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The O'Room by Tom Wickboldt * / Heringsdorf, Usedom

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  • The O'Room by Tom Wickboldt * / Heringsdorf, Usedom

    Ich komme gerade aus dem O'Room in Heringsdorf, dem neuen Restaurant von Tom Wickboldt im Marc O'POLO Strandcasino. Sehr interessantes Konzept dort mit Sternerestaurant, gehobenen Restaurant, Weinbar, Premium Foodshop, "Imbissstandwagen" und Modegeschäft. Während das Bekleidungsgeschäft im EG des ehemaligen Casinos ist, nimmt das Gourmetrestaurant baubedingt nur einen kleinen, schmalen Raum mit geschätzt um die 15 Plätzen in Anspruch. Könnte für den einen oder anderen zu eng sein bzw. zu wenig Privatssphäre bedeuten, hat mich aber weniger gestört.

    Das Ambiente empfand ich als sehr stimmig und und passend zur Marke Marc O'POLO. Weiße Tischdecken, klassische Teller und Kellner mit Krawatte sucht man demzufolge vergebens. Stattdessen gibt es braune Tische, graue Stühle und schwarzen Boden sowie die lockere Bedienung mit Hemd und Jeans, während die Speisen zumeist in schwarzen Schüsseln/Platten gereicht werden.

    Rein vom Kulinarischen her habe ich wenig zu beanstanden, handwerklich hat sowieso alles gepasst. Insgesamt gab es auf der Karte 10 Gerichte, die man frei zu Menüs zwischen 3 (80 €) bzw. 6 (110 €) Gängen zusammenstellen konnte. Dazu gab es vorher noch zwei Küchengrüße, ein Pre-Dessert sowie natürlich die Pralinen zum Schluss. Gut gefallen hat mir, dass Herr Wickboldt sich nicht in zu vielen Kleinigkeiten verzettelt, die Gänge aber dennoch nicht langweilig sind. Ohne jetzt auf die Gänge einzeln eingehen zu wollen, waren bspw. die Kalbsravioli auf Spinat und auch der Hauptgang mit zweierlei Fleisch vom Hirschkalb sehr gut. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wären es zum einen das Bressehuhn als zweiten Hauptgang (war relativ unspektakulär) und das Dessert, das mit Schokomus, Koriandereis und Kokosquadraten zwar viel Abwechslung bot, auf der anderen Seite aber auch relativ beliebig wirkte. Außerdem gab es einige Wiederholungen in den Gängen (z. B. viele Pilze) und dass in mehreren Gängen durch Fruchtcremes bzw. "-kleckse" der Kontrast zum Hauptprodukt hergestellt werden sollte. Das kann aber natürlich auch durch das Konzept der eigenen Menüzusammenstellung bedingt sein.

    An der Weinbegleitung habe ich hingegen nichts zu kritisieren, bin in der Hinsicht aber auch absoluter Laie. Allerdings ist Herr Lederer als Sommelier perfekt auf unserer Wünsche eingegangen und die Preise für die Begleitung (25-50 €) fand ich ebenfalls sehr fair.

    Insgesamt war auch das ein toller Abend in gemütlichem und absolut passenden Ambiente. Kulinarisch wurden meine Erwartungen vollens erfüllt und im Vergleich mit anderen 1*-Häusern, wie bspw. dem Stadtpfeiffer in Leipzig oder dem Bean&Beluga in Dresden, reiht sich der O'Room gut ein. Sicher gab es bei einigen Gängen meiner Ansicht nach noch Verbesserungsbedarf, aber es gab für mich andererseits auch keinen Ausfall. Es ist daher nun nicht so, dass man für dieses Restaurant extra nach Usedom reisen muss (aber dafür gibt es ja eigentlich auch genügend andere Gründe). Wenn man aber einmal da ist, dann gibt es auf der anderen Seite aber auch keinen Grund die Gelegenheit für einen Besuch bei Herrn Wickboldt verstreichen zu lassen. In dieser Hinsicht also durchaus eine Empfehlung meinerseits.

  • #2
    Danke für den Bericht, lieber Stardust. Da der O'Room ja nun in den Guides gut ein geschlagen ist, habe ich ihm mal einen eigenen Thread gegönnt.

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