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Kulmeck by Tom Wickboldt * / Heringsdorf, Usedom

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  • Kulmeck by Tom Wickboldt * / Heringsdorf, Usedom

    Anfang 2018 habe ich den O-Room in Heringsdorf besucht. Tom Wickboldt hat diesen mittlerweile verlassen und mit dem Kulmeck im Oktober 2020 ein paar Meter weiter sein eigenes Restaurant eröffnet. Grund genug auch dort mal vorbeizuschauen. Stilistisch bleibt er dort dem schon an seiner alten Wirkungsstätte praktizierten Casual Fine Dining treu. Preislich liegt das Restaurant bei fairen 150 € für das 7 Menü und ca. 10 € je Glas bei der Weinbegleitung.


    Hamachi & Meyer-Zitrone - Pak Choi, Koriander, Amaranth, Soja: Das Menü startet mit einem sehr fruchtigen Gericht, das aber ebenso durch eine gewisse Schärfe bestimmt wird. Der gebackene Pak Choi nimmt diese allerdings gut auf, sodass der Gang dennoch leicht essbar ist.

    Pochiertes Bio-Eigelb - Kartoffelschaum, Kalbskopfjus, Grünkohl, Champignon: Als Gegenstück dann ein sehr cremiges Wohfühlgericht. Keine komplizierten Kontraste in den Aromen, aber dafür sehr süffig. Der etwas derbe Grünkohl könnte manchen vielleicht stören.

    Geschmorter Spitzkohl - eingelegter Tannenspitz, Bacon, Steinpilz-Espuma, Rosmarin-Öl: Das Menü zieht wieder etwas an und liefert eine tolle Kombination aus süßem Spitzkohl, salzigem Bacon und einem säuerlichen Topping (Zutat ist mir leider entfallen)

    Gebratener Roma-Salat - Comté, Apfel-Staudensellerie-Gel, schwarzer Trüffel: Der nächste Gang springt wieder zwei zurück und kreiert ein überraschend harmonisches Zusammenspiel aus Salat und Trüffel. So gut wie es geschmeckt hat, hätte ich mir aber an dieser Stelle im Menü einen etwas frischeren Gang gewünscht.

    Challans Entenbrust & Alba Trüffel - Maronen-Kokos-Schaum, confierter Chikoree, Cidre-Gel, Piemonteser Haselnuss: Der Hauptgang kommt sehr klassisch daher, was aber in diesem Fall ausnahmslos als Kompliment zu verstehen ist. Fleisch und Schaum sind grandios, Chikoree und Gel als fruchtiger Gegensatz genau richtig proportioniert.

    Geeister Labömitzer Ziegenfrischkäse - Quitte, Preiselbeeren, Malz, Hibiskus: Das erste Dessert funktioniert gut als Erfrischung, hätte sich aber in kleinerer Menge eher als Predessert geeignet. Als vollwertiger Gang ist es durch den nur wenig aromatischen Käse etwas enttäuschend.

    Avocado Parfait - Ananas-Eis, Banane, Mais, Popcorn, Schokolade: Ganz anders dann das Hauptdessert. War das vor 3 Jahren noch der Schwachpunkt im Menü, gefällt mir es heute mit am besten. Auf überflüssige Spielereien wird verzichtet, stattdessen gibt es einen austarierten Gang, der das perfekte Gleichgewicht zwischen Frucht und Süße schafft.

    Mein Fazit bleibt im Vergleich zum O-Room größtenteils das Gleiche: Serviert wird hier ein hochwertiges Menü, das zwar immer produktfokussiert bleibt, aber auch genug verschiedene Facetten bietet um nicht langweilig zu werden. Die gemütliche und lockere Atmosphäre trägt zudem ebenfalls ihren Teil zu einem sehr vergnüglichen Abend bei.
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