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Gaststätte Hack – Kerstenhausen

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    Gaststätte Hack – Kerstenhausen
    16.11.2013
    Da geht eine junge Frau in die Welt der Sternegastronomie, macht Erfahrungen in bekannten Küchen und kommt dann nach 20 Jahren „draußen“ wieder in die einfache Gasstätte der Eltern zurück. Kann so etwas gut gehen? Und dann kommen auch noch Restaurantkritiker wie der Feinschmecker und geben ihr 1.5 Punkte. Nach meiner Auffassung ist der Versuch zu Hause Fuß zu fassen geglückt. Allerdings liegt noch viel Überzeugungsarbeit vor der Küchenchefin Katja Hack.

    Nach Lehre und Wanderjahren in der deutschen Sterne Gastronomie ist Katja Hack 2008 in das elterliche Gasthaus in Borken Kerstenhausen zurückgekehrt. Die Heimat von Katja Hack ist ein 600 Seelen Dorf im Schwalm Eder Kreis ca. 35 km südlich von Kassel. Gearbeitet hat sie unter anderen bei Manfred Schwarz im Deidesheimer Hof, danach bei Stefan Stiller im Lokal „Zur Kanne“, bei Björn Freitag und als Küchenchefin bei Frank Buchholz in seinem Mainzer Restaurant.
    Es ist bestimmt nicht einfach, in dieser kulinarischen Diaspora eine gehobene, regional geprägte Landhausküche anzubieten. Den Spagat, von Stammtisch und Stammgästen sowie Gästen die ein mehrgängiges Gourmetmenü speisen wollen, schafft sie mit Bravour.
    Schritt vor Schritt wird auch das Ambiente des Gasthofes verändert. Von außen ein normales Dorfgasthaus und auch im Inneren hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert. Nach wie vor ist der Tisch neben der Theke als Stammtisch deklariert und die Männer des Dorfes genießen am Abend an der Theke ihr Feierabendbier. Geht man durch diesen Thekenbereich kommt man in eine nett eingerichtete Stube. In dieser Stube ist Platz für ca. 20-25 Personen.
    Die Speisekarte, die von einer freundlichen Servicekraft gebracht wird, ist erfreulicherweise relativ klein gehalten. Die in dieser Region üblichen Schnitzel sind von der Speisekarte verbannt.

    Zwei Suppen, vier Zwischengerichte davon einmal vegetarisch, ein Fischgericht, fünf Hauptgerichte sowie zwei Desserts werden angeboten. Sonntags wird zusätzlich ein Drei-Gang-Menü angeboten. Die Preise sind ländlich moderat.

    Zum Auftakt gibt es selbstgebackenes Brot und Schnippchen ein typisch Nordhessischer Brotaufstrich. Bereits beim Brot merkt man, wir sind in keiner normalen Dorfgaststätte. Im Brot sind Rosinen eingebacken und ich schmecke Bockshornklee heraus.

    Weiter ging es mit „Kerstenhäuser Duckefettsuppe“. Duckefett ist eine deftige nordhessische Spezialität. Katja Hack macht daraus ein feines Schmandsüppchen mit Kartoffel Tatar und hauchdünn geschnittener Ahle Wurst. Deftige Produkte aus der Region modern umgesetzt. Diese Suppe ist bereits jetzt zum Klassiker in der Gaststätte Hack geworden.

    Danach Zander auf der Haut gebraten, auf einem Wurzelgemüse-Kartoffel-Ragout mit zweierlei Thymianjus. Vorab gab es einen kleinen Teller Blattsalat.

    Zum Abschluss gab es hausgemachtes Lebkuchen Parfait mit Früchten und Krokant.

    Fazit: Bekanntes wird behutsam erneuert. Nach ihren eigenen Aussagen verwendet sie regionale Zutaten soweit es irgendwie geht. Fleisch und Wild bezieht sie von einem Metzger aus dem Nachbarort, der noch selbst schlachtet. Katja Hack schafft es, mit ihrer Küche, den weißen Fleck auf der kulinarischen Landkarte Nordhessens etwas kleiner werden zu lassen.
    Die Weinkarte müsste behutsam erneuert werden. Hier würde es nach meiner Auffassung ausreichend sein, je fünf oder sechs deutsche Weiß- und Rotweine auf die Karte zu setzen. Auch beim Aperitif und Digestiv sollte sie verstärkt auf regionale Produkte setzen.
    Katja Hack bringt frischen Wind in die nordhessische Gastroszene.

    Speisekarte http://speisekarten.wordpress.com/20...kerstenhausen/

    Bilder unter http://29alwi.wordpress.com/2013/11/...kerstenhausen/

  • #2
    Vielen Dank für diesen Tipp und den Bericht, hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn ich vermutlich freiwillig nicht in die Gegend kommen werde...

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    • #3
      Lieber QWertz, so schlimm es ist aber nun doch nicht in Nordhessen. Diese Region hat doch einiges zu bieten. Weltkulturerbe, GrimmHeimat, Edersee etc. Kulinarisch allerdings noch eine schwierige Region.
      Calvados

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      • #4
        So aberwertend war das nicht gemeint, ich bin sogar durch Kerstenhausen schonmal durchgefahren, als ich auf dem Weg in die Pfalz zwei Staus auf A7 und A5 umfahren habe und in der Tat fand ich die Landschaft recht schön. Das wäre dann ja ein unfreiwilliger Stopp....

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        • #5
          Lieber Calvados,

          ich bin öfter in der Gegend, da meine Familie dort herkommt. Es ist somit sehr erfreulich, dass sich in dieser Hinsicht etwas tut. Freu mich schon auf die Weihnachtszeit, da werde ich sicher die Gelegenheit haben, das Restaurant mal zu besuchen.

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