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Rosin - Dorsten * / 18GM / 8GP - Frank Rosin

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  • #16
    Werter Qwertz,
    mich überrascht, dass Sie dezidiert auch die Preisgestaltung der Weinbegleitung loben, den einzelnen Weinen dann aber "allenfals" Sorten- und Regionstypizität zugestehen. Je nachdem, ob 0,1 oder 0,2 Liter ausgeschenkt werden, sprechen wir dann mutmaßlich von Faktor 5 bis 10 in der Kalkulation?

    Beste Grüße
    Q.

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    • #17
      Mir erscheinen die Preise am Ende auch nicht günstiger, als anderswo. Aber mein Eindruck ist, dass gerade weniger sterneküchenaffine Menschen sich die Preiskalkulation anders anschauen als ich und die haben sie als durchaus günstig angesehen. Und darin liegt meines Erachtens auch eine gewisse Leistung, nämlich Angebote zu schaffen, die in der Lage sind die Zielgruppe der Spitzenküche zu erweitern, weil es gefühlt nicht sooo viel teurer ist als die vermeintlich gehobene Küche, die man überall findet.
      So sehe ich das auch bei den Weinen: ich lobe den Preisrahmen, nicht die Kalkulation.

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      • #18
        Auch wir hatten uns vor einigen Wochen zu einem Besuch angemeldet. Man wollte uns zwar irgendwie mit dem hauseigenen Panamera abholen, aber irgendwie ist das etwas schief gelaufen. Aber nicht so problematisch, dafür hatten wir dann eine gemütliche Heimfahrt.
        Wir wurden sehr freundlich durch den Maitre begrüsst und nach erfolgter Platznahme wurde uns nach dem Apero auch das Menü vorgestellt. Und erfreulicherweise ist es immer noch so, dass ich das praktisch nur die erste Vorspeise aussuchen muss und der Rest sich, je nach Hunger und Lust und Laune ,ergibt. Skepsis war angesagt, ob das auch mal so klappt und wir wurden positiv überrascht.
        Zu dem Apero wurden uns folgende 4 "Schmakofatze" serviert:

        Pulpo im knusprigen Lardomantel/Fenchel und Aubergine mit warmen Kapern und Rosinen/Spargelmosaik vom King Salmon mit Currymandeln sowie zweierlei Espuma von Tonic Water mit Himbeeeeren und Brombeeren

        Als ersten Gang wurde uns dann
        Marinierter Thunfisch und Brillat Savarin mit Imperial Kaviar
        serviert. Eine köstiliche Kombination mit dem salzigen Geschmack des Kaviars und der leicht süsslichen Note des marinierten Thunfischs.

        Der zweite Gang war
        einB]Wolfsbarsch mit Acorda und Peperonata[/B]

        als dritten Gang hatten wir uns dann für
        Tafelschokolade von Kaffee Foie Gras mit Hibiskusblüte und kalter Kalbsjus mit Trüffel
        entschieden. Gemäss eines Führers ja eines der innovativsten Gerichte im deutschen Universum in 2010 oder 2011.
        Mal was Neues im Zusammenhang mit Foie Gras und sicherlich eher eines der besseren Darstellungsweisen

        dann gab es
        Brust- und Rillette von Grassingham Ente mit Orange, geschmortem Wirsing und Pfefferschaum
        stimmig abgeschmeckt aber den besonderen Geschmack der Ente konnten oder wollten wir nicht herausschmecken

        als 5. Gang wurde uns
        Pauilac Lam mit Anis und Steinpilzgraupenserviert
        köstlich mit dem Anis und den Graupen, hätte man auch zwei Portionen von essen können

        dann
        [Campari Mandarine mit Salbei und Basilikum sowie das Gemischte Eis von zweierlei Rohmilchkäse und Santa Maria Birne mit Paprika und Süssweinreduktion Die Idee von dem Rohmilchkäseeis einfach Klasse und die Umsetzung sensationell gut.

        Da wir nur geringe Mengen Wein trinken wollten, orderte der "Herr" die Weinempfehlung und die "Dame" wollte beim Sekt bleiben. Wie fast immer wurde daraus nichts, wir hätten also auch zwei Falschen Wein bestellen können. Die Weine waren ordentlich, haben aber keine Jubelstürme ausgelöst.

        Fazit: Ich kann die Frage nicht beantworten, ob der Frank, wie er immer wieder genannt wurde, anwesend war oder nicht. Gesehen haben wir ihn jedenfalls nicht. Damit ist auch nicht zu beantworten, ob das Essen mit oder ohne ihn , besser oder schlechter ist, da wir zum ersten Male im Rosin gewesen sind. Wir haben sicherlich durchgehend auf sehr gutem * Niveau gegessen. Was allerdings der Unterschied zum 2. Stern ausmacht, habe ich in der Realität so allgemein bis heute nicht ganz verstanden. Aber dieser kleine Unterschied hat uns an einem sehr gelungenen Abend nicht gestört.

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        • #19
          Frank Rosin wechselt seine Karte offenbar nicht sehr oft, da wir im August wohl die gleiche Auswahl hatten wie wombard im Mai. Er nennt es zurzeit passend „Sommermenü“ und offeriert dies in einem kleinen Menükärtchen unter Namensnennung des Gastes (allerdings ohne „Frau“ oder „Herr“, also etwa „Sommermenü von Frank Rosin für Meier“ Nun ja!). Aus dieser Karte mit 10 Gerichten kann man sich sein Menü zusammenstellen, was und wie man mag. Davor oder dazwischen gibt es 4 sogenannte „Schmackofatz“.

          Neben den schon von wombard erwähnten vier Kleinigkeiten haben wir uns für folgende Gänge entschieden:

          Halbgeräucherter Hummer und Jakobsmuschel mit Erbsen und warme gelierte Tomaten

          Tafel Schokolade von Kaffee Foie Gras mit Hibiskusblüte und kalter Kalbsjus mit Trüffel

          Brust und Rilette von der Gressingham Ente mit Orange, geschmortem Wirsing und weißem Pfefferschaum

          Gemischtes Eis von zweierlei Rohmilchkäse und Santa Maria Birne mit Paprika und Süßweinreduktion

          Fürst-Pückler-Eis von Kombuchakirschen, salziger Vanille und Karamellschaum


          Soweit hier im Forum diskutiert wurde, ob man merkt, wenn Frank Rosin im Haus ist oder nicht, kann ich klar beantworten: Man merkt jedenfalls, wenn er da ist! Ob das für die Küche ein Vor- oder Nachteil ist, kann ich allerdings nicht beantworten, da sich der Chef an diesem Abend im August ausschließlich im Restaurant aufgehalten hat: Er begrüßt jeden Gast jovial per Handschlag, manche mit Busserl links und Busserl rechts, setzt sich zu Stammgästen an den Tisch (bleibt dort auch, wenn diese essen) zeigt Bilder auf seinem I-Phone („Guck mal, hier mit Gerhard Delling…!“), lässt sich mit seinen TV-Fans geduldig fotografieren und plaudert hier und da über seine zahlreichen Engagements und Pläne.

          Wir kennen Herrn Rosin nun nicht aus dem Fernsehen, sondern sind auf die Michelin-Empfehlung hergekommen, eine Zwei-Sterne-Küche zu genießen.

          Ich nehme das Ergebnis vorweg: Es ist uns nicht gelungen! Dass wir keine Zwei-Sterne-Küche genießen konnten, lag nun aber nicht an der eher hemdsärmeligen Atmosphäre und dem Starkult, der um Herrn Rosin gemacht wird; darüber kann man ja noch hinwegsehen, wenn die Küche stimmt. Sie stimmte aber nicht - und ich füge mit aller Vorsicht hinzu – an diesem Abend. Selbst für eine Ein-Sterne-Küche gab es zu viele handwerkliche Fehler: Das kleine Hummerstück war zäh, die Jakobsmuschel trocken, das Fenchelpüree schmeckte nicht nach Fenchel, das Auberginenpüree war als solches nicht auszumachen (es schmeckte eher nach stark eingekochten Rotweinzwiebeln), der Tempurateig, der ein Corail ummantelte, war nur dick, weich und fettig und ausgebackene Zwiebelcroutons stehen dieser Beschreibung in nichts nach.

          Optisch war das alles ohne Fehl und Tadel angerichtet, aber es fehlte fast jedem Gericht die überzeugende Durchführung der Idee: Espuma von Tonic ist ja ganz pfiffig, aber dann dürfen die annoncierten Himbeeren und Brombeeren nicht als geschmacksfreies zu festes Gelee daherkommen. Die Foie Gras erstirbt in zuviel Schokopulver und von einer Trüffel ist weit und breit nichts zu schmecken. Ob es eine gute Idee ist, aus Rohmilchkäse ein Eis zu machen, mag dahinstehen (uns hat es jedenfalls nicht geschmeckt), doch konnte auch das sogenannte Fürst-Pückler-Eis nicht überzeugen.

          Gibt es auch Positives zu berichten? Ja, der Fleischgang war hervorragend. Die Entenbrust kam zart und saftig auf den Teller; die Haut war dünn und knusprig; sehr pointiert abgeschmeckt war die Rilette mit Orangengelee.

          Ja, und der weibliche Teil des Service war ausgesprochen gut, freundlich und kompetent, während die Herren eher zurückhaltend oder flapsig agierten („Der Hummer war zäh? Sie haben ihn doch gegessen! Ja, man steckt halt im Produkt nicht drin.“ „Tempurateig ist immer etwas dick!“).

          Und die gute, zurückhaltend vorgetragene Weinberatung durch Frau Spieß gilt es hervorzuheben.

          Fazit:
          Das Rosin war für uns kein Zwei-Sterne-Restaurant. Andere mögen das anders sehen.
          Frank Rosin selbst lebt seinen TV-Ruhm kräftig aus und schafft so eine gewisse Kultatmosphäre, die den „normalen“ Esser oder Genießer eher irritiert. Eine Konzentration der Küche auf eine handwerklich perfekte Umsetzung der durchaus interessanten Ideen ihres Chefs mag zu einer Qualitätsverbesserung beitragen. Hierfür könnte eine starke Hand in der Küche nicht schaden.

          Beste Grüße, Merlan

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          • #20
            Zitat von merlan Beitrag anzeigen
            Soweit hier im Forum diskutiert wurde, ob man merkt, wenn Frank Rosin im Haus ist oder nicht, kann ich klar beantworten: Man merkt jedenfalls, wenn er da ist! Ob das für die Küche ein Vor- oder Nachteil ist, kann ich allerdings nicht beantworten, da sich der Chef an diesem Abend im August ausschließlich im Restaurant aufgehalten hat: Er begrüßt jeden Gast jovial per Handschlag, manche mit Busserl links und Busserl rechts, setzt sich zu Stammgästen an den Tisch (bleibt dort auch, wenn diese essen) zeigt Bilder auf seinem I-Phone („Guck mal, hier mit Gerhard Delling…!“), lässt sich mit seinen TV-Fans geduldig fotografieren und plaudert hier und da über seine zahlreichen Engagements und Pläne.

            Vielleicht war dann bei unserem Besuch der "Frank" in der Küche? Da es solche Szenen wie bei Ihnen nicht gegeben hat,ist auszuschliessen, dass er sich im Gastraum befand

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            • #21
              Auch wir hatten bei unserem Besuch einige Probleme mit Frank Rosins Küche und erlebten eine Melange des Mittelmaßes. Der Bericht wie immer auf Sternefresser.de.

              Grüße zum Abend,
              Sf
              Zuletzt geändert von Hannes Buchner; 20.09.2012, 10:29.

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              • #22
                Zitat von sternefresser Beitrag anzeigen
                Auch wir hatten bei unserem Besuch einige Probleme mit Frank Rosins Küche und erlebten eine Melange des Mittelmaßes.
                Ungewöhnlich kritisch für einen SF-Bericht. Aber (gerade deshalb) lesenswert!

                Mohnkalb

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                • #23
                  Die Frage ist, woran ist mehr Zweifel angebracht, am Michelin odr an Herrn Rosin, d.h. war es vielleicht vor ein oder zwei Jahren anders?

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                  • #24
                    Na, das beruhigt mich ja, dass ich mit meinen kritischen Anmerkungen offenbar nicht so ganz daneben gelegen habe!

                    Umso verwunderlicher bleibt es, dass der annoncierte Gourmet-Club-Abend am 15.09.im Rosin hier im Forum totgeschwiegen wird. Selbst meine Nachfrage, ob er denn überhaupt stattfindet, war offenbar keine Antwort wert. Aber keine Antwort ist ja bekanntlich auch eine Antwort. Das ist wohl das, was man beredtes Schweigen nennt!

                    Beste Grüße, Merlan

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                    • #25
                      Zwei Anmerkungen zu sternefressers Bericht:
                      I: Herbert G., so heißt es da, habe "gesungen"
                      Nie wurde die Arie der Kõnigin der Nacht eindrucksvoller versucht als an dem Abend, als ich mein Meerschweinchen geschächtet hab'
                      II: Leuchtreklame für Zahnärzte? Zur berufswidrigen Werbung fūr ZÃ heißt es: ... in ihrem Erscheinungsbild ūbersteigerte oder aufdringliche Werbung...
                      aber vielleicht ist das ja Klinkerbau-immanent.

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                      • #26
                        PS: daß der Ausdruck "Schmackofatz" auf die Großmutter Frank R. zurūckgehe, dazu folgendes aus dem Szenesprachwiki des Duden:
                        Bedeutung: sehr leckeres Essen, auch als Adjektiv verwendbar
                        Beispiele: Das war ein sehr gutes Schmackofatz
                        Ähnlich (Klang): Schwanzverlängerung, Sneak Preview, Schmausepause

                        Später erinnert sich noch einer, daß auch sein Großvater (* 1895) dieses Wort benutzt habe

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                        • #27
                          Ja, ja mit Lorbeer auf Spießchen gegrillt, soll nach meiner Oma auch ein Schmackofatz sein?? Es wurde immer mit eingelegten Gurken serviert....

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                          • #28
                            Was mich etwas verwundert ist, daß es in der Summe nur 4 Gänge waren (Käse, PreDessert und Amuse/PetitFour zählen ja nicht). Das ist bei einem **-Restaurant doch eher wenig. Gibt es dafür eine Erklärung ?

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                            • #29
                              Nein, aber man geht hungrig ins Bett ...

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                              • #30
                                Zitat von Max.Vanderveer Beitrag anzeigen
                                Was mich etwas verwundert ist, daß es in der Summe nur 4 Gänge waren. Gibt es dafür eine Erklärung ?
                                Wir hatten einen weiteren Gang, die Gänseleber. Allerdings sind sowohl Foto (aufgrund der Lichtverhältnisse) als auch Gericht (aufgrund der Konzeption) misslungen, so dass wir es kurzerhand weggelassen haben.

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