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Bandol sur Mer*

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  • Bandol sur Mer*

    Nach kurzem Zögern, welches der Tatsache geschuldet war, dass ich abwartete ob vielleicht ein Forumsmitglied dieses Restaurant aufsuchen wird, habe ich mich nun entschlossen doch den Anfang zu machen. Nicht, dass das Bandol sur Mer am Ende gar übersehen wird.

    Bei der Präsentation exzellenter Speisen spielt in aller Regel das Geschirr eine bedeutende Rolle. Natürlich auch das Ambiente. Der Boden, die Wände, die Tische, die Tischdekoration, die Stühle. Alles muss bequem und schick sein. Für Gäste, die weniger stilsicher sind, für Gäste, die darauf einfach keinen Wert legen und für Gäste, die das alles eher dekadent finden, wurde das „Casual Fine Dining“ erfunden. Man speist zwanglos und umgeht auch oft die üblichen Luxusprodukte.

    Das Bandol sur Mer ist so ein zwangloses Restaurant. Es ist nicht sehr groß. Nein, es ist eher sehr klein. Es liegt in der Torstraße in Berlin, eine Adresse die in den Navigationsgeräten der Gourmets eher noch nicht gespeichert ist.
    Es ist unprätentiös, aber gemütlich.

    Küchenchef Andreas Saul befehligt eine extrem kleine Küchencrew. Genauer gesagt, habe ich im Wesentlichen nur zwei Personen in der offenen Küche gesehen. Ein weiterer Mitarbeiter war mit Zuarbeiten beschäftigt. Auch der Service besteht nur aus zwei Personen.
    Saul war zunächst im Restaurant Dressler am Kurfürstendamm und Unter den Linden tätig. Danach wechselte er in das „Rutz“ und nahm nach einiger Zeit die Position des Souschefs ein. 2010 folgte der Wechsel in das Bandol sur Mer, wo er eine französisch ausgerichtete Küche anbietet.

    Der Empfang ist freundlich. Große Tafeln verkünden das Tagesangebot. Nach kurzer Beratung entscheiden wir uns für Menü II.

    Zunächst werden selbstgebackenes Kartoffelbrot und Nussbutter gereicht.

    Das Menü:

    Pochierte Gänsestopfleber,
    Kerbel, Zuckerrübe, Stachelbeere & Brioche

    Eigelb 65/30
    Anchovis-Mayonnaise, Topinambur,
    „Kalbskopf-flüssig“

    Étouffée Taube,
    Rote Bete & Kakao, geräucherte Crème fraiche

    Husumer Salzwiesenlamm,
    Haferwurzel, Schwarzwurzel, Passe-Pierre

    Weiße Schokolade,
    Sauerklee, Rumfrüchte

    Andreas Saul präsentiert ein Menü mit kreativem Wagemut und handwerklich tadellosen Gerichten.
    Der Ansatz entspricht französischer Klassik, zur eigenen Handschrift möchte ich nach erstmaligem Besuch keine Aussage treffen.

    Die Geschmacksbilder überzeugen durch Stimmigkeit und Komplexität. Unsere Erwartungen werden deutlich übertroffen.

    Vollständig und bebildert gibt es den Bericht wie immer auf meiner Internetseite.

  • #2
    Wir waren im Dezember vor Ort und sehr angetan. Der Tisch direkt an der Küchenfront hat viele Einblicke in die Arbeit der Crew zugelassen. Erstaunlich, was dort wie und wo "heraus" gezaubert wurde, um dann auf den Tellern zu landen. Fairerweise muss gesagt werden, das es , ähnlich wie bei Moissonier in Köln, wenig bzw. keine Privatsphäre gibt. Ansonsten ist es aber auch hier so, das viel Wert auf eine gute Weinkarte, interessante Kompositionen und einen äusserst kompetenten Service gelegt wird.

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    • #3
      Ja, Privatsphäre sollte man dort nicht voraussetzen.
      Dafür konnten wir über drei Tische hinweg interessante Gespräche mit den Gästen führen. Auch dies hat zum tollen Abend beigetragen.

      bst

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      • #4
        Ich bin vor kurzem samt Begleitung in das Bandol sur Mer (benannt nach einer Stadt an der Cote d'Azur) eingekehrt. Es gibt zwei fünfgängige Menüs zur Auswahl à €82 - wir entschieden uns dazu jeweils verschiedene Menüs zu nehmen und dann, wo passend, die Gänge unter uns 2 einfach zu tauschen. Man kann aber auch als Einzelperson Gänge aus dem anderen Menü noch mit dazu kombinieren - was ich bei großem Hunger angesichts der Portionsgrößen raten würde. Vor den Menüs werden Amuses-Bouches gereicht, die einer Knabberei gerecht werden.

        Was hier geleistet wird ist für solch eine kleine Küche (3-Mann-Küche) beeindruckend: Es wurde kein einziger Garpunkt verfehlt, keine falsche Würzung getroffen - alles kam tadellos an unseren Tisch. Den Gängen merkt man durchgehend die guten Ideen an - jeder Gang hatte ein Produkt, die höheren Weihen gerecht wurde. Insgesamt konnte das Bandol bei mir jedoch keinen tieferen Eindruck hinterlassen, von meinen 5 Gängen hatten mir besonders "Kalbsbries & Caputher Rauchaal mit wildem Brokkoli und Brunnenkresse" sowie "Uckermärker Gotland-Lamm mit Topinambur, Schmorgurke, Alge" gefallen - bei ersterem aufgrund des tollen Kalbsbries mit wildem Brokkoli (hervorragend knackig) bei zweiterem aufgrund des Lamms in einer schönen Sauce und sensationell gegartem Topinambur (nicht angekündigt aber ein schöner Kontrast: Gleichzeitig wurde auf dem Teller auch ein Lammtatar serviert).

        Auf jedem Teller finden sich recht viele Produkte, sodass es schnell etwas müßig ist alle immer wieder auf die Gabel zu schieben. Ich glaube das Bandol könnte nochmals einen Schritt nach vorne machen indem sich der Koch auf die einzelnen Stärken je Teller konzentriert und diese mit maximal 1-2 der starken Begleiter ausstattet. In obigem Beispiel hätte mir das Kalbsbries mit wildem Brokkoli schon gereicht - beim Lamm hätte ich mehr vom Lamm gewählt und die Beilagen auf den Topinambur fokussiert. Durch die vielfältigen Produkte fielen die Portionsgrößen der besonders starken Produkte leider meist auch kleiner aus - meine Begleitung sprach danach von einem "etwas unbefriedigendem Essen". So kommen dann oft mehrere Ideen durcheinander und es wirkt etwas verkopft - leider leidet darunter dann stellenweise der Wohlgeschmack.

        Wir hatten beide die Weinbegleitung gewählt, ein Aperitif vorne weg, sowie Kaffee hinterher. Die Weinbegleitung war solide (mit Ausnahme eines einzigen Weins, der meiner Begleitung gar nicht gefiel aber nach einem Hinweis sofort ausgetauscht wurde). Mit genau €300 für zwei empfand ich Essen und Getränken allerdings dann doch etwas teuer für das Gebotene. Wir setzten das Essen danach noch in der Rutz Weinbar fort in denen wir beide noch jeweils eine Kleinigkeit zu Essen bestellten (also doch noch etwas hungrig) und sehr, sehr gute Weine beim sehr charmanten Service erhielten. Notiz an mich selbst: In die Rutz Weinbar müssen wir drigend noch einmal wiederkommen.

        Der Service im Bandol ist freundlich aber war an unserem Abend, soweit ich mich erinnern kann zu zweit, und dadurch stets etwas gehetzt, um alle acht Tische (voll besetzt) zu unterhalten. Für mehr als 2,3 Sätze Austausch reichte es dann den Abend über leider nicht.

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        • #5
          "benannt nach einer Stadt an der Cote d'Azur"
          Und es gab Caputher Rauchaal, Lamm aus der Uckermark. War denn bei den Weinen ein Zusammenhang zu der Namensgebung erkennbar?
          s.
          PS: "Für mehr als 2,3 Sätze ..." Jaja, der 2,3-fache Satz, wunderbares Wortspiel, werter frab.

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          • #6
            Werter Herr Frab,

            wir waren neulich im einsunternull zu Mittag - ich musste das ganze Brot aufessen um nach den vier Gängen nicht mit leeren Magen aufstehen zu müssen. Geschmacklich gut bis sehr gut, aber in der Folge war eine größere Platte in einem entzückenden libanesischen Imbiss in Charlottenburg notwendig...
            Hungrige Gäste kommen eher nicht wieder und seinen Hunger mit Wein zu besänftigen ist ja auch keine sinnvolle Sache!

            Herr Sternentor

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            • #7
              Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
              "benannt nach einer Stadt an der Cote d'Azur"
              Und es gab Caputher Rauchaal, Lamm aus der Uckermark. War denn bei den Weinen ein Zusammenhang zu der Namensgebung erkennbar?
              s.
              PS: "Für mehr als 2,3 Sätze ..." Jaja, der 2,3-fache Satz, wunderbares Wortspiel, werter frab.
              Soweit ich mich erinnern kann war der Großteil der Weine in der Tat aus Frankreich, das ist meines Wissens auch Teil des Restaurantkonzepts. Die Begleitung hat das Essen gut ergänzt, aber sich auch nicht in den Vordergrund gestellt.

              Werter Sternentor, das einsunternull hatte ich vorletzte Woche spontan mittags besucht und es bei nur 3 Gängen belassen. Hier war ich auch, erstmalig im einsunternull, recht unbefriedigt und werde dort Mittags keine Gänge mehr reduzieren. Es ist dann doch etwas anderes als bei so manchem guten Imbiss (wie der in der Nähe befindliche Shiso-Burger) oder Konzepten wie der Cordobar - dort bestellt man notfalls nach, im einsunternull macht man das entsprechend aufgrund der Menü-Dramatik wohl eher nicht. Ich glaube das Bandol sur Mer würde viel richtig machen, sich auf die Spitzenprodukte (und davon gab es bei fast jedem Gang mindestens eins) zu konzentrieren und von diesen mehr zu servieren - vielleicht hilft auch ein Umami-lastiger Gang innerhalb der Dramatik.

              An das Kalbsbries, das herrliche Naan (gibt es beim Entenpaté separat), den tollen Topinambur, den wilden Brokkoli habe ich aber heute Vormittag noch einmal gedacht. Man kann definitiv erkennen warum das Bandol sur Mer ausgezeichnet wurde.

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              • #8
                Hatte das "Bandol sur Mer" für meinen nächsten Berlin-Trip im Juli auf dem Zettel, aber als passionierter Gourmand, der gerne hervorragend speist, dabei aber auch gerne satt werden möchte, bin ich nach dem anschaulichen Bericht von Frab nun doch ein wenig ins Grübeln geraten, ob das "Bandol" der richtige Laden für mich ist...

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                • #9
                  Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
                  Hatte das "Bandol sur Mer" für meinen nächsten Berlin-Trip im Juli auf dem Zettel, aber als passionierter Gourmand, der gerne hervorragend speist, dabei aber auch gerne satt werden möchte, bin ich nach dem anschaulichen Bericht von Frab nun doch ein wenig ins Grübeln geraten, ob das "Bandol" der richtige Laden für mich ist...
                  Das "satt werden" ist mir auch wichtig, im Bandol sur Mer gibt es aber auch die Option 10 Gänge für 126 €. Diese Variante würde ich wählen.

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                  • #10
                    Jürgen3D sagt es - nach oben hin gibt es im Bandol sur Mer erst spät die Grenzen.

                    Ich bin aber mal so ketzerisch und habe es gerade online jeweils nachgeschaut: Für €2 mehr kriege ich das Signature Menü mit 4 Gängen bei Tim Raue, für €4 mehr das Prestige-Menü mit Gängen im Fischers Fritz, für €1 weniger 6 Gänge im Rutz Restaurant, usw. usf. Ob diese im Genuss gleichbedeutend sind oder sich unterscheiden gilt es noch rauszufinden.

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                    • #11
                      Na ja, die Euro ... es gibt auch etwas fern davon. Vielleicht gilt auch hier: das Zauberwort ist nicht "oder", sondern "und!".

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                      • #12
                        Lieber Frab, praktiziert das Restaurant eigentlich noch das Zweischichtensystem? Vor einigen Jahren konnte man entweder in der ersten Schicht (bis 21 Uhr), oder der zweiten (ab 21 Uhr) essen. Schließlich durfte bei meinem allerletzten Besuch Schlag 21 Uhr mein als ausgesprochener Langsamesser bekannter Freund sein Dessert noch, es war im Winter, stehend vor der Tür zuende essen. Event-Gastronomie halt.

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                        • #13
                          Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
                          Lieber Frab, praktiziert das Restaurant eigentlich noch das Zweischichtensystem? Vor einigen Jahren konnte man entweder in der ersten Schicht (bis 21 Uhr), oder der zweiten (ab 21 Uhr) essen. Schließlich durfte bei meinem allerletzten Besuch Schlag 21 Uhr mein als ausgesprochener Langsamesser bekannter Freund sein Dessert noch, es war im Winter, stehend vor der Tür zuende essen. Event-Gastronomie halt.
                          Ja, meines Wissens gibt es noch ein Doppel-Seating. Interessant fand ich auch, dass es eine Seating Map geben muss, sich also jemand vorher darüber Gedanken macht. Wir waren als Erste da, durften uns aber nicht an einen anderen, ebenfalls noch leeren, Tisch umsetzen.

                          @HeikeMuenchen: Ich finde, das muss man differenzieren. Wie Sie an der Frequenz meiner Berichte ablesen können gehe ich auch gerne oft sehr gut essen und nehme es daher mit den Preisen auch nicht so genau. Trotzdem denke ich nach Berichten schon an ein "war es das heute wert"? "Würde ich nochmal einen Abend investieren"? Und, ganz im Gegenteil, ich fand die €640 für ein Mittagessen im Epicure in Paris oder sogar die €930 für ein Dinner im Chef's Table at Brooklyn Fare (jeweils zu Zweit) waren es definitiv wert und schreien nach Wiederholung. Das muss man schlicht von Erlebnis zu Erlebnis differenzieren.

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                          • #14
                            Zitat von Frab Beitrag anzeigen
                            Ja, meines Wissens gibt es noch ein Doppel-Seating. Interessant fand ich auch, dass es eine Seating Map geben muss, sich also jemand vorher darüber Gedanken macht. Wir waren als Erste da, durften uns aber nicht an einen anderen, ebenfalls noch leeren, Tisch umsetzen.
                            Dass sie sich an den für sie reservierten Tisch setzen mussten, hat ganz praktische Gründe, selbstverständlich wird vor dem Service jede Reservierung einem Tisch zugeteilt, alles andere würde Chaos bedeuten. Kommen sie also an und wünschen sich einen anderen Tisch, geht das solange kein weiterer Gast in den nächsten Minuten kommt gut. Der Plan wird umgeschrieben und die Gäste die eigentlich an dem Tisch platziert worden wären den sie jetzt haben, bekommen ihren alten. Kommt aber nur ein weiterer Tisch, der sich ebenfalls umsetzen will, verliert der Service schnell den Überblick, wer jetzt wo hingehört und vor allem passt denn bei manchen Gästen ist bekannt, dass sie mit bestimmten Tischen nicht einverstanden sind, etc.

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                            • #15
                              Bandol Sur Mer in der Berliner Torstraße ist schon très français, oder auch sehr berlinerisch, wenn man es will. Von außen eher unscheinbar, kleine offene Küche, wo zwei Personen am Werk sind, ein Gastraum, wo 6 Tische kaum Platz finden. Für den Rest ist auch wenig Raum vorhanden, so dass der Weinkühlschrank teilweise auf Frauentoilette verlegt werden muss.

                              Da es aber Sommer ist, und schönes Wetter, können wir draußen vor der Tür ein Platz nehmen. Die Stühle sind hart und unbequem, die Tische wackelig, das Publikum international und gut gelaunt. Die Bedienung und die Sommelière sind nett, kompetent und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Uns gefällt es hier. Es gibt zwei Menüs zum Auswahl, Eins mit Fisch und das Zweite mit Fleisch, erweitern oder Gänge austauschen ist überhaupt kein Problem.


                              Wir entscheiden uns für das Fischmenü, und erweitern jeweils um einen Gang. Wir können uns auf die Flasche Wein nicht festlegen und rufen die charmante Sommelière zur Rate. Auf unseren ersten Kandidaten reagiert sie so emotional und mit so großer Freude, dass wir nicht weiter fragen, sondern die Flasche bestellen. Wir haben das keine Sekunde bereut, Cour-Cheverny 2014, Domaine de Montcy erwies sich durchgehend als hervorragender Menübegleiter.

                              Amuse-bouche : Maiskräcker mit Krabbencreme, Rindertartar mit Blauschimmelkäsemousse, Knäckebrot mit Miso, Barbecue Soße und Fetakäse. Alle drei schmecken sehr gut, wenn auch Rindertartar und Knäckebrot mit Feta recht kräftig im Geschmack sind.

                              Müritzer Saibling, Kopfsalat, Zitronen, Miso. Der erste Gang ist schon sehr gut. Ganz anders gemacht als mittags in einsunternull. Hier kommt der Saibling etwas verspielt her. Auch roh und nur abgeflämmt, schmeckt der sehr fein aromatisch, die anderen Komponenten bringen eine leichte Säure mit. Einfach nur lecker.



                              Königskrabbe, gebeizter Schweinebauch, Bohnen, grüne Tomate. Dieser Gang brachte eine Salzigkeit durch den Schweinebauch mit, die mich im ersten Moment etwas gestört hat. Nach dem zweiten Bissen war das wieder gut , bleib trotzdem recht rustikal im Geschmack, was uns aber letzendlich gut gefiel.



                              Spargel, Kaisergranat, grüne Erdbeeren, Molke. Ganz fantastisch! Die grünen Erdbeeren waren leicht säuerlich angelegt, die Molke-Soße zum niederknien. Überhaupt werden hier ziemlich viele Saucen oder Suds serviert, in bester französischen Tradition, allerdings moderner und schlanker und trotzdem köstlich.



                              Kalbsbries, Erbse, Eigelb 65/30, Brunnenkresse, Maränen Kaviar. Sehr hübsches Teller und sehr gut im Geschmack, wobei der Eigelb dem von Dylan Watson weder im Konsistenz, noch im Geschmack standhalten konnte.




                              Loup de Mer, Têté de Veau, Zwiebelgewächse, Pinienkerncreme. Sehr schöner Hauptgang, Fischhaut sehr kross gebraten, Fischsehr zart, Kalbskopf als Soße. Harmonisch und wohltuend.

                              Für den Herrn gab es noch :

                              Bretonische Rotbarbe, Schmorgurke, Wacholderstrauch, Muschelsud. Dieser Gang schmeckte wirklich sehr Französisch und erinnerte uns an den Urlaub an der
                              Cote D’Azur und die wunderbare Fischsuppe, welche wir dort gegessen haben.

                              Als Fleischgang gab es

                              Schulter vom Iberischen Schwein, Brennnesseln, Kohlrabi, Morcheln.
                              Dazu dürfte der Herr ein Glas von Chateau de Pibarnon 2011, Bandol genießen.



                              Dessert:


                              Erdbeere, weiße Schokolade, Weizengras, Ziegenkäse

                              Apfel, Limonen, Rucola, Muskatblüte

                              Die beiden Desserts obwohl sehr hübsch, konnten mich nicht so überzeugen. Ich hatte mir mehr Apfelaromen gewünscht, so gingen die einzelnen Bestandteile etwas unter, da die Rucola Eiskugeln zu dominant waren.
                              Der Erdbeere-Ziegenkäse-Gang hatte für mich die ähnliche Problematik, die Erdbeeren hatten gegen der anderen Zutaten wenig Chancen.

                              Trotz minimale Kritikpunkte fanden wir ein Abend in Bandol sehr wohltuend. Das Essen war sehr lecker, perfekt eingerichtet und harmonisch. Die Weine waren ein Genuss. Die nette Sommelière sehr leidenschaftlich und mit gutem Wissen ausgestattet, ohne oberlehrerhaft zu wirken. Das Gesamtbild unprätentiös, französisch-großstädtisch und locker, mit einer hervorragenden Küche und sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis. Noch dazu etwas vom Leben auf der Torstraße zur späten Stunde mitzukriegen war höchst amüsant. Wir beide fühlten uns ausgesprochen wohl, das war für uns seit langem ein richtig perfekter Abend.

                              So ein Restaurant wünscht man sich in der Nachbarschaft. Schade, dass Berlin so weit von uns entfernt ist!
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