Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Hamburger Restaurants

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Aus der Rubrik Lieblingslokale für (fast) jeden Tag:

    Unangefochten an erster Stelle für mich Zur Traube in Ottensen.
    Bodenständige französische Küche und die beste Weinkarte weit und breit. Urig und einfach zum Wohlfühlen.

    Bis vor Kurzem hätte ich noch das Oberstübchen am Hafen favorisiert. Wir waren dort regelmäßig zu Gast und immer begeistert: Kleine Karte, angenehme Preise, fantastische Fischgerichte, mit orientalischem Touch - alles von einem(!) Chefkoch, Spüler etc. in Personalunion serviert. Unschlagbar die Lage überm Pudel Club mit Blick auf Blohm und Voss.
    Bei unseren letzten beiden Besuchen war aber leider alles anders: Neuer Koch, Preise erhöht und das Essen bestenfalls auf gehobenem Kantinenniveau. Was auf der Karte noch ansprechend klang, entpuppte sich auf dem Teller als uninspirierte Zusammenstellung, dazu noch lieblos angerichtet. Alles in allem eine große Enttäuschung und derzeit wohl nicht zu empfehlen. Schade...

    Ein neuer gastronomischer Hotspot ist das Friedrich Fett in Altona, ein Ableger der Bar Golem und des Musikclubs Übel & Gefährlich.
    Ich war zur Eröffnung dort, bei der ein sensationelles Flying Buffet u.a mit tollem Ceviche serviert wurde und habe Großes erwartet. Die Erwartungen wurden bei weiteren Besuchen nicht ganz erfüllt Man bekommt eine Art Fusion/Crossover-Küche mit südamerikanischem Akzent, angenehm untrendy, serviert. Handwerklich ist noch Luft nach oben, aber lecker ist es allemal.

    Kommentar


    • Es gibt Restaurants, in die muss man eigentlich nicht gehen, dann aber wieder doch. Eine sehr angenehme Überraschung war vor kurzem der erste Besuch in der Bullerei von Tim Mälzer. Das Restaurant brummt seit Jahren. Es hat den Ruf eines Touristenrestaurants. Geschenkt. Das Ambiente ist in jedem Fall sehr großstädtisch, wenn auch teils Geschmackssache (die Bling-Bling-Skulptur an der Wand zum Beispiel, die nach Bierzelt aussehende Decke). Die Karte ist eher fleischlastig, klingt aber gut. Viele Gerichte sind auf ein "Family Style Dinner" ausgerichtet. Ein großes Stück Fleisch, am Stück gegart, für den ganzen Tisch. Dazu Beilagen. Sehr positiv angetan war ich von der Weinkarte, die ausnahmsweise mal auf die ganzen Gastro-Bestseller wie Markus Schneider, Dreißigacker, usw. verzichtet (ok, es gibt Metzger Weine). Wir hatten einen 2011 Fleurie "Le Printemps" von Yvon Mêtras.

      Das Brot ist gut, der Kräuterquark auch. Erster Gang für mich: Wildpastrami mit etwas Salat (vielleicht Brunnenkresse), Granatapfel, Birne und Walnüssen. Clever angemacht, das Pastrami vielleicht etwas lasch im Geschmack, insgesamt aber sehr gut. Erster Gang für Frau rocco: Beef Tatar, gut gewürzt, das Fleisch handgeschnitten und nicht durchgedreht, nicht überwürzt, sondern eher so, dass der Rindergeschmack zur Geltung kommt. Gelungen.

      Zweiter Gang für mich: Kaninchenkeule geschmort mit Beluga-Linsen und frittierten Birnen. Die Keule war sehr schön zart, die Linsen knackig, die Kombination gut, nur die Sauce schmeckte etwas ketchupähnlich. Zweiter Gang für Frau rocco: Arancini, gefüllt mit Ei, dazu schwarze Trüffel. Die Trüffel waren ziemlich lasch im Geschmack, aber immerhin nicht mit Trüffelöl "gepimpt". Ansonsten hätte das Ei etwas schlotziger sein können, aber ansonsten war auf dieser Gang gelungen.

      Bis hierhin war das Essen durchaus besser, als wir beide erwartet hatten. Nicht herausragend, aber sehr gut. Wirklich spitze waren die Dessert. Ich hatte einen Schokoladencreme mit Passionsfruchteis, Banane und Avocado. Hübsch angerichtet, frisch und komplex im Geschmack, clever kombiniert. Auch Frau roccos Dessert war spitze. Sie hatte einen dunklereren Schokoladen"riegel" mit - ich glaube - Kürbis und noch ein paar weiteren Elementen. Auch dieses Dessert war sehr schön angerichtet, herrlich im Geschmack und rundum gelungen.

      Ich werde nicht das letzte Mal in der Bullerei gewesen sein. Erwartet hatten wir beide nichts, die Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Und wenn man sich von jeglichen Erwartungen löst, dann ist das Essen auch für sich genommen sehr gut, besonders die Dessert.

      Kommentar


      • Danke für diesen Bericht, lieber Rocco. Für ein positives Erlebnis ist es oft von Vorteil, sich von Erwartungen jeglicher Art frei zu machen.

        Kommentar


        • Die Hamburger Walddörfer, ganz im Nordosten der Stadt. Grün, ländlich, gediegen bis vornehm – und irgendwie auch provinziell. Seit Jahren wundere und ärgere (da selbst ortsansässig) ich mich über diesen eklatanten Widerspruch zwischen Wohlstand der Bewohner und Jämmerlichkeit des gastronomischen Angebots. Nichtssagend, ambitionslos, aus der Zeit gefallen: An Läden, die solche Prädikate verdienen, herrscht kein Mangel. „Pfeffersack-Mentalität“ oder „Geiz ist Geil“ liefern allein kein ausreichendes Erklärungsmuster dafür, warum gehobene Gastronomie so schwer zu finden ist im Nordosten Hamburgs, denn in zahlreichen Restaurants wird die mäßige Qualität noch durch ein groteskes PLV unterboten. Soll heißen: Für Preise, die durchaus schon gutes Essen ermöglichen, gibt es Gerichte vom Niveau einer Kantine der unteren Mittelklasse. Ja, es gibt ein paar tapfere Leuchttürme – das „Lenz“, die „Gutsküche“ liegen erreichbar. Auch der umtriebige Herr Wollenberg wird mit seinem nunmehr dritten Standort sicherlich und nicht völlig zu Unrecht sein Publikum finden, doch in gewisser Weise ist das auch wieder so eine Art von Erwartungsbefriedigungsessen, das man mal mitnehmen kann, einem aber nicht wirklich den Zauber eines kulinarischen Entdeckungsabends vermittelt.

          Genug davon – es gibt Hoffnung! Das „Stüffel“, im letzten Herbst gestartet, rein äußerlich das Clubhausrestaurant eines Tennisvereins(!), macht aus meiner gänzlich subjektiven Gästesicht eine Menge richtig und stellt für mich im Moment im näheren Umkreis ein, merkelesk formuliert, geradezu alternativloses Angebot dar.

          Der Gastraum bietet Platz für ca. 40 Personen, die Terrasse daneben könnte mit Beginn der Saison tatsächlich locker noch mal so vielen Gästen zur Verfügung stehen. Angenehme, sachlich-gemütliche Optik (die „Zeit“ schrieb „Funktional, aber freundlich“), viele bodentiefe Fenster. Blanke Holztische (auch einige größere Tafeln), konsequenterweise wird hier, wie ich es mag, auch immer nur eingedeckt, was für den jeweils nächsten Gang gerade gebraucht wird.
          Die Karte ist gar nicht mal extrem klein, aber gut fokussiert. Bei der Menüzusammenstellung ist man völlig frei, für 3, 4 oder 5 Gänge (derzeit 32, 38, 44 €) bedient man sich nach Belieben aus dem Angebotenen. Einzeln bewegen sich die Vorspeisen und Zwischengänge im Bereich von 10 €, Hauptgerichte liegen zwischen 15 und 25 € und Desserts bei unter 10 €.

          Eine klare saisonale und regionale Ausrichtung ist gegeben und auch ein spürbarer Akzent auf eher profanere Produkte (Schwarzwurzel, Sellerie, Zander). Weder bei den Produkten noch bei der Zubereitung und Präsentation wird auf Beeindrucken, Renommieren oder Überwältigen gesetzt. Dieser Verzicht schärft erst recht den Blick dafür, was und wie gekocht wird. Und das ist hervorragend! Die Grundprodukte sind top-frisch, gut gewählt (dicke Fischtranchen z. B.) und mit hohem handwerklichen Können komponiert und gegart. Es ist alles fein differenziert, aber nicht pointilistisch. Gerichte wie „Topinambur / Artischocke / Navetten / Crème vom Friesisch Blue“ oder „Gegrillter Knollensellerie / Skandinavischer Ziegenfrischkäse / Thymian“ zeigen eine ausgeprägte Vorliebe für Röstaromen beim Gemüse. Wer Knollensellerie bislang nur als Aromenbringer kannte, wird hier eine würzige Texturüberraschung erleben. Blauschimmelkäse als Grundierung ist ebenfalls ein guter Ansatz und ein Gericht wie „Schwarzwurzel / Feldsalat / Walnuss / Mandarine“ fächert ein schönes Spektrum an Süß – Sauer – Würzig –Herb auf. Die Ricotta-Tortellini mit Nussbutterschaum und Pinienkernen sind so fluffig und schlotzig, wie das sein soll, ohne dass alles in diffusem Schmelz verschmiert. Stubenküken mit Maisporridge und Perlzwiebel ist nicht nur ein pikant-süßliches Wohlfühlgericht, sondern natürlich auch eine kleine Hamburgensie. Ein Müritz-Zander mit Feldsalatrisotto wird durch einen erstaunlichen Soljankasud rustikalisiert – na, und Desserts können sie auch; die kommen leicht und beschwingt daher, ohne allerdings den aktuellen Trend der „Gemüsedesserts“ aufzugreifen.

          Ein entscheidender Faktor, wenn ein Haus zum Stamm- und Lieblingslokal werden soll, ist für mich natürlich auch das Weinangebot. In Hamburg ist man ja schwer gebeutelt – mindestens einer der Missvergnügensboten „viel zu teuer“, „langweilig“ oder „kein Essenswein“ lässt sich immer finden (der erste eigentlich immer), wenn es denn nicht sowieso schon beim ersten Blick zum Schluss „heute trinke ich mal ein Bier“ führt. Hier gibt es tatsächlich Flaschenweine unter 20 Euro – oder auch für 29 Euro Pretiosen wie einen Chardonnay „Terre de Gryphées“ von der Jura-Domaine de la Tournelle; salzig-pikant und klar wie ein Gebirgsbach. Fürs gleiche Geld stand ein Vina Cubillo Crianza von Lopez de Heredia aus dem Rioja auf der Karte. Jg. 2006, also schon mit einer ersten Reife, aber nicht überlagert. Man kann sich aber auch ganz in die Hände des kundigen Inhabers begeben, der als Sommelier u. a. auch schon im Adlon tätig war.

          Atmosphärisch ist alles ganz entspannt, zugewandt und fröhlich. Hier möchte ein tolles Team mit Ambition und Selbstbewusstsein, aber nicht in einem Gewaltakt, eine für mich vollkommen schlüssige Interpretation von gehobener Gastfreundschaft mit allen dazugehörigen Ingredenzien liefern. Ich hoffe sehr, dass dieses Konzept ankommt und Erfolg bringt – wenn die schläfrigen Walddörfler es für sich entdecken, braucht es dazu noch nicht einmal Szeneflüchtlinge aus der Hamburger City.

          Beste Grüße
          Q.
          Zuletzt geändert von quartalsesser; 27.02.2015, 19:35. Grund: Vertipper korrigiert

          Kommentar


          • Danke... da fahr ich hin!

            Kommentar


            • Puh - Bergstedt ist ganz schön weit 'draußen. Die Karte klingt gut, der Wirt samt Koch geben sich auf der Homepage recht selbstbewusst. Preislich sieht's recht freundlich aus.

              Kommentar


              • Zum Preisniveau noch dieses: große Flasche Wasser für 3 EUR. Das nenne ich gastfreundlich.

                Viele Grüße
                Q.

                Kommentar


                • Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
                  Danke... da fahr ich hin!
                  Ätsch, Erster!

                  Danke für den Tip. Ich bin zwar im Moment auf einem „Chinatrip“ und das war eine willkommene Abwechslung.



                  Vor dem Menü wurde frisches Brot, Salz und Olivenöl gereicht. Sehr lecker.

                  Topinambur
                  Rübchen ~ Artischocke, Créme von Friesisch Blue



                  Zu den gebratenen Artischocken gab es Topinambur, verschiedene Salatblätter und eine Creme aus Friesisch Blue Käse (wahrscheinlich von der Backensholzer Käserei). Artischocken und die leicht süßliche Topinambur waren betont knackig, die Creme hatte ein kräftig ausgeprägtes, aber nicht zu dominates Blauschimmelaroma. Sehr lecker.

                  Tatar von Weidekalb
                  Kerbel ~ Zwiebeltexturen



                  Das Tatar vom Kalb war aromatisch gewürzt (unter anderem mit Kapern), dazu gab es warme geschmorte Zwiebeln, eine Kerbelmayonnaise, ein paar Perlzwiebeln und etwas Röstzwiebeln. Sehr lecker, die Perlzwiebeln gaben dem Gericht etwas frische Säure.

                  Winter-Kabeljau / gebraten
                  Blutwurst ~ Kartoffelkraut / Schalotten-Petersilienbutter



                  Der Kabeljau war auf den Punkt gegart und mit etwas Petersilie und Schalotten bedeckt, er lag auf einem Bett aus Sauerkraut und dünnen Kartoffelscheiben. Dazu gab es reichlich flüssige Butter und eine Blutwurstcreme. Das Sauerkraut mit seiner feinen Säure gab dem Gericht Frische, die Blutwurstcreme etwas Rustikalität ohne den Kabeljau zu überdecken. Sehr lecker, Klasse.

                  Kalbs Entrecôte
                  Spinat ~ Rote Bete ~ Petersilienwurzel


                  Das Entrecote vom Kalb war zart rosa gegart aber konnte weder vom Geschmack noch von der Konsistenz richtig überzeugen. Star des Gerichtes war klar das Gemüse, die roten Beete hatten ein schönes Aroma, mehr süßlich als erdig und auch die Petersilienwurzel war schön aromatisch. Dazu gab es noch eine feine Spinatcreme, ein paar Spinatblätter und ein paar zarte lockere Spinat-Gnocchi. So blieb das Kalbs Entrecote nur ein Nebendarsteller auf dem Teller. Trotzdem sehr lecker.
                  Zum Entrecote hatte ich ein Glas 2012 Zweigelt vom Weingut Martin Pasler aus dem Burgenland (0,1 l für 4 €). Sehr lecker.



                  Eine locker fluffige Sauce Béarnaise wurde separat gereicht, sie hatte ein feines Aroma. Sehr lecker.

                  Hippen-Schichten
                  von heller&dunkler Valrhona Schokolade, Orangen Kompott



                  Das Dessert konnte leider an die hohe Qualität der vorherigen Gänge nicht anknüpfen, zu mächtig und geschmacklich zu undifferenziert. Zwischen dünnen Hippenscheiben war abwechselnd eine Creme aus heller und dunkler Valrhona Schokolade angerichtet. Dazu gab es ein Orangen Kompott. Ganz lecker, die Gewürznoten (Zimt ?) erinnerten eher an Weihnachten.

                  Der Service war freundlich und zuvorkommend. Das Restaurant Stüffel bietet eine ausgezeichnete Küche mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

                  Gruß
                  Jürgen

                  Kommentar


                  • Lieber Jürgen,

                    vielen Dank für den Bericht und die Bilder. Das sieht richtig lecker aus, vor allem der Salat und der Kabeljau sehen unheimlich gut aus.
                    Ich sehe aber keine Tischdecke unter den Tellern. Ich hoffe Sie konnten das Essen trotzdem genießen.

                    M

                    Kommentar


                    • Ich bin Montag beim neuen Trific vorbeigefahren (liegt auf dem Heimweg von der Arbeit). Da gab es was, was wie eine Eröffnungsparty aussah. Am Abend danach schien das Restaurant aber nicht aufzuhaben. Weiß jemand, wann es aufmacht?

                      Kommentar


                      • Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                        Ich bin Montag beim neuen Trific vorbeigefahren (liegt auf dem Heimweg von der Arbeit). Da gab es was, was wie eine Eröffnungsparty aussah. Am Abend danach schien das Restaurant aber nicht aufzuhaben. Weiß jemand, wann es aufmacht?
                        Dei offizielle Verlautbarung von Oliver Trific war "Anfang März" - anscheinend dauert es aber trotz Verzägerung nicht mehr lang ...

                        Kommentar


                        • Am 24.03. geht's los, schreiben sie auf Facebook. Ab dem 31.03. dann auch mittags.

                          Kommentar


                          • Das beste Restaurant in Hamburg ist für mich das RIVE am Hafen - modernes Hamburger Flair, italienischer Charme, routiniert-freundliches Personal und tolle maritime Küche...

                            Kommentar


                            • Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst - das beste??

                              Kommentar


                              • Rive

                                Zitat von schnecke Beitrag anzeigen
                                Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst - das beste??
                                Natürlich ist das Rive nicht das "beste" Restaurant, wenn es nach Punkten, Sternen etc. geht...

                                ich finde jedoch, dass die Küche exzellent ist (leider fotografiere ich meine Speisen nicht) mit 15 Punkten im Gault Miliau fast noch "unterbewertet". Und das Lokal schafft es, das Niveau zu steigern und so etwas wie Kreativität zu entwickeln...und das ganze auf ziemlich "lässige" Art und Weise, ohne unangenehme Gourmet-Attitüde...das finde ich sympathisch!

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X