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Ernst, Berlin

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  • #16
    Ich verstehe. Solche Konzepte sind sicher eine Ergänzung des Restaurant-Angebots, Mal an einem Abend, ist das ja auch ok, zumal wenn man sich darauf einstellen kann, weil man weiß, was einen erwartet. Wenn es überall so wäre, wäre das viel zu anstrengend. Deswegen brauch das Restauant sicher auch das internationale Publikum, das Berlin inzwischen anlockt.
    Mich erinnert es ein bisschen an mein Gefühl im Enigma, wobe dort die Erklärungen noch relativ überaschaubar waren, aber bei mehr als 30 Kleinigkeiten, die in einem an der spanischen Tapas-Küche orientierten Restaurant natürlich schnell zusammen kommen, nimmt der Teil der Vorstellung der Gericht dann doch schnell sehr viel Raum ein.

    Aber vielen Dank für Ihre Präzisierung, Am Ende bleibt es aber eine offene Frage, für mich (und die wird man wahrscheinlich auch schwer beantworten können), ob es möglich ist, diese Präsentation eiens puren Produkts in Form eines eher an der klassischen Struktur orientierten Menüs zu präsentierten. Auch das Nobelhart, das einsunternull usw. haben ja relativ viele Gänge, dafür aber kleien Gänge.

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    • #17
      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
      Ich verstehe. Solche Konzepte sind sicher eine Ergänzung des Restaurant-Angebots, Mal an einem Abend, ist das ja auch ok, zumal wenn man sich darauf einstellen kann, weil man weiß, was einen erwartet. Wenn es überall so wäre, wäre das viel zu anstrengend. Deswegen brauch das Restauant sicher auch das internationale Publikum, das Berlin inzwischen anlockt.
      Mich erinnert es ein bisschen an mein Gefühl im Enigma, wobe dort die Erklärungen noch relativ überaschaubar waren, aber bei mehr als 30 Kleinigkeiten, die in einem an der spanischen Tapas-Küche orientierten Restaurant natürlich schnell zusammen kommen, nimmt der Teil der Vorstellung der Gericht dann doch schnell sehr viel Raum ein.

      Aber vielen Dank für Ihre Präzisierung, Am Ende bleibt es aber eine offene Frage, für mich (und die wird man wahrscheinlich auch schwer beantworten können), ob es möglich ist, diese Präsentation eiens puren Produkts in Form eines eher an der klassischen Struktur orientierten Menüs zu präsentierten. Auch das Nobelhart, das einsunternull usw. haben ja relativ viele Gänge, dafür aber kleien Gänge.
      Lieber QWERTZ, ich habe über ihren Post letzte Nacht noch einmal länger nachgedacht (irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns regelmäßig über alle Restaurantberichte hinweg wiedertreffen ) und mir nochmals die Kritik von Trois Etoiles durchgelesen, der ich von vorne bis hinten in jedem Aspekt voll zustimme bis auf einem Punkt: Die Desserts habe ich besser gesehen als er.

      Und dieses Zitat trifft es für mich nach reiflicher Überlegung sehr passend: "Der extreme Minimalismus kommt auch mit einigen Fallstricken ‒ für Gast und Küche. Zum einen muss man sich erst einmal „leisten“ können, auf so vieles zu verzichten. Das geht in der Regel dann, wenn man ganz außergewöhnliche Zutaten auftischt ‒ sehr gut reicht dafür nicht ‒ und es damit schafft, abgeschlossene Gerichte zu kreieren. Serviert man, wie hier, eine so große Anzahl kleiner Probierportionen entsteht der Eindruck einer Experimentierküche, an der man den Gast teilhaben lässt. Das ist keinesfalls verwerflich."

      Mein Fazit zum Ernst: Ich kann über die Schwachstellen des Konzepts an sich (Miniportionen, ellenlange Erklärungen, saure Weine) sowie den Produktfokus hinwegsehen, wenn die Produktqualitäten mich überzeugen. Sehr gut reicht in der Tat nicht. Und an dem Tag war es für mich persönlich so, dass mich insbesondere das Rindfleisch und die Abschnitte vom Magalitza außergewöhnlich überzeugt haben. Fantastisch! Den Rest, insbesondere die Gemüseauswahl, habe ich als "sehr gut" wahrgenommen mit maximal 1,2 negativen Ausreißern (keine schlechte Quote auf 30 Gänge). Dadurch entsteht dann meine gekippte Wahrnehmung und für eine Experimentierküche bin ich aktuell nun mal nicht bereit regelmäßig wiederzukommen und diese Beträge zu bezahlen, die ich in andere Restaurants in Berlin und international besser angelegt sehe.

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      • #18
        Zitat von Frab Beitrag anzeigen
        Sehr gut reicht in der Tat nicht.
        Ja, genau!

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        • #19
          Ich möchte hier einen Aspekt aus einer anderen Diskussion aufgreifen und die geneigte Leserschaft über eine mich doch arg verwundernde Praxis aufmerksam machen:
          Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
          Btw. habe ich gerade ein Ticket fürs Ernst gekauft und musste neben dem schon im ordentlichen Zwei-Sternebereich liegenden Menüpreis noch eine Service-Fee von 15 Prozent abdrücken, so dass das Menü teurer ist als bei Kevin Fehling - ich sag mal so: da müssen die Möhren aber extrem gut für gestreichelt werden, das mich das überzeugen kann - offensichtlich geht man dort von einer Klientel aus, die weitgehend mit Service-Fees vertraut ist, also mit deutschen Kunden rechnet man wohl schon gar nicht mehr).

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          • #20
            Ich finde es muss jeder selbst für sich beurteilen ob es einem das Wert ist. Es gibt auch genug Leute, die für ein gereiftes Steak im Steakhaus samt durchschnittlicher Vorspeise und durchschnittlichem Dessert mehr zahlen als für ein 6-Sterne-Menü in einem sehr guten besternten Restaurant.

            Wenn sie die Preise und Service-Fee durchdrücken können, spricht das für das Restaurant. Service-Fee ist in dem Fall aber schon etwas merkwürdig, da sie ja zumindest bei meinem Besuch vor knapp 1,5 Jahren keinen großen Service hatten und ich nicht gehört hatte, dass sich dies geändert hätte - zumindest damals hat der Koch das Gericht direkt gebracht und der Sommelier sich um die Weine gekümmert, "Kellner" gab es keine.

            Die Menüpreise in Berlin sind am oberen Ende sowieso nicht von schlechten Eltern - 8 Gänge im Facil für €198, das Einsunternull lag bei 10 Gängen glaube ich auch bei €120 - 130, 8 Gänge ("Erlebnisse") im Rutz Restaurant inkl. Wasser für €198, 7 Gänge im Bandol sur Mer für €113.

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            • #21
              "Service Charge" steht übrigens auf der Ticketbestätigung.

              Ob es das wert ist, werden wir sehen. Ich hätte das Ticket auch gekauft, wenn ich den Endpreis gesehen hätte (den Kauf habe ich selbst nicht vorgenommen und auf den Seiten vom Ernst bzw. von Tock sehe ich nichts von der Service Charge). Der Punkt der fehlenden Transparenz bleibt am zu monieren.

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              • #22
                “We have added a 15% service charge. Therefore on the evening guests no longer have to worry about tipping.” Ist doch im Buchungssystem Tock in der Menübeschreibung angemerkt.

                Ich fand den Service im Dezember ausgesprochen gut!

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                • #23
                  Aber erst, wenn man auf das Plus klickt. Und da man ja keine Einzeltickets kaufen kann, habe ich nicht selber gebucht und war dann doch überrascht, auf der Website selbst steht davon nichts und bei der Preisangabe zum Menü auch nicht, sondern im Kleingedruckten. In London wo ja eine Service Charge absolut üblich ist steht dies direkt am Gesamtpreis - jedenfalls war dies bei den Restaurants so, die ich auf unserem Trip besucht habe. Ich finde dies ist ein für Deutschland ungewöhnliches Vorgehen und da erwarte ich mehr Transparenz -über eine fehlende deutschsprachige Website ganz zu schweigen.

                  Aber wie gesagt, ich lasse mich davon ja nicht abschrecken und bin gespannt auf das sicher interessante kulinarsiche Erlebnis.

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                  • #24
                    Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                    Aber erst, wenn man auf das Plus klickt. Und da man ja keine Einzeltickets kaufen kann, habe ich nicht selber gebucht und war dann doch überrascht, auf der Website selbst steht davon nichts und bei der Preisangabe zum Menü auch nicht, sondern im Kleingedruckten. .
                    Das ist doch in D gar nicht erlaubt und ein Fall für den Verbraucherschutz. Sollte man mal abmahnen, die Frage wird allerdings sein, ob der Laden überhaupt in der Lage ist, einen deutschen Brief zu lesen

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                    • #25
                      Also hier "Service Charge" = Trinkgeld? Das liest sich ja gleich anders, nichtsdestotrotz diskussionswürdig.
                      N.B. Praxis z.B. in London ist allerdings, dass die SC von 12,5% oder so als optionale Position auf dem Check steht und ohne Komplikationen gestrichen werden kann, um durch Bares oder anderslautendes Tip ersetzt zu werden.

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                      • #26
                        Die Reise nach Berlin von Anfang Mai im Zusammenhang mit unserem Gourmet-Club-Menü im Horvath haben wir in kleiner Gruppe mit einem Besuch des Ernst abgeschlossen. Da das Menü dort ja praktisch täglich zu wechseln scheint und zudem Fotografieren mir nur zum „private use“ erlaubt war, verzichte ich auf einen ausführlichen Gang-für-Gang Bericht. Am Ende haben wir auch 28 kleine Gerichte gegessen, das wäre auch etwas zu viel für eine ausführliche Beschreibung. „Rhubarb“, „Asparagus“, „Radish“ tauchen übrigens in der am Ende gereichten Karte gleich mehrfach auf.

                        Das Restaurant liegt, wie bekannt, im Stadtteil Wedding und ist von außen kaum zu erkennen. Aber das Publikum ist dafür umso internationaler – irgendwoher muss die Platzierung auf der The World’s 50 Best-Liste ja kommen. Im Restaurant sitzt man in relativ grellem Licht an der Theke und hat einen guten Einblick in die Küche, in der wirklich gekocht und nicht nur zubereitet wird. Die kleinen Gerichte werden recht zügig serviert und mal knapper, mal ausführlicher erklärt.
                        Die Grundstruktur ist meist die: das pure Produkt plus eine Sauce - die ist meist fettbasiert, um den Eigengeschmack des Produkts zu unterstützen.

                        In unserem Menü wird der Spargel besonders herausgestellt. Es seien nur einige wenige Stangen, die einer der Haus-und-Hof-Landwirte des Ernst ernte, entsprechend kurz gibt es das von vielen geliebte Gemüse. Geschmacklich ist dieser Spargel für mich aber nicht besonders auffällig, ja ich habe gerade in den letzten Wochen der Spargelsaison schon aromatischeren Weißen Spargel im normalen Handel gekauft – für mich ist es also keine Referenzqualität.Auf diese die Küche des Ernst aber recht stark angewiesen.

                        Dies zeigen andere Gänge, bei der entsprechend hervorragende Produkte präsentiert werden. Z. B. ein sensationeller Schinken bzw. Speck, Fisch, der als eine Art „europäisches“ Sashimi gereicht wird, oder auch die Kartoffeln schmecken wirklich einzigartig gut.
                        Das Team des Ernst schafft es meines Erachtens, den Eigengeschmack aller Produkte extrem genau auf den Punkt zu bringen. Das heißt: es wird genauso viel bearbeitet, gekocht oder gewürzt, bis der Eigengeschmack optimal ist. Aber eben nicht ein Salzkorn mehr sonst würde der Eigengeschmack ja beeinflusst. Das hießt bei den allerbesten Produkten: Sie werden de facto pur und unbehandelt serviert. Bei anderen gibt die beschriebenen fetthaltigen Saucen zur Intensivierung. Nur bei einem Fisch- und einem Fleischgang, einer wunderbaren Entenbrust, würde ich von einer Komposition im herkömmlichen Sinn sprechen. Ich würde dies als minimalinvasives Kochen bezeichnen - es wird nur so viel eingegriffen, wie des dem Hauptprodukt guttut - "das Produkt ist der Star" sagen viele Köche, hier beschreibt die Aussage den Stil der Küche.

                        Ich kann den Besuch des Ernst für alle Geschmackssucher nur empfehlen. Auch kann man sich sehr gut auf eine Weinbegleitung einlassen. Die naturweinorientierten Kombinationen passen sehr gut zu der Küche.
                        Sehr gelungen finde ich auch, wie wir als Gäste durch den Abend geleitet werden. Es wird recht flott serviert, aber nach dem Menü, beim Digestif nimmt sich das Team noch reichlich Zeit, beantwortet Fragen, erkundigt sich detailliert, wie es gefallen hat - außerdem gibt es noch Tipps für Bars oder weitere Restaurants in Berlin, je nach persönlichem Interesse der Gäste.

                        So rund und gelungen der Besuch innerhalb des Restaurants ist, bleibt für mich der das intransparente Buchungsverfahren (Menüpreis + ungefragte abgebuchtes "Trinkgeld") als fader Beigeschmack – auch ist insgesamt das Preisniveau als ambitioniert zu bezeichnen. Wenn man bedenkt, dass das Menü gut 60 Euro mehr kostet als im Horvath, ist es schon hart an meiner Schmerzgrenze zwischen angemessen und zu teuer.
                        Zuletzt geändert von QWERTZ; 17.08.2019, 19:10.

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                        • #27
                          Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen

                          intransparente Buchungsverfahren (Menüpreis + ungefragte abgebuchtes "Trinkgeld") als fader Beigeschmack – r.
                          Danke für den informativen Bericht.

                          Was ist denn unter dem "Trinkgeld" zu verstehen? Ist dies irgendwo auf den Buchungsunterlagen vorab zu ersehen oder wie muss ich mir das vorstellen?

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                          • #28
                            Lieber Wombard, das Prozedere habe ich ja vor dem Besuch schon beschrieben in diesem Thread. Auf der Website wird der Menüpreis genannt. Wenn man dann den Buchungsprozess einleitet, kommt, wie in UK üblich, eine Service Charge / fee dazu, das als Trinkgeld bezeichnet wird. Das ist dann beim Kauf schon einigermaßen transparent. Nur ist man ja manchmal der Käufer für mehrere Personen und die wissen dann nichts von ihrem Glück... Ich finde das keine glückliche Lösung.

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                            • #29
                              Hatte das so verstanden, das sich dieser Vorgang nochmals geändert hat. Jetzt verstehe ich auch, warum die international als deutsche Spitze betrachtet werden. Warum macht das hier sonst keiner

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