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Zur Post - * / 17GM - Odenthal

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  • #31
    Das Aschermittwoch-Menü lockt uns immer wieder an

    Es ist wohl kaum zu verhehlen, dass ich die Post - * Michelin /17 GM – besonders schätze. Trotzdem ist jeder Besuch natürlich anders, aber ich komme schon ziemlich entspannt dort an.
    Die Räume sind vertraut, das Personal überwiegend bekannt.
    Aber die Karte hat neben Klassikern auch stets neue Kreationen parat. Und ich bestelle sicher nie: „Wie immer“; dafür bin ich viel zu neugierig.

    Für uns hat es schon eine gewisse Tradition, das Fasten-Menü nicht zu verpassen.


    Die verkosteten Speisen

    Grüße aus der Küche vorweg:

    Sashimi vom Thunfisch | Wakame Salat

    Der Thunfisch hatte einen zarten Rand durch Säuerung denke ich erhalten und war im Übrigen fein gemasert und roh. Die Wakame war teilweise kross frittiert bzw. roh und mariniert.
    Eine feine Eröffnung, die ich mir gerne auf der Zunge zergehen ließ.

    Brot | Salzbutter | Kalamansi-Butter

    Mehrere Sorten und Scheiben von Brot wurden gereicht. Dazu gab es eine aromatische Salzbutter sowie eine Zitrus-Butter – ein Geschmack nach Orange und Zitrone.

    Hokaidokürbiscreme | Sellerieschaum mit roter Paprika | Räucherforellenmousse

    Die drei Töpfchen bzw. Gefäße waren jeweils mit einer Komposition gefüllt.

    Das Sellerie-Gericht befand sich in einer goldenen Eierschale zum auslöffeln. Der Schaum war luftig und aromatisch. Die kräftigen erdigen Noten kamen perfekt zum Vorschein. Die kleinen Paprikastückchen passten gut dazu – aber der Sellerie war eindeutig die Hauptgeschmacksrichtung.

    Das Forellengericht bestand aus drei Komponenten: einem Stückchen Filet, der kräftigen Mousse und etwas Grün. Das harmonierte gut und ich mag gerne einen Hauch Dill.

    Das Hokaido-Stück aus einem längeren Streifen war zu einer kleinen Rolle geformt und steckte in der Creme. Daneben ragte noch ein länglicher krosser Chip hervor. Umgeben war das Ganze von einer aromatischen Sauce – wahrscheinlich auf Soja-Basis.

    Alle drei Grüße waren für mich sehr schmackhaft und ich möchte daher keine Rangfolge aufstellen, weil jedes Gericht für sich stimmig war.

    Zu diesen Gerichten habe ich einen Cocktail auf Gin-Basis getrunken.

    ***

    Marinierte Rotgarnele und gebratene Jakobsmuschel | Kichererbse | Shii-Take | Sesamvinaigrette | Krustentier-Jus

    Die Jus wurde in einem Reagenzglas separat gereicht. Ich liebe die Aromatik solcher Meerestier-Süppchen äußerst.
    Die Garnele war für mich der Star auf dem Teller. Sie war perfekt in der Konsistenz. Ich habe sie pur und in Verbindung mit den Beilagezutaten verkostet. Eine grüne und eine bräunliche luftige Masse, die für mich wie kleine Schwämmchen aussahen, schmeckte gut. Dann gab es außen einen Ring mit einer Art Püree. Dazuwischen waren noch die Pilze, die etwas Röstaromen aufwiesen und innen noch saftig waren.
    Da konnte für mich die Jakobsmuschel nicht ganz mithalten. Ich mag sanft geröstete Muscheln grundsätzlich sehr gerne, aber heute fand ich sie einfach nur gut, aber nicht mehr und vielleicht war für mein Empfinden etwas Salz zuviel obenauf – aber meine Tochter und meine Frau waren anderer Meinung. Überstimmt!

    2013 GEWÜRZTRAMINER ,,CLASSIC“, A.C. Domaine Hugel & Fils, Elsass

    Fruchtig und etwas süß zeigte sich der Wein und passte ausgezeichnet zu diesen pikanten Teil-Gerichten.

    ***

    Bachsaibling von der Fischzucht Hahn in Wipperfürth | Imperial Auslese Kaviar | Sauce Bernaise | Kohlrabi | Walnuss | Brunnenkresse

    In der Post gehört der Saibling stets zu meinen Favoriten. Gelegentlich habe ich ihn als Filet auf der Haut gebraten hier verzehrt. Diesmal war er gerollt und eher sanft gegart. Das schmeckte aber auch ausgezeichnet – besonders zusammen mit dem Kaviar und einem Stückchen Orangenfilet daneben. Aus Brunnenkresse war ein grüner Weg gemacht worden. Der kleine runde feste helle See bestand aus dem Kohlrabi-Gemüse. Bei mir ohne Nüsse. Die cremige Sauce mit einem gehörigen Estragon-Anteil rundete das Gericht ab. Diesen Klassiker habe ich schon länger nicht mehr als Beigabe in einem Restaurant erhalten. In der Vergangenheit habe ich sie stets mit Rindfleisch verkostet; aber sie passt auch zu gedünstetem Fisch.

    2015 STEINMAUER Q.b.A., trocken , Grauburgunder, Weißburgunder & Chardonnay, Weingut Korrell Johanneshof, Bad Kreuznach, Nahe

    Diese Cuvee aus burgundischen weißen Rebsorten ergab eine angenehme Begleitung.

    ***

    Schwarzer Périgord-Trüffel (Tuber Melanosporum) | Parmesanraviolo | Spinat | Eigelb

    Mit dem Trüffel wurde Gott sei Dank nicht gespart. So konnte die drei Verbindungen mit Dotter, Parmesan und Spinat ausprobieren. Da auch viele andere Gäste diesen Gang verkosteten, war wirklich der Duft im ganzen Raum vorhanden. - Eine schöne Erfahrung; denn mit einigen Spänen dieses Pilzes auf einen Teller kann man – meine ich jedenfalls – nicht eine Marke setzen. Hier war das aber anders. Mit dem frischen nur leicht in der Pfanne geschwenkten Spinat passte es sehr gut. Mit dem Raviolo war es aber nicht schlechter. Der Dotter konnte da – für mich – jedoch nur den Bronze-Platz erreichen; aber damit steht man ja auch auf dem Treppchen. Silber möchte ich nicht vergeben, sondern zweimal Gold für Gemüse und Käse.

    2010 MERCUREY A.C., Domaine Vincent Dureuil-Janthial, Côte Chalonnaise

    Der sanfte Pinot noir mit seinen angenehmen Himbeer-Aromen war sehr erfreulich zu diesem Gang. Dieses Randgebiet von Burgund hat sich damit für mich wieder vorteilhaft in Erinnerung gerufen.

    ***
    Hagebuttensorbet | Himbeer-Tapioka | Himbeerbaiserplatte

    Das Fruchteis machte den Gaumen bereit für den Hauptgang. Die Kügelchen erinnerten an Kaviar. Sie waren aber nicht auf Art der Molekularküche angedickt worden, sondern aus aromatisierten Tapioka-Pillen gewonnen. Das Baiser war so etwas wie ein Duett der Himbeere dazu.

    ***

    Atlantik Steinbutt mit Champagnerschaum | Artischocke | Kerbelwurzel | fermentierte Radieschen | Fenchel-Kartoffel-Stampf

    Den Steinbutt konnte ich auf den ersten Blick nicht sofort erkennen, denn er war mit gerösteten Artischockenstreifen fast völlig bedeckt. Auf dem Grund war wie ein Fundamt der Stampf verteilt. Er war aromatisch und relativ fest; was ich sehr begrüße (die Zeit der weichen Breichen scheint abgelaufen). Auch der Champagnerschaum erzeugte keine weichen Stellen – im Gegenteil er frischte das Püree auf und passte auch zur Artischocke. Die feinen Streifen vom Radieschen hatten eine angenehme säuerliche Note. Die alte Technik durch Fermentieren Gemüse haltbar zu machen und diesen eigenartigen Geschmack zu erreichen, finde ich gut.
    Auch der Steinbutt, als Hauptkomponente, war perfekt zubereitet. Fische mit festerem Fleisch sind bei mir besonders beliebt. Und dieser Fisch mit seinen nussigen Aromen ist stets eine Freude (wenn der Koch es nicht vermasselt – aber dafür muss man sich schon sehr anstrengen – bei Seeteufel habe ich wirklich einmal erlebt). In der Post sind aber alle Fische gut aufgehoben.

    2014 BRAUNEBERGER JUFFER SONNENUHR, Riesling, Großes Gewächs, trocken, Weingut Fritz Haag, Brauneberg, Mosel

    Der kräftige Riesling war problemlos in der Lage bei der Vielzahl an Aromen auf dem Teller mitzuhalten und Freude zu bereiten.

    ***

    Warmer Schokoladenauflauf | Vanilleeis | Salat von Zitrusfrüchten

    Creme Brulee | Cassis-Sorbet |Haferflocken-Hippe

    Das Schokoküchlein hatte einen herrlichen flüssigen Kern. Aber es werden in der Post bei diesem Rezept ein paar Nüsse mit verarbeitet. Daher bekam ich eine Alternative. Die Brulee war sehr cremig, fast noch einen Hauch flüssig. Vanillenoten waren gut zu spüren. Die Karamelldecke war kross und knackig. Das Sorbet hatte einen herrlich kräftig saftigen Johannisbeerengeschmack. Dazu passte der Salat aus Zitrusfrüchten wie Grapefruit oder Orange sehr gut. Die Haferflocken-Hippe brachte noch eine rustikale Note dazu.

    2005 Domaine de Baillaury Banyuls Grand Cru, 75% Grenache schwarz, 25% Grenache grau

    Zur Schokolade sicher sehr gut passend; aber auch mit den herben Aromen kam der Dessertwein gut klar. Sicher trugen 16 Prozent Alkohol und der oxidative Ausbau dazu bei.

    ***

    Kaffee und Buttermilch-Mousse mit Erdbeermark

    Zum Espresso bekamen wir anstelle der nusshaltigen Pralinen eine schmackhafte helle Mousse mit einem fruchtig roten Abschluss obenauf. Es war mehr als ein Ersatz.

    Glücklich und zufrieden traten wir die Heimreise an.

    Getränke

    Taunusquelle medium 0,75l
    Hauscocktail: Fever Tree Mediterran Tonic, Monkey 47, Safran Likör von Miasa. Garnitur mit Zitrone und Basilikum.
    Hausaperitif: Rieslingsekt 2014 vom Weingut Grans Fassian an der Mosel sowie Sake mit Yuzusaft.
    Monin Soda
    Espresso
    Weinbegleitung

    Fazit

    5 – unbedingt wieder. Viele neue Geschmacksrichtungen und einige bekannte Komponente: Es hat einfach Freude bereitet. Wir sind daher weiterhin dem Hause äußerst verbunden.

    (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

    Datum des Besuchs: 01.03.2017 – abends – drei Personen

    Bilder: http://kgsbus.beepworld.de/ und https://www.facebook.com/kgsbus/

    Kommentar


    • #32
      Lieber kgsbus,

      Danke für den Bericht! Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Es gibt kaum etwas schöneres, als einen kulinarischen Ort zu haben, der stabil ist, ohne sich auf den Lorbeeren auszuruhen, den man kennt, wo man sich wohl fühlt. Bei den von Ihnen beschriebenen Gerichten könnte mir das bei der Post auch passieren.

      M

      Kommentar


      • #33
        Das Fischmenü ist für uns ein Muss (für mich)

        2018 fielen „Aschermittwoch“ und „Valentinstag“ auf das gleiche Datum. Gibt das ein Problem oder ein Gewissenskonflikt (für mich)? Traditionelles Fischessen oder ein romantisches Valentinstags-Dinner bei Kerzenschein?

        Nein! Für mich ist das keine Frage. Feste wie Halloween oder Valentinstag sind mir schnuppe (sorry America).

        In diesem Jahre blieb ich sogar am Mittwoch ganz zu Hause, aber buchte den Freitag für das Fischmenü – in der Post in Odenthal. Mir wäre auch der Aschermittwoch recht gewesen, aber terminlich passte es nicht so gut für die beiden anderen Teilnehmerinnen aus der Familie.

        Genau zum Freitag passt ein Fischmenü (für einen Katholiken) sogar (fast) immer: Das Kirchenrecht bestimmt in den Canones 1250–1253 des CIC, dass alle Freitage, die nicht auf ein Hochfest (und der Valentinstag gehört keinesfalls dazu) fallen, für die Gläubigen als Bußtage gelten.

        Dies bedeutet allgemein die Abstinenz von Fleischspeisen. Aber es gibt auch eine Menge Möglichkeiten das Gebot zu umgehen (insbesondere zu Fastenzeiten). Mönche im Mittelalter zum Beispiel waren darin besonders erfinderisch. Fisch als „Fleischersatz“ war ja erlaubt. Viele Stifte und Abteien legten sich daher Teiche an, um stets versorgt zu sein. - Soweit so gut.

        Aber die „Naturbetrachtungen“ der frommen Klostermenschen führte auch dazu, dass auch neue „Fisch-Spezies“ entdeckt wurden: Zum Beispiel der Biber. Mönche erklärten ihn einfach zu einem fischähnlichen Wassertier und schon war er ein „erlaubter Leckerbissen" auf dem vorösterlichen Speiseplan.

        In der „Post“ werden wir sicher keine solchen „Überraschungen“ auf den Teller bekommen.

        Nach dem Motto „Was flüssig ist, bricht kein Fasten“, brauchen wir uns bei den Getränken auch keine Sorgen machen.

        So machten wir uns frohgemut zu dritt auf den Weg ins Gourmetrestaurant.

        Die verkosteten Speisen

        Fischmenü an Aschermittwoch, Donnerstag und Freitag, den 16. Februar 2018 –
        Sieben Gänge und mehrere Grüße aus der Küche

        Wir bekamen gleich einen kleinen Windbeutel gereicht, der mit Forellenkaviar und geräucherter Lachsforelle angereichert war.
        Auf dem Löffel sah das kleine Backwerk sehr einladend aus.
        Der Brandteig außen war zwar leicht trocken aber die Füllung war schmackhaft und die Rächeraromen angenehm im Mund.

        In einem Holzkasten wurden danach viererlei Brotscheiben mit zweierlei Aufstrichen (Kräuter- bzw. Salzbutter) serviert.
        Es handelte sich um verschiedene helle und dunkle Arten sowie von locker bis knackig.

        Weitere Grüße aus der Küche bestanden aus einer Auster und einer Fischsuppe.

        Die Auster war gratiniert und auf Blattspinat angerichtet. Sie mundete uns ausgezeichnet. Und die Fischessenz im Reagenzgläschen war so kräftig und aromatisch, dass wir davon gerne mehr probiert hätten.

        ***
        Red King Salmon| Rote Bete | Quinoa

        Der herrlich frische “König der Lachse” hatte absolute Sashimi-Qualität und hatte tollen Schmelz. Zusammen mit den diversen Rote-Bete-Zubereitungen (mariniert, Chip, Saft etc. – von herb bis süß) ein köstlicher Genuss – da musste der kleine Quinoa-Salat den dritten Platz belegen – aber er war auch gut gemacht.

        Zu unserer großen Freude kam nun ein weiterer Gruß: ein Störgericht.

        Der Zuchtstör kommt aus dem oberbergischen Wipperfürth (und hat uns schon bei früheren Besuchen erfreut). Er war kross gebraten und von Möhrenschaum und Sellerie-Püree begleitet. Aber oben hatte der Fisch auch noch eine kleine Haube von Kaviar aus St. Augustin.
        Das Gericht hat uns sehr angesprochen.

        ***
        Seeteufel gebraten | Meeresfrüchteragout | Kopfsalataufguss

        Nach dem Stör-Gruß fiel das Niveau in keiner Weise ab. Der Seeteufel war perfekt gewürzt und gebraten. Ein krosser Chip lag obenauf und darauf befand sich noch ein kleiner Ast vom Meeresspargel. Unter dem Filet war aus Muscheln ein schmackhaftes Ragout angerichtet. Der Aufguss war feinporig aufgeschäumt. Ich mag diese luftigen Saucen.

        ***
        Jakobsmuschel | Cerealien | Joghurt

        Wir lieben Jakobsmuscheln – und in der Post werden sie stets außen kross und innen glasig zubereitet. Aber heute war die Muschel für uns nicht der Hauptdarsteller auf dem Teller; denn das „Buttermilchsorbet“ war für uns der große Knaller. Auch die Stückchen von „Apfelkuchen“ gaben eine feine Süße als Kontrast zum herberen Sorbet ab. Die „Frühstücksflöckchen“ wussten uns auch zu überzeugen. Eine Art Joghurt-Dressing rundete das Gericht ab.

        Für uns war gerade dieser Gang überraschend und eine neue Facette in der Post-Küche.

        ***
        Skrei von den Lofoten | Senfsauce | Pak Choi

        Winterkabeljau braten wir uns auch oft zu Hause. Der Skrei überzeugt mit kräftigen Grundaromen. Er besticht durch seine Lockerheit, seine Lamellen lösen sich direkt nach dem Anschnitt. Damit unterscheidet er sich von den festen Sorten wie Stör oder Seeteufel. Der Kabeljau war auch eher konfiert oder gedünstet worden und nicht kross gebraten; so kommt der Eigengeschmack besonders gut zur Geltung.
        Der köstliche Fisch war oben noch mit einer großzügigen Portion Perigord-Trüffel behobelt worden. Eine erfreuliche Ergänzung. Etwas Kartoffelpüree befand sich noch auf dem Teller. Eine Senfsauce verband die einzelnen Komponenten harmonisch. Ein Stück Pak Choi setzte einen farblichen Kontrast dar. Das Gemüse war leicht blanchiert – es wird sonst in Windeseile weich oder sogar matschig.

        ***
        Kalamansi – Zitronengranitée

        Das kleine Glas mit Granitée erfüllte seine Aufgabe: Das gestoßene Eis war erfrischend und hatte feine bittere Noten. Die Kreuzung von Kumquat und Mandarine ist weder ausgesprochen süß noch sauer, aber eben etwas bitter.

        ***
        Atlantik Steinbutt mit Champagnerschaum | Pommes Dauphine | Cima di rapa

        Der Fisch wurde wiederum kross gebraten. Auch wenn Kaviar schon einmal im Spiel war, gefiel mir der erneute Einsatz. Die Kombination überzeugte mich. Der Kaviar hatte für mich keine spürbaren salzigen Noten, sondern war sehr ausgewogen. Das Fischfilet war aber auch pur sehr schmackhaft, die feinen nussigen Noten mag ich besonders gerne.
        Das Gemüse (der Stängelkohl) erinnerte mich geschmacklich an Spinat bzw. Brokkoli. Die Schaumsauce passte sowohl zum Fisch als auch zum Gemüse. Die Kroketten-Birnen waren außen kross und innen cremig. Die rot-braunen Halbkugeln im Außenbereich des Tellers brachten durch ihre Tomatennoten herb-süße Aromen zum Gericht.

        Ein würdiges Hauptgericht.

        ***
        Warmes Mohntörtchen| Marillensorbet | Schokoladenerde

        Das Gebäck war locker und leicht zubereitet. Die Mohntöne waren dezent im Geschmack und der reichlich eingearbeitete Mohn war nicht feucht, wie bei einigen Kreationen in Konditoreien, sondern eher trocken. Damit war für mich das Küchlein nur Begleiter der beiden herrlichen Eiskreationen: das kräftige Aprikosen-Eis und das dezente cremige Joghurt-Eis. Dazu die Schokoladen-Erde, die weniger Kakaoanteile enthielt als eine dunkle Sorte und so ebenfalls nicht markant, sondern zurückhaltend wirkte. Ein großer Krokantchip in Form eines zweidimensionalen Eishörnchens brachte Süße noten.

        Zusätzlich bekamen wir noch ein Glas, das oben eine üppige Zuckerwatte und unten einen kräftigen, weichen Karamell enthielt.

        ***

        Zum Abschluss orderten wir noch zwei Espresso und einen Tee aus frischer Minze. Dazu wurden diverse Pralinen in verschiedenen Geschmacksnoten als Petit fours angeboten. Dabei gibt es helle und dunkle Ausrichtungen.
        Die gewählten Exemplare wurden in kleine Porzellanschüsselchen befördert. Die Schleckereien werden zugekauft und nicht im Hause hergestellt. Wahrscheinlich sind es belgische Exemplare. Sie schmecken durchaus gut.

        Weinbegleitung

        * Gewürztraminer Classic AOC 2015 - Hugel & Fils Alsace / France
        * Grauburgunder trocken 2016er - Fischer Kaiserstuhl / Baden
        * Alvarinho trocken 2016 – Künstler Rheingau
        * Sancerre AC Cuvée "Genèse" 2015 (Sauvignon Blanc) - Jean-Max Roger Loire / France
        * Birkweiler Rosenberg Chardonnay Erste Lage 2014 - Weingut Dr. Wehrheim Pfalz
        * Kracher Cuvée Beerenauslese edelsüß (Rebsorten: 60% Welschriesling | 40%
        Chardonnay) – Burgenland / Österreich

        Die glasweise Weinbegleitung passte recht gut zu den Fischgerichten bzw. dem Dessert. Die Sorten waren abwechslungsreich gewählt; insbesondere die portugiesische Rebe Alvarinho hatte ich bisher nicht im Anbau aus dem Rheingau kennen gelernt (laut Wikipedia heißt Albariño übersetzt „die kleine Weiße vom Rhein“ – aber wohl nicht mit dem Riesling verwandt – wird in Portugal überwiegend für Vinho Verde eingesetzt)

        Alkoholfreie Getränkebegleitung

        * Markus Molitor Haus Klosterberg Traubensaft Rivaner
        * Basilikum-Limomade
        * Gurken-Limonade mit Ingwer Aromen
        * Ginger Ale mit Dillöl-Zusatz
        * Kräuterlimonade mit aufgeschlagenem Basilikum
        * Rosenlimonade

        Die sehr abwechslungsreichen Aromen dieser Getränke stellen durchaus eine Alternative zum Wein dar. Besonders die Gurken- bzw. Dillöl-Limo fand ich bemerkenswert.

        Fazit

        5 – unbedingt wieder - in der „Post“ in Odenthal schmeckt es uns; ebenso sind für uns Ambiente und Service stimmig.

        (1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

        Datum des Besuchs: 16.02.2018 – abends – drei Personen


        Bilder: http://kgsbus.beepworld.de/archiv.htm

        Kommentar


        • #34
          Werter kgsbus,

          in Ihrem erfreulich detaillierten und erfrischend formulierten Bericht wollen Sie in die "Rächeraromen", die Sie der Brandteigfüllung attestieren, vielleicht noch ein "u" einfügen, obwohl ich diese Wortneuschöpfung eigentlich sehr schön finde...

          KG

          Tobler

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