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Haus Stemberg

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  • #16
    Die Foie gras als Surplus ließe ich mir allenfalls in der Vintage-Version namens "Rossini" gefallen. Drunter mach ich's nicht!

    KG

    Tobler

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    • #17
      Nix gegen den Gänseleberschnee, zumindest manchmal: Eine frische Jakobsmuschel anbraten, mit einer Mikroreibe tiefgekühlte Gänseleber grosszügig drüberreiben; und schon ist ein höchst einfach zuzubereitendes, doch vorzügliches Minigericht fertig

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      • #18
        Vielen Dank für den Kochtipp – ein schönes Amuse allemal! Allein die gefrorene Gänseleber hat man vielleicht nicht immer als Grundnahrungsmittel im Gefrierfach...

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        • #19
          Ja, leider, die gefrorene Gänseleber ist ein wohl noch unterschätztes Grundnahrungsmittel

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          • #20
            Gibt es als fertiges Produkt im wiederverschließbaren Beutel und muss dringend wieder aufgefüllt werden, nach Verbrauch in der letzten Woche :heulen:.

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            • #21
              Von Rougie oder woher beziehen Sie es? Auch die Gänseleber zum Anbraten habe ich noch nirgendwo frisch bekommen, selbst im Elsass nicht, wo es meistens hieß: "Nur an Weihnachten." Für einen Tipp wäre dankbar mit

              kG

              Tobler
              Zuletzt geändert von Tobler; 08.05.2017, 08:54.

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              • #22
                Zitat von Tobler Beitrag anzeigen
                Von Rougis oder woher beziehen Sie es?
                Wie wäre es mit TK Ware von Bosfood.

                Gruß
                Jürgen

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                • #23
                  Stimmt, Bosfood ist eine tolle Quelle. Just die Lebern von Rougie werden da ja vertrieben. Sind wahrscheinlich nicht schlechter als frische. Danke, Jürgen!

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                  • #24
                    Bosfood hat aber nicht den von schnecke genannten Schnee...
                    Selbst einfrieren bringt nichts, beim Reiben auch mit gekühlter Reibe schmilzt es gleich.
                    Einen Pacojet habe ich leider nicht, aber schnecke wird vielleicht ihre Quelle preisgeben?

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                    • #25
                      Nein von Schnee war hier nicht die Rede, es war von geriebener gänseleber zur Jakosmuschel die Rede und da ist das Rougie Produkt anwendbar, gibt es auch beim Frischeparadies, ist aber geschmacklich nicht mit den frischen Produkten vergleichbar.

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                      • #26
                        Zitat von schnecke Beitrag anzeigen
                        Nein von Schnee war hier nicht die Rede, es war von geriebener gänseleber zur Jakosmuschel die Rede und da ist das Rougie Produkt anwendbar, gibt es auch beim Frischeparadies, ist aber geschmacklich nicht mit den frischen Produkten vergleichbar.
                        Außer im Primärpost 11, sowie in Post 14, 15 und 17.

                        Und was wäre der Unterschied zwischen gefrorener geriebener GL und Schnee ?

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                        • #27
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg1.jpg Ansichten: 0 Größe: 44,9 KB ID: 63070

                          Das Haus Stemberg liegt gar nicht so weit vom Wohnort meiner Eltern entfernt, keine Stunde ist es mit dem Auto. Aber bislang waren wir noch nie dort, obwohl wir gerade für unsere gemeinschaftliches vorweihnachtliches Essen immer gern ein Restaurant besuchen, das auch mittags geöffnet hat. So war ich gespannt, auf das Haus Stemberg.

                          Das Restaurant strahlt eine Atmosphäre bodenständiger Gastlichkeit aus, die durch über mehrere Generationen gewachsener Strukturen entsteht. Seit einigen Jahren ist das Restaurant mit einem Stern ausgezeichnet. Das allein hebt es aber noch nicht heraus unter den Einsternern, aber es gibt verdächtig häufig Postings von Köchen und Sommeliers, die das Haus Stemberg besuchen – das kann an den gastronomiefreundlichen Öffnungszeiten (Ruhetage Donnerstag und Freitag) liegen, aber sicher auch an der besonderen Art der Küche, die Fine Dining- und traditionelle Kompositionen gleichwertig behandelt. Aus den verschiedenen Angeboten lässt sich so das Menü beliebig kombinieren. Für unsere große Club-Tafel haben sich die Stembergs eine Mischung überlegt, die das Spektrum gut zeigen sollte.

                          Als wir kamen war alles bestens vorbereitet – Walter Stemberg hatte sogar unsere lange Tafel und die Weinbegleitung in „unberührtem“ Zustand für uns festgehalten.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 587297ab-93ff-4c05-b030-774269b21f7f.JPG Ansichten: 0 Größe: 69,1 KB ID: 63071

                          Das Menü beginnt vier Kleinigkeiten: Tatar mit Kaviar, ein Garnelen-Chip, sowie zwei Löffeln mit mariniertem Fisch. Das zeigt schon, wohin die Richtung in dem Menü gehen wird: bekannte Geschmackskombinationen werden mit einer harmonischen, aber gut wahrnehmbaren Würzung interessant gestaltet. Dazu trinken wir den schönen Lanson Black Label Brut Champagner aus der Doppelmagnum
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg2.jpg Ansichten: 0 Größe: 71,4 KB ID: 63072Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg3.jpg Ansichten: 0 Größe: 79,1 KB ID: 63073
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg4.jpg Ansichten: 0 Größe: 50,5 KB ID: 63074Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg5.jpg Ansichten: 0 Größe: 56,7 KB ID: 63075

                          Marinierter Kalbstafelspitz Kernöl | gehacktes Landei | Schnittlauch ist die modernisierte Version eines Klassikers von Vater Stemberg, wie dieser uns merklich stolz erklärt. Die dünn aufgeschnittenen Scheiben des kalten Kalbfleisches werden mit Salat und leicht scharfen Zutaten, wie Radieschen kombiniert. Dazu kommt eine feinsäuerliche Vinaigrette, so dass der Eindruck eines sehr feinen Fleischsalats entsteht, der durch das gehackte Ei eine angenehme Fülle gewinnt. Das ist für mich ein modernisierter Klassiker par Excellence.
                          Der 2018er Nachschlag Cuvee Stemmis Liebling vom Weingut Stahl – der Wein ist noch sehr frisch, gerade gefüllt, passt hier gut, aber ein Tick mehr Reife wäre schon angenehmer gewesen.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg6.jpg Ansichten: 0 Größe: 78,1 KB ID: 63076

                          Mild geräucherter Polarsaibling Buttermilchvinaigrette | Wiesenkräuter | Saiblingskaviar klingt natürlich so, als habe man das schon x mal gegessen. Aber das Stück Saibling ist wunderbar wachsig in der Textur und zergeht auf der Zunge. Dazu kommt die feine Säure der Buttermilchvinaigrette und ein Hauch Schärfe, die gleichauf liegt mit der Säure, vor allem wohl durch den verarbeiteten Sauerampfer. Das Gericht ist so wunderbar gelungen, sehr zugänglich, aber trotzdem auch interessant in der Abstimmung der Aromen, dass es einfach Spaß macht, es zu essen.
                          Dazu passt der 2016er Vogelfrei Riesling vom Weingut Poss von der Nahe sehr gut, bleibt aber ein Begleiter am Rande.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg7.jpg Ansichten: 0 Größe: 89,6 KB ID: 63077

                          Gänseleber & Pfefferapfel Rauchaalvelouté ist eine bekannte und geschätzte Kombination. Die Gänseleber ist schön luftig. Der geräucherte Aal schmiegt sich aromatisch optimal an und die Velouté gibt dem ganzen einen runden Rahmen. Der aromatische Apfel stammt zwar aus eigener Ernte, für meinen Geschmack könne er hier aber noch einen Tick mehr Säure ins Spiel bringen. Aber das ist nur minimal – insgesamt ist auch dieses Gericht sehr gut umgesetzt und gelungen.
                          Der 2016er Schloss Vollrads Riesling Kabinett passt sehr gut dazu. Das macht in der Kombination Spaß.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg8.jpg Ansichten: 0 Größe: 72,2 KB ID: 63078

                          „Winterkabeljau & Weinbergschnecken aus Moers“ Petersiliengraupen | Grünkohl | Sauce Foyot ist eine richtig schöne, harmonische Kombination. Die Texturen sind schlotzig und cremig. Durch die Schnecken und die Sauce, aber auch die Graupen, bekommt das Gericht eine gute Fülle. Allerdings sind durch die üppigen Aromen der Sauce die Schnecken als fleischiges Element so integriert, dass ihr Eigengeschmack nicht gesondert wahrnehmbar ist – aber das ist kein Problem, das Gericht ist ingesamt stimmig.
                          Der 2016er Guntersblumer Weiburgunder vom Weingut Rappenhof wird von der Winzerin persönlich präsentiert, die Familie war wegen der anstehenden ProWein ebenfalls im Restaurant. Der Weißburgunder ist eher karg und mineralisch und bildet hier den Gegensatz zu dem schlotzigen Gericht.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg9.jpg Ansichten: 0 Größe: 53,9 KB ID: 63079

                          „Königsberger Klopse“ Eingemachte Rote Bete | Kapernsud | Zitronenschale ist aromatisch sehr gut gelungen. Die Rote Bete, die noch mit Himbeere verstärkt wird und die Zitrone betonen die Säurekomponenten der Klopse, zurückhaltender sind die Kapern. Der Klops selber ist sehr luftig, fast wie ein Leberknödel. Für meinen Geschmack hätte es einen Tick fleischiger sein können, aber in der insgesamt ist das dennoch eine sehr gelungene Fine Dining-Adaption eins klassischen Gerichts.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg10.jpg Ansichten: 0 Größe: 79,8 KB ID: 63080

                          „Taube aus der Vendée“ Stammi s Blutwurst | Knollensellerie | Innereiensandwich | Wirsing überzeugt zunächst mit der sehr gut gebratenen Taubenbrust und den Schenkeln. Das Fleisch hat einen schönen Biss. Die weiteren Aromen sind typisch und harmonisch, für mich hätte es hier noch einen Tick cremiger zugehen können, um den Wohlfühlfaktor noch etwas zu intensivieren, den das Gericht verströmt.
                          Der 2009er Chinait Calssico Baida a Coltibuono ist ein fein gereifter Wein, der rund und schön das Gericht begleitet, aber auch allein richtig gut schmeckt.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg11.jpg Ansichten: 0 Größe: 66,0 KB ID: 63081

                          „Edelweiß 40% Schokolade“ Maracuja | Kaffee | Topinambur verbindet Säuren von Maracuja und Kaffee. Gleichzeitig gibt es schöne Brücken zwischen den herben Aromen des Kaffees und der Topinambur, die sich aber auch wiederum gut mit der Ganache von der weißen Schokolade arrangieren kann – das Dessert ist also eine richtig runde Sache.
                          Der 1994er Guntersblumer Eiserne Hand Gewürztraminer Auslese vom Weingut Rappenhof, wieder von der Winzerin präsentiert, hat eine kräutrige Note, die auch hier gut passt.
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190316 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg12.jpg Ansichten: 0 Größe: 54,6 KB ID: 63082

                          Mit diesen süßen Kleinigkeiten endet das Menü:
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190317 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg1.jpg Ansichten: 0 Größe: 83,9 KB ID: 63083Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190317 Menü des Monats März 2019 Haus Stemberg2.jpg Ansichten: 0 Größe: 59,7 KB ID: 63084

                          So stelle ich mir ein Ein-Sternerestaurant in Deutschland vor – klassische Gerichte Wirtshausküche und Kreationen aus dem Fine Dining Bereich auf einem Level mit gleicher Liebe und Präzision zubereitetet – das macht richtig Spaß. Da muss man nicht groß drüber nachdenken, denn die Gerichte sind zugänglich, aber nicht gewöhnlich. Man liest die Komponenten und hat schon eine gute Vorstellung, wie das Gericht schmeckt. Aber mit Schärfe oder Säure werden doch interessante und Geschmacksbilder aufgebaut, die den Gerichten genau die richtige Prise Spannung geben, ohne sich irgendwie zu verkünsteln.

                          Der Abend war auch deswegen sehr gelungen, weil wir die Qualitäten eines funktionierenden Familienbetriebs erlebt haben. Jeder Gang wurde entweder von Vater oder Sohn Stemberg mit Stolz präsentiert. Wir saßen mit 16 Leuten an einer großen Tafel und ohne Ruckeleien für den Gesamtbetrieb des Restaurants kamen unsere Gerichte auf den Tisch.

                          Das ist funktionierende Wirtshauskultur auf Sterneniveau – das macht richtig Spaß und erreicht in erster Linie das kulinarische Herz.

                          Würde mich also nicht wundern, wenn das vorweihnachtliche Essen mit meinen Eltern dieses Jahr in Velbert stattfindet...



                          Zuletzt geändert von QWERTZ; 24.03.2019, 12:40.

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                          • #28
                            Ein äußerst stimmiger Bericht, den das Restaurant Stemberg mehr als verdient hat.

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                            • #29
                              Landpartie ins Bergische – Schon lange hatten wir uns endlich mal wieder einen Besuch im „Haus Stemberg“ in Velbert vorgenommen. Doch wann immer wir uns dachten, dass so ein Ausflug doch eine schöne Idee sei, waren wir immer zu spontan und damit hoffnungslos zu spät. Walter Stemberg erzählt uns, dass es in 2019 bisher nur drei Tage gegeben hat, an denen man nicht ausgebucht gewesen sei. Da dürften einige Kollegen neidvoll nach Velbert schauen, zumal auch die Lage zwar im Einzugsbereich von Düsseldorf, Ruhrgebiet und Bergischem Land günstig, aber eben doch auch etwas abgelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln so gut wie gar nicht zu erreichen ist.

                              Heute allerdings haben wir frühzeitig reserviert, was doppelt notwendig ist, denn es ist Ostern, das Wetter prächtig und neben den verschiedenen Gasträumen wird auch noch die Terrasse bespielt.

                              Dass auch unser letzter Besuch an Ostern stattfand, konnten wir noch erinnern, aber auf das Jahr kamen wir einfach nicht mehr. So ist das, wenn man älter wird und nicht mehr weiß, was man vor einem Jahr gemacht hat. Tatsächlich ist es bereits wieder zwei Jahre her und wir nehmen erneut im Kaminzimmer Platz, das mit neuen und rustikal, aber sehr edel wirkenden Tischen, dafür aber mittlerweile ohne schwere Tischwäsche, eine weitere zeitgemäße Auffrischung erhalten hat.

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                              Interieur


                              Sehr viel mehr hat sich allerdings nicht verändert. Die Begrüßung durch Sascha und Walter Stemberg ist herzlich, der Service flott, aufmerksam und liebenswürdig.
                              Zusätzlich zum regulären Programm, das neben den Hausklassikern, Steaks, einem Regional- und einem kreativen Degustationsmenü auch noch eine saisonale Spargelkarte sowie Tagesempfehlungen enthält, was ja alleine schon eine bemerkenswerte Leistung ist, gibt es auch noch ein Ostermenü. Wo andere Restaurants gerade an solchen Großkampftagen eher ein reduziertes Angebot vorhalten, legen Stembergs sogar noch eine Schippe drauf. Wir entscheiden uns für das Ostermenü, das uns heute besonders zusagt.

                              Zu Beginn grüßt die Küche traditionell mit einigen Löffelgerichten und Süppchen. Heute ist es mit Gin gebeizter Lachs und Limonencreme, Thunfischtatar auf asiatische Art und eine wunderbar cremige Kartoffelsuppe mit Kernöl. Zusätzlich dürfen wir auch das Schaumsüppchen vom Atlantik-Hummer probieren. Alle vier Grüße sind aromatisch präzise und ein schöner Einstieg in unser Mittagsmenü.
                              Auch Brot, Knäckebrot und locker aufgeschlagene Butter sind ausgezeichnet.

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                              Amuse Bouches
                              Brot & Butter

                              Schräg gegenüber vom Restaurant ist ein Spargelhof, von dem man in der Saison den Spargel vermutlich frischer bezieht als von irgendwo sonst. In unserer Vorspeise ist er in ganzen Stangen mariniert angemacht, exakt so knackig und bissfest, wie ich es gerne mag, bedeckt mit einem Wildkräutersalat. Der Ikarimi-Lachs dazu ist nur ganz leicht gegart und noch lauwarm. Mit dem angegossenen Kerbelsud ergibt sich ein aromatisches, leichtes Gericht mit angenehmen säuerlichen und bitteren Noten. Ein schöner frischer Gang.

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                              Marinierter Spargel vom Hof Gut Kuhlendahl / Ikarimi Lachs / Kerbelsud / Zitrone / Wiesenkräuter

                              Mit Spargel geht es auch weiter als Süppchen auf einem Ravioli mit einer herzhaften Füllung aus Perlhuhnkeule, Kartoffel und Champignons. Der Teig ist mir vor allem am Rand etwas zu fest, aber das lässt sich verschmerzen, denn mit der üppigen Einlage, den Wildkräutern und den Mini-Croutons ergibt sich quasi eine Spargelsuppe de Luxe.

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                              Schaumsüppchen vom Kuhlendahler Spargel / Ravioli von geschmorter Perlhuhnkeule, Kartoffel & Champignons
                              ...angegossen

                              Sascha Stemberg meint es gut mit uns und so streut er einige zusätzliche Grüße ein mit kleinen Versionen von Gängen aus den übrigen Menüs. Das freut uns umso mehr, als es Gerichte sind, die ich mir vermutlich ohnehin bestellt hätte, wenn uns nicht das Ostermenü angelacht hätte.

                              Das Bärlauchsüppchen mit der gebackenen Kalbskopfpraline aus dem Regionalmenü ist ein schönes Beispiel dafür, wie man auch vermeintlich Rustikales sehr fein umsetzt. Beides, gerade auch in dieser Kombination, hätte mir durchaus auch in der großen Variante gefallen.

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                              Aufgeschlagenes Bärlauchcremesüppchen &gebackene Kalbskopfpraline

                              Mit einer perfekt gebratenen Tranche vom aromatischen Adlerfisch geht es weiter. Und als wäre der Fisch nicht schon gut genug, wissen in diesem Gericht vor allem die Mitspieler zu glänzen. Kross gebackenes Kalbsbries, ein Leipziger Allerlei, das bis auf die hier nicht nötigen Flusskrebse alles bietet, was dort hinein gehört und was der Frühling hergibt mit Morcheln, Spargel und Erbsen sowie eine schöne Krustentiersauce ergeben einen tollen, runden und rundum gelungenen Gang.

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Name: Stemberg_8_Adlerfisch_Leipziger Allerlei.jpg
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                              Bretonischer Adlerfisch, Leipziger Allerlei mit Kalbsbries, Spargel, jungen Erbsen, Frühlingsmorcheln & Hummersud

                              Als Erfrischung vor dem Hauptgang schickt die Küche ein cremiges Zitrusfrüchtesorbet, das mit dem hauseigenen Gin aufgegossen wird. Der ist von der eher markanten Art, die ich gerne als Männer-Gin bezeichne und macht sich prächtig mit dem Sorbet. Lediglich die Tatsache, das ich der Fahrer bin, hält mich davon zurück, das komplett auszulöffeln. Ich beschließe innerlich, dass die Fahrerfrage beim nächsten Mal definitiv anders gelöst werden muss.

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                              Zitrusfrüchtesorbet mit Stemmi´s 1864 Gin

                              Recht klassisch präsentiert sich das Zweierlei vom Salzwiesenlamm, das zum einen makellos rosa gebratenen Rücken und ein zart, mürbes Stück von der geschmorten Keule bietet. Blumenkohl als Püree und pur sowie Gremolata sind stimmige Beilagen. Gel von der Salzzitrone liefert schöne Säurespitzen. Dieser Teller ist ein gelungenes Beispiel, wie man im „Haus Stemberg“ die Küchenlinie versteht. Der Gang könnte sowohl als feines, bürgerliches Gericht durchgehen, aber genau so gut auch in der Fine Dining-Abteilung bestehen.


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Name: Stemberg_10_Salziesenlamm_Blumenkohl.jpg
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                              Zweierlei vom Salzwiesenlamm - Geschmorte Keule & gebratener Rücken / Blumenkohl / Salzzitrone / Gremolata

                              Als Pré-Dessert schickt Sascha Stemberg uns als weiteren Gruß eine kleine Version des Desserts aus dem Degustationsmenü. Mit der Kombination aus Ananas und Kokos-Espuma bedient die Küche einen bekannten Geschmacksakkord. Auch Fenchel und Dill fügen sich hier nur mit ganz dezenten herben Noten ein. Das ist frisch, nicht zu süß, abwechslungsreich und ganz leicht zugänglich.

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                              Komposition von Ananas, Kokos, Fenchel & Dill

                              Zur Zeit schwer angesagt sind offenbar Käsekuchen-Desserts auf Basis von Ziegenquark. Zumindest ist dieses hier für uns das zweite innerhalb von drei Tagen. Zusammen mit Rhabarber als Ragout und Espuma ist dies eine so klassische wie passende Kombination. Aber der eigentliche Knüller ist das Sauerampfereis, das mit seiner säuerlichen und vegetabilen Note eine tolle Frische in das Gericht bringt. Sehr gelungen.

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                              Gebrannter Käsekuchen - Milder Ziegenquark aus der Vulkaneifel / Rhabarber / Sauerampfer

                              Mit einem Himbeer-Marshmellow, einer mit Passionsfrucht gefüllten Eispraline, Schoko-Crossies und einem Stück Kuchen schließt ein Menü, das eindrucksvoll belegt, warum das „Haus Stemberg“ so erfolgreich ist.

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                              Himbeermarshmellow & Eispraline mit Passionsfrucht
                              Petits Fours

                              Auch in fünfter Generation legen Stembergs Wert darauf, dass man immer ein Gasthaus war und es auch bleiben möchte. Der über die Jahre gewonnenen Auszeichnungen ist man sich sehr bewusst, will aber trotzdem keinerlei Hemmschwellen aufkommen lassen. Hier kann man bestellen, worauf immer man Lust hat. Auch an diesem Tag sitzen einträchtig Gäste beieinander, die nur zwei Gänge bestellen und andere, die ganze Menüs bestellen. Allen gemeinsam ist, dass sie wissen, wie sorgfältig hier gekocht wird. Ob es Klassiker sind, die moderat verfeinert sind oder Gerichte mit eindeutig kreativerem Touch. Und häufig, wie in unserem Menü, sind die Grenzen vollkommen fließend. Die Mischung macht's. Jedenfalls wird hier jeder fündig und glücklich. Die gelebte Gastfreundschaft tut ihr übriges dazu.

                              Zu beklagen ist eigentlich nur, dass es keine Zimmer gibt. Denn mit der deutlich ausgebauten und gastfreundlich kalkulierten Weinkarte gäbe es einen weiteren Grund, sich es hier auch im Glas ausgiebig gut gehen zu lassen. Aber auch ohne Zimmer ist dies ein Gasthaus par excellence. Und das mit der Fahrerfrage kriegen wir beim nächsten Mal auch wieder irgendwie gelöst.


                              Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/haus-stemberg-velbert-3/

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                              • #30
                                Danke für den schönen Bericht. Ich finde, er triff in Bezug auf den Charakter dieses Gasthauses den Nagel auf den Kopf!

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