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Lafleur**, Frankfurt

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  • #61
    Sehr gerne werter Merlan und vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen.

    Wir freuen uns auch, dass es zumindest teilweise wieder angelaufen ist.
    Es ist genau wie Sie es schreiben, aus betriebswirtschaftlicher Sicht müssen wir da mit Bedacht Step by Step vorgehen. Ich denke der ein oder andere Betrieb, der sofort wieder mit verringerter Kapazität aber vollen Kosten, komplett geöffnet hat, wird unter Umständen schmerzlich feststellen müssen, dass die Rechnung nicht aufgeht.
    Da spielt es sicher eine Rolle, ob man eher ländlich angesiedelt ist und fast nur von Stammgästen lebt oder in einer Großstadt mit einem grossen Mix aus Geschäftsleuten, Fernreisenden und ebenfalls Stammgästen. Deshalb soll meine Aussage nicht verallgemeinert verstanden werden.

    Um das Unternehmen langfristig und wirtschaftlich betreiben zu können, ist das im Moment der beste und sicherste Weg für uns.

    Ich würde mich sehr freuen, auch Sie zukünftig wieder einmal persönlich im Lafleur begrüßen zu dürfen.

    Herzliche Grüße zurück

    Andreas Krolik

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    • #62
      da setze ich voll auf unser Gourmet-Club-Treffen. Wenn alles gut läuft und die Kontaktauflagen weiter gelockert werden können, dürfen wir ja vielleicht sogar an einem Tisch sitzen...

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      • #63
        Da drücke ich auch die Daumen und würde mich sehr freuen, wenn es wie gewohnt stattfinden dürfte.

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        • #64
          Als ich den Beitrag vom Restaurant Lafleur auf Instagram gesehen habe, habe ich das Gemüsetörtchen angehimmelt, wie früher einen Star in der Bravo!
          Ich hatte mich von der ersten Sekunde an darin verliebt.
          Zum Unterschied zu früher, wollte ich es nicht, wie ein Poster an die Wand hängen, sondern probieren :-)

          Nachdem ich mir ein paar Mal die Zubereitung auf YouTube angesehen hatte, konnte ich kaum den Abholtag erwarten.
          Ich habe mich unglaublich darauf gefreut!

          1. Gang Vorspeise
          Gemüsetörtchen mit handgeschöpten Schafskäse vom Wetterauer Kapellenhof, grüner Gemüsemarinade und Radieschenkresse

          Das Gemüsetörtchen war sensationell!!
          Das Mousse/die Creme bestand aus Artischocke und Schafskäse natur. Die geräucherten Schafskäsewürfel waren ein schöner würziger Kontrast dazu.
          Ich muss nicht erwähnen, dass von der leckeren Gemüsemarinade kein einziger Tropfen mehr übrig war.
          Für mich war das Gemüsetörtchen ein STAR, auch wenn es nicht in der Bravo war :-)
          Es war unfassbar lecker!


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          2. Gang Hautgang
          Der zweite Gang wäre eigentlich gewesen:
          Bayrischer Kalbsrücken mit Griesheimer Stangenspargel, neuen Kartoffeln, Zitronenbuttersauce und Kräutercreperöllchen mit Pilzfüllung.

          Da ich aber Vegetarierin bin, durfte ich den Hauptgang in einen vegetarischen tauschen.
          Offenbacher Edelpilze mit Kräuterrahmsauce, Serviettenknödel und Trüffelkarotten.

          Die Kombination war ultra lecker!!
          Mein Mann war von seinem nicht vegetarischen Hauptgang auch total begeistert!


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          3. Gang Dessert
          Rhabarber & Erdbeeren mit weißer Schokoladencreme, Sauerampfergelee und Pekannusscrumble

          Das Dessert war Löffel für Löffel pures Glück!!
          Es war traumhaft lecker!


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          Das Ostermenü von Andreas Krolik und seinem Team hat mega glücklich gemacht.
          Dafür möchte ich dem gesamten Team vom Lafleur danken.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20210331-173712_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 595,1 KB ID: 68084

          Freue mich schon riesig bald wieder Gast sein zu dürfen im Lafleur!
          Einmal hatte ich schon das Glück und konnte das vegane Menü von Andreas Krolik probieren.
          Das war ein wunderschönes Erlebnis! Das Menü war fantastisch und der Service wahnsinnig gastfreundlich und mega symphatisch.

          Zuletzt geändert von Claudia_urt; 01.04.2021, 14:01.

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          • #65
            Wir hatten ja für November ein Gourmet-Club-Treffen im Lafleur geplant, das dann dem Lockdown zum Opfer gefallen ist. Ich hoffe, dass wir das so bald wie möglich nachholen können.

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            • #66
              Auf die Frage, was ist ihr Ziel als Koch antwortet Andreas Krolik in seinem Kochbuch:
              "Der Gast soll bei uns ein geschmackliches Feuerwerk erleben. Er soll Dinge serviert bekommen, die er so noch nie gegessen hat, und am Ende mit einem Lächeln das Restaurant wieder verlassen."

              Dieses Ziel wurde zu 1000 % erreicht!
              Mein veganes Menü war sensationell!
              Das war ein kulinarisches Erlebnis!
              Ein absolutes Geschmacks-Feuerwerk!
              Ich habe das Restaurant mit einem Lächeln und jeder Menge Glücksgefühlen verlassen.

              Sensationell waren auch die drei großartigen Gastgeber Alexandra Himmel, Martin Miguel und Boris Haebel. Die drei sind wahnsinnig herzlich, sympathisch, aufmerksam, charmant und strahlen eine unglaubliche Ruhe aus. Man spürt, dass sie ihren Beruf mit viel Liebe und Leidenschaft machen.
              Es gibt Menschen, die mag man von der ersten Sekunde an, so ging es mir mit dem Sommelier Martin Miguel. Er hatte uns Geschichten aus seinem Alltag in der Gastronomie erzählt. Ich hätte ihm stundenlang zuhören können. Er hat eine so liebenswerte und ruhige Art.

              Die großartigen Kreationen von Andreas Krolik und die Herzlichkeit vom Service haben den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

              So hat mein veganes Menü begonnen:

              Frisch gebackenes Brot mit Butter


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-114331_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 704,0 KB ID: 69557

              Apero
              Lauch-Kartoffel-Shot / Trüffelschaum
              Kichererbsen Praline mit Paprika-Gel und Salzzitrone


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-162848_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 459,9 KB ID: 69558

              Amuse
              Gelbe Bete, Sanddorn-Marinade, gefüllter Rettich, Tropea Zwiebel, Umeboshi Sesam, Gewürztagetes-Eis


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211105-130523_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 369,5 KB ID: 69559

              Die Grüße vom Haus waren ein toller Einstieg in das 7 Gänge Menü

              1. Gang
              Herbstsalat mit Topinambur, Treviso, Kürbis, getrüffelte Kürbiskernöl-Vinaigrette, Feldsalat, Frisée und Cranberrys


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-115845_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 640,3 KB ID: 69560

              Das war ein wunderschöner saisonaler Herbstsalat, der durch die hervorragende Vinaigrette sehr geschmacksintensiv war.

              2. Gang
              Gewürzkarotte, Chicorée-Chutney, Kräutercreme und Basilikumöl in Karotten-Kimchisud mit Haselnuss-Quinoa Crunch


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-112924_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 601,6 KB ID: 69561

              Die Farbe Orange steht für Lebensfreude. Ich hatte unglaublich viel Freude bei diesem Gang, da das ein tolles Aromenspiel war.

              3. Gang
              Lauchherzen aus dem Ofen mit Herbsttrompetencreme, Röstzwiebel, Schnittlauch und frischem Meerrettich


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-120004_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 685,0 KB ID: 69562

              Andreas Krolik will aus jedem Produkt das geschmackliche Maximum herausholen, das ist ihm hier sehr gut gelungen. Die Kombination war sehr spannend und durch den frischen Meerrettich sehr aromatisch.

              4. Gang
              Junger Sellerie vom Permakultur-Hof Sehl, verschieden zubereitet mit weißem Trüffel, Minispinat und getrüffelter Maronensauce


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211105-130554_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 649,3 KB ID: 69563

              Das war ein wunderbares Zusammenspiel aus Aromen, Gerüchen und Texturen.
              Es war eine Umami-Geschmacksexplosion.
              Ein hervorragender Teller!!

              5. Gang
              Steinpilzravioli und Buchenpilze in Waldpilzbouillon, Spitzkohl, Rote Bete in Meersalz gegart und Petersilie


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211105-130547_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 732,8 KB ID: 69564

              Geschmack hat immer oberste Priorität. Hier wurde ich aber von der Optik und dem Geschmack überrascht. Ich sag es mal, wie ich es mir denke, es war saulecker!

              6. Gang
              Marinierte italienische Feige mit Schokoladenmousse, Vanillecreme, Nougat, Taunus Fichtensprossen-Eis mit Pistazie, Haselnusskrokant und Feigenblatt-Sauerampfer Sirup


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-120311_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 561,7 KB ID: 69565

              Das Dessert hatte bei seinem Auftritt geglitzert, geglänzt und gestrahlt wie ein Hollywoodstar.
              Die Feige war der absolute Wahnsinn!! Der Stiel war aus Schokolade und gefüllt war sie mit einem fluffigen, cremigen, super leckerem Schokoladenmousse.
              Die gesamte Kombination war Weltklasse!!
              Das war eins meiner besten Desserts, die ich gegessen habe.

              7. Gang
              Eingelegte und karamellisierte Ananas mit Limetten-Minzesud


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-163058_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 502,6 KB ID: 69566

              Das war einfach nur mega lecker mit dem Minzesud zur Ananas.

              Petit Fours


              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Screenshot_20211107-120131_Instagram.jpg Ansichten: 0 Größe: 539,2 KB ID: 69567

              Bei den Petit Fours, hatte ich leider nur eins geschafft, da ich nicht mehr konnte.
              Ich Trottel, habe sie dann meinem Mann gegeben.
              Als wir uns zum Schluss noch mit Andreas Krolik unterhalten hatten, meinte er: „wir packen die Petit Fours auch gerne ein, wenn sie nicht mehr geschafft werden.“
              Wusa, hatte ich mich dann geärgert, dass ich nicht nachgefragt hatte. Mein Mann hatte sich gefreut. Er fand sie wahnsinnig lecker.
              Das passiert mir nicht nochmal, in Zukunft frage ich nach!
              Ich habe danach auf der Homepage geschaut, ob ich sie da online kaufen kann, habe dazu aber nichts gefunden. Das ist ein weiterer guter Grund, das Restaurant bald wieder zu besuchen.

              Ich habe mich auch riesig gefreut, dass wir Andreas Krolik beim Verabschieden etwas besser kennenlernen konnten. Ich finde ihn wahnsinnig symphatisch, bodenständig und unglaublich kreativ.
              Er macht mit dem was er tut, Menschen sehr glücklich.
              Schön, dass es ihn gibt!
              Wir hatten das Restaurant total glücklich verlassen und freuen uns riesig auf ein nächstes Mal.
              Zuletzt geändert von Claudia_urt; 14.11.2021, 15:17.

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              • #67
                Liebe Claudia, danke für den Bericht. Demnächst kommt auch mein Bericht über unser Club-Menü im September. In der Tat kann man schonmal sagen, dass vegane Gerichte und solche mit Fisch und Fleisch sich im Lafleur in der Qualität nicht unterscheiden...

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                • Claudia_urt
                  Claudia_urt kommentierte
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                  Freue mich auf deinen Bericht über euren gemeinsamen Restaurantbesuch im Lafleur.
                  Wir waren von unserem Besuch und den beiden verschiedenen Menüs total begeistert, ebenso von dem herzlichen Service.

              • #68
                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_1813.jpg Ansichten: 0 Größe: 4,42 MB ID: 70558Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09725.jpg Ansichten: 0 Größe: 127,7 KB ID: 70559
                Anfang September waren wir zum zweiten Mal mit unserem Gouremt-Club im Lafleur. Andreas Krolik ist seit Jahren eine konstante Größe. Die Verlässlichkeit und Konstanz hat bei mir eher die Folge, dass man den Besuch das ein oder andere Mal vertagt, weil sich irgendwo neue und spannend erscheinende Entwicklungen ergeben. Dieses Vertragen führt dann dazu, dass der Abstand zwischen zwei Besuchen viel zu lang wird, wie auch dieser Abend beweisen sollte.

                Bekanntermaßen bietet Andreas Krolik auch ein veganges Menü, aus dem auch das ein oder andere Gericht in unserer Speisefolge stammte. Das Schöne ist dabei, dass er die fleisch- und milchproduktfreie Küche mit klassischem Handwerk und klassischen Aromenbildern verbindet. Regionaler Purismus ist bekannterweise nicht seine Sache. Die Grundüberlegungen seiner Küche hat er in unserem sehr interessanten Podcast-Interview deutlich gemacht, das ich allen interessierten ans Herz legen möchte.

                Zu Beginn gibt es eine Snack-Triologie, aus der das Gurkensüppchen mit einem schönen intensiven Geschmack ebenso positiv auffällt, wie die sehr schön luftige und fein gewürzte Lamm-Fleischcroquette.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09730.jpg Ansichten: 0 Größe: 132,7 KB ID: 70560
                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09731.jpg Ansichten: 0 Größe: 149,6 KB ID: 70561

                Marinierte, bunte Tomaten mit Radieschen, Kapern, eingelegten Radieschenfrüchte und Piemonteser Haselnuss, Eis von Frankfurter Grünen Kräutern, klarer Tomatensaft und Foccacia Croutons ist das „offizielle“ Amuse, das wirklich hervorragend gelungen ist. Bereits bei unserem Club-Treffen 2017 hatten wir ein ähnliches Gericht, das auch in unser Menü des Jahres gewählt wurde und das ich bis heute in bester Erinnerung habe. Dieses lässt nicht nur die Erinnerung wieder wach werden. Hier gefällt mir vor allem das Kräutereis. Obwohl Kälte ja normalerweise Aromenfülle reduziert, bietet es hier ein komplexes Spektrum der Kräutrigkeit. Dieses umgarnt die Tomaten und die Radieschen perfekt. Durch die feinen Bitternoten der Nuss bekommt das Gericht mehr Tiefe. Der klare Tomatensaft harmonisiert mit seinem Umami-Geschmack die Kombination merklich, macht sie aber keineswegs unspannender.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09736.jpg Ansichten: 0 Größe: 125,1 KB ID: 70562

                Roh marinierter, norwegischer Kaisergranat mit Rhön Kaviar, Zitrusaromen, Karotte, Chicorée, Austernkraut, Salty Fingers und geeister Krustentier-Schmand liest sich in der Karte äußerst komplex, auf dem Teller spiegelt sich das aber nicht ganz so wider, da dieser sich im Grunde in mehrere kleine, klarer umrissene Teilgerichte aufteilt: Die linke Hälfte, mit dem Kaisergranat und dem Kaviar, ist etwas puristischer gehalten. Die linke Seite spielt mit Fruchtigkeit und Säure. Vor allem das von den Zitrusaromen und vermutlich auch dem Chicorée bestimmte Zusammenspiel mit dem Kaisergranat wirkt für mich plakativ, da die Möhren und Fruchtaromen recht dominant – hier hätte mir eine filigranere Aromengestaltung wahrscheinlich besser gefallen. So ist die Kombination nicht besonders spannend, aber harmonisch und wohlschmeckend ist sie allemal.
                Der 2014er Urgestein Terrassen Riesling Federspiel von F.X. Pichler aus der Wachau gefällt mir besonders gut, als sehr reifer Riesling mit einer gewissen Üppigkeit aber auch als Begleiter zu dem Gericht.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09738.jpg Ansichten: 0 Größe: 149,5 KB ID: 70563

                Störfilet aus der Rhön, Störessenz, Senf-Kapernschaum, Störcreme auf Tomaten-Gurkenconfit und marinierte Gartengurke scheint mir vom Geschmacksbild der Spreewaldgurke inspiriert zu sein. Das Gericht hat gewisse süßliche Nuancen, ab auch eine markante Schärfe, sowie kräutrige Noten, die man aus dem Einlegesud der Spreewaldgurken kennt. Dazu kommt ein sehr schöner Stör mit fleischigem Biss. Das führt zu einer angenehmen Komplexität, die trotz aller Harmonie spannungsreicher und vielschichtiger ist, als im ersten Gang.
                Dazu gibt es ein Glas 2018er Chardonnay R von Rebholz – ein Klassiker, der hier noch sehr jung zum Einsatz kommt. Aus meiner Sicht passt das, aber ich denke, ein wenig mehr Reife hätte hier auch nicht geschadet, da der Wein doch noch sehr kompakt strukturiert ist.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09746.jpg Ansichten: 0 Größe: 131,8 KB ID: 70564

                Gebratener Carabinero mit Macadamia, Tandori Kaffirlimettenblatt-Sauce, Erbsen, Blumenkohlcreme und spicy Ananas – ist schon recht üppiges Gericht, vor allem durch die Sauce, die auch eine gewisse Bindung hat und somit ihren Geschmack prägnant im Mund hält. Da gefällt es mir, dass die Erbsen und die Ananas etwas Frische ins Gericht bringen. Dadurch wird die Produktwirkung des Carabineros etwas eingrenzt, aber nicht so sehr, dass seine feinen Noten nicht mehr wahrnehmbar wären. Damit geht am Ende für mich alles stimmig auf.
                Dazu gibt es einen 2000er Caevaro della Sala vom Castello della Sala vom Marchese Antinori – der Wein hat schon starke an Sherry erinnernde Reifenoten und ist in seiner Kombination mit dem Gericht auch relativ temperaturempfindlich, sprich zu warm darf er nicht werden. Ich kann da eine gelungene Kombination finden, aber allein getrunken macht mir der Wein nicht so richtig viel Spaß.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09753.jpg Ansichten: 0 Größe: 156,4 KB ID: 70565

                Edelpilzraviolo mit Pilzbouillon mit Spitzkohl, in Salz gegarte Beete, Pilzcreme und gerösteter Quinoa mit Mandel überzeugt mich dann sehr: Das Gericht dekliniert im Grunde verschiedene Noten von Erdigkeit. Bei den Pilzen sind es eher die hellen, bei der Creme von der roten Bete eher dunklere Erdtöne. Interessant ist für mich, wie die rote Bete-Creme hier an die Pilzaromen andockt. Ich hätte sie einfach für eine andere Pilzart gehalten, so gut passt beides zusammen. Trotz der Pilzigkeit und Harmonie bietet das Gericht mehrere Facetten. Mitverantwortlich ist dabei der Mandelgeschmack mit herb-nussigen Akzenten.
                Der 2012er Terlan I Grande Cuvée von der Kellerei Terlan ist ein wundervoller, komplexer, von der Mineralik getragener Wein, ob er der jetzt so optimal zu dem Gericht passt, weiß ich gar nicht, vielleicht zeigt er sich etwas zu straff – aber er hat mir schon so sehr gut gefallen…

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09755.jpg Ansichten: 0 Größe: 170,7 KB ID: 70566

                Kalbsbries, helle Kalbsvelouté, Trüffeljus, Bohnen mit Aprikose und Pfifferlinge begeistert mich zunächst mal durch das hervorragend zubereitete Kalbsbries. Es ist perfekt gebraten, sodass es zwar den typischen weichen Biss und eine gewisse Cremigkeit am Gaumen entfaltet, aber nicht zu weich und cremig gehalten ist. Die dazu kombinierten Aromen spielen perfekt mit einer gewissen aromatischen Üppigkeit auf der einen Seite und dem herb-vegetabilen Geschmack der Bohne, sowie der fruchtigen Säure der Aprikose auf der anderen Seite. Interessant ist, wie geschickt hier dieser Kontrast in eine Harmonie mündet
                Dazu gibt es einen hervorragenden 1998er La Capelle Hermitage von Paul Jaboulet Aîneé, der mir große Freue bereitet

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                Vor dem Hauptgang gibt es ein fantastisches Süppchen mit einem fleischigen Raviolo.

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                Gebratene Tranche von Wagyu Rind mit Oliven-Espelettebutter gratiniert und geschmortes Bäckchen, Pipuillojus, Artischocke, Paprika rot und grün, Creme von handgeschöpftem Schafskäse mit Oliven – das Wagyu-Stück ist zart, aber nahezu fettfrei. Dadurch ist für mich dieser Teil des Gerichts etwas „leblos“ und zu neutral. Dem Bäckchen hingegen fehlt für mich etwas Saftigkeit bzw. Sauce um sich stärker mit den anderen Aromen zu vermischen. Dabei passen die begleitenden Aromen eigentlich hervorragend zu gegrilltem Fleisch, sie sind zudem sehr stimmig kombiniert. So ist auch dieses Gericht aromatisch harmonisch, das Fleisch hätte aber mit etwas mehr Fett spannender wirken können.

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                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09774.jpg Ansichten: 0 Größe: 126,9 KB ID: 70569

                Eingelegte Herzkirschen mit Haselnüssen, Mousse von Orignal Beans, Bio Grand Cru Schokolade, Nougatcreme, Sauerkirschsaft, Taunus Fichtensprosseneis, Kakao-Haselnusskrokant ist ein ganz tolles Dessert. Die Kirscharomen sind dunkel, relativ kräftig und intensiv. Dazu passt der herbe, fein-bittere Gegensatz der unfassbar gut schmeckenden Nüsse, die als Kerne in den Kirschen versteckt sind. Das Fichtensprosseneis bleibt ein frischer, feiner Akzent, der genau so viel „Leichtigkeit“ ins Gericht bringt, um es nicht zu schokoladig-herb werden zu lassen. Ein großartiger Schlusspunkt – obwohl einige schöne Pralinen sowie feine, frische Erdbeeren auch noch serviert werden….

                Zum Dessert gibt es 20 Years Tawny Port DOC, Graham’s – der Port wirkt noch recht jung und kirschig-schokoladig. Das passt natürlich optimal zum Gericht.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09777.jpg Ansichten: 0 Größe: 137,6 KB ID: 70570

                Harmonie kennzeichnet ohne Frage die Küche von Andreas Krolik, so war es auch in diesem Menü. Bei manchen Gerichten ist eine gewisse Eintönigkeit der Preis. Aber bei den meisten Gängen gelingt es, feine, zusätzliche Akzente zu setzen, die in der Gesamtharmonie Momente der Spannung oder Kontraste und somit einen großartigen Genussmoment schaffen. Dies steht meines Erachtens der Küche von Andreas Krolik sehr gut, weil dadurch die Vielschichtigkeit der Gerichte klarer erkennbar wird. Insgesamt kann man sagen, dass die Küche durchweg verlässliche Zwei-Sterne-Qualität bietet - bei den besten Gerichten ist es sogar noch etwas mehr.

                Insgesamt haben wir uns im Lafleur sehr wohlgefühlt. Die in weiten Teilen stimmige, vor allem aber von angenehm reifen Weinen geprägte Weinbegleitung, aber auch der versierte Service, der auch unsere große Gruppe charmant zu handeln wusste, haben einen angenehmen, entspannten Genussabend geschaffen.
                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09780.jpg Ansichten: 0 Größe: 124,5 KB ID: 70571Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC09785.jpg Ansichten: 0 Größe: 135,2 KB ID: 70572
                Zuletzt geändert von QWERTZ; 03.05.2022, 09:36.

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                • #69
                  Ihr schöner und differenzierter Bericht ist, trotz dort leise anklingender Kritik, ein Ansporn, das "Lafleur" beim nächsten Frankfurt-Trip anzusteuern, lieber QWERTZ. Vielen Dank!

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                  • #70
                    Danke schön. Ich muss betonen, wenn man es harmonisch und aromenorientiert mag, dann wird man durchweg abgeholt. Ist hier wirklich eine Geschmacksfrage, denn unter dem Gesichtspunkt der Harmonie der Aromen war das durchweg top. Und wie gut die Gerichte, die mich mit kleinen Spannungsmomenten überzeugt haben waren, zeigt sich ja auch daran, dass zwei der Gänge, die ich hier auch positiv hervorgehoben habe, in unserem Gourmet-Club-Menü des Jahres 2021 gelandet sind, auch dank meiner Stimmen.
                    Zuletzt geändert von QWERTZ; 30.04.2022, 17:21.

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                    • #71
                      Danke für den Bericht. Haben Sie vom Kalbsbries kein Foto gemacht?

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                      • #72
                        Ist nun auch im Bericht eingefügt. Danke für den Hinweis.

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