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Restaurants ohne Stern - Köln -

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  • #61
    Mich hat der Beitrag in der anderen Rubrik auch ein wenig befremdet. Aber unabhängig davon gab es für mich auch genug andere Gründe, die Pastabar auszuprobieren. Und ich kann guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen.

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    • #62
      JuJu & Lu Asian Tapas

      Bei der Vielzahl von interessanten gastronomischen Konzepten, gerade in einer Stadt wie Köln, den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Umso dankbarer bin ich, wenn Bekannte, auf deren Urteil ich etwas gebe, eine klare Empfehlung aussprechen.

      Ansonsten wären wir vermutlich nicht auf dieses kleine, recht unscheinbare Lokal am Barbarossaplatz aufmerksam geworden, das von außen eher wie einer der vielen, beliebigen Asia-Schnellimbisse aussieht mit zahlreichen Fotos der Gerichte an der Hauswand. Dazu kommt ein zunächst etwas sperriger Name, den man möglicherweise noch übernommen hat. Aber aus „Lai de Hao by JuJu & Lu“ ist mittlerweile nur noch „JuJu & Lu Asian Tapas“ geworden. Und damit ist das Konzept eigentlich schon recht gut beschrieben. Das Ganze bekommt mit dem Zusatz „Progressive Asian Food“ allerdings auch gleich einen anspruchsvolleren Anstrich,


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      Interieur

      der auch durch die Stationen des jungen Küchenchefs Zhengchen Lu bei solchen Kochgrößen wie Paul Pairet („Ultraviolet“, Shanghai), Jean-Georges Vongerichten oder Thomas Bühner („La Vie“, Osnabrück) auf der Homepage betont wird.

      Aber uns ist schon klar, dass es hier nicht um Fine Dining geht, sondern um ein unkompliziertes Konzept, das dem Trend zu Sharing-Gerichten folgt und bei dem asiatische Gerichte in kleinen bis mittleren Portionen auf den Tisch kommen. Die Preise dafür sind mit knapp 5 – 8 Euro im Schnitt nicht anders als günstig zu nennen.

      Unser erster Besuch führte uns an einem Samstag zum Mittagessen. Mittlerweile hat man allerdings nur noch abends geöffnet. Der zweite Besuch erfolgte dann im September.

      Bei beiden Besuchen grüßt die Küche mit ausgebackenen verschiedenen Teigfladen und Sesamdip. Das fettige, aber gut gewürzte Gebäck ist ein schöner Einstieg und auch der Dip macht Spaß.


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      Teigfladen & Sesamdip

      Auch wenn man alle Gerichte auf einmal bestellt und diese theoretisch auch gleichzeitig serviert werden dürften, lässt sich die Küche Zeit und schickt die einzelnen Teller nur nach und nach. Das hat seinen guten Grund, denn dass hier sorgfältig abgeschmeckt und alles selbstverständlich frisch zubereitet wird, ist bereits beim Karottensalat zu spüren. Den durchzieht ein Zitrus-Orangen-Aroma, Kräuter und Sprossen sind nur sehr punktuell eingesetzt und unterstützen den milden Charakter auf angenehme Weise.


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      Karottensalat

      Ein fettes Ausrufezeichen setzen die mit Schweinehackfleisch gefüllten Wantons Szechuan Art. Einen fluffigeren, seidigeren Teig habe ich selten gegessen, einfach nur fantastisch! Ist die Füllung schon sehr aromatisch, wird die Chilisauce ihrem angekündigten „spicy“-Attribut mehr als gerecht.


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      Wantons Szechuan Art

      Spicy, wenngleich auch nicht ganz so scharf, kommt auch der lauwarme Spitzkohl auf den Tisch, der vor allem mit Kernen und Nüssen gepimpt ist. Sehr schön.


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      Spicy Spitzkohl

      Ich lasse mir den Zander mit Gewürzkruste empfehlen, der weniger mit einer Kruste als mit einer Gewürzschicht auf der Haut serviert wird. Dazu gibt es eine milde, aber füllige Pilzbrühe, die fast nussig und buttrig abgeschmeckt ist sowie fein geschnittene Einlagen aus Eierstich und Gemüse, Pak Choi und recht groben, harten Tomatenstücken. Da dies für mich eher eine Art Eintopf mit zugegeben gut bemessenen Fischstücken ist, war die Erwartungshaltung, auch was die angekündigte Gewürzkruste angeht, vielleicht einfach eine andere. Vollends überzeugt mich das nicht.


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      Zanderfilet

      Deutlich näher wieder an einem chinesischen Geschmacksbild ist dann das geschmorte Rindfleisch in einer markanten, aber nicht scharfen Tomaten-Austern-Sauce. Das Fleisch ist super zart und die wenigen, aber gut ausgewählten knackigen Gemüse lassen dem Hauptdarsteller genug Raum.


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      Rindfleisch geschmort

      Sehr puristisch kommt der Oktopus auf den Tisch. Zwei Pulpoarme, gut gewürzt und recht zart, kommen zusammen mit einer sehr zurückhaltend abgeschmeckten Aioli und einer Kräutercreme.


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      Octopus / Laqué / Aioli

      Die Konsistenz des Buns könnte etwas fester sein. Das Teigstück ist zwar recht fluffig, zerbröselt aber auch leicht, so dass es sich kaum mit den Händen essen lässt. Dafür ist die Füllung aus geschmortem Schweinebauch, frischen und gepickelten Gemüsen, Hoisin-Sauce und Sesam umso überzeugender.


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      Schweinefleisch Bun

      Aus der Kategorie der etwas größeren Gerichte stammt auch die dicke Schweinerippe, die ebenfsalls butterzart geschmort ist und diesmal tatsächlich mit einer Gewürzkruste ummantelt ist. Chimichurri und eine Tomatensauce ergänzen das Fleisch auf würzige Weise. Die Kartoffeln dazu wirken fast wie eine typisch deutsche Sättigungsbeilage und hätte es für mich gar nicht zwingend gebraucht, aber sie stören auch nicht.


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      Dicke Schweinerippe aus der Region / Tomatensauce / Chimichurri

      Obwohl ich bereits gut gesättigt bin, nasche ich auch beim zweiten Besuch noch vom Teller meiner Begleitung. Auch der Mapo- Tofu gefällt mir gut. Die Bohnensauce lässt ihre moderate Schärfe erst im Nachgang frei, dann aber zusammen mit dem Szechuan Pfeffer sehr pointiert. So gefällt mir Tofu ausgesprochen gut.


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      Mapo Tofu / Szechuan Pfeffer / scharfe Bohnensauce

      Bei beiden Besuchen hat das „JuJu & Lu“ eine sehr gute Leistung und Küche abgeliefert, die sich fernab von Ente süß-sauer positioniert. Hier wird sehr sorgfältig gekocht und pointiert gewürzt. Dass dabei durchaus auch europäische Einflüsse erkennbar sind, ist bei der Laufbahn des Kochs sicher beabsichtigt.
      Nun sollte man nicht erwarten, dass die Geschichte der asiatischen Küche hier neu geschrieben wird, aber die kleinen Gerichte machen durchweg Spaß und einige Gerichte, wie z.B. die Wantons, die Schweinerippe, der Tofu und sowieso alle Gemüsegerichte sind für ein Restaurant in dieser Preisklasse schon überdurchschnittlich gut.

      Der Service ist bei beiden Besuchen stets freundlich und mit Erklärungen zur Seite. Natürlich stehen hier neben Tees auch chinesische Biere zur Auswahl, aber seinen Anspruch, hier auch Höherwertiges anzubieten, beweist man mit einer ordentlichen Auswahl von Craft-Bieren und einer respektablen, akkurat bepreisten Weinkarte.

      Klare Empfehlung also für alle, die Spaß am Sharing-Konzept mit ungewöhnlicheren, aber immer massenkompatiblen asiatischen Gerichten haben. Die günstigen Preise lassen zudem Freude aufkommen.



      Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/juju-lu-asian-tapas-koeln/

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      • #63
        Lieber thomashaj, vielen Dank für den Bericht und einen weiteren Tipp in Köln "unterhalb der Sterne". Hört sich gut an und wird ausprobiert!

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        • #64
          Bai Lu Noodles

          Dieser frisch im Gault Millau aufgenommene Imbiss, der Küche aus Chongqing anbietet, befindet sich in der Nähe des Friesenplatzes. Auf der angenehm fokussierten Karte stehen überwiegend Nudelsuppen (mit hausgemachten Nudeln) sowie ein paar ausgewählte Vorspeisen. Chongqing ist bekannt für seine scharfen Gerichte, was sich dann auch in den meisten Gerichten widergespiegelt hat, die wir probiert haben. Als Vorspeise sehr empfehlenswert sind die Teigtaschen (Maultaschen) mit einer Füllung aus Hackfleisch in Chilliöl. Die Suppen können in verschiedenen Schärfegraden und mit verschiedenen Arten von Nudeln oder auch mit Maultaschen als Einlage bestellt werden. Die von mir probierte Rinderbrühe hätte etwas mehr Geschmackstiefe haben können, aber alles in allem ist dies ein interessanter und vor allem authentischer Imbiss, der sich positiv von vergleichbaren Angeboten abhebt.

          Sushi Ito

          Das neueste Projekt vom bekannten Kölner Gastronomen Peter Hesseler (La Societe, Gut Lärchenhof). Der Chefkoch, Kengo Nishimi, war ehemals Sous Chef bei Nagaya, so wie auch Torben Schuster vom Gut Lärchenhof, der zur Zeit auch vor Ort aushilft. Das Restaurant ist mitten im zweiten Lockdown gestartet und bietet folglich momentan nur einen Abholservice an. Die Preise sind durchaus ambitioniert, allerdings angesichts der Qualität durchaus gerechtfertigt. Dies ist mit deutlichem Abstand der beste Japaner in Köln, den ich bisher besuchen durfte, und somit eine klare Empfehlung.

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          • #65
            Zitat von thomashaj Beitrag anzeigen
            Mich hat der Beitrag in der anderen Rubrik auch ein wenig befremdet. Aber unabhängig davon gab es für mich auch genug andere Gründe, die Pastabar auszuprobieren. Und ich kann guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen.
            Ich (im Klarnamen: Martin Krause) kann ja verstehen, dass man meine erste Kritik angesichts meines Benutzernamens befremdlich finden musste, aber ich habe wirklich nichts mit Anna und Marcello zu tun, außer, dass ich von den Lokal begeistert bin. Mir war beim Schreiben einfach nicht bewusst, das mein Internet-Pseudo dem Namen so ähnlich ist. Also, lasst meine Schusseligkeit nicht auf die Pastabar zurückfallen.

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            • #66
              Danke für die Erläuterung mimecaruso

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              • #67
                Gruber's Restaurant (Take Away)

                Seit mehr als 20 Jahren ist das Restaurant zwischen Ebertplatz und Zoobrücke unweit des Rheins in Köln eine Institution vor allem für österreichische Küche. Backhendl, Tafelspitz und Kaiserschmarrn gehören hier zu den Klassikern, die es immer gibt. Aber daneben zeigt die Karte des Kärtners Denis Steindorfer auch eine modernisierte Klassik sowie Kreativgerichte mit mediterranen Akzenten.

                Vom Gusto mit derzeit 6 Pfannen + Pfeil ausgezeichnet und vom Gault Millau, wenn er das „Gruber’s“ aufgeführt hatte, zuverlässig in der 14-15 Punkte-Kategorie, gehört das Restaurant zweifellos zu den besseren Adressen in der Domstadt. Dennoch hat es bisher mit einem Besuch nie geklappt, was sicher nicht am „Gruber’s“ selbst lag, sondern daran, dass die österreichische Kernkompetenz im eigenen Stadtteil mehr als gut repräsentiert ist.
                Aber alles fängt ja irgendwann mal an und so starten wir unsere Erfahrung eben mit dem Take Away Angebot.

                Das bietet neben etlichen À la carte-Gerichten, die zum größten Teil auch zum Sebstaufwärmen bestellt werden können, auch ein Menü in drei oder vier Gängen (39,-€ / 50,-€), das einen guten Querschnitt durch das Sortiment der Küche verspricht.

                Die Komponenten sind überwiegend vakuumiert und neben den Bezeichnungen auch mit entsprechenden Zahlen versehen, so dass klar ist, was zu welchem Gang gehört. Die Anleitung dazu befindet sich mit Anrichtevorschlägen auf der Homepage. So hat man zumindest eine Idee, wie die Gerichte anschließend aussehen könnten. Und da das bei der Vorauswahl bereits einen sehr attraktiven Eindruck machte, gab es auch den Ausschlag für die Bestellung.
                Allerdings sind die Beschreibungen insgesamt doch sehr rudimentär und lassen auch Freiraum für eigene Gestaltung.


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                Die Komponenten

                Zum Start gibt es ein kräftiges und kompaktes Sauerteigbrot. Davon haben wir auch am nächsten Tag noch den halben Laib. Etwas aufgewärmt macht es sich sehr gut mit dem leider nicht näher beschriebenen Aufstrich. In Österreich gehören derlei Aufstriche ja zur Frühstücksgrundausstattung. In einem Wiener Hotel hatten wir auf einem ohnehin fabelhaften Buffet mal mindestens ein Dutzend verschiedener Sorten. Dieser hier hat eine sehr tomatige Note, etwas Ei mache ich aus, vielleicht auch etwas Frischkäse. Allerdings ist das alles so dermaßen luftig aufgeschlagen, dass es auch eine angereicherte Tomatenbutter sein könnte. In jedem Fall ist das sehr lecker.


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                Brot & Aufstrich

                Bei der Vorspeise tun sich die ersten Fragen auf. Die Anleitung sagt: „Anrichten wie auf unserem Foto oder nach freiem Ermessen“. Grundsätzlich kein Problem, aber neben der gebeizten Lachsforelle gibt es im Beutel auch noch ein Tatar. Das allerdings findet sich nicht auf dem Foto. Und dann ist da noch ein kleines Schälchen mit einer Art Dressing, auch nicht näher beschriftet. Leider ist auch nicht klar, wofür das gedacht ist. Wir machen damit den Erbsen-Kaiserschotensalat an, das Tatar bekommt auch noch ein Löffelchen ab und auch die gebeizte Lachsforelle glänzen wir damit noch mal ab. Schaden tut es ihnen nicht.
                Denis Steindorfer hat offenbar ein Faible für Cremes und daher sind etliche in kleinen Spritzbeuteln vorbereitet, um Tupfen zu setzen. Vor allem beim Fisch, der eine schöne, feste Konsistenz aufweist, kommen Erbsencreme, Sauerrahm und ein Limettengel zum Einsatz. Zusammen mit dem Tatar und dem Wasabi-Crunch ergibt sich ein in der Tat sehr schönes abwechslungsreiches, modernes Gericht mit cremigen und säurebetonten Akzenten, das mir so auch im Restaurant gut gefallen hätte.


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                Gebeizte Lachsforelle / Erbse / Limette / Sauerrahm

                Deutlich einfacher gestaltet sich die Kürbis-Kokossuppe, die nur mit Croutons und Kürbiskernen getoppt wird. Diese hier ist indes ist eine schöne Variante der ansonsten schon etwas ausgelutschten Kürbiscremesuppe durch eine leicht exotische und fruchtige Note.


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                Kürbis-Kokossuppe

                Für den Hauptgang sind ein paar Handgriffe mehr nötig. Die Lammhaxe wird mit der Jus im Topf erwärmt, ebenso das Paprikaragout. Im Backofen wird bei niedriger Temperatur das Lammfilet erwärmt. Aus der Beschreibung ist leider nicht ersichtlich, ob das Filet aus dem Vakuumbeutel befreit werden soll oder nicht, auch nicht wie lange es erwärmt werden soll. Da es noch arg blutig erscheint, brate ich es noch etwas nach. In der Pfanne werden die Polentataler und die Paprikaringe gebraten. Mit Paprikacreme und Dörrmarille wird der Teller komplettiert.
                Das Gericht ist in sich ausgesprochen stimmig komponiert, vereint Geschmortes und Kurzgebratenes. Auch die Paprikavariation fügt sich in den mediterranen Kontext perfekt ein, ebenso wie die übrigen Komponenten. Die Jus ist sehr konzentriert, nahezu klebrig und von intensivem Geschmack. Das ist für einen Take Away-Gang schon recht anspruchsvoll und zudem ausgesprochen köstlich.


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                Geschmorte Lammhaxe / Rosa Lammrücken / Dörrmarile / Paprika / Polenta

                Das Dessert markiert klassisches österreichisches Patisserie-Handwerk. Die Kaffeeschnitte besteht aus einer leichten Mousse auf Biskuit und mit Geleeschicht und Knusper. Dass der Biskuitboden abends schon recht durchgefeuchtet ist und die Knusperschicht auch schon etwas gelitten hat, ist sicher der Tatsache geschuldet, dass bei einem Take Away und Verzehr erst nach mehreren Stunden nicht mehr die optimalste Qualität zu erwarten ist. Geschmacklich ist das aber trotzdem noch sehr überzeugend und mit dem Zwetschgenröster und dem Zwetschengel erhält die Schnitte eine sehr passende Begleitung. Abgesehen davon sind wir froh, die Schnitten mehrere hundert Kilometer einigermaßen unfallfrei nach Hause gebracht zu haben und ansonsten nur eine leichte Schieflage zu beklagen haben.


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                Kaffeeschnitte / Zwetschke / Haselnuss

                Einige Petit Fours


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                Petit Fours

                beenden ein Menü, das uns qualitativ überzeugt hat und in dem uns vor allem gefallen hat, wie durchdacht, aufwändig und stimmig die Gänge konzipiert waren. Damit muss sich das „Gruber’s“ nicht hinter höher bewerteten Restaurants verstecken. Dieses Menü kann da gut mithalten und ist seinen Preis allemal wert.
                Erfreulich auch die Tatsache, dass zum Mitnehmen zahlreiche österreichische Weine zu sehr günstigen Preisen angeboten werden, die zum Teil sogar unter Handelspreisen liegen. Sie werden auch unseren Abend gekonnt begleiten.


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                Die Weine


                Bericht wie immer auch auf http://tischnotizen.de/grubers-restaurant-koeln/

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                • #68
                  Platz 4

                  Von Restaurantschließungen ist in diesen Zeiten leider häufiger zu berichten als von Neueröffnungen. Wer will sich in Zeiten von Lockdowns auch schon dem wirtschaftlichen Risiko aussetzen, dass mühsam erstellte Business-Pläne und Umsatzerwartungen bei der ersten zwangsverordneten Schließung gleich zerbröseln?

                  Alisa Welzel, Betreiberin eines Cafés und Lars Meyer, Geschäftsführer des „Playa in Cologne“ sind das Wagnis dennoch eingegangen und haben im Kölner Stadtteil Sülz Anfang Oktober und damit gerade mal einen knappen Monat vor der nächsten Zwangsschließung das „Platz 4“ eröffnet


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                  Außenansicht

                  und dafür mit Sebastian Huppertz einen Küchenchef gewonnen, der mehr als 10 Jahre im Restaurant „Sorgenfrei“ verantwortlich war. Das lange Zeit erfolgreiche Lokal hatte im Sommer überraschend geschlossen. Nach Angaben des Betreiberpaares zwar nicht aus Coronagründen, aber eben doch ziemlich unerwartet.

                  Nun also „Platz 4“ – so nah liegen Schließung und Neueröffnung manchmal zusammen. In Sülz hat man sich ein ziemlich ambitioniertes Programm auferlegt, das ab 9 Uhr morgens geöffnet hat und von Frühstück über Mittagstisch und Kuchen am Nachmittag natürlich auch abends geöffnet hat und sich dort auf Gerichte zum Teilen konzentriert. Die Preise bewegen sich zwischen 8 und 12 Euro, Desserts schlagen mit 6 Euro zu Buche.

                  Das Ambiente ist sachlich nüchtern und für meinen Geschmack etwas zu kühl gestaltet, passt aber zu dem Zweckbau. Im Sommer lässt es sich auf der Terrasse sicher angenehm sitzen.


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                  Interieur

                  Brot wird hier extra bestellt. Dafür gibt es gute Butter, eingelegtes Gemüse (Kapernbeeren und rote Bete) und Jordan Olivenöl dazu.


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ID: 67881
                  Brot -Salzbutter – Jordan Olivenöl – Eingewecktes Gemüse

                  Aus der auch mit vielen vegetarischen Optionen bestückten Karte starten wir mit einem Gericht, das mit einer Kindheitserinnerung spielt. Wer hat noch früher in Kartoffelbreiberge Schneisen gezogen, in denen Sauce seine Bahnen ziehen konnte? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber vermutlich kam beides seinerzeit aus der Packung. Glücklich gemacht hat es mich trotzdem.
                  Bei Huppertz ist natürlich alles frisch zubereitet. Das Kartoffelpüree ist ordentlich, allerdings etwas massig portioniert. Dafür ist die vegetarische Sauce von verblüffend reichhaltigem Umamigeschmack. Etwas Lauch sorgt für knackige und würzige Akzente. Ein witziger Auftakt.


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                  Quatsch mit Soße 65°- Kartoffelpüree – Vegi-Jus – Frühlauch

                  Ebenfalls aus der Veggie-Abteilung stammt der Salat von Cherrytomaten und Feta. Etwas Fenchelsaat sorgt für passende aromatische Unterstützung. Aber trotzdem bliebe das etwas konventionell, wenn nicht etwas Brombeerkompott am Boden eine interessante fruchtige Note beisteuern würde.


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                  Lesbos Feta- Brombeer-Kompott – Marinierte Tomaten – Fenchelsaat

                  Mit Blumenkohlcreme und knackigem Romanasalat geht weiter. Das ist unkompliziert, süffig und vor allem durch die ganz ausgezeichneten Haselnüsse einfach nur lecker.


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                  Blumenkohlcrème 65°-Romanasalat – Geröstete Haselnüsse – Liebstöckel

                  Komplexer, wenn auch nicht weniger süffig wird es mit Pulpo in Scheiben, der bereits sehr gut gegart und köstlich ist. Artischockencreme als Unterlage liefert den Unterbau, eingelegte Zwiebeln und Salat sorgen für Frische und säuerliche Akzente und erneut ist es das crunchige Element, das hier den besonderen Pfiff ausmacht. Der frittierte Mais ist originell gewählt und eine tolle geschmackliche Ergänzung.


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                  Lauwarmer Pulpo 40°- Artischockencrème – Frittierter Mais – Koriander

                  Auf Anhieb zu den spannendsten und erfolgreichsten Gerichten auf der Karte avancierten die gedämpften Gyoza mit Blutwurstfüllung in Form einer recht süßlichen Creme. Diese kommen auf Sauerkraut, das durch Miso etwas fülliger gerät. Karamellisierte Schokolade als Crumble ergänzt die Kombination auf sehr passende Weise.


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                  Gedämpfte Gyoza 70°- Blutwurst – Karamellisierte Schokolade – Miso Sauerkraut

                  Auch die warm gebeizte Makrele auf einem Taco hat es bereits nach kurzer Zeit zur Beliebtheit gebracht, was sicherlich auch an der ungewöhnlichen Zusammenstellung liegt. Denn neben den bereits bekannten eingelegten Zwiebeln sorgen Tomatensalsa, Koriander und vor allem Kaffeecrumble für ein spannendes Miteinander von säuerlichen, herben, bitteren und süßlichen Noten, die sich wider Erwarten harmonisch verbinden. Eine schönes Beispiel dafür, dass die Summe der Einzelkomponenten manchmal bereichernder sein kann als die Einzelteile selbst.


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                  Taco 40° - Warm gebeizte Makrele – Salz-Zitrone – Tomatensalsa

                  Während ich arbeitete, war meine bessere Hälfte an diesem Tag bereits mittags im „Platz 4“ für einen leichten Lunch. Über den Salat mit gegrilltem Lauch, marinierten und gebratenen Kräuterseitlingen sowie Aioli als leichtere Espumaversion kann ich daher selbst nichts sagen, sondern muss mich auf sein Urteil verlassen. Er war jedenfalls sehr zufrieden und auch ich hätte an dem abwechslungsreichen Salat meine Freude gehabt.


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                  Gegrillter Lauch - Marinierte Kräuterseitlinge – Aioli – Asche

                  Obwohl bereits gut gesättigt, probieren wir natürlich auch noch die beiden Desserts. Im Glas gibt es eine Joghurtmousse mit leicht pochierten Zwetschgen, die noch guten Biss haben. Die gerösteten Pistazien sind arg sparsam und lediglich in Form von etwas Staub auf den zwei Baiserstücken bemessen. Das ist nett, aber doch auch etwas unspektakulär. Mousse mit Kompott halt, aber für 6 Euro auch wiederum ganz ordentlich.


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                  Joghurt-Mousse - Pochierte Zwetschgen – Baiser – Geröstete Pistazien

                  Deutlich spannender gerät das Erdnussbuttereis auf Schokobiskuit, wobei Erdnüsse zusätzlich für Crunch und Salz für den passenden Widerhaken sorgt. Das ist zwar üppiger, aber eben auch sehr gut.


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                  Erdnussbutter-Eis - Karamell – Schokoladen-Bisquit – Meersalz

                  Die Weinkarte ist noch mehr als ausbaufähig und konzentriert sich auf eher einfache Qualitäten, die aber dafür von guten Produzenten. Da die 30 Euro-Grenze hierbei nicht geknackt wird und auch die übrigen Getränke sehr moderat kalkuliert sind, darf man sich über eine sehr gästefreundliche Gesamtrechnung freuen.

                  Das Programm, das sich erkennbar an den in Köln bereits erfolgreich praktizierten Konzepten von originellem Frühstück (NeoBiota) und kreativen Sharinggerichten (Henne) orientiert, hat von Anfang an eingeschlagen. Und die Küchenleistung erklärt auch deutlich, warum. Die Gerichte sind allesamt leicht zugänglich und durchgehend mit einem kreativen Twist versehen. Dass Crumble hier in den meisten Gängen eine besondere Rolle spielt, ist ein einfacher, aber gut gewählter Dreh und sorgt für die ein oder andere Überraschung.

                  In jedem Fall ist „Platz 4“ eine schöne Ergänzung in der Kölner Gastroszene. Nach der vielversprechenden Eröffnung schneller wieder ausgebremst als gedacht, kann man nur hoffen, dass es bald und ebenso erfolgreich wieder weitergehen kann.


                  Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/platz-4-koeln/

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                  • #69
                    phaedra, Köln (Take Away)

                    Mit einem sehr ungewöhnlichen Konzept begegnet Kostas Tzikas der zwangsweisen Schließung. Während andere Restaurants wahlweise à la Carte-Gerichte oder ganze Menüs zum selbst Fertigstellen anbieten, wird das „phaedra“, Ort für gehobene, kreative griechische Küche jenseits von Gyros und Kreta-Platte in der Kölner Südstadt immer ab donnerstags zur „Pitaria“. Dann werden mit Sepia-Tinte, Spinat oder Tomate gefärbte Teigfladen zu üppig gefüllten Pitas mit Zutaten wie Oktopus, Lamm oder Feta und originellen Beilagen.

                    Zum Valentinstag und zu Aschermittwoch allerdings hat Tzikas Menüs mit verschiedenen Mezze zusammengestellt, die einen Querschnitt durch mediterrane Vorspeisen zum Teilen bieten.
                    Die Gerichte sind dabei fast ausschließlich kalt und fertig vorbereitet, so dass der Aufwand in der heimischen Küche denkbar gering ist. Lediglich das Pitabrot, die Teigtaschen sowie der Hauptgang müssen nur für wenige Minuten im Backofen erwärmt werden.


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ID: 67915
                    Die Komponenten

                    Ich kann mich ja bereits an Kleinigkeiten erfreuen und so macht es schon Spaß zu sehen, wie liebevoll das Pita-Brot eingepackt ist. Es handelt sich um zwei Sorten, mit Sepia und Tomate gefärbte Teige, die nur knapp 3 Minuten im Ofen brauchen, um die richtige Temperatur zu bekommen.


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ID: 67914
                    Zweierlei Pita verpackt & aufgebacken

                    Die acht herzhaften Gerichte teilen wir in zwei Partien auf. Zur Pita passt perfekt die weiße Tarama Creme. Üblicherweise ist die Fischrogencreme in griechischen Restaurants von unnatürlicher rosa Farbe und oft auch von ebenso unnatürlichem Geschmack. Hier ist sie deutlich feiner und bekommt mit Forellenkaviar und Schnittlauch eine elegante Unterstützung.


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ID: 67912
                    Weiße Creme Tarama mit Forellenkaviar, Schnittlauch und Frühlingszwiebeln

                    Die weiteren drei Gerichte widmen sich Gemüsegerichten. Relativ einfach, aber dafür überraschend köstlich präsentiert sich der knapp gegarte Blattspinat mit Büffelmozzarella. Vor allem die Rauchmandeln geben dieser Kombination den nötigen Twist.


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                    Lauwarmer Blattspinat mit Büffel-Mozzarella und Rauchmandeln

                    Zu den klassischen Antipasti der italienischen Küche und Dauerbrenner auf so ziemlich jedem Party-Buffet gehören gegrillte und marinierte Gemüse. Nun gehöre ich, bei aller Liebe zu Gemüse, nicht gerade zu den größten Fans, weil mir das meistens zu ölig und zu langweilig gewürzt ist. Und meistens sind es auch Gemüsesorten, die ich eh nicht besonders spannend finde. Hier sind es sauber gehäutete Paprika und Zucchinischeiben, die zwar für meinen Geschmack in der Tat etwas geschmacklich blass bleiben, aber dafür noch angenehmen Biss haben und nicht im Öl ertrinken. Mit etwas Salz und Pfeffer ist das auch für mich sehr schmackhaft.


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                    Mediterranes Gemüse, gegrillt und mariniert

                    Eine echte Überraschung ist allerdings, was Kostas Tzikas aus Auberginen macht, die auf meiner persönlichen Gemüserangliste eher auf den hinteren Plätzen rangieren. Hier kommen sie als stückiges, bissfestes Ragout, das mit Basilikum und vor allem dem grob geriebenem Parmigiano außerordentlich würzig daher kommt. Mein Mann liebt das marinierte Gemüse, ich bin schockverliebt in das Auberginenragout. Also ist klar, wie wir die Reste auf den Tellern aufteilen.


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                    Auberginenragout mit Basilikum und Parmigiano Reggiano

                    Nach einer kleinen Pause geht es mit der zweiten Runde weiter und jetzt kommt – es ist schließlich Aschermittwoch – richtig Fisch ins Spiel.
                    Die Meeresfrüchtefüllung für die Filoteig-Taschen erinnert zwar ein wenig an fein gezupften Thunfisch, aber geschmacklich ist da noch etwas mehr. Zusammen mit der Sauce Tartare ist das ein süffiger Spaß.


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ID: 67905
                    Filo-Teigtaschen mit Meeresfrüchten und Sauce Tartare

                    Die bunten Bete im nächsten Gericht sind angenehm mariniert und von schönem Biss. Der gebeizte Lachs dazu von ausgezeichneter Qualität und auch dazu gibt es eine nicht näher definierte, schmandartige Creme.


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                    Marinierte bunte Bete mit gebeiztem Lachs

                    Sehr aromatisch auch der Oktopussalat mit Estragon, Senfkörnern und geschmorter Paprika. Der Tintenfisch ist zart, aber nicht zu weich, der Salat nur ganz leicht cremig und das ganze Gericht atmet pure Mittelmeerluft.


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                    Oktopus-Salat mit geschmorter Paprika und Estragon

                    Nur ganz kurz wird der bereits vorgegrillte Thunfisch erhitzt. Von den vier Stücken sind zwei perfekt auf den Punkt gegrillt, die anderen beiden knapp darüber. Aber das macht kaum etwas aus, denn durch die kurze Zeit im Backofen ist das Gericht kaum lauwarm und so ist auch dieser Gang eher wie ein Salat zu essen. Die Unterlage von Tomaten und Kalamata-Oliven ist erstaunlich aromatisch angesichts der Tatsache, dass man im Februar eigentlich keine geschmackvollen Tomaten erwarten sollte. Aber hier ist der Sud von so klarem Tomatengeschmack und die Oliven so intensiv, dass man sich fast wie im Sommer wähnt.


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                    Thunfisch - medium gegrillt - mit geschmolzenen Tomaten und Kalamata Oliven

                    Spätestens an dieser Stelle sind wir so pappsatt, dass wir vor dem Dessert eine größere Pause einlegen müssen. Aber mit angemessenem Anlauf machen wir uns dann an das kompakte Gebilde aus Pistazien- und Orangencreme, in das knuspriges Engelshaar, also hauchdünne Kataifi-Teigfäden, gearbeitet sind. Obenauf thronen noch Rotweinkirschen. In Summe klingt das mächtiger als es ist. Zwar ist die Creme schon recht füllig, aber da das Ganze nicht zu süß ist und alle Komponenten gemeinsam einfach nur lecker ineinander greifen, ist auch das noch zu schaffen.


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                    "Ekmek" - Krosses Engelshaar, Pistazien- und Orangencreme und Rotweinkirschen

                    Das war ein durchgehend köstliches Mahl, das viel Abwechslung und eine mediterrane Küche präsentierte, der man die Sorgfalt in jedem Element anmerkte. Meine bessere Hälfte wird nicht müde, ununterbrochen zu betonen, was für eine gute Idee es gewesen sei, sich dieses Menü zu sichern. Und ich kann das nur unterschreiben. Wenn so die Fastenzeit beginnt, die bei uns ja gewohnheitsmäßig sowieso nicht besonders asketisch ausfällt, dann könnte das ganze Jahr Fastenzeit sein.

                    #supportyourlocalrestaurants


                    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/phaedra-koeln-2/

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                    • #70
                      Gruber's Restaurant (Take Away)

                      Wenn man der ganzen Lockdown-Zeit etwas Gutes abgewinnen möchte, dann vielleicht, dass die vielen Take Away-Menüs auch Werbung für solche Restaurants sein können, die man bisher nicht unbedingt auf dem Schirm hatte.

                      Im Januar hatten wir uns bereits das „Menü für Dahoam“ aus Gruber’s Restaurant gesichert, das uns ausgezeichnet gefallen hatte. Das Restaurant kannten wir natürlich vom Namen her, aber ein Besuch hatte sich bisher nicht ergeben. Und so war das Menü, das überraschend viele Details bot, die beste Werbung, die man sich vorstellen konnte.

                      Natürlich probieren wir gerne auch Neues aus, aber in der Vielzahl der wunderbaren Kölner Take Away-Menüs greifen wir auch immer wieder auf Bewährtes zurück, wobei dann meistens nur die jeweilige Zusammenstellung oder der ein oder andere Gang den Ausschlag für die Bestellung gibt. Nun also wieder das „Gruber’s“-Menü aus der Küche von Denis Steindorfer, das erneut sauber beschriftet und nummeriert eine Vielzahl von Komponenten bereit hält.


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ID: 68042
                      Die Komponenten

                      Auf der Homepage gibt es weiterhin Fotos mit Anrichtevorschlägen und Anleitungen. Letztere liegen auch dem Menü bei und hier kann ich nur dringend empfehlen, dass beide besser aufeinander abgestimmt werden. Wir haben uns auf die mitgelieferte Beschreibung verlassen, was an der ein oder anderen Stelle für nicht ganz optimale Ergebnisse sorgte. Aber dazu später mehr.

                      Den Auftakt macht wieder ein kräftiges Roggenbrot mit dezenter und wunderbarer Kümmelnote. Dazu gibt es einen guten, sehr Kresse-würzigen Kräuteraufstrich.


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ID: 68044
                      Brot & Kräuteraufstrich

                      Für die Vorspeise ist einiges an Anrichtearbeit zu verrichten. Auf dem bereits vorbereiteten Törtchen, das Kartoffelcreme auf einem Pumpernickelboden präsentiert, sind diverse Cremetupfen zu setzen. Eigelbcreme, Knoblauchschmand und Petersiliengel setzen nicht nur farblich schöne Akzente. Dazu gesellen sich marinierte Gurkenperlen und etwas trockene Focacciawürfel. Darauf werden ein Wildkräutersalat und Kartoffelstroh platziert und schon haben wir nicht nur ein bildschönes Gericht, sondern auch eines, das mit vielfältigen Elementen die ansonsten etwas neutral wirkende Kartoffelcreme deutlich aufpeppt.


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ID: 68037
                      "Kartoffelacker" in the making

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ID: 68040
                      "Kartoffelacker" / Sauerrahm / Pumpernickel / Petersilie

                      Dass sich die unterschiedlichen Garzeiten in der schriftlichen Anleitung beim Menü und auf der Homepage im Ergebnis deutlich auswirken, ist am folgenden Fischgang deutlich festzustellen. Wir garen den Vakuumbeutel mit dem Fischfilet nach Anweisung für 40 Minuten bei 60° im Backofen. Als deutlich erkennbar bereits das Eiweiß austritt, wird klar, dass dies zu warm oder zu lang ist. Aber da ist es bereits zu spät, denn die Suppe will ja auch noch erhitzt werden. Auf der Homepage sehe ich erst beim Studium des Fotos, dass dort der Fisch nur für 15 Minuten bei 50° gegart werden soll. Das hätte ihn mutmaßlich deutlich glasiger und saftiger werden lassen. Aber wir wollen das nicht zu sehr überbewerten. Denn der Fisch ist immer noch lecker und die Suppe, in der vorab ein ausgesprochen köstlicher, feuchter Getreidesalat platziert wurde, von leichter, angenehmer Schärfe. Mit Orangengel und Currycrunch bekommt der Fisch sein abschließendes Finish und beides steuert nochmals spannende Akzente bei. Und so wird dies die mit weitem Abstand spannendste Kürbissuppe, an die ich mich erinnern kann.


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ID: 68039
                      Confierte Lachsforelle / Kürbis / Orange / Getreide

                      Auch beim Fleischgang unterscheiden sich die Angaben zur Garzeit, aber hier fällt das Ergebnis nicht so deutlich aus. Wir folgen der Anleitung mit 30 Minuten und 60°, während die Homepage 40 Minuten angibt. So ist unser Kalbsfilet doch noch arg medium und muss noch etwas länger nachgebraten werden, was ich ohnehin nicht schlecht finde, weil mir rein sous-vide gegarte Fleischstücke immer etwas nackt vorkommen, so ganz ohne Röstaromen. Das Gemüse wird im Fond im Topf erhitzt, ebenso die Meerrettichsauce. Eine weitere Creme aus Wurzelgemüse zum Dekorieren geht im Spritzbeutel in den Backofen.
                      Das Ergebnis ist ein frühlingshafter Hauptgang aus punktgenau gegartem Gemüse und dann doch noch perfektem Kalbsfilet.


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ID: 68038
                      Gebratenes Kalbsfilet / junges Gemüse / Kartoffel / Meerrettich

                      Nichts falsch machen kann man mit dem Dessert, das so gut wie fertig angerichtet ist. Die Joghurtschnitte mit dem Haselnusscrumble muss einfach nur aus der Packung auf den Teller befördert werden. Ein säuerliches Beerenragout wird auf die Schnitte gegeben und erneut haben wir ein schönes und nahezu klassisches Stück Patisserie auf dem Teller, das einfach nur gut gemacht und köstlich ist.


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ID: 68041
                      Joghurtschnitte / Johannisbeere / Haselnuss

                      Den Abschluss bilden eine mit Schokolade überzogene Kokosmakrone und ein Würfel knuspriger Karamellkerne. Beides ausgesprochen lecker.


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                      Petits Fours

                      Wenn man mal von den leichten Irritationen der unterschiedlichen Anleitungen absieht, was sicherlich ein Ausrutscher war, hat auch dieses Menü das außergewöhnliche Niveau der Küche im „Gruber’s“ bestätigt.
                      Im weitläufigen Gebäudekomplex ist in der „Österia“ eine umfangreiche Auswahl toller österreichischer Weine zu sehr akzeptablen Preisen zu erstehen. Wir nehmen zur Begleitung unseres Essens eine Flasche Chardonnay aus der Steiermark von Erwin Sabathi und einen Blaufränkisch von Markus Altenburger vom Neusiedler See mit und sind mit beiden Weinen sehr zufrieden.

                      In jedem Fall ist der Entschluss noch einmal bestärkt worden, das „Gruber’s“ auch endlich mal richtig zu besuchen, wenn dies wieder möglich ist. Da man über eine beheizbare Terrasse verfügt, ist man zuversichtlich, auch bald wieder öffnen zu können. Und damit war auch dieses Menü nicht nur eine wunderbare Abendgestaltung, sondern eben auch eine gute Werbung.


                      #supportyourlocalrestaurants


                      Bericht wie immer auch auf meinem Blog: tischnotizen.de/grubers-restaurant-koeln-2/

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                      • #71
                        Caruso Pastabar (Take Away)

                        Als wir im vergangenen Jahr die „Caruso Pastabar“ das erste Mal besucht hatten, waren wir so begeistert, dass die Besprechung seinerzeit mit dem Versprechen endete, dass das charmante, kleine Restaurant uns mit Sicherheit wiedersehen würde.
                        Nun haben wir uns das zwar etwas anders vorgestellt, als lediglich ein Take Away-Menü abzuholen. Nichtsdestotrotz ist die Freude auf beiden Seiten groß, als wir Anna Siena und Marcello Caruso wieder treffen. Mittlerweile hat sich Nachwuchs dazugesellt und so gesehen, bietet die Lockdown-Zeit auch die Möglichkeit, sich intensiver dem Leben als junge Familie zu widmen. Man muss halt auch das Positive in allem sehen.

                        Dass beide dennoch den Kontakt zu den Gästen vermissen, versteht sich von selbst. Ihre handgemachte Pasta, die traditionellen neapolitanischen Gerichte, aber auch die modernisierten Kreationen, haben eine treue Fangemeinde in Köln gefunden. Die einnehmende Herzlichkeit tut ihr übriges dazu.

                        Solange nicht klar ist, wann man die Pastabar wieder öffnen kann, bieten Anna und Marcello ein wöchentlich wechselndes Menü an, das neben Focaccia und Dip, einem Salat und einem kleinen Dessert einen Pastagang enthält. Dabei kann man aus einer Fleisch-, Fisch- oder vegetarischen Alternative wählen. Das alles zum mehr als fairen Preis von 22 Euro pro Menü.


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ID: 68091
                        Die Komponenten

                        Schon die hausgemachte Focaccia gefällt uns ausgesprochen gut. In der Papiertüte zeichnen sich deutliche Fettflecken ab, was darauf schließen lässt, dass an Olivenöl nicht gespart wurde. Den Dip können wir nicht wirklich entschlüsseln. Wir machen etwas Tomate aus, aber die Farbe zeigt, dass hier auch noch anderes im Spiel ist. Spielt aber auch keine Rolle, denn wichtig ist nur, dass es schmeckt.


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ID: 68088
                        Focaccia & Dip

                        Was lediglich als „kleiner Salat“ angekündigt ist, überrascht total. Denn hier ist bereits sehr schnell klar, wieviel Sorgfalt man auch darauf verwendet. Das „Grünzeug“ besteht aus Feldsalat, Rucola, Lollo, fein gehobeltem Fenchel und Scheiben von bunter Ringelbete. Dazu gibt es ein separates Dressing und Crunch, bei dem ich auf gerösteten Amaranth tippe. Was für ein Musterbeispiel für einen liebevoll gestalteten Salat!


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ID: 68094
                        „Kleiner Salat“

                        Für die Pastagänge sind kaum Handgriffe erforderlich. Die Sugos werden in einer Pfanne erwärmt, die frische Pasta gekocht, was naturgemäß sehr schnell geht. Die Fusilloni brauchen nur knapp 1-2 Minuten, danach kann man im gleichen Wasser die Mafalde für etwa 3 Minuten kochen, beide zum jeweiligen Sugo geben und gut miteinander vermischen.

                        Das Ragú Napoletano besticht mit kräftigem Geschmack aus geschmortem Rindfleisch, das zum Teil noch butterzarte ganze Stücke enthält. Salsiccia und Tomatensauce sorgen für zusätzliche Würze. Abgerundet wird mit frischem Ricotta, der über das fertige Gericht gegeben wird. Ein klassisches Wohlfühlgericht, das zwar einen sehr bekannten Geschmack bedient, das aber in absolut perfekter Ausführung.


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ID: 68089
                        Mafalde "neapolitanisches Ragout" /Rind / Salsiccia / Tomatensoße / Ricotta

                        Ich entscheide mich für die Fusilli mit Oktopus „Bolognese“ und freue mich als erstes, dass es dann doch die etwas größere Ausformung der Fusilloni geworden sind, die ich immer noch etwas lieber mag. Aber noch begeisterter bin ich über die ungemein geschmackvolle Bolognese mit klein gewürfelten Stücken vom zarten Oktopus. Ich mache vor allem noch Karottenwürfel und Pinienkerne in der ebenfalls tomaten-basierten Sauce aus. Dazu gibt es als Topping Brot-Crumble mit Parmesan. Müssten wir heute Abend einen Favoriten küren, was kaum möglich ist, hätte diese Version die Nase knapp vorne. Großes Geschmackskino!


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ID: 68090
                        Fusilloni / Octopus "Bolognese" / Brot Crumble / Petersilie

                        Mengenmäßig ist das so gut bemessen, dass von den Mafalde noch etwas für den nächsten Tag übrig bleibt und wir uns noch dem Dessert widmen können.

                        Das kombiniert Kakao-Biskuit mit einer lockeren Creme, die mit weißer Schokolade versetzt ist. Kandierte Orangenschalen runden das unkomplizierte, aber leckere Vergnügen ab.


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                        Kakao-Biskuit aus Spanien / Weiße Schokolade / kandierte Orange

                        Und weil es so ein ungetrübtes Vergnügen ist, bedarf es auch keiner langen Überlegung, dass wir auch das Menü der folgenden Woche bestellen würden.
                        Das startet ebenfalls wieder mit der Focaccia und dem bereits bekannten – wieder leckeren – Salat.


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                        Die Komponenten

                        Bei den Pastagängen entscheiden wir uns wieder für eine Fleisch- und eine Fischversion. Zu den Maccheroncini gibt es erneut ein herzhaftes Ragout, diesmal von Schweinerippchen in Biersoße. Sour Cream und Röstzwiebelcrunch als Topping liefern Säure und zusätzliche Textur. Erneut ein absolutes Wohlfühlessen.


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                        Maccheroncini / Schweinerippchen Ragout / Biersoße / Sour Cream / Röstzwiebel Crunch

                        Zu den schwarzen Spaghettoni gibt es Kingfisch in kleinen Stücken in einer hellen Sauce. Der Fisch ist dabei klugerweise noch roh gelassen, da er beim Erhitzen und beim Vermischen mit den fertig gekochten Nudeln ohnehin ausreichend gart. Die Sauce ist für sich genommen schon sehr fein abgeschmeckt und nicht zu Sahne lastig. Als Topping dient hier ein Pesto von getrockneten Tomaten, was eine reichhaltige Note in das Gericht gibt und, je nachdem, was man auf die Gabel nimmt, für schöne abwechslungsreiche Akzente sorgt.
                        Erneut sind wir von beiden Tellern schwer angetan.


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                        Schwarze Spaghettoni / Kingfisch / Lauchzwiebeln / Getr. Tomaten Pesto

                        Beim Dessert wird es wieder ein unkompliziertes Löffelvergnügen, diesmal aus Würfeln von Kokosbiskuit, einer Zitronen-Quarkcreme und Mango. Geröstete Mandelstifte und etwas Keksboden liefern Crunch. Hier muss man nicht viel auseinander analysieren. Das ist nichts weiter als lecker.


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                        Kokosbiskuit / Zitronencreme / Mango / Mandel Crunch

                        Was soll man sagen? Anna Siena und Marcello Caruso überbrücken die gefühlt unendliche Schließzeit mit einem nicht nur preislich hoch attraktiven Angebot, sondern vor allem mit köstlichen Gerichten, die Soulfood pur sind. Wenn die Aussage, dass Pasta glücklich macht, zutrifft, dann sicher hier. Alleine, die frische, hausgemachte Pasta in all ihren unterschiedlichen Ausformungen in der Hand zu halten, ist eine einzige Freude. Das ist Handwerk zum Anfassen. Und mit den Sugos beweist Marcello durchgehend ein sicheres Händchen für aromenstarke Gerichte.

                        Das Einzige, das jetzt noch fehlt, ist das Vergnügen, diese liebevolle Küche auch wieder im Restaurant zu genießen und dabei den herzlichen Service von Anna erleben zu können.
                        Bis es wieder soweit ist, heißt es: Tut Euch was Gutes und holt Euch das Essen nach Hause! Die Pastabar hat es verdient!

                        #supportyourlocalrestaurants



                        Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/caruso-pastabar-koeln-2/

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                        • #72
                          ITO (Take Away)

                          Eine der jüngsten Neueröffnungen in Köln ist voll in die derzeitige Lockdown-Phase gefallen. Eigentlich hätte das „ITO“ in den umgebauten Räumlichkeiten des früheren „Sorgenfrei“ im November die ersten Gäste begrüßen sollen. Als klar war, dass dies nicht möglich sein würde, hat man kurzerhand auf ein Take Away-Angebot gesetzt, das ganz offensichtlich von Anfang an gut eingeschlagen ist.

                          Grund dafür sind ohne Frage die Personen, die hinter dem „ITO“ stehen. Da ist natürlich in erster Linie Kengo Nishimi, der für die Küche verantwortlich zeichnet. Nach Stationen in seiner japanischen Heimat führte es ihn nach Kanada, Australien, Neuseeland und anschließend nach Düsseldorf, wo er mehrere Jahre beim vermutlich besten japanischen Koch in Deutschland, Yoshizumi Nagaya, arbeitete. Dort lernte er auch Torben Schuster kennen, mit dem er ins „Gut Lärchenhof“ nach Pulheim wechselte, der dort seitdem einen Michelin-Stern hält. Und hier schließt sich nun der Kreis, denn das „ITO“ gehört, wie das „Gut Lärchenhof“ und das „La Société“ nun als drittes Restaurant zur Gastro-Familie von Peter Hesseler und seinem Kompagnon Christoph Barciaga.

                          Im „ITO“ kann der Gast aus einer relativ umfangreichen Karte wählen, die neben verschiedenen Vorspeisen natürlich das breite Spektrum aus Sashimi und Sushi bietet, die aber häufig auch kreativ angelegt sind. Ein Dessert rundet das Angebot ab.
                          Unsere Wahl fällt jedoch auf das Chefs Choice Menü, das für zwei Personen einen repräsentativen Querschnitt durch das gesamte Programm bietet. Im Preis von 115 Euro ist auch nach Wahl eine Flasche Weißwein oder Sake enthalten, was, gemessen an den ansonsten etwas gehobeneren Einzelpreisen, ein sehr attraktives Angebot darstellt.


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                          Die Komponenten

                          Die Klassiker zum Auftakt, Edamame zum Knabbern und Miso-Suppe, hier mit Shimeji-Pilzen, Tofu, Algen und Frühlingslauch, sind beide sehr sorgfältig gemacht. Aber die Möglichkeiten, hier groß Referenzen zu setzen, sind naturgemäß eingeschränkt. Zum Start war dies aber sehr angenehm.


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                          Miso-Suppe & Edamame

                          Weiter geht es mit zwei Vorspeisen, die ich zum Teilen auf den Tisch bringe. Der Scampi-Salat präsentiert vier stattliche Exemplare, die mit Knoblauchmayo angemacht und auf Babyspinat gebettet sind. Dazu gesellen sich gepickelte Schalotten, ganz feiner Crunch und Ebi-Chips, die sich zwar optisch nett machen, aber leider nicht mehr knusprig sind und daher ein etwas pappiges Mundgefühl vermitteln. Da der Babyspinat nicht separat angemacht ist, muss man sich etwas von der Mayo dazu geben, um dem Salat ein wenig Dressing zu gönnen. Trotz dieser kleinen Einschränkungen aber eine schöne Komposition.


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                          Scampi-Salat mit Knoblauchmayo, Babyspinat, Kartoffelcrunch, Ebichips und gepickelten Schalotten

                          Ausgezeichnet der sehr zarte Schweinebauch, der in dünnen Scheiben aufgeschnitten mit Tupfen von Erbsencreme, fein geschnittenen Zuckerschoten und Shiitake angemacht ist. Hier sind alle Einzelkomponenten deutlich herauszuschmecken und in Summe prima kombiniert.


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                          Schweinebauch mit confierten Shiitake Pilzen, Schweinepopcorn, Erbsenpüree und Zuckerschoten

                          Die Auswahl aus diversen Sushi und Sashimi ist zwar bereits ansprechend auf einer großen Aluschale angerichtet. Aber aus Prinzip bringe ich es dennoch aufs heimische Porzellan.
                          Die einzelnen Sorten sind, wie alle übrigen Komponenten, zwar nicht beschrieben, aber anhand der Speisekarte lassen sie sich einigermaßen einfach zuordnen.

                          So machen wir bei den Inside Out Rolls die Garnelen Tempura Rolls mit grünem Spargel und Chili Mayonnaise aus. Letztere findet sich auch in der zweiten Sorte und anhand des weißen Fisches und der Ummantelung mit weißem und schwarzem Sesam ist dies die Hamachi-Version. Beide Sorten zeigen eine relativ üppige Cremigkeit, die aber sicher auch gewollt ist. Die gute Qualität der Hauptprodukte ist aber nach wie vor deutlich erkennbar und so machen auch diese eher westlich anmutenden Sushi Spaß.


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                          Inside Out Rolls

                          Sehr pur und unverkünstelt hingegen die Hosomaki mit Lachs und Gurke sowie die Nigiri, bei denen die hervorragende Produktqualität deutlicher erkennbar ist als bei allen anderen Sushi-Varianten. Vor allem der etwas fettere Toro, der Bauch vom Blue Fin Thunfisch, kann hier mit zartem Schmelz punkten. Aber auch Lachs und Zander wissen zu überzeugen.


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                          Hosomaki

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                          Nigiri

                          Ebenso gut auch das Sashimi, ebenfalls vom Lachs und Zweierlei vom Thunfisch, Akami und Toro.


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                          Sashimi

                          Neben der von Kengo Nishimi hausgemachten Sojasauce gibt es zu den Sushi und Sashimi noch eine Yuzu-Pfeffer-Sauce sowie eine Ponzu-Mayo. Das ist eine schöne Abwechslung zu der sonst üblichen Fabrik-Sojasauce, aber im Endeffekt genügt mir eine gute Sojasauce zum Sushi. Die Auswahl, die sich uns auf dem Tisch präsentiert, ist jedenfalls großzügig bemessen und erst recht nach den Vorspeisen mehr als sättigend.


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                          Der gefüllte Tisch

                          Mit einer Käsekuchencreme auf sehr crunchigem Keksboden und einer fein-säuerlichen Passionsfruchtsauce endet das Menü. Das Dessert mutet jetzt zwar nicht wirklich japanisch an, aber Nishimi hat auf seinen früheren Stationen natürlich auch euro-asiatische Einflüsse mitbekommen, wie zum Beispiel im „Nagaya“. Dieser Nachtisch ist jedenfalls unkompliziert und einfach lecker.


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                          Käsekuchencreme, Keksboden und Passionsfruchtcoulis

                          In Berichten über die Eröffnung des „ITO“ wird häufig davon gesprochen, dass Köln mit diesem Restaurant die Lücke zur unbestrittenen Düsseldorfer Spitze in Sachen japanischer Küche schließen würde. Ob man es gleich so hoch hängen muss, bezweifle ich. Aber Kengo Nishimi bringt natürlich gute Voraussetzungen mit, erst Recht im Verbund der Hesseler-Gastronomie, in Köln einen hohen Standard zu setzen.
                          Das Chef’s Choice Menü war jedenfalls ein sehr guter Einstieg in Nishimis Küche und es wird spannend sein zu sehen, wie sich das alles präsentiert, wenn man seine Gerichte vor Ort im Restaurant genießen kann.


                          #supportyourlocalrestaurants


                          Bericht wie immer auch auf meinem Blog: tischnotizen.de/ito-koeln/

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                          • #73
                            Bai Lu Noodles (Take Away)

                            Kommt man, wie ich, aus einer Kleinstadt, ist das, was man in üblichen chinesischen Restaurants bekommt, vermutlich so weit entfernt von originaler chinesischer Küche wie Wanne-Eickel von Peking. Aber was heißt schon original in einem Land dieser Größe?

                            In Köln gibt es mittlerweile eine erkleckliche Anzahl von Restaurants, die sich der Küche der verschiedenen Provinzen widmet, wobei die Region Sichuan schon recht häufig vertreten ist. Seit gut drei Jahren gibt es zentral zwischen Friesen- und Rudolfplatz gelegen das kleine „Bai Lu Noodles“ von Frau Xu Bai mit Gerichten aus der südwestlich gelegenen Provinz Chongqing. Roter Chili und Sichuan Pfeffer sind die ausschlaggebenden Komponenten dieser Küche und damit ist auch klar, dass Schärfe hier eine wichtige Rolle spielt. Nicht ohne Grund wird daher abgefragt, ob man es lieber leicht scharf oder eben doch schweißtreibender hätte.


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ID: 68319
                            Außenansicht

                            Wie man dem Namen bereits entnehmen kann, hat man sich im „Bai Lu Noodles“ auf Nudelgerichte spezialisiert und hier vor allem auf Nudelsuppen und Maultaschen. Aber es gibt auch eine kleine Auswahl an kalten Vorspeisen. Zweimal besorgen wir uns Essen und probieren uns dabei quer durch das Programm. Die warmen Gerichte sind eigentlich für den sofortigen Verzehr gedacht, aber vor allem für die Nudelsuppen hat man mit speziellen Food Boxen die Möglichkeit geschaffen, die Nudeln selbst zu kochen und dann mit der eigentlichen Suppe aufzugießen.
                            Aber auch die Maultaschen, wenn auch nicht dafür vorgesehen, lassen sich abends problemlos erwärmen und mit der erhitzten Brühe vollenden.
                            Alle Gerichte sind in beschichteten Pappbehältern verpackt.


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ID: 68312
                            Die Komponenten

                            Aus den Vorspeisen wählen wir das kalt aufgeschnittene Fleisch von der Schweinshaxe mit Frühlingszwiebeln. Das Fleisch ist relativ dick geschnitten, was den typischen Schweinegeschmack meiner Meinung nach besser hervorbringt. Die Sauce ist nur moderat scharf und auch für empfindliche Gaumen gut zu verkraften.


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ID: 68317
                            Kalt aufgeschnittenes Schweinehaxenfleisch

                            Noch besser allerdings gefällt uns das kalte Hähnchenfleisch auf einem Bett von fein geschnittenem Gemüse, darunter Karottenstreifen, Gurken, Sojasprossen, Erdnüssen sowie Ingwer, Sesam und Knoblauch. Auch hier ist das zarte Fleisch dicker geschnitten und badet in einer schon merklich schärferen Sauce. Beide Portionen erscheinen übrigens als „Kleinigkeiten“ auf der Karte und sind mit jeweils 5,80 Euro so schmal bepreist wie üppig portioniert.


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ID: 68316
                            Kalt aufgeschnittenes Hähnchenfleisch

                            Wir probieren auch von den kalten Spießen, die es entweder mit Gemüse oder in der Fisch-/Fleisch-Version gibt und bei denen man drei Stück auswählen kann. Wir entscheiden uns für Garnelen- und Fischbällchen und Hähnchenherzen, von denen wir jeweils zwei Spieße nehmen. Auch hierzu gibt es eine Sauce, die sichtbar mit Chiliöl aufgepeppt ist. Als Favorit machen wir die Spieße mit Garnelenbällchen aus. Ebenso wie bei der Fischversion sind die Bällchen sehr schön fluffig, aber wo die Fischbällchen doch recht neutral bleiben, weisen die Garnelenspieße einen schönen Eigengeschmack auf. Auch die Hähnchenherzen sind nicht übel, wenn auch naturgemäß deutlich fester in der Konsistenz.


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ID: 68313
                            Kalte Spieße mit hausgemachter Soße

                            Aus den Weizennudeln, die auch als Einlage für die Suppen dienen, wird auch ein Nudelsalat mit süß-saurem Dressing angeboten, wahlweise mit Sojasprossen oder Morcheln. Für letztere entscheide ich mich. Es liegt nicht nur an der recht puristischen Version dieses Salats, dass ich hier noch ein wenig nachhelfen muss. Vielleicht ist das Dressing zu sparsam bemessen oder schon zu sehr in die Nudeln gezogen, aber insgesamt ist mir das etwas zu trocken und auch zu mild, so dass ich mit etwas Sesam- und Chiliöl nachhelfe und schon passt es. Gemessen an allen übrigen Gerichten bleibt dieser Salat aber aromatisch zu zurückhaltend, so dass ich zwar nicht unzufrieden bin, es aber auch nicht nach Wiederholung schreit.


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                            Nudelsalat mit süß-saurem Dressing und Morcheln

                            Dies trifft aber nun mal gar nicht auf die Maultaschen zu, die wahlweise vegetarisch, mit Schweinehack oder, wie in unserem Fall, mit einer Masse aus Garnelen, Shiitake und Champignons gefüllt sind. Die zehn Exemplare sind von zart-weichem Teig umspielt und die Füllung sehr geschmackvoll mit deutlicher Champignonnote. Die Hühnerbrühe dazu ist leicht scharf und überraschend füllig. Alles zusammen ergibt eine sehr harmonische und schlichtweg leckere Suppe. Aus gutem Grund genießen die Maultaschen hier offenbar Kultstatus.


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                            Hausgemachte Maultaschen mit Garnelen und Hühnerbrühe

                            Unseren ersten Kontakt mit dem „Bai Lu Noodles“ haben wir wenige Tage zuvor mit den zwei Nudelsuppen in der Food Box gemacht.
                            Schon die Hühnersuppe ist ein üppiger Eintopf aus reichlich Fleisch, diversen Pilzen, Goji-Beeren, chinesischen Datteln und anderem Gemüse. Da hätte es die Nudeln, die unter dem Berg Fleisch und Gemüse komplett verschwinden, eigentlich kaum gebraucht. Aber die Suppe ist auf jeden Fall köstlich und ein seelenwärmender Sattmacher.


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                            Nudelsuppe mit Hühnerbrühe und Hähnchenfleisch

                            Ebenso lecker ist auch die Nudelsuppe mit Rindfleisch, Karotten, Brokkoli, Pak Choi und Koriander. Nicht nur durch die von uns gewählte mittlere Schärfe wird einem hier deutlich wärmer ums Herz.


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                            Nudelsuppe mit Rinderbrühe und Rindfleisch

                            Das „Bai Lu Noodles“ ist nicht nur für Liebhaber von Suppen eine Pflichtadresse. Die sind so aromatisch und reichhaltig, dass es eine wahre Freude ist. Aber auch alle übrigen Gerichte sind ausgesprochen sorgfältig und geschmackvoll zubereitet, so dass sich das kleine Lokal zurecht eine Empfehlung im „Gault Millau“ erarbeitet hat. Und dagegen ist nun wirklich gar nichts einzuwenden.


                            #supportyourlocalrestaurants



                            Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/bai-lu-noodles-koeln/

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