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la vie ***, Osnabrück (geschlossen)

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  • Werter Herr Sternentor, ich zitiere mal aus meinem damaligen Bericht: "Der Spargel hat eine sagenhafte Wucht. Alles was das gewöhnliche Spargelaroma so komplex macht - der zarte Eigengeschmack und die Säure - ist hier um ein Mehrfaches potenziert, dazu tritt auch eine ganz leichte Bitternote, und der Gesamteindruck ist unglaublich harmonisch." Der Blanc-Spargel ist allerdings ein grüner. Dass man den weißen auch auf solches Niveau bringen kann, glaube ich eher nicht.

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    • Zitat von highendFood Beitrag anzeigen
      Wir haben Thomas Bühner im „La Vie“ vor wenigen Wochen besucht, um zu sehen, was sich in den letzten 2 Jahren dort getan hat. Extra für Herrn QWERTZ haben wir Gas gegeben und den Bericht über unseren Besuch im La Vie schneller fertiggestellt:

      Kopfsalat auf dem Teller

      Fazit:
      Dass überfrachtete Teller mit zwei Dutzend Komponenten in den seltensten Fällen funktionieren und Sinn ergeben ist keine Überraschung, aber gleichzeitig auch in gewisser Weise die Handschrift der Küche vom Thomas Bühner in den letzten Jahren. Man hat das Gefühl, dass sich sein Weg immer weiter in eine Einbahnstraße hineinbewegt hat, vor der viele andere rechtzeitig noch abgebogen sind. Leider gelingen die Versuche, mit fokussierter Produktküche in dieser Sackgasse zu wenden, noch nicht ganz überzeugend. Das zweifellos große technische Können, das oftmals wie eine Leistungsschau der Küche wirkt, vermisst man ausgerechnet in den schlichteren Kreationen. Es bleibt die Hoffnung, dass mit der Zeit beides noch zueinander findet. Wir würden uns freuen, wenn es Thomas Bühner schafft, den gordischen Knoten zu durchschlagen, um etwas mehr Leichtigkeit auf den Tellern einziehen zu lassen. Die Fähigkeiten dazu sind zweifelsohne vorhanden, derzeit sind sie im Menü aber leider noch zu selten zu sehen. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung und drücken Thomas Bühner die Daumen, dass der erkennbare Wandlungsprozess bald erfolgreich abgeschlossen wird.
      Da stellt sich die spannende Frage, ob Herr Bühner damit neue kulinarische Höhen erklommen hat und die Kritiker schlicht überfordert vom neuen Konzept waren oder die Kritiker mit der gewünschten Reduzierung recht behalten. Wir erachten es gerade als spannend, dass nicht die Baus und Wisslers und Elverfelds und Bühners einen ähnlichen Stil pflegen, sondern sich mit Bühner offenbar einer mal richtig was eigenständiges traut. Mal sehen, wie andere Berichte ausfallen insbesondere Michelin/GM/Gusto urteilen. KG Chess

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      • Ob es nun an den Kritikern oder an den Kreationen liegt, wer was nicht verstanden hat, kann man ja am besten im Selbstversuch herausfinden. Ich will den Bloggern (die Sternefresser hatten ja kürzlich ebenfalls kritisch berichtet) nicht unterstellen, dass sie von den Kreationen überfordert waren. Aber leider kann ich - zumindest im Highendfood-Bericht - nicht vollständig nachvollziehen, wie hoch die Bereitschaft war, sich auf diese Kreationen einzulassen, oder ob es auch um die Propagierung einer eigenen Vorstellung was gut für Herrn Bühners Küche wäre, ging (Stichwort "Einbahnstraße").

        Ein Denkanstoss war für mich allerdings das Video-Interview: da nennt Thomas Bühner das "Reh pur" als eines seiner persönlichen Highlights - ein Gang, der bei unserem ersten Clubabend vor mehr als zwei Jahren - zumindest bei mir - sehr gut angekommen ist und an dessen Geschmack ich mich bis heute noch bestens erinnern kann (zumindest an den Rehfleischfond), aber ich erinnere mich auch, dass nicht jeder am Tisch begeistert war. Aber in den Menüs von denen ich zuletzt gelesen habe, war so ein reduzierter Gang nicht zu sehen.
        Zuletzt geändert von QWERTZ; 17.05.2013, 15:17.

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        • Da ich (wie ich an dieser Stelle berichtet habe) ja ebenfalls vor kurzer Zeit bei Herrn Bühner zu Gast war, kann ich einige Aspekte aus dem Highendfood-Bericht durchaus nachvollziehen! Auch ich hatte teilweise den Eindruck, man will im "La Vie" mit einer Technik-Demonstration und einer Highend-Performance jedem Gast zeigen, zu was für Detail-Leistungen die Küche fähig ist. Um dies auch in einer ganzen Bandbreite präsentieren zu können, werden viele Kleinstelemente auf den Tellern versammelt, damit das gesamte Potenzial der Küche auch gezeigt werden kann (und das nicht in einem gesamten Menü, sondern am besten auf nur einem Teller)!

          Nichtsdestotrotz ist ja in meinem Bericht auch deutlich geworden, dass die Einzelelemente für sich genommen immer noch küchentechnische Spitzenleistungen darstellen, nur stellt sich halt nicht immer der Gesamtakkord ein, den man sich vielleicht gewünscht hätte. Es kann aber natürlich auch sein, dass ich einfach überfordert war bei der ganzen Tellerakrobatik und andere einen Gesamtzusammenhang bei den bühnerschen Kreationen herstellen können, mir also meine vielleicht zu geringe Auffassungsgabe und Aufnahmekapazität im Wege standen....

          Insgesamt habe ich aber immer noch eine (gerade was die etwas zurückgenommeneren Gerichte anging) sehr gute bis hervorragende Küchenleistung im "La Vie" vorgefunden, vor allem wenn man bedenkt, was alles für Arbeit hinter dem steckt, was dann für 89 Euro als "Mittagstisch" angeboten wird!
          El Grande Gourmet
          Gourmet aus Leidenschaft
          Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 18.05.2013, 14:13.

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          • Ich fand die Bemerkungen zu den blöden Spargelbauern eher unsympathisch. (falls man sich nicht durch den ganzen Film quälen will, die Spargelstelle beginnt bei ca. 9 min)
            Da hätten die Bruuseler ( = Bruchsaler) Spargelbauern gekontert mit: den mache mr zum Ehrenbürger von Schwetzingen; der einzige Deutsche, der den Spargel quer essen kann.

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            • @qwertz
              Wie schaffst du es eigentlich mein Bauchgefühl so auf den Punkt zu bringen.

              @ Schlaraffenland
              inhaltlich stimme ich mit Thomas Bühner überein, die wenigsten Spargelbauern liefern ein geschmackvolles Produkt, wenn man weis das die Holländischen Züchter inzwischen Sorten gezüchtet haben, die auch an der Sonne weiß bleiben, möglichst Gerade und dick sind, ist das allerdings nicht verwunderlich.

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              • Zitat von schnecke Beitrag anzeigen
                ...wenn man weis das die Holländischen Züchter inzwischen Sorten gezüchtet haben, die auch an der Sonne weiß bleiben, möglichst Gerade und dick sind...
                Ich weiß, es ist total OT und auch absolut nicht political correct, aber ich muss es einfach loswerden: Ich habe immer wieder den Eindruck, dass das Zusammentreffen von Holländern und Gemüse eine garstige Laune der Evolution darstellt und vom lieben Gott so nicht gewollt sein konnte...

                Aber gut, auch (nicht nur) die deutschen Weinbauern hatten ja wohl Phasen, bei denen es vor allem darum ging möglichst viel Wasser in die Trauben (= Ertrag) zu bekommen, und entsprechend wurde gezüchtet. Das ist heute zumindest bei den Spitzenerzeugern zum Glück anders. Insofern besteht nicht nur für Herrn Bühner Hoffnung, dass es zumindest eine kleine Gegenbewegung auch beim Spargel und anderen ähnlich malträtierten Gemüsen geben mag. Wie der werte mk schon ausführt, gibt es ja scheinbar auch entspechende Ansätze.

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                • @MV/highendfood:

                  Schade, dass sie Ihre kritische Sicht ("überfrachtete Teller") nicht im Interview mit Bühner thematisiert haben.

                  Gruss: G.

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                  • In den meisten Fällen äußern wir uns im Restaurant nicht zum Essenserlebnis im Detail und führen die Interviews vor dem Essen.

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                    • Aber die Kritikpunkte "Kopfsalat" und "Einbahnstraße" gehen über die Kategorie Detailkritik für mich doch deutlich hinaus.

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                      • Guten Morgen

                        Wir schreiben weiter über Spargel find ich, das ist vergnüglicher :hungry:

                        Viele Grüße und ein schönes Wochenende

                        Passepartout

                        PS: ihr Postfach ist voll ;-)
                        passepartout
                        Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession
                        Zuletzt geändert von passepartout; 18.05.2013, 10:45.

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                        • Wir würden uns nie anmaßen von Kopfsalat und Einbahnstraße zu sprechen, wenn wir nicht verifizierte und mehrfache Erfahrungen in diesem Restaurant hätten. Beispielweise haben wir 5 Besuche bei Wissler gebraucht, um zu erkennen, dass er wohl einer der besten Köche der Welt ist. Auch wir beobachten einen Entwicklungs-/Veränderungsprozeß bei Herrn Bühner, bei unseren insgesamt 4 Besuchen waren wir zunächst eher skeptisch ob dieser Entwicklung, nun langsam dämmert uns, dass dort etwas richtig eigenständiges und großes entsteht.

                          Uns dünkt, dass vielleicht bei dem ein oder anderen Foodblogger etwas mehr Zurückhaltung im Bloggen und ein Mehr an Erfahrungen in Dreisternern und Respekt vor diesen wohl täte.
                          KG Chess

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                          • Zitat von chess Beitrag anzeigen
                            und ein Mehr an Erfahrungen in Dreisternern
                            Ich teile die Ansichten von MV nicht immer, und ich hab das sowohl hier im Forum als auch ihm persönlich kund getan. Aber Sie können mir glauben, dass es ihm sicher nicht an Erfahrung im Besuch von ***-Restaurants fehlt. Dafür leg ich sogar meinen Luxuskörper ins Feuer.

                            M.

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                            • Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
                              Dafür leg ich sogar meinen Luxuskörper ins Feuer.

                              M.
                              Bilder?

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                              • " Dafür leg ich sogar meinen Luxuskörper ins Feuer. "

                                Ich ertappe mich gerade, wie ich mit halbgeschlossenen Augen dabei bin, diesen Braten mit etwas Purple Curry zu aphrodisieren.

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