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Ox & Klee **, Köln

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  • wombard
    antwortet
    Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die Tipps an die werten escoffier, thomashaj und glauer!

    Für das Menü zum Valentinstag aus dem "Reuter" müsste ich mein Geburtstagsessen leider eine Woche nach hinten verschieben, zum "Sosein" wollte ich dann doch nicht jeweils fünf Stunden hin- und wieder zurückfahren, um die Take-Away-Box abzuholen , und die Raue-Boxen, welche Frau Grande und mich durchaus ansprachen, waren nichts für meinen Schwiegervater, der auch beim Geburtstagsessen dabei ist. Diesen würde ich nämlich eher als konservativen Esser bzw. Freund der westfälischen Schnitzelküche bezeichnen, der sich mit Süßwassergarnelen, Wasserkastanien, Ingwer, Ginseng und anderen, für ihn äußerst exotisch anmutenden Zutaten, leider doch ein wenig schwer tut...

    Wir werden jetzt ein servierfertiges Drei-Gang-Menü aus dem Münsteraner Lokal "Brust oder Keule", welches ca. 40 Autominuten von uns entfernt liegt, bestellen und abholen, das auch Schwiegervater zutatentechnisch nicht "überfordert" ...

    Mit kulinarischem Gruß,

    El Grande
    vielleicht doch noch das "Niveau" auf 3Sterne heben

    https://www.victors-fine-dining.de/bau-box

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Vielen Dank für die Tipps an die werten escoffier, thomashaj und glauer!

    Für das Menü zum Valentinstag aus dem "Reuter" müsste ich mein Geburtstagsessen leider eine Woche nach hinten verschieben, zum "Sosein" wollte ich dann doch nicht jeweils fünf Stunden hin- und wieder zurückfahren, um die Take-Away-Box abzuholen , und die Raue-Boxen, welche Frau Grande und mich durchaus ansprachen, waren nichts für meinen Schwiegervater, der auch beim Geburtstagsessen dabei ist. Diesen würde ich nämlich eher als konservativen Esser bzw. Freund der westfälischen Schnitzelküche bezeichnen, der sich mit Süßwassergarnelen, Wasserkastanien, Ingwer, Ginseng und anderen, für ihn äußerst exotisch anmutenden Zutaten, leider doch ein wenig schwer tut...

    Wir werden jetzt ein servierfertiges Drei-Gang-Menü aus dem Münsteraner Lokal "Brust oder Keule", welches ca. 40 Autominuten von uns entfernt liegt, bestellen und abholen, das auch Schwiegervater zutatentechnisch nicht "überfordert" ...

    Mit kulinarischem Gruß,

    El Grande

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  • glauer
    antwortet
    Das Sosein hatte Boxen die sensationell aussahen und auch verschickt wurden. Die nächste ist allerdings take out only.

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  • thomashaj
    antwortet
    Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
    Nun meine Frage an die hier versammelten Connaisseure (auch wenn dies den Rahmen dieses Threads vielleicht ein wenig sprengen mag): Wer hat eine lohnenswerte Empfehlung für mich bezüglich einer Kochbox aus dem gehobenen Segment (die Angebote von Alexander Herrmann z.B. haben mich für nächste bzw. übernächste Woche weniger angesprochen), die deutschlandweit versendet wird und Frau Grande und mir meinen Geburtstagsabend ein wenig "versüßen" könnte?
    Selbst noch nicht ausprobiert, aber die Boxen von Tim Raue klingen teilweise sehr interessant. Aktuell hat man auch eine im Angebot mit etwas kostspieligeren Zutaten:
    https://gutscheinshop.online/fuh-kin...am-28.01.21-de

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  • escoffier
    antwortet

    Nun meine Frage an die hier versammelten Connaisseure (auch wenn dies den Rahmen dieses Threads vielleicht ein wenig sprengen mag): Wer hat eine lohnenswerte Empfehlung für mich bezüglich einer Kochbox aus dem gehobenen Segment (die Angebote von Alexander Herrmann z.B. haben mich für nächste bzw. übernächste Woche weniger angesprochen), die deutschlandweit versendet wird und Frau Grande und mir meinen Geburtstagsabend ein wenig "versüßen" könnte?

    Auf Antworten bzw. Tipps freut sich

    El Grande [/QUOTE]

    Vielleicht einmal bei Reuter in Rheda-Wiedenbrück anfragen. Die bieten für den Valentinstag ein Take-away-Menü an:
    https://www.facebook.com/HotelRestaurantReuter/



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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Ich muss glauer beipflichten, was in Deutschland während der Coronazeit von Gastronomen im Take-away-Bereich bzw. in Form von versendeten Kochboxen angeboten wird, ist oftmals aller Ehren wert und äußerst kreativ komponiert... über "Burger, Burger, Burger" geht dies in der Tat weit hinaus!

    Leider gilt die vor allem für das To-go- bzw. Take-away-Segment, denn die deutschlandweite Versendung von Kochboxen ist (bei dem dahintersteckenden Aufwand logischerweise) nicht sonderlich verbreitet .

    Ich z.B. hätte mir für meinen Geburtstag am 01.02. liebend gern zweimal das oben von merlan angesprochene Menü des "Ox und Klee" für 75 Euro pro Person für meine Frau und mich für einen feierlichen Abend nach Hause bestellt, aber verständlicherweise liefert Herr Gottschlich nicht zu uns nach Hamm (130 km pro Strecke sind dann doch etwas weit ) und selber abholen wollte ich die Box an meinem Geburtstag aufgrund dieser Entfernung dann auch nicht...

    Nun meine Frage an die hier versammelten Connaisseure (auch wenn dies den Rahmen dieses Threads vielleicht ein wenig sprengen mag): Wer hat eine lohnenswerte Empfehlung für mich bezüglich einer Kochbox aus dem gehobenen Segment (die Angebote von Alexander Herrmann z.B. haben mich für nächste bzw. übernächste Woche weniger angesprochen), die deutschlandweit versendet wird und Frau Grande und mir meinen Geburtstagsabend ein wenig "versüßen" könnte?

    Auf Antworten bzw. Tipps freut sich

    El Grande

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  • glauer
    antwortet
    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
    Ich finde es schon interessant, wie unterschiedlich ambitionierte Köche Ihre Take-away-Angebote gestalten: Von "Hausmannskost" bei Andreas Krolik (Lafleur**) bis zu Luxusprodukte-Menüs von Thomas Bühner (ehemals La Vie***), der diese von einer "Delikatessen-Manufaktur" fertigen und versenden lässt. Interessant auch die Preisgestaltung: Während Krolik für seine hervorragende "Hausmannskost" im Weckglas (z.B. Ochsenbäckchen, Coq au vin) gerade mal 23 € aufruft, geht Bühner bei einem 4-Gang-Menü (gebeizter Lachs mit Kaviar, Hummer, Hereford-Rind, Dessert) mit 296 € für 2 Personen schon sehr die Vollen. Für das vielteilige Menü im Ox & Klee lediglich 75 € aufzurufen, finde ich nicht nur angemessen, sondern geradezu sensationell.
    Insgesamt bin ich schwer beeindruckt was viele der guten Gastronomen in Deutschland da auf die Beine stellen. Was ich im Netz so sehe sieht eigentlich immer sehr gut und oft geradezu sensationell aus. Und zu fast immer sehr fairen Preisen. Das sieht hier auf meiner Seite des Teiches ganz anders aus. Burger, Burger, Burger. Weit darüber hinaus geht es fast nie. So kochen wir halt selber.

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  • merlan
    antwortet
    Ich finde es schon interessant, wie unterschiedlich ambitionierte Köche Ihre Take-away-Angebote gestalten: Von "Hausmannskost" bei Andreas Krolik (Lafleur**) bis zu Luxusprodukte-Menüs von Thomas Bühner (ehemals La Vie***), der diese von einer "Delikatessen-Manufaktur" fertigen und versenden lässt. Interessant auch die Preisgestaltung: Während Krolik für seine hervorragende "Hausmannskost" im Weckglas (z.B. Ochsenbäckchen, Coq au vin) gerade mal 23 € aufruft, geht Bühner bei einem 4-Gang-Menü (gebeizter Lachs mit Kaviar, Hummer, Hereford-Rind, Dessert) mit 296 € für 2 Personen schon sehr die Vollen. Für das vielteilige Menü im Ox & Klee lediglich 75 € aufzurufen, finde ich nicht nur angemessen, sondern geradezu sensationell.

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  • thomashaj
    antwortet
    Vor zwei Jahren waren wir zuletzt im „Ox & Klee“ im mittleren der markanten Kranhäuser im Kölner Rheinauhafen. Das war damals kurz bevor das Restaurant den zweiten Michelin-Stern erhielt. Seinerzeit war das Überraschungsmenü für meinen Geschmack etwas durchwachsen. Nicht schlecht, aber mit einigen Gängen, die mich nur bedingt überzeugen konnten.
    Seitdem hatte sich keine Gelegenheit für einen erneuten Besuch ergeben und seit einem Jahr bremst uns und die Gastronomie halt Corona immer wieder aus.

    Im Zuge der Erkundung diverser Take Away-Angebote stand bei unserem Kurztrip nach Köln diesmal auch das „Ox & Klee“ auf dem Plan. Eigentlich hatten wir geplant, die Menüs mit nach Hannover zu nehmen und uns zuhause damit ein genussreiches Wochenende zu gestalten. Da aus der Homepage nicht zu entnehmen war, in welcher Form das Menü (75 Euro pro Person) vorbereitet ist, fragte ich lieber vorab nach und in der Tat bestätigte man, dass das Menü schon für den Verzehr am selben Tag gedacht war. Nun gut, packen wir also ein paar Teller ein. Denn auch auf dem Kölner Tisch soll es ja ansehnlich aussehen.

    Das Menü besteht aus 5 Vorspeisen zum Teilen, die ich auch – mit Ausnahme der Suppe – jeweils auf einem Teller angerichtet habe. Dann folgt ein Hauptgang, ein alkoholfreier Drink sowie zwei Desserts und Petit Fours.
    Vorspeisen und Desserts sind bereits fertig vorbereitet und müssen nur noch auf den Teller befördert werden. Lediglich die Suppe und der Hauptgang müssen erwärmt werden.


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    Die Komponenten

    Den Auftakt der vier kalten Vorspeisen, die wir alle gleichzeitig servieren, macht die Dorade, die bereits mit einem Apfel-Rettichsalat drapiert ist. Angegossen wird ein Mandelmilch-Schnittlauch-Öl. Der Fisch ist von angenehm kräftigem Geschmack, der durch die Marinade und den Salat frische Akzente erhält und gleichzeitig durch das Öl eine wunderbare Üppigkeit. Das Mandelmilch-Schnittlauch-Öl tunken wir mit Brot bis zum letzten Tropfen auf. Zu köstlich ist das.


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    Dorade / Apfel-Rettichsalat / Litschi / Sojaponzu

    Ebenfalls von schöner Frische die Scheiben von der Jakobsmuschel mit einer Erbsencreme und Fenchel. Angegossen wird ein klarer Tomatensud.


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    Jakobsmuschel / Tomate / Erbse / Fenchel

    Etwas schwieriger gestaltet sich das Anrichten des folgenden Ganges, denn er wird so bereits in der Pappschale serviert. Durch die sehr cremige Textur lässt sich das nicht einfach so auf den Teller schieben. Also nehme ich das mal in seine Einzelteile auseinander und setze es dann wieder zusammen, was erstaunlich gut funktioniert. Dafür ist die Kombination von Entenschinken mit Hummuscreme und kräutrigem Hirtenkäse, der von der Konsistenz auch ein wenig an Hüttenkäse erinnert, abwechslungsreich und dezent würzig.


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    Entenschinken / Hummus / Hirtenkäse / Walnuss

    Sehr charmant und handwerklich ganz ausgezeichnet gemacht ist die von einem Granatapfel-Gelee ummantelte Epoissemousse auf geröstetem Roggenbrot. Der von Haus aus kräftige Käse ist markant, aber nicht zu dominant eingearbeitet. Auch das ein sehr schönes Hors d’Oeuvre.


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    Epoissemousse / Kürbiskern / Granatapfel / Roggenbrot

    Exzellent dann die Tom Kha Gai mit prägnanter Zitronengrasnote, wobei die sehr gut cremig eingebunden ist und sich nicht zu penetrant nach vorne drängt. Sehr schön macht sich die Einlage aus Buchenpilzen und auch der Crunch aus Sesam, Nori und Panko unterstützt die exotische Note ausgezeichnet. Die Schärfe ist da, aber alles andere als dominant. Eine sehr ausgewogene Suppe.


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    Zitronengras-Thaipfeffersuppe / Sesam-Nori Panko / Buchenpilze

    Für den Hauptgang sind die Perlhuhnkeule und der Senfkohl im Backofen zu erwärmen und die Polentaschnitte in der Pfanne von beiden Seiten etwas anzubraten. Das ist vom Aufwand mehr als überschaubar, wenngleich man bei der Polenta schon etwas aufpassen muss, dass man den richtigen Punkt zum Wenden erwischt, damit die akkurat geschnittene Schnitte auch akkurat bleibt.
    Obwohl ich nicht der größte Polentafan bin, macht sich hier doch Begeisterung breit, denn abgesehen von der schönen Kruste ist die Polenta mit Salbei würzig abgeschmeckt und ungewöhnlich lecker. Auch der Senfkohl, eine eher seltene Beilage, macht sich hier sehr gut. Die Perlhuhnkeule selbst löst sich problemlos vom Knochen, was für schonende Garung spricht. Dass die äußeren Teile ein wenig trocken geraten, fällt da nicht ins Gewicht.


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    Perlhuhnkeule / Senfkohl / Weiße Salbeipolenta / Langkornpfeffer-Rotweinsauce

    Aus dem Cocktailshaker von Michael Elter, seines Zeichens Barkeeper im „Bayleaf“, der Bar im Erdgeschoss des „Ox & Klee“, folgt der flüssige Übergang zu den Desserts. Als „Spicy Raspberry“ angekündigt, komponiert er aus alkoholfreiem roten Wermut, Rose Verjus, Zitronengras, Piment und Jalapeno einen würzigen Drink, der die Geschmackspapillen noch mal gut aufweckt. Dass hier der Alkohol fehlt, ist kaum zu merken. Ein toller Drink.


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    Spicy Raspberry

    Für die Desserts zeichnet Hannes Radeck verantwortlich, vom Gault Millau gerade erst zum Patissier des Jahres ausgezeichnet.

    Bei der Pistazienmousse mit Joghurt, einem Gelboden aus Jasmintee und Nashi-Birne passiert mir dann doch ein Fehler beim Anrichten. Ich habe schlichtweg die kleinen Baisers vergessen. Nicht unbedingt dramatisch, aber mich ärgert so was enorm, zumal es dieses sehr schöne und harmonische Dessert natürlich auch optisch perfektioniert hätte.


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    Pistazie / Joghurt / Nashi-Birne / Jasmintee

    Ebenso ausgewogen gestaltet sich auch der zweite Nachtisch mit einer Mousse aus Mandelmilch mit Pfirsich, etwas Crunch und Popcorn, das allerdings nicht mehr ganz knusprig ist und daher schon etwas schwächelt. Aber auch das schmälert den Genuss insgesamt nicht.


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    Mandelmilch / Pfirsich / Sanddorn / Popcorn

    Den finalen Abschluss liefern zwei Pralinen aus Aprikose-Zitronengras und Macadamianougat-Fleur de Sel. Vor allem letztere weckt in uns den Wunsch nach einer mindestens mittelgroßen Familienpackung. Sagt eigentlich alles, oder?


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    Petit Fours

    Daniel Gottschlich liefert mit diesem Take Away-Menü ein sowohl qualitativ, als auch geschmacklich überzeugendes Angebot, das den etwas höheren Preis absolut rechtfertigt und den Anspruch, den man an ein Zweisterne-Haus hat, durchaus erfüllt. Das hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und uns durchgehend ausgezeichnet gefallen. Wiederholung nicht ausgeschlossen!

    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/ox-klee-koeln-3/

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  • QWERTZ
    antwortet
    Sie haben für meine Begriffe die Küche sehr gut beschrieben, demnächst stelle ich auch meinen Bericht über unseren Club-Abend vom August ein, das Interview mit dem sympathischen Daniel Gottschlich gibt es ja bereits in unserem Podcast.

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  • merlan
    antwortet
    Wenn ich helfen kann, immer gerne!

    Jetzt müssen wir aber unbedingt dem Ox&Klee wieder Raum geben:
    "Werter Herr Gottschlich, halten Sie durch! Wir kommen sobald wie möglich!"

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Werter merlan,

    Sie haben recht, ich habe bei der Durchsicht einiger meiner Berichte ebenfalls feststellen können, dass ich dieses Synonym des Öfteren benutze... mir selbst ist dieser inflationäre Umgang mit dieser Umschreibung meiner Person gar nicht aufgefallen und ich muss sie leider dahingehend enttäuschen, dass bei mir als Freund des wohl gesetzten Wortes () mehr dahinter stecken könnte als eine bloß floskelhafte Verwendung...

    Ich leiste also hiermit Abbitte und versuche in den nächsten Berichten "meine Wenigkeit" (was in der Tat ein wenig affig klingt bzw. leicht kokettierend daherkommt) durch ein schnödes "ich" zu ersetzen ...

    Mit kulinarischem Gruß,

    "Ihre Wenigkeit" El Grande

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  • merlan
    antwortet
    Sehr schöner Bericht, werter El Grande! Das weckt Sehnsucht "noch Kölle, nom Dom, nom Veedel un nom Ox&Klee"!

    Ach, wenn wir erst einmal alle frisch geimpft sind...!

    Über eins mache ich mir bei Ihren Berichten aber doch Gedanken: Was steckt eigentlich dahinter, dass Sie sich selbst immer als "meine Wenigkeit" bezeichnen? Es durchzuckt mich stets, wenn ich so etwas höre. Der Duden meint, dies könnte "scherzhaft" gemeint oder gar Ausdruck für eine "scheinbare Bescheidenheit" sein. Also ich weiß es nicht. Als Freund des wohl gesetzten Wortes steckt bei Ihnen doch bestimmt etwas anderes als eine bloße Floskel dahinter, oder?

    Mit kulinarischem Gruß, Merlan

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Nachdem mein erstes Treffen im Rahmen des hiesigen Gourmetclubs, welchem ich im April des letzten Jahres im „Ox und Klee“ beiwohnen wollte (und auf das ich mich sehr gefreut hatte…), coronabedingt leider ausfiel und ich am Nachfolgetermin im Sommer unpässlich war, nutzten Frau Grande, ein Arbeitskollege von mir (der im Übrigen für die Fotos verantwortlich ist, welche ich in dieser Perfektion überhaupt nicht hinbekommen würde...) und meine Wenigkeit im Oktober vor dem zweiten Lockdown die Chance, um den Gutschein für das „Ox und Klee“, den Frau Grande mir zum Geburtstag im letzten Februar, als man Corona noch eher mit dem mexikanischen Bier und weniger mit dem vermaledeiten Virus aus dem fernen Osten in Verbindung brachte, geschenkt hatte, „auf den (Kalbs-) Kopf zu hauen"

    Nach einer relativ entspannten Anfahrt und einem kurzen Fußweg vom Parkplatz zum Restaurant wurden wir dort gegen 19.00 Uhr freundlich in Empfang genommen. Ca. 15 Minuten der 90-minütigen Anfahrt verbrachten wir übrigens damit, die für das Restaurant geblockten Parkplätze im wahrscheinlich längsten Parkhaus der Republik (das Ende der ellenlangen Flucht war nur zu erahnen und musste gefühlt schon fast unter der Domplatte liegen) unter den Kölner Kranhäusern zu finden

    Das Lokal im ersten Stock des mittleren Kranhauses ist puristisch-urban designt, dabei aber keineswegs ungemütlich. Die Tische waren (ob dies der Pandemie geschuldet war oder nicht kann ich als „Ersttäter“ nicht beurteilen) relativ großzügig gestellt und der unsrige bot einen perfekten Blick auf den Rheinauhafen sowie den nächtlich angestrahlten Kölner Dom. In puncto Ambiente hatte man also schon einmal ordentlich vorgelegt, jetzt musste nur noch das in den Folgestunden servierte Essen gleichziehen…

    Nach einem neckisch daherkommenden „Ox-und-Klee-Burger“ zum Selberbasteln und sechs jeweils die einzelnen Geschmackssinne animierenden Küchengrüßen, die teilweise die geschmack(ssinn)lichen Extreme relativ weit ausreizten, aber immer in einem sehr genussfreundlichen und kulinarisch nachvollziehbaren Kontext blieben, ahnte man schon in gewisser Weise, wo die (gastronomische) Reise hingehen sollte, nämlich in Gefilde mit intensiven Geschmäckern, wuchtigen Aromenkombinationen und teilweise relativ unorthodoxen Zutaten, welche das folgende „Experience Taste Menu“ dann auch teilweise durchaus ansteuerte…

    Makrele + N25 Kaviar – Rindermark / Black Bean / Kopfsalat

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    Rotbarbe – Tomate / dicke Bohne / Quitte

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    Hummer – Kalamansi / Mockturtle / Kalbskopf

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    Gebackener Aal – Lammbries / Kichererbse / N25 Kaviarsalz

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    Schweinekinn – rote Linse / Chipotle / Grapefruit

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    Perlhuhn - Jalapeno / Mais / Bonito

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    Rehrücken + Keule – Trüffel / Artischocke / Barigoule

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    Ziegenquark – Pinienkern / Veilchen / Brombeer

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    Die Befürchtungen, dass sich die Küche hinter dem grandiosen Ambiente des Restaurants verstecken müsste, erwiesen sich schon nach den ersten Kostproben als unberechtigt… hier wurde würdig „abgeliefert“ und ein gelungenes Aromenfeuerwerk nach dem nächsten gezündet! Da ich im Vorfeld in verschiedenen Publikationen und bei Bloggern gelesen hatte, dass der Küchenchef, Herr Gottschlich, aromatisch, gewürztechnisch sowie kombinatorisch ab und an ein wenig zu sehr „auf die Pauke (was er ja auf der Bühne in voller Kochmontur zusammen mit dem WDR-Sinfonie-Orchester schon tat…) hauen“ bzw. ein wenig „überpacen“ und die von ihm inszenierte (Geschmacks-) „Sinnesreise“ überstrapazieren würde, war ich leicht in Sorge, dass einige „Akkorde“ über das Ziel hinausschießen würden, aber dem war nicht so – im Gegenteil…

    Zwar waren einige Gerichte bis zum Anschlag gewürzt (die Jalapenowürze zum Perlhuhn war durchaus „spicy“ und auch die Chipotle schärfte ordentlich das Schweinekinn), aber die Schärfe wurde immer geschickt austariert durch Beigaben wie den milden Mais zum Perlhuhn oder das grandiose, nicht zu süße Grapefruitsorbet zum Schweinekinn, sodass die intensive Würzung immer gut in die Gerichte eingebunden war.

    Auch Produkte, die vielleicht nicht unbedingt jedermanns Sache sind, z.B. das eben schon erwähnte Schweinekinn, das Rindermark zur Makrele oder das sehr intensive Lammbries zum Aal waren gekonnt in die einzelnen Kreationen integriert und eine willkommene Abwechslung zur oftmals eher eintönigen und sich (im Gegensatz zur Nose-to-tail-Philosophie) nichts (zu)trauenden „Filetküche“, in der nur die vermeintlich besten bzw. die angeblichen Paradestücke des Tieres serviert werden und die somit schnell ins Austauschbare und Nichtssagende abgleitet…

    Auf der anderen Seite spielte Herr Gottschlich aber auch gekonnt auf der „klassischen Klaviatur“ und punktete mit süffigen Wohlfühlgerichten wie dem Rehrücken in einer herrlich dichten Trüffeljus nebst einem ungemein schmackhaften Keulenkompott unter einem schlotzigen Kartoffelpüree. Auch das nicht zu süße Ziegenquark-Dessert und die Petit Fours, welche wieder von süß über umami bis salzig alle Geschmackssinne herausforderten und somit die „Sinnesreise“ perfekt abschlossen, gelangen hervorragend, sodass es mich nicht weiter wundert, dass der für diese Kreationen verantwortlich zeichnende Hannes Radeck im neuen Gault Millau zum Patissier des Jahres auserkoren wurde!

    Wenn ich die Küchenleistung im „Ox und Klee“ (2 Sterne, 17 Punkte) mit jener in der ähnlich bewerteten „Grünen Laterne“ (2 Sterne, 17,5 Punkte) in Staphorst/Niederlande vergleichen würde, die ich einen Monat vorher besucht habe, so würde ich als Resümee ziehen, dass ich in „De Groene Lantaarn“ insgesamt die Fisch- und Meeresfrüchteküche ein wenig ausgefeilter und stärker fand, im „Ox und Klee“ mir wiederum die Fleischgerichte sowie auch das Dessert als runder und gelungener in Erinnerung geblieben sind, sodass ich im Direktvergleich (auch wenn die beiden Küchenphilosophien vom Ansatz her doch recht schwer zu vergleichen sind) das „Ox und Klee“ von der Küchenperformance her einen Hauch vorne sehen würde und an diesem Abend – anspielend auf die Gault-Millau-Bewertungsskala – durchaus in die 18-Punkte-Liga eingeordnet hätte!

    Aufgrund meiner großen Zufriedenheit (Frau Grande und mein Kollege waren ebenfalls sehr angetan von dem Gebotenen), die – so hoffe ich – auch aus diesen Zeilen spricht, empfand ich das Preis-Leistungs-Verhältnis, selbst wenn sowohl das Menü mit 185 Euro, als auch die Weinbegleitung mit 90 Euro pro Person recht selbstbewusst kalkuliert waren, mehr als angemessen (wahrscheinlich müsste man hier fast noch höhere Preise nehmen, denn die Pacht für ein Lokal im mittleren Kranhaus wird kein Schnäppchen sein, nehme ich mal an…).

    Der Service war ebenfalls sehr zugewandt und auch Chef Gottschlich war sich nicht zu schade, einige der Gänge selbst aufzutragen! Nach dem Essen durften wir uns noch bei so einigen „Stangen“ Kölsch (die netterweise aufs Haus gingen…) mit ihm und seiner Mannschaft in der Küche über Konzept, Küche, Corona etc. austauschen, wobei mir zwei Dinge besonders in Erinnerung geblieben sind: Einerseits die Begeisterung, mit der man hier am Werk ist, andererseits die Angst vor dem zweiten Lockdown (der dann ja leider wenige Wochen später Wirklichkeit wurde) und der damit verbundenen Unsicherheit, wie es mit der Spitzengastronomie (und insbesondere natürlich mit dem eigenen Lokal) in diesen unseligen Zeiten weitergeht

    Ich drücke dem gesamten Team die Daumen, dass es an Ort und Stelle demnächst erfolgreich an die alten (Vor-Corona-) Zeiten anknüpfen und dann wieder mit dem selben Herzblut zu Werke gehen kann wie vor der coronabedingten Zwangspause! Wenn ja, wäre ich der erste, der wieder an einem Tisch im Kranhaus platznimmt, den Dom im Blick und vor sich einen Teller mit Schweinekinn und Grapefruit
    Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 05.01.2021, 23:25.

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  • merlan
    antwortet
    So eine Überraschung! Aber was heißt hier „eine“ Überraschung? Es war ein Abend voller Überraschungen, die uns im Ox & Klee geboten wurden. Das fängt schon mit der Location in einem der drei Kölner „Kranhäuser“ an, die einen wunderbaren Blick auf den Zollhafen am Rhein ermöglichen. Und so werden die Gäste auch nach Möglichkeit mit Blick aus den Fenstern platziert, also abgewandt vom Restaurant, so dass man sich ungestört auf das Wesentliche konzentrieren kann.

    Für das Wesentliche hat sich Daniel Gottschlich etwas Besonderes ausgedacht, nämlich die Abkehr von der gängigen Restaurant-Dramaturgie mit kleinen Snacks, Amuse gueule, schriftlich fixiertem Menü und Pralinés zum Kaffee. Man hat im Ox & Klee lediglich die Wahl, wie viel Gänge man gerne essen möchte (5-8 Gänge, wobei auf Unverträglichkeiten und Abneigungen selbstverständlich Rücksicht genommen wird), und dann geht es dahin.

    Die nächste Überraschung sind die gleichzeitig servierten sechs Einstimmungen, hier „Experience Taste“ genannt, die tatsächlich alle Geschmackssinne wecken, nämlich Sauer, Süß, Umami, Bitter, Salz und dazu noch Fett. Diese werden in Form von perfekt ausgearbeiteten Petitessen angesprochen, die einen in der Tat hervorragend auf die Geschmacksvielfalt des kommenden Menüs einstimmen. Pfiffig!

    Aber auch innerhalb des Menüs reißen die Überraschungen nicht ab: In unserem 5-Gang-Menü werden noch drei Kleinigkeiten eingeschoben, die auf sehr angenehme Weise die Zeit bis zum nächsten Gang überbrücken sollen. So serviert Gottschlich sein „Maggi-Ei“ (Liebstöckel im Eischaum), seine Interpretation vom „Halven Hahn“ und schließlich eine Sesamkugel, die auf das Dessert einstimmen soll. Wunderbar!

    Sagte man früher gerne „Käse schließt den Magen“, so greift Gottschlich auch am Ende des Menüs die fünf Geschmackssinne nebst Fett wieder auf und interpretiert sie in sechs kleinen Halbkugeln, die wiederum alle sensorischen Wahrnehmungen ansprechen und damit abrunden sollen. Und das funktioniert prächtig!

    Unser Menü:

    Sauer
    Kopsalat / Kiwi
    Süß
    Litschi / grüner Curry
    Umami
    Risotto / Trüffel / Traube
    Bitter
    Blaubeerschwarztee / Zitronenmelisse
    Fett
    Banagnocchi / Tomate
    Salz
    Zwiebel BBQ / gebeiztes Eigelb

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Dorade
    Stachelbeere / Mandelmilchponzu / Shiso

    Lachsforelle
    Kirschblüten-Verjus / Zwiebel / Haselnuss

    Hahnenkamm
    Bohne / Mispel / Bonito

    Hirsch
    Sichuan / Wilder Brokkoli / Brombeere

    Steinpilz
    Gianduja / Aprikose / Earl Grey


    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Sauer
    Valrhona Passion / Senf
    Süß
    Kartoffel / Mandel
    Umami
    Aprikose / Massaman
    Bitter
    Kaffee / Kürbiskern
    Salz
    Sonnenblumenkern
    Fett
    Avocado / Rose

    Wir haben dieses Menü nebst Einstimmungen und Ausklängen als höchst kreativ und harmonisch empfunden. Daniel Gottschlich realisiert seine Ideen sehr konzentriert auf den Geschmacksreiz, ohne aber zu provozieren. Er verzichtet weitgehend auf überflüssige Dekorationselemente und richtet dennoch gekonnt fein an. Diese Küche ist deutlich entfernt von jeglicher klassischen Attitude, sie ist eigenständig und dennoch gradlinig, ohne in einen Minimalismus zu verfallen, der lediglich ein Produkt in den Vordergrund stellen willen. Man ist geneigt, das alte Dollase-Wort vom „gelungenen Akkord“ zu bemühen, um das jeweilige Gesamterlebnis zu würdigen.

    Wurde gelegentlich berichtet, dass die gewagten Kreationen auch schon einmal nicht so ganz aufgehen oder die Küche dazu neigt, zu „überpacen“, so können wir dies nach unserem Abend im Ox & Klee nicht bestätigen. Hier war alles rund, höchst spannend und äußerst wohlschmeckend.

    Zu diesem positiven Gesamteindruck hat unbedingt auch der sympathisch-lockere Service beigetragen, dem man die Begeisterung für die Küche anmerkt, die sie im Restaurant präsentieren können; mal mit mehr, mal mit weniger Worten – ganz so, wie es der Gast wünscht. So schafft man Wohlfühl-Atmosphäre!

    Fazit:
    Köln hat mit dem Ox & Klee ein Spitzenrestaurant, in dem eine eigenständige, kreative Küche geboten wird, die immer für eine Überraschung gut ist. Wer sich darauf einlässt, darf einen höchst vergnüglichen kulinarischen Abend auf uneingeschränktem **-Niveau erwarten.

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