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Sra Bua by Juan Amador

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  • Sra Bua by Juan Amador

    Hallo zusammen,war denn schon jemand im "neuen" Restaurant von Juan Amador?
    Man liest ja schon einiges darüber und bis jetzt nichts schlechtes.Interessant wäre ein Bericht im Forum darüber.
    Ich selbst habe es noch nicht geschafft würde aber gerne demnächst dort essen gehen.

  • #2
    Leider nein, würde mich aber auch bei passender Gelegenheit mal interessieren!

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    • #3
      Zitat von TopperHarley Beitrag anzeigen
      Interessant wäre ein Bericht im Forum darüber.
      Ich selbst habe es noch nicht geschafft würde aber gerne demnächst dort essen gehen.
      Dann geh halt essen und schreibe einen Bericht.

      Wichtig ist aber zu wissen, dass das Sra Bua nur ein Consultingprojekt Herrn Amadors ist und man die *** nur bekommt, wenn man sich aufrafft in Mannheim zu reservieren.

      Immer alles aber niemals zu viel erwarten, wenn man nicht bereit ist dafür auch alles zu geben.

      Wenn Ihnen das nicht genug zu einem Besuch motivierenden Informationen sein sollten, denken sie gründlich darüber nach, warum es das Sra Bua gibt und wenn sie es ohnehin planten, schieben sie Ihren Einsatz bitte einfach rein und lassen sich überraschen, ob sie gewinnen oder verlieren.

      Viele Grüße

      Passepartout
      Zuletzt geändert von passepartout; 21.10.2014, 01:56.

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      • #4
        Diesen Beitrag finde ich so kryptisch wie befremdlich, auch im Ton. Betrifft Sie das Thema persönlich, werter Passepartout? Es klingt fast so.

        KG

        Tobler

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        • #5
          Entschuldigen sie werter Tobler,

          das kryptische passiert gelegentlich, wenn die Finger so schreiben wie der Kopf denkt. Meine Antwort ist vor allem durch die Anrede- zweite Person singular, eventuell etwas rau im Ton zu lesen. Unfreundlichkeit war nicht meine Absicht.

          Ihnen zuliebe hier eine Übersetzung in Forumshochdeutschem Klartext.

          Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
          Dann geh halt essen und schreibe einen Bericht.
          Werter Herr Harley,

          Ich freue mich zu lesen, dass sie sich so sehr für das Sra Bua interessieren und auch, dass sie bereits viel, zudem nur Gutes darüber zu Lesen fanden.
          Auch ich empfinde die Besprechungen hier im Forum als besonders wertvoll, für einen Besuch im Sra Bua könnte ich jedoch auf diese kulinarische Rückversicherung verzichten.

          Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
          Wichtig ist aber zu wissen, dass das Sra Bua nur ein Consultingprojekt Herrn Amadors ist und man die *** nur bekommt, wenn man sich aufrafft in Mannheim zu reservieren.
          Sollten sie bereit sein, den Besuch wirklich zu wagen, sollten sie keine *** erwarten denn das Sra Bua wird lediglich durch Herrn Amador beraten, er steht nicht selbst mit Herzblut an den Töpfen. Wenn sie die Performence eines Top of the Pops wollen, fahren sie nach Mannheim.

          Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
          Immer alles aber niemals zu viel erwarten, wenn man nicht bereit ist dafür auch alles zu geben.
          Hier hat sich eine kleine Meckerei eingeschlichen...

          Wozu wird ein Bericht über dieses Resto erbeten, wenn bereits viel gutes darüber gelesen wurde.
          Entweder damit es hier einen Bericht darüber gibt oder weil Herr Harley bemüht ist, dass Risiko eventuell endtäuscht zu werden auf Kosten anderer zu minimieren. Beides macht man doch nicht werter Herr Tobler.

          Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
          Wenn Ihnen das nicht genug zu einem Besuch motivierenden Informationen sein sollten, denken sie gründlich darüber nach, warum es das Sra Bua gibt und wenn sie es ohnehin planten, schieben sie Ihren Einsatz bitte einfach rein und lassen sich überraschen, ob sie gewinnen oder verlieren.
          Letztlich ist dieses Restaurant ein Prestigeprojekt des Hotels. Man möchte keinen eigenen *** Küchenchef aufbauen aber nicht darauf verzichten, seinen Gästen etwas besonders außergewöhnliches zu bieten. Im Besten Fall erwartet sie ein sehr sehr guter Kompromiss aus Hotelrestaurant und *** Spirit. Das kann wirklich angenehm sein also fassen sie sich ein Herz und geben etwas Geld aus, ohne genau zu wissen, ob es sich für sie lohnt.

          Viele kulinarische Grüße

          Passepartout

          PS: Passepartout ist mit niemandem der dort Tätig ist verwand oder verschwägert.

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          • #6
            Ich kann nur so viel dazu sagen: es gibt einen regelmäßigen Teilnehmer unserer Gourmet-Club-Abende, der im Großraum ansässig ist und einen guten Überblick über die ambitionierte Gastronomie in der Region hat, ein Eindurck aus dem Restaurant. Von ihm habe ich bei den Club-Abenden bislang nur positives über das Sra Bua gehört. Ein Stern sei wohl drin, so seine Aussage. Leider schreibt er hier nicht...

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            • #7
              Sehr geehrter Herr Passepartout,

              es tut mir sehr Leid das ich diese Frage gestellt habe und selbst noch nicht dort essen war.
              Selbstverständlich möchte ich das andere Ihr Geld ausgeben und einen Bericht schreiben ,
              damit ich von der Vorstellung satt werde ,denn ich lebe auch ausschliesslich nur von Luft und Liebe!

              Danke Qwertz und Tobler das Sie das ähnlich wie ich sehen und meine Frage als das was sie ist akzeptieren.

              MFG T.H

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              • #8
                Schade, die Schärfe im Ton allseits ist nicht wirklich gewichen, trotz der Passepartout'schen Übersetzungsbemühungen... What's going on?

                KG

                Tobler

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                • #9
                  Sehr geehrter Herr Tobler,

                  Sie haben Recht!Eigentlich geht es hier nur um gutes essen und/oder das was Forummitglieder davon halten.

                  Ich werde mich bezüglich des Tonfalls nun zurrückhalten konnte mir das allerdings nicht verkneifen.


                  Auf einen Bericht freue ich mich dennoch.


                  Grüsse

                  T.H

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                  • #10
                    Na, da haben wir ja ein richtiges Juwel im südlichen Rhein-Main-Gebiet! War es vor Jahren Juan Amador, der dem hessischen Städtchen Langen mit seinem ***-Restaurant einst gastronomischen Glanz verlieh, so ist es jetzt der umtriebige Spanier erneut, der mit seiner Interpretation des Sra Bua-Konzeptes der Kempinski-Gruppe der Region eine neue attraktive kulinarische Anlaufstelle beschert.

                    Das Forsthaus Gravenbruch ist seit jeher eine feine Adresse unweit von Frankfurt. Mit seinen Restaurants hat es allerdings schon seit Ende der 80er Jahre nicht mehr sonderlich von sich reden gemacht. Da kam das Sra Bua-Konzept ganz recht, um mit dem gerade in der Region bekannten Namen „Juan Amador“ als Ideengeber einen neuen Anlauf zu wagen. Und der ist gelungen, und wie!

                    Vor mehr als einem Jahr wurden die Restaurants des Kempinski-Hotels Gravenbruch, wie es jetzt offiziell firmiert, aufwendig umgestaltet und das Sra Bua als asiatisch inspirierter Gastraum durchgestylt. Dort, wo sich früher Tagungsräume befanden, windet sich nun eine Art „Schnecke“ von der Fensterfront zum inneren Kern des Restaurants. Feinste Materialien, warmes Petrol und ein geschicktes Lichtdesign sorgen für eine angenehme Atmosphäre ohne ins Asiatisch-kitschige abzugleiten (ok, die winkende chinesische Glückskatze, die mit der Rechnung auf den Tisch kommt, sollte man doch lieber verbannen!)

                    Beim Betreten des Runds wird der Gast von einem freundlichen Service in Empfang genommen und herzlich willkommen geheißen. Auch hier kein Klischee, sondern eine ehrlich zugewandte Ansage von einem aufmerksamen Oberkellner und seinen versierten Mitarbeiterinnen.

                    Der Blick in die recht übersichtliche Weinkarte überrascht: Es werden nur deutsche und österreichische Gewächse offeriert (sowohl weiß als auch rot), was damit erklärt wird, dass diese mit den Gerichten der panasiatischen Küche am besten harmonieren würden. Na, das ist wohl eher eine „kleine Ausrede“ für die noch bescheidene Weinauswahl. Ich wüsste nicht, wie italienische, spanische oder französische Weine das Esserlebnis mehr stören könnten als deutsche Gewächse, wenn man sich nicht per se schwer damit tut, asiatische Aromen mit Wein zu verbinden. Im Sra Bua by Tim Raue in Berlin wird übrigens auch eine „normale“ Weinkarte gereicht.

                    Die Küche in Gravenbruch wird von Dennis Maier verantwortet, einem kongenialen Partner von Juan Amador, der schon zu Langener Zeiten in dessen Restaurant gearbeitet hat. Man kann also durchaus von einer Amador-Schule sprechen, doch hat Maier auf dieser Basis eine eigene Handschrift entwickelt. Und das ist auch gut so, geht es doch im Sra Bua nicht um einen Ableger des Restaurants Amador, sondern um ein euro-asiatisches Konzept, für dessen Ausgestaltung Amador in Neu-Isenburg der Ideengeber war. Umsetzen muss diese Idee Dennis Maier, und dies macht er souverän und selbstbewusst. Seine Gerichte sind höchst kreativ, handwerklich perfekt, immer harmonisch und fein angerichtet. Auf europäischem Fundament setzt Maier gekonnt asiatische Akzente, die nie aufdringlich oder übertrieben sind. Sie machen immer Sinn und lassen den Esser zu keinem Zeitpunkt fragend oder rätselnd zurück, will heißen, jede noch so minimalistische Zutat, jeder noch so kleine Klecks gehen eine harmonische Liaison mit den übrigen Bestandteilen auf dem Teller ein; nichts ist belanglos oder gar nur Dekoration. Bravo!

                    So verbrachten wir einen höchst vergnüglichen und genussreichen Abend im Sra Bua, der uns sicherlich zum Wiederkommen verführen wird.

                    Die Menüfolge wurde mit drei „Grüßen“ eingeleitet, die Maier ganz witzig „Smiles and more“ nennt:

                    GERÖSTETE MUSCHELCONSOMÉE
                    Sojaschaum / Korianderöl

                    Im Reagenzglas serviert war diese leicht scharfe Consomée das willkommene erste Amuse nach den bereits vorab gereichten köstlichen Fingerhappen.

                    SASHAMI VOM FAROER LACHS
                    Lotuswurzel / Algencreme


                    KAROTTE IN STRUKTUREN
                    Sesam / getrocknete Karotte / Chili-Ingwer-Pulver

                    Eine wunderbare Demonstration, was man aus einer Karotte so alles machen kann, und dass es auch mal rein vegetarisch bleiben kann.

                    Das Menü:

                    JAKOBSMUSCHEL
                    Sauerkraut / Blutwurst / Koko

                    Nichts erinnerte hier an das bekannte Sauerkraut; hier war der Kohl in kleine Scheibchen geschnitten und hatte nur eine ganz leicht säuerliche Note. Wer sich nicht vorstellen kann, dass das mit Blutwurst und Kokosaroma kombinierbar ist, der wird hier eines besseren belehrt.

                    KAISERGRANAT
                    Schweinebauch / Mandarine / Rauchmandel

                    Der beste Gang im Menü. Kaisergranat und hauchdünn geschnittener Schweinbauch wurden von fruchtigen und herben Aromen umspielt.

                    BBQ KABELJAU
                    Tomate / Perlzwiebel / Erbse


                    FILET UND BRIES VOM KALB
                    Mango / Okraschote / Masterstock

                    Masterstock ist in der chinesischen Küche eine Grundbrühe, habe ich mir erklären lassen. Sie wurde jedenfalls separat gereicht und war intensiv. Auch Okra und Mango harmonierten gut zum Fleisch. Schade nur, dass das Bries in einem Teig frittiert und mit einem Klecks Mayonnaise serviert wurde. Das erinnerte schon arg an Pommes mit Mayo. Schade um das feine Bries. Ansonsten ein ausgezeichneter Fleischgang.

                    DIAMONDS ARE A GIRLS BEST FRIEND 2015
                    Ivoire / Blaubeere / Aubergine / Mascarpone

                    Der Titel eigenwillig, dafür die Ausführung umso überzeugender. Ein „demi-douce“ Dessert, das auch der Auberginencreme Raum zur Entfaltung lies.

                    Fazit: Das Sra Bua in Neu-Isenburg ist auf dem besten Wege, einer der Top-Adressen im Rhein-Main-Gebiet zu werden. Das Potential von Dennis Maier ermöglicht durchaus noch höhere Bewertungen. Er hat bei Juan Amador in einer ***-Küche gearbeitet; er weiß, wie das geht. Hätte man uns seine Gerichte „sehenden Auges blind“ probieren lassen, wir hätten uns in einem „Mehrsterner“ gewähnt. Aber das kann ja noch kommen.

                    Beste Grüße, Merlan

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                    • #11
                      Vielen Dank für den Bericht, das macht Lust auf unseren Gourmet-Club-Abend dort im Juni!

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                      • #12
                        Alleine für diesen Artikel gebührt Ihnen - mal wieder -die Auszeichnung: MOdF *
                        Zwei Anmerkungen:

                        "Der Blick in die recht übersichtliche Weinkarte überrascht: Es werden nur deutsche und österreichische Gewächse offeriert"
                        Eigentlich halte ich das für eine gute Idee, sich auf ein eher begrenztes Weinanbaugebiet zu konzentrieren Unser gemeinsamer "Freund" Hubert Scheid hatte in seinem damaligen Lokal in der Nähe von Trier eine riesige Weinkarte, bei den Weißweinen jedoch genau ein Anbaugebiet: Mosel. ( aber, wenn ich Ihre Zeilen richtig verstehe, war im Sra Bua wohl auch das Weinangebot innerhalb des begrenzten Rahmens auch noch "übersichtlich")

                        "Schade nur, dass das Bries in einem Teig frittiert und mit einem Klecks Mayonnaise serviert wurde. Das erinnerte schon arg an Pommes mit Mayo. Schade um das feine Bries. Ansonsten ein ausgezeichneter Fleischgang."
                        Also ich kann mir ein Bries in einem eleganten Teig zart und dennoch knusprig frittiert wunderbar vorstellen; dazu noch eine Mayonnaise, von der man schon immer geträumt hat ... und die man so nirgends bekommt, das wäre mein Gang. (ich will jedoch nicht verhehlen, daß ich, zu ähnlicher Thematik, schonmals ein Wortgeplänkel mit einem Bostoner hatte, der mir wegen einer (phantasierten) frittierten Hummerschere jegliche kulinarische Kompetenz absprach)

                        Grüße
                        schlaraffenland

                        ____________
                        * Meilleur Ouvrier du Forum

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                        • #13
                          Danke für die Freundlichkeiten, lieber Schlaraffe, aber da gibt es doch ganz andere Kaliber hier im Forum; und ich fotografiere nicht einmal...! Bin also allenfalls ein braver Handwerker.


                          Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                          Eigentlich halte ich das für eine gute Idee, sich auf ein eher begrenztes Weinanbaugebiet zu konzentrieren
                          Da gehe ich immer mit, wenn ich mich in einer Weinbauregion befinde. So auch weiland beim guten Hubert Scheid, wo es selbstverständlich ein feines Möselchen gab; ich glaube es war ein 1979er Wawerner Herrenberg (Saar!) - ich erinnere mich wie heute!

                          Damit tue ich mich in Neu-Isenburg schon schwerer, auch wenn die Bergstraße nicht weit ist; aber die trinken ihren Wein eher selber, als dass sie ihn für die auswärtige Gastronomie abgeben. Und ein Restaurant, das sich so "globalgalaktisch" gibt wie das Sra Bua, hat eigentlich keinen Grund "einen auf regional zu machen". Im Berliner Sra Bua ist das ja auch anders.

                          Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                          Also ich kann mir ein Bries in einem eleganten Teig zart und dennoch knusprig frittiert wunderbar vorstellen; dazu noch eine Mayonnaise, von der man schon immer geträumt hat
                          Nee, mein Lieber, hier sind wir auseinander! Das Bries ist viel zu fein, um gegen Teig, Frittierfett und Mayo (und mag sie noch so gut sein) zu bestehen. Im "Knusper" könnte auch alles andere stecken; das schmeckt man gar nicht mehr. Nichts gegen einen frittierten Tempura-Teig, wenn Festeres darin steckt: Gemüse, Sepia usw.. Aber ein feines Kalbsbries gehört nur leicht in Butter gebraten - mmmhh! Hat übrigens Hubert Scheid damals auch so gemacht: Kalbsbries in Morchelrahm - zum Reinsetzen. Und das Bries war ein Bries und keine Fritte!

                          Schönen Gruß, Merlan

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                          • #14
                            Gourmet-Club-Treffen am 12. Juni 2015

                            Das Sra Bua by Juan Amador befindet sich im Hotel Kempinski Gravenbruch, eine unglaublich weitläufige Hotelanlage. Das Hotel ist fast komplett renoviert. Leider hat derzeit der Wellnessbereich noch nicht geöffnet. Aber wenn dieser eine ähnliche Qualität hat, wie der übrige Bau, dann ist dies sicher auch eine geeigneter Ort um ggf. Business und Erholung (da rechne ich auch mal den kulinarischen Genuss dazu) miteinander zu verbinden.

                            Das Restaurant Sra Bua hat eine etwas eigentümliche Innenarchitektur. Wie auf den im Internet zu sehenden Bildern zu erkennen ist, gibt es ein Rondell mit Sitzbank und einigen Tischen, das von einer kräftigen blauen Wandfarbe dominiert wird. Außerhalb dieses Rondells befinden sich relativ dicht aneinander noch weitere Tische. Eine besondere Atmosphäre hat die Innenarchitektur für mich jedenfalls nicht geschaffen. Außerdem hat das Restaurant eine kleine Terrasse, dort war für unsere 9er-Gourmet-Club-Runde eingedeckt, aber nachdem wir uns gesetzt hatten, kamen doch eine kräftige Böen auf, so dass wir Sturm und Gewitter fürchteten und doch drinnen aßen. (Natürlich blieb das Wetter dann stabil…).
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                            Das Restaurant war an dem Abend gut gefüllt, da einige Gäste draußen saßen, kann ich es schlecht schätzen, aber ich würde sagen es war annähernd voll gebucht. Dadurch war die - wie wir hinterher von Denns Maier erfuhren, nur mit vier Leuten besetzte Küche auch durch unseren 9er Tisch ziemlich gefordert. Herr Maier entschuldigte sich, dass es am Anfang etwas größere Pausen zwischen den einzelnen Amuses und den ersten Gängen gab. Aber ich empfand das nicht als unangenehm, wir hatten in der Runde mal wieder genug Gesprächsstoff, uns über Restauranterlebnisse der vergangenen Monate auszutauschen.

                            Das Menü begann mit drei Einstimmungsrunden. Zunächst, zum Champagner, gab es drei Häppchen, darunter ein Hahnenkamm, die schon die euro-asiatische Richtung vorgaben:
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                            Dann ein Suppenshot aus dem Reagenzglas, das meines Erachtens zu eng war, um das Süppchen perfekt genießen zu können

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                            Als nächstes gab es einen "Salat":
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                            Dann folgte eine Thunfischbasierte Kreation (Details habe ich nicht mehr parat), die natürlich aufgrund des Grundprodukts schon überzeugte.
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                            Der erste reguläre Gang war dann Gänseleber, Sepia / Grüner Pfirsich / Mirin. Die Gänseleberin zwei verschiedenen Texturen vertreten, und zwar als Creme und als abgeflämmteWürfel. Deren zartschmelzige Textur verband sich mit derebenso cremigen Konsistenz der dünnen Sepia-Streifen. Der grünePfirsich blieb mit einer leichten fruchtigen Süße ein angenehmer,sich harmonisch einfügender Hintergrundakzent, um dasGericht abzurunden und die zum Konzept passende asiatische Note hinzuzufügen.Dieses Gericht zeiget an, was eigentlich alle Kombinationen auszeichnete: einhoher Grad an Harmonie und ein feiner, runder Geschmack. Dazu tranken wir einen2013er Auxerrois 350 N.N. vom Weingut Odinstal aus Wachenheim in der Pfalz.Dieser aromatische Wein passte in seiner Intensität und mit seinerfeinen Mineralik gut zu dem Gericht.
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                            Weiter ging es mit Sashimi von der Gelbflossenmakrele, Honigmelone / Japanische Gurke / Rettich. Auch hier war Schärte, Süße und Säure wieder sehr fein und präzise austariert. Vor allem der Rettich verband sich sehr gut mit seiner leichten Schärfe mit der fruchtigen Note der Melone mit der Textur des Sahimi. Dazu bekamen wir einen 2013er Wawerner Goldberg Riesling GG von Van Volxem. Ich halte es sowieso schon für "Weinverschwendung", ein großes Gewächs in dieser Jugendphase zu öffnen, aber wenn intensive Mineralik und Frucht gefragt ist, kann das ja durchaus auch mal das Mittel der Wahl sein. Nur hier war es das leider nicht. Mit dem Gericht wirkte die Mineralik laut, die Säure zu unreif und die Intensität viel zu stark. Für sich allein betrachtet war der Wein sehr gut, keine Frage. Aber dieses Ausmaß an ungestümer Kraft streckte das Gericht geradezu nieder. Als ich den Teller zur Hälfte leer gegessen hatte, nahm ich einen größeren Schluck vom Wein. Seine Säure und Mineralität versetzten der fragilen Konstruktion des Gerichts einen rechten und linken Haken. Leider erholte sich das Gericht davon nicht und wirkte danach nur noch matt. Wirklich schade, dass die Rechnung: ein sehr schönes Gericht + ein großartiger Wein eher Minus 1 ergab. Aber: Die Art der Mineralik passte durchaus, es war nur einfach zu viel davon.
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                            Dorade, Süßkartoffel / Kaki / Alge nahm ich als etwas verhaltenen Gang wahr. Alles wirkte etwas einfacher und weniger ausgefeilt, aber geschmacklich war das nicht schlechter, als in den vorherigen Gängen. Vielleicht lag dies daran, dass hier Säure und Schärfe etwas dezenter, dafür aber die Süße etwas präsenter war und der Gang somit etwas behäbiger und weniger tänzelnd erschien, als die vorherigen. Jedenfalls verband sich die Dorade gut mit den süßlichen Aromen von Kartoffel und Kaki. Geradezu belebend für die Kombination war hier der 2013er Leutersdorfer Gartenley Sauvignon Blanc "Reserve" von Josten & Klein vom Mittelrhein bzw. der Ahr. Ein sehr überzeugender deutscher Sauvignon Blanc, sicher auch eher noch etwas jung, aber hier half er mit seiner Aromatik und Struktur auch vom Holz dem Gericht etwas mehr Ausdruck und Tiefe zu verleihen.
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ID: 49712

                            Nun gab es eine kleine Erfrischung aus Passionsfrucht undButtermilch, geschmacklich war es gut, hätte aber auch alsein Predessert eingesetzt werden können.

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ID: 49713

                            Der erste Fleischgang war Étouffée Taube, Hanfsamencreme / Rotkohl / Sellerie. Hier gefiel mir vor allem, dass die Taube wie an der Karkasse gebraten wirkte, im Nachhinein erfuhren wir, dass sie Sous-vide gegart und dann nachgebraten bzw. geflämmt war. Im Endeffekt ist es ja egal, wie sie gegart wird, ich freue ich aber über Taubenfleisch, dass das Kauen nicht überflüssig macht. So schmeckte das Fleisch fein und aromatisch, auch durch die sehr schöne Sauce. Die weiteren Bestandteile des Gerichts wirkten eher im Hintergrund und recht harmonisch. Dazu gab es mit dem 2008er Pinot Noir Spielmann vom Weingut Alte Grafschaft aus Baden einen meines Erachtens typisch deutschen Spätburgunder mit für meinen Geschmack recht viel Holz, aber zusammen mit dem Essen und dessen Grad an Salzigkeit verschwand dieser Eindruck und es blieb ein harmonisches Gesamtbild.
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ID: 49714


                            Der eigentliche Hauptgang, Rinderfilet, Spargel / Pilze /Teriyaki, bestand aus einem recht großen und damit in der Mitte ziemlichweichen Stück Rinderfilet, das sehr gut war. Aber der Hauptdarstellerwar eigentlich der Spargel. Dieser war gegrillt, eventuell sogar leicht karamellisiert,jedenfalls hatte er eine leichte Süße, neben dem typischen Spargelaroma.Hinzu kam die intensive Pilzcreme und eine wieder alle Geschmacksrichtungen einbindendeSauce, diese somit auch hier ein rundes, harmonisches Geschmacksbild entstehenließ. Der 2011er Sra Bua Eximiu Cuvée vom WeingutGsellmann aus dem Burgenland passte sehr gut dazu.
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ID: 49715


                            Nach einem schön nen Predessert, das zunächst unter Zuckerwatte verborgen war, die dann aber dank eines angegossenen Saftes sofort verschwand...
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                            ... ging es weiter mit Nashi Birne, Salzkaramell / Michel Cluziel Schokolade / Yuzu. Ein sehr leckeres Dessert. Trotz Schokolade war es, dank Salzkaramell und Yuzu und der leicht angekühlten Temperatur nicht zu mächtig, sondern wiederum sehr rund und harmonisch. Die Fruchtigkeit erhielt noch mehr Nachhilfe durch die immer schöne 2013er Poirée Authentique von Eric Bordelet.

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ID: 49717

                            Zum Abschluss gab es noch kleine süße Happen.

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                            Dennis Meier nahm sich noch einige Zeit für uns, wollte ziemlich genau wissen, was uns gut und was uns weniger gut gefallen hat. Wir erfuhren, dass er von Juan Amador freie Hand hat, was die Entwicklung seiner Handschrift anbetrifft. Er schaut sich allerdings die Speisekarten an und gibt dann wohl den ein oder anderen ergänzenden Ratschlag. Aamdors Name scheint unweit von Langen, bei den Gästen aus dem Großraum Frankfurt offenbar unverändert zu ziehen, wie Herr Maier sagte, was natürlich hilft das Restaurant bekannter zu machen. Das hört sich nach einer sinnvollen Zusammenarbeit an.

                            Das Hauptkennzeichen der Küche von Dennis Maier ist, wie ich schon geschrieben habe, die Harmonie. Süße, Säure und Schärfe finden sich in jedem Gang und sind durchgängig präzise austariert. So entstanden sehr gut aufeinander abgestimmte, harmonische, teilweise filigrane Geschmacksbilder. Ich habe jedenfalls - außer bei der etwas misslungenen Weinkombination an einer Stelle - keine Schwächen ausmachen können. Sicher ist hier noch die ein oder andere "Aufwertung" drin, vor allem wenn vielleicht noch der ein oder andere "Ausreißer" nach oben dazu kommt. Das ist vielleicht das einzige was noch fehlt, ein einzelnes Gericht, das länger im Gedächtnis bleibt, also das klassische Signature Dish. Aber das kommt sicher noch. So erinnere mich erst mal gerne an ein gelungenes Gesamtmenü.
                            Zuletzt geändert von QWERTZ; 15.07.2015, 10:47.

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                            • #15
                              Sehr geehrter Herr Qwertz, merci für den genauen Einblick in das Restaurant, das ich leider noch nicht kenne - wie wärs mit kleineren Schlücken - hülfe das?

                              Herr Sternentor

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