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einsunternull*

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  • bsteinmann
    hat ein Thema erstellt einsunternull*.

    einsunternull*

    In der Hannoverschen Straße 1 in Berlin befindet sich das im November 2015 eröffnete Restaurant einsunternull von Ivo Ebert.
    Ebert dürfte hier recht bekannt sein. Das erspart mir nähere Ausführungen.

    Meinen Bericht zum Besuch im Restaurant können Sie gerne auf meiner Homepage nachlesen.

    Einen Punkt möchte ich aber hier noch einmal verdeutlichen.
    Regionale Produkte, der Verzicht auf sogenannte Luxusprodukte, das ist alles nicht neu. Gut finde ich es dann, wenn es gut gemacht ist.
    Sebastian Frank, Micha Schäfer, machen das eigentlich ganz gut. Wobei Frank für seine zwei Michelinsterne, meiner Meinung nach, im Verhältnis schlechter abschneidet. Micha Schäfer kann oder darf derzeit nicht zeigen, was noch alles in ihm steckt. Dafür ist "brutal lokal" vielleicht zu einengend.

    Doch wir sind beim einsunternull. Und hier hat mich Andreas Rieger überzeugt. Sein Zugang zu den Produkten ist vielversprechend kreativ. Er macht aus wegen Zutaten unglaublich viel. Beispielhaft nenne ich die Schmorzwiebel, den Saibling, vor allen Dingen aber Knollensellerie mit Spannribbe.

    Viel Vergnügen.
    b.
    Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 15.06.2016, 00:24.

  • Frab
    antwortet
    Da haben wir die angekündigte Veränderung: Der bisherige Küchenchef Rieger zieht sich im März aus dem einsunternull zurück - neu kommt Silvio Pfeufer aus dem Facil (vorher schon tätig im Münchener Atelier und im KAI). Nachhaltigkeit und Regionalität sollen weiterhin "Grundpfeiler" bleiben aber die Produkte sind nicht mehr notwendigerweise an einer Regionalitäts-Vorgabe gebunden.

    https://www.falstaff.de/nd/silvio-pf...einsunternull/

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  • hartmanns
    antwortet
    .... das haben Sie jetzt schön gesagt

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  • QWERTZ
    antwortet
    Sagen wir mal tradierter Wohlgeschmack, denn ich fand die Gerichte durchaus "wohlschmeckend" und harmonisch.Wenn man keine kulinarischen Bretter vorm Kopf hat, dann muss man eigentlich erkennen, wie ausgefeilt diese Gerichte sind.

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  • hartmanns
    antwortet
    Das ist ja gerade das Spannende, dass seit längerem auch abends im Erdgeschoss serviert wird und nicht mehr unten im Keller. Die hatten ja mal einen Wasserschaden unten, aber der müsste ja längst behoben sein. Möglicherweise ging es darum Personalkosten einzusparen, da im Erdgeschoss die Köche mitbedienen können. Ich bin wirklich sehr gespannt und hoffe, dass das neue Konzept mehr Kunden locken kann. Denn ich finde Herr Rieger einer der spannendsten deutschen Köche, auch und weil gerade der vermeintliche "Wohlgeschmack" nicht immer an erster Stelle zu stehen scheint. Bzw. könnte man es auch so sehen, dass er den Mut hat, sich geschmacklich nicht anzubiedern.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC08387.jpg Ansichten: 0 Größe: 56,2 KB ID: 62551
    Das einsunternull hat ja vor einigen Tagen eine komplette Erneuerung angekündigt, ohne in Details zu gehen. Daher will ich nochmal an ein Erlebnis dort erinnern, das ich im vergangenen Jahr hatte, als wir im April zum Menü des Monats im reinstoff waren. Leider habe ich nur noch sehr bruchstückhafte Notizen gefunden, sodass dies eher ein Kurzbericht wird.

    Der Lunch war bei bestem Wetter, entsprechend lichtdurchflutet war das Erdgeschoss des Restaurants.

    Lauch und Klee: Für das Gericht, so schrieb Andreas Rieger kürzlich bei Instagram, habe er Lauch bei 300 Grad im Ofen verkohlt und schnell gebrochen, um ihn auf den Punkt zu garen. Dazu kam ein Püree aus dem dunkelgrünen Teil des Lauchs und ein Auszug aus dem weißen, sodass sich eine Assoziation mit Pasta ergeben solle. Das tat es in der Tat, der Lauchgeschmack kam rund und dennoch fein zur Geltung. Feine Akzente setzen die gerösteten Samen. Ein sehr reduzierter, aber doch sehr vielschichtiger Gang.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC08390.jpg Ansichten: 0 Größe: 47,1 KB ID: 62550


    Heide - Knollensellerie und Buchweizen. Hier sind Zutaten, typische für die Heide verarbeitet. Die Creme erinnere ich als ziemlich sahnig, dennoch kamen die einzelnen Geschmäcker gut durch - und bildschön wart der Teller sowieso.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC08393.jpg Ansichten: 0 Größe: 72,3 KB ID: 62552

    Pilzboden – Roggen und Geflecht. Hier habe ich leider keine Erinnerungen mehr.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC08395.jpg Ansichten: 0 Größe: 59,6 KB ID: 62553

    Herz vom Rind – Getreide und Gräser. Hier erinnere ich mich an sehr gutes Fleisch, schöne Struktur und einen angenehmen Geschmack.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC08400.jpg Ansichten: 0 Größe: 47,1 KB ID: 62554

    Erinnerungen an Kindertage – Schwarzbrot und Honig. Das Gericht soll ein Schwarzbrot mit Honig und einem Glas Milch transportieren – und das gelingt ziemlich gut. Bemerkenswert ist, wie die herben Bestandteile den Honig in Süße und Geschmack beherrschen, so dass Dessert wohlschmeckend und vielfältig war.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte AnsichtName: DSC08404.jpgAnsichten: 0Größe: 60,4 KBID: 62555Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte AnsichtName: DSC08407.jpgAnsichten: 0Größe: 58,4 KBID: 62556

    Der Lunch im einsunternull war sehr überzeugend. Auffällig war, wie sich der Geschmack verschiedener Getreide- und Körner als Thema durch das Menü zog. Diese dunklen Aromen gegen den Gerichten einiges an Tiefe. Das einsunternull bleibt für mich mit dieser Küchenlinie ein sehr gutes Restaurant für ein Mittagessen – die Gerichte sind nicht zu üppig, aber spannend. Sie sind bis ins Detail durchdacht und ausgearbeitet. Meines Erachtens hat sich die Substanz der Gerichte gegenüber meinem Besuch im Dezember 2016 verbessert.

    Und nun sind wir gespannt, welche Zukunftspläne das Team des einsunternull hat – und wer bis dahin noch die Gelegenheit hat, dort einzukehren, der Lunch wärmstens empfohlen, auch weil ich unverändert den Gastraum im Erdgeschoss schöner finde, als den Abend-Gastraum im Keller.
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 27.01.2019, 18:05.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Im einsunternull wird sich in Bälde wohl einiges verändern:
    Berliner Sternerestaurnat tritt Gerüchten um Schließung entgegen.

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  • wi090365
    antwortet
    Habe mir gerade der Beitrag von Küchenreise gelesen, nun, wir haben etwa ähnliche Eindrucke bekommen. Der Verriss in FB ist aber leider gar keine Seltenheit, wie ich immer wieder festellen muss.

    Wie gesagt, ich versuche jede Küche mit dem nötigen Respekt zu behandeln, und wenn mir etwas nicht schmeckt, soll das lange nicht heißen, dass es schlecht ist. Deswegen werde ich die Entwicklung von einsunternull weiterhin mit Interesse verfolgen.

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  • Frab
    antwortet
    Ich kenne zugegebenermaßen die ganz neuen Gerichte (Rinderherz und Salat-Dessert) noch nicht aber neben den "Klassikern" haben mir auch die bisherigen vorsichtigen Neuerungen wie "Landkaffee" sowie das Dessert "Geröstetes" gut gefallen. Der Landkaffee ist durchaus eher auf der bitteren Seite einzuordnen aber hier hatte mich die Frische des Chicorees in Verbindung mit der bitteren Unternote überzeugt. Beim Dessert hat mir der Kontrast aus dem trockenen "Crunch" sowie der Kühle des sehr guten (ich meine Haselnuss-?)Eis in Verbindung mit der Süße de Birnensirups innen drinnen sehr gut gefallen. Eigentlich bis dato mein Lieblingsdessert in diesem Haus. Es setzt aber durchaus eine geschickte Portionierung auf dem Löffel voraus und vielleicht wäre es auch eine Idee den "trockenen Crunch" in einer Schale mit dem Eis und dem Sirup besser zu vermengen.

    Zum Lunch ist es für mich bis dato eine der besten ungezwungenen Adresse in Berlin aber ich vermute bei mir auch, dass mich dieses Konzept über ein Dinner hinweg "mürbe machen würde". Das Einsunternull scheint mit seiner Küche wohl zu polarisieren wie nur wenige Restaurants sonst - das sieht man meines Erachtens ja auch in diesem Forumsstrang. Regelrecht erschrocken war ich dann allerdings bei einem Gastbeitrag auf Küchenreise in dem das Restaurant im Dinner regelrecht verrissen wurde und auf Facebook von einer großen Gruppe noch applaudiert wurde. Das habe ich in Deutschland so noch nicht erlebt.

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  • wi090365
    antwortet
    Ich möchte nicht über die Berechtigung der Auszeichnung sprechen und ich kann das nicht wirklich beurteilen. Aber Geschmack, ja, dass ist in der Tat schwierig. Es gibt sicherlich hier und da im Restaurants Gänge oder Komponenten auf dem Teller, welche mir besser oder weniger gut schmecken. Aber ich glaube, es war für mich das erste Mal, dass mir ein kompletter Gang nicht geschmeckt hat. Wir haben uns gefragt, ob die Köche selbst Ihre Kreationen probieren?

    Nun ja, es wird mich trotzdem interessieren, wie sich die Küche entwickelt, ob es weiterhin diese etwas "radikale" Linie gefahren wird, oder ob es doch aufgegeben wird, zu Gunsten des besseren Geschmacks.

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  • wi090365
    antwortet
    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
    "Körpersprache" sagen doch einfach schon alles!
    Lieber Merlan,

    you made my day. Diese "Körpersprache" zeigt mein Mann aufgrund, ehmmm, anatomische Besonderheiten, in allen Restaurants, unabhängig davon, ob es geschmeckt hat.

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  • thomashaj
    antwortet
    Auch von mir Dank für die aufschlussreiche Bestandsaufnahme. Bekanntlich habe ich mich mit dem Essen im einsunternull auch schwer getan. Wenn ich jetzt sehe und lese, dass eigentlich nur die Gerichte gut geschmeckt haben, die quasi seit Anbeginn auf der Karte stehen (Champignonbrot & Saibling), alle neuen Gänge aber entweder nahezu ungenießbar waren oder unharmonisch und deshalb nicht schmackhaft, fange ich doch an zu zweifeln, ob die Auszeichnungen berechtigt sind. Sollte ein Essen nicht in erster Linie gut schmecken?

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  • Mohnkalb
    antwortet
    Vielen Dank, liebe Wi, für den spannenden Bericht. Da hat es Ihnen ja im Einsunter, wenn ich das richtig sehe, deutlich schlechter geschmeckt als im Ernst.

    Grüße, mk

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  • merlan
    antwortet
    Letztes Bild: Teller und "Körpersprache" sagen doch einfach schon alles!

    Schönen Gruß, Merlan

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  • wi090365
    antwortet
    Das Mittagsessen in einsunternull kann ziemlich spontan zustande. Ein paar Restaurants, welche wir favorisiert hatten, hatten nur abends auf, die anderen waren ausgebucht. Wir waren zuerst über diese Wahl nicht sicher, die Philosophie des Hauses schien zu der von Dylan Watson ziemlich ähnlich, und wir wollten etwas Neues ausprobieren. Wie sich dann herausstellte, waren die Sorgen in dieser Hinsicht unbegründet. Die einzigen Parallelen, welche wir feststellen konnten waren, dass die beiden Restaurants gerne saisonal kochen und gerne Gemüse verarbeiten.

    Wie auch immer, das Lunchangebot mit 29 bis 57 Euro erschien uns sehr attraktiv, so fanden wir uns wieder Mal in der Nähe von Torstraße.

    Das Restaurant ist sehr modern und hell angerichtet, was sehr warm und einladend wirkt. Das Restaurant ist an diesem Samstagmittag gut besetzt, deutsches und internationales Publikum. Wir werden herzlich empfangen,bekommen prompt ein sehr gutes selbstgebackenes Dinkelbrot und geschmolzene Butter. Wir entscheiden uns für 5 Gänge und eine Flasche Savagnin En Quarte Vis 2014, Cotes du Jura.

    Übrigens, in diesem, wie auch in zwei anderen Restaurants bekamen wir gefiltertes Leitungswasser, welches nicht berechnet wurde.

    Der erster Gang Landkaffee / Zickorienknospe und Zwergquitte ist sehr bitter im Geschmack, gewollt, wurde uns erklärt, damit die Geschmacksnerven stimuliert werden. Nun, ich liebe Chicorée, hatte aber zuerst auch Probleme mit der sehr dominanten Bitterkeit. Für meinen Mann war der Gang eine echte Herausforderung. Wir bemerkten, dass einige anderen Gäste auch Ihre Schwierigkeiten hatten.



    Der zweite Gang gehört schon fast zum Klassiker des Hauses,Champignonbrot / Zwiebelgewächse und Goldleinöl. Auch hier eine bitterereKomponente vorhanden, diesmal wurde die Bitterkeit durch karamellisierte Brotkrümelund Leinöl abgemildert, so dass uns diese Gang, der auch optisch sehr schön war,insgesamt gefiel.

    Saibling / Asche und Rapsöl. Sehr schöner, puristische Gang. Saibling roh und abgeflammt mit Ascheschicht aus verbranntem Lauch, dazu Öl. Wunderbar!



    Herz vom Rind / Getreide und Gräser. Ich wollte gern diesen Gang mögen, aber es half nichts. Ich habe es nicht verstanden, und es hat nicht geschmeckt. Die einzelnen Aromen passten aus meiner Sicht überhaupt nicht zusammen, es ergab kein Gesamtbild für mich.



    Beim Nachtisch haben wir die beiden Desserts ausprobieren können und hier waren wir leider auch nicht überzeugt.

    Mein Nachtisch Salat / Essig und Öl konnte vielleicht etwas werden, denn die getrockneten und karamellisierten Salatblätter zusammen mit den frischen ergaben schon ein interessanter Kontrast. Allerdings Essig-Öl-Eis dazu war absolut nichts, zu Essig lästig und dadurch zu eckig.


    Bei dem zweiten Dessert Geröstetes / Weizen, Anis undHaselnuss hatten wir das Problem, dass der Gang insgesamt zu trocken war. Das Verhältnis vom Eis zu Trockenmasse hat nicht gestimmt. Man hatte irgendwie nur trockene Krümel im Mund.

    Somit hinterließ dieses Mittagsessen bei uns gespaltene Gefühle. Einerseits fanden wir das Ambiente, den Service und die Freundlichkeit- top! Anderseits nur zwei Gänge aus fünf fanden wir wirklich richtig gut. Diese allgegenwärtige Bitterkeit fanden wir zu dominant und zu viel. Vielleicht war es einfach doch keine richtige Wahl, jedenfalls für uns.
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