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Restaurant Glückskind in Bielefeld, Mai 2013

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  • Restaurant Glückskind in Bielefeld, Mai 2013

    Hallo Feinschmecker,

    ich war nun zum wiederholten Male im „Glückskind“ in Bielefeld und möchte Euch das Restaurant kurz vorstellen.

    Es wurde Ende 2012 eröffnet und befindet sich auf der Empore einer renovierten Kirche. Die Räumlichkeiten sind modern und freundlich eingerichtet, die Küche um Fabian Huber präsentiert sich menueorientiert, bietet aber auch die Möglichkeit, á la carte zu bestellen.

    Nicht zu verwechseln ist das „Glückskind“ mit dem „Glück und Seeligkeit“, welches sich in den gleichen alten Mauern befindet, allerdings im Erdgeschoss.

    Die Empfehlungen des ambitionierten Sommeliers Holger Gallinat waren bei jedem Besuch ebenso lobenswert wie der freundliche und professionelle Service.

    Aber nun zum Wesentlichen:

    Als Gruß aus der Küche gab es ein Onsenei mit Nudelplatte, violettem Senf (Senf und Rotweinmaische) sowie einer Kreme von Kräutern der Region. Das Ei war optimal gegart und die Kombination von mildem Eigelb mit dem delikaten Senf sehr gelungen.

    Als 1. Gang gab es gebeizten und konfierten Saibling mit Kaviar, Estragon, Fenchel, Pampelmuse und Marzipan. Der Fisch hatte eine schöne, weiche Konsistenz und war sehr aromatisch. Ein echtes Highlight war der Salat aus den übrigen Beilagen. Die Noten des leicht salzigen Kaviars, der säuerliche Pampelmuse und des leicht bitteren Fenchels wurden ganz elegant von dem Nussigen und der Süße des Marzipans umrahmt und abgerundet. Sehr gelungen.

    Die folgende Erbsensuppe mit Kalbszunge und Zitronenverbene kann man sich als das genaue Gegenstück zu dem bekannten Eintopf vorstellen. Die Konsistenz war nur wenig kremiger als ein Fond, das Aroma von süßen Erbsen und Kalb geprägt und als Einlage fanden sich zwei feine Kalbsravioli. Die Zitronennote hätte ich mir etwas kräftiger gewünscht.

    Wolfsbarsch, Pulpo, Spargel und Shitake-Pilze bildeten die Hauptbestandteile des nächsten Gangs. Fisch und Pulpo waren in Ordnung und das Gemüse perfekt gegart. Bemerkenswert waren die vielen kleinen molekularen Helferlein, welche die feinen Aromen des Spargels und der Pilze gekonnt unterstützten und in Szene setzten.

    Als kleine kulinarische Erfrischung vor dem Hauptgang wurde ein Apfelsorbet mit Buttermilchschaum gereicht.

    Der Hauptgang bestand aus dem Secreto vom Iberico-Schein, einem Teil, welches mir bis dato völlig unbekannt war. Das Fleisch war sehr zart, ungemein aromatisch und wurde auf einer kräftigen Jus angerichtet. Dazu gab es Tomate, Olive, Artischocke und Quinoa. Quinoa ist eine Hirse- bzw. Reissorte, welche aus Südamerika kommt und in dieser Zubereitung an den westfälischen Pumpernickel erinnert.

    Zum Abschluss gab es nach einer kleinen Einstimmung ein Eis von der weißen Valrhonaschokolade, Aprikosen in unterschiedlichen Texturen, hausgemachter Mandelnougat und Lavendelstaub. Ein gelungener Abschluss!

  • #2
    Wie sind denn die Preise?
    Was gibt die Weinkarte so her?
    Besten Dank für den Bericht. In Bielefeld ist ja jede kulinarische Innovation bemerkenswert. Seit Klötzers Restaurant in den 90ern(?) seinen Michelin-Stern verloren hat, gibt es da eigentlich bloß noch Kastenpickert.

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    • #3
      Man sollte in diesem Zusammenhang nicht die "Auberge Le Concarneau" von Ernst-Heiner Hüser vergessen, die ebenfalls lange mit einem Stern (und 18 Gault-Millau-Punkten) ausgezeichnet war und deren Stern jenen von Klötzer (der für die damals dort gereichte Bistroküche etwas übertrieben war, wie ich seinerzeit schon in jungen Jahren fand) bei weitem überstrahlte!

      Im "Glück und Seligkeit" übrigens war ich schon mehrere Male zum Brunchen: Gute Auswahl, recht frische Produkte, wuselige, aber spektakuläre Atmosphäre im gelungen restaurierten Kirchenschiff. Vielleicht sollte ich nach ihrem Bericht, werter TaxAs, auch mal das dazugehörige Restaurant "Glückskind" ansteuern, es scheint sich ja durchaus zu lohnen!

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      • #4
        Die Preise liegen zwischen 75,00 Euro und 80,00 Euro pro Menue zzgl. der Getränke. Die Weinbegleitung liegt, so glaube ich mich erinnern zu können, bei ca. 40,00 Euro.

        Ich empfinde die Preise für das Gebotene als sehr moderat. Dies wird sich bestimmt ändern, wenn der „sture Ostwestfale“ erst einmal auf den Geschmack gekommen ist und die entsprechenden Auszeichnungen errungen werden. Und dies ist für mich nur eine Frage der Zeit…

        Was die Weinkarte angeht, werthes Mohnkalb, kann ich nicht viel Informatives beitragen, weil ich mich in solchen Restaurants gerne dem Sommelier anvertraue. Ich kann zwar Gut von Böse unterscheiden, trinke aber einfach zu selten, als dass ich die Güte einer Weinkarte erkennen würde. Das kommt schon noch…
        Zuletzt geändert von TaxAs; 21.05.2013, 17:30.

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