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Gasthaus Kräutergarten, Adendorf (16 Punkte GM, 6 Pfannen Gusto)

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  • Gasthaus Kräutergarten, Adendorf (16 Punkte GM, 6 Pfannen Gusto)

    Meinen ersten Bericht schreibe ich über das „Gasthaus Kräutergarten“, welches wir zum letzten Mal vor einer Woche besuchten. Das Restaurant (GM: 16 Punkte, Gusto: 6 Pfannen) liegt ganz unauffällig in dem ruhigen Töpferort Adendorf und ist gemütlich eingerichtet, wobei der Stil der Möbel, helles Holz und blaue Polster, nicht unbedingt meinem Geschmack entspricht.

    Die Speisekarte bietet eine gute Auswahl an Gerichten, wobei man sich aus der Karte für 42€ ein 3-Gänge-Menü zusammenstellen kann. Zusätzlich wird ein zweiteiliges Amuse, Brot mit verschiedenen Aufstrichen und zum Kaffe eine großzügige Auswahl an Pralinen und Gebäck gereicht.
    Der Service agiert dabei überaus freundlich, wirkte gelegentlich aber ein ganz klein wenig unkoordiniert, was uns aber eher sympathisch erschien.

    Wir aßen folgende Gerichte:

    Riesling Rahmsuppe mit Fischen
    Die dezente Säure des Rieslings harmonierte wunderbar mit der cremigen Note der Suppe, die auch von der Konsistenz sehr angenehm war. Zusammen mit dem glasig gezogenen Fisch ein sehr schmackhaftes Gericht.

    Forellenfilet mit Flusskrebsen und Beluga-Linsen
    Der Fisch war perfekt gegart und gut gewürzt, wobei besonderes Lob die dazu gegebene Sauce verdient. Zusammen mit den ganz leicht bissfesten Linsen und den Flusskrebsen ergab sich ein stimmiger, auch im Gesamtbild sehr leckerer Gang.

    Eis, Parfait und Millefeuille von der Himbeere
    Das Eis hatte ein sehr fruchtiges Aroma und war in der Balance von Säure und Süße perfekt abgeschmeckt. Das Millefeuille bestand aus Himmbeercreme, die auf mehre Plättchen von ganz dünn karamellisiertem Zucker geschichtet war, eine Kombination, die sich sehr gut ergänzte. Schließlich bleibt noch das Parfait, das geschmacklich ebenfalls sehr überzeugend und fachlich ohne Tadel war.

    Das „Gasthaus Kräutergarten“ bietet eine saisonale Küche in fachlich tadelloser Ausarbeitung und eine Atmosphäre, in der sich der Gast wohl fühlen kann. Gleichzeitig erscheint mir der Preis des Menüs sehr fair kalkuliert. Einzig die Weinkarte befindet sich für ein unbesterntes Restaurant preislich im oberen Bereich.

  • #2
    Gasthaus Kräutergarten, Adendorf (16 Punkte GM, 6 Pfannen Gusto)

    Wie schön, dass Ihr gelungenes Erstlingswerk sich mit einem Restaurant beschäftigt, dass hier bislang nicht besprochen wurde. Vielen Dank dafür. Da auch Sternerestaurants bei den anderen Guides durchaus diese Bewertungen erhalten, bleibt für mich noch die Frage, ob Sie das Potenzial für mehr geschmeckt haben.

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    • #3
      Hallo Hr. Stromberg,

      vielen Dank für Ihren Premierenbericht!

      Könnten Sie ggfls. noch etwas zum Preisgefüge(allgemein) und den getrunkenen Weinen schreiben?


      mkG
      T.

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      • #4
        @QWERTZ
        Für mich ist das schwer zu sagen, da mir noch die entsprechende Erfahrung in der Sternegastronomie fehlt. Werde dazu aber dann später nochmal etwas schreiben.

        @Tofu
        Der Preis für 3-Gänge liegt bei 42€, wobei das Menü um weitere Gerichte als Zwischengang für jeweils 15€ erweitert werden kann. Der Kaffee kostet 3€, die Flasche Wasser 6€. Beim Wein, dessen Winzer und Lage ich leider nicht notiert habe, haben wir einen feinherben Riesling von der Mosel (Jahrgang 2009) zum Preis von 45€ getrunken.

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        • #5
          Nicht großartig, aber wirklich gut - wir waren zufrieden.

          In den Ausgaben von 2015 schreiben:

          Michelin: „Ein familiengeführtes Restaurant mit ambitionierter internationaler Küche auf klassischer Basis. Mediterrane Farben und moderne Accessoires schaffen ein angenehm helles, freundliches Ambiente.“
          GM 15 „Im kleinen Straßendorf zwischen Bonn und dem Ahrtal reiht sich Töpferei an Töpferei und dazwischen steht das drinnen gemütliche Gasthaus von Astrid und Herbert Jungbluth. Während andernorts die Karten schrumpfen, kann der Gast hier im großzügigen Angebot schwelgen.“
          Der Feinschmecker 2,0 bemerkt „vielseitige Aromenküche mit asiatischen und südlichen Noten“.

          Wenn wir in die Eifel zu Besuchen fahren, suchen wir stets ein Restaurant aus, das einen genüsslichen Mittagstisch verspricht. Die Texte einiger Kritiker (s. o.) sind jedenfalls verheißungsvoll.

          Die Gemeinde Wachtberg (NRW) liegt in der Voreifel südwestlich von Bonn unmittelbar an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und besteht aus 13 Teilgebieten. Adendorf ist eine Ortschaft davon; dort befindet sich das Restaurant.
          Das Restaurant befindet sich von außen unscheinbar kaum von Wohnhäusern und Töpferfeien zu unterscheiden an der Durchfahrtsstraße. Es gibt einen kleinen Parkplatz im Hof.

          Ambiente

          Das Restaurant sieht wie ein Wohnhaus aus. Das Reklameschild weist nur auf das Lokal. Die Öffnungszeiten stehen auf einem getöpferten Schild am Eingang. Die Garderobe ist direkt an der Türe – drinnen wäre kein Platz. Überall in der Erdetage stehen Tische und Sitzgelegenheiten. Der Raum gliedert sich durch kleine Mauervorsprünge in drei bis vier Abteilungen. In der Mitte geht dann auch die Treppe in den Keller zu den Sanitäranlagen.
          Die Wände sind in hellen Grautönen gehalten, die Decken in einem Altweiß. Der Fußboden besteht aus Holzdielen und Fliesen; teilweise mit Teppichen bedeckt. Die Tische sind beige-creme eingedeckt. Die gleiche Farbe haben die Servietten aus Stoff. Am Weihnachtstag waren alle Plätze besetzt; manche Tische wurden auch zweimal hintereinander vergeben. Es herrschte ein reges Treiben. Mir schienen viele Stammgäste vor Ort zu sein, weil sie besonders herzlich begrüßt wurden. Es waren wohl alles Familienverbände. Nur an einem Tisch saßen drei Personen, sonst waren es stets größere Gruppen. Die Lautstärke war daher etwas erhöht.

          Sauberkeit

          Trotz der vielen Gäste herrschte überall Sauberkeit. Die Toiletten waren gut gepflegt. Der Stapel mit Handtüchern war ordentlich angeordnet; die Körbe für die verbrauchte Wäsche waren ordentlich gewartet. Allerdings wirkt die Anlage auf mich in Porzellan, Farbe und Form etwas überholt. Es gibt auch leider kein warmes Wasser zum Händewaschen. An der Toilettentüre sind teilweise keine Kleiderhaken bzw. Klebestellen von abgefallenen Teilen sichtbar.

          Service

          Neben der Gastgeberin waren weitere vier Kräfte im Einsatz. Ein junger Mann und eine junge Frau fielen uns durch ihre Freundlichkeit besonders auf – die beiden anderen Damen waren höflich, aber nicht besonders locker bzw. zeigten ihre Arbeitsfreude etwas weniger deutlich.
          Was uns sehr gefallen hat, war die Tatsache, dass jeder Gast aus der Karte frei wählen konnte und keine feste Menüfolge pro Tisch erwartet wurde. So haben wir auch ganz nach Lust und Laune gewählt.
          Auch auf Unverträglichkeiten wurden zusätzlich gerne geachtet.
          Die Karten sind in einer Art Handschrift geschrieben, was mir gefallen hat.
          Eine Weinbegleitung war ebenso möglich. Die Flaschen wurden präsentiert und ein Probeschluck wurde eingeschenkt.

          Die Karte(n)

          Weihnachtsangebot
          Speisekarte
          Weinkarte
          Degistiv-Karte

          Die verkosteten Speisen

          Das „amüsante Menü“ (44 €) besteht aus drei Gängen freiwählbar aus der Karte, wobei einige Gerichte einen kleinen Aufpreis haben.

          Wir wählten sechsmal jeweils ein Drei-Gang-Menü mit individuellen Aufpreisen.

          Brot, Aufstriche, Oliven, Salz, Öl wurden sofort gebracht.

          Als Gruß aus der Küche erhielten wir ein Arrangement aus drei Teilen: ein Matjessalat, ein Perlhuhnbrüstchen mit Oliventapenade auf einem Linsensalat. Das Perlhuhn hatte ein feines Aroma und machte Lust auf mehr.

          Vorspeisen

          JAKOBSMUSCHELN MIT MAIS-MANDEL-QUINOA ORANGENEMULSION UND CURRY (einmal)
          TAUBENBRÜSTCHEN UND ENTENSTOPFLEBER AUF SELLERIEPÜRREE MIT MARONEN IN PORTWEINSAUCE –Aufpreis 5 € (viermal)
          TOSKANISCHE PARMESANSUPPE MIT SCHWARZEN TRÜFFELN (Weihnachtsmenü)

          Die Jakobsmuscheln waren gut zubereitet und entsprachen den Erwartungen, überraschten uns jedoch nicht durch besondere Aromen oder Akzente.
          Bei dem Gericht Taube und Leber war von der Menge der Zutaten her die Leber in doppelter Menge vorhanden und dadurch dominant für den Teller. Sie war perfekt zubereitet: außen leichter, krosser Biss und innen sehr saftig. Die Taubenbrust war ebenfalls gebraten und gut gewürzt, aber beim Kauen kompakt. Das Selleriepüree schmeckte fein.
          Die Suppe hatte eine angenehme Konsistenz und ein ausgeprägtes Parmesanspektrum; die reichlich vorhandenen Trüffel konnten nach unserer Ansicht nicht dagegen halten.

          Hauptgänge

          TOURNEDO VOM EIFELER HIRSCHRÜCKEN MIT ARMER RITTER IN GÄNSELEBERSAHNE DAZU GEBRATENER FELDSALAT UND PFEFFERKIRSCHEN – Aufpreis 4€ (einmal)
          STEAK VOM IBERICO-SCHWEIN AUF SCHWARZWURZELN UND SERVIETTENKLOß MIT TROMPETENPILZJUS UND GEHOBELTEN CHAMPIGNONS (viermal)
          SURF AND TURF VON KALBSRÜCKEN, WILDWASSERGAMBA UND JAKOBSMUSCHEL MIT ZWEI SOßEN (Weihnachtsmenü)

          Die Hirschrückenstücke waren zart und saftig, der Feldsalat passte gut dazu; ein gelungener Teller.
          Die Schweinesteaks waren von ansehnlicher Größe und perfekt mit dem Fettrand gebraten. Das Fleisch war saftig und weich. Die Aromen wurden von der Würze unterstützt und abgerundet. Die Schwarzwurzel war zusammen mit der Pilzjus äußerst gelungen. Der Serviettenkloß ließ keine Wünsche offen.
          Der Kalbsrücken zusammen mit den Meerestieren ergab ein schönes Bild auf dem Teller. Die Komponenten harmonierten und waren gut abgeschmeckt.

          Nachspeisen

          PASSIONSFRUCHTCREME MIT ORANGEN UND YUZU-LIMETTEN (einmal)
          VARIATION VON DER VALRHONA-SCHOKOLADE – Aufpreis 4 € (einmal)
          GRATINIERTER ZIEGENKÄSE MIT SORBETS UND KUMQUAT (dreimal)
          CREME BRULEE MIT APRIKOSEN UND BUTTERKEKSEIS (Weihnachtsmenü)

          Die Creme brulee entsprach den Erwartungen und war klassisch zubereitet.
          Die Passionsfruchtnachspeise schmeckte erfrischend, denn die Früchte ergänzten sich und boten ein breites Geschmacksspektrum.
          Der Ziegenkäse war in Ordnung; er war leicht gratiniert. Die drei Eisvariationen passten dazu.
          Ein wirkliches Highlight war für mich jedoch der Schokoladenteller. Ich liebe dunkle Schokolade – und hier bekam ich reichlich und vielfältig. Fünf Komponenten und Sahne dazu. Die heiße Schokolade mit Chili war ein Genuss. Der kleine Schokokuchen war fluffig. Und auch die weiteren Creme und Pasten waren köstlich. Mein Gericht des Tages.


          Getränke

          Villalar 2011 spanischer Rotwein Cuvee (6,50 € für 0,2l)
          Knipser Rosé "Clarette" trocken 2013 (7,50 € für 0,2l)
          Château Belingard Réserve 2011 Monbazillac (6 € für 0,1l)
          Gerolsteiner (6 € - 0,75l)
          Espresso (doppelt 4,50 €/ einfach 3 €)
          Tee (3 €)
          Aprikosengeist (7,50 €)
          Grappa (4,50 €)

          Fazit

          4 - wenn wir wieder in die Gegendkommen bedenkenswert: Die Speisen waren durchgängig schmackhaft und teilweise auch ausgezeichnet (für die Schokolade lohnt sich sicher ein Besuch besonders).

          (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

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          • #6
            Nicht schlecht, lieber kgsbus, sie haben die Gastronomie der Region gut im Blick.

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