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The Table - Kevin Fehling ***

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  • Zumindest am Abend meines Besuchs hatte er das ;-). Aber schon klar, wir führen das einfach per PN fort.
    Ein Moderator darf den Rest gerne verschieben - vielleicht lohnt sich ja auch mal ein Food-Foto Thread.

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    • Als Kevin Fehling noch in Travemünde gekocht hat und ein Tisch dort mehr oder minder von einem Tag auf den nächsten zu bekommen war, war ich mindestens eins Mal im Jahr dort. Seitdem er für mich mit der U-Bahn zügig zu erreichen ist, war ich nur einmal, direkt nach der Eröffnung, im The Table. Ich bin ein bisschen Opfer des großen Erfolges, den er mit dem The Table hat, für einen Restaurantbesuch in Hamburg will ich mich nicht allzu häufig festlegen. Dann, als unser Club-Menü dort war, war ich im Urlaub, insofern waren es nun zweieinhalb Jahre, in denen ich die Küche dort nicht weiterverfolgt habe. Ich war gespannt, ob und was sich getan hat, irgenwas muss es ja sein, schließlich sieht der Gusto nun 10 Pfannen mit Bonuspfeil – dabei liest sich die Karte durchaus noch ähnlich zu dem ersten Menü, das es im The Table gab.
      An die Plätze war ich durch Zufall geraten, Freunde einer Kollegin wollten stornieren, da habe ich zugeschlagen. Wer einmal drin ist, hat offensichtlich einigermaßen vernünftige Chancen, an Plätze zu kommen, die online nicht freigeschaltet sind. Auch wenn man kurzfristig über die Warteliste einen Platz bekommen möchte, ist es nicht immer aussichtslos – also sollte man sich von der Online-Ansicht nicht abschrecken lassen und den direkten Kontakt suchen.
      Zum Champagner werden ein Gourmet-Freund, der mich begleitet, und ich auf die Empore geleitet. Aber bald geht es dann nach unten an den Tisch.
      Als Kevin Fehling noch in Travemünde gekocht hat und ein Tisch dort mehr oder minder von einem Tag auf den nächsten zu bekommen war, war ich mindestens eins Mal im Jahr dort. Seitdem er für mich mit der U-Bahn zügig zu erreichen ist, war ich nur einmal, direkt nach der Eröffnung, im The Table. Ich bin ein bisschen Opfer des großen Erfolges, den er mit dem The Table hat, für einen Restaurantbesuch in Hamburg will ich mich nicht allzu häufig festlegen. Dann, als unser Club-Menü dort war, war ich im Urlaub, insofern waren es nun zweieinhalb Jahre, in denen ich die Küche dort nicht weiterverfolgt habe. Ich war gespannt, ob und was sich getan hat, irgenwas muss es ja sein, schließlich sieht der Gusto nun 10 Pfannen mit Bonuspfeil – dabei liest sich die Karte durchaus noch ähnlich zu dem ersten Menü, das es im The Table gab.
      An die Plätze war ich durch Zufall geraten, Freunde einer Kollegin wollten stornieren, da habe ich zugeschlagen. Wer einmal drin ist, hat offensichtlich einigermaßen vernünftige Chancen, an Plätze zu kommen, die online nicht freigeschaltet sind. Auch wenn man kurzfristig über die Warteliste einen Platz bekommen möchte, ist es nicht immer aussichtslos – also sollte man sich von der Online-Ansicht nicht abschrecken lassen und den direkten Kontakt suchen.
      Zum Champagner werden ein Gourmet-Freund, der mich begleitet, und ich auf die Empore geleitet. Aber bald geht es dann nach unten an den Tisch, Kevin Fehling kommt zur Begrüßung kurz hoch, etwas Smalltalk, dann geht es an den Tisch und zu den ersten Amsues

      Der Amuse-Reigen trägt die Überschrift Tor zur Welt und beginnt mit einem Bloody Mary Macaron. Dieser schmeckt schön tomatig und ist mit Hamachi „cremig“ gefüllt, was den Geschmack sehr fein gestaltet.
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      Der Taco Mexiko hat einige kleine Käsespäne obenauf, die dem typisch mexikanischen Aromen einen kleinen Schmelz verleihen und etwas „europäischer“ wirken lassen.
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      Das schwächste Amuse ist für mich das Gänselebereis mit Whiskey-Sour. Die Gänseleber ist nur mit ihrer Cremigkeit wahrzunehmen. In der Hauptsache schmecke ich Whisky und viel Sour-Aromen. Das ist durchaus lecker, aber nicht so fein wie die beiden ersten Happen.
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      Rote Bete mit Meerrettich ist recht süßlich. Die Perlen sind aus Cumberland-Sauce. Das Bete-Stück im Innern des Zylinders ist besonders süßlich, zusammen mit dem Schaum bzw. den Perlen, ergibt sich ein für mein Empfinden etwas künstlich wirkender Geschmack.
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      Der Pizza Hawaii Bun ist sehr fein. Die Teigkugel ist extrem fluffig, hat aber trotzdem die Textur und das Aroma einer Steinofen-Pizza, sogar feine Röstaromen sind spürbar, ebenso die Säure von Tomate.
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      Carpaccio, Toro & Dashi vom Blauflossenthunfisch mit Zitrusfrüchten, Limonenblatt und Rettich ist der fulminante Start ins Menü. Kevin Fehling erzählt, dass der Thun aus einer Zucht stammt, bei der die Tiere dann einzeln und auf Bestellung getötet werden. Es klingt so, als wäre diese Quelle deutlich nachhaltiger als die Zucht, die wie diverse Berichte zeigen, auch nicht ganz unproblematisch ist. Jedenfalls hat der Bauch eine sensationelle Qualität. Er erinnert in der Textur des Fetts an bestes Wagyu und hat eine idoige Note, die Austern-Assoziationen auslöst. Er wird mit einem sanften Dashi übergossen, der der Fett-Textur noch mehr Präsenz verleiht. Das schmeckt sensationell gut. Auf der anderen Tellerhälfte liegt ein Thunfischcarpaccio, das deutlich blasser im Eigengeschmack ist, aber um den geht es hier auch nur im Hintergrund. Präsent ist die Creme vom Limonenblatt und die Zitrusnoten, die sich mit der Schärfe des Rettichs verbindeen. Die Creme entwickelt zeitweilig einen leicht frischkäsig wirkenden Geschmack. All das ist extrem fein und ein perfektes Gegenstück zu dem zart schmelzenden Bauch. Ein sensations-Gang, der einerseits Produkt-Freaks mit dem Bauch begeistert, aber auch aromatisch sehr komplex ist und gleichzeitig alle Aromen höchst präzise miteinander verbindet. Ich bin begeistert. Toll ist dazu der2016er Jurancon Sec „La Part Davant“ von Camin Larredya. Zum Bauch passt der Weine eigentlich nur mäßig gut, aber dafür perfekt zum Limonenblatt und dem Rettich. Er bindet diese Aromen ein, rundet sie ab und wird somit zum integralen Bestandteil des Gerichts.
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      Rinderfilet „Rossini“ mit Gänseleber, Trüffel, Kräuterschaum und Yuzu, zu dem Gericht muss man ausdrücklich den 2015er Jasnière Prémics von der Domaine de Bellivieère von der Loire als ebenso integralen Bestandteil nennen. Zuerst, so die Empfehlung, soll der Macaron verspeist werden. Dieser ist leicht säuerlich und frisch. Damit bildet eine „Sprungschanze“ auf der Zunge, die den ersten Löffel aus dem größeren Schälchen spannender macht. In der Schale ist eine Schicht Rindertatar unter dem Kräuterschaum und einer guten Trüffelschicht verborgen. Ohne diese Rampe gegessen wirkt die Kombination etwas dumpf. Die Säure zieht die Aromen regelrecht auseinander, differenziert zwischen dem Trüffel und dem Fleisch. Nach dem Verzehr des Macarons übernimmt diese Funktion der Wein in einer etwas druckvolleren Weise. Nicht so ein Herzgericht, wie das vorherige, aber extrem schlau gebaut und daher absolut überzeugend.
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      Kabeljau mit Grünkohl-Pinkel-Porridge, Senfhollandaise & Kochwurst ist die x-te Ausarbeitung in denen Kevin Fehling Fisch bzw. Seafood mit Fleisch und deftigen Aromen sowie einer kühlen Schärfe verbindet. Aber wo ist hier das Fleisch? Er ist in einem Haxensud verarbeitet. Dieser ist so fein, dass er sich mit dem Kabeljau perfekt verbindet und ihm ein fleischiges Aroma verleiht. Meines Erachtens wirkt diese Kombination besonders fein und trotz der „rustikaleren“ Bestandteile sehr elegant. Der 2016er Cuvée Luis von Oliver Pithon aus dem Roussillon passt präzise dazu. Ein Top-feiner Gang – fir mich das Highlight des Menü, neben dem Thunfisch.
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      Carabinero mit Aubergine, Panis, Tandooricreme & Rinderschmorfond ist ein schönes, harmonisches Gericht zum Wohlfühlen und in guter Balance. Dazu gibt es einen etwas fülligeren 2015er Hope Marguerite von Beaumont aus Südafrika. Die Komplexität des Gerichts tritt eher auf den zweiten Blick zu Tage, ist aber nicht geringer als bei den vorherigen Gerichten. Mir wirkt am Ende der Carabinero etwas mächtig. Er ist vorportioniert, hier hätten es auch aus meiner Sicht etwas kleinere Stücke sein sollen. Nach dem Menü merke ich dies als einzigen Mini-Kritikpunkt des Abends an. Kevin Fehling nickt und sagt, dass ihm das klar sei und aber der folgenden Woche kleinere Carabineros verwendet werden sollen. So viel zum Thema Arbeit im Detail…



      Rosa Lammrücken à la Provence, geschmorte Haxe aus den Pyrenäen und Elsässer Flammkuchen mit Merguez ist eine kleine Reise durch verschiedene Geschmackregionen: der Lammrücken, der aufgrund der Fettauflage deutlich zu erkennen gibt, welches Tier auf dem Teller liegt, schmeckt mir sehr gut. In dem roten „Ei“ ist eine etwas stückigere Creme mit deutlichem Paprikageschmack und guter Würze. Obwohl hier praktisch nur Cremes das Fleisch begleiten finde ich das Gericht nicht zu cremelastig. Es fächert sich die volle mediterrane Aromenwelt mit großer Tiefe auf. Unter der milchigen Hülle im zweiten Glas befindet sich relativ mageres Lammschmorfleisch, das gibt der Kombination eine gewisse Leichtigkeit. Besonders lecker finde ich den kleinen Flammkuchen, der trotz der Merguez typisch nach Elsass schmeckt. Ich finde den Hauptgang sehr gelungen. Er hat viel Aroma und Geschmack. Dazu gefällt mal wieder der Faugères Jadis von Leon Barral auf dem Languedoc, dieses Mal aus dem Jahrgang 2014, den David Eitle nicht zum ersten Mal in seine Weinbegleitungen einbaut. Der Wein ist eine perfekte Mischung aus Tanninen, Säure und Frucht und ist gleichzeitig interessant, aber nicht zu eigenwillig, um ein zu schwieriger Begleiter für ein kräftiges Gericht zu sein.
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      „Gebackener Camembert“ mit Quitte, Feigensenf, Preiselbeeren & Früchtebrot
      ist eine Mischung aus Käsegang und Dessert. Denn der Camembert ist in Wirklichkeit ein cremiges Camemberteis. Dazu kombiniert man einfach die typischen Aromen und schon ist auf einem kräftigen Käsegang ein wesentlich leichteres durchaus würziges Gericht geworden. Aromatisch fein und nicht zu weit vom klassischen Vorbild entfernt. Der 2002er Oestricher Lenchen Riesling Spätlese von Wegeler ist perfekt reif für dieses Gericht.
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      Pflaumen-Shiso-Sorbet und Umeboshi mit Sesamcreme, Zimt-Ast, Pflaumenblätter & Pavlova ist ein deutlich von der Sesamcreme geprägtes Dessert, zu dem sich die verschieden intensiven pflaumigen Aromen gut ergänzen. Das Dessert wirkt rund und lecker, aber weniger spannend. Dazu gibt es einen 2015er Maury Grenat von Serre Romani aus de Roussilon.
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      Zum Menü-Abschluss gab es einen falschen Cappuccino und andere Kuchen-Adaptionen, die geschmacklich allerdings für mich eher unauffällig waren.
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      Die Stärken des Menüs lagen ganz klar am Anfang. Die ersten drei Gänge waren absolute Weltspitzenklasse und können nicht besser gemacht werden. Sie haben in mir jedenfalls große Genuss-Emotionen ausgelöst und mich ins Schwärmen versetzt. Auch der Hauptgang, das darf nicht vergessen werden – er war ebenfalls exzellent. Die Desserts waren für mich gut, aber nicht mehr.
      Ich weiß nicht ganz, ob meine Erinnerung zu sehr verblasst war, aber für mich war das Menü eine deutliche Steigerung, zu dem, wie ich die Küche von Kevin Fehling in Erinnerung habe. Technisch präzise und perfekt, wie eh und je, hat es mich deutlich stärker emotional erreicht. Es wirkt als habe Kevin Fehling eine Prise mehr Emotion in seine perfekt kalkulierten Kompositionen eingebaut.
      David Eitel Weinbegleitungen waren ja schon immer sehr gut auf die Gerichte von Kevin Fehling abgestimmt, aber hier scheint mir alles noch genauer ineinander zu greifen. Das The Table funktioniert ganz offensichtlich wie ein präzises Uhrwerk. Inzwischen scheint es mir so eingespielt, dass das, was manche als etwas unterkühlt und technisch empfunden haben, stärker in den Hintergrund tritt. Aus konzentrierter Präzision scheint mehr selbstverständliche Harmonie geworden zu sein. Das macht vielleicht auch die Gerichte noch schlüssiger. Ich habe den Abend bei Kevin Fehling jedenfalls sehr genossen.


      Zuletzt geändert von QWERTZ; 18.08.2018, 17:01.

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      • Mitte Oktober habe ich mich mit drei Gourmet-Club-Mitgliedern im The Table getroffen. Als ich als erster erscheine beobachtet Kevin Fehling begrüßt mich schon vor dem Restaurant, er beobachtet die Blechlawine, die sich an dem Abend durch die Shanghaiallee schiebt. Deswegen erreichen auch die ortsfremden Teilnehmer der Runde das Restaurant etwas verspätet, aber das ist kein Problem, ganz entspannt geht es mit einem Glas Champagner los:
        Die Einstimmungen sind luftig, cremig und allesamt fein: Flowers for you, das Japanische Fischbrötchen, das Bio-Ei „Royal“ und der dekonstruierte Labskaus. Gerade bei letzterem hätte meines Erachtens etwas Festes mit Biss nicht unbedingt geschadet.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09724.jpg Ansichten: 1 Größe: 70,9 KB ID: 62197Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09725.jpg Ansichten: 1 Größe: 59,3 KB ID: 62198
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09729.jpg Ansichten: 1 Größe: 41,0 KB ID: 62199Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09731.jpg Ansichten: 1 Größe: 61,9 KB ID: 62200

        Wunderbar gelungen ist die Calzone, die ich schon von meinem Besuch im Januar kenne. Der Teig ist superfluffig, das Aroma intensiv und die Würze präsent. Für mich der beste unter den fünf Snacks.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09734.jpg Ansichten: 1 Größe: 62,4 KB ID: 62201

        Mit dem ersten Gang wird es exotisch: Ika Mata vom Carabinero mit gefrorenem Limonenstaub, Seeigelcreme & Kokosnuss. Ika Mata ist ein Gericht, das von den Cook Inseln stammt, erläutert Kevin Fehling. Soweit ich das verstehe, wird dafür roh marinierter Fisch mit Kokosnuss verbunden. Das Gericht ist leicht, frisch und harmonisch. Der Kokosgeschmack ist neben den übrigen Komponenten stets präsent, so ergibt sich ein exotischer Touch. Der mir nach gewissen „Anlaufschwierigkeiten“ gut gefällt, auch zum Carabinero.
        Dazu gibt es einen 2017er Sauvignon Blanc & Scheurebe-Cuvee von Weingut Weber von der Nahe. Die Kombination der beiden Aroma-Sorten funktioniert sehr gut. Die leichte Exotik des Gerichts wird gut unterstützt und die Säurestruktur passt ebenfalls.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09735.jpg Ansichten: 1 Größe: 51,2 KB ID: 62202Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20181011_173855937_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 48,3 KB ID: 62203

        Unterstopfte Bio-Gänseleber mit Erdnuss, Algen, Buddha’s Hand Zitrone & Ingwer ist eine interessante Gänseleberkombination, die für mich vor allem durch den intensiven Erdnussgeschmack und dem salzig-vegetabile Algenaromen geprägt ist. Dadurch werden die Süße und der plakative Geschmack der Gänseleber gut ausgeglichen. Die Cremes von Zitrone und vor allem durchdringende Ingwer setzen weitere Komplexitäts-Akzente.
        Der 2013er Goldloch Riesling Spätlese vom Schlossgut Diel hat eine dezente Reife und leichte Süße, was vor allem zu Zitrone und Ingwer, sowie den Algen passt.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09739.jpg Ansichten: 1 Größe: 49,1 KB ID: 62204Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20181011_175716380_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 54,3 KB ID: 62205

        Seezunge mit Artischocke, Nussbutter-Hollandaise & Muschelsud ist ein süffigerer Gang, der weniger forciert wirkt, als die vorherigen. Vor allem die Nussbutter gibt ein wohliges Umfeld. Der Muschelsud ist relativ „mineralisch“ und das Element, das den Gang nicht zu rund werden lässt und die Brücke zur Artischocke schlägt.
        Der 2016 Coucou Blanc von Eilian da Ros von der Côtes du Marmandais ist ein interessanter Naturwein, der dem Gericht auch etwas mehr Ecken und Kanten verleiht.
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        Geflämmte Wachtelbrust und Keule mit Tamarillo, Passionsfrucht, Taco und Mole ist für mich der beste Gang des Menüs. Die Wachtelbrust hat ein schönes Grillaroma und ist sehr gut gegart. Die Mole hat eine dichte, leicht ins säuerlich gehende Aromenstruktur, was mit den weiteren Bestandteilen dem Gericht Frische und eine gute Spannung gibt.

        Der 2014er Arbois Trois Cépages von der Domaine Pelican aus dem Jura ist ein transparentes Pinot-Cuvee in das die regionalen Sorten Trousseau und Pulsard miteingeflossen sind. Der Wein hat dann aber doch wesentlich mehr Statur, Frucht mit einem gewissen animalischen Einschlag, ohne an Eleganz zu verlieren. Ich mag ihn sehr gern.

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        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09752.jpg Ansichten: 1 Größe: 52,0 KB ID: 62209Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20181011_184029392_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 51,9 KB ID: 62210

        Rehrücken mit Kirsche. Sellerie, Fichtensprossen & Rouennaiser Sauce: der Rehrücken ist perfekt gegart. Obwohl er sicher weitgehend Sous Vide gegart wurde, hat das Fleische einen angenehmen Biss. Die weiteren Aromen passen haargenau, sind eher klassisch. Erfrischend wirkt das Geld aus den Fichtensprossen.
        Der 2016er Predicador von der Bodega Contador aus dem Rioja ist ein passender, aber nicht so beeindruckender Begleiter, wie der Wein vorher.
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        Waldbeeren mit grünem Pfeffer, Pistazie, Estragoneis & Grand Marnier Sabayone mit einem 2017er Bracchetto d’Acqui von Giacomo Bologna aus dem Piemont
        und
        Griechischer Yoghurt mit Honig Oliven, Waldnuss, Melone und Ouzo, der von einer 2015er Sauvignon Blanc Auslese von Drautz-Abele aus Württemberg begleitet wird, sind das Dessert-Duo. Beide sind stimmig und zeigen die genannten Geschmäcker.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09764.jpg Ansichten: 1 Größe: 73,9 KB ID: 62213Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20181011_194116488_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 42,4 KB ID: 62214
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        Mit Whisky Sour, Raspberry Dream und Coffee Bramble endet das Menü.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte AnsichtName: DSC09770.jpgAnsichten: 1Größe: 42,0 KBID: 62217Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte AnsichtName: DSC09776.jpgAnsichten: 1Größe: 49,2 KBID: 62218Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte AnsichtName: DSC09772.jpgAnsichten: 1Größe: 66,4 KBID: 62219

        Die Kreationen von Kevin Fehling sind auch dieses Mal präzise konstruiert und handwerklich exakt gearbeitet. Sie sind harmonisch und spannend. Von diesem Menü bleiben mir allerdings „nur“ zwei Gänge länger im Gedächtnis: die Gänseleber und die Wachtel, weil sie etwas kontrastreicher waren. Die übrigen Gänge wissen an dem Abend zu gefallen, graben sich aber nicht so intensiv in mein Gedächtnis ein. Dies kann aber gut und gerne an meiner Tagesform liegen, ich hatte Frühdienst und nur einen kurzen Mittagsschlaf, da waren vielleicht nicht alle Sinnesantennen auf voller Leistung. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Gerichte meist das Hauptprodukt mit Cremes und Saucen kombinieren und es mehr zu lutschen als zu Beißen gab, das ist bei Kevin Fehling ja nichts Ungewöhnliches, aber dieses Mal ist mir dies stärker aufgefallen als sonst.
        Wie immer eine Bank ist die Weinbegleitung von David Eitel. Die Weine sind in jedem Fall passend und immer interessant und dies für einen noch angenehmen Preis.

        Das The Table liefert weiter auf hohem Niveau ab. Die Kombination aus Atmosphäre, Weinbegleitung und der elaborierten Küche von Kevin Fehling machen einfach Spaß.


        Zuletzt geändert von QWERTZ; 16.12.2018, 20:21.

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        • Ich war ja erst vor drei Monaten bei Kevin Fehling. Der Besuch im Oktober hatte sich dazwischengeschoben. Der Besuch jetzt mit Freunden war bereits seit längerem Mai geplant – der Nachteil der schnellen Abfolge der Besuche des The Table ist es, dass die Karte noch nicht komplett gewechselt ist. Oder ist das gar kein Nachteil?

          Das Menü beginnt mit dem zarten, nach Rosen schmeckenden, sehr crispen und fragilen Appetizer Flowers for you.
          Auch sehr zart ist das Lachsfleisch im Lachsbrötchen.
          El Carbonara – meine Nudel-Assoziation geht fehl, die Kombination ist relativ spinatlastig und schön schlotzig-lecker.
          Kartoffel, Rote Bete & Trüffel besteht aus einem sehr fluffigen Kartoffelschaum mittlerer Wärme, einer kalten, sehr roten, fast nach Himbeersauce aussehenden Bete-Creme und einer kalten Scheibe Trüffel. Dadurch ist die Kartoffel schön präsent und der Trüffel gut eingebunden, aber nicht dominant, ebenso die Rote Bete. Sehr gut austariert.
          Bun „Szegediner Art“ erinnert an Kevin Fehlings Calzone aus den vorherigen Menüs. Doch ist hier die Paprikawürze deutlich präsenter. Einerseits sehr fluffig, aber doch gewichtig, was die Aromen angeht.
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          Ika Mata vom Carabinero mit gefrorenem Limonenstaub, Seeigelcreme & Kokosnuss kenne ich bereits aus dem Oktober-Menü. Dazu gibt es einen 2017er Sancerre von der Domaine Vacheron. Der Wein ist wesentlich subtiler, als das Scheurebe-Cuvee vom vorherigen Mal, was dem Gericht meines Erachtens besser steht, da die Limone so etwas weniger betont wird. Überraschend präsent sind ein paar wenige Klebereiskörner, die nicht nur neutralisieren, sondern dem Gericht auch mehr Volumen geben. Die Seeigelcreme schmeckt sensationell fein. Die Kokosnuss bleibt sehr dezent. Insgesamt bestätigt sich mein Eindruck einer ungewöhnlichen Kombination, die aber sehr gut funktioniert und einen Hauch Exotik zeigt.
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          Thunfisch, Toro & ungestopfte Gänseleber mit Nori Alge, Yuzu, Dashi und Reisessig spannt einen Geschmacksbogen, der sich vermittelt, wenn man die Gerichte in der vorgeschlagenen Reihenfolge verzehrt. Das Sashimi vom noch relativ mageren Thunfisch ist mit einem Klecks, wenn ich es richtig erinnere, gebundenem Dashi Umami und klar Sushi-typisch. Das Tatar vom Thunfischbauch ist puristischer, die Algenstreifen kommen gut zur Geltung und das zartschmelzende Fleisch ist ein Hochgenuss. Der Algengeschmack kommt hier stärker hervor, ebenso die Fetttextur. Diese ist dann das bestimmende Element auf dem Gänseleber-Teller. Aber auch hier ist der Meeres- bzw. Algengeschmack erneut ein wesentliches Element. Dadurch wird die Gänseleber in den Assoziationszusammenhang zum Thunfisch geschoben. Insgesamt ist die Nori-Alge für mich der stille Star dieser sehr, sehr austarierten und durchdeklinierten Kombination, die aber aufgrund ihrer aromatischen Generosität auch Spaß bereitet. Ein bisschen eine Reise von Tokio nach Paris in einem Gericht, statt wie bei Christian Bau in einem Menü.

          Mit dem 2015er Jasnières Les Rosiers von der Domaine de Bellivière von der Loire hat David Eitel den exakt passenden Wein ausgewählt. Er ist wahrnehmbar restsüß, hat aber auch eine markante Säure. Das Spiel aus Säure und Minieralik ähnelt vielleicht einem Mosel-Wein. Aber wo diese filigran sind, ist dieser Wein ausladend, ohne, dass die Konturen verschwimmen.

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          Kabeljau mit Artischocke, Nussbutter-Hollandaise & Muschelsud ist mir im Grunde auch bekannt. Allerdings ist das Gericht nun mit Kabeljau statt Seezunge gestaltet. Aus meiner Sicht passt das etwas fleischigere Stück in die cremige Grundstruktur des Gerichts besser. Mir scheint der Nussbutterschaum etwas weniger präsent als beim letzten Mal, dafür wirkt die Kombination durchaus salzig-würzig. Hier prägen cremige Komponenten das Geschmacksbild, aber auch diese wirken ähnlich genau austariert, wie die vorherigen Gerichte.
          Der Wein ist erneut der 2016 Coucou Bland von Elian da Ros.
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          Unagi Dim Sum mit Auberginenmiso, Sudachi & Pilzdashi – wenn es eine Kritik an Kevin Fehlings Küche gibt, die man immer wieder mal hört, dann, dass sie zu verkopft sei. In der Tat vermittelt sie aufgrund ihrer hohen Präzision bisweilen diesen Eindruck. Mich persönlich stört dieses verkopfte Element nur in Ausnahmefällen. Mit diesem Gang verlässt er allerdings dieses Terrain, auch wenn er vielleicht aus der Sicht des Kochs genauso präzise konstruiert ist, nur merkt man es als Gast hier überhaupt nicht. Der Dim Sum-Teig ist hauchzart, der Aal üppig und insgesamt entwickelt sich ein von einer umfassenden Aromatik getragenes Gericht. Aufgrund bestimmter Abwandlungen, wie etwas Pilz statt Bonito-Flocken im Dashi und der Säure der Artischocke ergibt sich eine etwas andere Umami-Wirkung als man sie erwartet. Sie ist komplexer und feiner. Der Gang ist interessant und sehr genussfreundlich und gelassener als die ersten beiden Gänge.
          Dazu ein schöner 2016er Hope Marguerite von Beaumont aus Südafrika. Ein Chenin Blanc der das Gericht gut wirken lässt.

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          Limousin Lammrücken und gebackene Praline mit Sanddorn, exotischem Früchte Chutney & Tandori Hollandaise spielt ein wenig mit typischen Geschmacksbildern von Lamm-Gerichten. Hervorzugeben ist der Sanddorn. Die Säure ist so straff, dass er in Kombination auch schnell die Assoziation von Paprika weckt. Ansonsten entdecke einige orientalische, aber auch eher europäische Kombinationen. Ein hervorragender Hauptgang, der trotz der Intensität der Aromen das wunderbare Lammfleisch auch gut in Szene setzt. Ich erinnere mich an den Lammgang von vor einem Jahr, als Kevin Fehling drei typische Lamm-Aromenwelten auf drei Tellern serviert hat. Nun ist es gelungen, das auf einen Teller zu bringen, interessanterweise verschwimmen die Kombinationen aber nicht, sondern bleiben für sich präzise erkennbar.

          Der 2014 CIFRA Cabernet Franc von Duermani aus der Toskana gefällt mir allein nicht ganz so gut. Er ist vorn recht üppig, hat aber einen verhältnismäßig kurzen Abgang. Vor allem mit dem Sanddorn-Säure, aber auch den übrigen Aromen entwickelt er sich zu einem sehr guten Begleiter und rundet das Bild einer Mischung aus diversen klassischen Lamm-Kombinationen, die sich in ihren Intensitäten abwechseln gut ab.

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          Weißer und schwarzer Trüffel mit Banane, Haselnuss, Rosmarin & Bergamotte ist eine echte Überraschung. Die Creme vom schwarzen Trüffel und der vor allem nach Banane schmeckende falsche weiße Trüffel mit cremiger Füllung fügen sich zu einem hochspannenden erdig-fruchtigen Aromenstrudel zusammen, in dem ich versinke. Mal wirkt der Bananengeschmack e eher unreif, mal überreif, mal wirkt das Dessert fruchtig, dann wieder erdig. Extrem komplex, spannend und ungewöhnlich. Ein Meisterstück!

          Den X-Periment von Rebholz habe ich schon oft zu leichten schokoladigen Desserts bekommen. Hier passt er optimal. Denn der Wein, da er die alkoholische Üppigkeit eines Ports mit der Eleganz einen Spätburgunders und dessen erdiger Aromenwelt verbindet. Top!
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          Griechischer Yoghurt mit Honig, Oliven, Walnuss & Melone mit Ouzo kenne ich schon vom Oktober, der Gang kommt aber nach dem eher herben vorherigen Dessert meines Erachtens besser zur Geltung, als nach dem Früchtedessert im vorherigen Menü. Die leicht bitteren Nüsse und der Ouzo bilden für mich den herben Grundsound in der einen, der Yoghurt und der Honig in der anderen Richtung. Beides spielt sehr schön miteinander.
          Wir wählen aus der Karte erst eine schöne Prüm-Spätlese zum Menüausklang, lassen uns aber von David Eitel zu dieser schon recht reifen 98er Diel Spätlese überreden. Kein Fehler… großer Genuss.

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          Zum Abschluss gibt es noch drei Cocktail-Deklination. Mangels Kenntnisse der Originale will ich mich über den Geschmack nicht weiter auslassen. Es sind Appletini, Raspberry Deam und Baileys Egg.
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          Ich bin mit diesem Menü hochzufrieden. Wie bei Kevin Fehling üblich sind alle Gerichte hochpräzise ausgearbeitet. Aber dennoch konnte ich mich gut zurücklehnen und die Kreationen auch genießen und nicht nur Staunen. Gerade der Dim Sum-Gang zeigt für mich Kevin Fehling eine neue Facette, die zeigt, dass seine perfekt austarierte Küche auch bei süffig wirkenden Gängen gut funktioniert. Dadurch fächert sich für die Bandbreite des Menüs mehr auf, was dem Gesamtgenuss zugutekommt.
          Die Weinbegleitung von David Eitel war wie immer exzellent ausgewählt.
          Den nächsten Besuch haben wir gleich für November vereinbart.

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          • Wir hatten Glück! Als im Januar klar wurde, dass wir im Mai in Hamburg sein würden, habe ich einfach mal Herrn Eitel angerufen, ob er wohl an einem der drei Tage unseres Aufenthaltes einen Platz für uns hätte. Wenn man bedenkt, dass man für einen Tisch unter der Woche acht Monate und fürs Wochenende ein Jahr Wartezeit einkalkulieren muss, ein fast aussichtsloses Unterfangen. Aber siehe da, es waren gerade zwei Plätze frei geworden und Herr Eitel freute sich, sie uns anbieten zu können. Er fragte direkt die offenbar bei unserem ersten Besuch vor drei Jahren abgefragten Unverträglichkeiten ab und begrüßte uns am vereinbarten Termin wie gute Bekannte, um uns zunächst plaudernd in den oberen Bereich des Restaurants an die Bar zu führen, da wir für die „zweite Schicht“ (20 Uhr) etwas früh dran waren.

            Zugegeben, so richtig wohlig fühlten wir uns so hoch über dem Restaurant nicht, wenngleich man die „erste Schicht“ (19 Uhr) und die agile Küchenmannschaft gut im Blick hatte, aber man ist doch recht einsam da oben und das Ambiente wirkt ein bisschen kühl in der sogenannten Bar, die aber ganz ohne Bouteillen auskommen will . Recht schnell erlöste uns aber einer der Servicekräfte und führte uns an unseren Platz am geschwungenen, langen „Table“. Aber da ist doch irgendwas anders?! Sind das jetzt nicht mehr Plätze als noch vor drei Jahren? Richtig, Kevin Fehling hat angebaut und zwar um zwei Plätze, so dass jetzt 22 Gäste am Tisch Platz finden können. Aber der Perfektionist Kevin Fehling hat dabei natürlich nicht irgendwie improvisiert, sondern noch einmal richtig investiert, da der Tisch nicht einfach in der Mitte durchgesägt werden konnte. Und so wirkt das Markenzeichen „The Table“ jetzt wieder wie aus einem Guss und ermöglicht eine größere Flexibilität, wenn größere Gruppen platziert werden müssen.

            Jetzt, wo wir ein zweites Mal im „Table“ sind und nicht mehr ganz so sehr von der Neuartigkeit dieses Restaurants und seiner Konzeption gefesselt sein müssen, können wir das Dargebotene noch mehr genießen als beim ersten Mal. Dazu tragen ganz wesentlich Maitre David Eitel und seine junge Servicemannschaft bei, die Gastgeber im bestverstandenen Sinne sein wollen und dies auch ohne jegliche Verkrampfung können. Da wird locker geplaudert, gescherzt, erklärt und doch haben alle ein waches Auge auf die strengen Abläufe und etwaig notwendige Unterstützung eines Kollegen oder einer Kollegin. Und da ist natürlich auch noch Kevin Fehling mittendrin, der jeden Gast hinter seinem Tresen freundlich und höchst persönlich begrüßt, immer wieder Zeit für einen Plausch findet, um aber im nächsten Moment wieder an einem der Anrichtetische zu stehen und seinen Part bei der Fertigstellung der nächsten Teller zu übernehmen.

            Ein Abend im „The Table“ ist nicht vergleichbar mit einem anderen Restaurant - zumindest in Deutschland. Ist man es sonst gewohnt, eher „artig“ am Tisch zu sitzen, mit seinen Tischnachbarn zu plaudern und gespannt auf die Gangfolge zu warten, ist man bei Kevin Fehling „Teil der Inszenierung“. Er nannte sein Konzept einmal „die Verschmelzung von Koch, Gast und Service“. Treffender kann man es nicht sagen, da man in der Tat für circa vier Stunden eingebunden ist in eine Performance, der man sich nicht entziehen kann und auch nicht will. Dies ist nicht nur ein Restaurantbesuch, sondern Entertainment pur und vom Feinsten. Und mit letzterem komme ich endlich zu dem, was Kevin Fehling zu Recht von Anfang an in diesem Restaurant drei Sterne beschert hat, nämlich seine herausragende Küchenleistung, die von außerordentlicher Kreativität und Perfektion geprägt ist.

            Unser Menü:

            Flowers for you
            Lachsbrötchen
            Ei Carbonara
            Labskaus
            Bun “Szegediner Art”

            Carabinero & Pulpo
            mit Sardinengelee, Tzatziki und griechischem Bauernsalat

            Toro und Rücken vom Blauflossenthunfisch
            mit Seeigelcreme, Lachskaviar, Wasabiperlen und brauner Butter

            Gedämpfter Kabeljau & Ceviche
            mit schwarzem Bohnenpüree und Kurkuma-Beurre Blanc

            Unagi Dim Sum
            mit Aubergine, Sudachi und Pilzdashi

            Challans Entenbrust
            mit Mohnküchlein, Hagebutte, Orangen-Hollandaise und Estragonjus

            Kokos-Curry-Mousse
            mit Mandel-Nougatine, Passionsfrucht und Urwaldpfeffereis

            Miso-Cheesecake
            mit Rhabarber, Sesam und Shisosorbet

            Frangelico-Lime-Macaron
            Martini Cocktail
            Baileys Egg

            Ja, das ist ganz große Oper! Modern inszeniert, ohne jegliche Schwere und die Hauptakteure immer im Blick und Vordergrund. Nichts ist dem Zufall überlassen, jeder kreative Akzent ist bewusst gesetzt und nachvollziehbar. Und selbst einfache Annoncierungen entpuppen sich als kunsthandwerkliche Meisterleistungen. Natürlich kommt das Amuse gueule „Labskaus“ nicht als der herkömmliche norddeutsche Klassiker auf den Teller, sondern wird im Glas serviert. Kevin Fehling erläutert diese Petitesse so: „Ganz unten im Glas befindet sich Matjes mit Gewürzgurken-Würfeln, dazu gibt es ein Bratkartoffel-Espuma, einen Kartoffelschaum, der mit gerösteten Kartoffeln, gerösteten Zwiebeln und Speck hergestellt wurde. Ein Rote-Bete-Sorbet, Corned-Beef-Würfel, Petersilienkresse, eingelegte kleine rote Zwiebelspitzen und ein Gewürzgurken-Gelee runden das Gericht ab.“ Chapeau! Und das war nur ein Amuse gueule! Ich bin mächtig beeindruckt und maße mir nicht an, auch nur ein Wort über die weitere Gangfolge zu verlieren, außer, dass wir seit „Ewigkeiten“ nicht mehr so gut gegessen und uns dabei so prächtig vergnügt haben!

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            • Vielen Dank für Ihren Bericht, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich tue mich etwas schwer damit die Küche einem Stil zuzuordnen, vielleicht am ehesten "weltoffen"? Aber genau das ist für sich im Grunde genommen ja auch ein ganz eigener Stil.

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              • Kevin Fehling hatte früher mal in der Karte mal weltoffen übersetzt (ich gebe das aus dem Gedächtnis wieder): Kreativ wie in Spanien, präzise wie in Japan, Handwerk wie in Frankreich, Präzise wie in Deutschland... ich finde es eigentlich eine ganz passende Beschreibung seines Stils.

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                • Nun ist es soweit: das Restaurant von Kevin Fehling auf der MS Europa ist eröffnet.
                  Eröfnung des Restaurants The Globe auf der MS Europa

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                  • Hier ein kurfristiges Angebot für Club-Mitglieder: Ein Club-Mitglied hat für den 23.11. zwei Plätze im The Table abzugeben. Bei Interesse bitte eine PN an mich, dann vermittle ich den Kontakt... I

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                    • Die „Table-Tour“ der „Gourmet-Connection“ meiner Lehranstalt (fünf Kollegen und meine Wenigkeit) begann gefühlt schon mit einem Jahr Vorlaufzeit, denn auf meine Reservierungsanfrage Anfang September 2018, wann der nächste Samstagabend für sechs Personen buchbar sei, kam als Antwort postwendend zurück: „Genau in einem Jahr, am 07.09.2019“. Selten (wenn ich es mir recht überlege, noch nie…) lag hinsichtlich meiner Restaurantbesuche (und das waren in den letzten Jahren wahrlich nicht wenige…) zwischen Reservierung und Besuch eine Zeitspanne von zwölf Monaten, aber dies hatte durchaus auch sein Gutes, stieg doch von Monat zu Monat die Vorfreude auf den Besuch am geschwungenen Tisch aus dunklem Kirschbaumholz von Kevin Fehling.

                      Als es dann schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit so weit war und wir endlich aus dem Taxi in die ein wenig gesichtslose bzw. durch ihre uniforme Glas- und Stahlarchitektur eher abweisende Umgebung der Shanghaiallee entlassen wurden, wurde dieser erste, ein wenig ernüchternde Eindruck sofort weggewischt durch die Herren Eitel und Fehling, die unsere Ankunft anscheinend durch die großen Glasfronten beobachtet hatten und förmlich auf die Straße „gestürzt“ kamen, um uns gebührend in Empfang zu nehmen! Nach dieser sehr zugewandten Begrüßungszeremonie, die sofort das Eis brach und eine gelöste Atmosphäre schuf, wurde unsere „Gourmet-Gang“ an dem vorderen Ende des Tisches platziert, an dem es unserer Gruppe ermöglicht wurde, teilweise gegenüber und nicht ausschließlich nebeneinander zu sitzen, was sich im Laufe des Abends als sehr kommunikationsfreundlich (wir Lehrer erzählen ja gerne mal einen Schwank aus unserem Leben…) erwies, wobei man trotzdem von allen Plätzen aus Einblick in die Küche hatte, in der vorbereitet und angerichtet wurde. Um es kurz zu machen, vor allem, da ja in den letzten Jahren schon fast alles über dieses in Deutschland noch eher weniger verbreitete Tresen-Konzept geschrieben und gesagt worden ist: Es funktioniert, und das sogar noch besser und reibungsloser, als ich es mir im Vorhinein vorgestellt hatte! Durch die Interaktion innerhalb der Gruppe, die wie gesagt nach wie vor möglich ist, aber auch durch jene mit den jungen Servicekräften, dem Sommelier Herrn Eitel und auch mit Herrn Fehling, der teilweise auch serviert und sich gerne zu einem kurzen Plausch über einzelne Kreationen oder Arbeitsschritte hinreißen lässt (und das überhaupt nicht oberlehrer- bzw. streberhaft, wie es ihm von der Journaille teilweise schon vorgehalten wurde), entsteht eine (für deutsche Verhältnisse…) äußerst entspannte und angenehme Atmosphäre, die man in der hiesigen Spitzengastronomie nicht immer vorfindet!

                      Nun aber zum Wesentlichen: Serviert wurde uns im September letzten Jahres folgendes Menü:

                      Das Tor zur Welt: Flowers for you – Wagyu-Pastrami-Brötchen – Ei Benedikt – Ceviche vom Kabeljau – Unagi Bun

                      Fjordforelle in indischen Aromen gebeizt: Tandoori, Mango, Senfkörner & Kokossud

                      Ungestopfte Gänseleber: geräucherter Aal, Ananas, rosa Pfeffer & Estragon

                      Kaviar „AKI“ und Rindertatar: Yuzuperlen, Kartoffel-Dashi & -Schaum

                      Carabinero: Krustenbraten, Chorizo, Aubergine & Tomatensud

                      Rehrücken mit Walnuss-Pfefferkruste: fermentierte Blaubeeren, Sherryessig-Hollandaise & Rosmarinjus

                      Haselnuss-Crémeux: Kalamansigelee, Guave, Bananen-Curry-Eis & Kurkuma

                      Pfirsichkuchen: Hefeeis, Lavendel, geflämmter Pfirsich & Karamellcreme

                      Cocktails: Smoky Berry – Lillet mit Apfel & Rucola – Gin-Melon-Sour

                      Es ist müßig, hier jeden Gang einzeln zu bewerten oder herauszugreifen, denn es wurde ein (fast) durchweg hervorragendes kulinarisches Niveau geboten, sowohl handwerklich als auch kompositorisch und geschmacklich! Hier scheint ein Koch angekommen zu sein, der sich nichts mehr selbst beweisen muss, denn wenn man sich Fotos seiner Kreationen oder Publikationen einschlägiger Blogger bzw. Restaurantführer aus der Vergangenheit anschaut, so wird deutlich, dass die Küche derzeit nicht mehr ganz so kleinteilig arbeitet und weniger verspielt agiert als in früheren Zeiten. Zwar werden noch immer an vielen Stellen Gels, Espumas, geeiste Perlen etc. eingesetzt, aber viele Kompositionen scheinen reduzierter angelegt zu sein als früher; teilweise kommen Gänge wie z.B. der Rehrücken kompositorisch sogar recht konventionell daher, wobei die klassischen Akkorde aber ein wenig aufgebrochen bzw. modern interpretiert werden. Was Fehling früher teilweise entgegengehalten wurde, nämlich dass er der Technik einen hören Stellenwert einräume als der Produktqualität, kann ich keinesfalls bestätigen. Klar sind Technik und kreatives Handwerk nach wie vor wichtige Eckpfeiler des fehling´schen Küchenverständnisses, aber alle eingesetzten Produkte, sei es die Fjordforelle, seien es die Gänseleber oder der Rehrücken, waren von außerordentlicher Güte bzw. Qualität, sodass man dieser Kritik durchaus vehement entgegentreten kann. Wenn man Beckmesserei auf hohem Niveau betreiben möchte, dann kann man vielleicht monieren, dass Kevin Fehling durchaus eine gewisse Zuneigung zur Hollandaise zu haben scheint, die er gern und (vielleicht ein wenig zu) oft einsetzt und dass wir interessanterweise alle in der Runde eine Kreation nicht ganz auf dem Level der anderen sahen, und zwar jene, bezüglich derer die Küche versuchte, Kaviar, Rindertatar und Kartoffelschaum zu vermählen, was nicht hinreichend funktionierte, da das Tatar und der geschmacklich recht flache Kartoffelschaum sich nicht gegen die salzige Wucht des Kaviars zu behaupten wussten.

                      Von diesen Marginalien abgesehen wurde ansonsten aber ein kulinarisches Feuerwerk gezündet, welches sich glasklar auf dem vom Michelin attestierten Niveau von drei Sternen bewegte und nun endlich auch vom Gault Millau mit verdienten 19 Punkten gewürdigt wird! Das für die deutsche Gastronomie auf diesem Level noch ungewöhnliche Counterprinzip sowie der äußerst zugewandte und kenntnisreiche Weinservice von David Eitel taten ihr Übriges, um aus diesem Konzept – und da waren wir uns alle in der Gruppe einig – ein gastronomisches Gesamterlebnis werden zu lassen, welches man lange in Erinnerung behält! Der Erfolg (und dafür nimmt man auch gerne die unglaublich langen Reservierungsvorlaufzeiten in Kauf) gibt Kevin Fehling recht und es freut einen, dass er somit bewiesen hat, dass man mit geschickter Kalkulation und kreativen Ideen in der Lage ist, auch in Deutschland ein Drei-Sterne-Restaurant ohne Hotel oder Sponsor im Hintergrund in die Gewinnzone zu führen!

                      Der grandiose Abend endete damit, dass der famose Herr Eitel uns gegen Ende noch jedem ein Abschlussbier kredenzte (welches nachher mit unglaublich günstigen drei Euro pro Flasche auf der Rechnung stand und der Preis somit sogar klar unter den Kursen lag, welche wir noch einen Abend zuvor in einer Kiezkaschemme in St.Georg gezahlt hatten…). Wohl dem, der mit solch einer Kalkulation im Beverage-Bereich (man muss hier vielleicht ergänzend hinzufügen, dass die Gewinnspanne hinsichtlich der vorzüglichen Weinbegleitung zu 110 Euro pro Person ein wenig größer ausfallen dürfte…) die Selbstständigkeit finanziell so souverän meistert ...
                      Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 28.01.2020, 21:17.

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                      • Ihr feiner Bericht macht mir nochmals wunderbar deutlich, warum das "The Table" unsere Nummer 1 in Deutschland ist! Danke dafür!

                        Bemerkenswert, werter El Grande, dass sich Ihr Bericht zeitlich (gut 4 Monate danach!) der Vorlaufzeit des Restaurants annähert!
                        Ja, ja, vor lauter Eiligem kommt man nicht zum Wichtigen!

                        Kommentar


                        • Werter merlan,

                          ob ich den "Table" nun in Deutschland wie Sie auf dem ersten Rang der kulinarischen Rangliste einsortieren würde, weiß ich zwar nicht (denn es gibt durchaus noch eine Handvoll anderer Adressen, die küchentechnisch mindestens ebenfalls in dessen Liga mitspielen), aber gemessen an der Gesamtperformance (Ambiente, Konzept, Service und Küchenleistung) würde ich den Laden ebenfalls mit an der Spitze sehen, denn konzeptionell ist hier alles aus einem Guss, sodass man vom Erlebnis- und Wohlfühlfaktor in der Tat ganz weit vorne mitspielt!

                          Womit Sie ebenfalls nicht ganz falsch liegen, ist die Tatsache, dass die Vorlaufzeit zwischen Restaurantbesuch und Veröffentlichung des Berichts sich in ähnlich monumentalen Dimensionen bewegt wie die Reservierungsspanne, aber als (man glaubt es kaum...) vielbeschäftigter Pauker, der mit Kursfahrten, Klassenarbeiten, Klausuren, Weihnachtsfeiern etc. in den letzten Monaten arg überfrachtet war (ja, ja, ich höre schon auf mit dem ewigen Gejammere über den Schulstress...), hatte ich erst jetzt die Muße, mich an diesen Bericht zu setzen, obwohl er natürlich schon längst überfällig war...

                          Ich gelobe Besserung und versuche, meinen Bericht zu meinem Geburtstagsessen im "Balthasar" in Paderborn, das am 01. Februar stattfinden wird, schneller zu Papier zu bringen (passend zur Reservierungsvorlaufzeit, die in diesem Falle wesentlich kürzer ausfiel, denn Paderborn ist nicht Hamburg und am Tresen wird bei Elmar im Gegensatz zu Kevin auch nicht gegessen...)

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                          • Danke für den Bericht. Einige der Gerichte habe ich auch gegessen, Diese dauerhaft hohe Nachrage in diesem und einigen anderen Sternerestaurants, die sich einfach "jünger" geben zeigt für mich auch, dass die Auslastungsprobleme machner Betriebe viellenicht unbeindgt allein mit immer wieder gern attestierten "Hemmschwelle" zu tun haben, sondern vielleicht in Publikum sich von einem besitmmten Setting nicht angesprochen fühlt, das aber grundsätzlich schon bereit ist, ein Fine Dining-Restaurant zu besuchen.

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                            • OT: Werter El Grande, leider kann ich aus bekannten Gründen Ihre PN nicht lesen. Vielleicht nehmen Sie den öffentlichen Weg, um mich zu kontakten.

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                              • "The Table" ist einer unserer World Favorites! Seit es das Restaurant gibt waren wir 19 mal dort und die Besuche 20 und 21 sind schon gebucht. In dieser Taktung ist es natürlich unvermeidlich, dass wir einzelne Gänge schon kennen. Aber der Genuss wird ja nicht weniger, wenn man ein Gericht schon kennt und man entdeckt vielleicht auch noch Aromen auf den zweiten Biss, die man vorher nicht entdeckt hatte.
                                Wir sind immer wieder begeistert von der spielerischen Leichtigkeit der Gerichte, die in absoluter Perfektion umgesetzt werden - und optimal ergänzt werden durch eine spannende Weinbegleitung.
                                Wichtig für uns ist auch die Athmophäre im Restaurant, die hier ebenso lässig und dennoch perfekt ist - das betrifft die Innenarchitektur, die Musik und natürlich den unaufdringlichen, kenntnisreichen Service. Ein Dream-Team um Kevin Fehling und David Eitel!
                                Wir sind voller Vorfreude auf unseren 20. Besuch!

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