skirt Steak vom Black Angus-Rind, Linse, Reiskraut und Chinakohl ist ein sehr gelungener Hauptgang. Das Fleisch hat eine tolle, weiche Konsistenz und ist aromatisch. Interessant ist der Geschmack der fermentierten Linsen, die einen dezenten Säureeffekt haben. Dazu gibt es einen Klecks eines recht kräftig reduziertem Rinderfond. Dies sieht zunächst nach sparsamer Dosierung aus, aber, um die weiteren Aromen auch des Kohls gut zur Geltung kommen zu lassen, ist diese Menge optimal, weil das Geschmacksvolumen des Fonds nicht alles überstrahlt.
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    Wolke heißt das Dessert. In den aus leichter weißer Schoko-Creme bestehenden Kugeln befinden sich Cremes aus Mango, Litschi Kokos und Bahibe Schokoluade in verschiedenen Konsistenzen. Da immer mit der Creme nur ein Aroma präsent ist, bietet das Dessert eine Abfolge relativ klarer Geschmäcker. Optisch ist es ein Hingucker. Abe es ist eben eine Abfolge von jeweils zwei Aromen und keine komplexe Kombination.
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    Die Küche von Michael Kempf ist nicht leicht auf einen Punkt zu bringen, weil alles in gewisser Weise die goldene Mitte trifft. Die Gerichte sind komplex, aber nicht überkomplex. Sie sind harmonisch, aber es gibt auch Kontraste, sie sind fein abgestimmt, aber nicht filigran, haben Ausdruckskraft, sind aber nicht forciert. Die Kombinationen sind außergewöhnlich, aber nicht experimentell. Was dann schnell Gefahr läuft, ins gefällige Mittelmaß abzurutschen passiert hier nicht. Alles wirkt stimmig und macht Lust auf Genuss.
    Das Facil ist einfach ein sehr schönes Restaurant, das gerade zum Lunch eine schöne Atmosphäre bietet, egal ob man aus der Mittags- oder der Abendkarte wählt.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Lieber merlan, danke für den Bericht. Ich war Anfang Mai mit Bookholder im Facil und wir haben zum Lunch ebenfalls das Abendmenü gegessen. Wir hatten jeweils fünf Gänge aus dem Menü und uns wurde angeboten jedem von uns jeweils einen anderen Gang zu servieren. Passenderweise hatte ich keine der von Ihnen genossenen Gerichte, aber konnte so alle im Bild festhalten (außer den ersten, denn da war ein Spargelgericht im Menü).

    Rochen
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190503 Facil2.jpg Ansichten: 1 Größe: 60,5 KB ID: 63789
    Langoustino
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190503 Facil1-2.jpg Ansichten: 40 Größe: 56,8 KB ID: 63792
    Taube
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190503 Facil3.jpg Ansichten: 1 Größe: 58,9 KB ID: 63790

    Dessert
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    Ich haue dann mal in die Tasten und stelle alsbald meine Gänge samt Bericht hier ein...
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 30.06.2019, 19:21.

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  • Tobler
    antwortet
    Vielen Dank für den Bericht, werter merlan. Das "Facil" gewinnt wieder an Kredit bei mir.


    Zitat von merlan Beitrag anzeigen

    Auch der Service hat uns sehr gut gefallen. Engagierte junge Leute neben dem „schon immer dagewesenen“ Sommelier Herrn Voges, der völlig unprätentiös agiert und zu allem, worauf man ihn anspricht, klar seine Meinung sagt. Wir empfanden das trotz anderslautender Bekundungen hier im Forum als absolut in Ordnung. Herr Voges redet seinen Gästen zweifellos nicht nach dem Mund, aber das kann man auch als Charakterstärke werten und nicht als bloß „meinungsstark“ abtun.
    Der Begriff "meinungsstark" in Bezug auf Herrn Voges stammte ja von mir und ist natürlich eine Art augenzwinkernder Euphemismus. Er sollte beschrieben, dass dieser Sommelier einerseits sehr klare und zweifellos kompetente Vorstellungen von der Weinauswahl hat – und das ist sicherlich nicht von Nachteil –, andererseits aber nicht so sehr darauf aus ist, dies auch mit dem Gast abzustimmen, wenn er nicht ausdrücklich darum gebeten wird. Just diese entspannte Fähigkeit bzw. Flexibilität würde ich mir von einem sehr guten Service aber schon wünschen.
    Wir haben genau das erst kürzlich auf wunderbare Weise am Beispiel des Berliner Kollegen Herrn Macionga erlebt, der offenkundig eine Freude daran hatte, den gewohnten Weg zu verlassen und sich auf Grund bestimmter Vorlieben und Abneigungen – er hatte ursprünglich gleich drei Süßweine zu den Gängen vorgesehen – etwas Neues auszudenken. Man kann so was ja auch sportlich nehmen. Das Ergebnis war dann auch wirklich großartig, und so waren alle Beteiligten zufrieden.

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  • Tobler
    antwortet
    Vielen Dank für den Bericht, werter merlan. Das "Facil" gewinnt wieder an Kredit bei mir.

    Auch der Service hat uns sehr gut gefallen. Engagierte junge Leute neben dem „schon immer dagewesenen“ Sommelier Herrn Voges, der völlig unprätentiös agiert und zu allem, worauf man ihn anspricht, klar seine Meinung sagt. Wir empfanden das trotz anderslautender Bekundungen hier im Forum als absolut in Ordnung. Herr Voges redet seinen Gästen zweifellos nicht nach dem Mund, aber das kann man auch als Charakterstärke werten und nicht als bloß „meinungsstark“ abtun.

    Der Begriff "meinungsstark" in Bezug auf Herrn Voges stammte ja von mir und ist natürlich eine Art augenzwinkernder Euphemismus. Er sollte beschrieben, dass dieser Sommelier einerseits sehr klare und zweifellos kompetente Vorstellungen von der Weinauswahl hat – und das ist sicherlich nicht von Nachteil –, andererseits aber nicht so sehr darauf aus ist, dies auch mit dem Gast abzustimmen, wenn er nicht ausdrücklich darum gebeten wird. Just diese entspannte Fähigkeit bzw. Flexibilität würde ich mir von einem sehr guten Service aber schon wünschen. Wir haben genau das erst kürzlich auf wunderbare Weise am Beispiel des Berliner Kollegen Herrn Macionga erlebt, der offenkundig eine Freude daran hatte, den gewohnten Weg zu verlassen und sich auf Grund bestimmter Vorlieben und Abneigungen – er hatte ursprünglich gleich drei Süßweine zu den Gängen vorgesehen – etwas Neues auszudenken. Man kann so was ja auch sportlich nehmen.

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  • merlan
    antwortet
    Wenn einem in Berlin nicht der Sinn nach verkopfter oder reduzierter Hipster-Küche steht, dann gibt es Gott sei Dank auch noch ein paar verlässliche feine Adressen, die edles Ambiente mit herausragender Küchenleistung verbinden. Eine solch verlässliche Adresse ist zweifellos das Facil am Potsdamer Platz. Wir waren schon ewig nicht mehr dort, weil es in Berlin immer etwas anderes Spannendes auszuprobieren galt. Vor fast zehn Jahren schrieb ich in diesem Forum: Eine empfehlenswerte Adresse in Berlin. Kempf kocht auf sicherem Sterneniveau mit einigen „Ausreißern“ nach oben. Er sollte sich aber nach fast acht Jahren im Facil entscheiden, ob ihm das Erreichte genügt, oder ob er mehr will. Will er mehr, dann müssen die „Ausreißer“ Standard werden!“ Er hat sich bekanntlich in die letztere Richtung entwickelt und hält seit 2013 den zweiten Stern. Zu Recht und durchgängig bei allen von uns probierten Gängen.

    Unser Menü:

    Saibling, Chawanmushi, Kaviar

    ------------------------------------------


    Blackmore Wagyu Rostbeef
    Ceviche-Aromen, Tomaten-Marmelade und Baharat

    Rochen „Grenobler Art“
    Petersilie Kapern und Zitrone

    Langoustino
    Brokkoli, Alge und Earl-Grey-Tee

    Brust der Etouffe-Taube
    Mangold, Brombeer-Esig und Bockshornklee

    Java
    Mango, Paranuss, Kräuter und Schokolade


    Die Gerichte von Kempf sind harmonisch durchkomponiert, also ohne Ecken und Kanten und am durchschnittlichen Wohlgeschmack orientiert. Die gefundenen Geschmacksbilder sind dabei aber durchaus eigenständig, häufig mit überraschenden „Kicks“, die gerne aus der Fülle der möglichen Zitrusaromen entstammen. So adelt Kempf den zum Roastbeef angegossenen Rinderfond mit Cevice-Aromen, die ihm eine wunderbare Leichtigkeit und Frische verleihen, ohne jedoch ins „Fischige“ abzugleiten. Unter die hauchdünn geschnittenen Scheiben vom Roastbeef „versteckt“ Kempf auch noch kleine Würfelchen von der gekochten Rinderzunge, was dem Gericht noch einmal einen anderen Biss gibt. Sehr schön!

    Ähnlich überraschend auch der angegossene Earl-Grey-Tee zum Langoustino. Hier besticht die herbe Note des Tees zur perfekt angerichteten Melange aus Brokkoli und Alge.

    Unbedingt zu erwähnen ist auch der Hauptgang, da Kempf der Taubenbrust zweierlei „Getreidiges“ beifügt, das auf den ersten Blick etwas trocken wirkt, sich dann aber doch als ideale Textur zum Übrigen erweist.

    Beim Dessert wurden wir ein bisschen an die Kompositionen von Christian Hümbs erinnert, der als einer der Ersten das Kräutrige zum süßen Dessert hoffähig gemacht hat. Dies funktioniert auch hier prächtig mit einem Eis aus dreierlei Kräutern mit Mango und Schokolade.

    Auch der Service hat uns sehr gut gefallen. Engagierte junge Leute neben dem „schon immer dagewesenen“ Sommelier Herrn Voges, der völlig unprätentiös agiert und zu allem, worauf man ihn anspricht, klar seine Meinung sagt. Wir empfanden das trotz anderslautender Bekundungen hier im Forum als absolut in Ordnung. Herr Voges redet seinen Gästen zweifellos nicht nach dem Mund, aber das kann man auch als Charakterstärke werten und nicht als bloß „meinungsstark“ abtun.

    Fazit:

    Das Facil ist eine feste Größe in der Berliner Spitzen-Gastronomie und bietet ein willkommenes feines Kontrastprogramm zu den „jungen Wilden“ in der Szene, die immer auch etwas angestrengt Missionarisches haben. Das ist Michael Kempf absolut fremd, da es ihm ausschließlich um „casual fine dining“ im besten Sinne des Wortes geht, und das ist ohne wenn und aber zwei Sterne wert.

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  • Tobler
    antwortet
    Danke für den Bericht, lieber Frab. Es sieht so aus, als hätten meine Frau und ich vor drei Jahren einfach Pech gehabt (weshalb ich sie so schnell dort wohl nicht mehr hinkriege). Am Können des Michael Kempf gibt es ja eigentlich keinerlei Zweifel. Und offenbar konnten Sie auch noch Herrn Voges' Charme für sich entdecken.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Eingängig und zugänglich ja, repetitiv nicht. Das Menü war harmonisch auf einem hohen komplexen Niveau, also keineswegs gefällig.

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  • Frab
    antwortet
    Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
    Danke für den Bericht. In war kürzlich auch dort, wir hatten zum Lunch aus dem Abendmenü gewählt. Das Menü war sehr gut gelungen. Ich möchte dem Bericht nicht vorgreifen, aber es kann noch etwas dauern bis ich ihn einstellen werde. Der Stapel der unbearbeiteten Berichte ist leider etwas hoch geworden in den vergangenen Wochen...
    Das hatte ich auch eine Weile überlegt aber mich angesichts des Preis-Leistungs-Verhältnisses im Lunchmenü hierfür entschieden und die Gänge im Lunchmenü hatten mich auch mehr angesprochen.

    Mich würde noch interessieren, ob Sie mit dem Abendmenü auch das Gefühl hatten dass dies besonders eingängige, zugängliche und ggf. repetitive Geschmacksbilder hatten? Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit dem "großen Menü" anders ist.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Danke für den Bericht. In war kürzlich auch dort, wir hatten zum Lunch aus dem Abendmenü gewählt. Das Menü war sehr gut gelungen. Ich möchte dem Bericht nicht vorgreifen, aber es kann noch etwas dauern bis ich ihn einstellen werde. Der Stapel der unbearbeiteten Berichte ist leider etwas hoch geworden in den vergangenen Wochen...

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  • Frab
    antwortet
    Ein neu eingeführter Feiertag in Berlin (an dem das Facil interessanterweise offen hat nachdem es wochenends stets zu ist) war nach mehreren Jahren endlich mal eine Gelegenheit hier hinzukommen. Wenn ich das so sagen darf, ein Restaurant der ganz großen Töne ist das Facil nicht unbedingt - bei Berlin denke ich meist zuerst an Tim Raue, Horvath, Nobelhart & Schmutzig, Ernst oder das Adlon Esszimmer, aber das Mittagsmenü mit einem Gang für €23, zwei Gänge für €42 und ab 4 Gängen dann €19 für jeden weiteren Gang macht das Restaurant sehr zugänglich. Bei meinem Besuch ist es fast voll besetzt und einige Tische machen in der Tat auch "nur" 2-3 Gänge bevor sie gehen - bei mir hingegen sollen es dann vor Ort doch 6 Gänge sein. Ein 2015 Schlangenpfiff Weißburgunder GG von Weingut Münzberg bereitet den Aperitif (vorbildlich, die Weine stehen voll ausgeschrieben auf der späteren Rechnung :-)).

    Zum hier erwähnten Sommelier: Das ich nach dem Aperitif seinen nächsten Weißwein, trotz Entschuldigung, als etwas "lasch" bezeichne kam nicht gut an. "Ist ja kein Wunder, wenn Sie mit einem Großen Gewächs starten" aber wie schon bsteinmann oben sagte er fügt sich nichtsdestotrotz den Gästewünschen und kam mir im späteren Verlauf als sehr charmant rüber. Wie so manch anderer Berliner auch eben in der Tat meinungsstark.

    Als Amuse wird ein Curry mit Brokkoli und Mozzarella serviert - schon auf den ersten Löffeln macht sich ein Indiz großer Küche bemerkbar, nämlich ein tiefgründiger, variierter Geschmack. Nicht denkwürdig aber eine gelungene Einstimmung.



    Sehr begeistern kann ich mich hier für Brot und Butter und einer himmlischen Frischkäse-Creme auf Basis roter Beete (links). Die ist so schnell aufgegessen, dass ich sie nochmal nachbestelle. Sonst ist rote Beete nicht mein Faible, aber hier passt alles.



    Den ersten Gang habe ich nicht mehr ganz im Kopf und auch auf dem aktuellen Menü findet sich kein Hinweis mehr, insofern möchte ich nicht zu viel falsches preisgeben - im Kern ging es um Tomate auf Burrata, ein sehr gelungener und süffiger Start (* bis **).



    Nicht viel erwartet habe ich mir vom Folgegang, ISLÄNDISCHER LACHS - GRÜNE LINSEN UND RETTICH, dafür ist Lachs meist zu "gewöhnlich". Dieser Gang hat mich regelrecht von den Socken gehauen - der Lachs ist in einer Barbeque-Sauce lackiert und glasig, perfekt gegart. Dazu passt eine hervorragende Hollandaise und die Akzente vom kühlen, bissfesten Rettich und der Biss der Linsen fügt sich perfekt ein. Aber der Star dieses Gangs ist der Lachs, absolut hervorragend (** bis ***).



    Interessant klang der Folgegang, SHABU-SHABU VOM WAGYU-RIND, serviert mit Kaviar (ich meine von der Forelle), Minze und einem angegossenen Consommé. Die Abschnitte oben sind von der Zunge und zart im Geschmack, darunter (versteckt) verbergen sich bissfeste längere Abschnitte von der Zunge. Mit der Umami-lastigen Consommé, der Frische von der Minze und der Salzigkeit des Kaviars verbinden sich alle Elemente. So einen klaren Fleischgeschmack habe ich lange nicht mehr probiert und die Consommé wische ich bis auf den letzten Tropfen aus. Toll! (** bis ***)

    Spätestens hier wird mir auch klar, dass das Lunch auf eher zugängliche Muster setzt - es gibt nahezu immer eine Umami-lastige-Komponente, gerne in angegossener Form bzw. Consommé oder beim Lachs durch die Lackierung und die Hollandaise. Das ist natürlich etwas weniger anspruchsvoll aber für mich verständlich bei einem Mittagessen wo viele nur 2-3 Gänge nehmen offen zu spielen.



    Sehr gelungen ist auch der zweite Hauptgang, NACKEN VOM WOLLSCHWEIN mit Chicorée und Rhabarber. Dazu angegossen wird eine intensive Rotweinsauce. Das ist klassisch und sehr gelungen, ich empfinde die intensive Sauce lediglich als etwas repetitiv zum Vorgang und als einen Ticken zu intensiv, aber das ist wahrscheinlich meiner Menüfolge geschuldet. (**)



    Nach dieser Tour de Force kommen die Desserts, bei denen man übrigens aus den Desserts der Abendkarte wählen kann. Was folgt ist für mich eine Reihe der stärksten Desserts die ich auf deutschem Boden bislang probiert habe. Patissier Thomas Yoshida ist für mich seitdem ein Ausnahmetalent was klassische Dessertgeschmäcker und Kreativität betrifft.

    Den Auftakt macht die WOLKE MIT PASSIONSFRUCHT, LITSCHI, KOKOS UND BAHIBE SCHOKOLADE. Unter den Kugeln weißer Schokolade verbergen sich wie in einer Trüffelpralinen-Auswahl stets eine andere Dessertüberraschung, sei es ein Shortbread, eine Schokoladenfüllung, eine Fruchtfüllung, usw. usf. A part wird ein Passionsfrucht-Eis mit knusprigen Schokoladenperlen serviert - was sich mit der Fruchtigkeit und Kühle einfügt aber vielleicht gar nicht notwendig ist. Ein lebendig gewordener Desserttraum (***)!



    An dieses Bild habe ich in den Folgewochen noch oft gedacht :-)



    Ich habe vorab noch ein zweites Dessert bestellt was etwas optimistisch war aber für SAUERKIRSCHE MIT SCHOKOLADE, YUZU UND PECANNUSS ist doch noch Platz. Ein klassisches Kirsch-Schokoladen-Dessert mit einem tollen Kirscheis oben drauf. Die goldene Kirsche ist mit einem köstlichen Kirschwasser gefüllt (**). Treffsicher empfiehlt Herr Voges dazu einen 2010 Rüdesheimer Berg Rottland (Riesling Auslese) von Weingut Dr. Nägler.



    Ein Espresso für €5 mit Petit Fours und einer weiteren Nocke von dem cremigen, hervorragenden Kirscheis beenden dieses denkwürdige Mittagessen.



    Das war für mich ein tolles Mittagessen mit zugänglichen Geschmacksbildern und tollen Produkten (Wagyu-Rind, Lachs). Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass die beiden Hauptgänge und die beiden Desserts etwas repetitiv im Geschmack waren aber das liegt wohl auch daran, dass die Mittagskarte nicht auf eine Bestellung mehrerer Hauptgänge und Desserts abzielt. Ich werde definitiv noch einmal wiederkommen.

    Mit den 6 Gängen (€114), 5 Gläsern Wein (€58 wenn ich mich nicht verzählt habe), einem Espresso (€5) und einer Flasche Wasser (€9,50) lande ich bei €186,50.

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  • Tobler
    antwortet
    Keine Frage: Einzelmeinungen und -erfahrungen sind erst mal relativ. Gut, dass Sie doch hingegangen sind. Und vielleicht hat man im "Facil" nach gewissen Holprigkeiten gerade mittags ja auch ein wenig nachgebessert... Dass Michael Kempf in all seiner Bescheidenheit zu den ganz Begabten gehört (nicht nur, weil er mein Landsmann ist ), steht wohl außer Zweifel. Man muss ja generell froh sein, wenn hochklassige Restaurants überhaupt noch mittags geöffnet haben...

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  • thomashaj
    antwortet
    Ja, Ihr Bericht seinerzeit hatte mich lange Zeit tatsächlich auch zögern lassen. Aber in den meisten Fällen finde ich ja, und wenn es mit gebührendem zeitlichen Abstand ist, dass man es doch auch selbst ausprobiert haben muss, um sich ein Urteil erlauben zu können.
    Interessant fand ich schon die auch seinerzeit von Ihnen festgestellte "Rustikalität" in vielen Gerichten, die aber in so überzeugender, verfeinerter Form kam, dass mir das sehr gut gefallen hat.

    Herr Voges war anwesend, an unserem Tisch aber nur sporadisch. Beim offenen Roten hatte er uns zu einem anderen Wein geraten als den, den wir ins Auge gefasst hatten. Das fand ich aber in Ordnung. Ansonsten wurde der Service und auch die Weinberatung überwiegend von den jüngeren Kräften übernommen, die ihre Sache aber sehr natürlich und angenehm verrichteten. Zudem super freundliche Begrüßung und Verabschiedung - gab es nichts zu meckern.

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  • Tobler
    antwortet
    Ein einmal mehr schöner Bericht von Ihnen, lieber thomashaj, vielen Dank! Er zeigt erfreulicherweise, dass man das "Facil" auch mittags wieder frohen Mutes besuchen kann (siehe mein nun auch schon wieder zwei Jahre alter Bericht im Vergleich, der ja überwiegend von Enttäuschung geprägt war). Und falls er da war: Wie fanden Sie die Begegnung mit Herrn Voges?

    KG

    Tobler

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  • thomashaj
    antwortet
    Mittagesser haben es immer schwerer. Zumindest, wenn man im Sternebereich essen möchte, werden die Möglichkeiten in Deutschland immer eingeschränkter. Wirtschaftliche Notwendigkeiten, Arbeitsschutzgesetze, mangelnde Auslastung und andere Gründe mögen dafür ausschlaggebend und auch nachvollziehbar sein. Trotzdem ist es natürlich bedauerlich, weil gerade mittags der Genuss oft einhergeht mit einer wunderbar entspannten Trägheit und dem beruhigenden Wissen, danach nicht mehr arbeiten zu müssen.

    Auch in Berlin gab es früher deutlich mehr Adressen im Sternebereich, in denen man diesem Vergnügen frönen konnte. Heute halten hier vor allem Tim Raue und das „Facil“ diese Fahne noch hoch. Letzteres ist heute unser – erstmaliges – Ziel.

    Michael Kempf ist seit 2003 Küchenchef im „Facil“ im Mandala Hotel am Potsdamer Platz und wurde 2013 mit dem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet.
    Neben dem großen Degustationsmenü bietet das „Facil“ zum Lunch eine Auswahl an Gerichten an, aus denen man sich sein Menü von einem Gang (21€) bis zu mehreren Gängen beliebig zusammenstellen kann. Drei Gänge kosten 51€, jeder weitere 17€. Die Zutaten erscheinen dabei im direkten Vergleich einfacher. Dafür ist der Preis aber eben auch erheblich günstiger.

    Als wir im Hotel ankommen, hat sich ein letzter Schneeregenschauer über Berlin ergossen und das helle, lichtdurchflutete Ambiente im Glaskubus mit ringsum angrenzendem, japanisch anmutendem Garten vermittelt ein hohes Maß Behaglichkeit an diesem ungemütlichen Tag.

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ID: 60296
    Interieur

    Die Küche grüßt mit einer Rühreicreme mit Safran und Haselnüssen. Dazu gibt es einen Petersilienchip mit Himbeerkaviar. Letzterer bleibt sehr zurückhaltend. Dafür weist die Creme eine pointierte Schärfe auf, die meines Erachtens von Piment d'Espelette herrührt. Ein schlotziges und köstliches Vergnügen.

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ID: 60292
    Amuse Bouche: Rühreicreme mit Haselnüssen, Petersilienchip mit Himbeerkaviar

    Ich starte mit dem Ceviche vom Wolfsbarsch. Das ist erwartungsgemäß ein leichter und frischer Gang. Der Fenchel sehr knackig, Blutorange und die ansonsten nicht so von mir geschätzte Banane liefern eine angenehm fruchtige Note und etwas Cremigkeit. Schönes Kontrastprogramm zum Wetter draußen.

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ID: 60290
    Ceviche vom Wolfsbarsch - Sesam, Banane und Koriander

    Deutlich besser zur Jahreszeit passt die Vorspeise meines Mannes. Kalbszunge und Milz präsentieren sich mit einer ordentlichen Deftigkeit, wobei sich die dezent abgeschmeckte Zunge nur schwer gegen die würzige Milz in ihrer blutwurstähnlichen Konsistenz behaupten kann. Petersiliencreme und – öl und Zitrone steuern zumindest etwas gegen die Schwere des Gerichts.

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ID: 60293
    Kalbszunge - Milz, Petersilie und Zitrone

    Eine weitere grundsätzlich deftige Spezialität wird von Michael Kempf sehr fein interpretiert. Die Einlage für den Borschtsch, fein geschnittenes Rindertartar, Rote Bete in Konsistenzen, Dill und Lachforellenkaviar geben die eleganten Mitspieler für die am Tisch angegossene und recht dünnflüssige Suppe, die mit ihrer Würzigkeit einen schönen Kontrapunkt liefert. Lediglich Vorsicht sollte man beim Essen walten lassen, denn es herrscht erhöhte Kleckergefahr.

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ID: 60294
    Borschtsch - Dill, Tartar vom Rind und Lachsforellenkaviar
    ...und fertig angegegossen

    Beim Fischgang wähle ich wieder die etwas subtilere Variante mit dem in Nussbutter gegarten Saibling. In einem von Liebstöckel dominierten Sud mit ein paar Kartoffelwürfelchen und Saiblingskaviar kann der glasig gegarte Fisch perfekt glänzen und braucht keine lauten Mit- und Gegenspieler. Sehr schön.

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    Saibling - Bamberger Hörnchen und Liebstöckel

    Es ist zwar nicht wirklich beabsichtigt, aber irgendwie ergibt es sich halt heute so, dass mein Mann erneut wieder das entschieden würzigere Gericht wählt. Der Felsenoktopus ist zart, hat aber deutliche Röstaromen und bekommt mit Artischocken und breiten Bohnen ganz mediterrane Begleiter. Der tomatige Sugo ist unter anderem aus dem Kopf des Tintenfisches gezogen und unterstreicht den Charakter der Würzigkeit ganz vorzüglich. Während draußen das Berliner Grau dominiert, haben wir hier das Mittelmeer in seiner schönsten Form auf dem Teller.

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    Felsenoktopus - Bohnen, Artischocken und Datteltomate

    Bei der geschmorten Kalbsschulter wird es jetzt auch bei mir mediterran. Das butterweich gegarte Fleisch wird flankiert von einer Moussakacreme und frittierten Kapern. Dazu gibt es eine Harissa-artige Paste, die eine angenehme Schärfe beisteuert. Die Schulter ist vielleicht nicht das edelste Stück vom Kalb, aber es ist perfekt zum Schmoren geeignet und macht sich in dieser Form auch in einer Zweisterneküche prächtig.

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    Schulter vom Linumer Kalb - Aubergine und Tasmanischer Pfeffer

    Gleiches gilt auch für den Schweinenacken auf der anderen Seite des Tisches. Auch hier ist das Fleisch sehr zart und geschmackvoll. Misobohnen kommen als Creme, der Brokkoli überwiegend in Form getrockneter bzw. frittierter Blätter. Gefällt mir gut, aber nicht so sehr wie meine Wahl.

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    Bauer Beuthes Schweinenacken - Misobohnen und Brokkoli

    Mit den Desserts setzt der Lunch auf Gerichte, die sich auch im großen Abendmenü bzw. der à la Carte Auswahl finden und sie geben einen eindrucksvollen Eindruck davon, was einen hier wohl im Degustationsmenü erwartet.

    Für mich darf es ein mit Apfelstücken gefülltes Nougattörtchen sein, auf dem ein Sorbet vom Granny Smith platziert ist. Daneben gibt es noch säuerlich fruchtige Elemente durch ein mildes Zitroneneis und Kaviar von der Zitrone.

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    Granny Smith-Apfel - Toffee und Zitrusfrüchte

    Mein Mann entscheidet sich für die etwas gewagter klingende Kombination aus Roter Bete, Petersilie und Schokolade. Die Rote Bete ist hierbei in verschiedenen Texturen gearbeitet, als Kaviar, als Sphäre und Gelee. Das fabelhafte Petersilieneis ist nicht aufdringlich kräutrig, sondern wirkt nahezu fruchtig mit einer ganz leichten herb-säuerlichen Note. Ein Joghurtsponge neutralisiert das Ganze und die Schokoladenmousse führt das Ganze wieder zurück in klassische Gefilde.

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    Rote Bete - Petersilie, Java-Schokolade und Malz

    Beide Desserts sind von ganz außergewöhnlicher Güte und markieren in ihrer Kreativität und handwerklichen Ausführung für mich die Höhepunkte in diesem Menü.

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    Petits Fours

    Ein Yuzu-Törtchen, eine Buchweizen-Praline und ein Birnen-Sorbet beenden ein sehr angenehmes Mittagessen. Ob die Gerichte etwas einfacher und weniger komplex konzipiert sind wie im großen Degustationsmenü, können wir nicht beurteilen. An diesem Donnerstag ist das Haus sehr gut besucht und, soweit ich das beurteilen kann, wurde an allen Tischen aus dem Lunch-Angebot gewählt. Die Desserts lassen aber erahnen, dass hier am Abend womöglich noch etwas filigraner gearbeitet wird.

    Aber auch so ist das Niveau, vor allem angesichts des aufgerufenen Preises, ganz erstaunlich und dieser Lunch sicherlich eine der angenehmsten und stilvollsten Möglichkeiten, in der Hauptstadt den Mittag zu verbringen. Daran hat auch der tadellose und ausnehmend freundliche Service seinen entscheidenden Anteil. Aber auch er kann es nicht verhindern, uns irgendwann wieder ins feucht-kalte Berlin zu schicken. Schade eigentlich.


    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/facil-berlin/
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  • Tobler
    antwortet
    Doch, nach wie vor kann man das Abendmenü auch mittags bestellen, meines Wissens bis 12.30 Uhr. Dennoch wies die Servicekraft auf einen qualitativen Unterschied in der Zubereitung gegenüber dem Abend hin, was man so eigentlich kaum glauben möchte, schon gar nicht bei einem Zweisterner. Vielleicht hat sie es nur etwas hilflos ausgedrückt.

    KG

    Tobler

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