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la vie ***, Osnabrück (geschlossen)

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  • #16
    In Ihrem Bericht loben Sie besonders das "unsüße Desert". Ich erinnere mich an einige Kreationen in dieser Richtung, die mich bei meinen beiden letzten Besuchen im La Vie beeindruckt haben, auch wegen ihrer Unverwechselbarkeit. Ich habe den Eindruck, dass in letzter Zeit einige Patissiers in diese Richtung arbeiten, in der ich noch einiges Potenzial sehe.
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 15.10.2010, 14:23.

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    • #17
      Vielen Dank, werter Brigante, für diesen schönen Bericht (inkl. der tollen Photos) !

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      • #18
        Lunch-Menu

        Auf meiner Reise gen Norden bot es sich an, einen kurzen Zwischenstopp bei Herrn Bühner einzulegen. Ich sah dies als bestmöglichste Stärkung für meine ca. 3 stündige Autofahrt - auf der für mein Empfinden, nicht nur nervigsten Autobahn überhaupt, nein auch der schrecklichsten Teilstrecke dieser: A 1 Münster -> Hamburg.
        So kehrte ich nun also zum Lunch-Menu ein. Da unser nächstes Treffen im La Vie sein wird, möchte ich von meinen (positiven) Eindrücken nicht zu viel erzählen und beschränke mich daher „nur“ auf Getränke und Essen.

        Ich hatte die Wahl zwischen dem kleinen Menü (69€ inkl. Wasser & Kaffee), bestehend aus:

        Gänsestopfleber als Crème
        (Coca Cola Gelee, Rucola, Granitée von Zitrone)
        oder
        Rotbarbe „Escabeche“
        (Cous Cous, Schafsmilch & getrockneter Reis)

        Amerikanisches Ribeye
        (Sauce Foyot, Chicoree, Champignonkartoffel,
        Jus, - Biskuit
        )

        Manjari Schokolade „luftig-flüssig“
        (Ananas, Kaschmir Curry Sorbet, Basilikum
        Coulis
        )

        und dem grossen Menü (84€ inkl ….) bestehend aus :

        Junger Lauch als Salat
        (Sepia, grüner Shiso & Rettich, Nashi Birne)

        Bouillabaisse (anders)
        (Calamari, Knurrhahn, Anchovis, Rucolacrème,
        Safrankartoffel
        )

        Reh im Gewürzsud
        (Rote Bete, Pilzerde, Balsamico in Gelee)

        Brebis de Pyrénées
        (Datteln fest-flüssig, Quitte & Tamarinde)
        oder
        „Süßer Schneeball“
        (Sauerrahmeis, Zitronenbaiser, Passionsfrucht)



        Als aufmerksame Leser haben Sie sicherlich festgestellt, dass das Menü des Monats Februar aus 3 Gängen, welche hier zu finden sind, besteht (1x im kleinen und 2x im großen Menü) .
        Nun denn, ich wählte die „kleine Auswahl“ und ergötze mich an dem Hausaperitif. Herrschaften, ich habe selten – ach, eigentlich noch nie – einen so vorzüglich schmeckenden, frisch-prickelnden Aperitif getrunken. Alleine hierfür lohnte sich der Besuch schon.
        Verwendet wird ein spezieller asiatischer Sud ( u.a. mit Ananas , Chili und Ingwer ), gepaart mit einem Riesling Sekt ( Graf von Plettenberg ?) und einem dünnen Streifen einer Limone. Köstlich!

        Als Amuse wurde ein Kürbiseis? mit Kartoffelschaum gereicht. Der lauwarme und würzige Schaum verbarg unter sich eine kleine Kugel Eis. Geniale Verbindung und ein perfekte, weil auch leichte Vorbereitung auf das nun folgende!
        Die Rotbarbe „Escabeche“ war auf den Punkt gegart und wunderbar gesalzen. Cous Cous und getrockneter Reis zusammen mit der Schafsmilch harmonierten perfekt. Insgesamt wunderbar leicht und mit intensiven Gewürzaromen.
        Das Stück vom Amerikanischen Ribeye - zart und saftig in seinem Jus, ein kleines Stück Chicoree – angebraten, und die Kartoffel in winziger Form eines Champignons zusammen mit der Sauce ergaben eine ausgewogene und sehr schmackhafte Konstellation auf dem Teller.
        Manjari Schokolade „luftig-flüssig“ war der perfekte Abschluss für dieses herrlich leichte Menü. Die genaue Darbietung auf dem Teller ist mir leider entfallen aber das Dessert machte seinem Namen alle Ehre!


        Fazit: für mich ein perfekter Zwischenstopp und für den Mittag ein wunderbar leichtes Menü. Auch das grosse liest sich gut und wird nicht zu schwer im Magen liegen. Nach diesem Besuch freue ich mich noch mehr auf den Februar und kann allen Mitgliedern, die sich noch nicht für das Menü angemeldet haben sagen, tun sie es, es wird sich lohnen!


        P.s. ein kleines Schmunzeln konnte ich mir nach dem Reichen der Rechnung nicht verkneifen. Diese wird in einer, für meinen Geschmack, sehr (zu) pompösen schwarzen Schatulle mit silbernem Deckel gereicht. Im Inneren mit der Rechnung und einem kleinen Anmeldezettel, ein Werbe-Flyer von Restaurant-Ranglisten.de
        Klasse, Herr Bühner macht für diese Seite Werbung!
        Zuletzt geändert von Schmackofatz; 24.01.2011, 10:54. Grund: Ergänzung

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        • #19
          Zitat von Schmackofatz Beitrag anzeigen
          ... ein kleines Schmunzeln konnte ich mir nach dem Reichen der Rechnung nicht verkneifen. Diese wird in einer, für meinen Geschmack, sehr (zu) pompösen schwarzen Schatulle mit silbernem Deckel gereicht. Im Inneren mit der Rechnung und einem kleinen Anmeldezettel, ein Werbe-Flyer von Restaurant-Ranglisten.de
          Klasse, Herr Bühner macht für diese Seite Werbung!
          Nicht nur er, werter Schmackofatz! Das nennt man wohl Win-Win-Situation!

          Beste Grüße, Merlan

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          • #20
            Zitat von Schmackofatz Beitrag anzeigen

            Gänsestopfleber als Crème
            (Coca Cola Gelee, Rucola, Granitée von Zitrone)
            Mich hätte ja interessiert, wie Sie die Foie Gras d'Oie mit Coca Cola Gelee und Zitronengranité gefunden hätten, hätten Sie das Gericht gewählt. Bis auf den Rucola genau das gleiche Gericht wurde vor kurzem in Dresden im Caroussel serviert (da fragt sich, wer sich da von wem hat "inspirieren" lassen). Ich fand die Kombination ok, aber ein bisschen überflüssig.

            Und übrigens: vielen Dank für den anschaulichen Bericht

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            • #21
              Zitat von rocco Beitrag anzeigen
              (da fragt sich, wer sich da von wem hat "inspirieren" lassen)
              Thomas Bühner hat die Kombination schon seit längerem im Angebot. Ich kann mich jedenfalls erinnern die Cola-Kombination vor geschätzt vor zwei Jahren auf der Karte gesehen zu haben. Die Zitronengratinée-Kombination gab es schoneinmal im Sommer/Herbst 2009 - und vielleicht schon in Osnabrück oder anderswo viel früher. Da müssen jetzt erfahrenere Esser weiterhelfen.

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              • #22
                Gestern war nun das Gourmetclub-Treffen. Wenn ich richtig gezählt habe, waren wir elf Teilnehmer und wurden im Obergeschoss des La Vie bewirtet. Soweit ich es sehen konnte, war das Haus mehr oder minder voll ausgelastetem so dass es mich besonders gefreut hat, dass sich Herr Bühner gegen Ende des Menüs die Zeit genommen hat, uns Fragen ums Menü und einige andere Dinge zu beantworten.
                Die Gruppe war an zwei getrennten Tischen platziert, so dass sich - jedenfalls an unserem Tisch - ein reges Gespräch entwickeln konnte. Allein schon aus diesen Gesprächsmöglichkeiten untereinander und mit Herrn Bühner hat es sich gelohnt an dem Abend teilzunehmen.

                Nun zum kulinarischen Aspekt, wobei ich betone, dass ich meine ganz persönlichen Eindrücke schildere, ich würde mich über Ergänzungen bzw. abweichende Meinungen sehr freuen, schließlich bietet so ein Abend ja auch die Möglichkeit mal über tatsächlich ein und dasselbe Menü im Forum zu schreiben.

                In einigen Kleinigkeiten wich den Menüfolge von dem hier veröffentlichten Plan ab, was aber sicherlich kein Nachteil war.

                Der Gang Büsumer Krabbe grün-weiß, Spargel, Mangold, Guave wurde als Amuse Gueule gereicht. Das Gericht war mit einer leicht süßlichen, wahrscheinlich auf Krabbenfond basierender Sauce angegossen. Mit den Krabben gab es verschiedene Möglichkeiten der Kombination: Ein leichter Cruncheffekt kam durch ein - wie Herr Bühner später erläuterte - aus dehydrierten und zerkleinerten Algen und diverse andere Zutaten gewonnenes Pulver dazu. Ein eher saftig-salziger Effekt entstand durch das Fruchtfleisch der Guave. Ein sehr schöner Auftakt, der auch sehr ein Gang im Menü hätte sein können.

                Der erste reguläre Gang war dann die Coquille Saint Jaques mit marinierter Schwarzwurzel, Joselito Schinken und Creme. Beim Wein hat Herr Oetzel - zumindest vom Etikett her gegenüber der ursprünglichen Planung etwas "aufgerüstet": Es gab einen 2009er Silvaner Stein GG vom Julisspital. Der Schinken und die Creme passten für mich sehr gut zur Muschel, vor allem dann wenn man etwas fettere Stellen des Schinken im Mund hatte. die Schwarzwurzel habe ich eher als "Nebendarsteller" wahrgenommen.

                Weiter ging es mit der Rotbarbe Escabeche mit CousCous, Schafsmilch und getrocknetem Reis. Dazu passte sehr gut der 2009er Vouvrray, ein Chenin Blanc von der Loire. Der Sinn des am Tellerrand platzierten Cous Cous hat sich sich mir für dieses Gericht nicht erschlossen, umso leckerer war aber die Rotbarbe selbst. Der getrocknete Reis gab zusätzlich Textur (mit dem Cous Cous war es mir dann zuviel "pulvriges" im Mund). Auch der Schafsmilch stützte und umschmiegte die Rotbarbe geschmacklich.

                Dann die Bouillabaisse (anders), Bestehend aus Calamari, Knurrhahn, Anchovis, Rucculacreme und Safrankartoffel. Viele Aromen, viele Kombinationsmöglichkeiten, ein sehr aufwendig gestalteter Teller mit verschiedenen Aromen. Der 2007er Jesuitengarten GG von Bassermann-Jordan konnte dies alles gut mitgehen und hätte würde mir auch als Solist sehr gut gefallen.

                Dann folgte ein zusätzliches Gericht, das auch nicht in den Menükarten auf den Tischen verzeichnet war und dass ich daher nur aus dem Gedächtnis widergeben kann: Langustine mit Blumenkohl und Raucharoma. Als die Glashaube gehoben wurde und der Rauch verflog, erinnerte ich mich, dass ich dieses Gericht bei meinem ersten Besuch im La Vie vor gut eineinhalb Jahren schoneinmal in dieser oder sehr, sehr ähnlicher Form gegessen hatte. Für mich war es damals einer der Höhepunkte des Menüs und auch dieses Mal war es für mich der stärkste Fischgang: der Rauch und die leichte Süße der Langustine und das Raucharoma bilden ein spannendes Geschmackspaar. Der Blumenkohl gab Crunch und ebenfalls eine leichte Süße hinzu.

                Nun folgte der Fleischgang, das war der Gang bei dem bei uns am Tisch die Meinungen am stärksten auseinander gingen. Ich muss sagen, dass ich ihn auch erst nach der genauen Darstellung durch Herrn Bühner, wie das Gericht zustande kommt, vollständig zu schätzen weiß: Reh pur heißt, dass die Sauce ohne irgendwelche "Zusätze" (also wirklich nur aus Reh, ganz ohne Gemüse, Wein oder sonst was). entstanden ist. Das Fleisch war das zarteste Reh, dass ich überhaupt bislang gegessen habe. Die Rote Beete stützt es perfekt. Die Pilzerde und das Balsamico-Gelee habe ich eher als Hintergrundgeschmack wahrgenommen. Glücklicherweise blieb es bei diesen wenigen Zutaten, so dass es sich tatsächlich aus das Reh konzentrierte. Etwas gewöhnungsbedürftig für einen Hauptgang war das Gericht in einem tiefen Teller angerichtet. Aber so blieben die Aromen zusammen, kulinarisch also absolut sinnvoll. Die Besonderheit des puren Reharomas offenbarte sich eigentlich nocheinmal dadurch, dass Herr Bühner aufgrund des Gesprächs über die Entstehung des Gerichts ein kleines Gläschen mit Rehjus und Rehfond servieren ließ. Der Unterschied so direkt nebeneinander schmecken zu können, war sehr erhellend und das sind letztendlich die interessanten Einblicke, die durch so ein besonderes Event möglich werden.

                Zum Abschluß gab es Berlepsch Apfel, warm - kalt - eiskalt mit Haselnuss Cookies, Joghurt und Pulver. In der Mitte des Tellers war ein schillernder Zuckerapfel platziert, der natürlich an Nadja Hartls Apfelstrudel erinnert. Aber der Geschmack dieses Desserts ist dann doch einzigartig. Klar schmeckbar war das sortentypische Aroma des Berlepsch. Cookies und Joghurt ergänzten lediglich, was aber kein Nachteil war.

                Für alle, die in den vergangenen Monaten noch nicht bei Thomas Bühner waren, kann ich noch sagen, dass er sein Menükonzept geändert hat. Die geschmacklichen Einstimmungen (und damit auch solche tollen Sachen, wie das Müsli mit Petersilienwurzelmilch) hat er (vorerst) aus dem Programm genommen. Wie ich aus dem Gespräch bei uns am Tisch schließen konnte, soll die Konzentration des Gasts mehr auf die eigentlichen Gänge gelenkt werden. Das geht sicherlich auf, ich muss auch sagen, vermisst habe ich die Einstimmungen nicht, allerdings waren sie natürlich auch eine Besonderheit für die Thomas Bühner stand.

                Alles in allem kann man weiterrätseln, warum der dritte Stern noch nicht verliehen wurde. Jedes der gegessenen Gerichte hätte auch aus einer drei-Sterne-Küche kommen können. Mir hat wiedermal das hohe Gesamtniveau des Menüs gefallen. Es können wirklich nur Nuancen sein, die es dem Michelin verwehren als quasi letzter Führer die Höchstnote auszusprechen.

                Der Bericht ist nun reichlich lang geworden. Ich würde mich über weitere Stimmen zu dem gestrigen Clubabend freuen. Der Abend war wirklich eine Empfehlung, Clubmitglied zu werden, zu einem der nächsten Abende zu kommen und / oder das Menü im La Vie auch auszuprobieren.
                Zuletzt geändert von QWERTZ; 13.02.2011, 12:13.

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                • #23
                  Lieber QWERTZ,

                  ohne Neid, aber mit großer Freude habe ich Ihren Bericht des gestrigen Abends gelesen. Haben Sie vielen Dabnk für Ihren (man kann es immer nur wiederholen) persönlichen Eindruck. Ich freue mich, dass Sie und die anderen einen so gelungenen Abend bei Herrn B. hatten, auch wenn der obere Raum für mich trotz Skygarden nicht an die Atmospähre des Erdgeschosses heranreicht.

                  Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                  Für alle, die in den vergangenen Monaten noch nicht bei Thomas Bühner waren, kann ich noch sagen, dass er sein Menükonzept geändert hat. Die geschmacklichen Einstimmungen (und damit auch solche tollen Sachen, wie das Müsli mit Petersilienwurzelmilch) hat er (vorerst) aus dem Programm genommen. Wie ich aus dem Gespräch bei uns am Tisch schließen konnte, soll die Konzentration des Gasts mehr auf die eigentlichen Gänge gelenkt werden. Das geht sicherlich auf, ich muss auch sagen, vermisst habe ich die Einstimmungen nicht, allerdings waren sie natürlich auch eine Besonderheit für die Thomas Bühner stand.
                  Diese "Umstellung" durften wir schon letztes Jahr erleben, und ich muss sagen, dass ich persönlich sie schade finde, da sie dem Menü eine besondere Note gab (selbst wenn früher manche Einstimmung als solche nicht funktionierte...). Aber vielleicht überrascht Herr Bühner mit etwas Neuem, seien wir also gespannt.

                  Herzlichsten Dank & Gruß!

                  PS: Ich warte auf ein Treffen im Süden...

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                  • #24
                    Auch wenn wir (zufälligerweise) nicht am "klassischen" Forumstisch gesessen haben, so war es doch ein sehr schöner Abend.

                    Wir sind noch immer total begeistert von der Küchenleistung und dem servierten Menü. Für mich ganz klar 3*, sogar im oberen Bereich.

                    Mich haben besonders die komplexen Gerichte begeistert bei denen Herrn Bühner mit verschiedensten Zutaten und Aromen spielt. Im Mund ergibt sich jedesmal eine Geschmacksexplosion, variierend nach den verwendeten Bestandteilen.

                    Herausragend für mich:
                    Die Krabben grün/weiß. Scheinbar viele Zutaten und doch ein harmonisches Ganzes.
                    Noch besser die rohe Jakosbmuschel mit Schinken knusprig und weich, marinierten Schwarzwurzel, einem Hauch Verveine und knusprigen, mit Tintenfisch gefärbten, fein zerriebenen Weißbrot. Ob nur zwei Zutaten, drei, vier oder alle, jedesmal neues Aroma. Begeisternd!
                    Die geräucherte Langustine mit Blumenkohl. Unglaublich! Scheinbar so einfach und doch so komplex.

                    Auch alle anderen Gänge auf Top-Niveau.

                    Ergänzen möchte ich noch den Ravioli von Perigord-Trüffel liquid mit (fantstischer) Erbsen Creme. Technisch perfekt gemacht, aber mir im Mund vielleicht eine Spur zu parfümiert.
                    Das Reh war für mich der "schwierigste" Gang des Abends. Etwas zu viel und etwas zu pur. Die Pilzerde deshalb ein sinnvolle Ergänzung, die das Fleisch schön erdete. Aber perfekt in der Zubereitung und ein puristisches Geschmackserlebnis.

                    Nicht so ganz glücklich war ich mit der Weinauswahl.
                    Der Silvaner sehr fruchtig und voll, der anschließende Chenin Blanc machte da nicht wirklich einen Stich. Für mich ein belangloser Wein.
                    Der Riesling wieder sehr gut und passend. Der Wein aus Mallorca zwar recht holzig, aber mit deutlicher Säure. Insgesamt ein Zick-Zack Kurs, dem ich nicht so ganz folgen konnte.

                    Jedenfalls eine ganz starke Leistung von Herrn Bühner und seinem Team und das erste Highlight 2011!


                    Gruß!
                    Zuletzt geändert von fragolini; 12.02.2011, 22:10.

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                    • #25
                      Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                      Ergänzen möchte ich noch den Ravioli von Perigord-Trüffel liquid mit (fantstischer) Erbsen Creme. Technisch perfekt gemacht, aber mir im Mund vielleicht eine Spur zu parfümiert.
                      Huch, in der Tat habe ich diesen Gang vergessen. Ich mochte den Gang sehr, weil die Trüffelaromatik etwas leichter wirkte, als ich es häufig bei Gerichten mit Trüffel empfinde (wahrscheinlich durch die flüssige Füllung).
                      Zuletzt geändert von QWERTZ; 12.02.2011, 22:30.

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                      • #26
                        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                        Die geschmacklichen Einstimmungen (und damit auch solche tollen Sachen, wie das Müsli mit Petersilienwurzelmilch) hat er (vorerst) aus dem Programm genommen. Wie ich aus dem Gespräch bei uns am Tisch schließen konnte, soll die Konzentration des Gasts mehr auf die eigentlichen Gänge gelenkt werden. Das geht sicherlich auf, ich muss auch sagen, vermisst habe ich die Einstimmungen nicht, allerdings waren sie natürlich auch eine Besonderheit für die Thomas Bühner stand.
                        Na ja, mit der "Konzentration auf..." wird immer gerne argumentiert, wenn man sich von langen Gewohnheiten trennen möchte. Aber ich verstehe Herrn Bühner, da diese Einstimmungen auch immer seine ganze Kreativität forderten und er sich nun auf seine eigentlichen Gänge konzentrieren möchte.

                        Ich muß gestehen, dass ich diese Kleinigkeiten vorneweg auch nicht vermissen werde, da sie mich nie so richtig überzeugt haben. So freue ich mich dann in ein paar Wochen auf das "schiere" Bühner-Menü und die Konzentration auf das Wesentliche.

                        Ihr Bericht, werter Qwertz, und der offenbar sehr positive Gesamteindruck der Club-Mitglieder beflügeln mich, die Kasseler Berge hoffentlich leichter zu überqueren.

                        Beste Grüße, Merlan

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                        • #27
                          Werter QWERTZ, vielen Dank für diesen Bericht ( da bin ich aber froh, dass Sie sich diese Bürde auferlegt haben ).
                          Aus aktuellem Zeitmangel werde ich zu einem späteren Zeitpunkt auf Ihren Bericht eingehen und kurz versuchen, die Eindrücke eines Novizen - wie ich es bin - zu schildern.

                          Eins kann ich aber schonmal verraten! Auch ich bin immer noch hellauf begeistert ob dargeboteten Leistung Herrn Bühners und des gesamten Abends.

                          Ich wünsche Ihnen allen einen erholsamen Sonntag!

                          Mfg Schmackofatz

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                          • #28
                            Hallo Qwertz,
                            vielen Dank für den Bericht. Es war wirklich ein sehr angenehmer Abend. Das Team um Thomas Bühner hat Maßstäbe gesetzt, das waren *** . Dazu ein freundlicher, excellenter Service.

                            Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen

                            Die Besonderheit des puren Reharomas offenbarte sich eigentlich nocheinmal dadurch, dass Herr Bühner aufgrund des Gesprächs über die Entstehung des Gerichts ein kleines Gläschen mit Rehjus und Rehfond servieren ließ. Der Unterschied so direkt nebeneinander schmecken zu können, war sehr erhellend und das sind letztendlich die interessanten Einblicke, die durch so ein besonderes Event möglich werden.
                            Die Herstellung hat Thomas Bühner im Film festgehalten, zu finden auf youtube

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                            • #29
                              Vielen Dank für die Berichte. Ich hatte Anfang Dezember das La Vie besucht und dort ein ähnliches Menü genießen können. Es ist interessant mal die eigenen Eindrücke mit denen anderer zu vergleichen.

                              Zitat von schnecke Beitrag anzeigen
                              Die Herstellung hat Thomas Bühner im Film festgehalten, zu finden auf youtube
                              Das gibt einen guten Eindruck mit welchem Aufwand dort gekocht wird. Als Chemiker sind mir diese Gerätschaften natürlich vertraut aber es fällt schwer bei den ersten Bildern an eine Restaurantküche zu denken.

                              Gruß
                              Jürgen

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                              • #30
                                Nun ein wenig Zeit gefunden, möchte ich Ihnen die Eindrücke von meinem ersten Mitgliederabend mitteilen. (Zufälligerweise) am “Clubtisch” gesessen legte sich meine Nervosität recht schnell ab. Die Gespräche waren locker und ich hatte eigentlich nie das Gefühl, nicht willkommen zu sein!
                                Im Nachhinein fand ich die Aufteilung auf zwei Tische und der deswegen unumgänglichen “Grüppchenbildung” etwas schade, da man dadurch mit den am anderen Tisch sitzenden Mitgliedern ( und deren Begleitungen ) den ganzen Abend nicht ins Gespräch gekommen ist.

                                Zum Menü :

                                Wenige Wochen zuvor bereits mittags Gast im La Vie gewesen zu sein, war ich sehr gespannt und in freudiger Erwartung auf das Menü und habe erneut eine nahezu perfekte Leistung erleben dürfen. So stelle ich mir eine ***-Leistung vor. Für mich bis dato das “Non-Plus-Ultra” an Geschmackskombinationen und Zubereitung der einzelnen Produkte.
                                Für mich ist es daher nicht einfach, einzelne Höhepunkte im Menü hervor zu heben. In Gedanken sitze ich immer noch am Tisch und schaue mit Ehrfurcht erfüllt auf die einzelnen Teller hinab .

                                Wenn ich mich jedoch auf meine Höhepunkte des Menus festlegen müsste, würde ich mit dem zu Beginn des Menus gereichten Amuse Gueule, der Büsumer Krabbe anfangen.
                                Ein grandioser Einstieg in das Menü, hervorragende Kombinationen und dieses crunchige Pulver - unbeschreiblich gut!
                                Wenn ich mich recht erinnere, gab es hier schon den Silvaner zur Begleitung dabei. Optimal temperiert und sehr fruchtig war dieser Wein eine Klasse Begleitung.

                                Als weiteren Höhepunkt würde ich die Langustine mit Blumenkohl und Raucharoma nennen.
                                Hierzu fällt mir nur ein, Wellness für die Sinne. In der Reihenfolge, visuell, olfaktorisch und gustatorisch ein perfektes Zusammenspiel und einfach herausragend!
                                Ergänzend, weil in den vorherigen Berichten noch nicht beschrieben, wurde begleitend auch ein Wein, welcher nicht auf der Menükarte stand, gereicht. Ich kann mich leider nur noch an das Herkunftsland Australien erinnern. Der Speisenteller vor mir hat alle anderen Synapsen in Beschlag genommen :hungry:.

                                Für mich ein weiteres Highlight, die Ravioli von Périgord-Trüffel mit der Erbsencreme. Die Ravioli, butterzart, zerfielen als ganzes in den Mund genommen und waren ein Segen für den Gaumen. Der nicht dominierende Trüffelgeschmack harmonierte hier perfekt. Für meinen Geschmack auch nicht zu parfümiert. Bessere Ravioli habe ich noch nicht gegessen!

                                Nicht als vollkommener Gang überzeugend aber in punkto Garpunkt ist sicherlich noch das Reh zu erwähnen. Ein besseres Stück Reh habe auch ich vorher noch nie auf einem Teller gesehen!
                                Allerdings jedoch konnte mich der Gang als Gesamtkonzept nicht überzeugen. Die sicherlich gut passende rote Beete hätte ich nicht vermisst wenn Sie nicht dabei gewesen wäre. Die Pilzerde noch eher als guten Begleiter aber auch kein besonderer. Das Balsamicogelee habe ich irgendwie überhaupt nicht wahrgenommen. Der Rehfond von extrem feinen und puren Geschmack, erlangte bei mir allerdings erst später pur im Vergleich mit dem Rehjus seinen außergewöhnlichen Reiz.
                                Hier hätte ich auch ohne Probleme noch mehr “Reh ohne alles” essen können .

                                Als weitere Ergänzung und für mich daher so interessant, weil bereits im Lunch-Menü gereicht, ein in das Menü eingebauter Gruß aus der Küche, der Kartoffelschaum auf Kürbiseiscreme. Im Lunch-Menü noch sehr aromatisch-würzig aber weit ab von jeder Schärfe, präsentierte sich dieser diesmal durch Beigabe von Curry von einer schönen und ausgewogenen Schärfe die den Gaumen angenehm umspielte. Schlicht aber herausragend, einfach toll!

                                Die Weinbegleitung war okay. Bitte berücksichtigen Sie, dass ich natürlich noch nicht über die nötige Erfahrung verfüge, einen Wein vollkommen zu “verstehen“. Ich verlasse mich hier auf meinen guten Geschmack.
                                Den Silvaner und den Riesling empfand ich sowohl als Begleitung wie auch als “Einzelspieler” herausragend. Der kräftige Chardonnay war nicht schlecht aber in Zukunft würde ich ihn doch eher nicht zum Essen trinken, sondern eher “pur” geniessen.
                                Der einzige rote an diesem Abend, der 2004 Laurona/Montsant, war für meinen Geschmack ein guter Begleiter zum Reh. Nicht dominierend aber dafür sehr fruchtig und mit reichlich Tannin versehen eine gute Ergänzung wenn auch kein “Rausreisser”.
                                Persönlich enttäuscht war ich vom Champagner zum Dessert. Ich muss dazu sagen, dass ich wohl eher ein Süssweintrinker zum Dessert bin aber auch vom reinen Geschmack her, konnte er mich überhaupt nicht überzeugen.

                                Fazit:
                                Ein in jeder Hinsicht vollkommener Abend. Kulinarisch mehr als überzeugend und vom Erfahrungsschatz her für mich unvergesslich und sicherlich prägend.

                                Resümierend kann ich nur noch sagen, jeder aber auch wirklich jeder Cent ist eine Mitgliedschaft hier in diesem Forum wert. Auch die in letzter Zeit kontrovers diskutierten Menüpreise ( ob 170 € in Osnabrück oder 299 € in Wolfsburg ) kann ich nur noch verteidigen.
                                Die Erfahrungen die ich gesammelt habe, sind einmalig und kann mir niemand mehr nehmen und ja, das ist es mir wert!
                                Ich freue mich auf weitere solch herausragende Abende!


                                Begeistert, Schmackofatz

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