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Tafelhaus 1*

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  • Tafelhaus 1*

    Tafelhaus in Neumühlen am Hafen schließt zum Jahresende 2010
    Rach will neue Wege gehen. RTL??
    Rach & Richi (Steak/Porter Restaurant) soll weiterlaufen.
    Quelle: DIE WELT
    INGWER

  • #2
    Ich bin vor allem mal wieder sehr erstaunt, dass Rach seine Bewertungen halten kann - sowohl im GM als auch im Michelin.

    Meine Erfahrungen und auch die vieler Anderer sind davon abweichend ...

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    • #3
      Wenn es wirklich so ist, wie im WELT- Bericht, dann hat Rach das dem M "noch" nichts gesagt. Poletto hatte ja auch schon letztes Jahr schließen wollen und hat dann noch eine "Verlängerung" gemacht.
      Für mich war die Küche nicht *mäßig, also kein Verlust.

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      • #4
        Ich würde sagen, Herr Rach ist so konsequent zu schließen, bevor er abgeschossen wird... so kann er sich zumindest auf sein Consulting und TV-machen konzentrieren ... und ach ja: sicherlich auf die Familie...
        bon appetit...
        twitter.com/cisfotografie

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        • #5
          …hier im Forum finde ich keinen brauchbaren Bericht zu dieser Lokation.
          Tatsächlich schließt das Tafelhaus seine Pforten Ende September 2011.
          Ich habe mich erkundigt, was denn danach anstehen soll bzw. wird.
          Hierauf konnte mir bei meinem Besuch letzten Donnerstag (11.8.11)
          keine Antwort gegeben werden.

          Nichts desto trotz hier ein kurzer kulinarischer Bericht:
          Vorne weg gleich einmal zwei Punkte.
          Die Lokation an und für sich ist sehr schön, direkt
          an der Elbe gelegen. Modern eingerichtet, warme Holztöne
          kombiniert mit viel Glas, Stahlkonstruktion und Betonflächen
          die von der nächtlichen Außenbeleuchtung der Hafenanlagen
          angenehm unterstüzt wird – bin gespannt wer hier zur Nachmiete
          vorstellig sein wird…
          Der Service, vielbeinig, aufmerksam, aufgeschlossen und
          freundlich, ich fühlte mich gut aufgehoben.

          Das Menü
          Vor- und Nachspeise waren wählbar,
          zwei Menüs standen zur Auswahl
          siehe auch www.tafelhaus.de

          Als Gruß aus der Küche wurde zum Erraten
          vier kleine Häppchen, ein Gelee, eine Creme, eine Kugel
          und eine feste mousse kredenzt.
          Es handelt sich um Büffelmozzarella in Vinigrette und Schnittlauch (Kugel)
          Gelee aus Tomate, sehr fruchtig
          Creme aus Balsamico, sahnig, cremig, mayonnaise-artig, dennoch locker
          Mousse vom Basilikum intensiv und fast schon wie Pistazen-Mousse schmeckend.
          nette Idee und wohlschmeckend.

          Tofu, Gemüsesalat und Rote Beete
          Wacholder marinierter Tofu mit eingelegten Gemüsen,
          frischem Rahm und Rote Beetejus

          für mich die Rote Beete Jus das Beste am Gang,
          der Tofu, wirklich reiner Tofu, der erst im Zusammenspiel
          mit den weiteren Zutaten interessant wurde, so soll es sein,
          dennoch, so finde ich kann man schon mit dem Tofu
          allein aromentechnisch wesentlich mehr anstellen…?!

          Kräuter, Thunfisch und Ingwer
          Rahmsuppe aus frischen Gartenkräutern mit
          Thunfisch-Sashimi und süß- sauer eingelegtem Ingwer

          ein toller Gang vom Chef höchstpersönlich serviert, der vorallem durch
          die Geschmacksfülle der Kräutersuppe brillierte.
          Der Thunfisch-Sashimi der auf einem fritierten ungewürztem Kartoffel-Chip
          serviert wurde köstlich. Vom Mengenverhältnis zur Suppe hin,
          hätten hier ruhig drei Thunfisch-Sashimi-Chips liegen können.

          Kräuterseitlinge, Kokos und Wiesenkräuter
          gebratene Kräuterseitlinge mit Kokos-Kartoffelmousseline,
          vegetarische Jus und marinierte Wiesenkräuter

          Interessant in diesem Gang die Kokos-Kartoffelmousseline,
          die mir allerdings geschmacklich mehr hätten bieten dürfen.
          Die Kräuterseitlinge zart und wohlschmeckend, einzig die zwei
          beigelegten Heidelbeeren haben sich mit ihrer Süße in Kombination
          zu diesem Gang mir nicht erschlossen. Auch die Wiesenkräuter
          waren geschmaklich nur wenig präsent.

          Kabeljau, Hummer und Safran
          gebratenes Filet vom Kabeljau mit
          Hummer- Safran Mille-feuille,
          konfierte Zitronen- Kartoffeln und Hummerjus

          Ein toller Fischgang. Der Kabeljau auf den Punkt gegart,
          genauso der Hummer, vorallem die Hummer-Safran Mille-feuille
          schon für sich alleine spitze. Hier passte alles und war auch vom
          Salz her genau richtig abgeschmeckt.

          Junge Poularde,
          Pfefferaromen und Gemüserelish
          Brust von junger Poularde im Ofen geröstet
          und geschmortes Keulenfleisch mit Pfefferaromen,
          zweierlei von der Süßkartoffel und
          marinierte Sommergemüse mit Stachelbeeren

          Im Anschluss der Hauptgang. Die Poularde zart und fleischig,
          gerade richtig, die Zutaten im Zusammenspiel
          herrlich asiatisch und der Gang von den Zutaten her fast schon herbstlich interpretiert
          (zum Wetter hat es gepasst). Die Portion war auch großzügig
          bemessen, so dass man jegliche Varianten beim Kombinieren der
          Beilagen durchexerzieren konnte. Ein Höhepunkt hier
          für mich eine kandierte eingelegte Zitronenschale,
          frei von jeglichen Bitterstoffen und daher sehr dicht
          im Zitronenaroma – toll. Einziger Wermutstropfen war eine
          eingelegte Knoblauchzehe, die vom Alter her meiner Meinung
          nach nicht mehr auf den Teller zum Verzehr gehört.
          Diese schmeckte schlicht "alt" und war als einziges geschmackliches
          Übrigbleibsel auch noch zehn Minuten nach diesem Gang
          im Mund präsent. Schade für diesen Top-Gang.

          „Gaperon“,
          der Buttermilchkäse aus der Auvergne
          Rohmilchkäse mit Knoblauch und schwarzem Pfeffer affiniert,
          dazu geschmorte Nektarinen und Cerealien

          Beim Nachtisch hatte ich mich ausschließlich
          für eine salzige Variante entschieden.
          Der Gaperon, serviert als aufgeschlagene Creme
          in Form einer Kugel schmeckte sehr fein, dicht und cremig.
          Darüber gestreut war gepoppter Amaranth, damit konnte ich nichts anfangen.
          Die beigelegten Salatblätter waren eigentlich geschmacksfrei.
          Die geschmorten Nektarinen, die zu dieser Angelegenheit die Synthese
          hätten bilden sollen, waren fest im Fleisch, aber geschmacklich
          gerade zu nichtssagend. Dieser Gang war für
          mich schlicht enttäuschend, den nur der Gaperon alleine
          war für einen Nachgang mir zu viel und ohne Kombinationsmöglichkeiten
          dann doch zu einseitig…

          Die offenen Weine waren in Preis und Qualität top = allesamt ausgewogen.
          (siehe auch Webseite)

          Fazit:
          Ich weiß ja nicht, in welcher Form Herr Rach sein gastronomisches Dasein
          nun weiterführen wird. Wir werden sehen. Der Besuch hier bleibt mir insgesamt in guter
          Erinnerung, wobei dies ebenso meine Kritikpunkte betrifft, welche für mich nicht unwesentlich sind
          und meinen Gesamteindruck sicher getrübt haben. Vorallem der Knoblauch
          und der Käse-Nachgang empfand ich bei einer Küche
          die Wert auf ein gehobenes Niveau legt, als ärgerlich.
          Die Gemüsegänge, die ich an und für sich sehr schätze, hätten
          meiner Meinung nach auch noch kräftiger abgeschmeckt sein dürfen!
          Als echte Entdeckung für mich nehme ich die "Hummer-Safran Mille-feuille"
          und die "kandierte eingelegte Zitronenschale" mit nachhause.
          Und, wie ich bereits erwähnte, die Lokation und auch die Belegschaft
          empfand ich fachlich und menschlich als sehr angenehm!

          Und wem das wichtig ist, Herrn Rachs medienpräsenz findet nicht
          nur im Fernsehen statt – er selbst war viel im Lokal unterwegs,
          locker und freundlich, allerdings nicht nur zum kurzen Schnakk,
          sondern vorallem zum Servieren seiner Speißen & Gerichte…
          Zuletzt geändert von wanderin_star; 14.08.2011, 02:02.

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          • #6
            Wenn der Wermutstropfen das Einzige war, was zum Trinken angeboten wurde, sollte man meinen, die Lokation läge eher in der Atacama als am Elbstrande.
            s.

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            • #7
              Ein einmal mehr sehr differenzierter und "miterlebbarer" Bericht, lieber wanderin_star. Vielen Dank dafür! Interessant vor allem, wie auch dort die Gemüsegänge auf dem Vormarsch zu sein scheinen und damit nicht dem schlechtesten aller Trends folgen.
              Man hat bei der Lektüre des Beitrags aber doch das Gefühl, dass die qualitative Heterogenität der Gänge ein Zeichen des Rach'schen Abschieds von der "Tafelhaus"-Bühne sind (oder war das schon immer so?). Der Chef ist halt doch ein ganz eigener Kopf (was ihn ja besonders sympathisch macht, wie ich finde) und vielleicht nicht entschieden genug, auch ein dauerhaft besternter Koch zu werden. Schade eigentlich...

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              • #8
                Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                Man hat bei der Lektüre des Beitrags aber doch das Gefühl, dass die qualitative Heterogenität der Gänge ein Zeichen des Rach'schen Abschieds von der "Tafelhaus"-Bühne sind (oder war das schon immer so?). Der Chef ist halt doch ein ganz eigener Kopf (was ihn ja besonders sympathisch macht, wie ich finde) und vielleicht nicht entschieden genug, auch ein dauerhaft besternter Koch zu werden. Schade eigentlich...
                Um auf Ihre Frage zu antworten: Sowohl die einschlägigen Führer als auch Hamburger Freunde berichteten mehrfach über die Wechselhaftigkeit der Rach'schen Küche im Laufe eines Abends - ein Phänomen, das wohl schon einst am Holstenkamp für Irritation gesorgte.

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                • #9
                  Meiner Frau wurde dort letztens dort vor der Tür eine Handtasche gestohlen. So ein Schmuckstück und die Bedienung hatte das gesehen. Also mal abgesehen vom wechselhaften Essen ist wenigstens die Bedienung gut. Denn die haben sofort reagiert und die Polizei etc. gerufen und eine Aussage gemacht. Einer der bediensteten hatte sogar versucht den Dieb noch zu stellen. Immerhin guter Service ;-)
                  Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 19.08.2011, 18:00.

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                  • #10
                    Zitat von Klaudiosa Beitrag anzeigen
                    Meiner Frau wurde dort letztens dort vor der Tür eine Handtasche gestohlen. So ein Schmuckstück und die Bedienung hatte das gesehen. Also mal abgesehen vom wechselhaften Essen ist wenigstens die Bedienung gut. Denn die haben sofort reagiert und die Polizei etc. gerufen und eine Aussage gemacht. Einer der bediensteten hatte sogar versucht den Dieb noch zu stellen. Immerhin guter Service ;-)
                    Was soll denn der Quatsch mit dem Handtaschen-Link? Haben Sie das nötig oder trägt das in irgendeiner Form zum Thema bei? Wohl kaum.

                    Ansonsten kann ich die schwankende Küchenleistung nur bestätigen, weshalb meine letzter Besuch auch schon lange zurück liegt, d.h. mich zog es dort nicht mehr hin und ich bin auch nicht traurig über das vorläufige Ende der Rach'schen Kochkunst. Den Spagat zwischen Küche und Fernsehen hat er m.E. nicht hinbekommen.

                    Zu Zeiten des Tafelhauses am Holstenkamp empfand ich die Küche und deren Leitung als konsistent sehr gut - zeitweilig sogar zu sehr zivielen Preisen. Beides ist inzwischen vollkommen anders.
                    Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 19.08.2011, 18:00.

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