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Gourmetrestaurant Lerbach (geschlossen)

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  • #76
    Am Abend vor unserem Vendome Besuch, wurden wir bei Nils Henkel im Schlosshotel Lenbach vorstellig, und genossen das 8 Gängige Menü.
    Zur Begleitung wählten wir eine Mixtur aus Wein und Anti- Alkoholischer Begleitung. Teilweise auch je Gang und Person getrennt.
    So wurde uns von der jungen Nachwuchs Sommeliere kurz vor jedem Gang die Auswahl gegeben. Die Wahl war dann auch mal unterschiedlich.

    Es startete mit einem äusserst schmackhaften
    AMUSE BOUCHE -

    leider sind meine Notizen dazu nicht mehr vorhanden

    BACHKREBSE - SAUERAMPFER ▫ COUSCOUSSALAT ▫ EINGELEGTE GURKE
    Begleitung Ohne Alkohol - Mediterranes Tonic Water mit geeister Gurke

    Dies war ein klasse Auftakt - gerade der Gurkentonic passte sensationell.

    ISLAND SCHOLLE - FRÜHLINGSMORCHELN ▫ SCHNITTLAUCHSUD ▫ RADIESCHEN
    Wein: 2009 Casteller Schlossberg Riesling grosses Gewächs
    ohne Alkohol: Morcheltee (eine Essenz aus Waldpilzen)

    Da ich Scholle und Morcheln liebe, war das sowieso mein Gang, der Riesling passte sehr gut .

    GEBEIZTER BACHSAIBLING - FERMENTIERTER FENCHEL ▫ BOUILLON VON GEGRILLTEM SELLERIE
    ohne Alkohol: Nils Henkels kalt extrahierter Ayureveda Tee (Süßholz, Fenchelsaat + Minze)

    Der erste von zwei absoluten Ausnahmegängen- vor allem durch den Tip der Sommeliere bitte immer wieder kleine Schlücke des Eistees mit dem Saibling zu kombinieren.
    Die Kombination entfachte ein leichtes Prickeln auf der Zunge das sich durch die Aromen des Saibling, des Fenchels und der Minze abzuwechseln schien. Wir waren begeistert.

    CONFIERTER SPARGEL - MISOCRÉME ▫ SOJASCHAUM ▫ UMEBOSHIPFLAUMEN
    Wein: 2012 Muskat Ottonel, Weingut Velich Burgenland, Österreich
    Ohne Alkohol: Roter Umboshi -Shiso Saft

    Und danach dieser Gang, der für mich einfach unbeschreiblich blieb. Lt. Hr. Henkel im Gespräch nach dem Menü scheiden sich hier allerdings die Geister. Er bekommt hierfür wohl ebenso viel Lob wie auch negativ Feedback.
    Für mich war es einfach klasse. Entgegen dem Artikel in der FAZ hatten wir weissen Spargel.

    KANINCHENBAUCH - ERBSEN ▫ CAESAR EMULSION ▫ RÖMERSALAT
    ohne Alkohol: Pfeffertraube von Nils Henkel

    Der Kaninchenbauch war gut, kommet uns aber nach den beiden Gängen davor nicht mehr so überzeugen, und viel leider etwas ab.

    LAMM AUS DER EIFEL - ANISJUS ▫ ARTISCHOCKEN ▫ STENGELKOHL
    Wein: 2009 Terroir al Limit "Torroja" von Dominik Huber & Eben Sadie

    Ebenso wie dem Kaninchen ging es dann dem Lamm. Es war sehr gut gebraten und auch geschmacklich sehr gut, aber die Zunge wollte immer noch den Spargel , bzw. das Prickeln der Gänge davor schmecken.

    GRÜNER APFEL ▪ MEERRETTICH ▫ LAKRITZ
    RHABARBER - HIMBEEREN ▫ HAFER ▫ CARAMELIASCHOKOLADE
    ohne Alkohol: Rhabarberlimonade

    Die Desserts wiederum waren wieder sehr fein, und brachten die genau die Beschriebenen Aromen deutlich zur Geltung.
    die dann gereichte Limonade unterstrich dann das zweite Dessert, und brachte das Menü zu einem schönen Abschluss.

    Angenehm war das ganze Ambiente , der zuvorkommende Service, und Nils Henkel der sich ausgiebig Zeit nahm an jedem Tisch.

    Nils Henkel und sein Team sieht uns sicherlich wieder !

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    • #77
      Danke für den ausführlichen Bericht, klingt ja wirklich toll! Ich hoffe, es in den nächsten Monaten mal nach Bergisch-Gladbach zu schaffen, nach ihrem Bericht wächst meine Vorfreude um so mehr!

      Was hat den Spargel-Gang so unbeschreiblich gemacht (ok, ich bitte jetzt, unbeschreibliches zu beschreiben...)? Und war die Kombination dieses Ganges mit dem Wein oder mit dem Saft eindrücklicher?

      Kommentar


      • #78
        Hallo Kuechenreise,
        Ich fand es mit dem Wein eindrücklicher, da dieser nach Blüten und leicht nach Muskatnuss riechend, dazu direkt und sehr trocken, wundervoll die Asiatische Note des Ganges unterstrichen hat.
        Nun noch kurz der Versuch der Beschreibung des "unbeschreiblichen". Die feine Spargelnote, die mit dem feinsalzigen Sojaschaum und der wiederum weichen Misocreme zusammenschmolz. Dazu Crispies die im Mund geprickelt haben und das ganze irgendwie poppig machten.

        Kommentar


        • #79
          Danke für den Bericht.

          Klingt hochinteressant und auch spannend.
          Die Getränkebegleitung scheint ja wirklich außergewöhnlich zu sein. Schön, dass sich jemand einmal Gedanken zu dem Thema macht.
          Vermutlich sind die nichtalkoholischen Begleiter auch nicht günstiger?


          Gruß!

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          • #80
            Die nicht alkoholischen Begleiter waren auch ein gutes Stück günstiger, als die Weine.

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            • #81
              Was Estragon und Wladimir mit dem Schloss Lerbach zu tun haben, wird im bebilderten Blog-Artikel verraten:
              http://kuechenreise.com/2014/06/23/s...ch-gladbach-d/


              Der Kurzbericht zu unserem Dinner:

              Voll ist das Haus, doch das Timing ist bei unserem Besuch reichlich unglücklich. Nur zwei kleine Grüsse aus der Küche helfen uns über die ersten 80 Minuten Wartezeit bis zum ersten Gang hinweg. Nachher sind die Abläufe meist regelmässiger, doch auch nicht wirklich temporeich...

              Der Start des Menüs "Pure Nature" ist ein neu interpretierten Bauernsalat. Bohnen, Schafskäse, Gurke und Oliven verbinden sich wunderbar harmonisch zu einem überzeugenden Ganzen!

              Danach dann eine asiatisch inspirierter auch uns polarisierende Fortsetzung: Grüner Spargel mit Misocreme, Sojaschaum und Umeboshi-Pflaumen. Jürgen Dollase hat bei diesem Gang die Befreiung von Wahrnehmungsblockaden aufgrund zu vieler vordergründig-assoziativer Fixierungen erlebt. Das können wir - vielleicht mangels solcher Fixierungen - zwar nicht bestätigend, doch das Gericht war wohlschmeckend und harmonisch.

              Ein Seesaibling überzeugt uns mit perfektem Garpunkt, kombiniert mit einer Hollunder-Kapern-Vinaigrette. Anschliessend sind Pfifferlinge der Hauptdarsteller eines vegitarischen Ganges, begleitet von Eigelb, Sauerampfer und Radieschen.

              Beim Backhendl lässt Nils Henkel erneut seine Kreativität blitzen und interpretiert das Wienerische Gericht neu. Klassischer wird es beim Hauptgang, einem Reh aus der Eifel mit Lorbeerjus, Topinambur und Grünen Mandeln.

              Als Käsegang wird Brin d’Amour mit grünen Erdbeeren, frischen Mandeln und die Komponenten verbindenden Lerbacher Honig gereicht. Danach versinken wir glücklich in den Aromen von Kirsche, Cassis, Johannisbeere und Schokolade.


              Unser Resümee:

              Warten auf die Speisen von Nils Henkel - unser Gesamteindruck ist geprägt von den Wartezeiten an diesem Abend. Wir waren mit den zeitlichen Abläufen nicht zufrieden, und wir haben keine Ambition im Service bemerkt, die Erwartungen richtig zu setzen. Gerade die Zeit bis zum ersten Gang war viel zu lange; und auch Kleinigkeiten wie Brotnachschub („kommt gleich …. „muss noch gebacken werden“ … „noch immer nicht da?“) dauern dann 45 Minuten.

              Kulinarisch entwickelt sich das „Pure Nature“ Konzept sehr spannend. Auch das vegitarische Menü „Pures Gemüse“ spielt keinesfalls die zweite Geige. Es ist aber auch nicht so ‚dogmatisch‘ geprägt wie wir das etwa im früheren Berliner Margaux empfunden haben, sondern leichter, runder, ja beschwingt.

              Handwerklich ist die Küche hervorragend, die verwendeten Produkte ausgezeichnet. In vielen Gerichten zeigt sich ein sehr eigenständiger und kreativer Stil von Nils Henkel; doch die Küche beherrscht auch die mehr klassischere Seite. Die Geschmäcker sind rund, die Aromen harmonisch abgestimmt.

              Die GetränkebegleitungUnvergoren“ ist eine grossartige Idee! Endlich eine Alternative zu Wein oder „nur“ Wasser. Manches davon war uns aber einfach zu süss, um Gänge mit feinen Aromen noch bestehen zu lassen.



              Unser Menü:

              - Amuse Bouche
              - Bauernsalat: Marinierte Bohnen - Schafskäse - Oliven - Gurke
              - Grüner Spargel: Misocreme - Sojaschaum - Umeboshi Pflaumen
              - Seesaibling: Hollunderkapern-Vinaigrette - Kressepüree - Saiblingskaviar
              - Pfifferlinge: Eigelb - Sauerampfer - Radieschen
              - Backhendl: Stubenküken - Kartoffelsalat - Gurke
              - Reh aus der Eifel: Lorbeerjus - Topinambur - Grüne Mandeln
              - Brin d’Amour: Lerbacher Honig - grüne Erdbeeren - frische Mandeln
              - Johannisbeere: Waldmeister - Cassissorbet - Buttermilch
              - Süsse Naschereien

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              • #82
                Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
                unser Gesamteindruck ist geprägt von den Wartezeiten an diesem Abend. Wir waren mit den zeitlichen Abläufen nicht zufrieden, und wir haben keine Ambition im Service bemerkt, die Erwartungen richtig zu setzen. Gerade die Zeit bis zum ersten Gang war viel zu lange; und auch Kleinigkeiten wie Brotnachschub („kommt gleich …. „muss noch gebacken werden“ … „noch immer nicht da?“) dauern dann 45 Minuten.
                Lieber Küchenreisender,

                ich freue mich ja über jeden Bericht. Danke somit auch ausdrücklich für den Ihren aktuellen.
                Aber wenn man Ihren Lehrbachbericht liest, bekommt man den Eindruck, Sie waren nicht zu Entspannung dort, sondern im Auftrag des Controlling.

                Mein Lieblingssatz:
                Wir waren mit den zeitlichen Abläufen nicht zufrieden, und wir haben keine Ambition im Service bemerkt, die Erwartungen richtig zu setzen.
                Hierzu folgende kleine Gedanken:
                1. haben Sie beim Service nach dem Grund der Verzögerungen gefragt ?
                2. hatten Sie anfangs angemerkt, daß sie es eilig haben oder später, daß Sie es gerne zügiger hätten ?
                3. vielleicht pfeift der Service drauf, Erwartungen richtig zu setzen, weil (a) der Service keine Kristall-/Glaskugel zur Erwartungsdeutung besitzt oder (b) es das Problem des Gastes ist, mit welchen Erwartungen er/sie ins Restaurant geht.
                Hierzu hatten wir ja einen ganz interessanten Thread über Erwartungen/Erwartungshaltungen. Fazit war in etwa, je höher die Erwartung desto eher die Bauchlandung.

                Nach meinem letzten Genuß eines großen Menues (das ich morgen natürlich noch fertigberichte) appelliere ich an alle, sich mal -ganz verrückt und experimentell- einfach einem Gelage hinzugeben, die Kamera und den gespitzten Stift zuhause zu lassen, nicht auf die Uhr zu sehen und sich an den schönen Dingen, die uns vergönnt sind, zu erfreuen. Riechen Sie, schließen Sie die Augen, erinnern Sie sich, genießen Sie.

                Nix für ungut, jm2c und Danke nochmal für den kulinarisch interessanten Bericht,
                MkG, S.

                Die Schwierigkeit ist immer klein,
                Man muß nur nicht verwundert sein.

                Fortuna lächelt; doch sie mag
                nur ungern voll beglücken;
                schenkt sie uns einen Sommertag,
                schenkt sie uns auch Mücken.

                (W.B.)
                Sphérico
                Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession
                Zuletzt geändert von Sphérico; 24.06.2014, 01:51.

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                • #83
                  Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen

                  Nach meinem letzten Genuß eines großen Menues (das ich morgen natürlich noch fertigberichte) appelliere ich an alle, sich mal -ganz verrückt und experimentell- einfach einem Gelage hinzugeben, die Kamera und den gespitzten Stift zuhause zu lassen, nicht auf die Uhr zu sehen und sich an den schönen Dingen, die uns vergönnt sind, zu erfreuen. Riechen Sie, schließen Sie die Augen, erinnern Sie sich, genießen Sie.
                  Kann man denn anders genussvoll essen?
                  Ich mache das nie anders. Höchstens abgelenkt durch ein gutes Gespräch.
                  Und das nicht nur in der Sterneküche.

                  Allerdings erreicht man doch dieses innere Wonnegefühl doch nur, wenn alles stimmt.
                  Und ein ungleichmäßiges Tempo ist definitiv ein Störfaktor. Und ein Service, der das nicht erkennt, ist auch kein erstklassiger Service. Und damit auch ein Störfaktor.


                  Gruß!

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                  • #84
                    Wenn ich mir die Zeiten anschaue, dann kommt ja der Ablauf durchaus nach und nach in Gang. Mein Eindruck ist, das Genussgelage wollte nicht so richtig beginnen... Und das einem da dann irgendwie keine rechte Lust aufkommt, wenn man mit Kohldampf vor einem Amuse sitzt, verstehe ich nur zu gut, zumal das Verspeisen des kompletten Brotes ja nur eine Lösung ist, die man ggf. im Laufe des Abends bereut.

                    In der Tat ist es auch ungewöhnlich. Normalerweise erlebe ich gerade zu Beginn engere Taktungen, als zum Ausklang des Menüs. Was man doch meist als angenehm empfindet, denn mit gefülltem Bauch und dem Genuss des Weines nimmt das Genussgefühl ungemein zu.

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                    • #85
                      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                      Normalerweise erlebe ich gerade zu Beginn engere Taktungen, als zum Ausklang des Menüs. Was man doch meist als angenehm empfindet, denn mit gefülltem Bauch und dem Genuss des Weines nimmt das Genussgefühl ungemein zu.
                      Das geht mir genauso. Vielleichtkommt bei mir auch selten zu Beginn ein Gefühl der Länge auf, weil sich die Zeit meist mit vielen wunderbaren Amuses und einem Gespräch mit der Begleitung und/oder dem Maitre/Sommelier füllt.

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                      • #86
                        Es ist ja ein Vorteil der Photograhpiererei, dass ich da nicht auf die Uhr schauen muss, es wird ja gleich mit dokumentiert. Es ist schon so dass es meist mit oder nach dem Hauptgang etwas ausklingt, was ja auch nicht verkehrt ist, will man das Süße noch genießen.

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                        • #87
                          Danke, werter Spherico, für den offenen Kommentar. Um ehrlich zu sein, überlange Wartezeiten verringern für mich den Genuss eines Abends (die Zeitangaben sind den Bildern der Kamera übernommen). Und schönes Wilhelm Busch Zitat :-)

                          Um 19:30 angekommen, um 20:50 (abgesehen vom Brot, das irgendwann aus war, und 2 Kleinigkeiten) der erste Gang, das liess uns an diesem Abend einfach hungrig sein. Ohne es eilig zu haben; im Gegenteil.

                          Was wäre für Sie zu lange, wann wäre es für Sie zu viel?

                          Was war der Grund? Der hörbaren Musik aus anderen Räumen am späteren Abend vermute ich, ein grösserer Event zur selben Zeit. Küche und Service werden rotiert haben wie wild, ihr bestes gegeben haben, und es hat dennoch nicht geklappt. Schlechte Planung, Unvorhergesehenes in der Umsetzung? Der Obulus für das 'Gesamterlebnis' Restaurantbesuch ist nicht gering, und das Gesamterlebnis an diesem Abend gar nicht perfekt (das Essen war dennoch sehr fein!)

                          Und doch, ich denke, mit Erwartungen setzen kann der Service hier viel ins Lot bringen. Ich erinnere mich, als es im früheren Silk in Frankfurt eines Abends plötzlich stark verbrannt aus der Küche roch. Der nächste Gang lies dann über eine Stunde auf sich warten. Schon nach ein paar Minuten lief Frau Lohninger und der restliche Service durch das Lokal, erklärten das Geschehene, entschuldigten sich für die erwarteten Verzögerungen. Später gab's noch ein Glas Champagner vom Haus. Niemand war verärgert über die lange Pause; im Gegenteil - alle hatten gerade dadurch besondere Sympathie für das Küchenteam.

                          Hätte uns der Service informiert: "Der König lässt ein dreitägiges Fest ausrichten; er hat alle Jungfrauen des Landes eingeladen, damit sein Sohn eine Gemahlin auswählen kann" und hätten wir beim Verlassen des Restaurants auf der plötzlich mit Pech bestrichenen Schlosstreppe einen goldenen Schuh gesehen, wir hätten uns wie im Märchen gefühlt und jedes Verständnis gehabt.

                          Doch im wesentlichen war da nur immer ein "wird gleich so weit sein". Wir haben aber auch nicht wirklich "Druck gemacht", wir wollten auch den Abend geniessen...

                          Ich freue mich schon auf Ihren Bericht, auf Ihre Eindrücke!

                          Kommentar


                          • #88
                            Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
                            Was wäre für Sie zu lange, wann wäre es für Sie zu viel?...!
                            Wie erwähnt macht es sich für mich unterschiedlich bemerkbar. Habe ich eine Reihe Amuses, sehe ich keinen Leerlauf. Ähnlich je nachdem, wie interessant sich Gespräche, eben z.B. mit dem Sommelier entwickeln.
                            Natürlich gibt es Grenzen, aber die sind ja subjektiv und auch bei mir slebst je nach Situation recht unterschiedlich.

                            Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
                            Der hörbaren Musik aus anderen Räumen am späteren Abend vermute ich, ein grösserer Event zur selben Zeit. Küche und Service werden rotiert haben wie wild, ihr bestes gegeben haben, und es hat dennoch nicht geklappt. ...Hätte uns der Service informiert: "Der König lässt ein dreitägiges Fest ausrichten; er hat alle Jungfrauen des Landes eingeladen, damit sein Sohn eine Gemahlin auswählen kann" und hätten wir beim Verlassen des Restaurants auf der plötzlich mit Pech bestrichenen Schlosstreppe einen goldenen Schuh gesehen, wir hätten uns wie im Märchen gefühlt und jedes Verständnis gehabt.
                            Liebes Schloß Lerbach, bei der nächsten Prinzessinnenwahl stelle ich mich hiermit zu Ihrer Verfügung. Für die Jury, nicht als Prinzessin. Die Schönste im ganzen Land wohnt aber natürlich mit unseren zwei Zwergen hinter den Bergen bei mir in der Westpfalz.

                            Ja, die Veranstaltung scheint in der Tat die Ursache der Verzögerungen zu sein. Ich frage bei beliebten Feierzielen (alle Arten von Schloßrestaurants, Gehöfte usw. wie Villa Rothschild, Ketschauer Hof usw.) auch gerne bei der Reservierung nach, ob zufällig am selben Tag eine Veranstaltung stattfindet und meide solche Tage ehrlich gesagt.

                            Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen
                            Ich freue mich schon auf Ihren Bericht, auf Ihre Eindrücke!
                            Den im entsprechenden Thread zu vervollständigenden Bericht gibt es allerdings über Bau, nicht über Henkel.

                            MkG, S.

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                            • #89
                              Verehrte/r Küchenreise!

                              Nach der Lektüre Ihrer Eindrücke habe ich mir die Daten ebenfalls nach dem Fotoapparat protokolliert. Ich genieße die Notizen von Ihnen sehr und studiere sie daher – wie auch noch weitere Quellen – vor einem Besuch gerne. Das hat sicher Vor- und Nachteile; denn es beeinflusst meine Wahrnehmungen nicht unerheblich. Doch ich schätze diese Vor-Bereitung trotzdem – zur Schärfung der eigenen Sinne.

                              Da wir einen Besuch bei Nils Henkel schon seit einiger Zeit im "Herzen" hatten, waren wir gespannt.

                              Es war der erste Tag nach drei Wochen Sommerpause. Der Sommelier Herr Müller war besonders gut gestimmt und hat mich sehr überzeugt; die anderen Service-Kräfte haben tadellosen Dienst geleistet. Das Wetter war sonnig – aber der Raum gut belüftet. Nach und nach wurden alle sieben Tische in dem direkten Bereich zwischen Eingang und Terrasse besetzt. Es war also entspannt.

                              Wir waren drei Personen und wählten das „Midweek-Dinner“ (einmal mit Wein- und einmal mit Saft- und einmal mit nur "Wasser"-Begleitung) – das wir aber noch mit dem Käsegang abrundeten.

                              Eintreffen am Platz 19:05
                              Wir hatten die Speisewünsche telefonisch verabredet und fanden die Speiskarte bereits am Tisch vor. Dann verständigten wir uns über den Ablauf und die Getränkeversorgung mit Frau Stein Steinheuer und Herrn Müller.
                              Gruß1 19:11
                              Brot 19:18
                              Gruß2 19:25
                              Vorspeise 19:42
                              Fisch 20:01
                              Haupt 20: 37
                              Käse 21:28
                              Nachtisch 22:00
                              Kaffee 22:33
                              Rechnung 23:02
                              Verlassen 23:15
                              Freundliche Verabschiedung an der Türe.
                              Glück gehabt oder Standard? – Wir waren absolut glücklich.

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                              • #90
                                Verehrter kgbus,

                                Das klingt nach einem tollen und sehr gelungenen Abend und freut mich sehr zu lesen! Besten Dank für die Eindrücke!

                                Und der Schlusskommentar "Wir waren absolut glücklich" ist ein besonders schöner!

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