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  • #16
    Ach, Saisonalität wird doch auch total überschätzt. Spargel essen, wenn er gerade Saison hat? Laaangweilig! Ist doch viel netter, das Zeug im Winter zu essen, lecker eingeweckt mit dem vollen Aroma...
    https://www.facebook.com/einsunternu...type=3&theater

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    • #17
      Immerhin hatten die kürzlich per Facebook Ernthelfer für den Spargelhof gesucht und jedem der sich meldet, ein kostenloses Mittagsmenü für zwei angeboten. Starke Aktion, finde ich.

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      • #18
        Ja, nette Aktion, gewiss. Trotzdem kriege ich es nicht in meinen Schädel rein, wie man DAS Saisongemüse überhaupt nur zum milch-sauren (alleine der Begriff schaudert mich) Einwecken kauft und nicht eine Stange davon frisch zubereitet. Verrückte Welt...

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        • #19
          Zitat von thomashaj Beitrag anzeigen
          Ja, nette Aktion, gewiss. Trotzdem kriege ich es nicht in meinen Schädel rein, wie man DAS Saisongemüse überhaupt nur zum milch-sauren (alleine der Begriff schaudert mich) Einwecken kauft und nicht eine Stange davon frisch zubereitet. Verrückte Welt...
          weil es so gesund ist!
          http://www.newyorker.com/magazine/20...natures-spoils
          ich empfehle vor allem den Paragraphen über "high meat"

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          • #20
            Das Mittagsessen in einsunternull kann ziemlich spontan zustande. Ein paar Restaurants, welche wir favorisiert hatten, hatten nur abends auf, die anderen waren ausgebucht. Wir waren zuerst über diese Wahl nicht sicher, die Philosophie des Hauses schien zu der von Dylan Watson ziemlich ähnlich, und wir wollten etwas Neues ausprobieren. Wie sich dann herausstellte, waren die Sorgen in dieser Hinsicht unbegründet. Die einzigen Parallelen, welche wir feststellen konnten waren, dass die beiden Restaurants gerne saisonal kochen und gerne Gemüse verarbeiten.

            Wie auch immer, das Lunchangebot mit 29 bis 57 Euro erschien uns sehr attraktiv, so fanden wir uns wieder Mal in der Nähe von Torstraße.

            Das Restaurant ist sehr modern und hell angerichtet, was sehr warm und einladend wirkt. Das Restaurant ist an diesem Samstagmittag gut besetzt, deutsches und internationales Publikum. Wir werden herzlich empfangen,bekommen prompt ein sehr gutes selbstgebackenes Dinkelbrot und geschmolzene Butter. Wir entscheiden uns für 5 Gänge und eine Flasche Savagnin En Quarte Vis 2014, Cotes du Jura.

            Übrigens, in diesem, wie auch in zwei anderen Restaurants bekamen wir gefiltertes Leitungswasser, welches nicht berechnet wurde.

            Der erster Gang Landkaffee / Zickorienknospe und Zwergquitte ist sehr bitter im Geschmack, gewollt, wurde uns erklärt, damit die Geschmacksnerven stimuliert werden. Nun, ich liebe Chicorée, hatte aber zuerst auch Probleme mit der sehr dominanten Bitterkeit. Für meinen Mann war der Gang eine echte Herausforderung. Wir bemerkten, dass einige anderen Gäste auch Ihre Schwierigkeiten hatten.



            Der zweite Gang gehört schon fast zum Klassiker des Hauses,Champignonbrot / Zwiebelgewächse und Goldleinöl. Auch hier eine bitterereKomponente vorhanden, diesmal wurde die Bitterkeit durch karamellisierte Brotkrümelund Leinöl abgemildert, so dass uns diese Gang, der auch optisch sehr schön war,insgesamt gefiel.

            Saibling / Asche und Rapsöl. Sehr schöner, puristische Gang. Saibling roh und abgeflammt mit Ascheschicht aus verbranntem Lauch, dazu Öl. Wunderbar!



            Herz vom Rind / Getreide und Gräser. Ich wollte gern diesen Gang mögen, aber es half nichts. Ich habe es nicht verstanden, und es hat nicht geschmeckt. Die einzelnen Aromen passten aus meiner Sicht überhaupt nicht zusammen, es ergab kein Gesamtbild für mich.



            Beim Nachtisch haben wir die beiden Desserts ausprobieren können und hier waren wir leider auch nicht überzeugt.

            Mein Nachtisch Salat / Essig und Öl konnte vielleicht etwas werden, denn die getrockneten und karamellisierten Salatblätter zusammen mit den frischen ergaben schon ein interessanter Kontrast. Allerdings Essig-Öl-Eis dazu war absolut nichts, zu Essig lästig und dadurch zu eckig.


            Bei dem zweiten Dessert Geröstetes / Weizen, Anis undHaselnuss hatten wir das Problem, dass der Gang insgesamt zu trocken war. Das Verhältnis vom Eis zu Trockenmasse hat nicht gestimmt. Man hatte irgendwie nur trockene Krümel im Mund.

            Somit hinterließ dieses Mittagsessen bei uns gespaltene Gefühle. Einerseits fanden wir das Ambiente, den Service und die Freundlichkeit- top! Anderseits nur zwei Gänge aus fünf fanden wir wirklich richtig gut. Diese allgegenwärtige Bitterkeit fanden wir zu dominant und zu viel. Vielleicht war es einfach doch keine richtige Wahl, jedenfalls für uns.
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            • #21
              Letztes Bild: Teller und "Körpersprache" sagen doch einfach schon alles!

              Schönen Gruß, Merlan

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              • #22
                Vielen Dank, liebe Wi, für den spannenden Bericht. Da hat es Ihnen ja im Einsunter, wenn ich das richtig sehe, deutlich schlechter geschmeckt als im Ernst.

                Grüße, mk

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                • #23
                  Auch von mir Dank für die aufschlussreiche Bestandsaufnahme. Bekanntlich habe ich mich mit dem Essen im einsunternull auch schwer getan. Wenn ich jetzt sehe und lese, dass eigentlich nur die Gerichte gut geschmeckt haben, die quasi seit Anbeginn auf der Karte stehen (Champignonbrot & Saibling), alle neuen Gänge aber entweder nahezu ungenießbar waren oder unharmonisch und deshalb nicht schmackhaft, fange ich doch an zu zweifeln, ob die Auszeichnungen berechtigt sind. Sollte ein Essen nicht in erster Linie gut schmecken?

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                  • #24
                    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                    "Körpersprache" sagen doch einfach schon alles!
                    Lieber Merlan,

                    you made my day. Diese "Körpersprache" zeigt mein Mann aufgrund, ehmmm, anatomische Besonderheiten, in allen Restaurants, unabhängig davon, ob es geschmeckt hat.

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                    • #25
                      Ich möchte nicht über die Berechtigung der Auszeichnung sprechen und ich kann das nicht wirklich beurteilen. Aber Geschmack, ja, dass ist in der Tat schwierig. Es gibt sicherlich hier und da im Restaurants Gänge oder Komponenten auf dem Teller, welche mir besser oder weniger gut schmecken. Aber ich glaube, es war für mich das erste Mal, dass mir ein kompletter Gang nicht geschmeckt hat. Wir haben uns gefragt, ob die Köche selbst Ihre Kreationen probieren?

                      Nun ja, es wird mich trotzdem interessieren, wie sich die Küche entwickelt, ob es weiterhin diese etwas "radikale" Linie gefahren wird, oder ob es doch aufgegeben wird, zu Gunsten des besseren Geschmacks.

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                      • #26
                        Ich kenne zugegebenermaßen die ganz neuen Gerichte (Rinderherz und Salat-Dessert) noch nicht aber neben den "Klassikern" haben mir auch die bisherigen vorsichtigen Neuerungen wie "Landkaffee" sowie das Dessert "Geröstetes" gut gefallen. Der Landkaffee ist durchaus eher auf der bitteren Seite einzuordnen aber hier hatte mich die Frische des Chicorees in Verbindung mit der bitteren Unternote überzeugt. Beim Dessert hat mir der Kontrast aus dem trockenen "Crunch" sowie der Kühle des sehr guten (ich meine Haselnuss-?)Eis in Verbindung mit der Süße de Birnensirups innen drinnen sehr gut gefallen. Eigentlich bis dato mein Lieblingsdessert in diesem Haus. Es setzt aber durchaus eine geschickte Portionierung auf dem Löffel voraus und vielleicht wäre es auch eine Idee den "trockenen Crunch" in einer Schale mit dem Eis und dem Sirup besser zu vermengen.

                        Zum Lunch ist es für mich bis dato eine der besten ungezwungenen Adresse in Berlin aber ich vermute bei mir auch, dass mich dieses Konzept über ein Dinner hinweg "mürbe machen würde". Das Einsunternull scheint mit seiner Küche wohl zu polarisieren wie nur wenige Restaurants sonst - das sieht man meines Erachtens ja auch in diesem Forumsstrang. Regelrecht erschrocken war ich dann allerdings bei einem Gastbeitrag auf Küchenreise in dem das Restaurant im Dinner regelrecht verrissen wurde und auf Facebook von einer großen Gruppe noch applaudiert wurde. Das habe ich in Deutschland so noch nicht erlebt.

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                        • #27
                          Habe mir gerade der Beitrag von Küchenreise gelesen, nun, wir haben etwa ähnliche Eindrucke bekommen. Der Verriss in FB ist aber leider gar keine Seltenheit, wie ich immer wieder festellen muss.

                          Wie gesagt, ich versuche jede Küche mit dem nötigen Respekt zu behandeln, und wenn mir etwas nicht schmeckt, soll das lange nicht heißen, dass es schlecht ist. Deswegen werde ich die Entwicklung von einsunternull weiterhin mit Interesse verfolgen.

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                          • #28
                            Im einsunternull wird sich in Bälde wohl einiges verändern:
                            Berliner Sternerestaurnat tritt Gerüchten um Schließung entgegen.

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