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Le Moissonnier**, Köln

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  • #61
    Lieber Mohnkalb,

    da ich dieses Multiteller Konzept sehr spannend finde, auch erst kürzlich im Bareiss so erlebt habe und das Le Moissonnier schon lange auf meiner Liste steht, habe ich ihren Bericht sehr gerne gelesen. Sie sagen ja, dass es gerade beim Hauptgang aufging, da die zusätzlichen Teller die Beilagen beinhalten. Das ist doch aber nicht die Intention dieses Konzepts. Wenn es Beilagen sind, dann sollen die schon auf den Hauptteller, wenn ich es dann eh kombiniere. Ich finde es macht dann erst Sinn, wenn man auf mehreren Tellern einzelne Produkte unterschiedlich herausarbeitet, im besten Fall ein kleines "Menü" um eine Zutat kreiert (genial macht das Lumpp mit der Foie Gras). Ihre Beschreibung lässt kein echtes Konzept in dem Konzept erkennen.

    M

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    • #62
      Lieber Muck,
      als bekennender Moissonnier-Fan eine Anmerkung von meiner Seite. Im Le Moissonnier geht es in den seltensten Fällen darum, ein Thema auf mehreren Tellern durchzudeklinieren. Im Mittelpunkt steht tatsächlich immer der Hauptteller und ich gebe Mohnkalb Recht, dass diese alleine in der Regel fraglos begeisternd sind. Die zusätzlichen Teller nur als Beilagen zu verstehen, würde ihnen in der kreativen Ausgestaltung und Konzeption nicht gerecht werden. Es sind für sich genommen fast eigenständige Gerichte, die im besten Fall eine spannende Ergänzung (oder seltener mal Kontrastierung) zum Hauptteller darstellen. Auch mir geht es so, dass sich mir nicht immer jeder Zusammenhang zwischen den Tellern erschließt. Muss es aber auch nicht, denn ich habe auch so an der überbordenden Kreativität von Eric Menchon meinen Spaß.
      Wenn ich das Lumppsche Konzept richtig verstehe, variiert er ein Hauptthema eher. Das ist für mich dann eigentlich nicht vergleichbar mit dem Moissonnier. Aber vergleichen würde ich beide Häuser aus so ziemlich jedem Grund sowieso nicht.
      Zuletzt geändert von thomashaj; 01.05.2017, 11:26.

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      • #63
        " Muss es aber auch nicht, denn ich habe auch so an der überbordenden Kreativität von Eric Menchon meinen Spaß. "

        Ah, da erkenne ich, lieber thomashaj, Berührungspunkte; aber was heißt da Punkte, Flächen!

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        • #64
          Zitat von Muck Beitrag anzeigen
          im Bareiss
          Das Multiteller-Konzept im Bareiss finde ich klasse. Da wird auch wirklich durchdekliniert. In Köln ist das sicherlich nicht die Grundidee, da regiert vermutlich mehr die Lust an der Freude.

          Zitat von thomashaj Beitrag anzeigen
          Muss es aber auch nicht
          Bevor wir uns hier alle einig die Hände geben und Ringelreihe um die Menchon'schen Wunderteller tanzen, gebe ich schlicht zu bedenken, dass FÜR die unpassenden Teller im Moissonnier doch gar nichts spricht. Auch hier im Thread, in dem ja schon vor mir über diese Misere geklagt wurde, hat - soweit ich sehe - niemand etwas Überzeugendes dafür vorgebracht. Also: Wenn schon Nebenteller, warum dann nicht gleich solche, die sich auf den Hauptteller (oder die sich aufeinander) beziehen?

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          • #65
            " ... die unpassenden Teller im Moissonnier ... "

            Ist diese Aussage, liebes mk, denn inzwischen als wahr anzunehmen? Ihre Beweisführung erinnert mich an die der Physiker. 12 läßt sich durch alle Zahlen teilen! 1 - stimmt, 2 - stimmt, 3 - stimmt, 4 - stimmt; jetzt noch ne Probe: 6 - stimmt auch, Beweis erbracht. Sollte im unwahrscheinlichsten Falle Ihre Aussage doch wahr sein, bleibt mir nur, mit Pilates zu fragen: was ist Wahrheit?!

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            • #66
              Lieber Schlaraffe, ich dachte, hier gäbe es mehr oder weniger Konsens darüber, dass sich der Bezug mancher Nebenteller nicht erschließt. So habe ich auch das "Muss es ja auch nicht" von thomashaj verstanden. Irgendeine "Beweisführung" liegt mir fern, auch wenn ihr "physikalischer Beweis" zweifellos hübsch ist, mindestens so hübsch wie dieser: Alle, die hier im Forum schreiben, sind Liebhaber guten Essens. Herr Dollase schreibt hier nicht. Also ist er kein Liebhaber guten Essens.

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              • #67
                Ich mag das Le Moissonnier sehr. Dazu tragen die charmanten Gastgeber Moissonnier sehr bei und sie machen in ihrer Rolle alles richtig, aber alleine könnten sie mich nicht überzeugen - die Küche spielt in einem Restaurant dann doch eine nicht unwesentliche Rolle. Dass Eric Menchon etwas kann, scheint hier ja auch tatsächlich weitgehend Konsens zu sein.

                Mir ist das Servieren der Haupt- und Nebenteller immer ein vorfreudiges Vergnügen und das ist der Genuss ebenfalls. Das Probieren und Kombinieren ist wunderbar. Thomashaj hat den kulinarischen Mehrwert von dem, was Menchon tut, oben schon sehr schön beschrieben. Ich würde die vermeintlich unpassenden Nebenteller sehr vermissen. Warum nur die Deklination eines Produktes das Mehr-Teller-System rechtfertigen sollte, erschließt sich mir nicht.

                Die abendliche Bienenkorbatmosphäre spricht für sich, die Buchungslage ist aus Sicht der Gastronomen gut, die Zahl der Wiederholungstäter - wir gehören dazu - nach meiner Einschätzung hoch. Ob das die Situation ist, das Konzept auf Anraten eines Gastes zu ändern, bin ich mir nicht sicher.

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                • #68
                  Werter bernard, darf ich mir Ihre Aussagen zu eigen machen? Uneingeschränkt, von A bis Z, von "Ich mag..." bis "...sicher"!

                  Schönen Gruß, Merlan

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                  • #69
                    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                    Werter bernard, darf ich mir Ihre Aussagen zu eigen machen? Uneingeschränkt, von A bis Z, von "Ich mag..." bis "...sicher"!

                    Schönen Gruß, Merlan
                    Danke, freut mich, dass wir da so übereinstimmen in unseren Wahrnehmungen, lieber Merlan. Gruß bernard

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                    • #70
                      Mit dem Moissonnier war ich vor ca. 1,5 Jahren das erste Mal zum Mittagessen in Berührung gekommen. Es war insgesamt ein fantastischer Samstagmittag, sonnig, ein bestens aufgelegter Vincent Moissonnier, ein volles Haus, zugängliche Weine die uns begeistert haben (insbesondere die Apperitives - sowohl vom Champagner Michel Genet als auch vom Poiré habe ich im Restaurant noch eine Kiste mitgenommen) und nicht zuletzt fantastisches Essen. So begeisterte der gebratene Rücken vom Hasen mit einem Nebenteller des in Schokolade geschmorten Hasen, danach ein fantastisches gerolltes Stück Aal mit Blüten, frittiertes Kalbsbries mit einer Humuspaste als Beilage und ein Topfenkuchen. Die Hauptteller waren allesamt eindeutig auf dem ausgezeichneten Niveau, mehrere der Nebenteller sogar noch einmal ein Stück drüber. Sensationell! Wie Sie sehen ist mir das Menü auch nach all dieser Zeit noch durchgehend präsent. Das, wie ich finde, Merkmal einer großen Küche. Zudem erinnere ich mich daran, dass dieses Menü sehr leicht war, fast an der Grenze zu "noch hungrig sein". Dies hatte ich nach einer zuvor erfolgten kulinarischen "Orgie" in einem Dreisterner (sich auf diesem Niveau zu mäßigen muss ich in der Tat noch lernen) noch positiver bewertet. Was diese Küche aus meiner Sicht auszeichnet ist die Auswahl sehr guter französisch orientierter Produkte, sehr gutes Handwerk und eine Pikantheit und Ideenvielfalt aus der sich manches dem arabischen Raum zudeuten lässt (Blüten, Humus, pointierte Gewürze).

                      Ebenfalls erinnere ich mich noch, dass dieses Restaurant weniger Wert auf Nebendarsteller legt. Brot und Butter sind gut, die Petit Fours sind ausgewählt - dennoch köstlich, aber nicht vergleichbar mit den Orgien die man in so manchem 3 Sterne-Haus erhält, und meine Freundin die sich eine Alternative zum Hasen wünscht erhält eine eher uninspirierende Foie Gras mit einem simplen grünen Salat. Für mich ist das alles wie gesagt nebensächlich.

                      Beseelt von dieser tollen Erfahrung bin ich vor 2,3 Monaten wieder Mittags eingekehrt. Das Restaurant ist diesmal leider nur ca. zwei Drittel voll und auch Herr Moissonnier wirkt stellenweise etwas abwesend, als würde ihn etwas beschäftigen - seine Frau ist anders als beim ersten Besuch ebenfalls nicht da. An unserem Tisch lässt er dennoch hier und da aufblitzen was für ein großartiger Gastgeber er ist (in dem Maße beeindruckt haben mich bislang nur Herr Franzelin aus dem Vendome sowie Herr Macionga aus dem Restaurant Tim Raue).

                      Zum zweiten Mal überrascht mich beim Eintreten allerdings die bedächtliche Stille. Man tritt durch die Tür direkt in den Speisesaal und trifft auf flüsternde, anstatt genießende Gäste. Dafür kann Herr Moissonnier nichts sondern viel mehr der typische deutsche Gast. Sobald man am Tisch sitzt ist dies sofortig verflogen aber mich trifft es dennoch jedes Mal wie ein feuchter Schwamm. Schade, dass Sterne bei uns hierzulande noch so oft mit Flüsterton zu tun haben.

                      Mittags gibt es keine Amuses dafür ist die Brotauswahl diesmal besser als ich in Erinnerung hatte. Das Mittagsmenü listet wie eh und je 4 Gänge à €94 auf. Es lässt sich bei Bedarf Rohmilchkäse ergänzen.



                      Gang 1 ist der Bretonische Rochen an der Gräte gebraten und glasiert mit Estragon, dazu punktuell Harissa. Auf dem Nebenteller die Schwarzwurzel in rohem Schinken-Mantel mit Blattsalat-Paste dazu eine Creme von Nana-Minze mit Petersilie. Mit Nana-Minze war ich im Rahmen eines betörenden Elixiers im Berliner Pauly Saal bereits in Berührung gekommen. Vor diesem Gang habe ich zugegebenermaßen, da ich Rochen noch nie probiert hatte, Respekt. Dieser Rochen ist makellos gegart, die Gräte lässt sich auf dem Foto auch problemlos erkennen. Dazu ist dieser Fisch herrlich saftig. Die Harissa bringt pikante Paprika-Noten ins Spiel, angegossen wird eine betörende leicht schaumige Nana-Sauce. Der Rochen lässt sich sogar ohne Weiteres vom Knochen einfach runterschieben. Der Beilagenteller ist die knackige Schwarzwurzel im rohen Schinken-Mantel. Das weckt Assoziationen an die Spargelzeit, ist saftig, dennoch knackig, und unterstreicht für mich die vielen, dem Hauptdarsteller untergeordneten Ideen. Eine glasklare Verbindung zwischen den Tellern gibt es meines Erachtens nicht. Es schmeckt einfach sehr gut (**). Auch wenn der Knochen gut ein Drittel des Gerichts ausmacht ist das doch eine sehr ordentliche Portion.



                      Hierauf folgt der wilde, isländische Kabeljau zart gebraten auf Kräutercremesauce und frischem Blattspinat. Auf dem Nebenteller begleitend ein Risotto mit altem Parmesan. Fisch? Auf einer Kräutersauce? Dazu Gemüse? Hatten wir das nicht eben schon? In der Tat wirkt vieles hier wie die Wiederholung des Vorgangs. Abermals kommt ein prächtiges Stück Fisch auf den Teller, die Oberseite mit Butter angebraten und mit Salz bestreut. Angegossen wird die Kräutercremesauce. Der Fisch ist abermals perfekt gegart, gleichzeitig herrlich saftig. Star dieses Gangs ist aber definitiv das Risotto daneben was sich wie eine perfekt ergänzende Beilage an den Fisch schmiegt und sehr viel Umami bietet. Sehr gut (**). Dieser Gang ist allerdings ebenfalls doch mächtig und zumindest die Menüdramatik müsste sich das Restaurant vorwerfen lassen.



                      Der Hauptgang besteht aus gebratenem Milchkalbskarree (mit dem Hinweis herzhaft-durchwachsen), es wird natürlich wieder etwas angegossen (auch schon beim Essen im Vendome wurden in allen 4 Gängen etwas angegossen, ist das momentan der Trend im Kölner Großraum?). Zum ersten Mal gibt es nun auch zwei Teller à part: Einmal Kartoffel-Gnocchi mit Mohn und einmal Garnitur Wellington, Blätterteig würde ich es nennen. Der Fleisch erinnert an die vorhergegangen Fischgänge aus einem mächtigen gegarten Hauptprodukt und einem kleinen Nebenteller. Es lässt keine Wünsche offen allerdings bemerken sich schon vor Ankunft des Tellers Sättigungsgefühle, was mich angesichts des letzten Besuches überrascht. Sehr fein gearbeitet, sehr puristisch. Die Gnocchi mit Mohn sind mir auch noch im Kopf und ergänzen das Fleisch gut. Würden wir hier stehen bleiben hätten wir jetzt nahezu drei Mal in Folge einen ähnlichen Gang erlebt. Zum Glück bleiben wir nicht, denn der zweite Teller à part ist fantastisch und der Star des Menüs. Trotz der Beschreibung habe ich hier viel mehr das Gefühl einen (heißen!) Blätterteig vor mir zu haben in dem sich schmelzende Foie Gras versteckt und in dem schwarzer Trüffel Geschmackspunkte hinzufügt. Auf der Beschreibung findet sich hierzu kein Hinweis und wahrscheinlich interpretiere ich es hier herein (Foie Gras könnte die Creme gewesen sein, der Trüffel vielleicht der Kümmel-Jus?) aber das sind die Assoziationen die dieser Teller in mir auslöst (**, besagter Nebenteller ***).



                      Den Käsegang überspringen wir und kommen nunmehr zum Dessert sucré - salé - poviré. Süß, salzig, pfeffrig. Ich hatte hier schon vorher dazu gelesen und war gespannt. Das Dessert bietet salzig (aber doch auch süß) auf dem Hauptteller das salzige Eis und dazu Mousse au Chocolat und Karamell - das altbekannte aber immer noch sehr schöne Geschmacksbild von Schokolade mit salzigem Karamell. A part in einem Glas an Cannelono mit Ricotta aus Sizilien erinnernd süß der Montélimar Nougat Espuma - etwas schaumig und schnell ausgelöffelt ohne große Begeisterungsstürme zu wecken. Auf einem Nebenteller etwas abseits stehend eine Art kleiner, vom Teig her an Madeleine erinnernder Pfannkuchen (Pomponette) mit dunkler Schokolade - dies erinnert etwas an Pfannkuchen mit Nutella, dazu etwas Pfeffer um die Pikantheit hervorzuheben (definitiv nicht überfordernd). Schön konzipiert und ein schöner klassischer Abschluss. Vielleicht etwas fordernd aber dennoch gefallend (**).



                      Den Abschluss zum Espresso machen die Petit Fours, von denen ich leider kein Foto habe aber auf die ich mich ganz besonders gefreut habe. Selbstgemachtes Salzkaramell, Marshmallow, Macaron und dazu ein selbstgemachter Lolli. Ich musste mich zugegebenermaßen einen Besuch daran gewöhnen aber beim Schreiben dieser Zeilen sehne ich mich wieder nach diesen Köstlichkeiten.

                      Fazit: Abermals erleben wir ein tolles Lunch bestehend aus einzelnen, sehr großen Hauptprodukten und smarten à part-Ergänzungen. Vorwerfen müsste ich dieses mal die Dramaturgie (drei Mal in Folge sehr ähnlich anmutende Gänge), die Mächtigkeit (vor dem Hauptgang schon eintretende Sättigung) und nach oben hin waren die kulinarischen Spitzen diesmal nicht so häufig aufgetreten wie bei unserem letzten Besuch. Es gibt also durchaus Schwankungen. Wer eine sehr gute Küche in NRW sucht, klassisch betont und dennoch in diesem Rahmen kreativ, dazu gewohnt tolle Weine, dem rate ich dringend hier zu besuchen. Die zwei Sterne leuchten weiterhin kräftig. Für unseren Tisch für 3 schlägt der Besuch mit €460 zu Buche.

                      Nachtrag: Ich hatte noch einmal hierüber nachgedacht und ich glaube folgende Aussage trifft es noch besser: Ich hatte schlicht das Gefühl, dass mir statt Vorspeise / Zwischengang / Hauptspeise eher 3 Hauptgänge in Folge serviert wurden. Auch gut.
                      Angehängte Dateien
                      Zuletzt geändert von Frab; 18.06.2017, 13:10.

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                      • #71
                        Lieber Frab, ich bin erst jetzt dazu gekommen, Ihren Bericht zu lesen und die stimmungsvollen Fotos anzuschauen. In der Tat komisch, in einem so geplanten Menü zwei ähnliche Fischgänge aufzunehmen. Ihre Beobachtung, drei Hauptgänge bekommen zu haben, fasst das ja gut zusammen. Da wenn alle Gerichte dann auch gut sind, akzeptiert man das natürlich gern, aber unter einem Menü stellt man sich doch etwas anderes vor. Etwas komisch ist das schon.

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                        • #72
                          Ich war letzte Woche zum ersten Mal im Le Moissonnier und ich hatte ein ausgewogenes Mittagsmenü mit je einem Fischgericht als Vor- und Hauptspeise, die sich aber jeweils doch klar unterschieden haben, sowie einem Fleischgericht als zweiten Hauptgang. Das Mehrtellerkonzept fand ich sehr interessant. Gerade die Hauptgerichte haben da hinsichtlich Abwechslung meiner Ansicht nach klar davon profitiert.


                          Ich hatte ebenfalls den Kabeljau, den Frab schon so schön beschrieben hat. Die Begeisterung für das Risotto kann ich nur unterstreichen.

                          Der fleischige Hauptgang bestand zunächst aus einer unfassbar tollen auf Holzkohle gerillten Täubchenbrust mit Olivenjus und geschmorten Tomaten. Dazu gab es eine ebenso tolle Täubchenpastete mit Strohkartoffel und rohem Eigelb sowie einen offenen Buchweizenraviolo mit Artischokenfüllung. Insgesamt ein ganz toller und stimmiger Gang.

                          Vor- und Nachspeise (Bachsaibling und Dattel Cannelloni) fand ich im Vergleich eher unspektakulär.


                          Außerdem habe ich hier als jemand, der sonst nur sehr selten Alkohol trinkt, zum ersten Mal eine Weinbegleitung ausprobiert. Hat mir leider nicht viel gegeben - außer vielleicht die Erkenntnis, dass man als ungeübter "Trinker" vielleicht nicht einen halben Liter Wein in gut 1,5 Stunden trinken sollte.

                          Insgesamt war das dennoch ein tolles Mittagessen mit einem sehr interessanten Konzept und zwei fantastischen Hauptgängen. Allerdings war es mit drei Tellern auf einem 2-Personen-Tisch teilweise doch etwas eng. Ansonsten fand ich das Bistrokonzept aber klasse.

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                          • #73
                            31 Jahre und kein bisschen leise! Forever young!

                            Das sind die beiden Schlagzeilen, die mir in den Sinn kommen, wenn ich über das Erfolgsgeheimnis des „Moissonnier“ nachdenke. Seit Anfang der 90er Jahre – immer wenn wir mal wieder nach Köln kommen – kehren wir in dieses Muster-Bistro ein, um uns von diesem ungezwungenen französischen Charme und seiner fabelhaften Küche einnehmen zu lassen. Und dieser Charme geht nicht nur von dem wunderbaren Ambiente aus, sondern insbesondere von Liliane und Vincent Moissonnier, die auch nach den vielen Jahren noch für ihr Restaurant brennen und offenbar keinen Stillstand kennen. Und Eric Menchon schafft es immer noch, eine Küche „gegen die Langeweile“ (so ein Kochbuch aus den 90er Jahren) zu zelebrieren. Hier wird mit Leidenschaft und Engagement höchst professionell gearbeitet, was sich in angenehmster Weise auf die weiteren Servicekräfte überträgt.

                            Unser Lunch-Menü:

                            Thunfischbauchfilet scharf angebraten mit Erdnuss-Paste, Wasabi und Passionsfruchtkernen
                            Gemüse-Röllchen ummantelt mit Goldforelle nach Sushi-Art
                            Bouillon von Steinpilzen mit Burrata

                            Meerhecht-Filet pochiert – gebraten in Piment d´Espelette auf Beurre Blanc mit Marc d´Irouléguy. Zwiebel-Variation
                            Gegrillter Sellerie und Consommé von weißen Champignons

                            Rinder-Short-Rib gegrillt und lackiert mit Süßholz auf getoasteter Brioche mit Foie Gras, BBQ-Sauce
                            Crème Brûlée von Mia und Mumbai-Curry
                            Weiße Polenta mit Petersiliencreme

                            Leichtes Biskuit von Minze und Valrhona-Schokolade Nyangbo
                            mit Crystal-Minze-Marmelade, Kardamom-Eis mit Kakaobohnen-Nougatine und Schokoladen-Baiser


                            Puh, das muss man beim Karten-Studium erst einmal verarbeiten! Merken kann man sich das sowieso nicht, so dass wir dankbar für die einzelne Annonce und den einen oder anderen Hinweis sind. Ab dann ist alles ganz einfach. Die Küche hält an ihrem Prinzip fest, die meisten Gerichte auf drei Geschirrteilen anzurichten. So wird deutlich, was zusammengehört und was man sinnvoller Weise in welcher Reihenfolge ist, wobei „Querproben“ durchaus erwünscht und auch reizvoll sind.

                            Dieses Menü ist durchgängig von hoher Qualität, intelligentem Kombinationsvermögen und handwerklichem Können geprägt. Und was macht Menchon daraus? Genau! Nach wie vor eine Küche gegen die Langeweile, die damals vielleicht revolutionär war und sich nicht der gängigen Produkte der übrigen Sterneküche bediente und Lust an neuen Kombinationen weckte. Die heutige sogenannte Avantgarde bewegt sich auf ähnlichen Pfaden, doch wesentlich radikaler, reduzierter und einer „neuen Schlichtheit“ verschrieben, die man durchaus auch kritisch sehen kann, wenn man einmal darüber sinniert, wohin das kulinarisch eigentlich führen soll. Ich möchte hingegen für ein paar Stunden ins Schlaraffenland entführt werden und mich im Restaurant nicht mit einer vermeintlichen „Minimal Art“ zufrieden geben. Ich möchte schwelgen und schwärmen und mir nicht verkopfte Gedanken machen müssen, ob wir z.B. bei „angegegrilltem Lauch mit Petersiliensoße“ (Nobelhart&Schmutzig) wirklich im High-End-Bereich der Kulinarik angelangt sind.

                            Gott sei Dank lässt uns das „Moissonnier“ weiter schwelgen und schwärmen von Gerichten, die aus einem Füllhorn kulinarischer Köstlichkeiten gespeist werden (z. B. die Kombination von Erdnuss-Paste, Wasabi und Passionsfruchtkernen oder die klassische Beurre Blanc, die durch einen Spritzer Marc einen ganz speziellen Ton bekommt) und immer wieder mit kleinen Zugaben versehen werden (z. B. einer Bouillon zum intensiven Thunfischbauch oder einfach einer Consommé zum pochierten Meerhecht, der anschließend mit Piment d´Espelette gebraten wurde). Das Ganze wird eingebunden in ein harmonisches Gesamtbild, das keine Standards bedient, sondern stets von kulinarischer Kreativität und Intelligenz geprägt ist.

                            Der beste Gang im Menü? Der Fleischgang! Und das sage ich selten, da meist die Vorspeisen oder Fischgänge wesentlich spannender sind. Aufbauend auf der Idee des Klassikers „Tournedo Rossini“ hat die Küche hier gegrilltes Short-Rib mit Gänseleber auf ein Brioche geschichtet, das für sich schon mit dem Süßholz ein Gaumengenuss ist, aber durch so etwas Profanes wie eine BBQ-Sauce (natürlich top gemacht!) einen verführerischen „Sommerabend-Lagerfeuer-Touch“ bekommt, dass man auch der nur leisesten Versuchung, sich vielleicht demnächst doch eher vegetarisch zu ernähren, energisch entgegen tritt.

                            So verlässt man nach ein paar Stunden glücklich das „Moissonnier“, flaniert amüsiert durch das umliegende Viertel mit seinen türkischen Läden und Gaststätten, um schließlich im Dom eine Kerze anzuzünden, weil der liebe Gott es doch wieder einmal verdammt gut mit einem gemeint hat.

                            Schönen Gruß, Merlan






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                            • #74
                              Vielen Dank für den appetit-anregenden Bericht, der endlich mal wieder Lust macht, hier mitzulesen. Und schämen Sie sich nicht, dass Sie das Essen gut fanden.

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                              • #75
                                Die Geschichte beginnt im April 1987, also vor bald 32 Jahren. Vincent und Liliane Moissonnier eröffneten in der ansonsten farblos, langweiligen Krefelder Straße ein Bistro, das den Kölnern damals wie ein Fremdkörper vorgekommen sein muss. So urfranzösisch war es eingerichtet mit Jugendstilmalereien, Säulen, Holzstühlen, kleinen, eng gestellten Tischen und einem Tresen, an dem unaufhörlich Flasche um Flasche und Glas um Glas bereit gestellt wurde. Originaler kann man es sich auch nicht in Paris oder Marseille vorstellen. Bis heute hat sich hieran so gut wie nichts verändert.

                                Der Gault Millau listet das Haus erstmals in seiner 1989er-Ausgabe mit 13 Punkten und vermerkt launisch: „Seit Franz Kellers Bistro geschlossen ist, gehen die Schickis in den Alten Wartesaal und die Mickis hierher – oder umgekehrt.“ Immerhin gesteht man damals schon zu, dass aus kulinarischer Sicht das „Moisssonnier“ bei dieser Wahl den Vorzug bekommen sollte. Die Küche wird als klassisch, ländlich, unprätentiös, aber engagiert zubereitet beschrieben. Nun, heute würde man Eric Menchons Küche mit dieser Umschreibung sicher nicht mehr gerecht werden.
                                Es brauchte noch bis zur Ausgabe 1992, bis dann auch beim Gault Millau die Post abging und statt Plattitüden das kreative Potential des Duos Menchon / Moissonnier erkannt und gefeiert wurde.

                                Irgendwann in dieser Zeit muss es wohl auch gewesen sein, dass wir das erste Mal dort zu Besuch waren. Schon damals waren die Gerichte detailliertest beschrieben, die Grenzen zwischen Vorspeisen und Hauptgerichten fließend und ein Menü gab es nicht. Letzteres hat sich geändert, alles andere nicht. Genau so wenig wie die quirlige Atmosphäre, der jungenhafte Charme des scheinbar nicht alternden Patrons oder die zahlreichen Teller pro Gericht, die der Service dann doch immer irgendwie geschickt auf den kleinen Tischen unterbringt. Es war damals Liebe auf den ersten Blick und Biss. So köstlich, ungewohnt und in unkonventionellem Ambiente hatten wir bis dahin kaum irgendwo gegessen. Solche Liebesgeschichten dauern dann bei mir auch immer lange an und sind ein guter Anlass, die eigene Liebesgeschichte, die ein wenig länger andauert als die des „Le Moissonnier“ zu feiern. Nicht zum ersten Mal zelebrieren wir hier also unseren Jahres- und mittlerweile auch Hochzeitstag und lassen das Wochenmenü beiseite und wählen jeweils à la Carte.

                                Das Amuse Bouche fällt erfahrungsgemäß immer etwas zurückhaltend aus, so als wolle die Küche bewusst noch Raum zum Hochschalten der Gänge haben. Und so ist der geräucherte Aal, in einer kleinen Sülze gearbeitet und mit etwas Salat und Kopfsalatcreme angerichtet vor allem leicht und charmant.

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Name: Le Moissonnier_1_Aal_Kopfsalat.jpg
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ID: 62575
                                Amuse Bouche: Geräucherter Aal, Kopfsalatcreme

                                Von gewohnt ausgezeichneter Qualität die Brotauswahl und Butter.

                                Neben den Kreativgerichten gibt es auf der Karte seit jeher einige wenige Klassiker wie Austern, die südfranzösische Fischsuppe oder die Foie Gras. Mit letzterer startet mein Mann in sein Menü. Die Terrine sehr traditionell und schmelzig zubereitet mit feinem Gewürztraminer-Gelee und einem kleinen Salat und Brioche.

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Name: Le Moissonnier_4_Foie Gras de Canard.jpg
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ID: 62573
                                Unsere eigene Entenleberpastete, Gewürztraminer-Gelee...
                                ..und Salat (nicht im Bild)


                                Für mich geht es mit dem Meerhecht los, der zum einen recht puristisch mit einer Beurre Blanc kommt, die etwas würziger ausfällt, was ich dem Marc d'Irouleguy zuschreibe, mit der sie aromatisiert ist.
                                Separat betört eine Variation von verschiedenen Zwiebeln. Perlzwiebeln, Roscoff, rote und weiße sowie eine Soubise, die klassische Zwiebelsauce, deklinieren das Thema elegant durch. Zusammen mit der Comté-Creme ergibt sich ein angenehm fülliges Geschmacksbild.
                                Umami liefert der zweite Teller à part, der mit einer intensiven Champignon-Essenz mit Sellerie und Totentrompeten aufwartet. In Summe ist das eine sehr schöne erdige Einfassung für den perfekt gegarten Fisch.

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Name: Le Moissonnier_6_Meerhecht_Beurre Blanc.JPG
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Name: Le Moissonnier_8_Sellerie_Consommé.JPG
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ID: 62592
                                Meerhecht-Filet pochiert und gebraten in Piment d'Espelette
                                auf Beurre Blanc mit Marc d'Irouléguy

                                Zwiebel-Variation
                                Gegrillter Sellerie und Consommé von Champignons

                                Der rote Thunfisch im nächsten Gang ist kurz angebraten und neben gegrillten Frühlingszwiebeln mit einem leichten Crunch versehen. Der eigentliche Star in diesem Gang ist für mich aber der Teller mit den Kürbisravioli, die mit Krebsfleisch gefüllt sind und denen eine intensive, tiefgründige Krustentierjus angegossen wird.
                                Als frisches Element dient ein Salatröllchen mit Nordseekrabben.

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Name: Le Moissonnier_10_Kürbisravioli_Taschenkrebs.jpg
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ID: 62576
                                Filets vom roten Thunfisch kurz angebraten mit Zitrus-Schaum und gegrillten Frühlingszwiebeln
                                Dünner Kürbis-Raviolo gefüllt mit Taschenkrebsfleisch und Frischkäse auf Schalentier-Jus
                                Roll von Kopfsalat, Garnelen und Sellerie, dazu asiatische Mayonnaise (nicht im Bild)

                                So gut der Thunfisch auch ist: in der internen Tischwertung macht meine Wahl hingegen das eindeutige Rennen. Betitelt als „Comme une Bouillabaisse légère“ kommen sauber aufgereiht Petersfisch, Drachenfisch und Kaisergranat in ausgezeichneter Qualität und Garung mit einer leichten, aber deswegen nicht weniger klasse schmeckenden Bouillabaisse.
                                À part und ganz minimalistisch ein dünn aufgeschnittener Oktopus, der vom Grillen ein ganz zartes Raucharoma mitbekommen hat und etwas kräftige Rindersauce.
                                Um den ersten Platz als Hauptdarsteller in diesem Ensemble kämpft auch noch das Panini vom geräucherten Butterfisch mit, der nicht nur eine tolle krosse Hülle als Textur liefert, sondern mit diversen Cremes für sich genommen bereits ein eigenständiges Gericht sein könnte.
                                Da ich mich kaum entscheiden kann, welchen der drei Teller ich köstlicher finde, kann ich, wie so oft hier, nur permanent hin- und her probieren. Eine tolle Komposition!

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Name: Le Moissonnier_14_Panini_Butterfisch.jpg
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                                Sankt-Petersfisch, Drachenfisch und isländische Langustine auf Bouillabaisse-Emulsion
                                Gegrillter Oktopus-Carpaccio auf Rinder-Bratsaft (nicht im Bild)
                                Panini von geräuchertem Butterfisch auf Eierschaum und Kapernpaste

                                Dass auf dem Hauptteller nicht unbedingt immer das feinste Stück vom Tier die Hauptrolle spielen muss, zeigt sich mit den Bonbons vom Limousin-Lammnacken. Gegrillt und geräuchert bringt alleine schon viel Aromatik ins Spiel, aber zusammen mit der Harissa ergibt sich eine wunderbare Würzigkeit.
                                Der ebenfalls gegrillte Rücken lässt zwar die Kümmel-Marinade nicht wirklich erkennen, bekommt aber mit der schönen Jus einen recht klassischen Anstrich.
                                Damit es aber nicht nur Fleisch gibt, reicht Menchon noch gepressten, recht festen Couscous, der mit Minz-Joghurt eine leicht arabischen Touch in das Gericht bringt.

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Name: Le Moissonnier_17_Cous Cous_Spargel-Krapfen.jpg
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                                Limousin-Lamm gegrillt und mit Wacholder geräuchert, Bonbons vom Lammnacken mit Trockenfrüchten und hausgemachter Harissa
                                Der Rücken mariniert mit Kümmel und auf Holzkohle gegrillt an Oliven-Bergamotte Puder
                                Gepresster Couscous und grüner Spargel-Krapfen mit Nanah Minz-Joghurt und gebratenen Kräuterseitlingen

                                Auf meiner Seite des Tisches wird derweil ein Ensemble aufgebaut, bei dem sich die Frage nach dem Protagonisten ausnahmsweise mal nicht stellt. Auf getoasteten Briochescheiben ist super zart gegrilltes Short Rib mit etwas Foie Gras geschichtet. Mit der großartigen BBQ-Sauce ist alleine diese Kombi schon fabelhaft, dass ich die übrigen Teller fast nicht bräuchte.
                                Die Polentataler mit gegrilltem Lauch und Parmesan sind relativ mild und holen alles etwas runter, die Crème Brûlée von Mais und Curry ist für die milde Cremigkeit zuständig. Aber alles überstrahlend bleibt das großartige Fleisch.

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Name: Le Moissonnier_18_Short Rib_Tomate.jpg
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Name: Le Moissonnier_20_Mais Crème Brûlée_Curry.JPG
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ID: 62590
                                Rinder-Short-Rib gegrillt und lackiert mit Süßholz auf getoasteter Brioche mit Foie Gras, BBQ Sauce
                                Weiße Polenta mit Petersiliencreme
                                Crème Brûlée von Mais und Mumbai-Curry

                                Beim Dessert entscheidet sich meine bessere Hälfte wie so oft für das Schokoladige, hier in Form eines Parfaits mit Karamellfüllung auf Crumble. Die karamellisierten Erdnüsse bilden die Brücke zu dem fantastischen Erdnussbutter-Eis, das auf einer Wasabi-Ganache gebettet ist.

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Name: Le Moissonnier_22_Erdnussbutter-Eis_Wasabi.jpg
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ID: 62585
                                Caramelia Schokoladen-Parfait mit Karamellfüllung auf dunklem Schokoladen-Crumble, Erdnüsse karamellisiert auf kantonesische Art, Chouchou von Kakaobohnen-Bruch
                                Sesam Erdnussbutter-Eis mit Wasabi-Ganache und -Puder

                                Für mich wird es deutlich fruchtiger. Eine luftige Molke-Mousse harmoniert mit Blaubeergelee, Joghurt und Biskuit-Brösel sehr schön, bleibt aber auch etwas unaufregend. Toll hingegen ist das Espuma vom Cheesecake mit Ahornsirup-Flocken. Das Eis hingegen hat zwar eine ausgezeichnete Konsistenz, lässt aber den Wacholdergeschmack nur dezent erkennen und bleibt deshalb etwas lau.
                                Ich bin nicht unzufrieden, aber das Dessert auf der anderen Seite ist diesmal der Winner.

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Name: Le Moissonnier_23_Molke Mousse_Schokoladen-Mandel-Biskuit.jpg
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Name: Le Moissonnier_24_Cheesecake Espuma_Ahornsirup-Flocken.jpg
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ID: 62589
                                Molke Mousse und Schokoladen-Mandel-Biskuit mit Blaubeergelee, Joghurt-Puder und Bienennest-Hippe
                                Espumas von Cheesecake, Cassis Sirup von der Île d'Orléans, Ahornsirup-Flocken
                                Cremiges Wacholderbeer-Eis (nicht im Bild)

                                Zu den unverwüstlichen Klassikern im „Le Moissonnier“ gehören ein Macaron, ein Karamellbonbon und der Orangen-Lolly als Petits Fours, die auch diesmal nicht fehlen dürfen.

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Name: Le Moissonnier_26_Petits Fours.jpg
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ID: 62591
                                Petits Fours

                                Auch nach 32 Jahren hat das „Le Moissonnier“ nichts von seiner Strahlkraft für mich verloren. Eric Menchons Kreativitätsmaschine läuft unermüdlich weiter. Arabische Akzente geben den Gerichten häufig einen besonderen Kick. Dieses Mal fand ich den Einsatz von Gegrilltem sehr gelungen.
                                Ob die Satellitenteller in den einzelnen Gängen immer einen direkten Bezug haben müssen, finde ich nicht wichtig. Bei vergangenen Besuchen war nicht immer sofort erkennbar, ob sie eine bewusste Ergänzung oder Kontrastierung sein sollten. Trotzdem machte das Querprobieren und -kombinieren immer schon Spaß.
                                In diesem Menü empfand ich vieles als sehr stimmig und zueinander gehörend, ob als texturelle und geschmackliche Ergänzung. Ganz herausragend waren hierbei meine „Bouillabaisse“-Interpretation und das Short Rib. Alleine für diese Gänge hätte sich der Besuch bereits gelohnt.

                                Und genau für diese Erlebnisse, diese Überraschungsmomente, die fabelhaften Produktqualitäten und originellen Zubereitungen komme ich auch weiterhin gerne wieder. So ist das eben mit Liebesgeschichten, die andauern.


                                Bericht und sämtliche Bilder auch auf tischnotizen.de/le-moissonnier-koeln-2/

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