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Navette*, Rüsselsheim (geschlossen)

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  • QWERTZ
    antwortet
    Nun ist das Boathouse eröffnet. Wir können vom ersten Abend, zu dem Hamburger Journalisten eingeladen waren, einige Eindrücke aus dem Food-Sharing-Konzept zeigen.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Vor kurzem war ich bei Thomas Macyszyn auf der Baustelle für das Boathouse und habe mit ihm über sein Konzept gesprochen. Das Interview ist nun online.

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  • Jürgen3D
    antwortet
    Na ob dieser Standort Glück bringt? Da sind schon das Noas und das Goldfisch gescheitert.

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  • shaun-da-pol
    antwortet
    "Mein Konzept verbindet das Know-how der Sternegastronomie mit einer relaxten und kommunikativen Atmosphäre."

    Wow, endlich mal was wegweisendes!
    Zuletzt geändert von shaun-da-pol; 02.07.2016, 00:58. Grund: Smiley vergessen ;-)

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  • QWERTZ
    antwortet
    Diese Nachricht wird viele, die Thomas Macyszyn aus dem Restauarant Navette kennen, freuen: Er plant die Eröffnung eines Restaurants im kommenden Herbst in Hamburg.

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  • Schink
    antwortet
    Ich kann die Eindrücke von unserem lieben Qwertz nur bestätigen. Ein tolles Menü mit Weinbegleitung, ein symphatischer Chefkoch, ein angenehmer Service. Es ist ein Verlust für das Rhein-Main-Gebiet.

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  • kuechenreise
    antwortet
    Zitat von Schink Beitrag anzeigen
    Danke lieber Qwertz und der Bericht hat viel Spaß gemacht.
    Bei der Danksagung möchte ich mich anschliessen!

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  • Schink
    antwortet
    Danke lieber Qwertz und der Bericht hat viel Spaß gemacht.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Ich musste gestern Abend schlafen gehen, jetzt ist der Bericht komplett. Viel Spaß beim Lesen!

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  • Schink
    antwortet
    Freue mich auf die Fortsetzung lieber Qwertz. Bitte tausche dann auch gleich das doppelte Foto aus. Aber auch so läßt Dein Bericht auf ein kulinarisches Erlebnis hoffen ...

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  • QWERTZ
    antwortet
    Wenn man sich fragt, warum es einem Restaurant schwer fällt, die nach der Küchenleistung verdiente Beachtung zu finden, ist es nicht selten so einfach zu benennen, wie im Fall des Navette im COLUMBIA-Hotel in Rüsselsheim. Das Haus versprüht von außen den Charme eines Plattenbaus und von innen der 90er Jahre. Es ist zwar alle gepflegt, aber eben nicht mehr auf dem neuesten Stand der Dinge. Für die meisten Gäste ist sicher die verkehrsgünstige Lage, zumindest wenn man mit dem Auto unterwegs ist, ein wichtiger Grund, dort zu übernachten. Wer würde da ein Gourmetrestaurant vermuten?
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ID: 49720

    Vor dem Club-Abend im Sra Bua hatten wir die Möglichkeit, eines zusätzlichen Club-Abends dort. Leider war der Zuspruch an dem Abend nicht zu groß, aber soweit ich höre, gibt es bis zur Schließung noch einige aus den Reihen des Clubs, die die Küche von Thomas Macyszyn kennenlernen oder sich von ihr verabschieden wollen. An alle, die es noch erwägen, sage ich: es lohnt sich.
    Bei meinem Besuch nahm sich Herr Macyszyn schon bei meiner Ankunft ausführlich Zeit für ein persönliches Gespräch. Wir unterhielten uns über die Umstrukturierungsprozesse, die gegenwärtig in der Spitzengastronomie stattfinden – leider ohne eine Lösung für die vieldiskutierten Probleme zu finden…

    Das Menü selber begann mit zwei schönen Kaviar-Happen.
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ID: 49721

    Das Brot wurde mit einer Auswahl von ACHT Buttervarianten gereicht, jede davon in Daumennagelgröße portioniert. Angeordnet war es ein bisschen wie bei einem Scrabble-Spiel: Auf einem aufgelegten Pergamentpapier war aus dem NAmen jeder Sorte ein Buchstabe hervorgehoben, die Reihe ergab dann NAVETTE. Ganz nett, aber auch irgendwie unpraktisch, die Butter bei der kleinen Größe sortenrein auf die vier gereichten Brotsorten zu transferieren. (Das Brot war übrigens sehr gut).
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ID: 49722

    Dann ging es mit einem 3er-Reigen von Amuses los: Pulpo & Alge – ich kann mich hier leider nicht mehr genau den an den Geschmack erinnern, ist mir also weder positiv noch negativ im Gedächtnis geblieben.
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ID: 49723

    Klarer war dann schon das Rindertatar Rossini, wie es in der Karte heißt, dass mir mit einer Spargelsuppe mit Trüffel serviert wurde. Die Präsentation mit den zwei Teilen fand ich schön, der Geschmack war es auch. Der Trüffel war jedenfalls nicht zu intensiv, was hier gut passte.
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ID: 49725


    Die Auster Bloody Mary folgte dann mit den iodigen und vegetabilen Aromen, ein runder Abschluss der Einstimmungen.
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ID: 49724




    Der erste Gang war Makrele, Tomate, Feta. Die Makrele gab es als Sashimi und als geflämmte Variante. Die geflämmte Ausführung blieb leider ziemlich blass gegenüber den anderen Aromen. Das Sashimi hatte hingegen von der Textur her eine klare Aufgabe auf dem Teller – die Hauptkombination war jedoch eine ganz andere: das Tomateneis und der Schaum des Feta-Käse. Das Eis war sehr schön süßlich-säuerlich vom Tomatengeschmack geprägt. Durch die Darbietung als Eis wirkte es im Zusammenspiel mit den Kugeln und dem flüssigen weißen Tomatenwasser sehr kräftig. Das erinnerte mich an absolut reife Gartentomaten zur besten Erntezeit. Der Feta war dann für Würze und Breite des Aromenbildes verantwortlich. Brauchte ich den Fisch? Ich möchte fast sagen nein, der Sashimi aber war, wie schon angedeutet, dann mit seinem dezenten Aroma, aber vor allem wegen der texturellen Präsenz definitv kein Störenfried.
    Dazu trank ich ein Glas Riesling Federspiel von Knoll, der sehr gut passte.

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ID: 49726


    Danach gab es Langustino, Birne, Seeigel. Hier war es das Zusammenspiel aus dem Birnengel und der Sauce das, was den Gang prägte. Die Birne schmeckte sehr unverfälscht und intensiv. Dies passte gut zu der Würze der Sauce. Der Langustino ergänzte diese süßliche Wirkung natürlich, der Raviolo war dann eher das Gegengewicht. Gelungen.

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ID: 49728

    Nun folgte Fois Gras, Aal, Sauerkraut, Dattel. Hier war wirklich alles drin: viel Säure durch die Sauerkrautsauce, Süße durch die Dattel, Textur von der Foie Gras und den Aal. Ein perfektes Gericht, das einfachste von der Optik her bislang das reduzierteste diesem Menü, das wirklich alles bot. Viel Geschmack, tolle Textur und Cremigkeit. Ein Highlight dazu war ein 2005er Mosel-Riesling von Wegeler, genaue Lage weiß ich nicht mehr. Aber der Wein hatte eine tolle kräutrige Note, die hier besonders gut passte. Toll, toll, toll.

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ID: 49729

    Das nächste Gericht, Black Cod, Artischocke, Parmesan, konnte da gut anschließen: Der Fisch war sehr schön fleischig. Dazu kamen die frischen Noten von den Blättern am Rand und die Intensität der Artischockencreme. Der Hit war aber der Parmesansud. Mit der großen Umami-Wirkung des Käses, noch verstärkt durch das Wachtelei, dass man in der Sauce verrühren konnte, wurden alle Aromen sehr schön verstärkt. Gleichzeitig konnte der Fisch dagegen halten, um eine tolle Harmonie der Kräfte zu erzeugen.
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ID: 49730

    Jugenvil Ferkel, Sellerie, Pfeifentabak konnte da leider so gar nicht mithalten. Dabei hatte die Kreation Potenzial: das Fleisch war saftig, gut gegart, das Arrangement mit Sellerie wirkte würzig und knackig im Mund und die Creme passte auch. Aber dennoch plustere sich alles im Mund auf. Mit jeder Gabel wirkte die Kombination trockener und trockener und gleichzeitig fülliger. Es fehlte einfach etwas Flüssigkeit. Sei es, dass die Creme eher als Sauce angeboten, oder noch etwas Fond mit bzw. um das Fleisch angegeossen würde, so könnte das Gericht nach meiner Meinung viel, viel mehr gewinnen, so war es leider der Schwachpunkt des Abends.
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ID: 49731

    Als Erfrischung folgte nun Prince of Wales, Cognac, dry Orange, Angostura Bitter, Champagner, serviert in einem Mini-Sektkühler, der voll mit gefrorenem Wasser war. Dies hatte die Folge, dass die essbaren Eisteile mit der Zeit nicht schmolzen, sondern immer fester wurden und dadurch auch zunehmend alkoholischer und schwerer wirkten, was schade war.
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ID: 49732

    Der Hauptgang Maibock, Topinambur, Kumquat überraschte mit einem kleinen Küchlein, dass die Kumquat eher dezent einsetzte. Somit war der Hauptakzent auf das Fleisch und die Sauce gesetzt, was sicher kein Fehler war, denn die Sauce war mehr als ein klassischer Fond allein, sie war deutlich leichter und mit feiner Säure abgeschmeckt, dadurch frischer und sehr gelungen. Dazu gab es einen Spätburgunder von Thörle aus Rheinhessen – eine ordentliche Kombination.
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    Eine schöne Idee und Reminiszenz an die Region war das Predessert: Süße Kartoffel, Apfel, Grüne Sauce. Der Apfel war – etwas neben der Jahreszeit, aber trotzdem lecker - eher bratapfelig, die Kartoffel-Umsetzung nur leicht süß.
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    Waldbeeren, Litschi, Weiße Schokolade war das vielgesichtige Dessert.

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    Dies zeigt schon den hohen handwerklichen Aufwand, der im Dessert geleistet wurde. Auch im kleinteiligen Süßen Ausklang setzte sich das fort:
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    Diese Varianten mit Rhabarber waren ein schöner frischer Abschluss.
    Mit einigem zeitlichen Abstand muss ich feststellen, dass ich vor allem bei den Amuses und den süßen Tellern viele Details vergessen habe. Mein Eindruck ist, dass dies daran liegt, dass diese etwas zu detailverliebt waren. Ganz anders hingegen die Foie Gras und der Black Cod und mit leichten Abstrichen die Makrele, sowie das Reh. Diese Gerichte hatten die aromatische Klarheit und den Schliff, der mir sehr gefallen hat. Aber alle Gänge, selbst das von mir deutlich kritisierte Schwein, waren sehr durchdacht komponiert. Ich denke, da liegt das Potenzial von Thomas Macyszyn, dass, wenn es sich auf einige bzw. weniger Punkte auf dem Teller konzentriert, sein volles Potenzial zeigt. Ich habe Ideen und Eigenständigkeit erlebt und kann nur hoffen, dass er die Chance erhält, sein Können bald in optimalerer Umgebung zu zeigen, als es in dem Hotel am Rande der Autobahn möglich war.

    Schade, dass er – wo er doch vorübergehend als Küchendirektor nach Travemünde geht - das La belle Epoque nicht weiterbetreiben darf. Ich wäre sehr daran interessiert gewesen, wie sich seine Küche an einem Ort präsentiert, der ein etwas kontinuierlicheres Publikumsinteresse versprechen würde.
    Ich weiß, dass einige Club-Mitglieder den letzten Abend der Navette zu erleben werden. Ich bin mir sicher, das wird sehr großartig.
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    Zuletzt geändert von QWERTZ; 18.06.2015, 09:46.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Herr Macyszyn wird ja Küchendirektor in Travemünde. Ich hatte einen Artikel in der örtlichen Zeitung von Rüsselsheim gesehen, seine Aussagen dort habe so verstanden, dass das Engagement eher so als Zwischenlösung gedacht sei und er von Sterneambitionen langfristig nicht lassen möchte, aber - so wie ich das verstanden habe - wohl es dann anderswo.

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  • merlan
    antwortet
    Nun kocht Thomas Macyszyn demnächst im Columbia Travemünde, also quasi als Nachfolger von Kevin Fehling. Andererseits will man dort nach eigenem Bekunden aber keine Sternegastronomie mehr betreiben. Wie geht denn das zusammen? Macyszyn auf Sparflamme, unter seinen Möglichkeiten? Wenn das mal gutgeht!

    Schönen Gruß, Merlan

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  • kuechenreise
    antwortet
    Wirklich schade! Wobei die Location - "verstaubtes" Business-Hotel - vielleicht nicht so der optimale Platz für das Restaurant war. Fand den Besuch im Navette aber wirklich sehr überzeugend!

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  • QWERTZ
    antwortet
    Mit dem Navette scheint es leider zu Ende zu gehen. COLUMBIA will es wohl Ende Juni schließen.

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