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Um Hannover: Landgasthoefe, Wurst etc

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  • #16
    Es lohnt sich, von jeder Regel mal eine Ausnahme zu machen. Dankeschön!

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    • #17
      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
      Es lohnt sich, von jeder Regel mal eine Ausnahme zu machen. Dankeschön!
      Und unbedingt öfter. Das war so schön zu lesen. Vielen Dank.

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      • #18
        Zitat von cynara Beitrag anzeigen
        Und unbedingt öfter. Das war so schön zu lesen. Vielen Dank.
        +1

        Viele Grüße
        Q.

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        • #19
          Vielen Dank, lieber pp,
          also eine zweite Adresse neben der Ihrigen in Hannover, die besucht werden will.
          Ich habe ja mittlerweile einen gewissen Druck, doch mal nach WOB zu fahren, da läßt sich Hannover evtl. gut einbauen...

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          • #20
            +2
            Viele Grüße
            s.

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            • #21
              Vielen Dank für die Ermunterungen häufiger auch über Essen und trinken zu schreiben, ich werde dem eher weniger nachkommen.

              Denn... durch öffentliche Bewertung und Beurteilung der Leistung anderer, schaffe ich einen für mich als Gast gültigen Qualitätsanspruch, welchen ich nicht bereit bin mir selbst als Koch anlegen zu lassen. Es ist schwer öffentlich zu kommunizieren, dass eine Person zwar anspruchsvolle Küche kritisieren darf, auf der anderen Seite aber brachial einfachstes Essen schickt, ohne sich dafür zu schämen.

              Zudem sind meine Empfehlungen oft Adressen, die hier bei Weitem nicht jedem gefallen werden.

              Herrn Spherico hätte ich in Hannover aktuell eher in das neu eröffnete Mary´s im Luisenhof als ins Berggasthaus Niedersachsen geschickt. Ich traue dem ganzen noch nicht so wirklich aber für den Anfang ist es ein schönes, fast "Großstadtflair" bietendes Konzept, mit solider und dabei für Hannover recht innovativer Küche auf einem Niveau um 15-16 GMP.

              Leider ist der Lunch bereits ab der zweiten Woche eher gruselig formuliert, Schweineschitzel mit... oder gebratenen Fischauswahl an... oder Penne in, ohne eine Nennung was denn genau für Fisch da auf den Teller kommt. In der dritten Woche kommt die klarheit, es gibt mittags Hoki. Hier gibt es eine deutliche Divergenz zwischen kommuniziertem Anspruch und dem was auf den Teller kommt oder anders, der beste Platz der Stadt bemüht sich, schändlich den billigen Jakob zu machen. Abends hingegen scheint die Welt noch in Ordnung. Lammzunge mit Bohnen und Senfsause toll, Kalbsrücken aus dem Vakuum sehr solide auch wenn sich das Fleisch hierfür nicht eignet aber der Bries und die Pilzsauce dazu wirklich fein. Leider gehe ich auch abends zu niemandem der mittags Scheiße verkauft und sei es im schönsten und best gelegensten Gastraum der Stadt. Ein Mentalitätsproblem meinerseits aber sicher nicht das aller.

              Warum ich zudem nicht hier schreibe ist relativ einfach, ich wünsche mir das viele zu Besuch in unsere wunderbare Stadt kommen aber gastronomisch lockt da tatsächlich wenig.

              ...

              ...

              Zum einfach Essen:

              Zum "Wurst" essen gehe ich aktuell gern in die "Trattoria Emilia", hier könnte ich vermutlich einen Herrn Glauer hinschleifen, ohne dass er mich erwürgt.
              Die räumliche Gestaltung ist so katastrophal, dass es als Restaurant nicht eröffnen durfte und sich seither "Conceptstore" nennt, italienischer geht nicht in Hannover.
              Es riecht nach Küche und den an den Wänden baumelden Schinken und Würsten, die Tische und Bänke sind so eng gestellt, dass dicke Menschen es schwer haben in die "Kirchenbänke" einzusteigen, alles sehr einfach aber echt.

              Die Betreiberin ist Tochter emilianischer Gutsleute, sie machen Ihren eigenen Parma, haben ein Parmesenpatent. Der Onkel oder ähnliches hat eine Manufaktur für Pastafresca, gefüllte Pasta die wirklich nach etwas schmeckt. Auch wenn sie gefrostet importiert und nicht hier gemacht werden, gibt es in Hannover nichts vergleichbares. Die Weine, es gibt ungefähr 7 kommen auch irgendwie aus der Familie.

              Bei unserem ersten Besuch frage ich nach Büffelmozzarella für meine Frau, gibt es nicht wir... ein emilianisches und kein neapolitanisches Restaurant, mein Fehler. Vorweg isst man Salumi oder man isst nur salumi oder salumi e formaggi und dann Pasta. Secondi machen sie auch aber können sie nicht, wie ärgerlich.

              Sie können es wirklich einfach nicht auch wenn sie es sehr gut meinen.

              Gute Nacht

              Passepartout

              PS: wer Namen braucht, meldet sich via PM
              Zuletzt geändert von passepartout; 15.10.2014, 23:57. Grund: Ich denke alle die lesen was ich schreibe, haben es gelesen und manche Dinge sollte auch das Internet vergessen ;-)

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              • #22
                Der Satz des Tages. durchaus Stockholm-reif:
                "Mein Bistecca Pizzaiola, ich freute mich wie ein Kind auf dieses Fleisch, war ein in der Tomatensuppe meiner Frau gekochter Scheißdreck"

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                • #23
                  Das ist wie alles begann...

                  Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
                  Ich habe lange abgelehnt über Kollegen zu schreiben, jetzt ist es an der Zeit.

                  Ich war seelig und hoffe nicht der einzige Mensch zu sein, der begreift, dass man in Hannover und dem erweiterten Umland nicht an dieser Adresse vorbeifahren sollte.

                  Etwas außerhalb der Landeshauptstadt Hannover zwischen Wäldern und Feldern, liegt das beschauliche Gehrden und wiederum etwas außerhalb Gehrdens, den „Berg“ hoch und inmitten von Wald und Feld, steht ein kleines Berggasthaus in dem wir endlich zu einer Zeit die uns möglich war, einen Tisch bekommen hatten.

                  Nach kurzer Fahrt durch goldenes Oktoberwetter, kommen wir am frühen Abend an diesem wunderbar friedlichen, versteckten Ort an und freuen uns über eine in der Einfahrt platzierten Tafel mit der selbstbewussten Aufschrift: "Heute leider ausgebucht". Durch unsere erfolglosen Reservierungsversuche wissen wir, dass diese Tafel häufiger in der Einfahrt stehen muss, was auf dem gebotenen Niveau in unserer Region zudem fern ab von jeder Laufkundschaft, eine absolute Ausnahme darstellt.

                  Küchenchefin Dorothee Petersen-Jurke muss nicht nur gehoben, sie muss gut kochen können, sonst wäre es hier sicher genauso leer wie im August oder den anderen Gaststuben, in die wir auf unserer Suche nach Erfüllung eingefallen waren, welche aber fast alle über die feine Küche, das Kochen vergessen hatten. Viel Vorfreude auf die nominell beste Köchin weit und breit.

                  Der Empfang ist aufrichtig freundlich wenn auch etwas chaotisch, eine Eventagentur packt das Equipment einer Mittagsveranstaltung, von der noch immer einige im Gastraum sitzen. Wir haben es nicht eilig und genießen den Park, die Caspar David Friedrich Aussicht und die kühle Luft, bis Ruhe einkehrt und wir an unseren Tisch am Kamin geleitet werden. Schlicht, stilvoll, mehr ein schöner Wintergarten, weniger ein rustikales Gasthaus.

                  Da meine Frau aktuell keinen Wein trinken sollte, muss ich mir um die Rückfahrt keine Sorgen machen, wunderbar.
                  Cremant Rose und einen Winzertraubensaft zur Karte.

                  Die Auswahl ist klein aber gut, es gibt Feines, Grobes, Spannendes und Bekanntes, stilistisch irgendwo zwischen ländlich, regional gerollter Kalbsbrust mit Boullionkartoffeln, und französisch mediteranen Langustinen mit Salzzitronenrisotto. Durch eine puristische Präsentation und minimale Einflüsse moderner Garverfahren und Gewürznennungen erscheint es auf der Höhe der Zeit.

                  Als Amuse bekommen wir Ziegenkäseterrine mit Kräutervinaigrette, eine Pflichtübung mehr nicht.
                  Zusammen mit dem sensationellen Brot und sehr frischem, stachelbeerig, apfeligem Sauvignon 2013 von Gerhard Klein trotzdem ein Genuss.

                  Zur Vorspeise etwas Tatar vom Rind, Trüffel und Grüne Sauce, dazu mehr Brot. Sauerteig mit sehr krosser und doch dünnster Kruste und luftiger Krume. Bene.
                  Im Glas ein etwas gereifter grauer Burgunder, Zähringer Löwe Nr 29 aus 2002. Erdig, fleischig, im Zusammenspiel wirklich schön. Sehr einfach alles aber durch die Qualität der Produkte und die Präzision in der Zubereitung wunderbar.

                  Zwischendurch Langustinen, Risotto und Salzzitrone
                  Ein sensationelles Gericht gekrönt von zwei fetten Langustinen einer Größe und Güte, wie ich sie selbst in ** und *** Sternerestos kaum erlebt habe. Zartester Krustentierschmelz auf einem geschmeidigen, leicht bissig, käsigem Risotto, aus welchem immer wieder aber nicht bei jedem Bissen ein ganz wunderbarer Akkord in Maldonsalz trocken eingesalzener Amalfizitronen herausklang, umgossen mit einem Faden kräftiger, dunkler Hummersauce, aufgelockert von wenigen Stückchen, warmer jedoch roher und sehr intensiver Tomaten und einigen wenige Tropfen emulgierten Estragons. In anderer Präsentation locker***, so ein großes, „löffelweises“ Fest für die Seele.

                  Dazu sehr frisch, Weißburgunder & Chardonnay „Insel“ Schloss Reinhartshausen, Mariannenaue. Ein Spaßwein, frisch und knackig, dabei gerade leicht genug, um dem Risotto alle Spielräume zu überlassen aber nicht zu blass zu sein.

                  Zum Hauptgang gab es etwas Entrecote mit saisonalem Gemüse und Polenta. Sehr pur, keine offensichtliche technische Tiefe und erneut sehr gute Produkte und präzise Umsetzung. Schlicht ein Schmaus, umschmeichelt von Gigondas 2011 der Famille Perrin. Ein gemeiner Wein, viel zu gut trinkbar ohne Flach zu sein. Säure gibt es nicht, ein samtig weicher, fast süßlicher, leicht moderiger Fallobstspaß aus Syrah und Grenache, welche im Zusammenspiel auch einige klassische Merlotnoten treffen. Und was für ein nicht enden wollendes Stück Entrecote; Wein und Fleisch.

                  Als Käse, ich bekam einen gescheiten zudem opulent Portionierten, wenn auch leicht kalten Trüffelkäse aus dem Burgund, begleitet nur von etwas guter Butter und zwei Scheiben Brot. Dazu etwas Sautern, was runter ging aber mir weniger gefiel, lieber mehr Gigondas.

                  Es war der authentischste Abend den ich seit Ewigkeiten hier und im erweiterten Umland, unter und auch in den Sternen hatte und wir waren äußerst umtriebig, um irgendwann genau den einen Platz zu finden, an dem ich als Koch Mensch sein kann, weil nichts mich stört alles in Frieden geschieht, selbst die 14 Mann starke Schweizer Landmaschienenbauertruppe, vermochte nicht durch ihren fürchterlichen Lärm, den seelischen Frieden an meinem Tisch zu beeinträchtigen.

                  Sicherlich sind meine Eindrücke sehr subjektiv, schlicht weil ich diese 61ig jährige Frau bewundere. Ihre handwerkliche Präzision, ihr Können und ihre kulinarische Tiefe obwohl sie autodidakt kocht. Ihre fast kindliche Freude über wunderbare Produkte wie meine Langustinen, für die sie, nur weil sie sie haben will, knapp 120€/kg bezahlt, was man eher weniger in der Kalkulation bemerkt, denn der Gast kann ja nichts dafür. Sie fährt jeden Montag an die See und kauft Ihre Fische direkt vom Kutter des Fischers Ihres Vertrauens, Ihre leuchtenden Augen wenn sie über Ihren Pacojet, das Wasserbad und den Holdomat redet und seit drei Tagen hat sie einen Halogensalamander. Das Begeisterungsvermögen eines Kindes, geballt in einer der gestandensten und eigenwilligsten Frauen die ich je kennenlernen durfte.

                  Gute Nacht

                  Passepartout
                  Es sind nur noch wenige Tage bis...
                  http://www.restaurant-ranglisten.de/...-niedersachen/

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                  • #24
                    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude am neuen Schaffensort. Von Herzen.

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                    • #25
                      Lieber passepartout,

                      Ich wünsche einen guten Start und viel Spaß und Erfolg !

                      MfG, S.

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