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  • #46
    Lieber Jürgen, vielen Dank für diesen schönen und anschaulichen Bericht.


    Mkg, Schmackofatz

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    • #47
      Danke für Ihren Bericht; das Brook habe ich ebenfalls in guter P/L-Erinnerung, mir war es (vor der roten Neugestaltung) allerdings etwas zu cool. Sehr großzügig wurde damals die Weinbegleitung gehandhabt.

      Zitat von Jürgen3D Beitrag anzeigen
      Falls meine Ausführungen zum Cumarin hier nicht herpassen kann man sie ja in ein anderes Unterforum verschieben (oder löschen).
      Bitte keinesfalls löschen, ich persönlich freue mich immer über "fachlichen" Hintergrund zu subjektiven Beschreibungen! Vielleicht können Sie uns an diesem Wissen aber tatsächlich in einem eigenen Pfad teilhaben lassen - gern auch weiterhin jahreszeitlich passend.

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      • #48
        Danke für den Bericht über ein Restaurant mit wirklich ausgezeichnetem PLV.
        Und das in HH. Wer hätte das gedacht.

        Ihre Ausführungen über Cumarin finde ich sehr aufschlussreich. Wusste gar nicht, dass das in Waldmeister auch zu finden ist.


        Gruß!

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        • #49
          Am Samstagabend bei richtigem Hamburger Wetter wie in alten Zeiten haben wir eine Empfehlung von Freunden ausprobiert, die uns beide sehr begeistert hat: das Mooi in der Nähe der Messe (Richtung Marktstraße/Karoviertel).

          Das Restaurant ist in einem Hinterhof gelegen, in dem auch ein etwas esoterisches Zentrum residiert. Wirklich schön sind die Außenplätze im Innenhof (bei gutem Wetter), und auch innen fühlt man sich sehr wohl. Die Karte ist eher klein, hält ein paar Klassiker für jedermann à la carte bereit und ein - soweit ich weiß - monatlich wechselndes Menu zum kleinen Preis von 33 Euro.

          Teil des Menus ist auch ein Apéritif, hier ein Crémant de Bourgogne aus dem Maconnais mit Ingwer-Zitronengras-Sirup - ok. Als Amuse Bouche war ein Tee-Ei von der Neuendorfer Wachtel mit Green Matcha und Sesamsalz angekündigt. Das Aroma vom grünen Tee konnte man nicht herausschmecken, auch das Sesam-Salz nicht. Begleitet war das Ei von einem recht sauer angemachten Mangoldsalat. Das Amuse war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

          Einen deutlichen Schritt nach vorne machte die Vorspeise „Bohnen, Birnen und Speck à la Mooi". Die Bohnen waren sehr dünn geschnitten, nur ganz kurz blanchiert und leicht sauer angemacht. Kontrastiert wurden sie von einem etwas zu süßen und vanilligen Birnenkompott. Im Zentrum des Tellers stand ein hübsch rosa gebratenes, sehr aromatisches und wundervoll zartes Stück aus der Lende vom Iberico Schwein. Die einzelnen Komponenten schmeckten letztlich am besten für sich. In der Kombination dominierte etwas die Süße und die Vanille des Birnenkompotts. Trotzdem war dies ein schön konzipierter und auch optisch sehr ansprechender Teller.

          Für ein Restaurant dieses Zuschnitts und in der Preisklasse wirklich grandios war das Hauptgericht, ein gebratenes Filet vom frischen Atlantik Steinbutt mit grünem Spargel, Spitzmorcheln und Erbsensaft. Ich liebe Morcheln, aber diese können - es ist Juli - eigentlich nicht frisch gewesen sein. Sofern es getrocknete Morcheln waren, waren es wirklich gute, denn sie schmeckten wirklich fantastisch. Das Gleiche galt für den Steinbutt, der in kleineren Stücken kam. Grüner Spargel und Morcheln gehen eh immer gut zusammen. Etwas enttäuschend war der Erbsensaft, der etwas zu flüssig war und neben den sonstigen Aromen geringfügig unterging.

          Auch das Dessert war wirklich gut - Vierländer Rhabarber auf Ingwerbaiser & indonesischem Langpfeffer. Genau genommen war es Rhabarber in einem Ingwerbaiser mit dem besonderen Clou einer zusätzlichen Mandelcrème, die etwas an Montelimar-Nougat erinnerte. Der Rhabarber war kaum gezuckert und kräftig gepfeffert. Zusammen mit dem leicht ingwer-scharfen Baiser ergab sich so eine schöne Kombination aus sauer, scharf und süß.

          Die Weinkarte ist klein (6 Weißweine, 6 Rotweine, aber immerhin nicht das Übliche) und sehr fair kalkuliert. Wir hatten die spritzige und sehr vollmundige 2010 Scheurebe Trocken von Wagner-Stempel aus Rheinhessen, die uns sehr gut durch das komplette Menu begleitete.

          Vom Konzept ist das Mooi mit anderen Restaurants in der Gegend vergleichbar, z.B. dem Nil oder dem La Luna, liegt aber qualitativ aus meiner Sicht leicht über beiden. Eine schöne Neuentdeckung.

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          • #50
            Zitat von rocco Beitrag anzeigen
            Ich liebe Morcheln, aber diese können - es ist Juli - eigentlich nicht frisch gewesen sein.
            Zumindest auf meiner Seite des Atlantiks wachsen sie noch. Erst letzte Woche gab es blonde Spitzmorcheln aus Oregon in einer sensationellen Qualitaet.

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            • #51
              Danke für den Bericht,

              dieses Resaurant kannte ich noch gar nicht.

              Schnecke

              P.S. Was Steinbutt betrifft, aus sehr kompetentem Munde habe ich am Freitag erfahren, das inzwischen 7000 Tonnen Zuchtsteinbutt produziert werden. Der aktuelle deutsche Verbrauch 50 Tonnen pro Jahr.

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              • #52
                Die Hamburger Gastronomie unterhalb der Sternekategorie überrascht mich immer mehr. Gestern waren wir in dem vor ca. 2 Jahren eröffneten Kitsune Izakaya in Eimsbüttel (Eppendorfer Weg, kurz nördlich der Osterstraße). Das Restaurant ist klein (vielleicht 20 Plätze) mit einer offenen Küche, einer nicht optimalen Akustik, aber durch viel dunkelbraunes Holz einem warmem Charme. Es war an einem Samstagabend voll belegt.

                Hier kocht Martin Schulz, ein Leipziger, der mehrere Jahre Koch in Japan war. Die Karte ist gerade klein genug, dass man nicht überwältigt wird (6 Vorspeisen, 6 Hauptspeisen, 2 Desserts), und ist erstaunlich günstig kalkuliert. Es gibt zwei Menus, deren Vorteil weniger im Preisvorteil zu liegen scheint, als vielmehr in der Möglichkeit, sich als ersten Gang drei Vorspeisen nach Wahl in Probiergrößen zusammenstellen zu können. Mangels Riesenhunger haben wir es bei einer à la carte Auswahl belassen. Die Weinkarte ist ok, es gibt eine große Sake-Auswahl, deren Güte ich mangels Kenntnissen nicht beurteilen kann.

                Zur Einstimmung gibt es ein warmes Handtuch und eine kleine Tasse Matcha-Tee.

                Wir starteten mit Shake Nanbanazuke To Wakame, Hijiki (Süß-sauer eingelegter Lachs mit einem erfrischenden Salat von Wakame- und Hijiki-Algen). Dies war ein wunderbarer Einstieg. Die Algen waren mit einem mild-säuerlichen Essig angemacht und sehr schmackhaft. Der Lachs in großen Würfeln war gerade eben glasig gegart (ich glaube gebeizt, bin aber nicht sicher) und schmeckte mehr nach purem Lachs als nach Süße oder Säure. So bildete er einen guten Gaumenberuhiger neben dem Algensalat.

                Als Hauptgang hatte ich Koushi no Niku (Mariniertes Kalbssteak von der Hüfte, kurz auf Lavastein gegrillt mit einer Yuzu-Miso Sauce und zweierlei Auberginen). Die Kalbshüfte war sehr rosa, sehr zart, genau richtig mit Fett durchsetzt und setzte eher auf puren Kalbsgeschmack als auf das Aroma der Marinade. Grandios war die Yuzu-Miso-Sauce dazu. Weitere Komponenten auf dem sehr kleinen und etwas überladenen Teller waren ein Süßkartoffelpüree und Spitzkohl, ein Wildkräutersalat und Auberginentempura. In einer gesonderten Schüssel wurden zudem noch in Soya-Sauce angemachte und schon etwas zu weiche Auberginen. Jedes Element für sich schmeckte sehr gut, die Auberginen intensiv nach Auberginen und die Süßkartoffel wunderbar "orange"-süßlich. Ein größerer Teller oder ein oder zwei Komponenten weniger hätten dem Gericht aber zu mehr Finesse verholfen.

                Kurz probieren konnte ich den etwas klassischeren und wirklich guten Teller von Mademoiselle rocco: Shake Tataki Sashimi (Sashimi vom Lachsfilet kurz geflämmt serviert mit einer Tamari-Yuzu-Vinaigrette, Shisokresse und Wasabi). Der Lachs war von erstklassiger Qualität, das kurze Flämmen hatte ihm zusätzliches Aroma verschafft. Überraschend war der recht milde Wasabi, den man gut einsetzen konnte, ohne gleich sämtliche Kanäle im Kopf durchzupusten. Auch wenn ich mein Hauptgericht sehr gut fand, war ich minimal neidisch.

                Zu trinken gab es dazu Honjozo Sake von Akashi-Tai.

                Da das Restaurant mittlerweile gefüllt war, dauerte es bei dem zu zweit agierenden Service leider etwas lange mit dem Abräumen und der Dessertbestellung, das Warten lohnte sich aber. Wir probierten beide Desserts. Ich hatte Ichigo / Matcha (Parfait von Altländer Erdbeeren mit Schokoladenstreuseln und einem Mandel-Grünteegebäck), das mich voll überzeugte. Das Parfait kam stark gefroren auf den Teller, was zu leicht geräuschvollem Essen führte (klink, klonk). Es schmeckte aber wunderbar nach Erdbeeren. Dazu gab es ein paar Erdbeeren aus dem Alten Land, Erdbeergeléewürfel und sehr interessant schmeckende, weiche, maigrüne Tee/Mandel-Kekse. Mademoiselle hatte ein Dessert ohne japanischen Namen: Kokosbrotpudding warm serviert mit einer flüssigen Füllung von Valrhona-Passionsfruchtschokolade und einem Litschi-Zitronensorbet. Der Kokos-Brioche-Pudding kam ungesüßt auf den Teller und schmeckte erst im Abgang, dafür aber um so intensiver nach Kokos. Die Valrhona-Schokolade bildete dazu einen etwas zu deutlichen Kontrast. Sehr gut war das Litschi-Zitronensorbet.

                Wir begleiteten das Dessert mit einem Glas 1998 Riesling Sekt Brut von Koehler-Ruprecht.

                Alles in allem gibt sich Herr Schulz hier wirklich die größte Mühe, das ist zu spüren. An den Nebentischen konnten wir uns die anderen Gerichte anschauen, von denen eins besser aussah als das andere. Letztlich scheint man hier alles bestellen zu können. Die Auswahl fiel uns auch sehr schwer. Ambitionen für höhere Weihen scheint man hier nicht zu haben. Von der Aromen-Komposition und -harmonie her ist Herr Schulz aber von Sterneniveau jedenfalls keine Kilometer weit entfernt. Von einer Küche mit Sterneniveau unterschied sich das Essen im Kitsune Izakaya nach meiner Empfindung hauptsächlich durch eine deutlich bodenständigere Anrichtung, weniger Präzision und etwas weniger Finesse. Dafür ist das Kitsune Izakaya aber auch sehr günstig (Vorspeisen 4 - 7 Euro, Hauptspeisen 10 - 14,50 Euro, Desserts um die 7,50 Euro). Hier möchte ich jedenfalls noch öfter hingehen und freue mich bereits jetzt darauf .
                Zuletzt geändert von rocco; 18.07.2011, 12:13. Grund: Grammatik

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                • #53
                  Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                  Die Karte ist gerade klein genug, dass man nicht überwältigt wird (6 Vorspeisen, 6 Hauptspeisen, 2 Desserts), und ist erstaunlich günstig kalkuliert. Es gibt zwei Menus, deren Vorteil weniger im Preisvorteil zu liegen scheint, als vielmehr in der Möglichkeit, sich als ersten Gang drei Vorspeisen nach Wahl in Probiergrößen zusammenstellen zu können.
                  Vielen Dank für den Bericht, wir waren im Februar im Kitsune Izakaya und waren auch sehr angetan. Das Menü lohnt sich und so konnten wir alle 6 Vorspeisen probieren.

                  Gruß
                  Jürgen

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                  • #54
                    Ich würde jetzt nicht sagen, dass der Fischereihafen in Hamburg ein Geheimtipp ist, aber definitiv sternelos, wobei das Können, dass Wolf-Dieter Klunker an seinen Meeresbewohnern an den Tag legt, meines Erachtens nach einen verdient hätte. Seit ca. 10 Jahren gehe ich dort bestimmt ein Mal alle zwei Jahre essen und ich bin noch nie annäherd enttäuscht worden.

                    Zuletzt war ich letztes Wochenende spontan da und habe natürlich nicht auf Anhieb einen Tisch bekommen. Zum Glück gibt es ja die Oyster Bar, wo einem alles gemischt wird, was man möchte. Der Barkeeper war unheimlich bemüht, als ich mir einen Tokyo Iced Tea bestellt habe, den hierzulande praktisch niemand kennt, doch ich habe ihn bekommen, zur Perfektion gemischt nach eigenem Ermessen, nachdem ich ihm verraten habe, was hineinkommt (Vodka, Melonenlikör, Zitronensaft, Sprite).

                    Vorspeise: Jacobsmuschel provencal - auf den Punkt. Ich bestelle eigentlich fast keine Muscheln mehr, da das Risiko einfach zu hoch ist, kauige zu erwischen, was mit für das Geld einfach zu schade wäre. Beim Fischereihafen hege ich allerdings keine Zweifel. Die Muschel war zart und der Knoblauch war zwar vordergründig, aber nicht dominant.

                    Suppe: Gazpacho mit Büsumer Krabben - Gewagt, aber gelungen. Keine Speise, die man sich an einem verregneten Hamburger Sonntag holt, aber wir hatten ja Spitzenwetter, bei dem man das frische Süppchen mit Elbblick genießen konnte. Die Krabben waren gut dosiert und leicht genug, um die ohnehin sehr leichte Suppe zu verfeinern ohne sie deftiger zu machen. Locker und erfrischend.

                    Hauptgericht: Ich entschied mich für das Pfeffersteak vom Thunfisch auf Wok-Gemüse, was zum Teil ein Fehler war. Dies ist allerdings ausschließlich Geschmackssache. Im Wok-Gemüse war, wie nicht selten ordentlich Ingwer enthalten, was ich nur ganz begrenzt in homöopathischer Dosis mag. Ich hätte natürlich nachfragen können, aber da kam ich nicht drauf. Daher kann keine qualifizierte Aussage über die Beilage treffen. Das Pfeffersteak hingegen war sensationell. Der Fisch zerfloss einem auf der Zunge. Der sonst oft metallische Geschmack des Thunfischs wurde von dem Pfeffer gut relativiert und die Sparsamkeit mit dem Salz ließ einen den Fisch in all seinem Eigengeschmack zur Geltung kommen.

                    Für eine Nachspeise war kein Platz mehr

                    Großartiger Besuch, wieder einmal, immer wieder gern.

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                    • #55
                      Wir sind vergangene Woche der Empfehlung von Jürgen3D für das Restaurant Brook gefolgt, die sich als überwiegend gute Empfehlung herausgestellt hat. Hübsch ist der Blick auf die Speicherstadt. Die Einrichtung fand ich etwas zu gestylt, letztlich aber angenehm und wegen der großen Tischabstände auch zur Unterhaltung gut geeignet. Der Service ist freundlich, kundig und aufmerksam.

                      Die Karte ist deutlich darauf ausgerichtet, für alle Geschmäcker etwas bereitzuhalten. Mir fehlte eine gewisse Linie. Ausgesprochen preisgünstig ist das Menu (4 Gänge 31 Euro, 5 Gänge 35 Euro), das leicht abgespeckte Versionen verschiedener à la carte Gerichte beinhaltet. Die Weinkarte empfand ich ebenfalls als sehr auf Nummer sicher gehend, wenn auch durchaus stilsicher bestückt (Heger, Johner, Bründlmayer, hamburgtypisch recht viel Italien, usw.) und fair bepreist. Zu den offenbar selbst gebackenen Brötchen wurde ein sehr schmackhaftes Petersilienpesto gereicht. Als Amuse Gueule gab es eine Terrine aus Algen, Lachs und Senf-Frischkäse, wobei letzterer die Terrine stark dominierte.

                      Schon recht gut war die Vorspeise, Tintenfisch mit Scampi und Spinat gefüllt und gegrilltem Gemüse, hier lauwarm serviert. Der mild angegrillte Tintenfisch hatte die richtige Konsistenz, ein leichtes Röstaroma und eine schön cremige Art, die Scampi ergänzten sich hierzu gut, der Spinat ging etwas unter. Noch besser war der Fischgang, ein Doradenfilet auf Kartoffel-Pestopurée mit Bouillabaissesauce . Das Pü und die Bouillabaisse-Sauce waren sauber abgeschmeckt und gut dosiert, ganz hervorragend gelungen war das Doradenfilet, kross auf der Haut, mit nur sehr milden Röstaromen und eher den Fischeigengeschmack betonend. Da braucht man eigentlich noch nicht einmal ein Pü und eine Sauce. Der gekonnte Umgang mit den Zutaten zeigte sich auch bei der Perlhuhnbrust mit Fenchel, Orange, Chicorée und Safran, wobei hier ausnahmsweise eher die mild mit Orange angemachten Gemüse herausstachen. Als Dessert wurde eine Variation serviert mit einer Nougat-Mousse, einer Pina-Colada-Crème Brulée, die erfreulicherweise v.a. nach den beigemischten Limettenzesten schmeckte, und einem Topfenknödel mit Pflaumen.

                      Man merkt, dass in der Küche Könner stehen, die bei entsprechender Nachfrage durch die Gäste vielleicht sogar noch mehr aus ihrem Potenzial machen könnten. Ich persönlich (aber ich persönlich bin nicht maßgeblich) fände es z.B. gut, wenn neben den obligatorischen Filets/Brüstchen auch etwas mehr mit den fett- und knochenhaltigen Stücken gearbeitet würde (eine Sauce auf Fischfondbasis, ganze Fische, o.ä.). Wir haben aber beide konstatiert, dass dies ein wirklich guter Ort ist, wenn man z.B. auswärtige Gäste hat und nicht zu extravagant ausgehen möchte. Auf jeden Fall möchte ich Jürgen3D für die gute Empfehlung danken.

                      Ein P.S. zu Hamburg: eine laute, rummelige, aber lustige Neuentdeckung für den Samstagmittag ist das Bistro im Großhandel Andronaco in Bahrenfeld mit einer Atmosphäre zwischen Ikea-Kantine und Autogrill und bei richtig niedrigen Preisen wirklich gutem Essen.
                      Zuletzt geändert von rocco; 19.09.2011, 23:26.

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                      • #56
                        An alle Liebhaber der Hansestadt: Habe gestern durch einen Freund von einem Restaurant-Festival namens "Gourmet Attack" erfahren, welches vom 20. Oktober bis 21. November in rund 70 Restaurants in Hamburg stattfinden wird. Es gibt leckere Menüs zu attraktiven Preisen. Daher lohnt es, sich bereits jetzt Gedanken über eine Reservierung zu machen. Diese ist kostenlos direkt beim Veranstalter möglich. :koch:
                        Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 13.10.2011, 01:04.

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                        • #57
                          Lieber Stefv, unter Gourmet Attack stelle ich mir nicht folgendes "Gourmet Menue" serviert im Restaurant Feuervogel
                          vor : Gemischter Salat - Grillplatte- Eis mit Heiß. Das ganze garniert mit 0,3 Liter Bierchen zum Schnapperpreis von 25.- Ist vielleicht das falsche Portal für solche Werbung. Bon appetit!

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                          • #58
                            Seit dem letzten hier beschriebenen Besuch war ich noch zwei Mal "chez" Bernard in Eppendorf, das von Besuch zu Besuch besser gefüllt ist. Auch das Essen wird immer besser. Wir hatten dieses Mal:

                            Bouchot Muscheln, die sehr herzhaft angemacht waren. Das Aufstippen des Suds bis zum letzten Tropfen ist ein Muss. Es gab übrigens auch eine Knoblauch-Vorspeise, d.h. eine Knolle junger Knoblauch, die mit verschiedenen Aromaten gefüllt wurde und im Ofen weich gegart wurde. Ich habe mich nicht getraut, aber der Duft vom Nachbartisch herüber war umwerfend.

                            Rotbarbe mit Tomatencoulis und Basilikum-Pesto, der Fisch sehr fein-aromatisch und gut in der Konsistenz, Tomaten und Basilikumpesto passten dazu gut.

                            Hirschrücken mit Pfeffer, Maronen und frischen Cranberries, der Hirschrücken sehr rosa und subtil, umso kräftiger der Pfeffersud an den Maronen und die sehr sauren Cranberries. Das Gericht war eine Herausforderung für den Gaumen, schmeckte sehr gut, war aber auch etwas anstrengend.

                            Mango mit Ingwer und Zwetschgencoulis, eines der besten Desserts, die ich in jüngerer Zeit hatte. Die saftige Mango war hier in einem Sud mit Ingwer mariniert und mit frisch-säuerlichem Zwetschgencoulis bedeckt. Das war eine wunderbar frische Kombination aus fruchtig, sauer und scharf, wobei die Ingwer-Dosis genau richtig bemessen war.

                            Melonen-Honig-Parfait mit Kiwi, ebenfalls eines der besten Desserts der jüngeren Zeit. Auch hier konnte man jedes Aroma klar und präzise herausschmecken, die Melone vorne am Gaumen und den Lavendel-Honig hintenraus. Die Kiwi war Beiwerk.

                            Auch wenn das eine oder andere Gericht (z.B. der Hirsch) vielleicht in der Aromatik noch etwas balancierter sein könnte, so war ich doch wieder einmal beeindruckt von der Präzision und dem Mut des Chefs zu kräftigen Aromen. Ein Großteil der Karte wechselt übrigens täglich, und viele Gerichte sind im Laufe des Abends aus. Das spricht für eine klassische Cuisine du Marché.

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                            • #59
                              Das hört sich gut an, können Sie noch etwas zu Wein und Preis - Leistung sagen?

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                              • #60
                                Zitat von schnecke Beitrag anzeigen
                                Das hört sich gut an, können Sie noch etwas zu Wein und Preis - Leistung sagen?
                                Werte Schnecke,

                                das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich beim Essen sehr gut. Die Vorspeisen kosten zwischen 6 und 10 Euro, die Hauptgerichte zwischen 10 und 20 Euro, die Desserts um die 5 Euro. Auf der Weinkarte findet man hauptsächlich französische Weine, ein paar deutsche Weine und einen Schweizer Fendant. Bei den französischen Weinen gibt es eine gute Auswahl von Klassikern, Sancerre von Henri Bourgeois, Madiran von Berthoumeiu, Pinot Blanc von Marc Kreydenweiss, Chablis von Jean Durup, verhältnismäßig viele Weine aus dem Midi. Die Weinpreise liegen bei ca. 3 x Handelspreis. Ein paar Ausnahmen gibt es. So kostet der im Lafite-Hype mitgehypte Duhart Milon Rothschild aus 1995 89 Euro, d.h. weniger als bei den meisten Händlern. Die Weinkarte ist nicht sensationell, aber gut genug, dass man etwas findet.

                                Grüße,
                                rocco

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