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Kin Dee

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  • Kin Dee

    Gut essen im Kin Dee


    Der Guide Michelin ist immer für eine Überraschung gut. Das durften im letzten Jahr besonders die Franzosen erleben. Die Abwertung von Restaurants mit drei Michelinsternen hat dem Guide reichlich Kritik eingebracht.

    Der Verlust von Sternen hielt sich in Deutschland dagegen in Grenzen. Für eine der größeren Überraschungen sorgte wohl eher die Auszeichnung des Berliner Restaurants „Kin Dee“ mit einem Stern. Schließlich hat das thailändische Restaurant der Grill Royal-Group als Küchenchefin noch nicht einmal eine gelernte Köchin. Dalad Kombhu, ein Ex-Model, ist eine Autodidaktin, die das Kochen von ihrer Mutter lernte. Das Ergebnis hat uns mehr als zufrieden gestellt. Doch dazu später mehr.

    Die Sternevergabe wurde, was nicht anders zu erwarten war, nicht nur positiv aufgenommen. Jedenfalls habe ich schon einige kritische Stimmen vernommen. Lustigerweise hörte ich gerade von Freunden aus der Casual-Fraktion viel Kritik. Leute, die ansonsten eher die klassischen Gourmetrestaurants als überkommen betrachten.

    Kin Dee heißt übersetzt „Gut essen“ und darauf wollten wir uns an diesem Abend einlassen.
    Dürfen wir also authentische thailändische Speisen erwarten?
    Das Mischen von Kräutern, frische Zutaten und die kreative Herstellung von Gewürzpasten sind für die thailändische Küche typisch. Die Thai-Küche ist sehr eigenständig, auch wenn Einflüsse aus China, Indien und Indonesien unverkennbar sind. Darüber hinaus ist die thailändische Hochküche längst weltweit bekannt. Beispielhaft möchte ich das Bangkoker Restaurant „Nahm“ nennen, das mit seiner feurigen modernen Küche mit traditionellen thailändischen Gerichten in der derzeitigen Liste der „The World’s 50 Best Restaurants“ Rang 49 belegt.

    Dalad Kombhu verwendet für ihre exotisch anmutenden Speisen gerne hiesige Produkte, was viel mit der erforderlichen Frische zu tun hat. So kommt es zu einem tollen internationalen Mix.

    Das Restaurant ist eher bescheiden eingerichtet und sehr gut besucht.
    Der Empfang war freundlich. Die Tische stehen recht eng zusammen und lassen so eine intime Atmosphäre nicht aufkommen. Der Lärmpegel steigert sich im Laufe des Abends.
    Nach dem Studium der Menükarte entschieden wir uns für:

    Pilze Sommerrolle
    Austernpilze, Shiitake, Champignons, Austernsauce

    Duo Pla
    Thai-style Ceviche mit Fjordforelle,
    Jakobsmuschel mit Thai-Kräuter Dressing

    Chicken Satay
    Huhn, Gelbe Bete, Erdnüsse

    Die drei Vorspeisen waren zum Teilen gedacht und äußerst köstlich. Man muss kein Kenner authentischer thailändischer Küche sein um zu erkennen, dass die sehr guten und frischen Produkte eine sehr kreative Behandlung erfahren haben.

    Gang Jeud Brühe
    aus saisonalem Gemüse.
    Ein sehr schöner Zwischengang.

    Lhon Tofu
    Kreuzberger Tofu, Bio-Kokosmilch, fermentierte Sojabohnen, Gemüse der Saison

    Tofu, gerne Begleiter vegetarischer, noch mehr der veganen Küche, ist für einen Gourmet schon sehr gewöhnungsbedürftig. Der „neutrale“ Geschmack ist nicht gerade das, was ich in Restaurants so schätze.
    Nun ja. Natürlich war das Gericht kräftig gewürzt und so fand auch diese Kreation Gefallen.

    Kin Dee Grünes Rindfleisch, Curry
    Geschmortes Rind, Zucchini, Aubergine, süßes Thai-Basilikum

    Wolfsbarsch

    Der auf der Haut gebratene milde und zarte Fisch wurde mit intensiv gewürzten Begleitern präsentiert. Eine süß-saure Tamarinden-Chilisauce und
    leichte Schärfenoten durften ebenfalls nicht fehlen.

    Sangkaya
    Thai-Kokos-Pudding, Kürbis

    Ein tolles Dessert.


    FAZIT:

    Uns hat dieser Abend in lockerer, ungezwungener Atmosphäre sehr gut gefallen.

    Dalad Kombhu hat ein interessantes und kreatives Menü entwickelt, ohne die thailändische Küche, trotz hiesiger Zutaten, zu sehr auf den mitteleuropäischen Gaumen zu trimmen.
    Tatsächlich sind auch klassische Elemente vorhanden und Region und Saison kommen nicht zu kurz.

    Die Anrichteweise, gerade auch mit den teilweise bunten Tellern, ist nicht auf Instagram zugeschnitten. Dafür schmeckt es umso besser.

    Fotos, wie immer, auf www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de





  • #2
    Danke für den Bericht, den Fotos zufolge fällt ihr Menü reduzierter aus als ich es in meinen Besuchen bei den besternten Restaurants in Bangkok kennengelernt habe, insbesondere beim Curry und beim Wolfsbarsch fand ich es auffällig.

    Zum Tofu kann ich kein Bild erkennen? Auch bei Tofu gibt es ja solchen und solchen, die kühle Frische eines Seidentofus mit wenigen guten Produkten kombiniert möchte ich in meinem Leben nicht missen.

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    • #3
      Zum Tofu gibt es kein Foto.
      Auch habe ich mich noch nicht intensiv mit diesem Produkt beschäftigt. Das überlasse ich lieber Leuten die damit mehr Erfahrung haben.

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      • #4
        Meinetwegen, aber mit dem Argument können Sie ja nun nahezu jeder Diskussion aus dem Weg gehen.

        Tofu nur der Veggie- oder Vegan-Küche zuzuschreiben ist zu kurz gegriffen. In der Serie "Mind of a Chef" mit David Chang gibt es in einer Folge in der ersten Staffel ganz interessante Einblicke, die Tofu näher beleuchten.

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