Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Restaurants ohne Stern - Köln -

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Restaurants ohne Stern - Köln -

    Irgendwann wurde mal gewünscht, auch eine Rubrik „unter den Sternen“ Bundesland spezifisch zu führen. NRW ist nun nicht gerade klein, deswegen habe ich jetzt die Unterteilung für Köln vorgenommen. Falls die „Chefs“ damit nicht einverstanden sind, kann es auch verschoben werden.

    Vor kurzem haben wir das flogaus in der Kasparstrasse besucht. Im neuen GM wird es mit 14 Punkten bewertet.

    Das Restaurant ist sehr gemütlich und kuschelig, die Tische stehen allerdings sehr eng beieinander, ähnlich wie fast um die Ecke bei Moisonnier
    Wir wählten das 3gängige Überraschungsmenue.

    Aus der heimischen Metzgerei gab es als Appetithappen einen kleine Wurstauswahl und dazu sehr gutes Brot

    Als Vorspeise wählten wir dann
    Langostino & Schweinebauch Kumquats / Koriandersaat / Wildkräuter
    Die Langostino etwas zu weich, dafür der Schweinebauch optimal

    Das Hauptgericht
    Hirschrücken Schwarzwurzel / Rosenkohl / Rote Zwiebeln
    Der Hirsch auf den Punkt und das Gemüse knackig und bissfest

    Zum Abschluss eine kleine Käseauswahl, nichts Weltbewegendes aber an diesem Abend völlig ausreichen

    Die Zusamenstellung der einzelnen Gängen entbehrt nicht einer gewissen Raffiniertheit. Wäre sicherlich eine Adresse, die man öfters besuchen würde

  • #2
    hat sich umbenannt - sind aber die gleichen Leute - doch mit neuem Konzept

    http://www.metzgermarie.de/das-restaurant

    Kommentar


    • #3
      WeinAmRhein – ein stimmiges Konzept

      Das Restaurant liegt in der Nähe von Hauptbahnhof bzw. Dom. Das ist für mich schon angenehm, da ich meistens mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin und gute Verbindungen vorfinde.
      Hier habe ich auch bereits mehrfach gegessen und weiß eigentlich, dass es ein schöner Abend werden wird.

      Ambiente

      Die Einrichtung am Platz ist sehr schlicht: Bistrostil eben. Aber die Wände und die Decke sind recht aufwendig gestaltet und veranlassen zum Hinsehen.

      Am Tisch fiel mir diesmal das Hauptbesteck-Messer direkt ins Auge. Ich habe eine Schwäche für besonderes Besteck. Zu Hause benutzte ich zum Essen gerne eine Gabel mit fünf Zinken (zum Beispiel Pott 33). Eine kurze Recherche ergab: „Als Yves Charles noch Sterne-Koch in Paris war, schuf er nach dem Vorbild des schlichten Modells „Le Français“ sein eigenes Tafelmesser, das 9.47. Die Idee zu dem Messer war ganz einfach: ein Tafelmesser herstellen, das die gleichen Eigenschaften hat, wie ein Klappmesser. Es ist wie dafür geschaffen, Liebhaber der Ergonomie und guter Schnitteigenschaften zu überzeugen.“

      Service

      Freundliche junge Kräfte kümmern sich um die Gäste. Die Garderobe wird umgehend abgenommen und versorgt. Man wird zum Platz geführt. Kleine Gespräche sind stets möglich. Besonders der Weinkellner hat uns gut „behandelt“.
      Wir kamen direkt zur Öffnungszeit um 18 Uhr und waren die ersten Kunden. Dann ging es aber ruckzuck bis der Laden voll war. Der Service war aber nur leicht angespannter im Verlauf und behielt stets den Überblick.

      Die Karte

      Neben den a la Carte Gerichten gibt es auch Menüangebote:

      * Das Mittagsmenü: 2 Gänge 16,80 € mit Tagesdessert 3 Gänge 21,80 €

      * Und abends das „Weinschmeckermenü“: 4 Gänge - 48,00 € bzw. 5 Gänge - 59,00 €
      und dazu ein passendes Weinarrangement 3 Weine à 0,1l; Dessertwein 5 cl - 36,00 € bzw. 4 Weine à 0,1l; Dessertwein 5 cl - 46,00 €.

      Die Getränkekarte weist ein erfreulich großes Angebot (auch) an offenen Weinen aus (das erwarte ich aber auch beim Namen des Restaurants).

      Die verkosteten Speisen

      Wir wählten das „Weinschmeckermenü“ in vier Gängen mit der Weinbegleitung; den Käse haben wir ausgelassen – obwohl ich den Affineur Waltmann überaus schätze und mir gelegentlich Käse von ihm zuschicken lasse.

      Brot und Öl werden sofort an den Tisch gebracht. Die Backwaren kommen von der Firma Zimmermann in Köln. Das Brot – zwei Sorten – war frisch und schmackhaft.

      Der erste Gang: gepökelte Schweinebäckchen, Birnenchutney, Pommerysenfgelee, Spitzkohlsalat, Frisée-Spitzen und Kresseblättchen.

      Ich vertraute auf die Küche; denn Bäckchen sind nicht mein Lieblingsgericht. Sie sind oft lange gegart und zerfallen dann schon bei Berührung. Aber es war ein guter Start. Das Fleisch war zart aber auch noch formstabil. Durch das Pökeln kamen auch herzhafte Elemente in das Aromenspektrum. Das Chutney passte gut dazu. Die Birnenstückchen waren auch noch kein Brei. Der Spitzkohlsalat war auch herzhaft abgeschmeckt. Die kleinen Kräuter und die Friséestielchen rundeten das Gericht ab.

      Der zweite Gang: gebratener Steinköhler, Fischvelouté, Kürbisrisotto

      Der Name Steinköhler scheint laut Wikipedia nicht eindeutig zu sein. Sowohl Pollack als auch Alsaka-Seelachs werden unter dem Namen verkauft. Es ist aber wohl eine Dorschart. Jedenfalls war der Fisch ohne Haut auf der Oberseite kross gebraten. Das Fleisch war fest in der Struktur und saftig im Mund. Die schaumige Soße war cremig und durch die Beilage eines Gourmetlöffels auch gut aufzunehmen. Besonders gefallen hat mir auch der Risotto. Neben einer schönen Bindung waren die Reiskörner nicht weich und verklumpt, sondern noch als Pflanze spürbar. Die Hokaidostückchen waren auch nicht mehlig, sondern hatten noch Biss und verbanden sich mit dem Reis zu einer runden Einheit.

      Der Hauptgang: rosa Lammhüfte, Lammjus, geschmorte Sellerie, dicke Bohnen, Oliven-Kartoffel-Stampf

      Lamm wird oft als Kurzbratstück im Restaurant angeboten. Hier war das Bratenstück außen mit einer dünnen Röstoberfläche zubereitet und innen saftig und rosa. Es hatte einen kräftigen Geschmack. Die Soße war harmonisch und zeigte keine störenden Fettaromen im Mund. Die Bohnen waren auf den grünen Kern hin gepult. Sellerie schmeckt mir eigentlich immer. Und der Stampf war die „Sättigungsbeilage“ und gut gemacht. Aber bei der leckeren Soße hätten mir einfache Kartoffeln auch gereicht, die die Flüssigkeit aufnehmen können.

      Vor dem Dessert werden die Essenskrümel vom Tisch weggewischt und das letzte Besteck eingedeckt.

      Der Nachtisch: Karamellriegel, Apfel, Vollmilchschokoladeneis
      bzw. Crème brûlée, Fruchtsorbet, Apfel

      Wegen meiner Nussallergie bekam ich eine Alternative zum Karamellriegel, der viele Nussanteile hatte. Die Brûlée hatte eine krosse Karamellhaut und eine schmackhafte Vanille-Würze. Das Eis war fruchtig und entfaltete sich auf der Zunge angenehm. Die Apfelstücke hatten ein perfektes Spiel von Süße und Säure.


      Getränke

      Rhodius-Mineralwasser medium

      Weinbegleitung (4 Gänge):

      * Grauer Burgunder Birkweiler Keuper 2012 - Weingut Dr. Wehrheim, Birkweiler, Pfalz

      Die fruchtigen Noten mit leichten Raucharomen und einer angenehmen Cremigkeit haben mir sehr zugesagt. Der Wein wird nur im Edelstahltank vergoren und erhält dadurch eine gewisse Leichtigkeit.

      * Steinbach Riesling trocken VDP. Erste Lage 2004 - Weingut Schloss Sommerhausen, Sommerhausen, Franken

      Es ist für mich stets eine Freude einen gereiften Riesling zu verkosten. Hier waren die „Petrolnoten“ herrlich angenehm und ausgewogen zu erspüren.

      * Chateau La Nerthe - Chateauneuf-du-Pape Rouge 2007

      Diese „Spezialität“ aus dem Rhonegebiet kann prächtig sein. Für die Herstellung von rotem Châteauneuf-du-Pape dürfen dreizehn verschiedene Rebsorten verwendet werden, die getrennt geerntet und vinifiziert werden und schließlich zu einer Cuvée komponiert werden. Zum Lamm war der Wein auch wieder ein Treffer.

      * Domaine Rière - Cadène Rivesaltes Ambré 1997 (zur Crème brûlée)

      Dieser Dessertwein besteht überwiegend aus Grenache blanc wird gespritet und oxidativ viele Jahre im Eichenfass ausgebaut und erinnert mich daher etwas an Sherry-Aromen.

      * Niepoort Late Bottled Vintage 2009 (zum Karamellriegel)

      Dirk van der Niepoort nennt den LBV den „jüngsten Bruder“ seines Vintage, da die Herkunft der Trauben und die Weinbereitungsmethoden sehr ähnlich sind. Der Late Bottled Vintage wird wie der Vintage aus Trauben eines Jahrgangs hergestellt. Die Trauben für den LBV kommen von Weinbergen mit geringer Produktion in der Region Cima Corgo im Douro-Tal. Der Wein reift in großen Fässern und Eichenkübeln in den Kellereien in Vila Nova de Gaia und wird nach vier Jahren abgefüllt.

      Da wir noch Lust auf weitere Kostproben hatten, haben wir nach Beratung mit dem Weinkellner aus dem „offenen Angebot“ zusätzlich einige Gläschen geordert.

      * Côtes du Rhône rouge 2007 - E. Guigal
      * Chateau La Nerthe - Chateauneuf-du-Pape Rouge 2007

      Der Chateauneuf hatte zum Essen sehr gut geschmeckt und wir wollten ihn mit einem einfachen Rhonewein vergleichen. Das war aber etwas „unfair“, denn da musste der kleine Guigal verlieren. Aber die Produkte von Guigal schätze ich grundsätzlich sehr.

      * Bodegas Roda Sela 2010 Rioja DOCa

      Die Weine von Roda sind für mich umwerfend. Der „Sela“ ist die „Einstiegsdroge“ des Hauses. Aber auch dieser „kleine“ Wein wusste uns zu überzeugen. Ich denke, dass ich mir davon demnächst etwas kaufen werde.

      * Muhr van der Niepoort – Syrah 2009

      Dorli Muhr, die Exgattin von Dirk van der Niepoort, produziert ihre eigenen Projekte in Österreich. Im Kölner Weinkeller konnte ich vor einiger Zeit bei der Hausmesse bereits einige Weine verkosten und mit ihr kurz sprechen. Ich bin ein Freund österreichischer Weine - meine Lieblingserzeuger kommen aus dem Burgenland rund um den Neusiedler See (Pannobile). Die Rebsorte Syrah kann mich auch faszinieren. So war dieses Glas ein würdiger Abschluss.

      Und die Heimfahrt mit der RVK gab reichlich Möglichkeiten, sich über den Abend zu unterhalten und auszutauschen.

      Preis-Leistungs-Verhältnis

      Ob mittags oder abends – hier fühle ich mich gut aufgehoben. Die Kosten halten sich in einem vertretbaren Rahmen.

      Fazit

      4 – Weiterhin auf der Köln-Liste; hier kehre ich gerne ein.

      (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

      Datum des Besuchs: 30.10.2015 – abends – 2 Personen

      Bilder bei: http://kgsbus.beepworld.de

      Nachtrag: http://www.restaurant-ranglisten.de/...tian-connerth/
      Zuletzt geändert von kgsbus; 18.11.2015, 18:46.

      Kommentar


      • #4
        Zählt das 485Grad als Restaurant?

        Gelegen in der Kyffhäuserstraße, einer Straße die ehemals eher für Studenten und günstige Cocktails bekannt ist, liegt diese Pizzeria. Eröffnet wurde sie vom ehemaligen Sommerlier des damaligen 3-Sterne-Restaurants Dieter Müller und bietet folgerichtig eine Weinkarte, die nicht weniger als spektakulär ist und richtigerweise vom Gault Millau als "Weinkarte des Jahres" ausgezeichnet wurde.

        Wann immer ich in Köln bin lockt mich die Aussicht auf eine sensationelle Pizza mit sehr hochwertigen Zutaten und die Weinkarte, und das alles zu einem sensationellen Preis-Leistungs-Verhältnis (trotz allem ist es ja immer noch Pizza) sehr oft mehr als die lokale Spitzengastronomie. Wobei man das 485Grad seit der Einführung in den Gault Millau (13 Punkte) ja auch zu letzterem zählen könnte.

        Und auch der lokale Großmeister, Joachim Wissler vom Restaurant Vendôme, scheint nicht abgeneigt, wenn man seinem privaten Blog Glauben schenken darf: http://joachimwissler.com/blog/tip-h...85-grad-koeln/

        Es muss ja nicht immer 3-9 Gängemenüs sein...

        Kommentar


        • #5
          Werter Frab,

          ganz ehrlich: dieser Bericht gefällt mir von Ihren bisherigen Berichten am besten . Damit will ich jedoch nicht sagen, dass ich die anderen nicht auch sehr schätze...

          Schade, dass ich so selten nach Köln oder Düsseldorf komme.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
            Schade, dass ich so selten nach Köln oder Düsseldorf komme.
            Als könnte man beide Städte in einem Atemzug nennen...!

            Nein, werte Heike, es ist überhaupt nicht schade, so selten in dieses Dorf an der Düssel, diese Laune der Natur, zu kommen, wo man komisches braunes Bier trinkt und der Rhein schon bei der Überfahrt von links nach rechts deutlich trüber wird!

            Glauben Sie mir, in Kölle sind Sie in jeder Beziehung, vor allem kulinarisch, besser aufgehoben,

            ...sagt der linksrheinische Rheinländer Merlan

            Kommentar


            • #7
              Werter Merlan,

              die einen sagen so, die anderen so. Realität ist, dass ich im Erwachsenenalter nicht mehr in Düdo war. Also kann ich das nicht beurteilen. In Kölle war ich jedoch deutlich häufiger . Und die Wahrscheinlichkeit, dass das auch wieder so kommt, ist groß

              Kommentar


              • #8
                Lieber Frab!

                Selbstverständlich zählt das 485° als Restaurant, wenngleich Sebastian Georgi selbst seine Läden (mittlerweile gibt es neben der Erstausgabe in der Kyffhäuser Straße auch noch Filialen in der Kölner Südstadt - durchaus mit etwas mehr Restaurantflair - und in Düsseldorf; Hamburg ist in Planung) gerne noch als "Pizzabuden" bezeichnet.
                Da auch ich häufiger dort bin, war ich selbst schon eine Zeitlang drauf und dran, hier etwas zum 485° zu schreiben und freue mich daher, dass Sie mir zuvor gekommen sind.

                Neben der ausgesprochen guten Qualität, feinsten Zutaten und originellen Kompositionen, bei denen es nicht immer nur ein Tomatensugo als Unterlage sein muss, sondern gerne auch mal Erbsencreme oder Linsenhummus ist es natürlich die spannende Weinkarte, die diesen Edelimbiss aus der Masse heraushebt.
                Georgi gibt freimütig zu, dass die Weinkarte sehr subjektiv zusammengestellt ist und nur das enthält, was er auch selbst trinken würde. Das erklärt, warum das 485° zum Mekka für Riesling-Afficionados geworden ist. Und in der Tat findet man - zumindest in Köln - wohl kaum eine gastfreundlicher kalkulierte Karte mit derart vielen Großen Gewächsen und gereiften Jahrgängen namhafter Winzer.
                Für Nicht-Rieslingtrinker könnte die Auswahl an deutschen Weinen für meinen Geschmack etwas umfangreicher sein, aber das ist jammern auf hohem Niveau.

                Was die Pizzen angeht, hier einige Eindrücke. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass hier neapolitanische Pizza gebacken wird, also heiß und kurz und daher eher weich und nicht mit knusprigem Boden. Dem Geschmack tut's keinen Abbruch, denn bei den Zutaten macht Sebastian Georgi definitiv keine Kompromisse. Die Homepage (www.485grad.de) gibt Einblick in die Speisekarte. Und die Weinkarte findet sich dort auch...

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_0460.jpg
Ansichten: 1
Größe: 26,2 KB
ID: 50709 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_0461.jpg
Ansichten: 1
Größe: 24,4 KB
ID: 50710 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_0575.jpg
Ansichten: 1
Größe: 22,5 KB
ID: 50711 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_1053.jpg
Ansichten: 1
Größe: 26,3 KB
ID: 50712 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_1078.jpg
Ansichten: 1
Größe: 27,5 KB
ID: 50713 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_1079.jpg
Ansichten: 1
Größe: 26,4 KB
ID: 50714 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_1257.jpg
Ansichten: 1
Größe: 28,3 KB
ID: 50715 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_1081.jpg
Ansichten: 1
Größe: 27,1 KB
ID: 50716

                Kommentar


                • #9
                  In „deli“ (Magazin für Essen und Trinken) 4/2015 wurden drei Lokale in Deutschland, die ein besonderes neapolitanisches Pizzakonzept haben, exemplarisch vorgestellt. Typisch für diese Machart: Lange Ruhezeit des Teigs, hohe Temperatur im Ofen, sehr kurze Backzeit.

                  Das 485 Grad in Köln war auch dabei – und das machte mich neugierig.

                  Die Eigenaussagen auf der Homepage des Lokals sind sehr selbstbewusst:
                  „Ja, wir sind eine Pizzabude. Aber es gibt Pizzabuden und Pizzabuden. Wir gehören eindeutig zur zweiten Gruppe, denn: Wir lieben gutes Essen! Unsere ausgeprägte Produktliebe präsentiert sich schon beim ersten, flüchtigen Blick in unsere Speisekarte. Auch jenseits unseres runden, knusprigen Kernproduktes zeichnet uns der hochgepimpte Qualitätsanspruch an Frische, Regionalität und Saisonalität aus.
                  Von unseren hausgemachten Antipasti mit Kölsch-Blutwurst von der Metzgerei Hennes über das Desserts mit kompromisslos nachhaltiger Schokolade bis zum hochwertigen Fair-Trade Kaffee des Kölner Rösters Van Dyck – wir sind transparent, produktfanatisch und leidenschaftlich! …
                  Aber was wäre Hunger ohne Durst oder ein lebens-hungriger Gast ohne Drink? Daher haben wir unserer Pizza eine Vielzahl handwerklich arbeitender Bier- und Softdrink-Anbieter als Nebendarsteller besorgt. Jedes der angebotenen Getränke weiß zu bestechen und wird von uns stimmig auf die innovative, trotzdem simple Bühne des 485Grad gehoben. Dort sorgen wir auch beim Auftritt unseres Weinangebots vom charmanten Newcomer bis zum beliebten Klassiker für gleißendes Scheinwerferlicht.“

                  Die drei Aussagen zur Pizza sind auf jeden Fall ganz in meinem Sinne:

                  • 72 Stunden Teigruhe
                  • 485 Grad
                  • 60 Sekunden

                  Denn: 1984 wurde in Neapel die Associazione Verace Pizza Napoletana zur Wahrung der Tradition gegründet. Die Mitglieder haben das Recht ihre Produkte, echte neapolitanische Pizza zu nennen.
                  2005 wurde die Pizza Napoletana als Warenzeichen innerhalb der Europäischen Union eingetragen.
                  Seit 2010 sind die traditionelle Zusammensetzung und die Herstellung geschützt.
                  Die Pizza Napoletana besteht dabei aus folgenden Grundstoffen: Weichweizenmehl, Bierhefe, natürliches Trinkwasser, geschälte Tomaten und/oder kleine Frischtomaten, Meersalz oder Kochsalz und natives Olivenöl extra. Weitere zugelassene Stoffe sind Knoblauch und Oregano, frisches Basilikum und Mozzarella di Bufala Campana g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) oder die Mozzarella g.t.S. (garantiert traditionelle Spezialität) Das Backen erfolgt ausschließlich in Holzöfen, in denen eine für die Zubereitung wesentliche Backtemperatur von 485 °C erreicht wird. Die Garzeit darf 60 bis 90 Sekunden nicht überschreiten.

                  Die neapolitanische Pizza ist nicht so knackig und knusprig wie sie teilweise in anderen Regionen üblich ist (Pizza Romana: sehr dünn und knusprig) – und das soll sie auch überhaupt nicht so sein. Sie ist viel mehr luftig-geschmeidig, etwa vier Millimeter dick und gut belegt. Zur Mitte hin wird sie dünner und feuchter, der Rand sollte wulstig durchgebacken sein und darf sogar ein klein bisschen verbrannt aussehen.

                  Ambiente

                  Das Lokal liegt an der Kyffhäuser Straße im Studentenviertel der Stadt dem so genannten „Kwartier Latäng“. Diese kleine Straße in der Nähe des Barbarossa Platzes ist einerseits eine Wohngegend, andererseits hat aber auch fast jedes Haus ein Geschäft. Vom Sternelokal bis zur Imbissbude, von der Bar bis zum Cafe; alles ist auf wenigen Metern vorhanden.

                  Auch das „485 Grad“ ist von außen nicht besonders auffällig. Ein paar Sitzplätze liegen auch draußen. Nach dem Betreten der Gaststätte stehe ich direkt vor der Theke. Dort kann ich die Karte an der Wand einsehen. Einige Kunden stehen vor mir und dadurch gewinne ich die Zeit, mich mit den Abläufen vertraut zu machen. In einem großen Kühlschrank stehen die gekühlten Biere übersichtlich bereit. Ich entnehme eine Flasche und bin schon an der Reihe.
                  Der Pizzaofen liegt in meinem Blickfeld. Weiter durch sind einige Sitzgelegenheiten aufgestellt. Die Tische sind gewollt „einfach“ gestaltet. Sie bestehen aus Holzlatten. Wahrscheinlich Fichte – das Holz ist auch in Regalen und Türen verwendet worden. Das Besteck befindet sich an einer Wand in Kästen, als Serviette stehen Küchenrollen daneben. Die Stühle sind schwarz und sehen wie Industriemöbel aus.

                  Service

                  Junge Menschen – überwiegend weiblich - in einer einheitlichen Kleidung (Hemd/Bluse in Schwarz mit dem Logo in Weiß) kümmern sich um die Gäste. Das machen sie sehr freundlich und kundenorientiert. Ruhig werden die Bestellungen entgegen genommen. Eine Beratung ist jederzeit möglich. Getränke nimmt man selbst mit und geht zu einem freien Platz. Zum Abschluss bezahlt man (nur Bargeld) und der Bon geht zur nächsten Kraft, die die Arbeiten erledigt bzw. ausführt. Man wird nach seinem Vornamen gefragt, um später die richtigen Gerichte zu bekommen. Die Kellner bringen dann die fertigen Speisen zu den Tischen. Der Name wird angesagt und man meldet sich einfach. Beim Abtragen vom Geschirr wird ernsthaft nachgefragt, ob alles in Ordnung war.

                  Die Karte

                  Die Pizzakarte bestand beim Besuch aus elf Klassikern und drei Innovationen.
                  Weiterhin gibt es auch Vorspeisen und Nachtisch, sowie Kaffee, Alkoholfreies, Wein, Bier und andere alkoholische Getränke.

                  Die verkosteten Speisen

                  Thunfisch 2015
                  Gebackene Paprika ° Steinpilze ° Tropea Zwiebeln IGP ° Thunfisch-Tatar ° Bio-Zitrone aus Mallorca

                  (Tropea ist ein Ort an der italienischen Mittelmeerküste in Kalabrien. Die durch eine kontrollierte Ursprungsbezeichnung I.G.P. (Indicatione Geografica Protetata) geschützen Zwiebeln der Region gehören zu den süßesten Zwiebeln überhaupt.)

                  Die Pizza war perfekt im Erscheinungsbild: groß, wulstiger Rand, fein gebräunt. Die hauchdünnen Scheiben von frischem Thunfisch sind eine Freude. Auf einer „normalen“ Pizza wird in der Regel „Dosenthunfisch“ verwendet – das ist schon eine andere Liga. Die Tomatenpaste auf dem Teig war so mild und gleichzeitig cremig und fruchtig wie selten. Die weichen fluffigen Zwiebelstücke habe ich so auch noch nicht gegessen. Die Pilze waren ebenfalls aromatisch und angenehm im Mund.
                  Der Teigrand schmeckte mir gut. Dieser Teil war luftig gebacken. Nicht übermäßig knusprig, aber nicht weich. Zur Mitte hin wird die Pizza dünner und geht mit dem Belag eine ausgewogene Verbindung ein. Auffällig für mich war die dezente Würzung. So konnte ich den Geschmack der Komponenten wie selten erkosten. Ich denke, dass durch die kurze Ofenzeit die Pizza beim Aufessen relativ schnell abkühlt. Das machte mir jedoch nichts aus. So konnte ich von heiß bis warm die Bestandteile verkosten.

                  Tarte au Chocolat

                  Original Beans „Beni Wild 66%”

                  (Wildkakao aus Bolivien, dunkle Tafelschokolade)

                  Der Kuchen bestand aus einem kleinen Quader aus fast purer Schokolade. Die Aromen waren überzeugend. Ich liebe dunklen Kakao. Das Stück hätte für mich durchaus auch größer sein dürfen. Die drei Kleckse aus weißer Soße wirkten auf mich „gewollt“. Aber das ist wohl der Stil des Hauses, dass auf Dekoration keinen größeren Wert gelegt wird.

                  Getränke
                  Meine Lieblingsgetränkgruppe ist sicher Wein, aber auch besondere Biere verachte ich nicht. Daher sind die „Craft“ Biere auf der Karte eine Verlockung für mich gewesen. Da die Homepage alle Namen aufführt, habe ich mir vorab Informationen eingeholt und mich für ein India Pale Ale entschieden.

                  Crew Republic ° München - „Drunken Sailor” IPA ° 0,33l

                  Das Crew India Pale Ale (IPA) zeichnet sich durch seine IPA typischen bitteren sowie auch floralen Geschmacksnoten aus.

                  Das Crew hat mir ausgezeichnet geschmeckt. Die Beschreibung (s. o.) trifft voll zu: Ich mag feine Bitternoten im Bier.

                  Preis-Leistungs-Verhältnis

                  Durch die hochwertigen Zutaten sind die Entgelte gerechtfertigt.

                  Fazit

                  Ich werde sicher nicht wegen der Pizza extra nach Köln fahren, aber wenn es sich ergibt, werde ich sicher weitere Produkte probieren.

                  4 – gerne wieder – dann mal ein Wein aus der Karte als Begleitung

                  (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

                  Kommentar


                  • #10
                    Ich habe in letzter Zeit mit dem 485Grad einfach kein Glück gehabt - beim vorvorletzten Besuch war der Espresso sehr sauer, beim vorletzten Besuch stehe ich vor verschlossenen Türen (Montagabends - "Weihnachtsfeier" - es sei dem Team aber natürlich gegönnt), beim letzten Besuch fehlen auf meiner Lieblingspizza "Gentlemans Cut" mit der Ziegensalami und Salsiccia ohne näheres Kommentar meine zwei Lieblingszutaten. Ich war da etwas perplex und habe es daher nicht reklamiert sondern später via Facebook geschrieben, leider ohne Antwort (beim Espresso hatte ich ebenfalls über Facebook reklamiert, Sebastian Georgi hatte angeboten wir trinken nächstes Mal gemeinsam einen ... beim nächsten Besuch habe ich dann vom Angestellten erfahren, dass "der Sebastian eigentlich so gut wie nie hier vor Ort ist").

                    Die Qualität ist nach wie vor gut, aber meine Begeisterung hat daher zuletzt nachgelassen. Irgendetwas war leider immer ... oder müsste ich jetzt gegen die Serie ankämpfen?

                    Kommentar


                    • #11
                      Ich war gestern im neu mit Bib ausgezeichnetem "Zen - Japanese Restaurant", welches japanische Küche stellenweise modern interpretiert (Inside-Out-Sushi-Roll) in einem Kölner Vorort anbietet. Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Ich glaube auf diesem Niveau gibt es in Deutschland nur noch wenige japanische Restaurants, die eine bessere Produktqualität anbieten können - mir würden (beide nicht besucht) auch nur noch die beiden Einsterner Nagaya und Yunico einfallen.

                      Im Zen haben wir uns durch viele verschiedene Gänge durchprobiert:
                      - Als Vorspeise: 2 Hamachi Nigiri (Sushi, aus Japan eingeflogen, €10), Horenso Gomaaee (Wasserspinat in Sesam-Erdnusssauce, €4,50).
                      - Als Hauptgang: Gyuniku Steak (Entrecote vom Grill, €17), und dann die Cherry Blossom Roll und Alaska Roll (jeweils €14-17 für jeweils 8 Stücke Inside-Out-Sushi-Roll)
                      - Da wir dann noch Hunger hatten einmal frittiertes Hähnchen (Tori no Karaage für €9).
                      - 2 Mal das Schokomousse (€5 jeweils) sowie das Matcha-Eis (grüner Tee Eis) für €3,50.
                      - Als Weißwein dazu eine Flasche Klaus Gallé (€19) - die für meinen Empfinden etwas zu kalt war und sich somit nicht voll entfalten konnte aber gut begleitet hat.

                      Mein Fazit: Ich war begeistert wie schon lange nicht mehr. Die Produktqualität ist sehr hoch, jede Zutat ist einzeln schmeckbar und zeugt von makelloser Frische, wie man sie von Sushirestaurants in Deutschland oft gar nicht kennt. Geschmacklich gab es kaum Schwächen. Das Tori no Karaage zählt zu dem besten was ich bislang probieren konnte (mein halbes Jahr in Japan dabei inbegriffen). An der Cherry Blossom Roll haben Wackelpudding-Stücke aus Yuzu (?) begeistert, die sich im Mund zu einer feinen Säure auflösen. Das Matcha-Eis war sensationell cremig und nicht einfach gefrorenes Wasser wie so oft. Und warum habe ich oben die Preise aufgeführt? Weil ich diese für das gebotene Niveau absolut preisgünstig empfinde. Summa summarum habe ich für 2 Personen €110 bezahlt. In vergleichbaren Restaurants wie dem Moriki in Frankfurt bezahlt man für ähnliches Essen in einem Hauch schwächerer Produktqualität gerne €60-70 mehr. Hamachi-Sushi und das frittierte Hähchen kratzen für mich sogar schon am Niveau eines Einsterners Stern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.

                      Einziger Kritikpunkt: Die Portionen fallen in Ordnung aber nicht unbedingt sättigend aus. Aber bei Resthunger kann man ja einfach nachbestellen.

                      Kommentar


                      • #12
                        "Metzger & Marie"

                        Manchmal braucht es einen deutlichen Schnitt, um erfolgreich zu sein. Marc und Nadine Flogaus haben vor einigen Jahren ihr damals hochgelobtes „Flogaus“ gründlich umgekrempelt. Wir waren seinerzeit zwar nie dort, aber wenn ich es noch recht erinnere, war es ein ambitioniertes Restaurant mit ebensolcher Preisgestaltung, Mehrgang-Menü und eben dem, was es halt so braucht, wenn man die einschlägigen Restaurantführer beeindrucken und vielleicht auf einen Stern hinarbeiten will.

                        Ob es sich auf Dauer nicht gerechnet hat oder einfach nicht mehr das war, was die beiden in ihrem Restaurant machen wollten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war downsizing angesagt. Rustikaleres, aber dennoch gemütliches Ambiente, blanke Tische, eine übersichtliche Karte mit einfacheren Gerichten, die im besten Sinne bürgerlich sind und abgespeckten Preisen.
                        Schlechter gekocht wird seitdem sicherlich nicht, nur eben anders. Und das wird auch vom Michelin anerkannt, der hier seinen Bib Gourmand verteilt, mit dem gute Qualität zu vernünftigem Preis auszeichnet wird.
                        Die beiden Male, die wir nun im umbenannten „Metzger & Marie“ waren, war es jedesmal ausgebucht. Herzlichen Glückwunsch kann man da nur sagen: Neukonzeption offensichtlich geglückt.

                        Die Gerichte auf der Karte werden wahlweise ihm, Metzger, oder ihr, Marie (beides wohl Spitznamen von Marc und Nadine Flogaus) zugeschrieben, wobei sie mehr für Fisch und vegetarisch und er fürs Fleischliche zuständig ist. Ein deutlicher österreichischer Einschlag ist unverkennbar.

                        Die Küche grüßt mit Laugenstangen, Butter und köstlichem Schinken und Leberwurst. Das ist originell und von ausgezeichneter Qualität.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_1_Snacks.jpg
Ansichten: 1
Größe: 65,5 KB
ID: 51318

                        Wir wählen zum Start Marie's Rote Garnele und Färöerlachs, was als Salat kommt, der gut angemacht ist und von einer Avocadocreme begleitet ist. Der Lachs ist geräuchert, die Garnelen kurz gebraten. Alles in allem ein ordentlicher Einstieg.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_2_Lachs_Garnele.jpg
Ansichten: 1
Größe: 65,0 KB
ID: 51319

                        Metzger's Backhendl ist als Vorspeisenportion gedacht und daher auch gut zu bewältigen. Es kommen drei knusprig ausgebackene Stücke vom Stubenküken, saftig und makellos, dazu leckerer Kartoffelsalat und Remoulade. Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde, dass es alle anderen einfach schwer haben. Und auch diese hier ist mir zu wenig kräutrig und insgesamt zu flach und mayonnaisig, aber die Backhendl-Stücke und der Salat machen das wett.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_3_Backhendl.jpg
Ansichten: 1
Größe: 58,7 KB
ID: 51320

                        Im „Metzger & Marie“ werden, und das finde ich äußerst lobenswert, auch den Innereien angemessenen Platz eingeräumt. Wo sonst kann man regelmäßig auch Kutteln oder Kalbsbries bekommen? Einen Stammplatz auf der Karte, weil scheinbar eines der beliebtesten Gerichte hier, haben die Kalbsknochen, aus denen das Mark mit Schnittlauch gelöffelt wird und zu dem es nichts weiter als geröstetes Brot gibt. Das hat etwas archaisches, ist fettig, aber ungemein g'schmackig.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_4_Kalbsknochen.jpg
Ansichten: 1
Größe: 71,0 KB
ID: 51321

                        Im Hauptgang wird es erneut fleischig. Zum einen kommt eine stattliche Portion geschmorter Lammhaxe auf den Tisch, mit getrockneten Tomaten, Artischocken und Kartoffelpüree leicht mediterran angehaucht. In Summe aber ist dies ein rustikales Wohlfühlgericht, das gut zur kalten Jahreszeit passt.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_5_Lammhaxe.jpg
Ansichten: 1
Größe: 49,6 KB
ID: 51322

                        Mein Cordon Bleu steht dem in nichts nach. Besonders erwähnenswert sind hier aber die ganz ausgezeichneten Beilagen, wobei neben den leckeren Speckkroketten vor allem das saure Karottenpüree herauszuheben ist. Hier war ich beim Lesen der Karte erst skeptisch, aber tatsächlich schmeckt das stückige und in der Tat säuerliche Püree ganz fabelhaft. Den Kniff geben hier gepickelte Karotten und Reisessig, wie wir auf Nachfrage erfahren.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_6_Cordon Bleu.jpg
Ansichten: 1
Größe: 54,3 KB
ID: 51323

                        Nach so viel Fleisch reicht es nur noch für ein Dessert zum Teilen. Der Bananensplit kommt in dekonstruierter, aber nicht wirklich schlankerer Form im Glas. Mascarpone tut hier einen ordentlichen Dienst, um das Bananenkompott bloß nicht zu gesund wirken zu lassen. Das ist schon eine recht mächtige Angelegenheit, der wir dringend mit einigen der ausgezeichneten Obstbrände zu Leibe rücken müssen.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: MetzgerMarie_7_Bananensplitt.jpg
Ansichten: 1
Größe: 45,8 KB
ID: 51324

                        Die Weinkarte listet einige interessante deutsche und österreichische Weine und bei den offenen Weinen verfährt man so, dass die Flasche auf dem Tisch gelassen wird und anschließend nach Verbrauch abgewogen und abgerechnet wird. Gefährlich, weil man meistens doch mehr nimmt, als man will, aber unterm Strich auf jeden Fall fair berechnet.

                        Dass das „Metzger & Marie“ auch sonntags geöffnet hat, ist ein weiterer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist, weil die Auswahl da in Köln doch überschaubar ist. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn man an so einem Abend das ein oder andere bekannte Gesicht an anderen Tischen erblickt.
                        Und wer vom Metzger & Marie auch etwas mit nach Hause nehmen will, kann speziell dafür konzipierte Gerichte auch im Weckglas erstehen. Nicht die schlechteste Idee.

                        Bericht auch unter: http://tischnotizen.de/metzger-marie-koeln/

                        Kommentar


                        • #13
                          Dann will ich mich mal in die lebhafte Diskussion einmischen:
                          auf der Karte der Köche Flogaus - sollten die nicht mal mit Rolf Fliegauf zusammen kochen? - stehen auch gebackene Kutteln. Konnten Sie da - und warum haben Sie die eigentlich nicht bestellet? - einen Blick darauf erhaschen? Ist das sowas wie die Gras double in den Lyoner Bouchons, gepresste Kutteln, leicht geliert, und dann paniert goldbraun rausgebacken?

                          "Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde ..."
                          Für diese Fälle, lieber thomashaj, gibt es eine Rubrik "kochende Forumianer". Die Rezeptur interessiert mich ungemein.

                          Kommentar


                          • #14
                            Flogaus/Fliegauf zumindest sprachlich eine nette Kombi...

                            Die Kutteln - ebenso wie das Kalbsbries - habe ich an anderen Tischen nicht sehen können. Ob sie also so oder zumindest so ähnlich, wie von Ihnen beschrieben, zubereitet werden, vermag ich nicht zu sagen. Warum ich das nicht selbst bestellt habe? Gute Frage, denn ich liebe Innereien (im Gegensatz zu meiner besseren Hälfte). Aber nach einem Herzinfarkt und der danach folgenden Kenntnis über den Cholesteringehalt von Innereien, habe ich mich entschieden, den Genuss zumindest einzuschränken. Ich sündige auch so schon genug. (Und an alle anderen: jetzt bitte nicht wieder eine Generaldebatte über Cholesterin. Persönliche Entscheidung und so...)

                            Das Rezept für die Remoulade reiche ich nach, wenn ich wieder zuhause bin. Ist aus einem uralten essen & trinken-Kochbuch. Auch so eine Sünde, die ich mir eigentlich verkneifen müsste. Klappt aber nur selten.

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                              "Nun bin ich etwas voreingenommen, was Remoulade angeht, weil ich meine eigene so wundervoll finde ..."
                              Für diese Fälle, lieber thomashaj, gibt es eine Rubrik "kochende Forumianer". Die Rezeptur interessiert mich ungemein.
                              Lieber Schlaraffe, helfen Sie mir bitte! Ich habe das Forum von oben nach unten durchgesucht, finde aber die Rubrik "kochende Forumianer" nicht. Und dabei möchte ich gerne, wie versprochen, das Remoulade-Rezept teilen.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X