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The Table - Kevin Fehling ***

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  • Hier einen Bericht, den ich nach dem Besuch des The Table im November - weit vor dem Coron-Ausburch - verfasst habe. Ich veröffentliche ihn hier ohne Änderungen.

    Das Tor zur Welt:
    Flowers for you – mit gewohnt floralen, feinen Aromen. Das Hörnchen scheint mir dieses Mal eine Spur weniger Crisp zu sein, jedenfalls bleibt etwas an den Zähnen kleben.
    Wagyu Pastrami Brötchen – das „Brötchen“ hat einen gut wahrnehmbaren Tomatengeschmack. Zusammen mit der Gurke und eine Sauce sind die das Fleisch umspielenden Aromen recht kräftig, dennoch ist das Fleisch so geschnitten und portioniert, dass es geschmacklich wie auch texturell sehr gut zu Geltung kommt. Perfekt.
    Ei Benedikt mit weißem Trüffel – der Trüffel ist angenehm intensiv und die Kombination wunderbar cremig.
    Ceviche vom Kabeljau – eine erfrischende, gut austarierte Kombination, die eher von der aromatischen Seite kommt.
    Coq au Vin Bun – der Bun hat die gewohnt luftige Konsistenz, ist im Mund aber sehr dominant. Der Rotwein ist zudem recht marmeladig eingekocht bzw. gebunden. Zudem scheinen mir ein paar Rauchnoten dabei zu sein. Die gezupften Keulen schmecke ich da kaum. So ist die Kombination nicht schlecht, allerdings erinnert es mich nicht wirklich an Coq au Vin.


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    Fjordforelle in indischen Aromen gebeizt - Tandoori, Mango, Senfkörner & Kokossud : ist ein sehr spannendes Gericht, da es zwei Geschmackswelten miteinander verbindet. Einerseits finden sich mit den Senfkörnern, der Gurke und dem Kräuteröl nordische Aromen auf dem Teller, andererseits sind mit einer Gewürzcreme und dem Kokossud exotische, indische Aromen auf dem Teller zu finden. Wie verbindet sich das? Auf dem Hauptteller wirkt der Kokossud wie eine bestens zur nordischen Geschmackswelt passende Molke, nur ohne die typische Säure. Die Gewürzcreme ist recht dick, so dass sie nur punktuell in Erscheinung tritt und hier wie Senf wirkt, ebenfalls ohne Säure. In der kleinen Schale daneben ist ein Forellentatar. Hier wirkt die Aromenwelt ein wenig wie eine Dill-Honig-Senf-Kombination, nur ohne die Süße. Insofern tritt die Exotik in den Hintergrund und das Gericht wirkt in erster Linie nordisch mit exotischen Akzenten. Das ist eine intelligente und exzellente Fusion zweier Geschmackswelten, von der ich mit nicht vorstellen konnte, wie sie funktioniert. Für mich persönlich eine neue Geschmackserfahrung.
    Dazu gibt es eine2017er Scheurebe Spätlese trocken, Durbacher Kochberg, von Heinrich Männle. Der Wein passt insbesondere dann, wenn man die indischen Aromen mit auf der Gabel bzw. im Mund hat optimal.

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    Unterstopfte Gänseleber - geräucherter Aal, Ananas, rosa Pfeffer & Estragon: Das Gericht besteht aus Gänselebereis und in Streifen aus Räucheraal, Gänseleber, Ananasgel und Ananas, sowie eine Räucherfischcreme. Der Estragon ist in der grünen Sauce verarbeitet. Optisch machen die Streifen was her, aber was das Kombinieren angeht, muss ich mich erst mal orientieren. Aber es zeigt sich, dass es eigentlich egal ist, wie viel Frucht oder Fett man auf der Zunge hat, die Kombination gefällt mir immer. An Spannung gewinnt das Gericht, wenn ich auf ein rosa- Pfefferkorn beiße. Dann bleicht eine gewisse Bitterkeit um Mundraum zurück, die der gesamten eine neue Räumlichkeit im Mund gibt und deutlich komplexer macht.
    Die 2005er Auslese Trittenheimer Felsenkopf vom Weingut Milz hat für eine Auslese relativ viel Alkohol. Das minimiert die Wirkung der Säure und gibt dem Wein etwas mehr Volumen. Vor allem mit dem Pfeffer passt das sehr gut.


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    Kaviar „AKI“ und Rindertatar - Zitronenperlen, Kartoffel-Dashi & Schaum – unter dem Kaviar findet sich Kartoffelschaum, in den ganz offensichtlich auch Kartoffelschale mit eingeflossen ist, jedenfalls schmeckt dieser etwas röstig, so dass die Kombination wie Kaviar mit Kartoffelchips schmeckt (ich fühle mich an ein Gericht von Gert de Mangeleer erinnert, doch dieses war deutlich rustikaler). Auf dem zweiten Teller ist dann mit einem Kartoffelschaum mit kleinen Stückchen und Kräutern. Der Schaum hat einen guten kartoffeligen Geschmack, aber leider eine etwas klebrige Konsistenz. Geschmacklich ist das Gericht gelungen, der Kaviar und die feien Säure steht im Vordergrund. Die Kartoffel gibt ein rundes, cremiges Umfeld.
    Dazu gibt es einen jungen, aber schön zugänglichen, mineralisch kargen 2018er Menetou-Salon von der Domaine Philppe Gilbert, der vor allem dem Kaviar mehr Präsenz gibt.


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    Carabinero - Krustenbraten, Chorizo, Aubergine & Tomatensud: hat ein angenehm üppiges Aroma aus der mediterranen Welt. Die Chorizo-Creme schmeckt fleischig und nach Paprika. Sehr angenehm intensiv und vollmundig ist der Tomatensud. Schade finde ich, dass der Krustenbraten nur durch die getrocknete Kruste auf der Aubergine vertreten ist, die zudem keinen großen geschmacklichen Einfluss nimmt. Großartig ist die Qualität und die Fleischigkeit des Carabinero, der dadurch das kräftige Aromenbild „beruhigt“, ein toller Gang.
    Der 2017er L’Esprit de l’Horizont ist ein schön strukturierter Wein, der weniger Holz als sein großer Bruder hat.

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    Challans Entenbrust - Sommerrolle, Thaicurry-Hollandaise & Kokos-Ingwerjus: zeigt ein tolles, fleischiges Stück von der Entenbrust in Kombination mit asiatischen Aromen. Die Sommerrolle hat eine schöne Frische und kühle Rettichschärfe, die sich gut von der warmen Schärfe des Ingwers absetzt. Eine schöne breite kommt durch die Erdnusscreme in das Gericht. Besonders gut gefällt mir die Thaicurry-Hollandaise. Zur Beruhigung gibt es in einer kleinen Reisschale eine Creme mit einigen Körnern Koji-Reis. Ein exzellenter Gang.
    Der 2016 Côte-Rôtie La Sybarine ist ein sehr frischer Vertreter für einen Syrah und passt hier gut zu den Schärfe-Elementen.
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    Glasierte Rote Bete - Yuzucanache, Nori-Crumble & Rote Bete-Apfel-Sorbet ist ein sehr schön gelungenes Dessert von der roten Bete. Der Crumble, und das Sorbet erzeugen bei mir eine Säure und Fruchtwirkung die etwas an Himbeere erinnert. Diese Frische ist das geeignete Gegenstück zu der Erdigkeit der Roten Bete. Recht üppig ist die Yuzucanache, was aber der Kombination mehr Volumen und Ruhe gibt.
    Die Diel Goldloch Spätlese passt vor allem gut zu er Erdigkeit der Roten Bete und der Säureintensität.

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    Haselnuss-Crémeux Kalamansigelee, Guave, Bananen-Curry-Eis & Kurkuma ist das konventionellere, weniger spektakuläre Dessert. Rund und gut, aber weniger spannend.

    Sehr schön dazu der 2016er Uroulat Jurancon.

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    Cocktails - Prince of Wales, New York Sour, Spicy Lumumba schmecken allesamt sehr gut und runden das Menü ab.

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    Kevin Fehlings Küche steht seit jeher für hohe Präzision und handwerkliche Perfektion – dies gilt auch ohne Abstriche für dieses Menü. Zunehmend fällt mir bei meinen Besuchen auf, dass die Gerichte trotz ihrer Vielschichtigkeit weniger forciert wirken, das Aromenspiel weniger druckvoll ist. Das würde ich als Reifung des Stils interpretieren. Weinbegleitung von David Eitel war wie immer sehr exakt auf die Gerichte eingestellt – und überhaupt funktioniert der gesamte Service auch bei diesem Besuch wie ein Uhrwerk, alle Räder greifen ineinander. Alles wirkt perfekt orchestriert, ohne dass es die Lockerheit verliert. Kevin Fehling ist unter den Drei-Sternern in Deutschland aus meiner Sicht weiter gut vorn mit dabei.
    Und das obwohl er ja langsam beginnt, sich auf mehreren Standbeinen aufzustellen, das neue Restaurant auf der MS Europa ist eröffnet, die Bar wird im Frühjahr folgen. Das darunter die Qualität des Kerngeschäfts leiden wird, kann ich mir angesichts dieser Performance nicht vorstellen.
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    • Ein schöner Bericht aus besseren Zeiten!

      Weiß schon jemand, wie Kevin Fehling die Distanz-Auflagen an seinem "Table" gelöst hat, insbesondere die Distanz zwischen Gast und Service vis-à-vis?

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      • Wie in einem Social Media Post zu sehen war, ist das alte "Ende" des Tisches, aus dem Keller des Hauses Fehling in das Restaurant gebraucht worden und steht nun links vom Eingang. Was dies für die Gesamtzahl der Plätze heißt, weiß ich nicht.

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