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Gasthaus Lege, Burgwedel

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  • Gasthaus Lege, Burgwedel

    Nach vielen Take Away Menüs, die wir in den vergangenen Monaten vor allem in und aus Köln genießen konnten, war es mal wieder Zeit, der Heimat einen kulinarischen Besuch abzustatten. Zwar hatten wir uns verschiedentlich mit Sushi außer Haus versorgt, aber Menüs gab es tatsächlich seit Silvester nicht mehr. Was auch daran liegt, dass wir uns halt häufig Essen aus der Stadt am Rhein mitgebracht hatten.

    Nun aber hatten wir mal wieder Lust, uns in der Region zu bedienen und dabei auch etwas Neues auszuprobieren. Die Wahl fiel dabei auf das „Gasthaus Lege“ von Hinrich und Claudia Schulze im Burgwedeler Ortsteil Thönse.
    Vielleicht ist es der nicht ganz zentralen Lage zuzuschreiben, dass dieses Restaurant nicht so sehr im medialen Fokus steht, aber nicht ohne Grund ist es regelmäßig mit 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet und zählt damit zu den zuverlässigen Adressen der Region.

    Eigentlich soll das Menü, das nur am Samstag ausgegeben wird, bis zum Dienstag bestellt werden. Wir sind in unserer Entscheidungsfindung mal wieder kolossal zu spät und so greifen wir am Donnerstag zum Telefon, um zu erfragen, ob vielleicht doch noch etwas möglich ist. Und tatsächlich kann uns die wie immer überaus herzliche Claudia Schulze nach kurzer Rücksprache mit ihrem Mann grünes Licht für den Ausflug nach Thönse geben.

    Das Menü umfasst vier Gänge und kostet 50 Euro pro Person.
    Anders als bei unseren bisherigen Take Away-Angeboten überrascht hier schon mal die Tatsache, dass die Gerichte komplett vorbereitet sind und man sich nicht auf unzählige Schälchen und Beutel mit Einzelkomponenten einstellen muss.


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    Die Komponenten

    Mengenmäßig wirkt das zwar erst mal etwas überschaubar, aber es sei schon jetzt verraten, dass das sehr täuscht.

    Mit der Vorspeise wird es elegant und rustikal gleichermaßen. Die Scheibe vom gefüllten Zander ist feinstes Handwerk. Der Fisch perfekt gegart mit feiner Kräuterfarce, akkurat geschnitten und wirklich schön anzuschauen. Oben auf in feinen Streifen fermentierte Steckrübe, die sich immer mehr zu einem meiner liebsten Wintergemüse entwickelt ob ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Separat gibt es einen Salat aus allerlei typischen saisonalen Gemüsen. Wir machen Karotten, Blumenkohl, Grünkohl, erneut Steckrübe, Brokkoli, Sellerie, Kohlrabi aus, die ein wenig wie gepickelt wirken, aber nicht so säuerlich angemacht sind. Insgesamt ist das etwas zurückhaltend gewürzt, aber dennoch überzeugend. Verglichen mit den ganzen Multi-Komponenten-Vorspeisen der vergangenen Monate, die oft einen exotischen Touch hatten, ist das hier das komplette Gegenteil. Es wirkt ein wenig wie der Gegensatz zwischen rheinländischer Großstadt und niedersächsischer Region. Beides hat aber seinen Platz und beides gefällt uns gerade sehr gut.


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    Gefülltes Zanderfilet, fermentierte Steckrüben, Gemüsesalat

    Ähnlich geradlinig präsentiert sich auch die folgende Kräutersuppe. Das liest sich erst mal etwas unspektakulär, aber was sich im Teller zeigt, ist kräftig gewürzt und stellt die Kräuter deutlich in den Vordergrund. Etwas Sahne und Butter tun sicher auch ihr Übriges dazu, dass sich ein sehr volles Mundgefühl ergibt. Das Wachtelei geht als Einlage in der schönen Suppe zwar fast ein wenig unter, aber es vermag doch zu überraschen, weil es nicht komplett hart gekocht ist, sondern noch eine gewisse Cremigkeit mitbringt. Als Einlage allerdings fühlt es sich schon arg allein. Vielleicht lässt sich hier künftig noch etwas als Gesellschaft dazu gesellen. Aber köstlich ist die Suppe allemal.


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    Gartenkräutersuppe, Wachtelei

    Der Hauptgang wird in der Schale samt eingestochener Folie im Backofen erhitzt. Dass bei dieser Zubereitungs- und Aufwärmmethode keine knusprigen Elemente erwartet werden können, ist klar und so haben wir ein klassisches Tellergericht vor uns. Die Kalbshaxe ist zart und sehr aromatisch gegart. Begleitet wird sie von Kartoffeln, Spinat, Würfeln von Pastinaken und Scheiben von Topinambur. Die sind halt relativ weich gegart, was sie nicht weniger schmackhaft macht. In knuspriger Form hätten sie einen schönen Texturkontrast beisteuern können. Aber noch einmal: Wir sind hier nicht in irgendeinem hippen Szene-Restaurant, sondern in der niedersächsischen Region und da passt das schon. Dies ist ein sehr befriedigendes Hauptgericht. Für die zwar relativ dünnflüssige, aber sehr geschmackvolle Jus holen wir uns einen Löffel, weil wir auch davon nichts umkommen lassen möchten.


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    Kalbshaxe in Kräuterbutter gebraten, Spinat, Topinambur, Pastinaken und Kartoffeln

    Beim Dessert gibt es für uns eine Premiere, denn bisher gab es in keinem Take Away-Menü, das wir hatten (und so wenige waren es ja nicht) ein Eis. Hinrich Schulze gibt zu seiner Limonencreme mit Mandelbiskuit und eingelegten Erdbeerscheiben ein Sorbet von Erdbeeren. Das übersteht den 30 km-Transport nach Hause unbeschadet und bereitet uns am Abend viel Freude. Sollte das Sorbet aus aktuell verfügbaren Erdbeeren gemacht worden sein, hat man offenbar sehr geschmackvolle Exemplare erwischt, denn das Sorbet weiß zu überzeugen. Die Limonencreme ist erstaunlich fluffig, um nicht zu sagen federleicht und damit der perfekte Abschluss für ein Menü, das uns durchgehend gut gefallen hat.


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    Mandelbiskuit, Limonencrème, Erdbeersorbet

    Dass im „Gasthaus Lege“ grundsolide und geradlinig gekocht wird, hat Hinrich Schulze auch mit diesem Menü bewiesen. Seine Gerichte sind geschmackvoll und zeugen von ausgezeichnetem Handwerk. Das zeichnet seine Küche auch in „normalen“ Zeiten aus. Dann allerdings kann der Gast auch den formidablen und herzlichen Service von Claudia Schulze genießen. Ein Grund mehr, dass diese Zeiten hoffentlich bald zu Ende sind und wir dieses charmante Kleinod wieder besuchen können.

    #supportyourlocalrestaurants



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/gasthaus-lege-burgwedel/

  • #2
    Den Zander hast Du aber schön angerichtet!

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