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Tropeano Di-Vino, Hannover

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  • Tropeano Di-Vino, Hannover

    Biagio Tropeano ist in Hannover eine Institution. Als er 1989 im Stadtteil Buchholz in einem prächtigen Fachwerkhaus das „Ristorante Gallo Nero“ nebst Vinothek eröffnete, wurde italienische Küche in der Landeshauptstadt auf einem Niveau geboten, wie es sie damals dort noch nicht gab - fernab von Pizza und Spaghetti Carbonara. Als ausgebildeter Sommelier, der über lange Zeit auch zum Tester-Team des „Feinschmecker“-Magazins gehörte, konnte man sich ebenfalls auf spannende Weinentdeckungen verlassen.
    1997 eröffnete er sein eigenes Restaurant und 2003 mit dem „Tropeano Di-Vino“ zudem einen etwas informelleren Ableger im Stadtteil Kirchrode, der dann ab 2005 alleiniger Standort wurde. Das historische Fachwerkgebäude ist recht verwinkelt, im linken Teil eher sachlich eingerichtet, im Hauptraum mit groben Fliesen, Holzbalken und Empore eher ländlich gediegen.


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    Außenansicht
    Interieur (nach dem Service)
    Innenansicht

    Am Grundkonzept hat sich seitdem eigentlich kaum etwas verändert. Neben Vorspeisen (ca. 14-18€) gab es von jeher schon eine breite Auswahl an Carpacci (ca. 13-18€), die deutlich kreativer angelegt waren als anderswo. Pasta gibt es als Primi (ca. 15-18€) natürlich auch, Hauptgerichte als Secondi liegen bei ca. 24-30€. Biagio Tropeano war es immer schon wichtig, traditionelle Gerichte seiner Heimat zu präsentieren und moderat zu modernisieren. Kai Bachmann ist dafür seit langem sein Mann in der Küche.

    Warum auch immer, ist es doch schon wieder einige Jahre her, seit wir das letzte Mal im „Tropeano Di-Vino“ waren und so sind wir neugierig, wie sich die Küche mittlerweile präsentiert.
    Mein Mann startet mit einem Millefeuille von Kalbsrücken und Thunfisch. Beides ist optisch kaum zu unterscheiden, so ähnlich rosa sind die relativ großen Stücke gebraten. Knusperblätter liefern einen schönen Crunch und das Ganze durchzieht eine angenehme Limonen-/Kapernnote.



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    Millefeuille von Thunfisch und Kalbsrücken mit Zitronen-Kapern-Vinaigrette


    Für mich geht es mit einem Carpaccio vom Kalb los, dem in Curry gebratene Calamaretti eine feine exotische Note geben, ohne dass es zu parfümiert wirkt. Hier merkt man ein gutes Händchen für subtiles, aber pointiertes Würzen. Sehr gut.

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    Carparccio vom Kalb mit Calamaretti, in Curry geröstet

    Bei den Spaghettini mit Gamberoni, Pesto und Bohnen gefallen mir vor allem die erfreulich dünne Pasta und die fleischigen und sorgfältig gebratenen Gamberoni. Ansonsten bleiben die Aromen etwas laff. Es schmeckt nicht schlecht, aber das Pesto hätte durchaus etwas mehr Kraft vertragen.


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    Spaghettini an Pesto von Genueser Basilikum und Gambas in wildem Fenchel geröstet

    Deutlich mehr Wumms haben dafür meine Orecchiette, die mit gebratenen Gänseleberwürfeln und einer kräftigen Bratensauce zwar deftig, aber durchaus elegant daher kommen. Dass vom Brokkoli nur die Röschen verarbeitet wurden, halte ich für sehr geschickt, weil dadurch die cremige Struktur des Gerichtes auf positive Weise unterstützt wird.


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    Orecchiette mit Brokkoli, Knoblauch und Chili mit Würfeln gebratener Gänsestopfleber

    Unspektakulär, aber dafür sehr ordentlich gemacht ist der Hauptgang meines Mannes. Das üppig bemessene Kalbskotelett ist auf den Punkt gebraten, das Safranrisotto cremig und die Sauce kräftig. Die Kaiserschoten sind eher harmlos, stören aber auch nicht. Es gibt nichts wirklich auszusetzen an dem Gang und Fleischfreunde können mit dieser klassischen Ausführung auf jeden Fall glücklich werden.


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    Mailänder Kalbskotelett auf Safranrisotto und Kaiserschoten mit Chili

    Ich hingegen habe Lust auf etwas Ausgefalleneres und freue mich daher umso mehr auf die gelungene Kombination von Steinbutt mit Schweinebäckchen. In dieser Zusammenstellung hatte ich das bisher auch noch nicht und bin überrascht, wie gut das funktioniert. Die Sauce ist zwar etwas milder als beim Kalbskotelett, aber das muss sie wohl auch sein, um dem Fisch noch genug Raum zu geben. Dennoch ist das eine würzige und spannende Zusammenstellung, die zusammen mit den sehr guten Kartoffelplätzchen und den Bohnenkernen viel Spaß macht.


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    Gebratenes Steinbuttfilet mit Spanferkelbäckchen und Favebohnen auf Scampisauce

    Es soll ja Leute geben, die einem Dessert grundsätzlich Käse vorziehen. Zu denen gehöre ich zwar nicht, aber gegen eine gepflegte Käseauswahl wehre ich mich auch nicht. Biagio Tropeano bietet hier ein gut bestücktes Käsebuffet, das in der Mitte des Gastraumes aufgebaut ist. Ich lichte das nur der Ordnung halber ab. Mein Sättigungsgrad ist gut fortgeschritten und so begnüge ich mich mit einer Süßspeise. Da man hier aber auch einfach nur einen Wein trinken kann, wäre der Käse jedoch sicherlich eine passende Begleitung.


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    Käsebuffet

    Für mich soll es ein geeister Schaum vom Blutpfirsich sein und in der Tat weisen die Quader eine tolle, fluffige Konsistenz auf, wie man sie im geeisten Zustand selten hat. Das Eis dazu ist ebenfalls vom Blutpfirsich und eine Walderdbeersauce rundet das etwas eindimensionale Dessert ab. Lecker ist es dennoch.


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    Geeister Schaum von Blutpfirsich auf Walderdbeersauce

    Klassisch und sehr gut gefällt mir auch das Halbgefrorene von Himbeeren auf der anderen Seite des Tisches. Vor allem die eingearbeiteten Nüsse und Pistazien geben einen netten Crunch und sorgen für mehr geschmackliche Tiefe. Ansonsten ist aber auch hier nicht mit größeren Extravaganzen zu rechnen. Bei den Desserts bleibt man recht geradlinig und schnörkellos.


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    Himbeerparfait mit Schokoladenblättchen auf Vanille-Gallianosauce

    Biagio Tropeano ist an diesem Abend zunächst nicht im Haus, so dass die Weinberatung durch den ansonsten freundlichen Service eher etwas oberflächlich bleibt. Letztlich ist es aber ein Wein, der uns gut gefällt. Etwas überrascht bin ich über das sehr faire Preisniveau der Weinkarte, die bei den Weißweinen, soweit ich mich erinnere, nicht mal die 5o Euro-Marke reißt. Das hatte ich von früheren Besuchen anders abgespeichert.

    Es ist zwar Sonntag Abend und das Restaurant ist auch nur mäßig besucht. Vielleicht ist das der Grund, dass mir das Tempo etwas zu zügig erschien. Nächstes Mal würde ich da sicher etwas sagen, denn das Essen hat sich wirklich gelohnt und mich sehr positiv überrascht. Vor allem die etwas ungewöhnlicheren Kombinationen aus Fisch und Fleisch haben mir gut gefallen, ebenso wie die Pastagänge, die deutlich abseits des Mainstream angelegt sind. Bei den Desserts sehe ich noch etwas Luft nach oben, aber im Zweifelsfall kann man sich ja auch an der ausgiebigen Käseauswahl schadlos halten.

    Zu späterer Stunde kommt Biago Tropeano doch noch und macht seine Runde, erkundigt sich, was wir hatten, wie es uns gefallen hat und was wir getrunken haben. Das ist ehrliches Interesse und beweist, dass er nach wie vor einer der charmantesten Gastgeber der Stadt ist.
    Alla prossima volta!

    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/tropeano-di-vino-hannover/


  • #2
    Danke für den Bericht und das Foto vom Käse. Das Restaurant habe ich bisher in Hannover gar nicht wahrgenommen.

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