Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Tiger-Restaurant im Tigerpalast, Frankfurt

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Schink
    antwortet
    Danke Qwertz, wir hätten uns absprechen sollen.
    Ergänzend gab es vor den bebilderten Grüßen noch 2 weitere Grüße, an die lokalen Gegebenenheiten angelehnt. Einmal Handkäs und einmal grüne Sosse.

    Und Rocco, die Weine waren toll, haben bestens das Menü begleitet. Den Riesling von Prüm hatte ich bereits erwähnt, war von den Weinen mein Highlight, ein Riesling von 2004 der trotz seines Alters noch "leicht" daher kam, mit leicht süßlichen Aromen, passend zum Gang, könnte ich aber auch nur so an einem lauen Sommerabend trinken. Dicht gefolgt der Rotwein zum Hauptgang aus der Lombardei, dicht, aber dennoch nicht zu schwer. Auch der Süßwein zum Dessert aus Ungarn war sehr passend. Zu Schokoladen-Desserts wird manchmal auch ein Portwein gereicht, was mir persönlich nach einem großen Menü mit vielen Weinen an meine Grenzen bringt. Dieser Süßwein war wiederum leicht und harmonierte aufgrund seiner Fruchtigkeit bestens zur Passionsfrucht.

    Einen Kommentar schreiben:


  • rocco
    antwortet
    Wow, kling toll. Schade, dass ich nicht konnte. Wie waren denn die Weine zum Essen? Die Weinauswahl machte mich besonders an auf dem Papier.

    Zitat von Schink Beitrag anzeigen
    Hanfsamen
    Pardon, aber dazu kann ich mir den hier nicht verkneifen: http://www.youtube.com/watch?v=k2pXxHW1DHs

    Einen Kommentar schreiben:


  • QWERTZ
    antwortet
    Ich hoffe, aus Schinks Bericht und diesen Bildern ergibt sich ein Eindruck des derzeitigen Club-Menüs, das bekanntlich noch bis Ende des Monats gebucht werden kann.

    Vielen Dank, es freut mich etwas von unserem Club-Menü zu hören, weil ich leider auch verhindert war. Aber mir wurden ein paar Bilder zugespielt, die ich inzwischen aufbereitet habe und hier veröffentlichen möchte, um Schinks Bericht zu ergänzen.

    Das waren die Amuses...

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Amuse.jpg
Ansichten: 1
Größe: 83,5 KB
ID: 48663
    so sah die Gänseleber aus.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Gänseleber.jpg
Ansichten: 1
Größe: 59,7 KB
ID: 48664


    dann der Hamachi

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Hamachi.jpg
Ansichten: 1
Größe: 83,3 KB
ID: 48665
    anschließend der Kaisergranat.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Kaisergranat.jpg
Ansichten: 1
Größe: 78,8 KB
ID: 48666
    und die Seezunge.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Seezunge.jpg
Ansichten: 1
Größe: 82,4 KB
ID: 48669
    Nun zum Hauptgang, der Rehrücken.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Rehrücken.jpg
Ansichten: 1
Größe: 84,9 KB
ID: 48667



    und das Dessert, die Schokoladen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Schokoladen.jpg
Ansichten: 1
Größe: 78,3 KB
ID: 48668

    Einen Kommentar schreiben:


  • Schink
    antwortet
    Pünktlich zum zweiten Stern fand das Club-Treffen zum Menü des Monats November 2013 im Tigerpalast bei Herrn Krolik statt. Leider war ich an diesem Termin verhindert, konnte mir jedoch das Angebot nicht entgehen lassen. So ging es also ein paar Tage später nach Frankfurt und es hat sich gelohnt.
    Nach den Amuse Bouche startete das Menü:
    1. Feines von der Bio Gänseleber mit Salzpflaume, Ziegenquark und Sesam: Ein Gericht wie gemalt und kulinarisch ein Traum; die "Schwere" der Gänseleber wurde durch den Quark gemildert, die Salzpflaume lieferte fruchtige Aromen und der Sesam sorgte für knusprige Aspekte; ein rundum gelungener Gang
    2. Roher Hamachi in Ingwer-Limonen-Marinade, Blumenkohl-Creme mit Yusu, fruchtiges Curry-Eis, eingelegter Spitzkohl, Kresse: Der Hamachi von Top-Qualität unterstützt durch die frische Marinade und der Wein dazu, ein Riesling von Prüm, sensationell
    3. Kaisergranat und Bauch vom Eichelschwein, Krustentiersauce mit Zitrusfrucht, Kürbis süss-sauer: Sehr sehr gut, das Schwein lieferte erdige Aromen, der Kürbis verschieden zubereitet mit Kernen und Öl
    4. Gebratene Bretonische Seezuge mit Algenbutter, Kalbsschwanzsauce, Blumenkohl und Rapssamen, Bohnen und Marcona Mandel: Die Seezunge ein Traum und der Blumenkohl und die Bohnen liessen dazu schliessen, dass auch das vegetarische Menü von Andreas Krolik mehr als ein Versuch wert wäre
    5. Mieral Wildperlhuhn als Brust und gebackene Praline, Rosmarin-Jus, Marone, Maronenschaum und Wirsing: So schmeckt der Herbst, die Praline genial, das Perlhuhn perfekt unterstützt durch die Aromen der Marone
    6. Rehrücken aus dem Taunus, getrüffelte Apfelbalsamsauce, Lauch, geschmorter Sellerie, fermentierte Schalotte, Bulgur, Hanfsamen, Buchweizen und Preiselbeeren: Das Reh perfekt rosa, der Bulgur voller Aromen, die Fruchtigkeit der Preiselbeeren, nochmals ein absolut guter Gang
    7. Variation von Coppeneur Bio Grand Cru Schokoladen, Cru de Cacao Eis und Passionsfruchtfond: Mit Schokolade kann man mich glücklich machen, manche empflinden solche Schokoladen-Kreationen als mächtig, war aber hier gar nicht der Fall, die Passionsfrucht hat durch ihre Fruchtigkeit eine Leichtigkeit herbei geführt.
    Es war ein herrlicher Abend in einem außergewöhnlichen Ambiente zum Wohlfühlen, ein sehr symphatischer Service und ein tolles Menü auf 2-Sterne-Niveau.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gourmetto
    antwortet
    Ja, ich empfand das Menü in drei Gängen mit Brot, zwei Amuse Bouches, Pre-Dessert und Pralinen als vollkommen ausreichend und sättigend. Ich bin zwar ein guter Esser, aber mit hungrigem Magen bin ich noch aus keinem Sternerestaurant gegangen, obwohl ich nie die größten Menüs wähle.

    Einen Kommentar schreiben:


  • QWERTZ
    antwortet
    Haben Sie vielen Dank für den schönen und nachschmeckbaren Bericht. Bei einem doch relativ kurzem Menü hoffe ich, dass Sie das Essen nicht nur als geschmackvollen, sondern auch ausreichend sättigenden Genuss erlebt haben.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gourmetto
    antwortet
    Nachdem ich schon immer mal in das Tiger-Gourmetrestaurant im Tigerpalast in Frankfurt essen gehen wollte und jetzt auch noch Andreas Krolik seit letztem Sommer dort Küchenchef ist, konnte ich nicht mehr widerstehen und musste dort einen Tisch reservieren. Nichts leichter als das und schon begann die Vorfreude auf die kulinarischen Gaumenfreuden, die uns dort wohl erwarten würden.

    Nun war der große Tag gekommen. Nach einer sehr netten Begrüßung, wurden wir von der Empfangsdame zur Tür des Gourmetrestaurants gebracht und dort in die Hände des sehr aufmerksamen Serviceteams übergeben. Schnell wurde uns dann auch der reservierte Tisch zugewiesen. Da wir ein Überraschungsmenü gebucht hatten, warteten schon liebevoll gestaltete Menükarten auf uns, die uns beim ersten Lesen schon das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ.

    Schnell kam auch schon das bestellte Wasser und unsere Aperetifs, die eine perfekte Einstimmung auf den Abend sein sollten. Im Anschluss wurden auch schon zwei kleine Laibe helles und dunkles Brot mit Butter, Salz und Olivenöl an unseren Tisch gebracht. Nach kurzer Zeit kam dann auch schon das erste Amuse Bouche, ein geliertes Tatar vom Simmentaler Rind mit einem wachsweichen Wachteleidotter und einer gefüllten Teigtasche. Sehr lecker, gut gewürzt und in Kombination mit dem Eidotter perfekt harmonierend. Als zweiter Gruß aus der Küche erreichte uns dann ein Quartett von Leckereien. Zuerst eine Fischpraline mit einer warmen, cremigen Fischmus, dann eine Creme vom Stockfisch mit Pulpo, eine glasig gegarte Garnele, sowie ein Stück geräucherter Aal mit Wasabischaum. Alles köstlich und mit den einzelnen Komponenten perfekt harmonierend. So kann es gerne weitergehen.

    Dann kam auch schon sehr rasch der erste Gang des Menüs “Roh marinierte Langostinos mit fermentiertem Knoblauch, Fenchel, Orange und Austernkraut-Meerfencheleis”. Die Langostinos waren hier wie bei einem Carpaccio dünn aufgeschnitten und dementsprechend im Kreis angeordnet. In Kombination mit den Orangenstückchen und dem Fenchel, die darüber drapiert waren, entstand hier ein harmonisches und geschmacklich perfektes Gesamtbild aus Frucht und Säure zusammen mit dem feinen Geschmack der Langostinos. Den Knoblauch schmeckte man nur einen Hauch heraus und war absolut nicht dominierend. Das Eis verhalf dem Ganzen dann noch zu einer gewissen Leichtigkeit, lecker aber geschmacklich kam es nicht zu dem Wow-Effekt, den der beeindruckende Name versprechen ließ.

    Nach einer kurzen Pause kam dann auch schon der Hauptgang “Onglet vom Nebraska Prime Beef in getrüffeltem Oxtailsud, geschmorter Sellerie, Lauch, Sellerieravioli, fermentierte Schalotte, Ochsenbackencrunch”. Ich muss sagen mit Fleisch wurde hier nicht gegeizt und zudem war es auch das beste, das ich jemals gegessen habe. Butterzart, perfekt in Kombination mit der geschmacklich sehr intensiven Soße und den weiteren Beilagen, in diesem Fall geschmorter Sellerie, Lauch, fermentierte Schalotten sowie noch sehr leckere Sellerieraviolis. Als Zugabe gab es dann in einer extra gereichten Glastasse noch eine Kombination aus lauwarmem “Kartoffelpüree” oben und geschmortem Rindfleisch unten, in einer so intensiven Bratensoße, wie ich sie noch nicht gegessen habe, einfach nur lecker.

    Nach diesem perfekten Hauptgang ließ das Pre-Dessert auch nicht lange auf sich warten und so erreichte uns eine Kombination aus “Mango“, Erdnuss und Banane. Ich hatte bei der Präsentation das Gefühl “Ananas” gehört zu haben, aber ich glaube es war eine dünne Scheibe von der Mango, darüber eine helle Creme mit Erdnussstückchen und einer Kugel Bananeneis. Aus meiner Sicht die perfekte Überleitung zum eigentlichen Dessert. Ganz einfach genannt “Erdbeere, Rhabarber und grüner Tee”. Das Ganze war schön angerichtet und bestand aus einer Art Erdbeercreme, gelierten Würfeln vom grünen Tee, die tatsächlich sehr intensiv nach grünem Tee schmeckten, an “Korallen” erinnernde, grüne weiche Gebilde, die aber nach nicht wirklich viel schmeckten, einem kleinen Erdbeer-Rhabarber-Ragout sowie einer Kugel Rhabarbereis, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Nach diesem letzten Gang gab es noch ein letztes süßes Finale. Bestehend aus einem Dreierlei von Passionsfruchtgelee, einer Praline aus fast purer Schokolade sowie einer rosa Schaumhalbkugel, die sehr süß schmeckte. Daneben gesellte sich noch eine Etagere mit leckeren Pralinen.

    Zum Serviceteam ist zu sagen, dass hier alles reibungslos funktioniert, stets freundlich, aber diskret und zurückhaltend mit einem Lächeln im Gesicht agiert wird. Über den gesamten Abend verteilt, war das gesamte Serviceteam mal an unserem Tisch gewesen, jeder durfte mal bei uns ran.

    Als Fazit zur Küchenleistung kann ich nur sagen, dass ich bisher noch nicht besser gegessen habe, besonders das butterzarte Onglet bleibt mir hier wohl noch lange Zeit in positiver Erinnerung. Andreas Krolik wird mit dieser Leistung hoffentlich auch seinen verlorenen zweiten Stern Ende dieses Jahres wieder zurückerobern, wenn er auf diesem Niveau weiterkocht. Eine schöne Geste finde ich auch, dass Herr Krolik Präsenz zeigt und zum Abschluss des Abends noch eine kurze Runde im Restaurant macht und sich auf einen kurzen Plausch einlässt.

    Einen Kommentar schreiben:


  • merlan
    antwortet
    Seit ein paar Monaten kocht nun Andreas Krolik im Tigerpalast. Er kam vom Brenners in Baden Baden und hatte dort ** . Der Michelin hat ihm für das Frankfurter Restaurant erst einmal * gegeben. Und so wirbt aktuell der Tigerpalast für sein "Tiger-Gourmetrestaurant":

    Küchenchef und
    Sternekoch
    ***
    Andreas Krolik


    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

    Das Tigerpalast-Restaurant wird von den gleichen Leuten betrieben, die auch das Lafleur in Frankfurt bewirtschaften. Für den dortigen Küchenchef Alfred Friedrich hatte man mit dessen vermeintlich im Berufsleben errungenen Sternen (13!) geworben, sich dabei aber nach oben hin kräftig verzählt. Vielleicht sollte man mal die Werbeagentur wechseln.

    Beste Grüße, Merlan

    Einen Kommentar schreiben:


  • sternefresser
    antwortet
    Kurz vor dem Weggang von Alfred Friedrich, haben wir ihm im Tigerpalast nochmals einen Besuch abgestattet. Die Leistung macht Vorfreude auf das Lafleur im Palmengarten, das übrigens Mitte September eröffnen soll.

    Beste Grüße,
    Sf

    Einen Kommentar schreiben:


  • Hochemer
    antwortet
    @All

    Vielen Dank für die Kommentare!

    Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
    ...ich schließe mich in allem den beiden Vorrednern an. Ich investiere dann viel lieber ins Francais (oder wenns günstiger sein soll bei M. Lohninger) oder in das wunderbare Schwein -sollten Sie bitte unbedingt probieren, Sie würden nachbestellen- von Christoph Rainer in der Villa Rothschild...
    Vielen Dank für die Tipps, die Speisekarte von der Villa Rothschild liest sich sehr verlockend an (die Zimmerpreise schrecken jedoch etwas ab).

    Einen Kommentar schreiben:


  • Sphérico
    antwortet
    Werter Hochemer,

    ich schließe mich in allem den beiden Vorrednern an. Ich investiere dann viel lieber ins Francais (oder wenns günstiger sein soll bei M. Lohninger) oder in das wunderbare Schwein -sollten Sie bitte unbedingt probieren, Sie würden nachbestellen- von Christoph Rainer in der Villa Rothschild: "Juvenil-Milchferkel x 3 - krosser Rücken / Schulter / Bauch geschmort, Säuerliche Schmorjus, Cassoulet von Bohne, Kartoffel, Sariette"
    :hungry:

    Einen Kommentar schreiben:


  • merlan
    antwortet
    Zitat von Hochemer Beitrag anzeigen
    Da es keine Aperitifkarte gibt wurde auf die angebotenen Champagnermarken verzichtet (unliebsame Preisüberraschungen vermeide ich mir dadurch)
    Sehr konsequent! Bravo!

    Auch sonst kann ich Ihre Einschätzung der Tiger-Gastronomie uneingeschränkt bestätigen.

    Beste Grüße, Merlan

    Einen Kommentar schreiben:


  • brigante
    antwortet
    Vielen Dank für den detailierten bericht!
    Die beurteilung und auch der stil der speisen deckt sich verblüffend mit unseren erfahrungen, obwohl wir noch zu Göschel-zeiten dort waren, kurz vor seinem weggang: alles "gut", aber nichts wirklich herausragendes dabei, die desserts enttäuschend. Bei dem preisniveau erwarte ich mehr.

    Da ich von der Friedrich-küche im Zarges recht begeistert war (siehe SF-Bericht), wollte ich eigentlich auch bald mal in den Tiger. Aber nun werde ich davon wohl erstmal absehen.

    grüße
    b.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Hochemer
    antwortet
    Hier nun der von mir versprochene Bericht:

    Kurzfassung:

    Ein von mir sehr geschätzter User dieses Forums antwortete mir per Mail auf meine obige Frage (normal veröffentliche ich Mailnachrichten nicht, da hier aber nichts persönliches geschrieben wurde mache ich mal eine Ausnahme) "Gut, aber nicht umwerfend *+" und diese Aussage kann ich von meiner Seite aus bestätigen.

    Langfassung:

    Seit Jahren auf meiner 'to do Liste' und nun endlich mal realisiert: Ein Besuch im Tigerpalast incl. Show und Restaurantbesuch. Zur Wahl stand ein inkludiertes Bistro-Menü oder der Besuch des à la carte Restaurants, als Mitglied dieses Forums war die Wahl natürlich schnell getroffen.

    Laut Aussage der Hotline sollten drei Stunden vor Showbeginn locker reichen um einen entspannten Besuch des Restaurants zu gewährleisten, so traten wir kurz vor sieben Uhr erwartungsgespannt im Tigerpalast ein. Bereits hier war ersichtlich, das durch die drei Gastronomiebetriebe (Bar, Restaurant, Bistro) und der zwei Shows am Abend eine ständiges Ein und Aus herrscht und das Ganze damit etwas hektisch macht, eine richtige Ruhe außerhalb des Restaurants ist am ganzen Abend nie eingetreten. Überrascht waren wir auch trotz der hohen Preise noch eine Garderobengebühr bezahlen zu müssen, es ist kein schöner Empfang gleich in die Geldbörse greifen zu müssen.

    Nach dem freundlichem Empfang im (Keller) Restaurant wurden wir zu unserem Platz geleitet, zum Glück einer von zwei Tischen in einer Art Nische, die eine Privatatmosphäre gewährleisten und nicht so gedrängt wie an den anderen Tischen. Da es keine Aperitifkarte gibt wurde auf die angebotenen Champagnermarken verzichtet (unliebsame Preisüberraschungen vermeide ich mir dadurch), an den Nebentischen wurden jedoch auch überraschender Weise Sektmarken angeboten. Auch hatten die von uns einsehbaren Tische alle ein festes Menü und kein à la carte Angebot, es scheint das es für das Restaurant auch ein Pauschalangebot angeboten wird, was aber gar nicht in unserem Sinne war und auch nicht gewollt war.

    Nun studierten wir die überraschend große Speiseauswahl und stellten uns eine Mischung aus dem Menü und der à la carte Gerichte mit vier Gängen zusammen. Sehr fair war es, das trotz der Mischung nur der normale vier Gang Preis berechnet wurde. Forumsfreundlich wie ich bin hatte ich im Vorfeld schon um eine Kopie der Speisekarten gebeten um die Gänge hier genau schreiben zu können, leider war das Menü jedoch nicht bei den Kopien dabei so dass ich leider doch nicht genau die Gerichte so schreiben wie bestellt kann.

    Zuerst wurde aber der Wein bestellt, auffällig auf der großen Karte war, das viele der günstigsten Weine (so um die 40 Euro rum, nach oben ging es bis zum vierstelligen Bereich) ausgetrunken waren, auch der erste von uns ausgewählten Wahl vom Winzer Weil war nicht mehr verfügbar obwohl nicht auf der Karte vermerkt, von der nächsten von uns gewählten Wahl war es die letzte Flasche, so dass es scheint das die Masse der Gäste sich in diesem Preisniveau die Weine aussucht und eine Nachlieferung in dieser Preissegment nötig wäre.

    Als Gruß aus der Küche kam eine Variation aus Lachs und Blumenkohl, von der Menge wäre dies bei vergleichbaren Restaurants in mehreren Gänge serviert worden, die ganzen Portionen waren sehr großzügig, meine vier Gänge plus dem Gruß waren fast zuviel des Guten, bei einem Gang mehr wäre ich geplatzt. Serviert wurde ein Lachstartar mit einem aromatischem Mousse vom Blumenkohl, ein leichtes Blumenkohlsüppchen mit einem Spieß vom gebratenen Lachs und einem Salat vom Blumenkohl mit geräuchertem Lachs, die Gerichte konnten überzeugen außer dem Spieß vom Lachs, der war einfach versalzen. Trotzdem ein schöner Einstieg in die Küche von Herrn Friedrich.

    Als erster richtiger Gang gab es kanadischer (fairerweise auch so auf der Karte erwähnt) Hummer mit Passionsfruchtsoße, ein frisches Gericht, zwei große feine Stückchen Hummer eingepackt in (Algen?) Blätter, im Nachhinein der Höhepunkt des Abends.

    Als zweiten Gang dann auf der Haut gebratenes Filet vom Saibling (falls jemand vom Restaurant mitliest, ich hoffe das ich die Gänge alle richtig wiedergebe, da mir das Menü nicht vorliegt können kleine Erinnerungsfehler auftreten), der Fisch ordentlich gebraten und von der Menge her in anderen Restaurants als Hauptgang für zwei Personen serviert (wer es denn mag, mir wäre eine kleinere Portion lieber gewesen um den Rest des Menus zu genießen), aber etwas mehr Kick hätte der Gang vertragen können, handwerklich perfekt aber ohne einen Begeisterungssturm auszulösen.

    Der Hauptgang habe ich jetzt endlich auch einmal schriftlich vorliegen: "Rücken und Bauch vom Mangalitza Schwein mit Spitzkohl und Kümmelkrapfen" und hier muss ich mich outen, ich kann mich nicht erinnern in Restaurants dieser Preisklasse (und das waren schon einige) ein Schweinegericht als Hauptspeise bestellt zu haben, aber irgendwann muss man ja mal einsteigen. Das Experiment für mich ist aber nicht ganz gelungen, keine Ahnung ob dies so sein muss, aber der Bauch war wohl knusprig gebraten aber zu geschätzten 97,6 % nur Fett. Bei meiner Begleitung waren der Fettanteil viel viel geringer und essbar, mein Teil für mich nicht. Der Rücken war ok, konnte aber auch nicht entzücken und der Kümmelanteil bei den Krapfen unterhalb der Ermessungsgrenze. Der Spitzkohl und die Soße waren in Ordnung.

    Obwohl es keine großen Hänger bei dem Serviceablauf gegeben hatte, war es nun nur noch wenige Zeit bis zum Showbeginn und es wurde etwas hektischer um allen Gästen in dem ausgebuchten Restaurant ihre Nachspeise zu servieren, bei mir war es "Sacher mit drei Texturen und Aprikose", leider sehr übersichtlich im Gegenteil zu den restlichen Gängen und schnell gegessen ohne Erinnerungswert. Da meine Begleitung den Käsegang wählte (aus Zeitgründen keine Auswahl sondern ein Teller mit acht Käsesorten) und die Verzehrung länger dauerte bat ich um ein Bällchen Ginger Ale Sorbet für die Wartezeit, dies konnte leider nicht realisiert werden da es frisch zubereitet würde und die Zeit nicht reichte, man würde es aber gerne während der Show servieren (dies war mir aber etwas zu extravagant). Gleich danach wurde uns auch schon die Rechnung überreicht ohne Frage nach Degestiv oder Kaffee etc, dazu reichte leider die Zeit nicht, schade.

    Falls es ein nächsten Mal gibt würde ich früher kommen um einen geruhsamen Abend verbringen zu können, um Schweinehauptgänge einen großen Bogen machen und wünschen das die Weinkarte aktualisiert wird, ein gelungenen Abend war es aber trotzdem.

    Da wir kein Zirkusforum sind nur kurz zur Show: 2 1/2 unterhaltsame Stunden (7 Programmpunkte plus einem Edith Piaf Verschnitt), leider aber sehr eng gestellte Tische. Eine schöne Geste war die nachträgliche Servierung der guten (unbestellten) Pralinen für den Restaurantbesuch.

    Und falls jemand wie wir auch noch übernachten will bietet sich das NH City Hotel an, ist nur paar Schritte entfernt und empfehlenswert.
    Zuletzt geändert von Hochemer; 11.09.2010, 14:57.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast-Avatar
    Ein Gast antwortete
    Upps...

    - tschja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! :cheers:

    Danke und dann warte ich halt weiter.

    Ein demütiger Hedonist wünscht einen schönen Abend

    Einen Kommentar schreiben:

Lädt...
X