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Main Tower Restaurant*, Frankfurt

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  • Main Tower Restaurant*, Frankfurt

    Der Name des Restaurants lässt schon vermuten, dass es wohl in einem der Türme der Frankfurter Skyline untergebracht ist. Und dorthin geht es per Hochgeschwindigkeitsaufzug in den 53. Stock, von dem aus man einen spektakulären Ausblick auf die Mainmetropole hat. Selbstverständlich gibt es nur Fensterplätze, damit jeder Gast neben dem kulinarischen Genuss auch einen uneingeschränkten visuellen hat.

    Wir kennen diese Location noch aus der Zeit, als Juan Amador neben seinem ***-Restaurant in Langen hier die Patronage übernommen hatte und engagiert aufkochen ließ. Das ist lange vorbei und das Restaurant dümpelte mit Allerweltsküche dahin und zog Gäste im Wesentlichen wegen der spektakulären Aussicht an.

    Seit einiger Zeit aber betreibt die britische Compass Group das Restaurant, laut Wikipedia ein börsennotiertes Catering- und Facilitymanagement-Unternehmen, das mit jährlich 4 Milliarden produzierten Mahlzeiten der größte Cateringanbieter weltweit ist. Nun will man offenbar auch in den Fine-dining-Bereich einsteigen und hat hierfür in Frankfurt den jungen Martin Weghofer engagiert, der zuletzt im Luce d´Oro** von Schloss Elmau gearbeitet hatte und hier schon nach zwei Jahren den ersten Stern in den Maintower holte. Eine bravouröse Leistung des heute gerade mal 25-jährigen Chefkochs!

    Unser Menü:

    Dashi | Gemüse
    Tartellette | Aal | Wasabi
    Fjord-Lachs-Zweierlei
    Kalamansi-Eis | Buttermilch-Espuma

    HAMACHI I KABOCHA KÜRBIS I GALGANT I ERDNUSS

    BALFEGO THUNFISCH I SCHWARZER RETTICH I MANDARINE I IMPERIAL GOLD KAVIAR

    MISO AUBERGINE I KALBSBRIES I BUCHENPILZ I SAUERKIRSCHE

    ROTER CARABINERO I KAROTTE I VERBENE I MANGO

    FRANZÖSISCHE TAUBE I SCHWARZER TRÜFFEL I ROTE BETE I SHISO

    AMALFI ZITRONE I KOKOS I THAI BASILIKUM I KALAMANSI

    GIANDUJA NOUGAT I TAMARINDE I BANANE I PHYSALIS

    KULINARISCHER AUSKLANG


    Das liest sich schon einmal sehr ambitioniert und spannend. Ist es auch! Mit fünf aufwendig gearbeiteten Amuses, Pre-Dessert und einem nicht enden wollenden kulinarischen Ausklang wird das 5-7gängige Menü höchst beeindruckend eingerahmt, so dass man sich fast schon in einem „Mehr-Sterner“ wähnt. Um es vorweg zu nehmen: Das Potential hierfür ist bei Martin Weghofer und seinem Team zweifellos vorhanden.

    Aber der Reihe nach, und ich versuche, diese Küche einmal schlagwortartig zu beschreiben:
    • Die Gerichte Weghofers sind nicht nur asiatisch inspiriert, sie bedienen sich vorwiegend und prägend asiatischer Geschmacksbilder, ohne sich auf eine bestimmte Region festzulegen. Dennoch bleibt die Basis eine europäische, die asiatische Komponenten betont und geschickt einsetzt.
    • Alle Gänge sind höchst aufwendig gearbeitet und erzeugen in ihrer vielschichtigen Zusammensetzung immer ein positives Geschmackserlebnis. Dass bisweilen das Hauptprodukt nicht so sehr im Mittelpunkt stehen kann, liegt sicherlich an der intensiven Nutzung asiatischer Zutaten, die mit Umami und gelegentlicher, aber angenehmer Schärfe eher das Gericht prägen.
    • Weghofer arbeitet in fast allen Gängen vorbildlich mit unterschiedlichen Texturen. Nüsse und Kerne spielen hier eine Rolle, aber auch Früchte, Gemüse und Eisiges. Letzteres setzt die Küche meines Erachtens zu häufig ein, zumal nach der Gemüsebrühe zu Beginn bis zum dritten Gang nichts Warmes mehr auf den Tisch kommt.
    • Die Küche zaubert wunderschöne Teller-Bilder, die den dafür nötigen Aufwand nur erahnen lassen. Hier wird eine Kunstfertigkeit sichtbar, die die Eleganz der Gerichte eindrucksvoll unterstreicht.
    • Neben hervorragenden Produktqualitäten insbesondere im Fisch-Bereich werden leider auch Komponenten verarbeitet, die geschmacklich eher schwach ausgeprägt sind. Ich denke hier an den Kaviar und die Trüffel, die in bester Qualität für ein Gericht prägend sein sollten. Die eingesetzten Früchte spielen dagegen bisweilen eine zu dominierende Rolle, wenn ich als Beispiel die Sauerkirsche zum Kalbsbries nehme.
    • Dies ist dennoch insgesamt eine Küche zum Genießen, die von Leichtigkeit und Raffinesse geprägt ist.
    So viel zur Küche und dem herausragenden Talent von Martin Weghofer, von dem man in den nächsten Jahren sicherlich noch viel Positives hören wird, zumal er ja erst am Anfang seiner Karriere steht und dem sich in Zukunft wohl noch manche Türen öffnen werden.

    Die Leistungen des Restaurants wären aber unvollständig beschrieben, wenn dem Service nicht ein besonderer Absatz gewidmet würde. Zwei junge Damen und ein junger Mann bewältigen mit Bravour all das, was letztlich erst den Charme eines Restaurants ausmacht. Sie sind engagierte Mittler zwischen Küche und Gast, sie wissen ihre Weine und alkoholfreien Alternativen kenntnisreich zu präsentieren, vor allem aber sind sie offen und charmant im Gespräch mit dem Gast, was man vielleicht mit „herzlich gastlich“ ganz gut umschreiben kann.


  • #2
    Mein Mann und ich sind auch total begeistert von Martin Weghofer.
    Als wir das erste Mal im Restaurant waren, waren wir so begeistert, dass wir noch am selben Abend eine neue Reservierung vorgenommen hatten.
    Vielen Dank für den schönen Bericht.
    Jetzt haben Sie mich total wuschig gemacht und ich überlege mir, wann wir wieder nach Frankfurt fahren.

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