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Nobelhart & Schmutzig*

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  • #16
    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
    Irgendwie scheint man da nur hinzugehen, um mal dagewesen zu sein und mitreden zu können.

    Ich bleibe dabei:
    Das muss ich mir alles nicht antun!

    Schönen Gruß, Merlan
    Geht mir genauso, lieber Merlan.

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    • #17
      Dieses Restaurant scheint ja wirklich die Gemüter zu spalten, und ich möchte mich der Meinung von Frab und Merlan anschließen. Etwas verwunderlich, da wir wohl alle drei noch nicht dort waren. Aber nach der sehr differenzierten Beurteilung von bsteinmann, darf man wohl den Beschluss fassen, auf den Besuch zu verzichten. Zu meiner Meinung trugen übrigens auch die Bilder auf seiner Homepage bei. Würde ich nicht seinem erfahrenen Urteil vertrauen wollen, könnte man auf den Gedanken kommen, dass dieses Konzept den Gast auf den Arm nehmen will. Der Beitrag von Schnecke tat für mein Urteil ein Übriges. Wobei mich aus akademischen Gründen ein Besuch schon reizen würde. Wenn ich dann allerdings lese, dass selbst die hoch gelobte Weinkarte nicht seinen Ansprüchen genügte, bleibe ich wohl zurückhaltend. Da lobe ich mir für Berlin das bewährte Horvárth.

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      • #18
        Tja, die Bilder.
        Die sind tatsächlich nicht sonderlich gelungen.
        Schlechtes Licht, Ersatzhandy, da kommt keine Freude auf. Es bleibt somit auch wenig anregend.
        Vielleicht kann ich das Thema Nobelhart in Kürze von einer anderen Seite beleuchten. Mal sehen.

        bst

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        • #19
          Lieber Bsteinmann,
          das sollte auf keinen Fall eine Kritik an Ihren Fotokünsten sein. Wenn ich an die Gerichte Müritz Aal und Buntes Schwein denke, so könnte diese wohl auch ein Starfotograph nicht derart aufgenommen haben, dass sie appetitlich wirken. Sorry, das sieht nach Kindergarten-Küche aus.
          Viele Grüße
          gourmet89

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          • #20
            Vielen Dank für den Bericht auch von mir, bsteinmann. Ich habe in zwei Wochen das Vergnügen dort zu sein und im Gegensatz zu den anderen hat Ihr Bericht bei mir aufgrund der beschriebenen "Produktfokussiertheit" schon ordentlich Vorfreude aufkommen lassen. Troisetoiles ist ja von dem Restaurant auch ganz angetan und da ich eine ähnliche Küche wie Herr Walther präferiere bin ich schon sehr gespannt, ob ich die positive Einschätzung teile oder ob es mir dann doch zu puristisch ist.

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            • #21
              Es gibt viele Restaurants in die es mich nicht hinzieht, selbst in der *** Kategorie. Dazu können Berichte oder Fotos durchaus beitragen. Das Thema ist auch durchaus interessant, warum es den einen irgendwo hinzieht, und den anderen überhaupt gar nicht. Und Gottseidank ist ein privater Restaurantbesuch ja selbst unter der grossen Koalition noch immer eine freiwillige Angelegenheit.

              Aber finale Ferndiagnosen nach kurzem Blick auf anderer Leute Handyfotos, vor allem wenn sie inhaltlich und teilweise ja sogar fast wörtlich an das Gerede von den Enkelkindern erinnern deren Malversuche auch nicht anders aussähen als ein Kandinsky? Dazu noch bei einem Produkt das nicht betrachtet sondern gegessen werden will? Das ist ein wenig armselig.

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              • #22
                Wie angekündigt habe ich es nun endlich auch mal ins Nobelhardt und Schmutzig geschafft. Aufgrund der doch sehr unterschiedlichen Meinungen war ich auch entsprechend gespannt, was mich nun hier erwarten würde. Meine Speisenfolge:


                1. Gekühltes Birkenwasser: Man hat schon gemerkt, dass es kein gewöhnliches Wasser war. Insgesamt aber dennoch nur unspektakuläres Wasser ohne viel Geschmack. Nach einem relativ heißen Tag war das aber durchaus ein willkommener Einstieg.

                2. Kräuter: Eine Kräutermischung, die mit den Fingern gegessen wurde. Gut aufeinander abgestimmt und mit vielen Facetten.

                3. Kalb "Billy" und Sellerie: Dünn geschittene rohe Kalbsscheibe mit Sellerie bestreut, die man ebenso mit den Fingern ist. Tolle Verbindung des durchaus guten Kalbfleisches mit dem salzigen Sellerie.

                4. Ein sehr leckeres Alfredo Sironi Dinkel-Sauterteigbrot gab es einmal mit 14-tägiger und einmal mit 2-monatiger Rohmilchbutter.

                5. Müritz Saibling mit Zwiebeln: Einfach ein Stück sehr wohlschmeckenden Fisch auf ein Zwiebelbeet gelegt. Unglaublich einfaches und durch die Verbindung Fisch-Zwiebel hervorragendes Gericht.

                6. Nicht viel schlechter dann der Hecht mit Maronen-Röhrling, der v.a. mit der fantastischen leicht fettigen Bratensoße harmoniert.

                7. Ei in Senfsoße: Ganz klassisches Gericht in seiner Urform ohne zusätzlichen "Ballast". Wie zu Hause bei Mama, nur die Senfsoße und das Ei nochmal perfektioniert.

                8. Sellerie mit schwarzem Johannisbeerholz: Das Stück Sellerie süß gebraten, der Rand des Strauches sorgt für den sauren Ausgleich und eine leichte Creme für die Entspannung von den durchaus starken Aromen.

                9. Schwarzkopf Lamm und dicke Bohnen: Der Kontrast zwischen Fleisch und Bohnen hat gepasst. Ansonsten war das aber der Gang, wo mir die Regionalität zum einzigen Mal negativ aufgefallen ist. Salzwiesenlamm ist vom reinen Fleischgeschmack her halt doch deutlich besser.

                10. Ei / Malz: Wunderbares Eis mit hohem Eianteil. Dadurch sehr süß, weshalb das leicht bittere Malz da sehr passend war.

                11. Mohn: Gute Verbindug mit süßer Vanillecreme und getrockneten Erdbeeren.

                12. Wegzehrung Canele: Fand ich relativ unspektakulär, war aber mal was anderes.


                Wie man vielleicht an den einzelnen Gängen schon gemerkt hat, war ich durchaus begeistert von dem Menü. Wirklich eine sehr gute Fokussierung auf die einzelnen Produkte (also genauso wie ich es mag) und keine Zutat überflüssig. Sicher habe ich in anderen Restaurants schon bessere Gerichte gegessen, aber über so viele Gänge fand ich die Qualität schon sehr hoch. Bis auf das Lamm hat sich für mich auch die Regionalität nicht negativ auf das Menü ausgewirkt. Im Gegenteil: Ich bin glaube ich noch nie so beeindruckt aus einem Restaurant gekommen. Man darf mich jetzt für einen Banausen halten oder attestieren, dass ich von gutem Essen keine Ahnung habe, allerdings haben mich diese Gerichte in ihrer Einfachheit teilweise mehr begeistert als irgendwelche komplexen Teller im Falco, Haerlin oder La Fleur.

                Das Ambiente und der Umgang der Mitarbeiter untereinander bzw. mit den Gästen ist ebenfalls genau mein Ding. Luxus und schwere weiße Tischdecken sind glücklicherweise weit weg, dagegen macht die Theke und die direkte und lockere Kommunikation mit dem Service und dem Kochteam echt Spaß. Insgesamt würde ich daher abschließend fast schon sagen, dass das Nobelhart und Schmutzig mein neues Lieblingsrestaurant ist.


                PS: Ich möchte noch anfügen, dass ich klassische Gourmetrestaurants natürlich dennoch nicht missen möchte. Genauso kann ich es verstehen, wenn einige mit dem Konzept vom Nobelhardt und Schmutzig nichts anfangen können. Dennoch würde ich mich freuen, wenn so neue bzw. andersartige Konzepten etwas mehr Verständnis erfahren würden. Einige Kommentare a la "Kindergarten-Küche" usw. kommen schon sehr arrogant daher. Hier würde ich mir gerade in diesem Forum mehr Fairness wünschen, v.a. da ja zumeist nur aus der Ferne geurteilt wird.

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                • #23
                  Zitat von Stardust Beitrag anzeigen
                  PS: Ich möchte noch anfügen, dass ich klassische Gourmetrestaurants natürlich dennoch nicht missen möchte. Genauso kann ich es verstehen, wenn einige mit dem Konzept vom Nobelhardt und Schmutzig nichts anfangen können. Dennoch würde ich mich freuen, wenn so neue bzw. andersartige Konzepten etwas mehr Verständnis erfahren würden. Einige Kommentare a la "Kindergarten-Küche" usw. kommen schon sehr arrogant daher. Hier würde ich mir gerade in diesem Forum mehr Fairness wünschen, v.a. da ja zumeist nur aus der Ferne geurteilt wird.
                  Ein sehr schönes Schlusswort, vielen Dank dafür! Sie beweisen damit, dass Sie alles andere als ein Banause sind. Und wie Sie richtig anmerken, ist es bedauerlich, dass selbst in einem spezifischen Forum wie hier so viel Unwissenheit und Ablehnung ausgedrückt wird, ohne das Restaurant selber besucht zu haben.
                  Da Sie das NH&S mögen, würde Ihnen noch zu einem Besuch im Ernst raten. Ich denke Sie haben dann erneut ein neues Lielingsrestaurant ;-

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                  • #24
                    Vielen Dank! Das Ernst habe ich tatsächlich auch schon bei mir auf der Liste stehen.

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                    • #25
                      Mit dem nobelhart & schmutzig ist das zweite Berliner Restaurant in die World's 50 Best-Liste, wenn auch auf den vorgestern bekannt gegebenen Plätzen 51 bis 100 (warum heißt die Liste eigentlich 50 best?), vertreten. Billy Wagner sieht in einer Stellungnahme darin nicht mehr und nicht weniger als, das erstmals ein deutsches Restaurant mit eigenständiger Küche auf der List erscheine. Er hofft, dass damit mehr internationales Licht auf Restaurants fällt, die wie er diese Linie verfolgen.
                      Sind diese Restaurants wirklich "eigenständig" oder nicht doch auch eine Adaption der skandinavischen Küche??
                      Mit dem Aqua und dem Vendôme sind insgesamt vier deutsche Restaurants vertreten

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                      • #26
                        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                        Mit dem nobelhart & schmutzig ist das zweite Berliner Restaurant in die World's 50 Best-Liste, wenn auch auf den vorgestern bekannt gegebenen Plätzen 51 bis 100 (warum heißt die Liste eigentlich 50 best?), vertreten. Billy Wagner sieht in einer Stellungnahme darin nicht mehr und nicht weniger als, das erstmals ein deutsches Restaurant mit eigenständiger Küche auf der List erscheine. Er hofft, dass damit mehr internationales Licht auf Restaurants fällt, die wie er diese Linie verfolgen.
                        Sind diese Restaurants wirklich "eigenständig" oder nicht doch auch eine Adaption der skandinavischen Küche??
                        Gegenfrage: Ist diese skandinavische Küche im Grunde nicht schon selber eine Adaption, einer sehr minimalistischen Regionalküche, die es örtlich vereinzelt bereits lange vor der "skandinavischen" Küche gab. Ich denke diese Art der Küche, wurde erst zur "skandinavischen" Küche, weil sich mehrere ehrgeize Küchenchefs in dieser Region mehr oder weniger "zeitgleich" dazu entschieden haben, diesen Stil zu kochen. So wurde dieser Küchenstil vom Gast dann als Bewegung wahrgenommen und konnte entsprechend gut und erfolgreich als Marke verkauft werden.

                        Deshalb bin ich auch der Meinung, dass dieser Zug im Grunde bereits längst abgefahren ist. Da können Herr Schäfer und die von Billy genannten Restaurants jetzt noch 20 Jahre so kochen, international wird das am Ende trotzdem als "skandinavische" Küche eingeordnet werden und nicht als "neue deutsche" Küche.
                        Trotzdem finde ich es gut und richtig, dass es in Deutschland zumindest nun einige Restaurants gibt, die diesen Stil kochen. Denn das war nun wirklich lange überfällig.

                        Auch wenn das erstmal zugegebenermassen unappetitlich klingt. Vielleicht wäre eine Gelegenheit, mal wirklich einen Küchenstil zu schaffen der als "deutsch" wahrgenommen wird, die Vorreiterrolle zu übernehmen mit künstlich erzeugter Nahrung (natürlich auch auf höchstem Niveau) zu kochen. Also mit künstlich erzeugtem Fleisch, Nahrungsmittel aus dem 3-D Drucker etc.
                        Das würde auch ganz gut zum technoiden Image passen, das ja Deutschland anhaftet. Die Sache wäre also "rund"

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                        • #27
                          Ein interessanter Vorschlag, bin gespannt ob er jemals augegriffen wird. Logisch geschlussfolgert ist er jedenfalls.

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                          • #28
                            Und ich hatte gehofft, es sei nur ein Scherz!

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                            • #29
                              Die besten Scherze sind doch logische Überzeichnungen der Realität, oder nicht?

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                              • #30
                                Ich war neulich auf einer Veranstaltung das Ende des Essens wie wir es kennen war wurde klar, das gibt es doch schon alles, bei den Amis.

                                Als ich im Nobelhart&Schmutzig war hatte das leider sehr wenig mit der Küche von Magnus Ek zu tun, der vor Ca. 15 Jahren auf einer Insel vor Stockholm die “skandinavische Küche“ entwickelt hat. Bei EK trifft handwerkliche Kochkunst auf lokalste Zutaten und das ganze mit skandinavischer Leichtigkeit. Das N&S erreicht das Niveau nicht ansatzweise.

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