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Hamburger Restaurants

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  • #61
    Vielen Dank für deine Tipps Rocco!! Das hört sich ja mal richtig lecker an!! Die Preise sind auch völlig okay. Wir sind im Juni für ein paar Tage in Hamburg. Das Restaurant werde ich mir merken! Als wir das letzte Mal in Hamburg waren, vor ca. eineinalb Jahren, waren wir ebenfalls im Kitsune Izakaya. Das war ein richtiges Geschmackserlebnis. Die Speisekarte ist zwar nicht allzu groß, dennoch völlig ausreichend. An das Lachsfilet, das ich damals gegessen habe, kann ich mich noch sehr gut erinnern.
    Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 08.11.2011, 13:00.

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    • #62
      Schon etwas länger auf dem Radar hatten wir das Restaurant Jellyfish im Dreieck zwischen Schanze, Eimsbüttel und Hoheluft. Jetzt sind wir hingegangen. Das Restaurant war nicht komplett voll, aber gut gefüllt. Das Interieur ist angenehm, wirkt aber etwas kühl. Die Tische in "Treibholzoptik" geben etwas Charme. Der Service ist zuvorkommend, kompetent und schnell, dürfte in seiner Art aber nicht jedermann entgegenkommen. Mit dem Duzen habe ich kein Problem, das dauernde "So Ihr Lieben..." fand ich aber etwas aufgesetzt.

      Das Restaurant rühmt sich mit nachhaltigem Fischfang, d.h. ganz überwiegend aus Wild- und Angelfang. Die Karte, die einem auf Wunsch ausführlich erklärt wird, bietet ca. fünf Vor- und Hauptspeisen sowie einige Desserts, jeweils zu nicht ganz günstigen Preisen (ca. 15-17 Euro für die Vorspeisen, ca. 20-35 Euro für die Hauptspeisen, 9 Euro für die Desserts). Die Weinkarte setzt einen Schwerpunkt auf Gutsrieslinge von aktuell angesagten Produzenten (von Racknitz, von Winning, van Volxem) und auf Sauvignon Blancs, kalkuliert ca. mit Faktor 3. Sie zeugt von gutem Geschmack ohne eine individuelle Note.

      Als Einstimmung gab es selbstgebackenes Brot mit einem Quark-Senf-Dip, beides gut. Wir starteten mit der Jakobsmuschelvariation und gebratenen Calamaretti und Black Tiger Prawn mit Kapern, Oliven und Salat. Die Jakobsmuschelvariation hatte die Ausmaße eines Hauptgerichts, bei der zwei dicke, leicht angebratene Jakobsmuscheln, die eine mit Dörrobstchutney, die andere mit mit Rosinen und Nüssen versetztem Couscous serviert, am meisten überzeugen konnten. Dazu gab es noch eine Jakobsmuschel-Ceviche, die sehr subtil, aber auch sehr schmackhaft war, und in Teriyaki-Sauce marinierte Jakobsmuschel, bei der die etwas klebrige Konsistenz und der stark süßliche Teriyaki Geschmack etwas störten. Alles in allem war dies aber eine sehr gute Vorspeise. Ebenfalls gut, aber nicht ganz so gut, war der Tintenfisch, zu dem getrocknete Tomaten, Kapern und schwarze Oliven sehr dominant waren. Hieraus hätte man mehr machen können, v.a. fehlte mir etwas Frische, z.B. durch Zitronensaft.

      Auch die Hauptspeisen waren sehr üppig dimensioniert. Wir hatten Seeteufel, mit Lardo gebraten, Fenchel-Weißkohl-Salat, karamelisierter Feige und Kartoffel-Mousseline und Thunfischtataki mit Honig-Ingwer-Gemüse und Wasabi-Erbsencreme. Der Seeteufel war im schon fast angestaubten Turmbau angerichtet, unten der sehr schön knackige und leicht orangen-aromatisierte Fenchel-Weißkohlsalat, darauf ein Kartoffelpurée und darauf der Seeteufel. Der Lardo war gut eingesetzt, gab nur eine minimale salzige Würze, bewahrte aber dem Seeteufel dafür viel Saft. Die Feige war sparsam eingesetzt (eine halbe, kleine Feige) und passte hervorragend, stand aber gerade in ihrer dezenten Dosierung etwas neben dem Gericht. Die Kartoffel-Mousseline hätte man sich fast sparen können. Das Thunfisch-Tataki bot eine Thunfischportion für zwei Portionen, perfekt angebraten, schön thunfisch-artig säuerlich und leicht knackig mit geröstetem Sesam am Rand. Das Gemüse war zu intensiv und süß, dafür passte das süßlich-scharfe Erbsen- und Wasabi-Purée sehr gut. In der Summe war die gute Fischqualität schon deutlich zu erkennen, etwas kleinere Portionen hätten es aber getan.

      Somit blieb nach etwas längerer Pause nur Platz für ein geteiltes Dessert, einen flüssigen Schokoladenkuchen in der Tasse mit hausgemachtem Vanilleeis. Der Schokoladenkuchen, frisch gebacken, war von ausgezeichneter Qualität, perfekt in der Konsistenz (luftig, minimal flüssig), kaum süß und sehr schön bitter. Das Vanilleeis war gut in der Konsistenz, schmeckte aber nach künstlichem Vanillearoma.

      Insgesamt ist das Restaurant durchaus einen Besuch wert, ohne dass es zu Begeisterungsstürmen Anlass bieten würde. Mir persönlich fehlte etwas die persönliche Note der Küche und des Sommeliers/Chefs. Frischer Fisch. Ein bisschen Asien, ein bisschen Regionales, ein bisschen Mediterranes, das hat man schon öfter gesehen. Zubereitet ist diese Kombination im Jellyfish gut, gleichwohl wird ein eigenständiges Profil nicht sichtbar.

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      • #63
        Danke für Ihen Bericht - er erinnert mich an das seit längerem geschlossene "Seven fish" in München - gleiche Oprik, ähnlicher kulinarischer Ansatz, a bisserl schick, a bisserl teuer und letztlich auch a bisserl egal. Gleichwohl immer gut besucht, was auch in der Lage am Gärtnerplatz begründet lag.

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        • #64
          Kann es sein, dass das "Artisan" in der Kampstr. geschlossen wurde?

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          • #65
            Ja, ist geschlossen worden, Thorsten Gillert hat auf einem Kreuzfahrtschiff angeheuert. Schade um die kreative Küche dort...

            Hies damals, dass Nachfolger das Restaurant übernehmen, hab seither aber nichts diesbezügliches mehr gehört...
            Zuletzt geändert von kuechenreise; 13.12.2011, 21:11. Grund: typo

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            • #66
              Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
              Ja, ist geschlossen worden, Thorsten Gillert hat auf einem Kreuzfahrtschiff angeheuert. Schade um die kreative Küche dort...

              Hies damals, dass Nachfolger das Restaurant übernehmen, hab seither aber nichts diesbezügliches mehr gehört...
              Danke. Das ist in der Tat sehr bedauerlich, ich fand es eine überaus angenehme Adresse - in jeder Hinsicht individuell.

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              • #67
                Das Nachfolgelokal an gleicher Stelle heißt Lokal 1. Der langjährige Küchenchef vom Tafelhaus Robert Wullkopf hat mit einem Partner das Lokal eröffnet. Ähnliches cooles Ambiente und eine interessant klingende Karte. Super gestaltete Website www.lokal1.com

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                • #68
                  Danke für den Hinweis & Link. Ist das Konzept mit dem Artisan vergleichbar (Menues werde zumindest auch angeboten am Website)?

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                  • #69
                    Zitat von quartalsesser
                    Richtig klasse finde ich außerdem den "Bib Gourmand" für das "Trific" im Eppendorfer Weg.
                    Eben dort waren wir jetzt vor einer Weile. Es hat uns ganz ausgezeichnet gefallen. Das Ambiente ist sehr angenehm. Durch den Parkettboden und die Diele nach hinten raus bekommt man fast das Gefühl, man sei bei Freunden zu Hause eingeladen. Das Interieur ist schlicht und zeugt von gutem Geschmack. Der Service durch Herrn und Frau Trific zeichnet sich durch Kompetenz, Begeisterung für die Sache und das richtige Maß an Zurückhaltung und Entscheidungshilfe aus. Die Karte klingt nicht sonderlich spektakulär. Die Gerichte sind zumeist klassisch komponiert - in einem Mix aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Für ein Restaurant der Größe bietet die Weinkarte viele Optionen, wobei die Auswahl an Flaschenwein deutlich besser ist (es gibt u.a. die Rieslinge vom Hirschhorner Hof von Frank John, dem ehemaligen Kellermeister vom Reichsrat von Buhl, die sehr gut sind).

                    Wirklich sehr gut ist das Essen. Es steht nicht nur klassisch auf der Karte, sondern ist auch klassisch umgesetzt. Der Fokus liegt auf den Grundprodukten, deren Aroma die Küche gekonnt herausstellt. Das eine oder andere dezent gesetzte kreative Element unterstreicht meist eher das Grundprodukt, als von ihm abzulenken. In Summe gefällt mir daher das Trific etwas besser als manch anderes vergleichbares Restaurant in Hamburg, gerade wegen der netten persönlichen Atmosphäre.

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                    • #70
                      Freut mich, dass es Ihnen dort gefallen hat, werter rocco!
                      Ihre Eindrücke kann ich gut nachvollziehen. Ich finde, man merkt dem ganzen Laden einfach auch an, dass dort eine gewisse Entspanntheit herrscht. Entspannt nicht im Sinne von Wurschtegal, sondern im Sinne der Abwesenheit von Verkrampfung. Hier nimmt eine Gastronomenfamilie den Beruf ernst und widmet sich ihm mit Hingabe, aber sie opfert dem Beruf nicht das Familienleben, wie mir scheint.

                      Beste Grüße
                      Q

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                      • #71
                        Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                        Am Samstagabend bei richtigem Hamburger Wetter wie in alten Zeiten haben wir eine Empfehlung von Freunden ausprobiert, die uns beide sehr begeistert hat: das Mooi in der Nähe der Messe (Richtung Marktstraße/Karoviertel).

                        Das Restaurant ist in einem Hinterhof gelegen, in dem auch ein etwas esoterisches Zentrum residiert. Wirklich schön sind die Außenplätze im Innenhof (bei gutem Wetter), und auch innen fühlt man sich sehr wohl. Die Karte ist eher klein, hält ein paar Klassiker für jedermann à la carte bereit und ein - soweit ich weiß - monatlich wechselndes Menu zum kleinen Preis von 33 Euro.

                        Vom Konzept ist das Mooi mit anderen Restaurants in der Gegend vergleichbar, z.B. dem Nil oder dem La Luna, liegt aber qualitativ aus meiner Sicht leicht über beiden. Eine schöne Neuentdeckung.
                        Einer unser seltenen Restaurantbesuche führte uns gestern ins Mooi. Der Service bestand aus zwei Studenten, die leider entweder zu häufig am Tisch waren oder uns eher nicht beachteten. Obwohl wir darauf hinwiesen das wir durchgefroren waren bekamen wir einen Tisch der immer wenn die Tür aufging in der Kälte lag. Dies störte uns aber im Laufe des Abends nicht mehr.
                        Die Karte besteht aus vier Vorspeisen und vier Hauptgerichten sowie einem Dessert, die man zu einem Menu zusammenführen kann. Da uns der Dessert nicht zusagte nahmen wir nur Vorspeise und Hauptgericht. Ein Amuse Bouche wurde uns nicht gereicht, das Brot mit Olivenöl war sehr hefig was man mögen muß, das Salz auf dem Tisch war ein Raffinadesalz.
                        Schneckenfrau wählte das Petersiliensüppchen mit Anis was sehr lecker war, mehr eine leichte Anisnote als Petersilienwurz und wie erwartet ihr Magenwärmer,
                        ich selber bestellte einen Shrimpscocktail a la mooi, sehr gute Shrimps mit einigen knackigen Elementen aber leider einer im Nachgang zu scharfen Cocktailsoße. Hinzu kam das die Schichtung nicht optimal war, unten nur soße und knackiges, oben Shrimps mit wenig Soße. Das war in Ordnung insbesondere wegen der Shrimpsqualität.

                        Als Hauptgericht hatten wir beide Skrei, mit Fenchel, Karotte und Orange im Pergamentbeutel. Auch hier wieder eine gute Fischqualität. Leider hat der Koch es versäumt dieses Gericht mit Pfeffer und Salz und eventuell weiteren Gewürzen zu versehen. Das Gemüse war schon sehr knackig, der Sud war auch eher lasch, glücklicherweise waren die blauen Kartoffeln vorgekocht, leider war es eine leicht mehlige Sorte die nicht wirklich zu dem Rest paßte.

                        Als Wein hatten wir einen ordentlichen Weiswein aus dem Collio.

                        Mein Fazit, es wurden gute Qualitäten verwendet, leider aber nicht ordentlich verarbeitet, so das der Abend in Ordnung aber auch nicht mehr war. Aus meiner Sicht spielt zum Beispiel das Nil deutlich eine Liga höher.

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                        • #72
                          Tut mir leid, werte Schnecke, wenn ich sie mit meinem recht überschwänglichen Bericht in eine leichte Enttäuschung geschickt habe. Was Sie schreiben, klingt tatsächlich nicht berauschend.

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                          • #73
                            Auch wenn ich das Abendblatt für ein Käseblatt halte, finde ich den Artikel über Chez Bernard richtig gut: http://www.abendblatt.de/kultur-live...unstwerke.html

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                            • #74
                              Bar Luxor

                              Empfehlenswert ist die Bar Luxor in der Max-Brauer-Allee (Altona). Es herrscht Bistroatmosphäre. Der Service ist sehr freundlich und kennt sich gut mit den angebotenen Weinen aus. Die Speisekarte ist nicht der Rede wert, aber alle Gerichte schmecken interessanter als sie auf der Karte angekündigt werden. Das große Plus des Luxor ist die Weinkarte mit einer schön individuellen Auswahl ohne die üblichen Großhändlerweine, z.B. von Andreas Barth an der Terassenmosel, Jürgen Hofmann in Röttingen/Tauberfranken oder Sylvain Langoureau/Meursault. Die Weinpreise sind auch weitgehend freundlich kalkuliert. Hier macht es Spaß, hinzugehen.

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                              • #75
                                Amadée

                                Ein Stück hoch die Max-Brauer-Allee Richtung Altona befindet sich das Restaurant Amadée, das im Michelin mit einem Bib ausgezeichnet ist. An einem Samstagabend war es proppenvoll, und insofern tat uns die sehr fleißige und unermüdlich rackernde Servicekraft sehr leid, die wegen Krankheitsausfällen zwei Räume allein bedienen musste. Daher dauerte alles zunächst etwas länger, bis die ersten Tische gingen, im Rahmen des Möglichen wurde hier aber alles bestmöglich beschleunigt.

                                Die Karte ist österreichisch ohne große internationale Einflüsse. Es gibt ein 3-Gang-Menu zum in Hamburg in der Kategorie mittlerweile fast schon üblichen Preis von ca. 30 Euro. Die Weinkarte ist recht umfangreich, nahezu 100% mit Österreich bestückt und hält v.a. in Rot auch ein paar gereifte Flaschen parat. Die Preise sind ok bis gut. Wir hatten einen ausgezeichneten 2008 Grüner-Veltliner Supperin von Pichler-Krutzler für ca. 1,5 x Ladenpreis. Das Menu startete mit einer Tafelspitzterrine, die sehr zart und subtil gewürzt war (subtil im positiven Sinne). Begeistert war ich von meinem Hauptgang, einer butterzarten, sehr schmackhaften und schön fettdurchzogenen Kalbsbacke in einer höchst aromatischen Estragonbrühe mit Flädle (laut Karte Spätzle, aber es waren Flädle). Auch die hier und da bei Mademoiselle rocco stibitzte Ecke Wiener Schnitzel zeugte von einem hohen Niveau und guten Grundprodukten. Zum Dessert hatten wir noch einen Eismarillenknödel, der auch sehr gut war.

                                Einziger Wermutstropfen: das Interieur mit dem Engelsstuck (evtl. vom Vorgängerrestaurant übernommen) und das Gesamtambiente ist vornehm ausgedrückt Geschmackssache . Daher werde ich wohl nicht ständig hingehen, das Essen ist aber aus meiner Sicht einen Besuch wert.

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