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Medici - Frankfurt am Main

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    Wenn es ganz schnell gehen soll und trotzdem lecker sein darf

    Allgemein

    Das Restaurant war leicht zu finden (sonst wird in der Touristeninformation an der Hauptwache auch freundlich und sachkundig geholfen).
    Von außen sah das Lokal wie ein „Geschäft“ (Schaufensterfront) aus. Innen ist es ein saalartiger Raum. Die Form ist sicher zur Gestaltung nicht leicht: Es ist ein „Schlauch“. Direkt am Eingang sind die Kleiderhaken. Wir hatten reserviert und eine Serviererin zeigte uns mit dem Finger die Richtung unseres Platzes an.
    Die Garderobe wurde uns jedoch freundlich abgenommen.
    Als wir am Tisch saßen, schauten wir uns um: An beiden Stirnseiten waren große Wandbilder mit antiken Motiven zu sehen. An der Fensterfront waren Sitzbänke mit Tischen. Sonst waren die Plätze mit Stühlen ausgestattet. Die Tische standen sehr eng zusammen. Wir saßen direkt in einer Ecke und hatten so einen Totalblick auf das ganze Bistro. Der Thekenbereich liegt gegenüber vom Eingang.
    Die kleinen Zweiertische (die auch für Gruppen zusammen geschoben werden) sind klassisch in weiß eingedeckt; sogar eine frische Rose steht auf dem Tisch.
    Da es keinen Schallschutz (Vorhänge, Teppiche etc.) gibt, ist es recht geräuschvoll. Gespräche von anderen Plätzen sind nicht zu überhören (obwohl alle Gäste für sich gar nicht laut waren).

    Die vier jungen Damen und ein Mann (alle in einheitlicher Schürze) im Service sorgten sich aufmerksam um die Gäste. Sie hatten alle Hände voll zu tun, denn das Haus war gut besucht.
    Wir hatten noch kaum Platz genommen, da wurde schon das Brot serviert und die Karte vorgelegt. Unsere Getränkewünsche wurden gleichzeitig erfragt. Als das Wasser serviert wurde, konnten wir auch gleich bestellen. Da wir – wie fast alle anderen Gäste – das Lunchmenü im Auge hatten, war das leicht möglich.
    Es gibt die Wahl zwischen zwei Vorspeisen und zwei Hauptgängen und einem Dessert.
    Wir teilten unsere Wünsche mit.
    Wenige Augenblicke später wurde der erste Gang schon serviert. Als wir das Besteck niederlegten, wurde umgehend abgeräumt. Die freundliche Serviererin erkundigte sich, ob es geschmeckt hat. Und nahm noch einen Wunsch zu einem Wein an. Meine Frage nach einem passenden Getränk wurde mit der Aufzählung der offenen Weine beantwortet.
    Das Glas wurde sofort gut gefüllt gebracht. Beim nächsten Mal brachte die Kellnerin auch die beiden verschiedenen Hauptgänge.
    Danach hätten wir sogar die Nachspeise noch kurz aufhalten können. Aber da hatten wir uns dem Tempo angepasst und ließen sofort servieren. Einen Kaffee wollten wir lieber nicht mehr; denn in einem Cafe erhofften wir uns mehr Ruhe und Gelassenheit.

    Vom Betreten bis zum Verlassen (inklusiv einem Gang zum WC) waren wir nicht mehr als 50 Minuten im Restaurant. Also für eine Stunde Pause genau richtig – aber wir waren selber gar nicht „Auf der Flucht“.

    Die gute Nachricht: Die Servicekräfte waren freundlich, zügig bei der Arbeit und beantworteten alle Fragen.

    Unser Problem: Das Konzept des Hauses mit der „wahnsinnigen“ Geschwindigkeit gefällt uns nicht.

    Die Karte(n)

    Mittagskarte mit dem Menü in zwei oder drei Gängen – 17,00 € bzw. 20,50 €
    Einzelgerichte wie diverse Flammkuchen und Salate zum Beispiel komplettieren das Angebot. Auch vegetarisch ist kein Problem.

    Die verkosteten Speisen

    Wir bestellten das komplette Menü:

    * Helles Weißbrot und dunkles Körnerbrot und eine Paste als Belag vorweg

    Das Brot war frisch, die gekräuterte Paste passte dazu.

    * Edelfischterrine mit Limonen-Creme-Fraiche, Salatbouquet

    Die Salatblätter waren knackig und mundgerecht in der Größe. Das Dressing war gut abgeschmeckt. Dieser Teil der Speise war lecker und leicht.
    Die Scheibe der Terrine war angemessen groß. Von den möglichen verarbeiteten Fischen glaube ich Lachs erkannt zu haben; jedenfalls habe ich den Geschmack empfunden. Weitere Aromen konnte ich nicht erspüren. Die Paste zum Fisch war mir zu dick und etwas sanft abgeschmeckt. Das Gericht war insgesamt jedoch in Ordnung.

    * Lammhüftsteak auf Sesam-Blattspinat, Risoleekartoffeln

    Das Fleisch war ausgezeichnet gebraten und innen schön rosa gehalten. Jeder Biss war saftig, zart und aromatisch. Ein wirklich perfekt zubereitetes Lamm.
    Auch der Blattspinat war schmackhaft verarbeitet. Die Jus war reichlich vorhanden und angenehm kräftig gewürzt.
    Rissolées sind der französische Begriff für Bratkartoffeln. Häufig werden auch keine Kartoffelstückchen, bzw. -würfel so genannt, die in Frittierfett ausgebacken oder in der Pfanne durchgeschwenkt werden. Die Kartoffeln waren rundum leicht gebräunt und für uns die schwächste Zutat auf dem Teller. Insgesamt würde ich diesen Teller aber immer wieder bestellen und gerne essen.

    * Getrüffelte Steinpilzravioli mit mariniertem Rucola und frisch geriebenem Parmesan (Beim Menu war dieser Gang gleichzeitig die vegetarische Alternative).

    Die Pasta war ordentlich zubereitet. Die Füllung hatte einen angenehmen Steinpilzgeschmack. Die Sauce war fein aufgeschäumt und umgab die Ravioli mit einer leckeren Hülle. Der Salat war frisch und ergänzte das Gericht gut. Der Parmesan war mir zu fein gerieben und schon über den Teller verteilt. Hier hätte ich es begrüßt, wenn der Service das frisch am Platz gehobelt hätte; denn frischen Pfeffer aus der Mühle wurde durchaus am Tisch über das Fleisch gegeben.

    * Pralinenmousse mit Beerenragout

    Die Nachspeise würde ich so nicht mehr bestellen. Mir war die Schokomasse zu fest und kompakt. Eine Mousse ist für mich locker und luftig. Die Beeren waren leider nicht in einer separaten Schüssel sondern nur oben auf den Pudding geschüttet. Das Zuckergitter war eher gummiartig und nicht so kross wie ich gedacht hatte. Die Portion war aber groß.

    Getränke

    San Pellegrino 0,75l – 6,80 €

    Medici Selektion Riesling 2008 Westhofener Steingrube Weingut Gutzler, Rheinhessen (Hauswein) 0,2l – 7,90 €

    Fazit

    Wenn ich schnell essen muss (Mittagspause etc.): 4 - Das Essen ist lecker - der Preis dafür unschlagbar günstig.

    Wenn ich entspannt und in Ruhe speisen möchte: 2 - Das Tempo ist mir zu hoch, das Lokal ist mir zu laut.

    (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

    Datum des Besuchs: 14.11.2015 – mittags – zwei Personen

    Bilder: http://kgsbus.beepworld.de
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