Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Grossfeld*, Friedberg

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Grossfeld*, Friedberg

    Hallo zusammen,
    lange her, daß hier über André Großfeld geschrieben wurde. Aber es ist auch lange her, daß wir bei ihm zu Gast waren, entsprechend gespannt waren wir, was sich in der Zwischenzeit im "Gastraum der Sinne" getan hat.
    Der Empfang wie immer sehr herzlich, neu sind allerdings die Gesichter. Das Serviceteam wurde ausgetasucht - da scheint es nicht nur beruflich eine Veränderung bei André Großfeld gegeben zu haben. Na, lassen wir uns überraschen.

    Als Aperitif wird uns unter anderem ein Bier angeboten, genauer ein Hövels mit einem Schuss Picon, klingt interessant, nehm ich und ich bereue meine Wahl nicht. Ist mal was anderes und eine wunderbare Alternative zu Rieslingsekt und Champagner.

    Der Gruß aus der Küche besteht aus einem leicht salzigen Stück Scholle, einem köstlichen Ingwer-Karotten-Süppchen und einem wunderbaren Apfel-Sellerie-Sorbet.
    Schon mal ein vielversprechender, wenn auch nicht durchweg gelungener Auftakt.
    Was dann aber in vier Gängen folgt, ist nicht nur gelungen, sondern nahezu perfekt.

    Die Brust von der Wachtel mit gebratener Gänseleber, Sellerie und Birne wäre für mich, wenn ich Sternefresser wäre, eine eindeutige Götterspeise. Die Wachtelbrust alleine ist schon ein Erlebnis in Geschmack und Konsistenz. Außen leicht knusprig, innen superzart und saftig, auf den Punkt gegart. Dazu die schmelzige Gänseleber, das sanft süßliche Birnenkompott und ein feines Selleriepürree - da hätte ich am liebsten einen Nachschlag bestellt.
    Auch die folgenden Gänge stehen in Punkto Geschmack, Konsistenz, Zusammenspiel der Aromen und handwerklichem Können dem ersten Gang in Nichts nach.
    Der Steinköhler, dessen festes Fleisch ganz wunderbar mit der roten Bete und dem Lardo harmoniert, die herrlichen Ochsenbäckchen, die unter der Gabel zerfallen, und zum Abschluss die unschlagbare Liaison zwischen heißem Schokokuchen mit flüssigem Innenleben und kaltem Mandeleis. Statt der Ochsenbäckchen hatte meine Frau ein fast schon unverschämt zartes Rinderfilet, von dem sie noch am nächsten Tag geschwärmt hat.
    Lobend erwähnen muss ich auch die Sommelière, die uns charmant und kompetent beraten hat, was in meinem Fall gar nicht so einfach war, da ich jeweils nur ein Glas Weiß - und ein Glas Rotwein trinken wollte. Der Weißburgunder von Molitor passte jedenfalls ganz ausgezeichnet sowohl zur Wachtel, als auch zum Steinköhler. Hut ab!

    Ehrlich gesagt waren unsere Erwartungen nicht allzu hoch, zumal unser letzter Besuch vor über einem Jahr uns eher negativ in Erinnerung geblieben ist. Aber all das scheint Vergangenheit zu sein. André Großfeld kocht wieder konzentrierter und mit neuem Schwung. Sein Talent, sich auf wenige Aromen zu beschränken und ihnen Raum zu geben, statt sie mit Geleequadern, Gemüsetürmchen und geschmacklosen Airs zu umzingeln, macht das Restaurant "Großfeld" nicht zuletzt dank des unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses, zu einem lohnenden Reiseziel für Gourmets.

    Liebe Grüße, spumante.
    Zuletzt geändert von spumante; 14.02.2013, 11:22.
Lädt...
X