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Zur Post - * / 17GM - Odenthal

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  • #16
    Einleitung
    Vorkurzem in der Gegend von Odenthal unterwegs statteten wir dem Restaurant Zur Post nach längerer Zeit einen erneuten Besuch ab. Ambiente und Service sind immer noch gemütlich und unkompliziert. Bei der Beschreibung der einzelnen Gerichte habe ich mich diesmal an einer stichwortartigen Darstellung und Bewertung mit *+/- versucht.

    Das Menü
    Nach zwei Knabbereien zum Aperitif und einem dreiteiligen Gruß aus der Küche, begann das eigentliche Menü:

    Gebratene Wachtelbrust mit Pilzsalat und Wachtelei (*+)
    wunderbar zartes Fleisch; knackige, würzig abgeschmeckte Pilze; das als Spiegelei gebratene Wachtelei verbindet alles durch das cremige Eigelb

    Gegrillte Makrele mit einer Buttersauce (Gruß) (*)
    würziger Fisch mit feinen Grillaromen, dazu eine leckere Sauce und ein leichter Schaum

    Filet vom Steinbutt auf Mangolimetten-Chutney (*-)
    Fisch geschmacklich gut, leider vom Garpunkt nicht ganz perfekt; das Chutney gab dem ganzen Gericht eine süß-säuerliche Note, die sehr gut zum Fisch passte; Mozzarellakrapfen außen knusprig, innen sehr fein und cremig

    Granitée von der Kalamansi-Zitrone (Gruß) (*)
    sehr säuerlich und damit wunderbar erfrischend; handwerlich perfektes Granitée

    Filet und Bäcken vom Kalb mit Waldpilzconfit und Zwiebeln (*+)
    Filet perfekt gegart, das Bäckchen zerfiel auf der Zunge; das Waldpilzconfit war sehr herzhaft abgeschmeckt und in ein Gelee eingerollt; dazu eine intensive Sauce und eine Zwiebel in zwei Varianten

    Pochierter weißer Pfirsich mit Himbeersorbet und Mandelparfait (**)
    der Pfirsich weich, aber trotzdem noch mit Biss, war mit einer Zabaione gratiniert und wurde á part gereicht; auf dem Hauptteller hervorragendes Eis und Parfait, das zusammen mit einer Nougatcreme und einer kleinen Crème brûlée gereicht wurde; á part noch ein spherischer Pfirsich, der mit Molekulartechniken hergestellt wurde; ingesamt eine wunderbare Kombination von Texturen, Temperaturen, Säure und Süße, nur der Molekularpfirsich subjektiv unnötig

    Preisgestaltung

    Das 4-Gang Menü ist mit 69€ sehr attraktiv bepreist. Der Hausaperitif kostet 8.50€, die Flasche Mineralwasser 7.50€ und die Weinbegleitung 27€.

    Fazit
    Die Gebrüder Wilbrand kochen noch immer eine sehr gute Küche in angenehmer Atmosphäre, wobei auch bei diesem Besuch die Leistungen der Pâtisserie besonders hervorstachen. Das Dessert hatte dabei durchaus **-Qualität. Besonders loben muss man zudem auch die attraktive Preisgestaltung. Wir können das Restaurant Zur Post als nur empfehlen.

    Kommentar


    • #17
      Die Post in Odenthal ist für uns (meine Frau und mich) ein wunderbares Sternerestaurant im "Bergischen Land". Man kann es gut mit dem Auto aber auch öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

      Wenn sich die Karte ändert, bekommen wir meist eine Mail vom Haus gesendet.
      Das Fasten-Menü gefiel uns gleich – schon beim Lesen.
      Also in den Bus und hin.

      Schon die Begrüßung war wieder herzlich, denn Herr Naujocks war im Service.
      Einen alkoholfreier Campari und ein Glas Sekt von Grans-Fassian bestellten wir zuerst. Das Brot mit Butter folgte gleich.

      Der Gruß aus der Küche war eine Freude: Spargelstücke auf einem Gemüsebett, Eis, Minz-Erbsen-Püree, grünes Süppchen mit Scampo.
      Der erste Gang war ein Carpaccio aus schottischem Wildlachs, ein Wildkräutersalat mit Zitronenmarinade, Forellenkaviar, Creme fraiche.
      Ein Kallfelz Moselriesling trocken passte gut mit seiner Frucht und Säure dazu.
      Ein weiter Gruß aus der Küche fand unseren ungeteilten Zuspruch: eine Jakobsmuschel mit Albatrüffel dekoriert auf einem Spinatbett mit kräftigem Dressing gewürzt. Dazu ein Glas Weißburgunder von Grans-Fassian. Der Wein überzeugt durch eine große Konzentration, Harmonie von Würze und Fülle mit langem Nachhall.
      Der zweite Gang hatte als Mittelpunkt ein gedünstetes Seezungenfilet mit Gemüsejus, Ofenrüben und Passpierre (dieser „Meeresspargel“ erfreute uns besonders). Auch hierzu gab es den Weißburgunder.
      Der Hauptgang hieß Christophers Fischteller und bestand aus Zanderfilet, Garnele, Steinbutt, Knurrhahn und Skrei (Winterkabeljau) auf Ratatouille-Gemüse mit Beurre Blanc. Hier konnten wir uns also an fünf Meeresbewohnern erfreuen. Alle hatten einen anderen Geschmack. Uns gefiel besonders der kräftige Steinbutt. Das Gemüse und die Soße waren ebenfalls vorzüglich. Der Pouilly Fume „Les Chailloux Silex“ von Chatelain schmeckte mir auch „pur“ schon gut.
      Das süße Ende bestand aus Rhabarber, Sauerrahmeis, Mohnkuchen und der Kracher Beerenauslese-Cuvee aus dem Burgenland. Der Nachtisch ist in der Post eigentlich immer hervorragend.
      Zum Espresso wurden noch feine Pralinen gereicht.
      So macht es Spaß, auf Fleisch zu verzichten. Selbst den Rotwein habe ich nicht vermisst.

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      • #18
        Verehrter Tofu,

        als ich schon vor längerer Zeit im Forum nach Berichten über Restaurants, die mir bekannt sind, gesucht habe, bin ich auf Ihren Text zur „Post“ gestoßen und mich sehr gefreut. Denn Ihre Einschätzung deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen.

        Sie haben die Leser auch aufgefordert Ihre Erlebnisse zu veröffentlichen. Das ist stets ein Wagnis, weil man auch falsch verstanden werden kann. Ich möchte daher den geschätzten Kritiker „Mohnkalb“ zitieren:
        » Ich persönlich gehe nicht wegen irgendeiner "Küchenleistung" ins Restaurant, sondern einfach wegen des guten Essens! In erster Linie bin ich also Genießer und nicht "Würdiger von Leistungen". «

        Die Post suche ich also daher gerne auf: Hier schmeckt es mir (jedes Mal).
        Seit meinem ersten Besuch in der „Post“ bin ich immer wieder hier eingekehrt. Es ist mein Rekord für ein Restaurant. Und das hat einen Grund bzw. viele Gründe: die Küche und der Service sind einfach stimmig für mich.

        Ebenfalls bin ich erfreut, dass hier noch mittags geöffnet ist. Gerne wähle ich dann das Tagesmenü in vier Gängen (der Preis hat sich über Jahre nur moderat erhöht – 2014 sind es 72 Euro).

        Tagesmenü

        Gruß aus der Küche

        Heute wurden zuerst Brot und Aufstrich bereitgestellt: verschiedene Sorten und Currypaste sowie salzige Butter.
        Dann kam der eigentliche Gruß. Dreierlei vom Kalb: ein Königsberger Klops in einer leichten Soße, eine Art Sülze auf einem Löffel und eine Essenz im Glas mit einem hellen Schaum obenauf. Alle Komponenten waren herzhaft und lecker; besonders hat uns die Essenz erfreut. Sie war mutig kräftig gewürzt und zeigte einen feinen Geschmack nach Fleisch.

        ***

        Pulpo | Fenchel | Graupen | Paprika | Salbeischaum

        Tintenfisch ist gar nicht mein Ding; sehr oft sind Stücke davon wie Kaugummi. Aber heute war das ganz anders, der Pulpo war zart und der Salbeischaum dazu machte das Gericht rund. Auch Graupen können eine „Pampe“ sein. Hier waren die Graupen mit Fenchel angereichert und mit einem zarten Senfaroma abgeschmeckt - und köstlich. Die Komponenten waren auch sehr dekorativ auf einer Schiefertafel angerichtet.

        ***

        Zu unserer Freude gab es einen „Fisch-Gruss“ vor dem nächsten Gang. Es handelte sich um Zander auf einem Vanilleschaum mit feinem mediterranem Gemüse.

        Steinbutt | Langoustino | Gurkenspaghetti | Erbsen | Minze

        Für diesen Gang war auch ein neues Geschirr im Einsatz. Der Steinbutt war ein Gedicht und köstlich gegart. Das andere Meerestier war ebenfalls schmackhaft zubereitet. Die Gurkenspaghetti waren fein gewürzt. Die Erbsen und das Minz-Püree passten gut dazu. Besonders schmackhaft war das frittierte Bällchen aus Milchschaum und Fischtatar erzeugt. Auch die Jus – Rote-Bete-Blut genannt – umspielte das ganze Gericht ausgezeichnet.

        ***

        Rücken und Haxe vom bergischen Reh | Pfifferlinge | Birne | Melone | Kartoffeln

        Die Teile vom Reh hatte einen würzigen Geschmack; das Kurzbratstück war rosa gebraten und die Haxe war gründlich geschmort. So hatten wir zwei unterschiedliche Fleischerlebnisse. Die zerquetschten Kartoffeln waren zu eine Paste verarbeitet, die bebacken oder frittiert wurde. Die „Türmchen“ waren außergewöhnlich lecker. Melone, Birne und Pilze fügten sich gut dazu.

        ***

        Geschmorte Zwetschgen | Apfelkuchen | Vanilleeis nach Art des Hauses

        Auf der Karte war ein warmer Schokoladenauflauf verzeichnet, der auf unseren Wunsch hin gegen den Kuchen ausgetauscht wurde (der Schokokuchen des Hauses ist großartig (weiß ich von früheren Besuchen), aber heute wollten wir keine Schokolade.
        Pflaumen können sehr langweilig oder auch mehlig sein, doch heute waren sie „saugut“. Auf dem Hauptteller waren die Zwetschgen in Hälften verarbeitet. In einem kleinen Tiegel war ein Creme brulee untergebracht. Das cremige Eis war von Zuckerwatte umhüllt. Kleine Plätzchen aus Mürbeteig vervollständigten das Bild. Der Apfelkuchen war locker. Und dann war da noch eine separate Schüssel mit einer Art „Pflaumen-Kompott“. In diese Speise hätte ich mich setzten können. Geschmack und Konsistenz waren perfekt für mich.

        Einige Pralinen wurden uns noch gereicht und dann war das Menü zu Ende.


        Getränke

        Als Wasser wählten wir die „Taunusquelle medium“. Als Aperitif nahmen wir einen Riesling-Sekt von Grans Fassian und einen Monin Orangensaft. Zum Pulpo passte der Sauvignon Blanc von Krück sehr gut. Die Fischgänge wurden mit Riesling von Schloss Johannisberg verkostet. Der feine aber gehaltvolle Spätburgunder von Korrell begleitete das Rehlein. Die Beerenauslese von Esterhazy krönte die Nachspeisen. Die Herren Stefan Krüger, Andre Naujoks oder Thomas Wilbrand (einer von der Restaurantleitung ist eigentlich immer vor Ort) sind Garanten für eine gelungene Getränkebegleitung.

        Fazit

        Volle 5 Punkte: „unbedingt wieder“

        (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

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        Zuletzt geändert von QWERTZ; 09.10.2014, 19:10. Grund: Versuch Bilder zuzufügen

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        • #19
          Huch!

          Danke, lieber kgsbus, dass Sie mich in Ihrem schönen Bericht persönlich adressieren. Allerdings sollte der Dank dem Team gelten, welchem Sie dieses schöne Mahl zu verdanken haben.
          Ich war vor einiger Zeit ebenfalls dort zum Dinner und wurde erneut durch solides Handwerk und tolle Aromenkombinationen in meiner Haltung bestätigt.

          mkG
          T.

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          • #20
            Urlaubsbedingt komme ich erst jetzt dazu, den Bericht zu lesen. Vielen Dank für die Schilderung dieses angenehm erscheinenden Menüs!

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            • #21
              Danke, werter kgsbus, für die Eindrücke aus der Post, welche mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen :-) Und wenn Sie als Resümee "unbedingt wieder" sagen, hoffe ich, dass ich es auch mal hinschaffe!

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              • #22
                schöner Bericht, kgsbus!

                Meine Eindrücke liegen jetzt zwar schon ein knappes Jahr zurück aber auch ich kann die Post sehr empfehlen. Eine gute Adresse vor allem um erste Erfahrungen mit der Sterneküche zu machen. Von mir hier aus diesem Grund damals bewusst ausgesucht für meine Begleitung.
                Mademoiselle Schmackofatz war doch ganz entzückt und der Impfprozess schritt erfolgreich voran

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                • #23
                  Mein Lieblingslokal im Bergischen Land

                  Etwas Schönes hat die Fastenzeit: Die „Post“ bietet wieder ihr „Wassergetier-Spezial“ an. Ich liebe diese Zusammenstellung von Gerichten ohne Fleisch (Verzicht auf Säugetiere und Vögel, aber viele wechselwarme Tiere sind dabei auf der Karte – oder umgekehrt nach Europarecht: Fleisch sind alle genießbaren Teile (einschließlich Blut) von Huftieren (Haustiere der Gattungen Rind, Schwein, Schaf und Ziege sowie als Haustiere gehaltene Einhufer), Geflügel, Hasentiere und frei lebendem Wild. -> http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/...55:0205:DE:PDF). Eine schöne Tradition der Post.

                  Doch das neue Jahr brachte auch Änderungen im Hause: Neue Öffnungszeiten. Das Gourmetrestaurant macht in der Woche nicht mehr mittags auf (die Postschänke aber weiterhin) und dienstags ist ein weiterer Ruhetag dazugekommen.

                  Wirtschaftliche Zwänge wie Mindestlohn für den Arbeitgeber und der Verlust an Zeit für Genießen bei den Gästen führen wohl hauptsächlich dazu, dass gerade Sternehäuser ihre Öffnungszeiten einschränken (müssen).

                  Immer mehr Menschen interessieren sich (scheinbar) grundsätzlich für Essen und Trinken (Kochsendungen im Fernsehen, Foren im Internet etc. belegen dies und nehmen noch zu), haben aber keine Zeit oder Geld oder beides, um selber mit „Kultur“ zu speisen. Lieber Selbstbedienung (Vapiano zum Beispiel oder Büffet beim Chinesen) in Kauf nehmen oder sogar Vorgefertigtes schnell runter schlingen (Hauptsache viel und schnell – und auch billig). Keine gemeinsamen Esszeiten mit Artgenossen – jeder für sich. - Das Auto oder Handy werden meist besser behandelt als der eigene Körper und die Seele!

                  Doch kein Grund zur Resignation für mich: Denn ich kann die Welt nicht abhalten, das Genießen zu verlernen. Ich kann nur selber meinen Weg gehen: Weiterhin in Lokalen mit Bedienung und saisonalen Angeboten einkehren und selber mit hochwertigen Produkten zu Hause arbeiten („Was tue ich mit mir, wenn die Welt nicht so ist, wie sie mir gefällt?“ – frei nach Ruth Cohn: Beobachten, verarbeiten, gewichten und handeln).

                  Und dann der Schreck am Telefon: Der Aschermittwoch ist ausgebucht – aber dann die Entspannung: Wir können das Menü auch einen Tag später noch bekommen und haben sogar noch die Platzauswahl im Restaurant.

                  Kein Problem für uns – vielleicht geht es sogar etwas entspannter an diesem Donnerstagabend zu. Das Haus ist jedoch auch heute gut besucht. Wir haben den Tisch vor der Küche erhalten. Dort haben wir bisher noch nie gesessen. Wir empfinden das als eine Ehre und so können wir die Arbeit des Teams gut durch die geöffnete Jalousie beobachten. Die Tätigkeiten in der Küche gehen erstaunlich ruhig und konzentriert den ganzen Abend von Statten. Die Zettel am Bord werden systematisch Stück für Stück abgearbeitet. Wir sehen, wie auch unsere Speisen angerichtet werden und vom Service abgeholt und zu den Gästen gebracht werden.

                  Ambiente

                  Die Gebrüder Wilbrand wissen, dass ein altes Fachwerkhaus gepflegt werden muss und haben immer wieder die Gasträume „frisch“ gehalten – zuletzt wurde der große Saal (http://www.der-festsaal.de) komplett renoviert und ist jetzt ein Ort für viele Gelegenheiten; sogar eine Showküche ist darin enthalten.

                  Uns sagen die Dekoration und die Anordnung der Tische im Restaurant voll zu. Klassisch, dezent, nicht überladen, hell und dunkel in gutem Zusammenspiel.


                  Service

                  Die Übersicht der Gastgeber hat mich stets überzeugt; egal ob es die Herren Thomas Wilbrand, Andre Naujoks oder Stefan Krüger waren. Heute war Herr Wilbrand bei der Arbeit. Seine Kenntnisse vom Wein erfreuen mich und wir unterhalten uns über die Gewächse in der Weinbegleitung angeregt. - Aber auch die Damen sind bestens ausgebildet und gerne zu kleinen Gesprächen und Bemerkungen bereit. Das Personal fühlt sich wohl auch wohl, denn viele arbeiten hier schon über einen längeren Zeitraum. Und das ist im Gastgewerbe nicht der Regelfall.

                  Die Karten

                  Menü und a-la-carte-Gerichte stehen übersichtlich in der Speisekarte. Die Getränkekarte umfasst ein großes Angebot an offenen Weinen und auch an besonderen Flaschen. Durch ein Glasfenster im Boden kann man den Weinkeller teilweise einsehen. In einem Klimaschrank sind auch Flaschen im Lokal ausgestellt. Aber auch ein Kölsch (Gaffel vom Fass) oder andere Biere werden gerne gereicht.

                  Die verkosteten Speisen

                  Fischmenü am Aschermittwoch (jedoch am Donnerstag, 19. Februar 2015) im Gourmetrestaurant.

                  Kleiner Gruß aus der Küche

                  Wir erhalten Brot und Aufstriche (Butter und eine köstliche rote Paste mit intensiven Tomatenaromen), kleine Häppchen (zum Beispiel eine Gänseleberpraline) und zwei Gerichte. Besonders der letzte Teller ist mir in Erinnerung geblieben: Moerser Schnecken (sie kommen aus der Stadt am Niederrhein und werden dort gezüchtet), Knoblauchschaum, Möhrenspaghetti und grüner Räucheraal als Mousse verarbeitet (die speckigen Geschmacksmomente waren köstlich).

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                  ***

                  Marinierter Hummer | Maiscreme | Bisque

                  Hummer habe ich in der Post bereits früher serviert bekommen. Daher bin ich auf die Darbietung gespannt. Bisque ist eine dicke, geschmacksintensive und reichhaltige Suppe aus Hummer und Krebsen gekocht – ein Klassiker der französischen Küche. Der Mais war als Schaum, Popcorn und Kolben ein feines Erlebnis. Die würzige elegante Suppe befand sich in einem Reagenzglas. Der Hummer war zart und geschmeidig im Mund.

                  Malvira Roero Arneis 2013 – frische Noten - im Stahltank vergoren

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                  Gebratene Jakobsmuscheln | Schnittlauchbaumkuchen | Knollenzist |gelbe Bete

                  Jakobsmuscheln habe ich schon auf viele Arten zubereitet bekommen und es ist für mich ein Lieblingsgericht. Auch der orangerote Rogen (Corail) war zu einer kleinen Nocke verarbeitet. Das hat mir zugesagt. Gelbe Bete habe ich bisher nur als frittierte Chips selber hergestellt und war vom Ergebnis sehr angetan. Hier gab es ein „Segel“ und kleine Stücke und Creme davon. Rote Bete sind etwas erdiger im Geschmack – die Gelben scheinen mir etwas eleganter im Aroma.

                  Krück Selection Sauvignon Blanc trocken

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                  Seezungenfilet | Perigord Trüffel | Topinambur | (Kichenerbsencrouque) - Kaisergranat | Champagnerschaum

                  Trüffel gelten als Inbegriff einer Delikatesse. Gute Exemplare haben deshalb einen hohen Preis. Aber nicht alle Pilze dieser Familie haben einen guten Ruf. Der weiße Albatrüffel ist besonders wertvoll. Aber der schwarze Perigordtrüffel gilt ebenso als schmackhaft – leider ist der minderwertige chinesische Trüffel ihm im Aussehen sehr ähnlich. Bisher habe ich in einem Restaurant noch keinen Trüffel gereicht bekommen, der mich vom Hocker gerissen hätte. Vielleicht waren die Sorten nicht hochwertig gewesen. Daher war ich besonders gespannt auf diesen Gang.

                  Crouque ist die französische Variante des englischen Sandwich – ich bin gespannt, wie das aus Kichererbsen schmeckt. Aber dieser Teil war heute durch Kaisergranat ersetzt; der gut zubereitet war.

                  Ich habe mit Herrn Wilbrand über diese Kreation gesprochen. Er schätzt seine Wintertrüffel und will in der Kombination mit der Wurzelknolle mit deren erdigen Noten eine innige Verbindung herstellen. Ebenso können Eigelb und Parmesan den Trüffel zur Vollendung führen.

                  Der Duft von Trüffeln wird mich vielleicht nie begeistern, aber der Geschmack hat mich beim ersten Zusammentreffen mit Zunge und Gaumen schlagartig überzeugt. Hoch lebe das Perigord und seine Pilze. Ich hätte am liebsten eine kleine Knolle erworben, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Leider war es nicht möglich, da sie in der Karte auch in den nächsten Tagen Verwendung finden.

                  Domaine des Lauriers Prestige Picpoul de Pinet 2013 – autochtone weiße Rebsorte aus dem Languedoc mit feinen mineralischen Aromen

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                  Williamsbirnensorbet

                  Das halbgefrorene Eis gilt als Pflicht in der französischen Küche, um den Gaumen für den Hauptgang vorzubereiten.



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                  Filet vom Skrei | Fondue aus Kartoffel und Artischocke | Tomatenwürzsud |Oliven und Kapern

                  Der Winterkabeljau aus Norwegen ist großartig – selbst wenn ich ihn zu Hause eigenhändig verarbeite, hat mich das Aroma begeistert. Die Haut ist kross gebraten und mit Kräutern bedeckt. Der Tomatensud hatte einen angenehm-kräftigen Geschmack, war aber nicht zu dominant. Die anderen Beilagen ordneten sich unter bzw. passten sich an die Komposition an.


                  Wieninger Chardonnay Select 2012 – kräftiger Wein mit 14,5 Umdrehungen

                  ***

                  Dessertvariation „ZUR POST“

                  Hier erwarte ich eine Ansammlung von mehreren Tellerchen mit kleinen verschiedenen Süßspeisen, die durchaus ein Wiedersehen mit bekannten Gerichten bedeuten:
                  Creme brulee, Schokotörtchen mit flüssigem Kern, Zuckerwatte, Lolli, Himbeerbällchen … an die zehn verschiedenen Teile umfasst das Arrangement. In der Post ist auch die Nachspeisenfolge stets ein würdiger Abschluss. Die Wilbrand-Brüder ergänzen sich halt in jeder Weise kongenial in ihrer Küche.

                  Sankt Urbans Hof Riesling "Piesporter Goldtröpfchen" Auslese 2011

                  Getränke

                  Gerne vertraue ich in diesem Haus den Empfehlungen des Service.
                  Picpoul de Pinet, Wieninger Chardonnay und den edelsüßen Urbans Hof Riesling möchte ich auf jeden Fall zu Hause nachverkosten. Das schöne an einer guten Weinbegleitung sind eben die Neuentdeckungen. Das lässt dann die Hotelpreise für den Rebensaft leichter verschmerzen (ein Glas kostet eben fast so viel wie die Flasche im Geschäft – aber das weiß ich ja vorher).


                  Preis-Leistungs-Verhältnis

                  Ein Sechs-Gang-Menü mit mehreren Grüßen aus der Küche für 79 Euro halte ich für bei diesen edlen Zutaten für absolut preiswert.

                  Fazit

                  5 – unbedingt wieder. Die Post war für uns eine der Einstiege in die Sterneküche und begeistert uns seither immer wieder. Die Vielfalt der saisonalen Angebote überrascht uns auch nach vielen Besuchen.

                  Zwischenzeitlich sind für mich die Wilbrand-Brüder auch wieder „französischer“ geworden. Und das gefällt mir sehr. Die Anklänge an Klassiker sind aber stets gepaart mit eigenständiger Handschrift und selbstsicher Umsetzung. Die Teller gefallen mir über alle Maßen. Ich möchte die Entwicklungsphasen, die ich bisher erleben konnte keinesfalls missen, doch genau die Gegenwart gefällt mir vorzüglich!
                  Die Speisen haben mich heute mit Kreativität und Geschmacklichkeit beeindruckt, die Zutaten sind hervorragend gewählt, die Umsetzung ist technisch perfekt ausgeführt.
                  Was fehlt noch für einen gelungenen Abend? Nichts – denn auch der Service ist großartig!

                  (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)
                  Zuletzt geändert von QWERTZ; 21.02.2015, 11:13.

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                  • #24
                    Schöner Bericht.
                    Den Ziest haben Sie nicht weiter erwähnt, haben Sie daran noch eine Erinnerung?

                    "Der Duft von Trüffeln wird mich vielleicht nie begeistern"
                    Beim Alba ließe sich das noch in gewisser Weise verstehen, aber beim Périgord? Mon Dieu, daran könnt' ich mich zu Tode schnüffeln. (jaja, wie verschieden doch Gerücher sind). Und der Picpoul zu diesem aromenstrotzenden Gang, konnte der da mithalten? (Wir Schwaben lieben dieses Getränk ja besonders: ein wunderbarer leichter und spritziger Wein mit schönen Zitrusaromen, toller Austern-und Muschelalliierter, und das noch im Ek ~ 5 € !)

                    MkG
                    s.

                    PS:
                    "Etwas Schönes hat die Fastenzeit ..."
                    Das sag' ich auch immer; während ich große Bissen (paniertes - unser Herrgott muß ja nicht alles gleich erkennen) Hummerscherenfleisch mit noch größeren Schlucken Condrieu wegputze

                    Kommentar


                    • #25
                      Danke, werter kgsbus, für den tollen Bericht und für die Ode an das Geniessen! Die Post macht mich jetzt sehr neugierig!

                      Einzig Fastenzeit - und keine Vögel: Sind nicht am Wasser lebende Vögel (wie Enten, Gänse, Schwäne) quasi Vögel wie auch die Hühner, da sie am gleichen Tag wie die Fische erschaffen wurden? Oder so.. ;-)

                      Kommentar


                      • #26
                        Schon wieder ist ein Jahr vergangen - Zur Post im Februar 2016

                        „Mer sin wirklich offe,
                        mer schwaade nit drömröm,
                        uns Hätze schlage allsamp
                        im Rhythmus vun ner Tromm
                        Mer drieße jet op Morje,
                        denn hück do han mer Lauf,
                        e schläch Jewisse un Sorje,
                        dat nemme mer in Kauf.

                        Su lang mer noch am lääve sin,
                        am laache, kriesche, danze sin,
                        su lang mer noch am lääve sin.“

                        Brings (https://www.youtube.com/watch?v=SRCNzRKUXpE)

                        Für uns ist es schon fast eine Tradition, das „Fastenmenü“ hier zu genießen. Wie die Vorfreude schon ausdrückt, ist das für uns keine Entbehrung, sondern ein Vergnügen.

                        Wir halten uns dabei an das Buch Prediger (mein Lieblingstext) aus der Bibel (Vers 9,7-9a) „Also: Iss freudig dein Brot und trink vergnügt deinen Wein; denn das, was du tust, hat Gott schon längst gefallen. Trag jederzeit frische Kleider und nie fehle duftendes Öl auf deinem Haupt. Mit deiner Frau, die du liebst, genieße das Leben alle Tage deines Lebens, die er dir unter der Sonne geschenkt hat.“

                        Leider hat die Post in der Woche mittags nur noch das Bistro (Postschänke) geöffnet. Wir mögen aber das Gourmetrestaurant lieber.
                        Daher sind wir nicht mehr so oft wie früher (mal schnell mit dem Bus zum Lunch) in diesem Hause. Aber wir verfolgen im Internet die Entwicklung aus der Ferne mit großem Interesse.
                        Doch nur lesen, macht zwar Appetit - allerdings nicht satt.

                        Service und Küche

                        Wir wurden freundlich begrüßt. Die Garderobe wurde umgehend versorgt. Dann wurden wir zu unserm Tisch geführt. Von unserem Platz aus konnten wir in die Küche blicken und die Köche beobachten. Was uns auffiel und beeindruckte, war die Konzentration und Präzision bei gleichzeitiger Ruhe und Gelassenheit. So sehen Menschen aus, die ihr Handwerk verstehen und genau wissen, was zu tun ist.
                        Beide Chefköche (Alejandro und Christopher Wilbrand) waren anwesend und koordinierten die Abläufe.

                        Dem stand der Service in nichts nach. Der Restaurantleiter (Thomas Wilbrand) und sein Team agierten ebenso aufmerksam. Jede Frage wurde gerne beantwortet und auch kleine Gespräche zu Getränken und Zutaten wurden gerne geführt.

                        Köche sollen sich in meinen Augen im Laufe der Zeit von aktuellen Richtungen beeinflussen lassen, wenn sie dabei nicht ihre eigenen Erfahrungen und Traditionen aus den Augen verlieren.
                        Ich denke da an eine kleine Geschichte von Berthold Brecht:
                        Herr K. trifft einen Bekannten, den er lange Zeit nicht mehr gesehen hat und dieser ruft aus: “Sie haben sich gar nicht verändert.” - “Oh”, sagte Herr K. und erbleicht.

                        So bin ich von den Wilbrand-Brüdern sehr angetan: Sie verwenden gerne Produkte aus der Region, greifen aber auch auf klassische Zutaten zurück. Sie verfolgen ihren Stil, den sie über lange Jahre entwickelt haben, sind aber auch für aktuelle Zutaten offen.

                        Das empfinde ich, wenn sie Schnecken oder Hummer verwenden, aber auch Quinoa oder Rote Bete einbauen. Ich denke, dass sie dabei nicht irgendwelchen Trends hinterher laufen, sondern aus Freude am Kochen, das eine oder andere Element einfließen lassen.

                        Wenn Christopher Wilbrand zum Beispiel über seine Wanderungen spricht und dabei auf die Pilze eingeht, die er dabei gefunden, geerntet und später verarbeitet hat, leuchten seine Augen auf.
                        Oder Thomas Wilbrand über gereifte Weine aus Österreich oder Deutschland erzählt und sie dabei mit Gerichten aus der Karte in Verbindung bringt.


                        Die verkosteten Speisen

                        Fischmenü an Aschermittwoch (aber am Donnerstag, 11. Februar 2016 verkostet) – 79,00 Euro

                        Kleiner Gruß aus der Küche

                        Wir hatten bei der Reservierung schon unsere Wünsche besprochen und so konnte der Abend seinen prächtigen Verlauf nehmen. Die Getränke wurden gebracht und dann folgte in optimaler Zeitfolge das Menü:

                        Zuerst kam auf einem Porzellanlöffel angerichtet ein Rote-Bete-Espuma (spanisch für „Schaum“) und dazu gab es ein kleines Parmesan-Kissen.

                        Der Bete-Schaum schmeckte erfrischend und wurde durch das Parmesangebäck fein abgerundet.

                        Gleich darauf wurden vier Brotsorten, die in Scheibchen geschnitten waren, mit Butter und Currypaste serviert.

                        Ein Teller mit geräuchertem festem Fisch (Cobia), begleitet von einer Creme, die mit Lachskaviar gekrönt war und zwei Türmchen aus geschichtetem Schaum, folgte. Dazu gab es noch ein Kräutersüppchen mit einer frittierten Muschel (Miesmuschel).

                        Die einzelnen Komponenten ergaben alleine oder in Kombination untereinander eine Vielzahl von Geschmackserlebnissen im Mund.

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                        Trilogie vom bergischen Bachsaibling und dreimal Gurke

                        Der Bachsaibling stammt ursprünglich aus Nordamerika und gehört zu den Lachsfischen. Er wir oft in Aqua-Kulturen gezüchtet. In der „Post“ kam der Fisch aus Teichen in Lindlar.

                        Schon von früheren Besuchen her wissen wir, dass bei den Wilbrands der Bachsaibling
                        stets eine Köstlichkeit für uns darstellt.
                        Heute war der Fisch ohne Pfanne zubereitet: Tartar, gebeizt und gedämpft. Die Unterschiede waren für mich gut schmeckbar aber schwer in Worte zu fassen. Am besten hat mir der Tartar gefallen.
                        Bei den Gurkenvariationen fällt es mir ebenfalls schwer die Art treffend zu beschreiben. Es war wohl Essiggurke - als Mousse, Schaum und mariniert.

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                        Zu unserer Freude kam nun noch ein Küchengruß zum Thema „Schnecke“. Er bestand aus zwei Tellern. Auf dem einen waren Quinoa-Chips oder –Plätzchen (sehr kross gebraten bzw. sie hatten leichte Röstaromen) neben einer Knoblauchpaste sowie einer frittierten Schnecke in der Mitte dazwischen. Auf dem anderen befand sich eine Einlage (unter anderem Möhren) für eine Suppe – eine Schneckensuppe. Die Flüssigkeit dazu wurde am Tisch aus einer Kanne angegossen.
                        Diese Überraschung hat uns sehr gemundet. Uns wurde berichtet, dass in der Gemeinde Much eine Schneckenzucht besteht, von der die Exemplare bezogen werden.

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                        Filet vom Skrei | Apfel-Aalragout | Kopfsalataufguss | Limette

                        Der Skrei ist im Prinzip ein Kabeljau aus Norwegen und wird dort im Winter gefangen. Sein Fleisch ist besonders fest und aromatisch und schmeckt sowohl gebraten als auch pochiert vorzüglich.
                        Aus kleinen Stücken von Aal wird das Ragout geschmort.
                        Der Aufguss wird durch ein Übergießen des Salats mit heißer Flüssigkeit gewonnen.

                        Auf dem Teller befand sich in der Mitte das Filet. Sein weißes und festes Fleisch war herrlich gegart. Obenauf befanden sich eine kleine Grilltomate und daneben ein Limettenfiletstückchen. Umgeben war das Ganze mit dem Salataufguss in dem die Apfel- und Aalstückchen wunderbare Süße bzw. Räucheraromen abgaben.

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                        Atlantik Hummer als Cocktail

                        Der Hummer gehört zu den Krebsen und wird in eine amerikanische und europäische Art unterteilt. Beim Cocktail werden Teile des Fleisches verarbeitet.
                        Der Hummer heute stammt aus einer Zucht, wird im Handel bezogen und dann im Hause frisch zubereitet.

                        Verwendet wurden pure Fleischteile und kleine Stücke, die zusammen mit Ananas zu einer Art Küchlein verarbeitet waren. Obenauf lag eine Schicht, die mich an ein belegtes Knäckebrot erinnerte. Nichts gegen die Stücke, aber hier war das Törtchen unser Favorit. Der Hummer war schmackhaft und in Kombination mit Ananasschaum einfach prächtig.

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                        Zitrusfruchtgranitée

                        Das Granitée ist eine klassische Eisspeise. Verwandt ist es mit dem Sorbet. Es wird (in Italien auch Granita genannt) ausschließlich aus Fruchtsaft und Zuckersirup zubereitet und dann unter mehrmaligem Rühren nach und nach gefroren. Die körnige Eismasse wird dann kurz vor dem Anrichten „gecrusht“.
                        Das Eis erfrischte unsere Gaumen. Neben den Zitrusaromen schmeckten wir auch einen Alkoholanteil.

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                        Atlantik Steinbutt mit Périgord Trüffel | Blattspinat | Winterspargel |Tomatengnocchi

                        Der Steinbutt ist ein Plattfisch und gehört zu den Edelfischen. Er ist wegen seines festen, saftigen Fleisches mit dem nussigen Geschmack sehr begehrt. Der Fisch eignet sich zum Braten, Grillen oder Pochieren und wird bei uns fast ausschließlich als Wildfang angeboten. Hier wurde der Fisch aus Oostende geliefert.
                        Das Filet war kross gebraten und unheimlich saftig.
                        Auf dem Fisch lagen Späne von Tuber Melanosporum, dem echten schwarzen Trüffel. Unsere Freude kannte kaum noch Grenzen, als der Chef Christopher die Teller selber servierte und noch weißen Alba-Trüffel als Zugabe auf den Teller hobelte.
                        Das war schon großes Kino.
                        Aber auch der Spinat war köstlich saftig. Der Winterspargel, der auch Schwarzwurzel genannt wir, rundete den Geschmack ab.
                        Ein weiterer Glücksfall waren die Tomatengnocchi, die ausgezeichnet mit dem Trüffel eine perfekte Geschmackskombination bildeten.

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                        Dessertbüffet „Zur Post“ am Tisch serviert

                        Die Dessert-Variationen sind der Klassiker im Haus. Oft sind die kleinen Köstlichkeiten auf einem großen Teller wie die Ziffern einer Uhr rund herum angeordnet.

                        Heute wurden die Süßspeisen auf einem Tablett, das sich auf einem Metallgestell befand, welches auf den Tisch gestellt wurde, präsentiert.

                        Wir fanden acht Gerichte für jeden von uns. Dabei waren Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern, Creme brulee, Kokospraline, Zuckerwatte, Mangocreme und andere Leckereien. Wir lieben diese Nachspeisen immer wieder: locker, leicht, abwechslungsreich.

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                        Zum Kaffee bzw. heißer Schokolade wurden uns noch einige Pralinen zur Auswahl gereicht.

                        Damit schließt das Menü ab. Und wir waren glücklich und zufrieden.

                        Getränke

                        Taunusquelle 0,75l – 8,00
                        Rieslingsekt 0,1l – 8,50
                        Alkoholfreier Campari (Monin) 0,2l – 6,00
                        Heiße Schokolade – 3,50
                        Doppelter Espresso – 4,50
                        Tequila 1800 2cl – 6,50

                        Weinbegleitung – 50,00
                        - Maximin Grünhaus Herrenberg Riesling 2009
                        - Bernhard Huber Weißburgunder&Grauburgunder trocken 2012
                        - Dr. Heger Winklerberg Grauburgunder GG 2013
                        - Beringer Napa Valley Chardonnay 2012
                        - Joh. Jos. Prüm Bernkasteler Badstube Auslese 2009

                        Zu Fisch und Meer passen in aller Regel am besten Weißweine. Die vorgeschlagenen Tropfen wurden vorgestellt und ein Probeschluck gereicht. Ich war mit der Begleitung sehr zufrieden.


                        Fazit

                        Ich besuche ein Restaurant nie, um es zu testen. Ich besuche ein Restaurant in der Hoffnung und Erwartung, genüsslich essen und trinken zu können. Ich möchte erleben, wie Gerichte in Perfektion zubereitet und angerichtet werden, wie sie duften und wie sie schmecken und mit welchen Getränken sie harmonieren.

                        Das war heute voll der Fall; daher:
                        5- unbedingt wieder

                        Unser Dank geht an Küche und Service gleichermaßen.

                        (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

                        Datum des Besuchs: 11.02.2016 – drei Personen – abends

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                        Zuletzt geändert von kgsbus; 14.02.2016, 07:37. Grund: Präzisierung von Begriffen

                        Kommentar


                        • #27
                          Sicher ist es nicht zu verbergen, dass ich die Post schätze.
                          Ich mag das Haus und die Küche. Die Wilbrands haben ihren Stil und arbeiten saisonal und regional.
                          Vielleicht ist das machen Forianern zu einfach oder zu normal.
                          Für mich ist es gerade richtig.

                          Die Post – was sonst?

                          Zu einem Familienfest darf es auch etwas nach meinem Geschmack sein. Und daher hatte ich im Vorfeld mein Wunsch-Menü auch mit Christopher Wilbrand abgesprochen und mit dem Sommelier Christoph Clemens die Getränke abgestimmt.

                          Herr Clemens und seine Brigade hatten alle Hände voll zu tun, wenn ein neuer Gang zum Auftragen anstand, da wir Allergien (Nüsse, Gluten, Laktose) und auch vegetarisch im Programm hatten.

                          Die verkosteten Speisen

                          Wunsch-Menü (95.00 Euro) in fünf Gängen

                          Grüße aus der Küche:

                          Hokkaidokürbissuppe, Muscovado-Kürbispüree mit geschmorten Kürbis, Kräutermousse mit Forellenkaviar

                          Die Grüße waren durchaus herbstlich gehalten. Die Kürbissuppe im Reagenzglas war kräftig abgeschmeckt. Das Püree mit den angebratenen Röllchen war anders gewürzt und mundete mir noch besser. Die grünen Kräuter obenauf mit feinen Fischperlen und Dill verziert ergaben dazu einen angenehmen Kontrast.
                          Natürlich standen auch frisches Brot, zweierlei Butter und Olivenöl bereit.
                          Alles zusammen genau das richtige, um die Zeit bis zum ersten Gang zu überbrücken. Etwas Champagner nippeln und sich mit seinen Nachbarn über das Wetter, das Menü und die Getränke unterhalten.
                          Nur nicht zu viel Brot essen, auch wenn es knusprig ist, damit man auch bis zum Nachtisch Platz behält.

                          ***

                          Kalbherzbries | Kräutersalate | Kartoffelcreme | Herbstrüffel

                          Bries ist mir immer eine Freude. Diese Innerei mag ich einfach, bei anderen zögere ich teilweise etwas. Sie war zart und fein gebraten. Versteckt unter den Kräutersalaten und den Trüffelspänen befanden sich die Stücke in der Mitte. Darunter befand sich das kräftige Kartoffelgericht. Zusammen mit der Creme und dem einen oder anderen Salatblättchen ergaben sich abwechslungsreiche Aromen im Mund. Der gereifte Riesling tat ein Übriges zum Wohlgeschmack.

                          ***

                          Suppenapotheke:

                          Hummer | Consommé | Steinpilz | Tomate
                          Jede dieser kleinen Süppchen hatte besondere Stärken. Hummercreme ist für mich immer eine Freude. Steinpilzaromen sind für mich zusammen mit Morcheln die liebsten Pilze und können sogar Trüffel ausstechen. Auch die stark reduzierte Tomate brauchte sich in diesem Feld nicht verstecken. Mein kleiner Favorit war vielleicht die konzentrierte Rinderbrühe; diese Essenz aus Fleisch, Gemüse und Knochen hat stets eine große Aromenbreite.
                          Eigentlich bedarf es dazu keinen Wein. Aber ein fruchtiger Chablis schadet auch nicht.

                          ***

                          Atlantik-Steinbutt | Mango-Limettenchutney | Korianderaufguss | Nussbutterschaum

                          Das feste Fleisch des Butt passt in seinem Geschmack ausgezeichnet zu Nussbutter. Schon so schmeckte der Fisch großartig. Aber das Mango-Limetten-Gemüse mit Süße und Säure machte das Gericht erst richtig außergewöhnlich. Der exotische Geschmack wurde durch die Korianderaromen perfekt ergänzt. Dieser Fischgang wird mir noch länger in Erinnerung bleiben.
                          Auch hier war die Empfehlung des Sommelier goldrichtig. Der Wein brachte weitere fruchtige Facetten ein.

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                          Bergischer Rehrücken & Rehsauerbraten | Kürbis | Petersiliengnocchi | Steinpilz | Holunderjus | Birne

                          Wildgerichte gehören für mich ohne wenn und aber zu den bevorzugten Hauptgängen. Wenn es dann etwas Kurzgebratenes und etwas Geschmortes auf dem Teller gibt, erfreut mich das noch mehr. Mit geschmorter Melone und Kürbis, gebratenem Pilz und gedünsteter Birne können die Fleischbissen herrlich kombiniert werden. Die Gnocchi und die Jus passten ebenso.
                          Der gereifte Bordeaux war ein angemessener Partner.

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                          Dessertvariation ,,Zur Post‘‘:

                          Schokophysalis, Creme brülée, Champagnermousse, Passionsfruchttörtchen,
                          Tonkabohnen Panna Cotta, Sorbet vom Blutpfirsich

                          Über die Pâtisserie in der Post kann ich nur sagen, dass ich mich immer auf sie freue. Die Variationen bedeuten sechs Mal Abwechslung. Die Panna Cotta wurde in einem separaten Töpfchen angerichtet und die Mousse befand sich angemessen in einem Champagnerglas. Die übrigen Gerichte teilten sich gemeinsam einen Teller. Jede dieser Köstlichkeiten forderte noch einmal die Aufmerksamkeit des Gaumens und der Zunge heraus – zu Recht.

                          Noch etwas Kaffee und ein paar Pralinchen und etwas Marshmallow – dann ist der Besuch auch zu Ende.
                          Wir waren von 12:30 bis gegen 17.00 Uhr vor Ort.

                          Getränke

                          Champagne Moet & Chandon Imperial Brut 0.75l - 87.00 Euro
                          Der Klassiker des 1743 von Claude Moët gegründeten Hauses, mit feiner Frucht, frischer Säure und einer geschmeidigen Textur.
                          20% Chardonnay, 20% Pinot Meunier, 60% Pinot Noir
                          Beim Schaumwein lasse ich mich gerne beraten. Der Sommelier meinte, dass dieser Champagner zur Begrüßung und den Grüßen recht gut passt.

                          Nur hin und wieder habe ich diese Edel-Sekte ernsthaft verkostet. Ich erinnere mich nur an eine Probe von Deutz-Produkten im Bayer-Weinkeller in Leverkusen und einen Vergleich von Ferrari Brut Trentodoc in Köln.

                          2007 ABTSBERG RIESLING SUPERIOR - Weingut Maximin Grünhaus C. von Schubert, Mertesdorf 0.75l - 59.00 Euro
                          Das Weingut Maximin Grünhaus liegt auf der linken Seite der Ruwer, etwa 2 km von deren Mündung in die Mosel. Der Abtsberg umfasst rund 14 ha Rebfläche. Sein Untergrund besteht aus blauem Devonschiefer, die runde Kuppe dreht von Südost bis Südwest und er erreicht eine Hangneigung von bis zu 70 %. Die Weine dieser Lage sind fein strukturiert, zeigen eine ausgeprägte Mineralität mit angenehmer Säure, viel Frucht und Körper. Sie gehören zu den langlebigsten Rieslingweinen des Anbaugebietes. Daher zeigte er auch wunderbare Reifungsnoten und gab dem Bries eine perfekte Abrundung.

                          2012 CHABLIS « Grand Régnard » A.C. - Domaine Régnard 0.75l - 78.00 Euro
                          Chardonnay aus dem Chablis kann großartig sein. Der „Grand Regnard“, eine Cuvée aus Premier und Grand Cru Lagen der traditionsreichen Domaine Régnard, erfüllt alle Wünsche. Er zeigt einen mineralisch-blumigen Duft aus Zitrusfrüchte, Quitten, Pfirsich. Am Gaumen wird die Harmonie aus erfrischender Säure und der Chablis-Aromatik deutlich. Der Grand Regnard wird in Edelstahl vinifiziert, also kein Ausbau in Holzfässern.

                          2014 KALLFELZ Riesling Großes Gewächs Merler Königslay-Terrassen Trocken 0.75l - 55.00 Euro
                          Die Rieslinge von Kallfelz fallen häufig sehr fruchtig aus. Der Merler Königslay-Terrassen Großes Gewächs hat eine voll-gelbe Farbe im Glas. Der Duft ist intensiv-fruchtig. Auch geschmacklich zeigt sich die Kraft der langen Reife. Die Säure kommt hier weniger in den Vordergrund. Seine ausgeprägte mineralische Fruchtstruktur entwickelt am Gaumen beerige und exotische Aromen. Zum Fischgang passte er daher prächtig.

                          2002 CHATEAU LYNCH BAGES A.C. - 5. Cru Classé 0.75l - 172.00 Euro
                          Das Weingut liegt in der Appellation Pauillac bei Bordeaux in Frankreich. Das Château wurde in die offizielle Bordeaux-Klassifikation von 1855 aufgenommen. Viele Weinkritiker sind der Meinung, dass Chateau Lynch-Bages aktuell auf dem Niveau von Deuxième Crus steht, obwohl damals nur eine Klassifikation als Cinquième Cru vorgenommen wurde. Die malolaktische Fermentation findet in großen Edelstahl-Tanks statt, anschließend verbleibt er etwa 15 Monate in Barriques, die zu 50-60 % neu sind, bevor er auf Flaschen gezogen wird. Rund 75% Cabernet Sauvignon, 18% Merlot, ein kleiner Anteil Cabernet Franc und etwas Petit Verdot machen die Cuvee aus.

                          1990 Trittenheimer-Apotheke Auslese *** edelsüß Riesling - Weingut Grans-Fassian, Leiwen, Mosel 0.75l - 179.00 Euro
                          Selective Handlese Ende Oktober des Jahres, nur sehr reife Trauben; kontrollierte Gärung bei 12° - 15° C über acht Wochen in Edelstahlfässern; drei Monate Lagerung auf der Feinhefe, späte Abfüllung.
                          Es gibt ja Menschen, die Süßweine nicht mögen – aber dazu gehöre ich nicht. Zu Käse, Gänseleber oder eben vielen Nachtischen sind sie großartig. Und die deutschen Rieslinge dieser Art gehören hier auch weltweit zur Spitze und haben daher auch ihren Preis.

                          Fazit

                          5 – unbedingt wieder

                          (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

                          Datum des Besuchs: 01.10.2016 – 12 Personen - Lunch

                          http://kgsbus.beepworld.de/ mit einigen Bildern
                          Zuletzt geändert von kgsbus; 06.10.2016, 23:26.

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                          • #28
                            Lieber kgsbus,

                            das klingt nach einer tollen Feier!Der Champagner fällt im Vergleich zu den anderen Weinen etwas ab, aber der Rest an Wein und Speisen klingt nach einem gemütlichen Mittag. Danke für die umfassenden Eindrücke.

                            M

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                            • #29
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                              Betritt man das schmucke Schieferhaus zum ersten Mal, so wie wir heute, ist man doch überrascht über den unaufdringlich modernen Stil, der sich auch in den Gasträumen fortsetzt. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl, wozu auch der herzliche Service beiträgt, der zügig den Apéritif und erste Snacks serviert - ein luftiger Rote Bete Schaum und ein würziges Rillette.

                              Und dann erleben wir ein kleines Déjà-vu. Wie bereits zwei Tage vorher im holländischen Dreisterner warten wir - erst auf die Speisekarten, später dann noch mal ähnlich lange auf die Weinkarte. Das ist ja alles nicht so mega-tragisch, weil man sich vorab im Internet sowieso schon über das Menü kundig gemacht hat und die Wahl eigentlich feststeht. Aber es bringt den Ablauf gleich zu Beginn unnötig zum Stocken. Und wenn die Karten denn endlich alle da sind, kommen auch die nächsten Grüße und man ist dann an mehreren Fronten gleichzeitig zugange, weiß nicht, ob man erst essen, dann lesen oder doch beides gleichzeitig tun soll, weil man ja auch die Bestellung nun nicht noch weiter hinauszögern will. Und wenn dann die Weinkarte noch überproportionale Ausmaße hat, wird es ganz kriminell, weil man nicht mal weiß, wo man die schadlos ablegen soll.

                              Das ist jetzt übrigens keine spezifische Kritik an der Post, wo die Weinkarte völlig normales Format hat, sondern eine generelle Beobachtung, die ich ab und zu mache, wenn die Küche schneller ist als der Service.Vielleicht ist es mir auch nur besonders aufgefallen, weil es halt zweimal in kurzer Zeit passierte.
                              Aber davon abgesehen, haben die drei Grüße (eine schöne Kürbissuppe, eine erdige Kürbiscreme und ein frischer Kräuterschaum mit Lachskaviar) den jeweiligen Eigengeschmack sehr klar herausgearbeitet.

                              Das Menü startet asiatisch mit einem Sashimi und Tatar vom Thunfisch, etwas Ingwergel, luftiger Miso-Mayonnaise, Quinoasalat und sehr würzigem Sojasud. Angegrillte Wassermelone gibt einen schönen fruchtigen Akzent. Das erlaubt alles viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, die sehr gut aufgehen. Lediglich das Türmchen aus Tapiokaperlen ist mir persönlich zu kompakt und steuert ein etwas klebriges Mundgefühl bei. Das hätte ich nicht unbedingt gebraucht.
                              Passend dazu der 2014 Schiefer Riesling von Van Volxem.

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ID: 51015

                              Mit dem Meeresfrüchteragout mit Muschelschaum folgt ein weiterer, durchaus opulenter Gruß aus der Küche, der sehr süffig zu löffeln ist und eine etwas vordergründige Tomatennote hat.

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ID: 51016

                              Ganz vorzüglich dann der Bergische Bachsaibling, der von Speck, Gurken, Jakobsmuscheltatar, Buttermilchsud sowohl herzhaft als auch säuerlich elegant eingefasst ist. Etwas Dillöl liefert einen dezenten kräutrigen Ton bei und zur Krönung gibt noch etwas Imperial-Kaviar für die jodigen Töne. Das macht großen Spaß, auch im Zusammenspiel mit dem fülligen Silvaner von der Ersten Lage Hohnart des Fürstlich Castell'schen Weinguts.

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ID: 51017

                              Über den nächsten Gang scheiden sich am Tisch die Geister. Die Ceviche vom Offiziersbarsch ist umgeben von zahlreichen Komponenten, die für sich genommen, gut und prägnant waren. In Summe passierte mir hier aber einfach zu viel auf dem Teller. Der Fisch hatte Mühe, sich gegen Süßkartoffel, Kokosnuss, Mango und Kalamansi zu behaupten. Mehr noch aber war mir der Koriander in Gelform viel zu konzentriert und zu präsent. Nicht schlüssig fand ich zudem, an dieser Stelle des Menüs noch einmal ein kaltes Fischgericht zu servieren. Persönlich hätte ich mir, vielleicht auch angesichts des herbstlichen Wetters draußen, noch einen süffigen, warmen Fischgang gewünscht. Aber wie gesagt: die Meinungen am Tisch waren geteilt. All das, womit ich nicht recht warm wurde, genoss mein Mann voll und ganz. Es lebe der unterschiedliche Geschmack!
                              Unstrittig hingegen die Zustimmung zum dazu servierten 2014 Menetou-Salon von Jean-Max Roger.

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ID: 51018

                              Und mein Wunsch nach etwas Süffigem, jahreszeitlich Angepassten wurde mit dem nächsten Gang auch prompt erfüllt. Ein noch leicht weiches Ei wird von Steckrübe, Maronen, Meerrettich und reichlich Herbsttrüffeln sehr harmonisch begleitet. Ist aber auch eine Kombination, mit der man nicht viel falsch machen kann und die eine Garantie für glückliche Gesichter ist.
                              Interessant dazu der 2014 Chardonnay vom Weingut Lis Neris aus dem Friaul. Komplett im Stahl ausgebaut, aber lange auf der Feinhefe gelagert, bringt er eine große Fülle und Kraft mit, die gegen Ei und Trüffel standhält.

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ID: 51019

                              Vor dem Hauptgang gibt es als Erfrischung noch eine Variation von Himbeeren in diversen Texturen. Schön anzusehen und sehr klar im Geschmack, um nicht zu sagen: pur.

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ID: 51020

                              Sehr abwechlungsreich dann der Bergische Rehrücken mit Steinpilzen, Kürblikuchen und Salzmelone als dezent fruchtigem Akzent. Der Holunderjus ist stark reduziert und bildet mit dem angerösteten Schmorgemüse eine gute Ergänzung zum eleganten, wohl sous-vide gegarten Fleisch.
                              Im Glas dazu ein kraftvoller 2008 Tempranillo von Monte Real aus dem Rioja.

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ID: 51021

                              In der Post wird der Käsegang traditionell als Abschluss des Menüs nach dem Dessert serviert. Wir haben es lieber andersherum und so folgt jetzt der vorbereitete Teller mit 5 klassischen, aber gut gereiften Sorten aus dem Tölzer Kasladen, dazu Früchtebrot und Feigensenf.
                              In der Weinbegleitung dazu ist jetzt ein Sherry im Glas vom Weingut Valdespino. Der Pedro Ximenez ist für sich alleine sehr komplex und schmeckbar hochwertig. Bei einer Auswahl von Hart- bis Weichkäse vermutlich auch kein schlechter Kompromiss, aber ich persönlich mag es an dieser Stelle etwas weniger süß.

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ID: 51022

                              Was leider auch für den Banyuls zum abschließenden Dessert gilt, das für mein Empfinden eher eine Riesling Auslese, einen Rieslaner oder ähnliches vertragen hätte. Gebackene Zwetschgen und ein hervorragendes Vanilleeis sind eine klassische Kombination, die immer gut funktioniert. Schwierig zu essen und insgesamt etwas zu viel allerdings die drei relativ harten Mürbeteigbröckchen. Im Glas separat dazu eine schöne Tonkabohnencrème mit Zwetschgenmousse und Butterbröseln. Dies gibt dem etwas rustikalen Teller wiederum eine feine Ergänzung.

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ID: 51024

                              Nach diesem insgesamt sehr üppigen Menü folgt noch ein Marshmallow zum Abschluss. Und mehr braucht es auch nicht, denn der Sättigungsgrad ist mehr als gut erreicht.

                              Die Küche von Alejandro und Christopher Wilbrand findet eine gute Balance zwischen bergischer Rustikalität und weltläufiger Offenheit. Bei manchen Gerichten stimmten für mich die Proportionen einiger Komponenten nicht hundertprozentig, wie beim Ceviche oder bei der Vorspeise. Stark hingegen, weil für mich klarer fokussiert und stimmig konzipiert der Saibling, das Reh und der Trüffelgang. In Summe aber war dies ein Essen auf hohem Niveau, dem der große Aufwand jederzeit anzumerken war.

                              Für das Wohlbefinden sorgt auch der gut aufgelegte Service unter Christoph Clemens, der uns eine hochwertige Weinbegleitung servierte, auch wenn die letzten beiden Weine nicht mehr ganz meinen persönlichen Geschmack trafen. Aber das ist verschmerzbar und schmälert nicht den positiven Gesamteindruck, den die sympathische Post hinterlässt.

                              Bericht und sämtliche Bilder auch unter: http://tischnotizen.de/zur-post-odenthal/ oder https://www.facebook.com/thomas.west...0705773&type=3
                              Zuletzt geändert von thomashaj; 02.02.2017, 09:35.

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                              • #30
                                Lieber thomas, danke für den Bericht - die Beobachtung bzgl. der Karte habe ich bisweilen auch schon gemacht - zumal, wenn man nicht die Weinbegleitung wählt, kann dann beim Verzehr der ersten Snacks ein gewisser "Stress" aufkommen.

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