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Villa Rothschild **, Königstein

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  • Schmackofatz
    antwortet
    Verehrte Morchel, vielen Dank für Ihren Bericht und das Sie den Anfang gemacht haben.

    Seien Sie beruhigt, ihr Zeilen haben mich in keinster Weise gelangweilt!

    Ich freue mich sehr, dass Ihnen der Mitglieder-Abend so gut gefallen hat und vielleicht lernt man sich ja auf einem der kommenden mal persönlich kennen


    Mkg, Schmackofatz

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  • Morchel
    antwortet
    Ok, dann mach ich mal den Anfang und bitte darum, dass meine Mitesser aus gegebenem Anlass meinen Bericht ergänzen. Ich hatte nämlich nicht wirklich das „richtige“ Menü des Monats. Obwohl ich mir eigentlich im Vorfeld gedacht habe, „Menü des Monats“ ist „Menü des Monats“ und punktum. Dann lass halt alles Fleisch liegen.

    Herr Rainer begrüßte uns sehr freundlich und verwies gleich darauf, dass wir alle Änderungswünsche selbstverständlich äußern können, die Küche sei flexibel. Darauf keimte in mir eine Hoffnung auf: „Keine blutige Taube auf meinem Teller?“ Die verdrängte ich sofort. Als ich dann am Tisch erneut vom überaus freundlichen Service darauf angesprochen wurde, ob ich denn alles so essen würde, platzte aus mir raus: „Eigentlich esse ich kein Fleisch.“ Und versank darauf innerlich unter dem Tisch. Ich weiß, ein „No go“, wenn man es nicht vorab ankündigt. Mach ich sonst immer.

    Die unerwartete Antwort: „Toll! Dann machen wir für Sie etwas anderes.“ Und ich glaube auch heute noch nicht, dass die Küche dieses kurzfristige Umdisponieren wirklich so toll fand. Asche auf mein Haupt und vielen Dank an alle, die mir so ein noch wunderbareres Erlebnis möglich gemacht haben. Der Umgang mit meinen spontan geäußerten Sonderwünschen ist nur ein Zeichen dafür, wie perfekt, engagiert und freundlich Küche und Service an diesem Abend agiert haben.

    Hier mein Essen, verbunden mit der Bitte an die Fleischesser, Ihre jeweiligen Gänge noch einzufügen. Und mir selbstverständlich bei anderen Sichtweisen zu widersprechen.

    Die „Kulinarischen Einstimmungen“ kamen als Dreierlei von der Makrele daher und wurden von mir als sehr fein, aber noch nicht sonderlich spektakulär befunden. Es lag aber vermutlich daran, dass ich eher selten zu Abend esse und deshalb mit einem gewaltigen Hunger die Villa betrat.

    Das Amuse, die „Raf Tomate in Texturen“, weckte dann zu 100 Prozent den Feinschmecker in mir. Mann, war das alles tomatig! Intensiv, frisch (diese Bezeichnung zog sich für mich durch das ganze Menü – kein Moment von Schwere), zum Löffeln, zum Knuspern. Einfach wunderschön.

    Mein absoluter „Gong“ kam dann mit dem ersten Gang. Während die anderen ihre Gänseleber verspeisten, hatte ich einen Gang aus einer gebratenen Jakobsmuschel auf Zitrusgelee, dazu eine Jakobsmuschel-Terrine und Spargeleis. Ein Hammergang – bei dem mir beim ersten Löffel Spargeleis spontan ein wollüstiger Laut entfuhr. (Darauf wussten alle am Tisch: Morchel ist da. ) Eine perfekte Kombination aus heiß-kalt-süß-sauer. Intensivste Aromen, die alle irgendwie in einander griffen und sich zu einem Gesamtkunstwerk vereinten. Das Spargeleis im Speziellen geht in meine Gourmet-Historie ein.

    Danach für alle: Rotbarbe als „krosses Sandwich“ durch aufgelegtes Foccacia mit gegrilltem Oktopus, Calamaretti, dazu eine himmlische nach Paprika duftende Sauce Bourride. Ein Gang, den ich jetzt vielleicht nicht als neu in der Küchenlandschaft empfand, aber das war mir egal. Er war nämlich einfach nur richtig gut. Intensiv, sommerlich – wir fühlten uns wie am Meer.

    Danach ebenfalls für alle: Steinbutt (gebraten) mit einer geschäumten Sardinenbisque (in die ich mich persönlich hätte rein legen können) und einer weißen Bohnencreme, in der sich noch durchaus bissfeste Bohnenteile befanden. Die anderen hatten dazu noch ein Spanferkelbäckchen, ich hab’s nicht vermisst. Spätestens hier war mir klar, dass ich absoluter Fan von Rainers Saucen bin.

    Während die anderen ihre Taube verspeisten, wurde mir ein Austernsüppchen serviert. Auch das – superfein. Hier gab der Curry den Ton an, aber nicht so dominant, dass nicht auch ein wenig Zitrus eine Rolle spielte. Und der – ich glaube – es war Pak Choi trug zu einem spannenden „Mundgefühl“ bei, genauso wie natürlich die Austern, die sich im Süppchen versteckten. Ich mochte es einfach, genauso wie jeden Gang zu vor.

    Alternativ zum Lamm kam für mich ein Wolfsbarsch mit Artischockennage und Topinambur. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie langweile, aber ich mochte es auch. Ich mag dieses wunderbare Spiel mit den Texturen, wenn es mal cremig und gaumenschmeichelnd ist, dann wieder knusprig oder ein wenig bissig (in dem Fall die Fischhaut, ich denke, separat kross gebraten).

    Ein absolutes Highlight war für mich der erste Dessertgang, der aus geeistem Kefir, Karamell-Biskuit und Hibiskus-Granité (Hammer!) bestand. Ein dermaßen erfrischender Gang, dass ich versucht war, in die Küche zu laufen und zu fragen: „Und, fangen wir wieder von vorn an?“

    Den Abschluss bildete dann noch ein schokoladiges Dessert aus Orizaba, Nusseis, Passionsfrucht und Papaya, der für mich am Ende noch einmal zeigte, wie Rainers Küche auf mich wirkte. Ich bin kein Fan von Schokodesserts, weil die mir meist zu schwer sind. Dieses Schokodessert wirkte auf mich nicht schwer. Irgendwie „Schoko-light“. Und so habe ich die gesamte Küchenleistung empfunden. Nach doch so vielen Gängen fühlte ich mich zwar satt, aber in keiner Weise übersättigt. Es war einfach von den Mengen her perfekt portioniert.

    Als ebenso wunderbar erlebte ich die Weinbegleitung, zu der vielleicht kundigere Forumianer etwas beitragen mögen. Weine, die ich, separat probiert, als „eher nicht mein Geschmack“ befunden hätte, erschlossen sich mir plötzlich gemeinsam mit dem jeweiligen Gang. Ich bin in solchen Dingen wirklich kein Experte, aber teilweise fand ich die Weinbegleitung spektakulär. Erneut Asche auf mein Haupt – sie hat allerdings dazu geführt, dass ich den Namen der absolut kompetenten und angenehmen Sommelière vergessen habe.

    Ich hoffe, mein Bericht ist nicht zu lang geworden. Ich weiß auf jeden Fall, dass die Villa – auch wenn sie nicht gerade bei mir ums Eck liegt – für mich in Zukunft ein Ziel sein wird, das ich nicht aus den Augen verlieren werde.

    Ein letztes Fazit: Wenn das keine zwei Sterne waren, dann weiß ich auch nicht. (Liebe Moderatoren: Kann jemand von Ihnen den Betreff diesbezüglich ändern? Danke.)

    Ein schönes Wochenende,

    M.

    PS: Hoffentlich sagt jetzt keiner meiner Mitstreiter, ich habe Quatsch geschrieben. Ist für mich eine neue Situation.

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  • Morchel
    antwortet
    Hallo zusammen,

    hier schon mal das Fazit des gestrigen Clubabends. Alle 12 Teilnehmer waren sich einig, dass es ein kulinarisches Erlebnis auf durchgängig sehr hohem Niveau war. Respekt an die Küche und danke an den Service für den Abend. Detais werden sicher folgen.

    M.

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  • fragolini
    antwortet
    Man lobt ja viel lieber als man kritisiert.
    Ist doch einfach toll, dass Sie ein hervorragendes Essen genießen durften.

    Villa Rothschild steht auch bei mir ganz oben auf der To Do Liste.


    Gruß!

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  • Schink
    antwortet
    ... vielen Dank für den euphorischen Bericht und lasst uns auf den "Wonnemonat" Mai freuen ...

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  • spumante
    antwortet
    Hallo mal wieder,
    nachdem es hier im Forum durchaus kritische Stimmen im Bezug auf den zweiten Stern für Herrn Rainer gab, haben wir kurzerhand den Faktencheck vor Ort gemacht. Und um es kurz zu machen - unserer Meinung nach hat er die zwei Sterne mehr als verdient. Was wir an diesem Abend erlebt haben, war schlichtweg perfekt. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, jemals ein stimmigeres Menu gegessen zu haben. Wie er schon in den Amuses souverän mit den Kontrasten scharf/süß - warm/kalt - hart/weich spielt, wie er dieses Spiel dann später im Menu mit dem krossen Sandwich vom zarten Heilbutt mit einem Hauch von Pata Negra zur Vollendung bringt, wie kunstvoll und detailverliebt er die einzelnen Komponenten auf dem Teller anrichtet, wie er im Hauptgang den Rehrücken butterweich auf den Punkt gart und mit einer kräftigen Jus und den herrlich intensiven Aromen vom Wurzelgemüse abrundet. Das habe ich in solcher Perfektion noch nicht erlebt. Und auch die Patisserie ließ sich an diesem Abend nicht lumpen und machte gleich auf hohem Niveau weiter. Das schmelzige Mandarinensorbet wurde schön kontrastiert mit Frischkäse und Shortbreadkrümeln und auch das Hauptdessert, der "Fruchtige Winter", war nicht nur optisch ein Hingucker, sondern ließ in seiner Geschmacksvielfalt keine Wünsche mehr offen.
    Alles in allem unser kulinarischer Höhepunkt des Jahres - wenn wir Sternefresser wären, hätten wir hier gleich mehrere Götterspeisen gehabt!
    Hmmm, das Ganze liest sich jetzt fast wie ein Werbetext für Herrn Rainer....vielleicht bin ich auch noch ein bißchen zu euphorisiert von dem Erlebten, aber ich habe es nun mal so empfunden, und meiner Frau ging es genau so, und warum sollte man nicht einfach mal ungehemmt loben, wo Lob auch wirklich angebracht ist?
    Liebe Grüße, spumante.

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  • merlan
    antwortet
    Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
    Der Bericht war der Anlass.
    Da sage einer, dieses Forum findet keine Beachtung!

    Schönen Gruß, Merlan

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  • fragolini
    antwortet
    Der Bericht war der Anlass.

    An diesem Samstagmittag hatte ich, entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten, keine Lust mit diesen wunderbaren sonnigen Nachmittag durch Kritik zu trüben. Lag aber sicher auch ein wenig daran, dass kein Ansprechpartner vorhanden war und keine richtige Verabschiedung erfolgte.

    Es gibt so Tage da hat man keine Lust auf Negatives. Und das war einer davon, was sicher auch am sehr guten Essen lag.


    Gruß!

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  • merlan
    antwortet
    Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
    Möchte auch noch erwähnen, dass ich aus der Villa ein sehr nettes mail bekommen habe. Das ist eine vorbildliche Reaktion.
    Hatten Sie sich denn nach dem Besuch noch einmal an das Restaurant gewandt und Ihre Kritikpunkte angemerkt oder war Ihr Bericht hier im Forum der Anlass für die Reaktion?

    Beste Grüße, Merlan

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  • fragolini
    antwortet
    Möchte auch noch erwähnen, dass ich aus der Villa ein sehr nettes mail bekommen habe. Das ist eine vorbildliche Reaktion.

    Ich werde sicher noch ein 2. mal hinfahren. Dann auch mit Übernachtung in dem faszinierenden Gebäude.


    Gruß!

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  • Sphérico
    antwortet
    Gestern Mittag hatte ich die Gelegenheit eines Lunch-Besuchs. Der Maitre war zurück aus dem Urlaub und ich hatte das Restaurant, da etwas spät, fast für mich allein. Service durch den Maitre perfekt und freundlich, das Lunch-Menue tadellos bis auf eine etwas trockene geschmorte Ochsenbacke, die aber durch eine wunderbare Erbsencreme, die sich exzellent mit dem Fond verband, wett gemacht wurde. Der Sockeye-Lachs eher einfach, aber von sehr guter Qualität. Die Filotcanelloni selbst gerieten etwas zu fettig. Fazit: Service perfekt, Essen sehr gut, aber beim Besuch wohl der Küchenchef nicht am Pass. Der nächste Besuch ist avisiert, abends, zu einem 70er Mouton.
    Zuletzt geändert von Sphérico; 27.08.2010, 12:29.

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  • Sphérico
    antwortet
    Das tut mir leid für Sie. Hoffentlich haben Sie Ihre Enttäuschung mit dem Service besprochen.
    Der Maitre scheint noch im Urlaub zu sein, mit ihm läuft es perfekt. Ich bekomme aber immer den Pralinée-Wagen, wenn ich das Menue ordere, nur nicht beim kleinen Lunch-Menue.
    Einfach nochmal probieren, MKG, S.

    :cheers:

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  • fragolini
    antwortet
    Meine Eindrücke sind etwas zwiespältig.
    Woran liegts?

    Das Essen war wirklich sehr, sehr gut.
    Jeder Gang wusste durchaus zu überzeugen, allerdings hätte ich mir bei dem Kaisergranat eine größer Portion gewünscht. Bei so vielen Kombinationsmöglichkeiten auf einem Teller hätte die Portion etwas größer ausfallen dürfen, um alle Geschmacksnuancen zu entdecken.
    Die Jacobsmuschel mit Macadamia wusste in der Qualität (Frische?) nicht 100% zu überzeugen. Auch kam mir das knusprige Element etwas zu kurz.
    Der Fisch (St. Pierre) war genial, selten einen besseren Fisch gegessen.
    Das selbe gilt auch für das US-Beef. Einfach fantastisch. Aber warum so eine große Portion? Ein Stück Fleisch weniger wäre mehr gewesen.
    Das Dessert wieder vielschichtig und sehr fein, aber auch wieder zu wenig.
    Kein Wagen nur ein paar abgezählte, allerding gute, Pralinen.

    Wir waren im Garten gesessen. Traumhaft schön.

    Aber der Service.
    Nicht dem Hause angemessen. Teilweise verkehrt eingedeckt, manchmal zu viel Besteck, dann wieder zu wenig. Für meinen Sohn für das Pre-Dessert eingedeckt, aber nicht serviert. Sehr unschön. Der Rotwein zum Fleisch kam viel zu spät.
    Einer der abgezählten Pralinen schmeckte meinem Sohn besonders gut, als er um eine weiter Praline bat, wurde ihm genau eine gereicht. Fast lachhaft.

    Auch die Preisgestaltung lässt zu wünschen übrig.
    Das Menü (um einen Gang ergänzt) wurde genau genommen 2€ zu hoch abgerechnet, die 3 Gänge, die mein Sohn gegessen hat, wurden sehr großzügig abgerechnet. Auf das Pre-Dessert für ihn wurde verzichtet.
    Wenn es mittags keinen Wagen Wagen für Pralinen gibt (obwohl beim Menü angekündigt), dann muss man dies auch generell etwas günstiger abrechnen.

    Das ganze klingt vielleicht etwas kleinlich, aber Serviceleistung und die Art der Abrechnung wurde in keiner Art und Weise der Qualität der Küche (1*+) gerecht.

    Ich vermute, dass die Schwächen bei Service und Abrechnung dem Mittag und der Ulaubszeit geschuldet waren, trotzdem sollte so etwas nicht passieren.

    Trotz allem ein sehr schöner Nachmittag auf Grund der Lage und der Qualität der Speisen. Aber das war keine gelungene Vorstellung.


    Gruß!

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  • Sphérico
    antwortet
    Gibt es eventuell hier noch mehr Interesse am Samstagmittag in der VR ?
    Nur eine Idee.
    :cheers:
    MkG, S.

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  • fragolini
    antwortet
    Habe gerade reserviert. Mittags scheint das kein Problem zu sein.
    Werde sicher berichten.


    Gruß!

    PS: Bin natürlich auch mit Kind dort *augenzwinker*.

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