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Nagaya*, Düsseldorf

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  • Tilla
    antwortet
    Danke für die schnelle Rückmeldung. Im Nagaya war ich noch nie, im Yoshi by Nagaya hingegen bereits zweimal zur Mittagszeit, aber da habe ich mich zuletzt nicht »getraut« es zu bestellen (wobei das Menü auch nicht schlecht war). Der Hauptunterschied laut Beschreibung scheint das zusätzlich Sushi hier zu sein und das bei einem Preisunterschied von 58 zu 45 Euro.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Meine Eltern haben die mal probiert und waren sehr zufrieden, aber da sie noch nicht abends im Nagaya waren, kann ich keine Vergleich bieten.

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  • Tilla
    antwortet
    Ich interessiere mich schon seit Jahren für das Bentō »aus den Hauptbestandteilen unser japanische Küche: SUSHI,SASHIMI, Fisch und Fleischgericht mit diverse (eingelegte und gekochte) Beilagen« von der Mittagskarte. Gibt es dazu Erfahrungsberichte (auch im Vergleich zum Yoshi by Nagaya)?

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  • QWERTZ
    antwortet
    Lieber El Grande, danke für den Bericht. Wenn Ihnen die Gimmicks nicht so zugesagt haben und sie sowieso vielleicht die traditionallere Umsetzung der japanischen Küche erleben wollen, dann würde ich das Yoshi empfehlen. Bei Sashimi und Sushi ist qualitativ kein Unterschied für mich erkennbar und bei den Gerichten ist er so minimal, dass der Preisvorteil des Yoshi für mich persönlich den Ausschalg gegen würde.

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Um gepflegt in die wohlverdienten Sommerferien zu starten, begaben sich ein Lehrerkollege, Frau Grande und ich uns am 13.07., dem ersten Feriensamstag, nach Düsseldorf, um dort dem ehrenwerten Herrn „Nagaya“ unsere Aufwartung zu machen. Aufgrund vieler doch sehr positiver Berichte in diesem Forum und auch seitens der „Sternefresser“ sowie der Tatsache, dass japanische Hochküche in meiner Heimatstadt Hamm sowie in der näheren Umgebung praktisch nicht aufzufinden ist (was leider für alle anderen Hochküchen in ähnlicher Weise gilt ), gab es für uns eigentlich nur die Option, das „Nagaya“ anzusteuern, welches aber mit dem öffentlichen Nahverkehr von Hamm aus in weniger als 90 Minuten zu erreichen ist. Wir hatten uns im Vorfeld auf einen mittäglichen Besuch verständigt, da das Lunchmenü für wohlfeile 75 Euro (im Gegensatz zu den abendlich zu zahlenden 169 Euro für das große Degustationsmenü) ein relativ günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis erwarten ließ.

    Nach einem säuerlich-fruchtigen Sparkling Juicy Tea von „van Nahmen“ und einem sehr gelungenen Amuse (eine mit Paprika ummantelte Garnelenfarce, kombiniert mit einem unglaublich intensiv schmeckenden Tintenfischpulver) nahm unser Lunch folgenden Verlauf:

    Thunfischtatar – Schafskäse – Schnittlauch – Pfefferjus

    Seeigeltempura mit Norialge und grünem Spargel – Daikonrettich – Umeboshisauce

    Rotbarsch – Norialgenchip – Buchweizen-Vinaigrette

    Sushivariation

    Kalbsfilet aus den Pyrenäen – Zuckerschoten - grüner Spargel – Kartoffel-Spinat-Chips – Erbsenpüree – Wasabi-Butter-Sauce

    Kokos-Panacotta – Himbeeren – Zuckerwatte – Rhabarber-Erdbeer-Sauce

    Insgesamt wurde hier eine starke Gesamtvorstellung abgeliefert! Ich weiß natürlich nicht, ob hier beim großen Omakase-Menü am Abend qualitativ und kreativ noch „eine Schippe draufgelegt wird“, aber was uns hier von Nagaya-san an japanischer Hochküche mit kongenialen Einsprengseln aus der europäischen Küchentradition präsentiert wurde, war kompositorisch ausgefeilt und durchgehend auf einem hohen Anspruchsniveau. Großartig abgeschmeckt waren vor allem die Saucen: Genial z.B. kam in Bezug auf die erste Vorspeise die feinsäuerlich abgeschmeckte Pfefferjus zum Thunfischtatar daher, und auch die Buchweizen-Vinaigrette mit ihrem feinen Säurespiel zum Rotbarsch wusste zu gefallen. Es folgten eine fein ausbalancierte Sojasauce zur Sushivariation und – für mich die größte Überraschung als nicht allzu großer Wasabi-Verehrer – eine relativ milde Wasabi-Butter-Sauce zum Kalb, in der die Schärfe des frischen Wasabis durch die Butter soweit abgemildert wurde, dass sie den Eigengeschmack des Fleisches nicht überdeckte und so zu einem kongenialen Begleiter wurde. Hinzu kommt, dass die Produktqualitäten sowohl beim Fisch (insbesondere bezüglich der Sushivariationen) als auch beim Fleisch über jeden Zweifel erhaben waren, was man hier aber auch nicht anders erwartet hatte…

    Erstaunlicherweise gab es aber sowohl im Service- als auch im kulinarischen Bereich kleine Irritationen, die ich in dieser Form hier nicht erwartet hatte:

    So erinnerte die gesamte Service-Crew mit ihren schwarzen Anzügen und ihren Head-Sets, die wohl ein lautloses Interagieren mit der Küche ermöglichen sollten, an die „Men-in-Black-Agenten“ aus den gleichnamigen Filmen bzw. an Platzanweiser bei einer hochrangigen Veranstaltung, was ich in diesem Rahmen dann doch ein wenig befremdlich fand; hinzu kam, dass der uns teilweise bedienende japanische Kellner der deutschen Sprache nur sehr rudimentär mächtig war, was die Kommunikation manchmal ein wenig erschwerte, wobei man aber sagen muss, dass er, dies gilt aber auch für die restliche Servicemannschaft, ausgesprochen nett und freundlich agierte.

    In Bezug auf die Kulinarik gab es zwei „Gimmicks“, die ich hinsichtlich der ansonsten doch recht puristisch ausgerichteten Küchenlinie ein wenig unpassend bzw. befremdlich fand: So wurde das Sushi auf waberndem Trockeneis serviert, was in traditionellen japanischen Sushilokalen wahrscheinlich eher weniger zum Standardrepertoire gehört und die Qualität des Dargebotenen wohl auch nicht im Geringsten erhöht. Ein weiteres (für mich ebenfalls eher unnötiges) Showelement wurde beim Dessert geboten: Ein Berg aus Zuckerwatte wurde mit einer Rhabarber-Erdbeer-Sauce übergossen, um daraufhin in sich zusammenzufallen und (kaum noch existent) den Blick auf das Kokos-Panacotta tief unten im Teller freizugeben. So bot die in sich zusammenfallende Zuckerwatte wenn überhaupt einen Unterhaltungs-, leider aber keinen geschmacklich sinnvollen Mehrwert…

    Trotz dieser kleinen Kritikpunkte muss aber festgehalten werden, dass man hier mittags für 75 Euro ein hervorragend durchkomponiertes Menü serviert bekommt, welches kompositorisch und qualitativ rundum überzeugt und klar sternewürdig ist. Das macht Appetit auf mehr (was jetzt keine Anspielung auf die insgesamt doch recht kleinen Portionsgrößen sein soll ) und lässt einen schon jetzt überlegen, wann es denn das nächste Mal ins „Nagaya“ (dann vielleicht ja auch mal am Abend) oder ins Schwesterlokal „Yoshi“ gleich um die Ecke gehen wird…
    Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 15.07.2019, 23:03.

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  • wombard
    antwortet
    Wir waren Anfangs April im Nagaya und ebenfalls sehr angetan.

    Unsere Highlights waren schon die Einstimmungen, wie z.B. in Wagyu Rind eingewickeltes Wachteleigelb mit Trüffel sowie die Schwertmuschel mit Sansho Butter.

    Ebenfalls das Seeteufel sautè mit dicken Bohnen und einer Seetangcreme. Im Ggegensatz zu Qwertz gehörten zu unseren Favoriten an diesem Abend die Sashimi mit ihren Zutaten.

    Rundum war es ein gelungener , wenn auch nicht preiswerter Abend, der sicherlich eine Wiederholung wert ist.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Ja, beide Restaurants sind empfehlenswert. Wenn man eher typischer japansich möchte, ist das YOSHI besser, wenn man sich eher für die Verbindung zur europäischen Küche interessiert, würde ich das Nagaya bevorzugen. Dort ist das Menü einfach größer und es sind mehr hochwertige Produkte verwendet, so dass der Preisaufschlag in Ordnung geht.

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  • Tobler
    antwortet
    Der Hinweis auf das qualitativ offenbar kaum schlechtere "YOSHI by Nagaya" ist wertvoll hinsichtlich der Überlegung, wo es in Düsseldorf tatsächlich hingehen soll. Vielen Dank dafür, lieber QWERTZ, und natürlich auch für den aufschlussreichen Bericht!

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  • QWERTZ
    antwortet
    Vor unserem Clubabend im Haus Stemberg haben wir in kleinerer Runde einen Abstecher ins Nagaya nach Düsseldorf gemacht. Kurz vor Weihnachten war ich ja im Yoshi. Dass sich Sushi und Sashimi in beiden Restaurants nicht wesentlich unterscheiden, war zu vermuten, aber wo liegen sonst die Unterschiede, außer beim Preis und in der Anzahl der Gänge?

    Das Menü beginnt mit einer umfassenden Degustation verschiedener Kleinigkeiten:

    フォアグラと赤ビーツ·鮪のタルタル·蕎麦米チップと和牛のブレサオラ·和牛の鶉玉·キングクラブのカネロ ニ·マテ貝の香草バター焼 ***
    Gänsestopfleberterrine-Rolle, Thunfisch Tatar und Caviar
    Schwertmuschel mit SANSHO-Butter
    Buchweizen-Chip mit WAGYU-Bresaola
    Weich gekochter Oktopus TEMPURA und Tapioka-Chip
    n WAGYU-Rind eingewickeltes Wachteleigelb mit Trüffel
    Canneloni gefüllt mit Königskrabbe


    Diese Einstimmungen sind allesamt puristisch und fein. Der Eigengeschmack der Produkte kommt bestens zur Geltung.
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    アルゼンチン産赤海老の生揚げと焼き帆立の黄身酢エスプーマ ***
    Gebratene rote Garnele und gegrillte Jakobsmuschel
    KIMIZU-Essig und NORI- Algen


    Auf einem fragilen Chip liegt ein kleines Stückchen Garnele (für jeden eines), deren Geschmack gut zur Geltung kommt. In einer Schale unter einem Chip mit leicht bitterem, grünen Algenpulver sind Stücke der Muschel, die mit der sehr fluffigen, leicht vom Essig geprägten Schaum geschmacklich aufgewertet wird.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190315 Nagaya6.jpg Ansichten: 3 Größe: 72,4 KB ID: 63228Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190315 Nagaya7.jpg Ansichten: 3 Größe: 79,9 KB ID: 63229

    カナダ産ブラックアンガス牛フィレ鉄板焼き ***
    TEPPANYAKI vom kanadischen Black Angus Filet

    Das Fleisch wird von einigen Gemüsen begleitet und ist in den Gesamtgeschmack eher integriert, als das es heraussticht.

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    お造り盛り合わせ
    SASHIMI-Variation

    Sind für mich eher enttäuschend, denn die sicherlich sehr guten Fischstückchen werden mir von zu vielen Aromen begleitet. Auf jedem der vier Stückchen sind weitere Elemente platziert, zudem sind in den schalen Saucen auf Zitrus- oder Sojasaucenbasis. Das passt zwar geschmacklich, aber ich hätte es bevorzugt, wenn ich die Intensität selbst hätte bestimmen können, d.h. die Sashimis nicht in den Schälchen serviert würden. Am besten gefällt mit noch die Holzmakrele, sie ist vom Fettgehalt noch eine Stufe intensiver als die anderen Fische und kann den Begleitaromen daher einen ihren Eigengeschmack entgegenhalten.

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    タラバ蟹 +42€
    Norwegische Königskrabbe
    Norwegian king crab

    Als aufpreispflichtigen Gang wählen wir die norwegische Königskrabbe, die gegrillt serviert wird. Das Fleisch ist noch sehr weich, hätte für meinen Geschmack eine Spur weiter gegart werden können, andererseits hat es die Raucharomen schon deutlich angenommen, so dass der Eigengeschmack nicht unbedingt dominiert. Die minimalen, begleitenden weiteren Aromen sind nicht der Rede wert. Der Gang ist hinter meiner Erwartung zurückgeblieben, da das Krabbenfleisch seine Qualität nicht perfekt gezeigt hat.
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    SUSHI
    Vier Empfehlungen von Yoshizumi Nagaya
    Sind erster Qualität und schmecken perfekt.
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    バスク産仔牛のロースのソテー ***
    Sauté vom baskischen Kalbsrücken, Bohnenpüree und Blumenkohl
    Auch hier ist das Fleisch mit den begleitenden Aromen, die frisch und kräutrig schmecken, auf gleicher Höhe. Da jedoch das Kalb nicht unbedingt die alleinige Aufmerksamkeit erfordert, passt das hier viel besser als beim Sashimi oder der Königskrabbe und so ist der Hauptgang für meinen Geschmack gut gelungen, harmonisch und eher leicht in der Intensität.

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    ホワイトチョコレートムースと柚子クリーム
    Weiße Schokoladenmousse und Yuzu-Creme

    Schmeckt stimmig und erfrischend
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20190315 Nagaya17.jpg Ansichten: 3 Größe: 74,3 KB ID: 63239

    Kirschblüten MOCHI-Reis Espuma

    Mit dem kandierten Shisoblatt und dem wohlig-fülligen Reisschaum schmeckt das Gericht ein wenig wie extrem leichter Milchreis und ist sehr angenehm.
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    Süßes Finale ***
    Folgt und ist ebenfalls sehr gelungen.

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    Die gängige Beschreibung, dass das Nagaya europäische und japanische Küche miteinander verbindet, trifft zu. In einigen Gängen gelingt die Verbindung ganz hervorragend. Das gilt vor allem, wenn es um Aromenkombinationen geht. Warum man sich aber nicht in einigen Gängen stärker auf die Wirkung des puren Produktgeschmacks verlässt, diesen stärker herausstellt, verstehe ich nicht ganz. Da ich keinen Qualitätsunterschied bei den verwendeten Fischen und Meeresfrüchten zum Yoshi erkennen konnten, würde ich persönlich den traditionelleren japanischen Stil des Yoshi dem etwas aufgeweichten Purismus des Nagaya vorziehen. Objektiv betrachtet verfolgen beide Restaurants eine etwas andere stilistische Ausrichtung, sind qualitativ aber auf gleicher Höhe, erst recht, wenn man den günstigeren Preis im Yoshi berücksichtigt. Trotzdem war das ein sehr angenehmer und gelungener Abend im Nagaya.
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 24.04.2019, 20:45.

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  • Flipsi
    antwortet
    Oh, hab mich vertan. hab nur die adresse gesehen...die straße ist ja recht lang und mündet in einer Ecke mit recht vielen Asiaten..

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Eine Warteschlange vor dem "Nagaya"?? Würde mich wundern, der Laden ist ja nun nicht gerade für sein "Sushi-to-go" bekannt...

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  • Flipsi
    antwortet
    Schöner Bericht
    Ich bin recht oft in Düsseldorf und bin da auch sehr oft dran vorbei gelaufen. Wird wohl mal Zeit, dass ich auch rein gehe
    Man sollte erwähnen, dass dort fast immer(!) eine Schlange vor dem Laden steht.

    Grü0e

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  • thomashaj
    hat ein Thema erstellt Nagaya*, Düsseldorf.

    Nagaya*, Düsseldorf

    Für manchen Kölner ist die Fahrt nach Düsseldorf nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Zu groß mögen die gefühlten oder tatsächlichen Unterschiede in der Mentalität beider Städte sein. Hier die bodenständige, von Dom, dem Rhein und sich selbst begeisterte Metropole mit großem Herz und ebensolcher Klappe und dort die Landeshauptstadt mit Kö, Luxusmarken, in der gefühlt die Dichte an SUV's, die von gelangweilten Zahnarztgattinnen gefahren werden, höher ist als anderswo. Es lebe das Klischee.

    Als Norddeutscher, der berufsbedingt teilweise in Köln lebt, geht mir irgendwelcher rheinischer Lokalpatriotismus ab. Dennoch gebe ich zu, dass auch ich bisher nur selten den Weg in die „verbotene“ Stadt gefunden habe. Aus kulinarischer Sicht ist das mehr als bedenklich, denn alleine in 2016 haben drei Restaurants in Düsseldorf neu einen Michelin-Stern verliehen bekommen. Ganz oben auf meiner Liste stand aber schon lange einer der lang gedienten Platzhirschen: das Nagaya, ebenfalls besternt und von vielen als bestes japanisches Restaurant Deutschlands beschrieben.

    Hoch gelobt wird zudem das Mittagsmenü, in dem Yoshizumi Nagaya für 72 Euro ein 6 Gang-Menü anbietet, das drei Vorspeisen, Sushi, Hauptgang und Dessert enthält und damit einen guten Einstieg in die japanisch-europäische Kreativküche des Nagaya bietet. Und das soll es auch für uns sein an diesem sonnigen Samstag, als wir das schlicht, aber elegant eingerichtete, längliche Restaurant betreten und sehr freundlich vom Service und der Crew aus der offenen Küche begrüßt werden.

    Bei einem Glas Champagner von Marc Hébrart, einem relativ kleinen und unbekannteren Haus aus Aÿ, der uns gut gefällt, studieren wir die etwas hochpreisige Weinkarte (was uns nicht wirklich überrascht, denn schließlich sind wir in Düsseldorf – Klischee und so, s.o. …) und entscheiden uns für einen 2015 Riesling Kirchspiel vom Weingut Groebe aus Westhofen. Das Große Gewächs aus der bekannten Lage gewinnt im Glas an Fülle und Kraft und bringt uns gut durchs Menü.

    Das startet mit einem Amuse, das ich leider nur halb verstanden habe. Ich bin mir aber relativ sicher, dass es sich um ein Stück Makrele gehandelt haben könnte, mit Buchweizen, einem fruchtigen Sud und Tapiokachip. Das ist sehr schön anzuschauen und ein frischer, süffiger Appetitmacher.


    Amuse Bouche: Makrele (?), Buchweizen, Tapiokachip

    Die erste Vorspeise trägt den Namen „Suzuki“ und unter Radieschenscheiben befinden sich roh marinierte Scheiben von japanischem Wolfsbarsch, an der Seite Kombualgen und Pflaumensamen. Am Tisch wird noch eine Yuzu-Vinaigrette angegossen. Dies hat ein wenig den Charakter einer Ceviche, bei der die hervorragende Qualität des Fisches natürlich im Vordergrund steht und mit den Samen und Algen jeweils spannende Kombinationen erlaubt. Ein sehr geschmacksintensiver, aber sehr leichter Einstieg ins Menü.


    „Suzuki“ Japanischer Wolfsbarsch, Kombualgen, Pflaumensamen, Yuzu-Vinaigrette

    Es geht weiter mit rohem Fisch und zwar Sashimi von der Jakobsmuschel mit Lauch und einem Yuzu-Miso-Sud. Nicht annonciert der Taschenkrebs, der sich ebenfalls in dem feinen Arrangement befindet und eine dezente süße Note beisteuert. Die Produktqualität ist erneut, wie kaum anders zu erwarten war, ausgezeichnet und die Aromen sehr fein austariert.


    Sashimi von Jakobsmuschel, japanischer Lauch, Yuzu-Miso-Sud

    Der nächste Gang kommt sehr puristisch, aber optisch beeindruckend. Ein wundervolles Stück erstklassigen Seeteufels, in Öl butterweich gegart und leicht abgeflämmt, ist nur begleitet von knackigen und nahezu rohen Kohlrabispaghetti und einer aromatisch dichten Pflaumensauce. Das schmeckt sehr rund und köstlich.


    Seeteufel, in Öl gegart, Kohlrabispaghetti und Pflaumensauce

    Zur folgenden Sushiauswahl empfiehlt uns der Sommelier ein Glas Sake. Da es sich scheinbar um einen ganz besonderen handelt, den es nur im Nagaya gibt, ist das Glas mit 28 Euro auch entsprechend teuer. Zum Vergleich ordere ich eine günstigere Variante für 10 Euro, der qualitativ auch sehr gut ist, aber tatsächlich nicht mit dem Prestigesake mithalten kann. Zum Sushi sind beide indes eine gute Wahl.

    Die vier Sorten sind erneut von fabelhafter Qualität. Schottischer Lachs, Dorade, Bauch vom Thunfisch und Gelbflossenmakrele werden klassisch mit eingelegtem Ingwer und Wasabi serviert. Die Sojasauce, wird uns erklärt, wird im Haus noch weiter verfeinert und schmeckt tatsächlich dichter und weniger salzig als herkömmliche zu kaufende. Von den Fischsorten begeistert mich vor allem der Thunfisch, der eine nahezu fette, cremige Textur hat.


    Sushi (Schottischer Lachs, Dorade, Thunfischbauch, Gelbflossenmakrele)

    Der Hauptgang vereint ein perfekt zartes, mutmaßlich sous-vide gegartes Stück Filet vom baskischen Kalb mit einem Arrangement aus Spargel, im Tempura-Teig ausgebacken, und Mais. Dazu gibt es eine dichte Wasabi-Buttersauce, die auf gekonnte Art japanische und europäische Aromen zusammenbringt.


    Filet vom baskischen Kalb, Spargeltempura, Wasabi-Buttersauce

    Das Dessert wird nur schlicht als Schokoladenmousse mit Erdbeersorbet und Matcha angekündigt. Tatsächlich ist es eine augenzwinkernde Variation des guten alten Kindergeburtstags-Klassikers „Kalter Hund“. Die Schokomasse zwischen den Teigschichten ist ohnehin zu kompakt, um noch als Mousse durchzugehen, schmeckt aber deutlich besser als die Kuvertürenklumpen aus Kindertagen. Das Sorbet ist der Erdbeere nachgeformt und gemeinsam mit den Matchabröseln und den frischen Erdbeeren nimmt das dem Schoko-Keks-Gebilde einiges von der vermeintlichen Schwere. In jedem Fall ist dies ein erneut optisch sehr gefälliger Gang und schöner Abschluss.


    Schokoladenmousse, Erdbeersorbet, Matcha

    Yoshizumi Nagayas Küche hat uns sehr gefallen. Seine Gerichte bestechen durch eine sehr präzise Ästhetik, hervorragende Produktqualität und eine Leichtigkeit, die sich durch das gesamte Menü zieht. Stilistisch sind wir eigentlich sehr häufig in europäischer Nähe, aber durch einige sehr gezielt eingesetzte Zutaten in jedem Gang wird immer der japanische Kontext hergestellt.

    Auch wenn sich das große Omakase-Menü am Abend mutmaßlich noch ausgefeilter und anspruchsvoller (dann aber auch entsprechend teurer) präsentieren mag, war dieser Lunch für uns ein perfekter Einstieg in die Aromenwelt des Nagaya. Am Rande sei nur erwähnt, dass es mit dem Yoshi by Nagaya nur wenige Schritte entfernt vom Haupthaus mittlerweile eine Dependance gibt, die sich in etwas informellerem Ambiente der Kaiseki-Küche widmet und damit noch stärker am traditionellen japanischen Stil ausgerichtet ist. Ein weiterer Grund also, sich doch öfter auf den Weg nach Düsseldorf zu machen.

    Bericht wie immer auch auf meinem Blog unter http://tischnotizen.de/nagaya-duesseldorf/
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 17.06.2017, 11:17.
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