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Gourmetrestaurant Lerbach (geschlossen)

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  • #91
    Zitat von kgsbus Beitrag anzeigen
    Wir waren absolut glücklich.
    Und das trotz 11-maligen genauen und dokumentierten Zeitablesens!

    Schönen Gruß, Merlan

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    • #92
      Schön für Gäste: Neben dem Mittagslunch (4 Gänge für 110 Euro mit Champagner, Wasser und Kaffee) gibt auch das „Midweek-Dinner“ am Mittwoch- und Donnerstagabend. Ein 4-Gänge Menü zum Festpreis – mit oder ohne Getränkebegleitung mit Gerichten aus der aktuellen Karte (85 bzw. 125 Euro).

      Wir waren direkt nach der Sommerpause da und sehr gespannt auf das Erlebnis.


      Der Service im Restaurant ist vorbildlich. Fünf Kräfte standen für die Gäste bereit. An der Spitze die Restaurantleiterin Frau Steinheuer (ruhig, besonnen, umsichtig). Herr Müller strahlt eine Freude am Beruf aus, die beeindruckend ist. Seine Getränkeberatung ist großartig. Seine Empfehlungen habe ich genossen. Besonders den schweizerischen Wein zum Käse kannte ich noch nicht und hat mich erfreut.


      Wir haben das „Midweek-Dinner“ (angereichert mit dem Käsegang) genommen und dazu die Getränkebegleitung gewählt.

      AMUSE BOUCHE

      Pi-No R Brut 2007 – Rebholz – Pfalz

      Nach kurzer Zeit wurde die erste Einstimmung serviert: zwei kleine Kunstwerke, die auch noch gut schmeckten (die Komponenten habe ich mir nicht merken wollen).
      Dann wurde das Brot mit Butter und einer Rucolapaste gebracht: Schwarzbrot, Sesambrötchen, Kürbiskerngebäck und kleines Weißbrot. Ofenwarm auf dem Tisch.
      Der zweite Gruß umfasste drei Gerichte. Jede Komposition hatte einen anderen Schwerpunkt: links war Gemüse auf Speck, in der Mitte unter dem Schäumchen war ein Gelee aus winzigen Fleischstückchen und rechts war eine Maultasche bzw. ein Raviolo in einem schmackhaften Sud.
      Weine bzw. Sekte von Rebholz kenne und schätze ich. Auch der Sekt Pi-No macht da keine Ausnahme bei mir. Ein feines trockenes Prickelwasser aus Pinot Noir.

      BRETONISCHER HUMMER

      CONFIERTE MELONE ▫ ERBSEN ▫ ZITRONENVERVEINE

      Stielweg Alte Reben Riesling trocken 2007 – Künstler – Rheingau

      Der Teller ist optisch ein Augenschmaus. Die Erbsensprossen und das Püree schmecken mir sehr gut. Der Melonengeschmack und die Zitronenaromen passten wunderbar zum Gesamtwerk. Die Hummerstücke waren die erwartenten Leckerbissen. -
      Ich mag sehr gerne ältere Rieslinge. Dieser gehörte dazu: feine Eleganz und große Fruchtfülle verbinden sich mit Reife. Er harmonierte sowohl mit dem Hummer als auch mit dem Fischgericht.

      ST. PETERSFISCH

      PAELLASUD ▫ SEPIA ▫ BOHNEN ▫ RÄUCHERAAL

      Stielweg Alte Reben Riesling trocken 2007 – Künstler – Rheingau

      Auf einem schönen Teller waren die Komponenten kunstvoll präsentiert und bildeten eine Einheit. Der Petersfisch war köstlich und in Kombination mit den anderen Zutaten ergaben sich stets neue Geschmackserlebnisse. Sepia und Aal gehören nicht zu meinen Lieblingsspeisen und haben mir aber in diesem Zusammenhang geschmeckt.

      REH AUS DER EIFEL

      LORBEERJUS ▫ TOPINAMBUR ▫ GRÜNE MANDELN

      Ampelaia 2005 - Elisabetta Foradori – Toskana (Cuvée aus Sangiovese, Cabernet Franc, Alicante, Cannonau und drei weitere Rebsorten)

      Der Hauptgang ist nicht bei jedem Restaurantbesuch das Highlight – hier jedoch schon. Das Reh war wunderbar zart und saftig. Der Bratensaft hatte herrliche Aromen. Auch hier fanden sich in den Beilagen viele tolle Geschmackskombinationen und -varianten. -
      Die Weine von Elisabetta Foradori kenne ich seit einer Verkostung im Kölner Weinkeller. Die Winzerin war selbst anwesend und hat dabei ihre Kompositionen erläutert. Die Cuvee schmeckt schon alleine köstlich – in Verbindung mit Wild war es eine erfreuliche Wiederbegegnung mit neuen Genusserkenntnissen für mich.

      ROHMILCHKÄSE AUS FRANKREICH

      Mitis Amigne de Vétroz - Les Réserves 2011 – Germanier – Wallis (Rebe Amigne edelsüß)

      SECHS KÄSESORTEN MIT SECHS AROMEN VON MAÎTRE AFFINEUR ANTONY

      Wir lieben Käse aus Frankreich (aber können ihn selbst gar nicht besonders gut besorgen, weil es keine Fachgeschäfte in der Nähe gibt oder eine Bestellung im Internet an der Mindestbestellmenge scheitert). Daher haben wir uns über das Angebot gefreut. Die tollen Namen haben wir uns nicht im Detail gemerkt. Aber der Geschmack war herrlich. Der Käsekünstler aus dem Elsass versteht sein Handwerk. Dazu hat die Küche um Nils Henkel zu jedem Käse passende aromatische Begleiter komponiert. Ich habe den Käse dann Sorte für Sorte alleine, mit den Pasten und mit Brot verkostet und dabei viele Aromen genießen können.
      In meinem Leben habe ich schon viele Wein verkosten können. Aus der Schweiz waren die wenigsten. Obwohl die Winzer zum Teil großartige Getränke erzeugen, sind sie nicht so leicht für mich zu bekommen. Daher habe ich mich gefreut, die Rebsorte Amigne zum ersten Mal zu probieren.

      KIRSCHEN

      MACAESCHOKOLADE ▫ EBERRAUTE ▫ KÜRBISKERNE

      Zweigelt Beerenauslese 2012 - Kracher – Burgenland

      Ein Nachtisch gehört immer zu einem gelungenen Essen. Die sichtbaren Kirschen waren vielleicht gar nicht die Hauptdarsteller auf dem Teller. Aber der Geschmack war in der Nocke und darunter war der pure Schokoladengenuss in Art einer Mousse. Kürbis und Eberraute fanden sich in den schmackhaften Krümeln.
      Dazu der Kracher Süßwein.

      SÜSSE NASCHEREI

      Zum Abschluss gibt es Kaffee in Form eines Espresso. Aber er kommt nicht alleine: In einer Schale sind Pralinen, Gelee und Bonbon. Ein Glas mit heller Schokolade, Cremeschichten und Himbeere gehört auch noch dazu.

      Fazit: Der Besuch hat sich gelohnt. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Das Gourmetrestaurant hat seinen guten Ruf in meinen Augen verdient. Hier kann ich richtig genießen.

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      • #93
        Herzlichen Dank für den Bericht.
        Da lese ich vieles, daß ich auch gerne vor mir auf dem Teller hätte.
        Da uns das Hotel Bensberg im Gegensatz zum dortigen Vendome nicht so besonders gefiel, würden wir somit beim nächsten K/GL-Stop over mal eher eine Nacht im "more cosy" Lerbach bleiben und ein Henkel-Menue genießen.

        Vielen Dank dafür,
        MkG, S.

        P.S. Sehr gemütlich und ungezwungen ißt man üppige leckere BistroBrasserieküche im Lerbacher Zweitlokal "Coq au vin".
        Sphérico
        Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession
        Zuletzt geändert von Sphérico; 05.08.2014, 18:27.

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        • #94
          Das Schlosshotel habe ich bisher noch nicht besucht - zum Vendome fahre ich mit dem Bus.

          Wenn es im Bereich Köln um weitere Kombinationen von Küche und Kammer geht, fallen mir noch Post in Odenthal und Spatzenhof in Wermelskirchen ein (kleine Häuser, die vom Besitzer selbst bewirtschaftet werden).

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          • #95
            Zitat von kgsbus Beitrag anzeigen
            Zum Vendome fahre ich mit dem Bus.
            Gesegneter !

            Lerbach finde ich als Hotel übrigens sehr gemütlich. Da bekäme man ein Doppelzimmer von Sa auf So über trivago schon für 112€ (gestern zumindest) !

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            • #96
              Nachteil gegenüber Bensberg ist nur der unterdurchschnittliche Wellness-Bereich.

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              • #97
                Dafür mit einem wunderschönen Park und ausgezeichnete Laufstrecken.

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                • #98
                  Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                  Nachteil gegenüber Bensberg ist nur der unterdurchschnittliche Wellness-Bereich.
                  Ein Wellnessbereich, in dem man abends kein Personal mehr findet und im Saunabereich benutzte Handtücher und leere Becher am Boden und auf den Sitzgelegenheiten herumliegen, ist jetzt auch kein echtes Highlight.

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                  • #99
                    Wir konnten bei unseren Besuchen in Bensberg solche Unsitten nicht feststellen.
                    Lerbach , in dem wir bisher noch nicht nächtigten sieht allerdings schon etwas "romantischer/gemütlicher" aus...

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                    • Hat Nils Henkel seine ** verdient? Diese Frage kann man so oder so verstehen. Ich beantworte sie zunächst einmal mit ja, wenn ich daran erinnere, dass über dem von ihm geführten Restaurant auch schon einmal *** geleuchtet haben. Wir waren seit der Herabstufung des Michelin zum ersten Mal wieder in Lerbach und können diesen Schritt des Guide durchaus nachvollziehen, da wir die Küche des Gourmet-Restaurants Lerbach aus ***-Zeiten deutlich ausgefeilter und konzentrierter in Erinnerung haben.

                      Seinerzeit fiel es uns noch ein wenig schwer, die mutigen Avantgard-Schritte von Joachim Wissler im benachbarten Vendôme beherzt mitzugehen, so dass wir die durchkomponierten, harmonischen Gerichte von Nils Henkel mehr schätzten. Heute ist es umgekehrt: Wissler und „wir“ haben uns gefunden, Henkel und „wir“ haben uns auseinandergelebt. Wie das so ist in Beziehungen: Das Gewohnte, Alltägliche ist nicht mehr so aufregend, dagegen machen Weiterentwicklung und Neues Lust auf mehr. Bei Henkel gibt es – wenn man ehrlich ist – nicht viel Neues, sondern jede Menge Routine, und den auch noch ohne das Fünkchen Esprit, das eine *-Küche zu einer **-Küche machen kann. Insofern ertappe ich mich fast dabei, meine Eingangsfrage nun auch noch mit „nein“ beantworten zu wollen, wenn ich mir so manche Leistung im *-Bereich vor Augen führe.

                      Wir waren zum Lunch in Lerbach und konnten ein bisschen das Angebot mit dem in Bensberg vergleichen, wo wir vor ein paar Monaten waren. Auch hier sind im Preis Champagner, Wasser und Kaffee enthalten, so dass ein 4-Gang-Menü für 110 € (im Vendôme 120 €) in einem Mehrsterne-Restaurant als günstig angesehen werden muss.

                      Das Menü:

                      Zur Einstimmung wurden ein Fenchelfondant mit Süßholzbaiser und eine kleine Kichererbsenschnitte mit Ingwer und Sesam gereicht. Ersteres schmeckte fein nach Fenchel mit leichtem Lakritzaroma, die Kichererbsen waren dagegen eher fad.

                      Amuse bouche: Variation von der Avocado

                      - Glattbutt mit Avocado-Röllchen und Grapefruit
                      - Hummerbällchen, Tamarillo, Avocadoperlen und Buttermilchmousse
                      - Reh auf gegrillter Avocado und Avocadocreme

                      Hier sollte man eigentlich erwarten, dass die Avocado in ihrer Vielfalt „durchdekliniert“ wird. War aber nicht! Außer den verschiedenen Texturen erschmeckte man kaum einen Unterschied, nur die Erkenntnis, dass es kulinarisch nicht allzu viel Sinn macht, eine Scheibe Avocado zu grillen (schmeckt nach gegrilltem Nichts!).

                      Im Übrigen waren das Stück Glattbutt trocken und das Reh alles andere als mürbe. Ein eher schwaches Amuse bouche, das zwar optisch durchaus was hermachte, ansonsten aber wie eine Pflichtübung wirkte.

                      Gebeizte Goldforelle
                      Hokkaidokürbis, Lebercreme, Miso, Kernöl

                      Der beste Gang im Menü. Kürbis in verschiednen Texturen und Geschmacksausrichtungen. Dazu eine fein gebeizte Lachsforelle, die durch die kräftige Lebercreme (Fischleber) und Miso einen gewissen Kick bekam.

                      Gebratene Meeräsche
                      Karottenkoriandersaft, junge Möhren

                      Ach, das ist so ein typisches Mainstream-Bistrogericht, das in der Republik rauf und runter serviert wird. Ja, die Karotten schmecken ganz gut mit Korianderkraut, und wie ein Stück Fisch auf der Haut scharf angebraten schmeckt, ist hinreichend bekannt. Mehr war es nicht.

                      Entrecôte vom US Rind
                      Barbecue Sauce, Mais, Vogelmiere, Markbällchen

                      Wenn man das liest, weiß man eigentlich ziemlich genau, was einen erwartet. So war es auch. Die Überraschung im positiven Sinne war allerdings eine „Komposition vom Mais“, die die eine Hälfte des länglichen Tellers zu einem wahren Kunstwerk machte; und dass dieses Kunstwerk aus allem, was man aus Mais machen kann (bis hin zum Popkorn), auch noch köstlich schmeckte, muss bei diesem eher kritischen Text deutlich unterstrichen werden.

                      Weinbergpfirsich
                      Rahmeis von geröstetem Raps, Bahibe-Schokolade, Kräuterjus

                      Ich weiß zwar nicht, wie gerösteter Raps schmecken muss und habe dies auch nicht über das wunderbare Rahmeis erschmecken können, aber sei´s drum, es hat geschmeckt, fand in der Schokolade einen kongenialen Partner und kommunizierte frech mit dem herben Kräuterjus. Ein sehr gelungenes Dessert!

                      Wenn ich das alles so runter schreibe, merkt man, wie sehr wir an diesem Mittag im Lerbach hin und her gerissen wurden. Da war *-iges dabei, vielleicht auch **-iges, auf keinen Fall aber ***-iges! So mag der Michelin dem guten Nils Henkel die ** belassen; damit ist er gut bedient. Aber ein bisschen mehr Feuer und Esprit würden wir uns schon wünschen. Das kommt auch beim Service nicht so recht rüber; bei den Damen wirkt alles korrekt und freundlich bemüht, ohne aber den Gast in seiner Stimmung oder seinem Bedürfnis richtig abzuholen.

                      Lieber Nils Henkel, wir wünschen uns, dass wieder ein kräftiger Ruck durch Lerbach geht!

                      Beste Grüße, Merlan

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                      • Zum Lunch werde ich immer das Vendome bevorzugen; denn die Einstimmung, die hier als Grüße kommen, sind großartig - leider ist das Restaurant nur noch selten mittags geöffnet. Joachim Wissler hat für mich allerdings auch bei den deutschen Köchen eine überragende Stellung.

                        Doch das Midweek-Dinner hat mich sehr erfreut und auch gemundet - da finde ich die Michelin-Sterne auf jeden Fall angemessen - vielleicht auch mehr; denn die anderen 3-Sterner bieten auch nicht immer große Kreativität.

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                        • Nach meinen kritischen Anmerkungen zum Restaurant Lerbach gestern stimmt es mich nicht gerade milder, wenn ich dort nach den verschiedenen Menü-Angeboten unterscheiden muss, um durchgängig eine **-Küche oder gar mehr erwarten zu dürfen.

                          Schönen Gruß, Merlan

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                          • Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                            Nach meinen kritischen Anmerkungen zum Restaurant Lerbach gestern stimmt es mich nicht gerade milder,
                            ...
                            Schönen Gruß, Merlan
                            Hier ist die Katze begraben, die sich in den Schwanz beißt.

                            Herr Henkel ist ein ganz wunderbares Talent, ein sensationell guter Koch und zudem ein Weichei. Vielleicht hat er einen wirklich guten Vertrag bekommen aber sich in dem Maße kastrieren zu lassen, wie es der Althoffkonzern von Ihm verlangt, ist gemessen an seinem Können und seiner Leistung, streng genommen unter seiner Würde.

                            Lassen sie den armen Mann einfach so gut kochen wie er darf, irgendwann wenn Lutz und Prüßmann (hieß der so) etabliert sind und Herr Wissler seine Hütte wieder immer voll hat, darf auch Herr Henkel wieder spielen und ich bin mir sicher, wir werden selig sein.

                            Gute Nacht

                            Passepartout

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                            • Herzlichen Dank für diese Bemerkungen - ich denke, dass darin viele Wahrheiten stecken.

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                              • Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                                wir wünschen uns, dass wieder ein kräftiger Ruck durch Lerbach geht!
                                Diesem Wunsch kann ich mich nur anschließen! Ähnlich traurige Erlebnisse mit Lerbach hatte ich ja vor einem halben Jahr hier geschildert. Und beinahe schlaraffisch füge ich an: differenzierte Kritik interessiert uns durchaus. Danke also für den kongenialen Bericht, lieber Merlan!

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